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am 29. Juni 2014
Früher haben wir Karl May gelesen, Winnetou- Filme gesehen, später John Wayne- Western, dann Italowestern. Der Wilde Westen war für uns Kinder des Kalten Krieges Ausdruck des amerikanischem Freiheitstraum und urdeutscher Naturromantik. Ein Phänomen, dass sich sogar in der DDR bemerkbar machte, und nicht unterdrücken ließ.
Dass sich die tatsächlichen historischen Ereignisse während der weißen Eroberung und dem Exodus der roten Ureinwohner Amerikas mit unserem romantischen Bild des Wilden Westens nicht decken, ist nichts Neues; dass aber literarisch hochwertige Bücher aus den USA, die sich ernsthaft und schonungslos mit dem Völkermord an den Einwohnern Nord- und Mittelamerikas auseinander setzen, als "überzogen", "übertrieben", "langweilig" etc. abgetan werden, schon.

Cormac McCarthy ist ein großer Roman gelungen, der sich auf Tatsachen wie auch auf große literarische Vorbilder wie Conrad, Melville und London beruft. Die Zeichnung seiner Figuren ist zeitlos und deren Sprache und Handeln in einer Welt aus Blut, Schweiß und Tränen jederzeit nachvollziehbar, die Landschaftsbeschreibungen grandios und von einer wuchtigen Ästhetik.

Die Konzeption des Roman und seine moralische Intention ist wahrhaftig, realistisch, zynisch, brutal, abstoßend. Wer damit nicht klar kommt, mag bei Winnetou bleiben und seinen romantischen Traum gerne weiter träumen. Wer sich aber für die blutige Geschichte der heutigen Weltmacht USA interessiert, und seine auch heute oft rigorose und waffenstarrende Politik verstehen will, der lese Cormac McCarthy. Denn jeder Traum hat einmal ein Ende...
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am 3. Oktober 2014
Eines der verstörendsten Bücher, dessen Wirkung durch den Bezug auf eine echte Thematik noch eindringlicher ist.
Keine Wildwestidylle oder Bilder des edlen Wilden beseelen diesen Roman, die schonungslose Darstellung der historischen Geschehnisse steht im Zentrum. Und diese waren schon fast prophetisch für die zukünftige Entwicklung der internen und externen Konfliktlösungsstrategien der Amerikaner.
Die Barbarei und unbeschreibliche Grausamkeit mit der Mitte des 19 Jahrhunderts Militär, amerikanische Ureinwohner und marodierende Skalpjägerbanden aufeinanderprallen, um sich gegenseitig von Genozid zu Genozid hetzen, gehören zu den Vorzeigetechniken europäischer Kolonialisierungsmethoden.
In dieser morbiden Szenerie begleitet ein Junge eine Gruppe von Gesetzlosen bei der Verübung von Massakern und Überfällen. Die Schockiertheit des Lesers steigert sich im Anbetracht der Tatsache dass reale zeitgeschichtliche Fakten das Grundgerüst dieses Romans bilden und man als friedensverwöhnter und wohlstandsaffiner Europäer schwerlich derartiges verbildlichen kann.
Außer vielleicht in den Abendnachrichten, aber eine mitreißende Erzählung mit allen Details schockiert noch mehr als die bereits selbstverständliche Routine des Grauens in diversen Medien, wobei die extremsten Details in Funk und Fernsehen gnädigerweise ausgespart werden.
Geschichte kann uns etliches lehren und für eine so nachdenklich stimmende Schreibleistung gebührt dem Autor ein Ziehen des imaginären Hutes. Wenn auch mit leichtem Zittern.
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am 8. Juni 2002
McCarthy schreibt mit jedem seiner Bücher, was widersprüchlicher nicht sein könnte: antike Dramen im Gewand moderner Western. Seine Figuren, outlaws, am Rand der Gesellschaft Stehende, werden vom Schicksal brutalst geschlagen und entgehen ihrer "Berufung" - dem Tod oder dem Überleben, dann allerdings als fürs Leben Gezeichnete - nicht, im Gegenteil: mit jedem Schritt, den sie tun, gehen sie ihrem physischen und/oder psychischen Untergang zielsicher entgegen - bis zum bitteren, für den Leser fast unerträglichen Ende. So auch in diesem, seinem wohl brutalsten Roman, der seine Figuren wie seine Leser nicht schont und ihnen alles abverlangt. Was McCarthy dabei gelingt (und das ist eben seine Meisterschaft, für die er zu Recht zu den ganz Großen der amerikanischen Gegenwartsliteratur gezählt wird): Er schildert dies alles in einer luziden und zugleich poetischen Sprache: nichts Schöneres als seine Naturschilderungen, nichts Zwingender als seine detailgenauen, kenntnisreichen Beschreibungen von Tätigkeiten, nichts Brutaleres als seine unbarmherzigen Darstellungen von Gewalt, nichts Traurigeres als Leben und Sterben seiner Anti-Helden!
