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4.0 von 5 Sternen Mouse lebt!
Wer "Stadtgeschichten 7" erwartet, wird enttäuscht sein. Michael "Mouse" Tolliver erzählt jetzt aus der Ich-Perspektive. Die lebendige, chaotische, exotische Aufbruchstimmung der "Stadtgeschichten" ist verschwunden. Eine neue Welt ist an die Stelle getreten, nach AIDS und im Zeichen von 9/11 und George W. Bush. Michael ist als HIV-positiver einer der...
Veröffentlicht am 18. Juli 2008 von Sista

versus
13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Enttäuschung auf ganzer Linie
Dies ist der wohl schlechteste und ärgerlichste Fortsetzungsroman, der seit langem geschrieben wurde. Wer die "Stadtgeschichten" gelesen hat, weiß um das erzählerische Potenzial von Armistead Maupin und hat sich wahrscheinlich auf eine Weiterführung der Geschichten rund um Michael, Brian, Anna und Co. gefreut. Und dann erscheint ein solches Buch...
Veröffentlicht am 2. Dezember 2008 von Ned Maddstone


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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mouse lebt!, 18. Juli 2008
Rezension bezieht sich auf: Michael Tolliver lebt: Die neuesten Stadtgeschichten (Gebundene Ausgabe)
Wer "Stadtgeschichten 7" erwartet, wird enttäuscht sein. Michael "Mouse" Tolliver erzählt jetzt aus der Ich-Perspektive. Die lebendige, chaotische, exotische Aufbruchstimmung der "Stadtgeschichten" ist verschwunden. Eine neue Welt ist an die Stelle getreten, nach AIDS und im Zeichen von 9/11 und George W. Bush. Michael ist als HIV-positiver einer der Überlebenden, er lebt jetzt in einer Ehe mit dem wesentlich jüngeren Ben, er hat Abschied vom Jugendlichkeitsideal genommen und lässt sein Leben in ruhigen Bahnen fließen. Altbekannte Gestalten begegnen uns: Anna, Brian, sogar Mary-Ann. Im Vordergrund der Betrachtungen stehen seine Beziehungen, seine Bindungen zu seiner Familie einerseits, zu seinen Freunden andererseits. Viel Bitterkeit kommt auf, als er am Sterbebett seiner Mutter mit seiner Familie konfrontiert wird, die aus religiös-fundamentalistischer Haltung heraus seine Homosexualität und seinen Lebensstil nie wirklich akzeptieren konnten.

