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5.0 von 5 Sternen Literatur die nicht für jeden geeignet ist.
Für Leute die Robert Ludlum lesen oder auch gerne mal einen Ken Follet ist diese Art Buch nicht geeignet. Und wer auf McCarhty durch Verfilmungen seiner Bücher aufmerksam geworden ist, sollte bei den DVD's bleiben. Das hier ist ein echtes Stück Literatur. Ich mag die Sprache die McCarthy benutzt sehr. Das gilt sowohl für das englische Original, als...
Vor 24 Monaten von Marc Schröter veröffentlicht

versus
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nach dem Blutbad ist vor dem Blutbad
Der Roman ist eine Anhäufung von Gewalttaten und Blutbädern. Der Protagonist ist schlichtweg "der Junge" und ihn zieht es von New Orleans nach Texas, von dort nach Mexico und ab dann kreuz und quer. Der blutrote Faden ist die äußerst plastisch geschilderte Gewalt. Egal ob durch Weiße, Mexikaner oder Indianer. Es gibt kein Gut oder Böse,...
Vor 13 Monaten von Historienfreak veröffentlicht


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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Literatur die nicht für jeden geeignet ist., 31. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Abendröte im Westen (Gebundene Ausgabe)
Für Leute die Robert Ludlum lesen oder auch gerne mal einen Ken Follet ist diese Art Buch nicht geeignet. Und wer auf McCarhty durch Verfilmungen seiner Bücher aufmerksam geworden ist, sollte bei den DVD's bleiben. Das hier ist ein echtes Stück Literatur. Ich mag die Sprache die McCarthy benutzt sehr. Das gilt sowohl für das englische Original, als auch für die hier gut übersetzte Version. Die Story des Buches ist schnell erzählt, da reicht ein Blick in den Klappentext. Was wirklich hervorragend ist, ist die nüchterne, zum Teil fast beiläufige Beschreibung der Gewalt in wunderschönen Worten: Detaillierte Naturbeschreibungen gehen über in ebenso detaillierte Beschreibungen von Gewalt. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit bemerkt man diese Gewalt schon gar nicht mehr, sie wird einfach teil der Beschreibungen. So oder so ähnlich muss es auch den Menschen in der Zeit gegangen sein, die McCarthy hier beschreibt. So gelingt es diesem Buch in einer wunderbar elaborierten Sprache einen Blick auf die Bestie Mensch zu werfen. Die so vielleicht noch immer in uns steckt. Die Zeiten müssen sich nur wieder ein wenig ändern, dann kommt diese Seite vielleicht wieder zum Vorschein.
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33 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Antike Dramen in modernem Gewand, 8. Juni 2002
Rezension bezieht sich auf: Die Abendröte im Westen (Taschenbuch)
McCarthy schreibt mit jedem seiner Bücher, was widersprüchlicher nicht sein könnte: antike Dramen im Gewand moderner Western. Seine Figuren, outlaws, am Rand der Gesellschaft Stehende, werden vom Schicksal brutalst geschlagen und entgehen ihrer "Berufung" - dem Tod oder dem Überleben, dann allerdings als fürs Leben Gezeichnete - nicht, im Gegenteil: mit jedem Schritt, den sie tun, gehen sie ihrem physischen und/oder psychischen Untergang zielsicher entgegen - bis zum bitteren, für den Leser fast unerträglichen Ende. So auch in diesem, seinem wohl brutalsten Roman, der seine Figuren wie seine Leser nicht schont und ihnen alles abverlangt. Was McCarthy dabei gelingt (und das ist eben seine Meisterschaft, für die er zu Recht zu den ganz Großen der amerikanischen Gegenwartsliteratur gezählt wird): Er schildert dies alles in einer luziden und zugleich poetischen Sprache: nichts Schöneres als seine Naturschilderungen, nichts Zwingender als seine detailgenauen, kenntnisreichen Beschreibungen von Tätigkeiten, nichts Brutaleres als seine unbarmherzigen Darstellungen von Gewalt, nichts Traurigeres als Leben und Sterben seiner Anti-Helden!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Herz der Finsternis liegt im Weste(r)n !, 29. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Abendröte im Westen (Kindle Edition)
Früher haben wir Karl May gelesen, Winnetou- Filme gesehen, später John Wayne- Western, dann Italowestern. Der Wilde Westen war für uns Kinder des Kalten Krieges Ausdruck des amerikanischem Freiheitstraum und urdeutscher Naturromantik. Ein Phänomen, dass sich sogar in der DDR bemerkbar machte, und nicht unterdrücken ließ.
Dass sich die tatsächlichen historischen Ereignisse während der weißen Eroberung und dem Exodus der roten Ureinwohner Amerikas mit unserem romantischen Bild des Wilden Westens nicht decken, ist nichts Neues; dass aber literarisch hochwertige Bücher aus den USA, die sich ernsthaft und schonungslos mit dem Völkermord an den Einwohnern Nord- und Mittelamerikas auseinander setzen, als "überzogen", "übertrieben", "langweilig" etc. abgetan werden, schon.