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am 4. Dezember 2014
Wer sich oder anderen besinnlichen, vertiefenswerten Lesestoff bescheren möchte, dem sei Cormac McCarthys “Blood Meridian“ (Die Abendröte im Westen) nahegelegt, einem Roman, dem man nur mit Mühe abnehmen wird, dass er mitten in der Reagan-Era entstanden ist. Mal stelle sich eine Ver-Romanisierung des Filmklassikers unter allen Anti-Western vor: Sam Peckinpahs Gewaltorgie “The Wild Bunch“, nur noch eine Spur derber und radikaler. Klingt vielleicht erst mal abstoßend, ist es zum Teil auch, wenn nicht die meisterhaften, vom Poetischen ins Alttestamentarische schwankenden Naturbeschreibungen wären, die McCarthy mindestens so gut beherrscht wie jeder andere lebende Autor. Protagonist ist mal wieder ein zunächst namenloser Junge, das kennt man von seinem neueren Endzeit-Roman “Die Straße“, allerdings wird jener dort wenigstens von seinem Vater begleitet, der ihn in einer lebensfeindlich gewordenen Welt noch einen minimalen Rest von Anstand und Moral vorzuleben versucht. Hier dagegen ist der Knabe ganz auf sich gestellt und gleicht eher einem verwahrlosten und ausgesetzten Köter, der sich erst mit Trippelschritten und ansatzweise zu einem humanen Wesen entwickelt, als er sich im texanisch-mexikanischen Grenzgebiet einer Skalpjäger-Bande anschließt und auf den “Richter“ trifft, einen mit Darwin- und Nietzsche-Versatzstücken hantierender Nihilist in Reinform.

Der Leser taumelt zunächst von einer Atrozität zur nächsten, es ist als ob diese kriegsverwüstete Erde Mensch und Tier förmlich zu verschlingen trachtet. Ein Roman jenseits von Gut und Böse also? Vielleicht, wobei schon Aristoteles der Meinung war, dass ein Betrachter eines Dramas ruhig leiden, bzw. mitleiden (“Eleos“) und schaudern (“Phobos“) soll und erst durch diese Form der Katharsis zur inneren Zufriedenheit, ja Sittlichkeit gelangen kann. Na dann, was soll man noch sagen, die gelesenen Vergleiche mit Ernst Jüngers Stahlgewittern oder Conrads “Heart of Darkness“ sind auch gar nicht so abwegig, also kaufen und lesen! Gut möglich, dass man danach auch die anderen Werke McCarthys verschlingt.
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am 13. November 2013
Unglaublich düster und bedrückend zu lesen, zerfetzt diese literarische Splitterbombe wortgewaltig und in erschreckender Schönheit nahezu jedes Westernklischee. Wer etwas über tapfere Pioniere bei der Eroberung des Goldenen Westens und die demütige Verteidigung amerikanisch-christlicher Werte lesen will, ist im übergroßen Angebot der Wildwest-Heftromane à la Lassiter oder in den Büchern der legendären "Heyne Western Classics" besser aufgehoben. In Cormac McCarthys "Blood Meridian", 1985 mitten in den nostalgisch-revisionistischen Reagan-Jahren erschienen, ist alles verrottet, schmutzig, Wunden eitern, Farbe blättert ab, Lumpen und Leichen liegen in den Ecken. Unwirtlich, asozial, lähmend und lebensfeindlich.

Dass jeder des anderen Feind ist, zeigen nicht nur die brutalen Handstreiche aller beteiligter Gruppen, wobei die nach Skalps gierenden Kopfgeldjäger genauso widerlich zugange sind wie die Indianer, keiner wird geschont. Nein, genauso wichtig ist, dass keine irgendwie "netten Worte" gewechselt werden. Kommunikation als sozialen Kitt, der integrativ, anregend oder deeskalierend wirkt, scheint es nicht zu geben, da wohl kein Bedarf dafür gesehen wird. Sinnvolle Antworten, Rede und Gegenrede kommen selten zustande. Alles ist schweigende Anmaßung und präpotente Unverschämtheit.