Mir ist Amistead Maupin diesmal ein wenig zu mitteilsam über sexuelle Details, aber das ist vielleicht Geschmackssache. Was die Beziehungen betrifft, so schreibt wie immer "mitten ins Herz". Was mich wieder ein wenig ratlos zurücklässt, ist die Tatsache, dass es in seiner Welt keine sympatischen Frauen gibt, die nicht entweder Transsexuelle oder Lesben oder zumindest ausschweifend-bisexuell sind. Aber diese Freiheit sei ihm als Autor zugestanden. Ich habe das Buch trotzdem gerne gelesen.
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22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Derbe Poesie, 3. Juli 2008
Rezension bezieht sich auf: Michael Tolliver lebt: Die neuesten Stadtgeschichten (Gebundene Ausgabe)
Man erkennt ihn sofort wieder, Michael "Mouse" Tolliver, jedermanns Lieblingsfigur aus Maupins "Stadtgeschichten", und es ist wie ein Wiedersehen mit einem alten Freund, den man vermißt hat. Die veränderte Erzählperspektive bringt uns auf Augenhöhe mit Maupins Helden, der immer wieder fragt "Weißt Du noch...?", dabei sich und uns ein wenig Wehmut gönnt über Verlorenenes, und trotzdem ganz im Jetzt ist. Der Rebell ist ruhiger geworden, aber nicht träge. Seine Leidenschaft für das Leben und die Liebe, seine Fähigkeit über sich selbst zu lachen sind ungebrochen.
Maupins -Michaels- Sprache ist bei aller Derbheit immer poetisch, niemals anbiedernd, und gnadenlos ehrlich.
Läßt man sich darauf ein, wird man mit einer großen Portion Maupinschem Zauber belohnt. Und wer schon lange wissen wollte, was aus Mona, Brian, Mrs. Madrigal oder aus Boris dem Kater geworden ist, dem sei schon aus diesem Grunde das Buch empfohlen. Aber auch wer zum ersten Mal ein Buch von Maupin in die Hände bekommt, darf sich auf Lesegenuß mit Langzeitwirkung freuen.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Maupin- Fan im siebten Mäusehimmel, 17. Juli 2008
Von 
Paula Jakob (Augsburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Michael Tolliver lebt: Die neuesten Stadtgeschichten (Gebundene Ausgabe)
Fast hätte ich mich vor Freude entleibt. Ehrlich. Bummle ich da nichtsahnend durch die Buchhandlung meines Vertrauens, am "Neuheiten"- Tisch vorbei und denke, ich sehe nicht recht, als mir der Name "Michael Tolliver " ins Auge springt. Frechheit, wollte ich noch denken,Diebstahl, dreister, da sah ich, dass es Armistead Maupin war, der diesen Namen benutzte und der hat ihn ja erfunden. Die neuesten Stadtgeschichten!!! Wach ich oder träum ich??? So schnell war ich noch nie an der Kasse und zu Hause. Da sag noch einer, Bücher machen nicht glücklich! Ich war außer mir vor Glück! Der letzte Band der "Stadtgeschichten" hatte im Herbst 1995 in den Buchhandlungen gestanden, seither habe ich die Bücher wohl alle zwei Jahre gelesen und jedesmal war ich traurig, wenn ich bei Band sechs angekommen war. Es ging nicht weiter! Und jetzt - Michael Tolliver lebt! Juhu!!!!Und es geht ihm gut! Wahnsinn! Das war, wie einen alten Freund wiederzusehen: Mouse, mittlerweile Mitte fünfzig, aber immer noch fast der Alte, nur,daß er sein Glück gefunden hat. Herrlich. Schön. Und Mouse auch als "Ich "- Erzähler. Ungewohnt. Aber nicht schlecht. Aber anders. Eigentlich ist das kein "Stadtgeschichten " - Band. Zu meinem Bedauern hatte ich in diesem Band nämlich NICHT ständig das Gefühl mitten drin zu stehen, im schönen, diesigen, vertäumten, knalligen San Francisco. Es fehlt die hautnahe Atmosphäre der Stadt, die Maupin zuvor so mühelos transportieren konnte, denn niemand lebt mehr in der Barbary Lane 28, ein Großteil der Handlung spielt in Florida, bei Michaels biologischer, fundamentalistisch - christlicher Familie. Da müssen wir alle durch. Aber das hat auch charmante Momente. Und es fehlen gar zu viele alte Bekannte. Natürlich, Anna ist da, Shawna / Püppi , Brian..... Mary- Ann, mehr oder weniger. Mona - das lest selber. Dede fehlt ganz, D Ór auch und die schräge Prue Giroux ist wohl nicht mehr unter uns.Die neuen Nebenfiguren kann man teilweise lieben ( Ben- was für ein Schatz!), teils haben sie nur Nervpotential ( Lenore!) Aber es ist wunderbar gewesen, Michael wiederzutreffen und ein Stück des Weges mit ihm zu teilen! Danke, danke, danke Mr. Maupin, dafür und hören Sie nicht auf! Schreiben Sie weiter, bitte! Mensch - Shawna! Welch ein Potentail! Mehr davon! Mehr!!!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Michael Tolliver lebt - und das ist gut so!, 21. September 2010
Von 
Colin Wood - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Michael Tolliver lebt: Die neuesten Stadtgeschichten (Gebundene Ausgabe)
Inhaltlich ist in den bereits vorhandenen Rezensionen das Wesentliche gesagt, so dass ich hier auf eine weitere Zusammenfassung verzichten möchte.

