Kundenrezensionen


50 Rezensionen
5 Sterne:
 (34)
4 Sterne:
 (9)
3 Sterne:
 (1)
2 Sterne:
 (3)
1 Sterne:
 (3)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


135 von 140 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Welt nach dem Ende der Welt
Ich las schon einmal ein ähnlich schockierend herausragendes Buch über die Weltendzeit - Robert Merle's "Malevile".

Auch dieses Buch ist eine Erzählung über die Welt nach dem Ende der Welt.
Es ist eine Welt, in der fast alles fehlt, was wir mit dem Menschlichen verbinden. Größte Teile der Erde sind verbrannt. Wo immer die...
Veröffentlicht am 2. April 2007 von HeikeG

versus
0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Aus dem Thema hätte man mehr machen können, erschwerter Lesegenuss
Das Thema des Buches und die vielen guten Rezensionen hatten mich angesprochen und war schon gespannt auf das Buch.
Ich mag ganz gerne Geschichten und / ohne Filme über Endzeit Fantasien, würde alles im allen aber enttäuscht bei
der Umsetzung des Buches, vielleicht liegt es auch einfach nur an der deutschen Übersetzung.

Auf jeder...
Veröffentlicht am 29. August 2011 von C. Herzberg


‹ Zurück | 1 25 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

135 von 140 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Welt nach dem Ende der Welt, 2. April 2007
Von 
HeikeG (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Straße. Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich las schon einmal ein ähnlich schockierend herausragendes Buch über die Weltendzeit - Robert Merle's "Malevile".

Auch dieses Buch ist eine Erzählung über die Welt nach dem Ende der Welt.
Es ist eine Welt, in der fast alles fehlt, was wir mit dem Menschlichen verbinden. Größte Teile der Erde sind verbrannt. Wo immer die wenigen noch lebenden Menschen hinkommen, waten sie knöcheltief durch Asche. Die Sonne zeigt sich nicht mehr, und es wird immer kälter.
Es gibt weder Tiere, noch Pflanzen. Außer wenigen, zufällig übrig gebliebenen Plastikgegenständen finden sich kaum mehr Farben, auch fast keine Geräusche.
Nur zwei Menschen sind geblieben, ein Vater um die fünfzig und sein etwa zehnjähriger Sohn. Später im Buch werden sie noch anderen Menschen begegnen. Aber auch mit den Menschen, die sich überaus grausame Kämpfe ums Überleben liefern, geht es zu Ende in der Welt nach der Welt.

McCarthy schildert nicht den Weltuntergang, er schildert die untergegangene Welt.
Wir durchleben etwas, was sich wie der berüchtigte nukleare Winter ausnimmt, aber wir erfahren weder wie und warum genau die Welt untergegangen ist.

Was bleibt, sind «der Mann» und «der Junge», ihre immer kargeren Worte und ihr zunehmend aussichtsloser Versuch, in der verbrannten Welt von Tag zu Tag zu überleben. Weil sie einen weiteren Winter in der kalten und bergigen Gegend nicht überleben würden, versuchen sie, sich über einen verschneiten Pass in den vermeintlich wärmeren Süden zum blauen Meer durchzuschlagen, was sie auch erreichen.
Nur: Wird das Meer noch blau und der Süden wärmer sein?

Außer der Wanderung zu diesem Ziel hat der Roman keine Handlung. Er besteht aus protokollartigen Notizen in der dritten Person. Aber McCarthys Minimalismus hat eine paradoxe Wirkung. Er verursacht beim Leser unglaubliche Teilnahme, Nachdenken und Herzklopfen. Grandios auch die ebenso schrecklichen wie schönen Schilderungen der postapokalyptischen Landschaft.

"Die Straße" von Cormac McCarthy ist ein ungeheuerlicher und ungeheuer finsterer Roman. Er ist in seiner Grundstruktur kompromisslos radikal.

Will man so etwas lesen?

Ich weiß es nicht, auch nicht nachdem ich das Buch - sogar mit Spannung - ausgelesen habe.
Ich bin durch eine Buchrezension in der "ZEIT" aufmerksam geworden und wollte mich diesem Roman stellen.