Cormac McCarthy vermeidet in seinem Roman zum Glück meisterlich das, was dem Buch den Hals gebrochen hätte: Irgendwie Sympathie für die Kopfgeldjäger als "raue, aber echte Kerle" zu erzeugen (im Gefolge von Sam Peckinpahs “Wild Bunch“). Bloß keine Identifikationsfigur, keine Einfühlung! Die Zauberworte heißen: Distanz und Reflexion. Auch eine nennenswerte Handlung, Steigerung oder Spannung gibt es nicht. Keine Absichten, Wünsche oder wirkliche Konflikte jenseits des tumben Hasses, der jedes Gegenüber zum Objekt degradiert. Alles drängt auf momentane Triebbefriedigung. Auch wiederholen sich die Situationen und Taten bis zum Exzess, und wenn man dachte, jetzt doch genug Widerwärtiges gelesen zu haben, um "die Absicht des Schriftstellers" verstanden zu haben, geht alles im nächsten Kapitel einfach so weiter, menschlicher Alltag. Erst die Gleichförmigkeit der Szenen, Ornamente der Gewalt, schafft die nihilistische Bedeutung: Es gibt keinen Sinn und keine gesellschaftliche Ordnung, außer sie ist auf Gewalt gegründet. Alle hehren Absichten sind Einbildung. Ob Kopfgeldjäger oder Indianer, Söldner, Siedler, Mexikaner oder Viehdiebe, am Ende sind sie alle gleich. Die Zivilisation steht auf tönernen Füßen. Besserung wird es nicht geben: Der Blut-Meridian umspannt gewissermaßen die gesamte Erdkugel. Große Kunst, keinen Deut weniger - da muss man durch!

Nur so nebenbei: Ein Film, der eine ähnlich negative, sich ständig wiederholende Collage menschlicher Gewalttätigkeit versuchte, ist “Izo" von Takashi Miike, leider irgendwie gescheitert, fast unansehbar ...
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am 26. Juni 2015
McCarthy hat einen sehr eigenen Stil, den ich sehr schätze und mag. Bei diesem Roman gibt es von mir einen Punkt Abzug, weil sich die Geschichte im Wesentlichen ums Töten, Abschlachten, Martern und Foltern dreht. Natürlich will uns der Autor damit etwas sagen, aber das wusste ich auch schon vorher, ohne diese sehr drastischen und andauernden Gewaltorgien. Meine "Lieblingsszene" (und das meine ich natürlich nur ironisch): einem Mann wird die Haut an den Fußsohlen abgezogen und dann wird er in der Wüste allein gelassen. Unfähig zu laufen soll er dann langsam und sehr grausam sterben, nachdem er noch versucht, einige Tage auf Händen und Knien voranzukommen.

McCarthy ist kein Zeitzeuge des Geschehens, er trägt also keine Chronistenpflicht, so dass ich mich beim Lesen immer wieder gefragt habe, was ihn beim Schreiben des Romans bewegt und motiviert hat.
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am 31. Januar 2013
Für Leute die Robert Ludlum lesen oder auch gerne mal einen Ken Follet ist diese Art Buch nicht geeignet. Und wer auf McCarhty durch Verfilmungen seiner Bücher aufmerksam geworden ist, sollte bei den DVD's bleiben. Das hier ist ein echtes Stück Literatur. Ich mag die Sprache die McCarthy benutzt sehr. Das gilt sowohl für das englische Original, als auch für die hier gut übersetzte Version. Die Story des Buches ist schnell erzählt, da reicht ein Blick in den Klappentext. Was wirklich hervorragend ist, ist die nüchterne, zum Teil fast beiläufige Beschreibung der Gewalt in wunderschönen Worten: Detaillierte Naturbeschreibungen gehen über in ebenso detaillierte Beschreibungen von Gewalt. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit bemerkt man diese Gewalt schon gar nicht mehr, sie wird einfach teil der Beschreibungen. So oder so ähnlich muss es auch den Menschen in der Zeit gegangen sein, die McCarthy hier beschreibt. So gelingt es diesem Buch in einer wunderbar elaborierten Sprache einen Blick auf die Bestie Mensch zu werfen. Die so vielleicht noch immer in uns steckt. Die Zeiten müssen sich nur wieder ein wenig ändern, dann kommt diese Seite vielleicht wieder zum Vorschein.