Das wesentliche Unterscheidungsmerkmal zwischen "Michael Tolliver lebt" und den Stadtgeschichten ist die Erzählperspektive. Das vorliegende Buch beschränkt sich ausschließlich auf die Sicht Michaels, während die vorangegangen Bände multiperspektivisch erzählt sind. Einige Wissenslücken hinsichtlich vergangener Ereignisse werden gefüllt, und einige der altbekannten Figuren haben ihren Auftritt, allerdings nicht in epischem Umfang. Stattdessen bekommt Michaels biologische Familie ihren Anteil am Geschehen.

Michael ist fast zwanzig Jahre älter geworden, gezeichnet von seiner HIV-Infektion und natürlich von den Läsionen des Lebens. Selbstverständlich hat er sich verändert, und das merkt man dem Text an. Ansonsten ist Maupin genauso leicht und locker zu lesen, wie man ihn kennt, tolle Dialoge, Situationskomik und Ironie machen seinen Stil aus. Die Charaktere sind glaubwürdig und liebenswert. Allerdings bin ich mir bei manchen Passagen hinsichtlich der Übersetzung nicht ganz sicher, ob diese nicht stellenweise allzu wörtlich erfolgt ist, so dass sich der tiefere Sinn mancher Sätze nicht einstellen will. Entweder das, oder mir entgeht in Unkenntnis etwas, was natürlich auch möglich ist.

