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am 27. März 2001
Nicht viele Autoren schaffen es so wie Morrision bereits in ihrem allerersten Satz eines Buches den Leser derart zu packen. "They shot the white girl first" fasziniert von Anfang an und zieht den Leser in seinen Bann.
Die schwarze Gemeinde von Ruby bekommt in den 70ern ungewollten und auch unerwünschten Zuwachs. Am äußeren Rand siedeln sich eine Handvoll Frauen an und bilden einen eher unkonventionellen Convent. Welche Geheimnisse es mit diesem Convent und vor allem mit der Gemeine von Ruby auf sich hat, wird nach und nach gelüftet.
Mit einer verblüffenenden Objektivität umreißt Morrision eine umgekehrte Rassen- und Klassenfeindlichkeit. Die Gemeinde von Ruby hält zusammen, heiratet in bestimmten Schemen und grenzt sich unter dem Denkmantel der endlich erlangten Eigenständigkeit von der Welt ab.
Wie das Ganze letztlich langsam eskaliert und worin es endet, muss man selbst lesen und vielleicht immer wieder neu lesen.
"Paradise" endet für den Leser auf gewisse Weise offen. Es bietet viel Raum für die eigene Projektion und Interpretation. Vielleicht finden Sie ja heraus, wer das weiße Mädchen war, oder ob "Paradise" nicht eher "War" hätte heißen sollen. ;)
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am 18. Februar 2005
Wenn Worte eine Imagination hervorrufen können, so stammen sie aus der Feder von Toni Morrison. Dieses Buch zieht in einen nicht ergründbaren Bann. Ich spürte die heiße Würze jeder Pfefferschote in Worten, Mund und Seele. Ein Buch, dessen Fesselung mich nie loslies und das zum Ende eine Überraschung bereit hält, die es rechtfertigt, wenn man vor lauter Impressionen das Atmen während des Verschlingens der Seiten vergisst.
Eine völlig neue Welt des Umgangs mit einer anderen (weniger farbigen) Hautfarbe, die mir, als weiße Mitteleuropäerin eher neu war. Mit Paradies hat die Autorin ein Werk geschaffen, das sowohl soziale und rassistische Probleme durchleuchtet, als auch einen Lesegenuss ohne Gleichen bietet.
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am 20. Februar 2003
Toni Morrisons Stärke ist das unprätentiöse Wort, das beim genaueren Hinsehen doch so viel aussagt, dass es dem Leser geradezu den Atem rauben kann. Auch wenn man sich beim Lesen nicht unmittelbar und direkt betroffen fühlt (weil man zum Beispiel noch nie in einer von Ex-Sklaven gegründeten Kleinstadt wohnte, neben der auf einem Hügel eine verlassene Klosterschule steht), berührt die Autorin regelmäßig genau diejenigen Emotionen, die einen jeden von uns zu dem machen, was er ist, mit seinen Erfahrungen und seiner Geschichte. Und so ist man doch jedesmal wieder aufs Neue "mitten drin", wenn das auch in einigen von Morrisons Werken dem Flüchtigen nicht gleich auffällt.
"Paradies" steht definitiv in dieser Tradition. All das, was anfangs dem Leser unklar und verschwommen präsentiert wird, ist am Ende gestochen scharf. Und bedrohlich verständlich. Was kann eine Handvoll Männer dazu treiben, bis an die Zähne bewaffnet in eine ehemalige Klosterschule einzudringen und die dort lebenden Frauen ermorden zu wollen? Was passiert, wenn eine Frau erfährt, dass sie die Rettung ihres Kindes der Liebhaberin ihres Mannes verdankt? Was ist "Menschlichkeit" ohne "Toleranz"?
Am Ende wissen wir die Antworten auf diese Fragen, fühlen uns einerseits beruhigt und andererseits sonderbar beunruhigt. Denn es bedarf nicht viel...
Ein mitreißendes, doch auch erstaunlich ruhiges Buch, das zum Lachen und zum Weinen bringen kann. Absolut lebenswert.
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am 22. Mai 2008
Eine Ansiedlung von Afro-Amerikanern, mitten in der Wildnis von Oklahoma, kleinbürgerlich, sittenstreng und gottesfürchtig. Ruby nennt sich dieser Ort. Gegründet von ehemaligen Sklaven, auf der Suche nach Heimat. Nach einer Heimat, die ihre Väter schon einmal gefunden zu haben glaubten, und doch wieder verloren.
Haven hieß dieses Paradies im Westen Oklahomas, doch nicht lange währte das Glück. Kaum entstanden, kaum erblüht, wurden seine Einwohner von den Weißen vertrieben. Sie wichen der Gewalt und zogen weiter. Verzweifelt, hungernd, beschimpft und ausgegrenzt, legten die schwarzen Männer mit ihren Frauen und Kindern, Alten und Kranken, Meile um Meile zurück, bis ein allmächtiger Gott ihnen Ruby schenkte.