Cormac McCarthy ist ein großer Roman gelungen, der sich auf Tatsachen wie auch auf große literarische Vorbilder wie Conrad, Melville und London beruft. Die Zeichnung seiner Figuren ist zeitlos und deren Sprache und Handeln in einer Welt aus Blut, Schweiß und Tränen jederzeit nachvollziehbar, die Landschaftsbeschreibungen grandios und von einer wuchtigen Ästhetik.

Die Konzeption des Roman und seine moralische Intention ist wahrhaftig, realistisch, zynisch, brutal, abstoßend. Wer damit nicht klar kommt, mag bei Winnetou bleiben und seinen romantischen Traum gerne weiter träumen. Wer sich aber für die blutige Geschichte der heutigen Weltmacht USA interessiert, und seine auch heute oft rigorose und waffenstarrende Politik verstehen will, der lese Cormac McCarthy. Denn jeder Traum hat einmal ein Ende...
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gerade solche Details der Geschichte benötigen irritierende Mahnmale wie dieses, damit sie nie der Vergessenheit anheim fallen, 3. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Abendröte im Westen (Taschenbuch)
Eines der verstörendsten Bücher, dessen Wirkung durch den Bezug auf eine echte Thematik noch eindringlicher ist.
Keine Wildwestidylle oder Bilder des edlen Wilden beseelen diesen Roman, die schonungslose Darstellung der historischen Geschehnisse steht im Zentrum. Und diese waren schon fast prophetisch für die zukünftige Entwicklung der internen und externen Konfliktlösungsstrategien der Amerikaner.
Die Barbarei und unbeschreibliche Grausamkeit mit der Mitte des 19 Jahrhunderts Militär, amerikanische Ureinwohner und marodierende Skalpjägerbanden aufeinanderprallen, um sich gegenseitig von Genozid zu Genozid hetzen, gehören zu den Vorzeigetechniken europäischer Kolonialisierungsmethoden.
In dieser morbiden Szenerie begleitet ein Junge eine Gruppe von Gesetzlosen bei der Verübung von Massakern und Überfällen. Die Schockiertheit des Lesers steigert sich im Anbetracht der Tatsache dass reale zeitgeschichtliche Fakten das Grundgerüst dieses Romans bilden und man als friedensverwöhnter und wohlstandsaffiner Europäer schwerlich derartiges verbildlichen kann.
Außer vielleicht in den Abendnachrichten, aber eine mitreißende Erzählung mit allen Details schockiert noch mehr als die bereits selbstverständliche Routine des Grauens in diversen Medien, wobei die extremsten Details in Funk und Fernsehen gnädigerweise ausgespart werden.
Geschichte kann uns etliches lehren und für eine so nachdenklich stimmende Schreibleistung gebührt dem Autor ein Ziehen des imaginären Hutes. Wenn auch mit leichtem Zittern.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einmaliges Lese-Erlebnis, 4. Dezember 2014
Von 
Peter Mueller (Raetia) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Abendröte im Westen (Gebundene Ausgabe)
Wer sich oder anderen besinnlichen, vertiefenswerten Lesestoff bescheren möchte, dem sei Cormac McCarthys “Blood Meridian“ (Die Abendröte im Westen) nahegelegt, einem Roman, dem man nur mit Mühe abnehmen wird, dass er mitten in der Reagan-Era entstanden ist. Mal stelle sich eine Ver-Romanisierung des Filmklassikers unter allen Anti-Western vor: Sam Peckinpahs Gewaltorgie “The Wild Bunch“, nur noch eine Spur derber und radikaler. Klingt vielleicht erst mal abstoßend, ist es zum Teil auch, wenn nicht die meisterhaften, vom Poetischen ins Alttestamentarische schwankenden Naturbeschreibungen wären, die McCarthy mindestens so gut beherrscht wie jeder andere lebende Autor. Protagonist ist mal wieder ein zunächst namenloser Junge, das kennt man von seinem neueren Endzeit-Roman “Die Straße“, allerdings wird jener dort wenigstens von seinem Vater begleitet, der ihn in einer lebensfeindlich gewordenen Welt noch einen minimalen Rest von Anstand und Moral vorzuleben versucht. Hier dagegen ist der Knabe ganz auf sich gestellt und gleicht eher einem verwahrlosten und ausgesetzten Köter, der sich erst mit Trippelschritten und ansatzweise zu einem humanen Wesen entwickelt, als er sich im texanisch-mexikanischen Grenzgebiet einer Skalpjäger-Bande anschließt und auf den “Richter“ trifft, einen mit Darwin- und Nietzsche-Versatzstücken hantierender Nihilist in Reinform.