Das Buch ist nicht für jeden Leser geeignet. Besonders die detailreichen Darstellungen sexueller Gelüste sind vielleicht nicht nach jedem Geschmack. Allerdings denke ich schon, dass die meisten der euphorischen Stadtgeschichten-Leser sich sehr daran erfreuen werden, dass Michael Tolliver lebt.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es gibt kein fünftes Ziel..., 7. Juli 2008
Rezension bezieht sich auf: Michael Tolliver lebt: Die neuesten Stadtgeschichten (Gebundene Ausgabe)
...aber es gibt einen siebten Teil der Stadtgeschichten! Inoffiziell zumindest.
Ich war sehr spät dran und hab die ersten sechs Teile erst dieses Jahr entdeckt und sofort verschlungen - selten hat mich eine Geschichte so nachhaltig gefesselt wie die der Bewohner der (fiktiven) Barbary Lane in San Francisco. Und nach all den Ereignissen, die für mich im Jahre 2008 natürlich weit weit zurücklagen, ist "Michael Tolliver lebt" ein Ankommen in der Gegenwart. Da war es nicht nur ein großes Wiedersehen und Hallo mit den altbekannten "Freunden", sondern auch schön zu erfahren, was alle in der Zwischenzeit so getrieben haben, sofern sie nicht gestorben oder weggezogen sind, und jetzt noch treiben. Der Wechsel der Erzählperspektive tut, wie von einem Vorrezensenten schon beschrieben, wirklich gut. Man könnte sagen, man ist jetzt mittendrin statt nur dabei und erfährt so auch mehr als vorher.
Inhaltlich geht es weniger um die Beschreibung dessen, was nach "Schluss mit lustig" geschehen ist, dies wird nach und nach, wo es gerade passt, eingeflochten, so dass man das Buch wohl auch ohne Kenntnis der eigentlichen Stadtgeschichten lesen kann - ich sage trotzdem, man hat was verpasst, wenn man sie nicht kennt -, sondern eher um Tollivers Leben heute. Es geht um alte Freunde, groß gewordene Kinder, das Altern, junge Liebhaber, offene Beziehungen und den ewigen Kampf mit der Familie in der alten Heimat, wo nach der Erkrankung der Mutter heile Fassaden einbrechen. Die Buchbeschreibung, Anna Madrigal läge im Koma, so dass sich ihre alten Mieter nochmal an ihrem Krankenhausbett versammelten, ist etwas irreführend, denn dies passiert erst sehr spät im Buch. Hier muss sich unser Held zwischen biologischer und logischer Mutter entscheiden, und was dabei heraus kommt, hat auch mich zu Tränen gerührt.
Es ist eine wunderbare Fortsetzung, wie eh und je locker-flockig zu lesen, sehr positiv wie ich finde im Großen und Ganzen... "und mehr, als ich je erwartet hatte".
Kann ich nur empfehlen!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Michael Tolliver lives (2007), 12. September 2010
Von 
zueribueb (Zürich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
18 Jahre nach dem sechsten Band der "Tales of the city" lässt Armistead Maupin endlich eine Fortsetzung folgen. Dabei handelt es sich nicht einfach um einen weiteren Band der Stadtgeschichten, vielmehr stellt "Michael Tolliver lebt" ein konzeptioneller und stilistischer Neuanfang dar. So werden nicht mehr einzelne kleine Geschichten von verschiedenen Personen erzählt, sondern nun steht Michael Tolliver als Ich-Erzähler im Zentrum. Da Michael der schwule Charakter der Reihe ist, könnte man das neue Buch etwas salopp als "Tales of the city" meets "Queer as folk" bezeichnen.
Michael macht insbesondere mit seinem Ehemann einen Abstecher nach Florida zu seiner todkranken Mutter und seiner Familie. Liberales Kalifornien trifft auf das konservative Florida. Maupin ist dabei sehr politisch und nimmt eindeutig Stellung gegen George Bush und fundamentalistisch christliche Kreise. Und wie es so häufig ist, stimmt unter der Oberfläche der heilen Welt vieles nicht. Maupin entlarvt die sogenannten Familienwerte, am Beispiel von Michaels Familie, als Heuchelei und Doppelmoral.
Spannend ist das Buch auch, da die Lebenslinien von weiteren Charakteren aus der Barbary Lane 28 weiter gezeichnet werden. Das ist nicht nur nostalgisch, sondern teilweise auch sehr anrührend. Maupins Roman ist nicht nur witzig und unterhaltsam geschrieben, sondern hat auch eine nachdenkliche Seite. Es geht um Leben und Sterben, die Endlichkeit des Lebens, den Tod und den Sinn des Lebens.
Im November 2010 folgt übrigens ein achter Teil mit dem sinnigen Titel "Mary Ann in Autumn".
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13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Enttäuschung auf ganzer Linie, 2. Dezember 2008
Rezension bezieht sich auf: Michael Tolliver lebt: Die neuesten Stadtgeschichten (Gebundene Ausgabe)
Dies ist der wohl schlechteste und ärgerlichste Fortsetzungsroman, der seit langem geschrieben wurde. Wer die "Stadtgeschichten" gelesen hat, weiß um das erzählerische Potenzial von Armistead Maupin und hat sich wahrscheinlich auf eine Weiterführung der Geschichten rund um Michael, Brian, Anna und Co. gefreut. Und dann erscheint ein solches Buch!! Wenn auch der Untertitel "Die neuesten Stadtgeschichten" vermuten lässt, dass die Lebensgeschichten der einstigen Bewohner der Barbary Lane weitererzählt werden, handelt es sich de facto um den höchst einseitigen und langweiligen Lebensbericht des alternden und selbstverliebten Ich-Erzählers Michael Tolliver. Auf rund 250 der insgesamt 318 Seiten erhält der Leser (mit bewusster Aussparung der Leserin, denn diese gehört sicherlich nicht zur Zielgruppe dieses Romans) einen Einblick in die so aufgeklärte und aufregende Welt von Michael und seinem 25 Jahre jüngeren Ehemann Ben. Wir lesen über Ed aus der lustigen Wichsrunde am Portrero Hill, begleiten Ben in die Schwulensauna, langweilen uns beim flotten Dreier und werden zu allem Überfluss auch noch darüber in Kenntnis gesetzt, wie tolerant und aufgeklärt doch alles abläuft, wenn sich ein "Transmann" und Michael zum kurz entschlossenen Blow-job treffen ("Ich bin HIV-positiv." - "Dann verzichte ich halt heute auf die Zahnseide.") - Was hat das mit den ursprünglichen "Stadtgeschichten" zu tun?! Nichts, und das sollte es wohl auch nie. Wahrscheinlich lag der Entscheidung, das Buch als "neueste Stadtgeschichten" auszugeben, die Überlegung zu Grunde, dass die alten Leser und Leserinnen (denn da gab es sie ja noch) gespannt sind zu erfahren, wie der Rest der Truppe die vergangenen 15 Jahre verbracht hat und sich entsprechend ein Exemplar kaufen. Doch was erfahren wir über sie? So gut wie nichts! Unsinnigerweise wird stattdessen Michael Tollivers Familie eingeführt, die sich in strahlender Abgrenzung zum Helden des Romans als bigott, unaufgeklärt und verlogen erweist. Monas Schicksal hingegen wird auf lediglich drei Seiten abgehandelt, allen anderen Figuren wird kein eigener Handlungsstrang mehr zugesprochen. Wo einstmals ein ungefähres Gleichgewicht in der Darstellung der Figuren bestand, dominiert jetzt auf penetrante Weise das Ehepaar Michel und Ben das Geschehen. Vielleicht wäre das alles noch zu ertragen, wenn aus den Beschreibungen all dessen, was diese beiden Figuren sind und tun, nicht eine derart unerträgliche Selbstverliebtheit und Selbstbeweihräucherung herausstechen würde. Doch kritische (Selbst-)Reflexion sucht man vergebens und wo diese fehlt, verkommen leider nicht nur die Hauptakteure zu eindimensionalen Witzfiguren, sondern auch die Sprache bleibt über kurz oder lang auf der Strecke. Und so ist es nur konsequent, dass sich Armistead Maupin nicht einmal zu schade dafür ist und Phrasen wie - "Ihr zwei seid wirklich ein heißes Paar. Das spüre ich sogar von hier. Ist, wie neben einem Lagerfeuer zu stehen" - aus der untersten Stilschublade zieht, um auch dem deppertsten Leser klar zu machen, wie umwerfend diese beide Männer sind. Was bleibt also nach der Lektüre dieses Buchs? Zum einen der Wunsch, es nie gelesen zu haben, zum anderen der noch stärkere Wunsch, dass dieser Roman möglichst wenig Autobiografisches enthält und sich Armistead Maupin bitte, bitte nicht in der Figur von Michael Tolliver verewigt hat.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das Leben geht weiter, 27. Januar 2012
Von 
Joroka (Darmstadt) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Es ist schon lange her, dass ich die 'Stadtgeschichten' von Armistead Maupin gelesen habe. In den 90igern habe ich eins nach dem anderen der Bücher dieser Serie verschlungen. Per Zufall bin ich nun über die Fortsetzung gestolpert, die er um 2007 verfasst hat und die bereits ein Jahr später auf deutsch veröffentlicht wurde.