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am 20. Juni 2013
Moderne Mythen sind selten. "Die Abendröte im Westen" hat die Kraft und Sprache dazu. Bei der Lektüre des finster-grausigen Romans fühlt man sich zuweilen an Joseph Conrads "Herz der Finsternis" erinnert, nur wirkt die trostlose Einöde Mexikos zur Zeit der Inidianerkriege noch schrecklicher als der kongolesische Dschungel. Vielleicht wäre gar an Grimmelshausens "Simlicius Simplicissimus" zu denken, bliebe der Held des Romans, "der Junge", nicht so merkwürdig gesichtslos. Er zieht mit den Marodeuren, aber es geht nicht um ihn; er ist vielmehr das leere Zentrum, in das all die grauenhaften Impressionen fallen. Er sieht "eine schaurige Horde auf unbeschlagenen Indianermustangs halb trunken die Straßen entlangreiten, bärtig barbarisch, in mit Sehnen vernähte Felle gehüllt, reich bewaffnet mit überschweren Revolvern, schwertgroßen Bowiemessern, kurzen doppelläufigen Büchsen mit daumesdickem Kaliber, der Sattelschmuck aus Menschenhäuten gefertigt, das Zaumzeug aus Menschenhaaren gewoben und mit Menschenzähnen verziert, die Reiter trugen Schulterbinden oder Halsschmuck aus verdorrten, schwärzlich verfärbten Menschenohren, die ungezähmten Pferde bleckten die Zähne wie bissige Hunde, (…) das Ganze wie eine Heimsuchung aus einem unzivilisierten Land, wo sich die Reiter und ihresgleichen von Menschenfleisch nährten."
Diese "Freischärler", Skalpjäger und Inianerschlächter, so verroht, daß ihnen nichts Unmenschliches fremd ist, wird angeführt vom "Richter", einem imposanten Führer, kahlköpfig, reinweißer Teint, so frei von Haaren wie von jeglicher Moral, dabei – wie häufig, etwa im Falle des Seewolfs Larsen oder Hannibal Lecters – offenbar gebildet, Feingeist, Ästhet, philosophisch durchdrungen, insgesamt ein pervertierter nietzscheanischer Übermensch im Sinne eines Schwerstverbrechers, der in seinem Selbstverständnis aber über aller Schuld steht und sie gar nicht zu empfinden vermag. Eben noch Schädel spaltend, zeichnet er kurz darauf Pflanzen ab oder die archaischen Symbole altindianischer Kultur. Ansonsten ein bellizistischer Nihilist: "Jeder Beruf geht in dem des Krieges auf."
Ich kenne keinen Gegenwartsautor, der ausdrucksvoller und atmosphärisch dichter zu schreiben vermag als Cormac McCarthy. Es verwundert, daß dieses Triptychon der Grausamkeiten einen irgendwann kaum mehr schockiert, als setzte eine unheimliche Adaptation ein und man gewöhne sich an das Protokoll menschlicher Abgründe. Um so mehr zwingt das Leseerlebnis ins Nachdenken über Anthropologie hinein.
Obwohl die Schar dieser apokalyptischen Reiter fortlaufend durch das ausgebrannte Mexiko zieht und ein Gemetzel dem nächsten folgt, steht die Handlung. Diese Prosa malt das immer Gleiche aus, eine Hölle, die Menschen Menschen bereiten, wahrlich BIlder in "Callots Manier": "Kurz darauf fanden sie die vermißten Späher; sie hingen kopfüber an den Ästen eines feuerverrußten Paloverdebaums. Ihre Fesseln waren mit spitz zugeschnitzten Grünholzzapfen durchbohrt; grau und nackt baumelten sie über der erlöschenden Glut, wo man sie geröstet hatte, bis die Köpfe verkohl waren, die Hirne in den Schädeln brodelten und Dampf aus den Nüstern pfiff. Die Zungen waren herausgerissen und mit zugespitzten Stecken an den Körpern befestigt. Die Ohren waren gekappt, die Rümpfe mit Flintsteinen aufgeschlitzt; die Eingeweide hingen an den Brustkörben herunter." Und so weiter und so fort.