"Nur wenige Bücher taugen als Wärmestube. Die großen Werke der Weltliteratur sind oftmals Expeditionen in die Nacht. Und bei Expeditionen zählen lediglich Mut und Präzision."
McCarthy besitzt diese Tugenden. Er schwafelt nie.

"Die Straße" ist kein Handbuch fürs Überleben. Aber sie zeigt, was es heißt zu überleben.
Und: Es ist nicht nur schwarze Monotonie. Es ist auch die Geschichte einer Liebe zwischen Vater und Sohn, wie sie reiner und schöner kaum gedacht werden kann.

Fazit:
Ein Buch, das düsterer wäre, kann wahrscheinlich nicht geschrieben werden.

Der Roman erzählt mit unglaublicher Schärfe und Entschiedenheit einen Alptraum, der schwer zu ertragen ist. Viele Bilder bleiben lange im Kopf und tauchen im Schlaf wieder auf. Die Sprache ist manchmal, besonders in den Dialogen, bis zur Monotonie verkürzt, wirkt dann allzu starr, aber - oder vielleicht gerade deswegen - voller Nähe.

"Die Straße" entfaltet eine unerhörte Bildkraft, einen schroffen und dennoch poetischen Sog, dem man sich kaum entziehen kann, ist man erst einmal in die Geschichte hineingekommen.

5 Sterne zu vergeben wegen: "dieses Buch gefällt mir sehr" ist hier unzutreffend.
Das Buch hat mich bewegt, geschockt, teilweise tief verstört, aber es ist großartige Literatur.
Dafür 5 Sterne!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bewegend, 27. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Straße. Roman (Gebundene Ausgabe)
Die Welt wie wir sie kennen ist vernichtet, und die Zerstörung ist total und umbarmherzig in ihrem Umfang.

Die wenigen Menschen, oder wie es im Buch an einer Stelle heißt "lebenden Toten in einem Horrorfilm", die diese verbrannte, vergiftete und hoffnungslose Welt durchstreifen teilen sich in zwei Gruppen: Gesetzlose Rüberbanden welche längst ihre Menschlichkeit verloren haben und Jagd auf andere Menschen machen um diese als Nahrung zu verwenden und auf der anderen Seite ihre Opfer, geisterartige, zerlumpte, elende, kriechende, abgemagerte Gestalten, mehr Tier als Mensch, mehr tot als lebendig, welche die zerstörten und längst bis auf die Knochen geplünderten Städte nach essbarem durchsuchen. "Du willst nicht wissen von was für Dingen ich mich ernährt habe" erfahren wir von einem von ihnen.

Was hat diese Katastrophe verursacht? Ein Atomkrieg, ein Meteoriteneinschlag, eine Umweltkatastrophe?

Wir erfahren es nicht, und es ist auch nicht wichtig. Denn die postapokalyptische Horrorwelt die dem Leser präsentiert wird dient nur als Kulisse. Dieses Buch ist kein politisches Statement, keine Warnung vor dem drohenden Untergang a la "The Day After Tommorow", wer so etwas hier sucht ist fehl am Platze.

Das Thema dieses Buches ist Hoffnung inmitten der Hoffnungslosigkeit, symbolisiert durch die Liebe, die Liebe eines Vaters zu seinem Sohn.

Eben dieser Vater und sein Sohn, die beiden Hauptprotagonisten des Buches sind glückliche Überlebende der Katastrophe, wobei das "glücklich" mehr als fragwürdig scheint. "Es gab nur wenige Tage an denen ich die Toten nicht beneidete" erfahren wir vom Vater, welcher schwer krank nur durch den Willen seinem Sohn das Überleben zu sichern davon abgehalten wird durch den Tod dieser alptraumhaften Welt endgültig zu entfliehen.

"Papa, was würdest du machen wenn ich sterben würde?"

"Dann würde ich auch sterben wollen"

"Damit du bei mir sein kannst?"

"Ja, damit ich bei dir sein kann."

Nur mit dem was sie am Leibe tragen und einigen wenigen Vorräten wandern die beiden durch das zerstörte und verbrannte, kalte und lebensfeindliche Ödland immer Richtung Süden, ständig bedroht von Hunger, dem eisigen Klima und Räuberbanden. Was hoffen sie dort zu finden? Der Leser merkt sehr bald dass der Vater selbst darauf keine Antwort hat.