Das Haus in der Barbara Lane steht nicht mehr im Mittelpunkt der Handlung. Anna hat es schon vor einiger Zeit verkauft. Alle altvertrauten Protagonisten sind in die Jahr gekommen, klar nach einem Zeitsprung von ca. zwei Jahrzehnten. Zentrale Figur bleibt Michael, der sich inzwischen als Langzeitüberlebender bezeichnen kann. Er trägt nach wie vor das Virus in sich, kann es aber mit dem entsprechenden Medikamenten-Cocktail unterdrückt halten, unangenehme Nebenwirkungen inklusiv. Seine Gärtnerei hat er verkauft und ist nun als freischaffender Gartengestalter tätig. Der Transgender Jack steht ihm als Helfer zur Seite. Er hält weiterhin intensiven Kontakt zu Anna. Mit dem deutlich jüngeren Ben hat er sein spätes Glück gefunden (vielleicht hat Maupin hier auch manch Autobiografisches verarbeitet,). Die beiden haben sich auch das Ja-Wort gegeben.

Das Schicksal der einzelnen Figuren ist weiter miteinander verknüpft, vielleicht aber nicht mehr so eng, wie in den vorhergehenden Büchern. Was ist aus den anderen Bewohnern von damals: Mona, Mary-Ann und Brian geworden? Leben sie überhaupt noch alle?
Die Ursprungsfamilie von Michael rückt in den Fokus, da seine Mutter nicht mehr lange zu leben hat und sie ausgerechnet ihn auserkoren hat, über ihrem letzten Willen zu wachen.
Bei einem Besuch lernen so alle seinen Partner Ben kennen. Michaels Bruder hat unterdessen einen Enkel, der offensichtlich Potential hat, die homosexuelle Linie der Familie fortzuführen.....