Als sie diesen Ort gefunden hatten, fielen sie auf die Knie und dankten dem Herrn. Nie wieder würden sie sich von hier vertreiben lassen. Nie wieder!
Neunzig Meilen sind es bis zur nächsten Ansiedlung. Dazwischen nur Wildnis und blauer Himmel. Blutschande nennen es die Einwohner Rubys, sich mit Weißen zu verbinden. Hellhäutige werden ausgegrenzt, sogar Schwarze mit einem bräunlichen Hautton, sind den Anderen suspekt. Ruby, ein Ort voll selbstgefälliger Moral, trotzigem Stolz und Bigotterie, in dessen Mitte ein riesiger, eiserner Ofen steht. Als Treffpunkt für Beratungen ist er, neben der Kirche, spirituelles Zentrum der Ansiedlung. Wehret der Furche auf seiner Stirn", wurde in gottesfürchtiger Demut auf diesen eisernen Tempel geschrieben, den sie den langen Weg von Haven bis hierher geschleppt haben.
Aber die Generationen wechseln, langsam droht die Schrift zu verblassen ...
Siebzehn Meilen vom Paradies entfernt, liegt ein ehemaliges Herrenhaus, das viele Jahre eine Klosterschule war. Schon vor langer Zeit hat die letzte Schülerin das Haus verlassen, die geistliche Schulleiterin ist verstorben, nur eine anonyme Stiftung schützt das Gebäude noch gegen Abriss, das Grundstück vor fremder Übernahme. In Ruby wird es nur das Kloster genannt.
Eine Handvoll Frauen lebt jetzt dort. Unter ihnen eine Weiße. Sie ist die schlimmste von allen. Unabhängig, unbemannt, gottlos und sittlich verworfen sollen sie alle sein. Einzeln zugelaufen, wie streunende Hunde, so heißt es in Ruby. Ehrlose Huren, die brave Familienväter verführen, ja, es sogar miteinander treiben.
Tatsächlich aber sind es verzweifelte Frauen, die sich hier verkrochen haben. Geprügelt, seelisch misshandelt, sich selbst beschädigend, eine davon alkoholabhängig. Gesellschaftliche Verliererinnen, die in dem alten Gemäuer Ruhe und Geborgenheit gefunden haben, versteckt vor der Welt da draußen, ganz ohne Männer und göttlichem Segen.
Unmoralischer Frevel ist so etwas für die bigotten Gründungsväter Rubys, die jeden Sonntag zur Kirche gehen, den Worten des Reverend lauschen und mit aller Kraft versuchen, ihre morbiden Werte über die Zeit zu retten. Dennoch gibt es Kontakte zum sündigen Ort. Kräuter werden dort gekauft, Marmeladen und Obst, feiner Rhabarberkuchen, die schärfsten Chillis Oklahomas wachsen im Klostergarten, die eine oder andere Arznei wird verstohlen abgeholt. Schwangere Frauen bitten um Abtreibung, wenn auch erfolglos, ehrbare Männer unterhalten geheime Liebesverhältnisse mit zwei der verruchten Frauen, bekommen Gewissensbisse und laufen wieder davon.
Während einer Hochzeitsfeier kommt die Sünde ins Dorf. Zwei Frauen aus dem Kloster geraten in Streit, prügeln sich auf offener Straße. Das ist zu viel für die sittenstrengen Bewohner Rubys. Die Furche auf Gottes Stirn vertieft sich.
Bald darauf wird in der Nähe des Klosters ein verrostetes Autowrack gefunden, menschliche Skelette befinden sich darin. Kein Zweifel. Die verdorbenen Weiber haben sie umgebracht und ausgeraubt. Die aggressive Stimmung in Ruby kocht auf, schwappt letztlich über.
Bei einem nächtlichen Treffen am Ofen, wird von neun Männern Tacheles gesprochen. Es muss etwas geschehen. Im Morgengrauen schleichen neun schwarze Männer auf das Kloster zu. Bewaffnet und zu allem entschlossen, dringen sie in das Gebäude ein, die Katastrophe nimmt ihren Lauf ...

Nobelpreisträgerin Toni Morrison ist mit Paradies" ein wahrhaft epochales Werk gelungen. Poetisch und mit beeindruckender Sprachgewalt erzählt sie von Rassismus, der auch vor Schwarzen nicht halt macht, von Bigotterie und selbstsüchtiger Moral. Vom langen, leidensvollen Marsch der Gründungsväter Rubys, vom Aufbau des Städtchens, von blinder Gottesfürchtigkeit und sturer Männerdominanz, sowie von Aberglauben und falsch verstandener Rechtschaffenheit.