In einer Welt die allem Lebenswerten beraubt worden ist, sind der Vater und der Sohn "each the others world entire".

In einer Welt die alles menschliche verloren hat ist die Beziehung zwischen Vater und Sohn die einzige Quelle von Menschlichkeit.

Der Vater trägt einen Revolver mit sich, gefüllt mit zwei Kugeln. Dieser Revolver und eine damit verbundene Frage ziehen sich durch das gesamte Buch: Was wenn ich nicht mehr weitermachen kann, was wenn ich kurz vor dem Tod stehe, werde ich die Kraft haben meinem Sohn durch den Gnadenschuß ein Schicksal zu ersparen welches schlimmer als der Tod ist? Und dass so ein Schicksal in der von McCarthy beschriebenen Horrorwelt möglich und wahrscheinlich ist, daran hat nach kurzer Zeit auch der Leser keine Zweifel mehr.

Das ist nicht das einzige, quälende Motiv dieses Buches.

Der Vater ist einzig und allein auf das Überleben seines Sohnes fixiert und durch seine Liebe und Fürsorge zu diesem motiviert.

Für Barmherzigkeit gegenüber anderen Menschen bleibt da in dieser Welt kein Platz. Fast verwischen die Grenzen zwischen den "Good guys", zu denen sich Vater und Sohn zählen, und den "Bad guys", wäre da nicht der Sohn, welcher sich durch sein naives, aber herzzereißendes Mitgefühl auszeichnet.

Die Grenzen zwischen notwendigem Egoismus um das eigene Überleben zu sichern und mangelndem Mitgefühl für das Leiden anderer sind fließend und stellen ein ständiges moralisches Dilemma dar.

Dieses Buch wird oft als düster beschrieben, und zu großen Teilen stimmt das auch. Für mich ist es aber vor allen Dingen ein Buch über Liebe und Hoffnung, über die Fähigkeit des Menschen sich für einen anderen ohne wenn und aber und allen Umständen zum Trotz aufzuopfern, vielleicht eine der wichtigsten Eigenschaften die uns auszeichnet. Diese positiven Aspekte werden für mich vor allen Dingen durch das Ende des Buches herborgehoben, welches, ohne zuviel zu verraten, unendlich traurig und doch ermutigend zugleich ist und micht zu Tränen bewegt hat.

Eine absolute Empfehlung und 5 Sterne von mir.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grosse literatur, 12. Mai 2007
Von 
Maximilian Hiermann (Österreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Straße. Roman (Gebundene Ausgabe)
McCarthy hat mit diesem buch eine geschichte über elend, verzweiflung, hoffnung, angst, abscheu, ekel, freude, zuversicht, liebe und zärtlichkeit komponiert. In teilweise gewaltigen stimmungsbildern führt er uns viele attribute des menschen vor augen, die ihn am ende seines weges (der strasse) begleiten. Ein erschütterndes werk das aber dennoch voller zuversicht und hoffnung ist. McCarthy hat einen schreibstil, der kurz und prägnant vieles auf den punkt bringt und somit eine ungemein dichte aussgekraft besitzt.

Das buch hat mich schockiert, berührt und gerührt, und wie kaum eines je zuvor hat es mich noch lange beschäftigt. Unbedingt lesen, wenn man mit apokalyptischen bildern gedanklich umgehen kann und auch möchte.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein beklemmendes Meisterwerk, 18. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Die Straße. Roman (Gebundene Ausgabe)
Die Straße handelt von einem namenlosen Vater und seinem Sohn, die eine postapokalyptische Welt durchwandern. Der Vater ist sich sicher, dass sie aufgrund der Kälte einen weiteren Winter nicht überleben werden. Deshalb machen sie sich auf den Weg nach Süden in Richtung Meer, einem alten Highway folgend, in der Hoffnung dort eine bessere Zukunft zu finden.

Der Mann besitzt einen Revolver mit zwei Kugeln, ihr einziges Mittel, um sich zu schützen oder eventuell das Leben zu nehmen.

Immer wieder muss der Vater dem Jungen moralische Fragen beantworten und versucht dabei die Werte einer Welt zu verteidigen, die es so längst nicht mehr gibt.

Der amerikanischen Autor Cormac McCarthy gewann (mit recht) den Pulitzer Preis für diesen Roman.