Ich war zunächst skeptisch und benötigte auch ein paar Seiten, um mich wieder in altvertrautem Terrain heimisch fühlen zu können. Interessant, wie viel man über die Jahre vergisst. Maupin gelingt es wieder einmal, zu fesseln und den Leser in - wenn man darüber nochmals nachdenkt - recht unspektakuläre (Alltags-)Ereignisse hinein zu ziehen. Die Figuren sind in die Jahre gekommen, Party und sonstige Ausschweifungen stehen nicht mehr an erster Stelle. Das Fleisch hat sich gesetzt und mit ihm auch die Unruhe, vielleicht etwas verpassen zu können.
Die unverblümten Beschreibungen (homo-)sexueller Handlungen sind vielleicht nicht jedermanns Sache, gehören aber irgendwie mit dazu.

Fazit: Lesespaß für alte und neue Fans.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wiederbegegnung mit alten Bekannten, 21. Februar 2011
Von 
sabatayn76 - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Inhalt:
Viele Jahre sind ins Land gezogen, Michael 'Mouse' Tolliver ist nunmehr 55 Jahre alt, verheiratet mit dem deutlich jüngeren Ben und hat mit Hilfe antiretroviraler Medikamente seine HIV-Infektion im Griff. Der Leser erfährt primär von Michaels Leben, von seiner Mutter und seinem Bruder, aber auch davon, wie es seinen ehemaligen Mitbewohnern in der Barbary Lane im Laufe der Jahre ergangen ist.

Mein Eindruck:
Vor mehr als 10 Jahren habe ich die Stadtgeschichten gelesen und hatte viel Spaß mit all den verrückten und liebenswerten Charakteren. Bei 'Michael Tolliver lebt' geht es (wie man aufgrund des Titels schon erwartet) vor allem um Michael, seine Familie und seinen Partner. Zwischen unterhaltsamen Geschichten und sehr sexlastigen Anekdoten findet man auch bewegende Einblicke in Michaels Leben mit einer HIV-Infektion, wird mit der Tatsache konfrontiert, dass man trotz antiretroviraler Medikamente chronisch krank ist und bei kleinsten Veränderungen Panik bekommt, dass es nun langsam Zeit ist, sich von dieser Welt zu verabschieden. Auch Themen wie Alter, Einsamkeit und Freundschaft werden angesprochen, was dafür sorgt, dass man es nicht nur mit einer simplen Lektüre zu tun hat, sondern durchaus den ein oder anderen Denkanstoß bekommt.

Mein Eindruck:
Für Fans der Stadtgeschichten. Definitiv nichts für homophobe Zeitgenossen.
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5.0 von 5 Sternen Rührender Abschluss, 16. August 2008
Von 
Solemna - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Michael Tolliver lebt: Die neuesten Stadtgeschichten (Gebundene Ausgabe)
Nun erfahren wir also endlich, was aus all den uns so liebgewordenen Figuren der "Stadtgeschichten" geworden ist - und umso eindringlicher, da die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Michael erzählt wird. Dadurch ist sie noch gefühlvoller, realistischer, lebendiger, und oft blättert man mit einem lachenden und einem weinenden Auge um. Wie die Stadtgeschichten auch ein echter Pageturner, jedoch ohne das rasante Tempo und die Cliffhanger-Spannung nach jedem Kapitel, sondern eher leise und zutiefst menschlich. Noch immer betrachtet Michael das neue Jahrtausend und sein fortschreitendes Alter mit Erstaunen, nutzt aber begeistert die Möglichkeiten des Internets und lässt die neue Generation ein wenig wehmütig flügge werden. Sehr versöhnlich, an- und berührend, ganz aus dem Leben. Wer eine solche "logische" Familie hat, kann nur glücklich sein.
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Michael Tolliver lebt: Die neuesten Stadtgeschichten
Michael Tolliver lebt: Die neuesten Stadtgeschichten von Armistead Maupin (Gebundene Ausgabe - 1. Juli 2008)
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