Der Leser taumelt zunächst von einer Atrozität zur nächsten, es ist als ob diese kriegsverwüstete Erde Mensch und Tier förmlich zu verschlingen trachtet. Ein Roman jenseits von Gut und Böse also? Vielleicht, wobei schon Aristoteles der Meinung war, dass ein Betrachter eines Dramas ruhig leiden, bzw. mitleiden (“Eleos“) und schaudern (“Phobos“) soll und erst durch diese Form der Katharsis zur inneren Zufriedenheit, ja Sittlichkeit gelangen kann. Na dann, was soll man noch sagen, die gelesenen Vergleiche mit Ernst Jüngers Stahlgewittern oder Conrads “Heart of Darkness“ sind auch gar nicht so abwegig, also kaufen und lesen! Gut möglich, dass man danach auch die anderen Werke McCarthys verschlingt.
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25 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Butrot, 18. Februar 2007
Von 
Werner J. Egli (Freudenstadt, Schwarzwald) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Abendröte im Westen (Taschenbuch)
Das Problem bei McCarthy ist, dass die wenigsten seiner Bücher in eine Sprache übersetzt werden können, die auch nur annähernd an das herankommt, was dieser begnadete Beobachter und Zuhörer sieht und den Menschen vom Mund abhört. Genau so authentisch wie McCarthys Sprache sind auch die Bilder der Gegenden, in denen seine Romane handeln. Ich habe selbst fast 30 Jahre im Südwesten dert USA gelebt. McCarthys Kunst ist es, eine wüstenähnliche Landschaft und die von ihr geprägten Menschen in einem grellen Licht zu zeichnen, das bis tief in ihre Abgründe reicht. In einer anderen Sprache verdunkelt sich das leider zu einer schmutzigen Brühe, in der alles verloren geht, was McCharty zu einem der aussergewöhnlichsten der modernen amerikanischen Schriftsteller macht. "Die Abendröte im Westen" ist leider ein zu dumpfer Titel für ein Buch, das im Original "Blood Meridian" heisst. Aber so ist das eben mit McCarthy, man wagt sich im deutschen Sprachraum kaum, ihn so kompromisslos wiederzugeben, wie er das verdient hätte. Bei ihm ist der Himmel im Westen BLUTROT.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nach dem Blutbad ist vor dem Blutbad, 16. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Abendröte im Westen (Taschenbuch)
Der Roman ist eine Anhäufung von Gewalttaten und Blutbädern. Der Protagonist ist schlichtweg "der Junge" und ihn zieht es von New Orleans nach Texas, von dort nach Mexico und ab dann kreuz und quer. Der blutrote Faden ist die äußerst plastisch geschilderte Gewalt. Egal ob durch Weiße, Mexikaner oder Indianer. Es gibt kein Gut oder Böse, sondern die Welt ist brutal und der Leser hat dies so hinzunehmen.
Der Autor Cormac McCarthy versucht auch erst gar nicht irgendeine Beziehung zwischen einem der Charaktere und dem Leser entstehen zu lassen. Eine Figur wird eingeführt, um wenige Seiten später zu sterben.