Ein Alptraum. Man stellt sich fast zwangsläufig selbst die Frage, wenn man das Buch liest, wie würde ich wohl in solch einer Situation reagieren bzw. agieren und hofft, daß man nie selber zu einer Antwort oder Handlung gezwungen wird.

Krieg, nein danke!

Ein Meisterwerk.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grau in Grau, 13. Oktober 2009
Von 
Schwalbenkönig - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Straße. Roman (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch ist ein waschechtes Meisterwerk. Hat man erst die anfängliche Hürde des ungewöhnlichen Stils (keine Namen, keine Kapitel, keine klassische Anrede) überwunden, wird man unweigerlich zu einem Teil dieser trostlosen, gottverlassenen Welt, in der es nur das nahende Ende, einen Vater, seinen Sohn und ihre bittere Verbundenheit zueinander gibt. Und natürlich das Grau. Immer wieder grau. Nicht, weil dieses Wort ständig auftaucht, sondern weil man es spürt. Das Grau als verträumte Hoffnung, als realistische Hoffnungslosigkeit, als Kontrast zu der babarischen Härte, als Einsamkeit, als lauernder Tod. Hier passiert im Grunde nicht viel und auch die 250 Seiten sind schnell verschlungen. Doch nach dem grandiosen Ende hatte ich das Gefühl, ich hätte eine komplette Lebensgeschichte, ein Werk von mammutartigen Ausmassen gelesen. Und das sollte eigentlich alles sagen! Unbedingt lesen!

PS: Auf die Verfilmung bin ich schon ziemlich gespannt und ich finde, dass mit Viggo Mortensen der perfekte Darsteller gefunden wurde
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


24 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unerbittlich bis zum bitteren Ende, 17. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Straße. Roman (Gebundene Ausgabe)
Wer zu einem Buch Cormac McCarthys greift, weiß, was ihn erwartet: unerbittliche Literatur, angesiedelt zwischen poetischer Landschaftsbeschreibung und bisweilen unfassbarem Realismus, v.a. was menschliche Gewalt betrifft. Seine Protagonisten sind hilflos den Schicksalsschlägen ausgeliefert, und so muten die meisten Romane McCarthys wie antike Tragödien in modernem Kleid an.

"The Road" - "Die Straße" - zeigt uns ein aus diversen Weltuntergangsfilmen scheinbar vertrautes Szenario: eine postapokalyptische Welt, die nur noch grau von Asche ist und durch die die letzten Reste der heruntergekommenen Menschheit irren, mangels Essbarem auch nicht vor Kannibalismus zurückschreckend. McCarthy begleitet in seinem Roman einen Vater mit seinem minderjärigen Sohn auf dessen Wanderung durch das zerstörte Land in Richtung Meer, wo die beiden hoffen, eine bessere Situation vorzufinden - was sich als trügerische Illusion erweist.

Erzählt wird dies in einer für McCarthy überraschend dürren, fast poesielosen Sprache, die in keinem Satz wirkliche Hoffnung aufkommen lässt und - so ging es zumindest mir bei der Lektüre im Gegensatz zu manch anderen Rezensenten - den Leser gefangen hält bis zum befürchteten Ende. So kompromisslos war McCarthy noch nie und dieses jüngste Werk ist ein weiterer, unabdingbarer Beweis für seine Qualität. Wenn etwas Weltliteratur ist, dann dieser Roman.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gruselige Erinnerungen an Visionen des Kalten Krieges, 28. März 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die Straße. Roman (Gebundene Ausgabe)
In den 80er Jahren waren Endzeitromane mit Darstellungen einer Zeit nach einem thermonuklearen Schlagabtausch und dem darauf folgenden nulearen Winter sehr verbreitet. Das was die Überlebenden tun um zu überleben und welche unterschiedlichen Herangehensweisen sie zeigen ist auch nicht unbedingt neu. Der düstere Stil mit der vergleichsweise nüchternen sprachlichen Darstellung erinnert an Robert C O'Briens "Z for Zachariah", wobei dieses Buch - als Jugendbuch konzipiert - wegen seiner Thematik sogar noch düsterer ist als "Die Straße".