Einfühlsam zeichnet sie, in langen Rückblicken, die Charaktere der Frauen, die sich in das Kloster flüchten. In realistischen, teils schmerzhaften Bildern beschreibt Morrison den Werdegang dieser abgelehnten und verstoßenen Randfiguren der Gesellschaft. Aber auch von Hoffnung und Liebe, Sehnsucht und Verlangen ist die Rede, von unbegreiflichen, mystischen Ereignissen, von weltlicher Abkehr und Vergeistigung.
Bis zum bitteren Finale hält Toni Morrison den Leser in ihrem Bann gefangen, überraschend versöhnlich lässt sie ihr beeindruckendes Werk ausklingen. Ich kann es nur wärmstens weiterempfehlen.
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am 23. Mai 2001
Toni Morrison hat mit diesem letzen Teil ihrer großen Saga,begonnen mit Menschenkind und Jazz,ein großes Epos geschaffen,dass niemanden einfach kalt läßt.Es bewegt zutiefst und macht vieles klar,wie wir Menschen handeln und denken über das auch heute noch leider aktuelle Thema Fremdenhass.Doch das Buch ist viel mehr als das:Es ist fantastisch und absolut empfehlenswert!!!!!
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am 18. September 2002
Eines der packendsten Bücher, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Wie sich die einzelnen Handlungsstränge zu einem komplexen Ganzen verweben ist einzigartig. Wenn man am Ende das erste Kapitel noch einmal liest, wird einem erst bewusst, wie raffiniert Morrison die Perspektiven wechselt. Altman in Buchform. Eine Empfehlung für alle, die anspruchsvolle Unterhaltung suchen.
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am 30. April 2008
In dem kleinen amerikanischen Städtchen Ruby, irgendwo in Oklahoma, leben ehemalige schwarze Sklaven, die sich durch strenge und ziemlich puritanische Gesetze völlig von der Außenwelt isolieren und distanzieren.
Unweit davon befindet sich ein ehemaliges Kloster, in dem Frauen - vor schlimmen Schicksalen geflohen – in einer Gemeinschaft leben, die jeder Einzelnen die Möglichkeit gibt, sich vollkommen frei zu entfalten, ohne auf irgendetwas Rücksicht zu nehmen.
Dass diese gegensätzlichen Lebensformen aufeinanderprallen und die Situation eskaliert, ist selbstverständlich vorhersehbar. Es gelingt der Nobelpreisträgerin aber, sich jenseits aller Klischees eine sprachliche Nische zu erarbeiten, die zum poitiven Fluchtpunkt in dieser sonst eher trostlosen und düsteren Geschichte wird.
Wenn es auch ne Menge an Besserem von der Autorin gibt - vier Sterne halte ich für völlig gerechtfertigt!
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am 17. August 2001
Mit diesem Buch tritt Toni Morrison abrupt in die Klischeephase "eher peinliches Spätwerk" ein. Man spürt beim Lesen, daß sie nach dem Nobelpreis mehr Lob und Zustimmung und weniger Kritik bekommen hat, als ihr gut tut. "Paradies" ist inhaltlich eher ein Abklatsch früherer Romane, die Standardsituation "Frau oder Gruppe von Frauen bringt etablierte schwarze Community durcheinander" wird wieder aufgewärmt, die moralisierende Grundhaltung ist noch penetranter als früher und, im Gegensatz zu ihren früheren Romanen, fehlen auch noch die sprachgewandten Beschreibungen, die den Leser in die Atmosphäre der Situation eintauchen lassen. Zu allem Überfluß beginnt Morrison dann auch noch, die Schlußfolgerungen, die eigentlich der Leser ziehen sollte, gleich mit in den Roman einzubauen, damit auch ja nichts von der politisch korrekten Moral von der Geschicht unbemerkt bleibt (als ob das überhaupt möglich wäre). Vor allem gegen Ende geht die spannende Klimax fast unter in der Ethikstunde. Und das mysteriöse Verschwinden einiger der Frauen aus dem Convent ist nicht mehr von geheimnisvoller Tiefe wie in "Menschenkind", sondern wirkt eher wie ein schneller, bequemer Verlegenheits-Schluß, gepaart mit dem trotzigen "das Gute (= Weibliche, Unangepaßte) siegt trotzdem, ätsch!" Einziger Pluspunkt sind die gelungenen Beschreibungen der einzelnen Mitglieder der schwarzen Community von Ruby und der Zwänge, die innerhalb dieses Kollektivs wirken.
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am 9. Dezember 2001
Könnte man 0 Sterne vergeben, wäre dies wohl die passendere Bewertung. Ich habe mich auch wirklich bemüht und mich durchgerungen, dieses Buch bis zur Hälfte zu lesen. Mehr war einfach nicht drin.
Schrecklich langweilig!!! Wer es dennoch möchte, ich schenke es ihm...
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