Fazit: Kein klassischer Western und auch kein Buch für Jedermann. Ich muss gestehen, dass ich mich durchgequält habe.
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ich kann gar nicht, 29. Mai 2008
Rezension bezieht sich auf: Die Abendröte im Westen (Taschenbuch)
genau sagen, was mich an den Büchern von McCarthy (habe bisher drei davon gelesen) so fasziniert. Die Themen selbst sind ja altbekannt (die Auseinandersetzungen zwischen Amerika und Mexiko bzw. mit den Indianern im Grenzgebiet; schiefgegangene Drogendeals; Endzeit- bzw. apokylyptische Fantasien), die Art und Weise, wie darüber seitens McCarthy geschrieben wird, ist hingegen einzigartig. McCarthy bedient sich einer beinahe biblischen Sprache, mit vergleichsweise einfachen Satzstrukturen, die sich wohltuend von dem prätentiösen Geschwurbel abheben, das bei den zeitgenössischen Autoren - darunter leider auch viele Deutsche - häufig zu finden sind. Dagegen ist das Vokabular äußerst vielfältig. Fesselnd ist für mich auch die völlig schonungslose Darstellung der Realitäten. Wer sich einmal ein bisschen mit den Geschehnissen zwischen den jungen USA und MExiko beschäftigt hat, dem wird regelmäßig schlecht bei der naiven und verlogenen BEweiräucherung, die viele US-amerikanische Bücher und vor allem Filme betreiben. McCarthy nimmt hier kein Blatt vor den Mund, verfällt aber andererseits nicht in den Gegenreflex, die Gegenseite, also Indianer und Mexikaner, zu glorifizieren. Vielmehr hält sich McCarthy bis in die Einzelheiten an die historisch überlieferten Untaten der Glantongang. Die zum Teil geäußerte Kritik an der - in der Tat drastischen - Darstellung der Brutalität in McCarthys Büchern finde ich naiv und kindisch. Wenn manche Leute den Kopf in den Sand stecken und nicht sehen wollen, wie brutal die Welt zum Teil war und zum Teil noch ist, dann ist dies schließlich nicht die Schuld des Autors.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Natur und Gewalt, 1. August 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Abendröte im Westen (Taschenbuch)
Das ist wirklich keine leichte Kost! Einige Pausen musste ich bei diesem Buch einlegen, um das Gelesene zu verarbeiten. McCarthys mit Analogien und Metaphern gespickte Natur- und Landschaftsbeschreibungen sind schlicht wunderbar. Aber in der gleichen beinahe poetischen und äußerst bildhaften Sprache schildert er die abscheulichsten Gewalttaten, jenseits der Grenze des Erträglichen. Der Aufbau des Romans mit dem Jungen als Protagonisten (in der ursprünglichen, in der antiken griechischen Tragödie benutzten Bedeutung) und dem dämonischen Judge Holden als Antagonisten, der Technik des Bewusstseinsstroms in den Dialogen und dem Zeitenwechsel im ersten und im letzten Kaptitel wirkt auf mich wie eine gelungene Mischung aus klassischen und modernen Stilmitteln. Als Hauptquelle, der auf realen Ereignissen um die Glanton-Gang in der Mitte des 19. Jahrhunderts im texanisch-mexikanischen Grenzgebiet spielenden Geschichte, soll McCarthy der angeblich autobiograhische Bericht des ehemaligen Gang-Mitglieds (und späterem Maler und Schriftsteller) Samuel Chamberlain gedient haben.

Ein amerikanischer Kritiker sagte, dass er diesen Roman für einen der besten amerikanischen Romane des 20. Jahrhunderts halte, vergleichbar mit Melvilles "Moby Dick", aber wegen der das Buch durchdringenden, abscheulichen Gewalttätigkeit mehrere Fehlstarts hatte, bevor er es zu Ende lesen konnte. Um den ersten Teil seiner Bemerkung bestätigen zu können, besitze ich weder ausreichende Kenntnis noch genügend Bildung, obwohl ich Erzählkunst und Sprache schlicht als grandios empfinde; den Vergleich mit 'Moby Dick' finde ich gar nicht so weit hergeholt. Den letzten Teil seiner Bemerkung jedoch, kann ich sehr gut nachvollziehen.
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5.0 von 5 Sternen Ein Epos, eine Oper, ein Gewaltwerk, 27. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Abendröte im Westen (Taschenbuch)
Zur Handlung wurde an dieser Stelle zur Genüge geschrieben. Was Cormac McCarthy hier einmal mehr beweißt ist, dass er ohne Frage zu den ganz ganz Großen gehört. "Blood Meridian" ist ohne Frage eines der Werke, die einen nicht mehr so schnell loslassen. Mit dem englischen Original habe ich mir ein wenig schwer getan, da doch eine Menge Vokabular verwendet wird, das nicht mehr, weder im Sprachgebrauch, noch in der Gegenwartsliteratur sonderlich oft vorkommt. Daher bin ich dann auf die Deutsche Übersetzung umgestiegen, und war ebenso begeistert. Hier wird eine Geschichte der Gewalt geschrieben, in einer eigentlich postapokalyptischen Welt, die aber im Realen Wilden Westen des 19. Jahrhunderts angesiedelt ist. Mit "postapokalyptisch" ist gemeint, dass die Atmosphäre und die Stimmung, die Szenerie in der diese Geschiehte vor sich geht eine zutiefst brutale, schonungslose und unmenschliche ist.

Die Figuren sind so kantig und doch so genau, so tiefgründig oder besser: so abgründig gezeichnet, dass es erschreckend ist. Der diesem Text innewohnende Zynismus, die kompromisslose Gewalt (die schon fast exzesshaft und kaum mehr erträglich geschildert wird) und die unerträglichen Lebensumstände gebären Charaktere die schwieriger und widersprüchlicher nicht sein könnten.
"Blood Meridian" ist ein Antiwestern, und zugleich kein Antiwestern, weil viel mehr Wahrheit drin steckt als in den Romantisierungen die wir gewohnt sind. Es ist ein Epos. Eine Oper. Ein Gewaltwerk im Sinne von Coppolas "Apocalypse Now". Auch Wochen nach der Lektüre, lässt dies Werk den Leser nicht mehr los...
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Die Abendröte im Westen
Die Abendröte im Westen von Cormac MacCarthy (Gebundene Ausgabe - 1996)
Gebraucht & neu ab: EUR 11,98
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