Menschen geben sich auf oder machen weiter. Manche halten dabei bestimmte humanitäre Standards ein, andere überleben um jeden Preis. Dies ist alles nicht wirklichneu, aber eine lange Zeit nach dem Ende des Kalten Krieges wird es hier noch einmal ganz eindrucksvoll wachgerufen. Was besonders für Leserinnen und Leser, die nicht in dieser Zeit gelebt haben - oder damals nicht viel dazu gelesen haben - sehr beeindruckend sein dürfte. Für mich war es eher - in negativer Hinsicht - ein wenig nostalgisch. Aber sicherlich sind die Betrachtungen zum Verhalten von Menschen in Extremsituationen bedenkenswert und alleine deswegen lohnt es sich, dieses Buch zu lesen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schwerer Einstieg, aber dann fesselt die Geschichte ... Endzeitdrama, 24. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Straße. Roman (Gebundene Ausgabe)
Zugegeben: Ein Pulitzerpreis spricht noch lange nicht für ein gutes Buch. Im Gegenteil, die meisten Bücher mit diesem Preis, die ich bislang gelesen habe, haben mir wenig bis gar nicht gefallen.

Ich hatte schon die Befürchtung, auch dieses Buch wäre wieder so ein in der Presse hochgejubeltes Buch, fand aber die Geschichte sehr herausfordern. Und tatsächlich habe ich auf den ersten 100 Seiten mehrfach überlegt, das Buch wieder wegzulegen, aber dann kommt es auf den verbleibenden 150 Seiten richtig in Schwung und garniert ein außergewöhnliches Leseerlebnis mit einem sensationellen Schluß.

Die Geschichte handelt von einem namenlosen Mann und seinem Sohn auf der Suche nach dem Meer. Sie wandeln durch eine zerstörte Welt, in der nicht einmal mehr die Sonne zu sehen ist, dafür aber Asche durch die Luft fliegt. Ganz offensichtlich die Erde nach einem atomaren Schlag. Der Sohn hat keine Vorstellung davon, wie die Welt früher war, dies bedeutet als zeitliche Fixierung also, dass der atomare Schlag schon ca. 10 Jahre her sein muss.

Die Welt wird unterteilt in die Guten und die Bösen. Der Mann versucht sich und seinen Sohn vor den Bösen zu schützen. Auf der Suche nach Lebensmittel treffen sie immer wieder Menschen an, denen sie äußerst misstrauisch begegnen. Tatsächlich gehören einige davon zu den Bösen, die ganze Menschen als Lebensmittel lagern. Entsetzlich: Der Fund eines verkohlten Kinderstumpfes (vermutlich der schwangeren Frau entnommen, die ihnen kurz davor begegnet).

Jeder kennt das Gefühl, nach langer Zeit wieder einmal ans Meer zu kommen und die Erwartungen, die in diesen Moment gelegt werden. Umso herber die Enttäuschung, wenn dieses Meer nicht mehr blau ist, sondern schwarz und dunkel.

Düster ist die ganze Geschichte, lässt aber keine deprimierte Stimmung zurück, sondern bleibt in den Grundzügen optimistisch. Auf den letzten Seiten wird das Buch sehr ergreifend und einige Taschentücher sollten bereitgelegt sein (Selbst ich als Mann musste einige Tränchen verkneifen ;-) ).

Alles in Allem also ein sehr lesenswertes Buch, wenn man den Einstieg gefunden hat.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wenn nichts mehr blüht, 8. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Straße. Roman (Gebundene Ausgabe)
"Als ob Samuel Beckett THE NIGHT OF THE LIVING DEAD geschrieben hätte" hiess es. Ich würde nicht soweit gehen, oder eher noch den Vergleich zu DAWN OF THE DEAD bevorzugen. Anstelle von Zombies haben wir hier die Menschenleere und tote Bäume, die - sofern nicht zu Asche zerfallen - plötzlich zuhauf umfallen, da die leeblosen Wurzlen keinen Halt mehr gewährleisten. Die Welt ist ein grosses Schlachtfeld geworden, Häuser sind für alle zugänglich, es gibt keine territorialen Ansprüche mehr und man kann sich alles holen, das noch erhältlich ist. Allerdings spielt DIE STRASSE viele Jahre, wenn nicht Jahrzente, nach dem "grossen unbekannten Knall". Die Welt ist also bereits zu 99% geplündert worden, jüngere Generationen kennen keine andere Welt als diese, ältere haben sich - wenn nicht Suizid begangen - assimiliert. Pflanzen zerstäuben bei Berührung zu Asche, welche permanent über der Welt schwebt.