Wem das zu sehr nach Hardcore-Prosa klingt, dem sei gesagt: Es finden sich hervorragende Figuren- und Charakterzeichnungen; und mitten im Alptraum fehlt es nicht an surrealistischen und skurrilen Motiven, etwa in Gestalt eines Kretins, der dem "Richter" wie ein Hofnarr folgt. Aber doch, alles tragisch, vom Gewicht Melvilles, schwer verkraftbar, dennoch groß!
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am 17. Mai 2012
Also habe jetzt auch die Abendröte im Westen durch und naja also umgehauen hatts mich nicht gerade.
Zuerst möchte ich mal erwähnen das viele der Rezesionen darauf hinzielen das mit der Abendröte im Westen mit dem Mythos vom "guten" Wilden Westen gebrochen wird.Also das ist finde ich Blödsinn da man schon eher einfältig sein muss um den
"Wilden Westen" zu verherrlichen und als friedliches Aussteigerparadies anzusehen
.Somit ist für mich eigentlich der grösste Glanzpunkt des Buches nämlich diese Zurechtlegung der Verhältnisse nicht wirklich relevant.Was dazu kommt ist das der Autor wirklich mit Grausamkeiten nicht spart die es sicherlich gegeben hatt ,welche aber wirklich bis zur Schmerzgrenze beschrieben werden.Was meiner Meinung nach etwas übertrieben ist und ich kann mir nicht vorstellen das es wirklich so extrem zuging.
Zur eigentlichen Handlung gibt es nicht so viel zu sagen ,es wird die Lebensgeschichte eines jungen Mannes erzählt der sich Skalpjägern anschliest,mehr möchte ich nicht dazu sagen.Mir fehlen einfach ein paar logische Schlüsse und Erklärungen die es für mich einfacher gemacht hätten einige Dinge zu verstehen.
Was allerdings wirklich extrem nervt und da mach ich dem Autor keinen Vorwurf ist das grössere Dialogpassagen in spanisch geschrieben sind,was zwar mehr zur Autenzität des Titels beiträgt für mich als Leser aber einfach nur be... ist.Allerdings ist es nicht so schlimm wie bei All den schönen Pferden.
Was wirklich gut gelungen ist sind Mc Carthys Beschreibungen von Flora und Fauna und an sich allem Gegenständlichem.wobei man auch da sagen kann das er gerne aus nem Krümel einen Elefanten macht:-)
Schwierig war für mich zu verstehen wie ein Charakter wie der Richter in diesen ganzen Plott hinein passt,natürlich gibt es eine Überleitung zu allem Möglichen wie er stellt das Leben( den Tot) an sich da ,oder den ewig Suchenden oder oder oder das mag alles sein nur so ganz verstanden hab ichs nicht.
So was bleibt am Schluss hängen?
Bildgewaltiges archaisches Werk das vom Leben und Tot erzählt mich persönlich hätten noch die Dinge dazwischen mehr interessiert.Jedoch ist es längst nicht so deprimierend aber auch nicht so fesselnd wie z.B. die Strasse.
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am 18. Februar 2007
Das Problem bei McCarthy ist, dass die wenigsten seiner Bücher in eine Sprache übersetzt werden können, die auch nur annähernd an das herankommt, was dieser begnadete Beobachter und Zuhörer sieht und den Menschen vom Mund abhört. Genau so authentisch wie McCarthys Sprache sind auch die Bilder der Gegenden, in denen seine Romane handeln. Ich habe selbst fast 30 Jahre im Südwesten dert USA gelebt. McCarthys Kunst ist es, eine wüstenähnliche Landschaft und die von ihr geprägten Menschen in einem grellen Licht zu zeichnen, das bis tief in ihre Abgründe reicht. In einer anderen Sprache verdunkelt sich das leider zu einer schmutzigen Brühe, in der alles verloren geht, was McCharty zu einem der aussergewöhnlichsten der modernen amerikanischen Schriftsteller macht. "Die Abendröte im Westen" ist leider ein zu dumpfer Titel für ein Buch, das im Original "Blood Meridian" heisst. Aber so ist das eben mit McCarthy, man wagt sich im deutschen Sprachraum kaum, ihn so kompromisslos wiederzugeben, wie er das verdient hätte. Bei ihm ist der Himmel im Westen BLUTROT.
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