Das Buch besticht nicht durch den Gänsehaut-Effekt oder horrormässige Schockmomente. Es gibt praktisch keine dramaturgischen Aufbauschungen oder ähnliches. Will heissen, wenn die zwei Überlebenden auf eine Gruppe lebensgefährlicher Menschen trifft, kommt zwar Spannung auf, die Begegnung an für sich dient aber weniger einer sich steigernden Dramaturgie à la MAD MAX, weil die Truppe immer wieder als Bedrohung auftaucht, sondern der Vollkommenheit der widergegebenen, kaum noch vorhandenen Sozialstruktur. Wenn keine Pflanzen mehr wachsen, keine Tiere mehr leben und der Mensch trotzdem hungert, wird er sich neu organisieren. Kinder werden für den überlebensmässigen Eigenzweck geboren, andere tun sich Vorräte zu... der Schrecken ist zwar allgegenwärtig, aber McCarthy verzichtet auf literarische Action Special Effects. Das Thema Kannibalismus wird niemals spektakulär in die Länge gezogen, eher am Rande werden Hinweise gegeben: ein Bündel an Gedärmen und Überresten liegt neben einem Feuer, wo kurz davor Menschen gewesen sein müssen. Nur wenige Sätze deuten auf solche und ähnliche Gräuel hin, während ein Stephen King daraus ein ganzes Kapitel und Romero sämtliche übelkeitserregende Szenen kreiert hätte. Wie jemand geschrieben hat: die Sprache fliesst, das Öffnen einer Tasche folgt auf solche Beschreibungen des Schreckens, praktisch im selben Satz. Kein Horrorbuch also.

Genial, wie die Spannung auf leisen Sohlen neben einem her geht. Wenn der Vater, der dem Jungen seine alten Werte vermitteln möchte, plötzlich zu "unmenschlichen Aktionen" gezwungen wird, die nicht mit den neuen übereinstimmen, verschiebt sich die Definition von Gut und Böse für den Jungen. Wie sich dies zwischenmenschlich äussert, während sie weiterhin hoffnungslos ihren Weg beschreiten, vermag eine zermürbende Spannung auszulösen. Diese baut also weniger darauf auf, wie vor Kannibalen oder anderen Gefahren geflüchtet wird, obschon auch diese Ebene recht gut zu unterhalten weiss. Wer psychologische Spannung und apokalyptische Beschreibungen mag, soll sich diesen Roman unbedingt antun.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grausam schön, 9. April 2007
Von 
Apefred "Fred Ape" (Dortmund Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Straße. Roman (Gebundene Ausgabe)
Gäbe es einen Oscar für die düstersten Endzeit - Geschichten, Cormac McCarthy hätte bisher nicht nur einen geschnappt. Dieses Drama, im wahrsten Sinne des Wortes ist ein Kammerspiel, welches dermaßen unter die Haut geht, dass man jederzeit anfängt zu frieren, wenn man an das Buch denkt. Es stellt sich die ganze Zeit die Frage, warum bringen die sich nicht um (bzw. der Vater den Sohn, aus Verantwortungsgefühl) oder warum lege ich das Buch nicht weg. Aber es frisst an einem, allein die Ausstattung dieses Endzeittheaters macht Grauen. Es gibt nichts mehr, alles ist Asche, eiskalt und tot. Ein Vater schleppt sich mit seinem Sohn durch dieses biblische Aus und nur ab und zu treffen sie auf, meist kannibalisierende Horden. Kein Wort, was zu dieser Katastrophe geführt hat, oder ob ein Geigerzähler verrückt spielen würde. Allein der Wille, die Liebe, das Überleben zählt - auch wenn die Hoffnung tatsächlich zuletzt stirbt. Grausam schön.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 25 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Die Straße. Roman
Die Straße. Roman von Cormac McCarthy (Gebundene Ausgabe - 16. März 2007)
Gebraucht & neu ab: EUR 9,80
Auf meinen Wunschzettel Zahlungsmöglichkeiten ansehen
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen