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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Wenn dieses Buch von mir wäre, hätte ich nichts mehr zu sagen"
Just wow! Ich zähle dieses Buch zu den besten 10 der Welt! Dieses Buch strahlt eine Wärme aus und
ist so voller Zärtlichkeit, das man vor Glück fast weinen muss. Nie war Hemingway besser und
selten berührt ein Buch, das Herz oder die Seele oder wie ihr es auch nennen wollt, mehr als
dieses Meisterwerk. Die Sätze sind voller...
Vor 16 Monaten von Von Arx Michael veröffentlicht

versus
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Pariser Erinnerungen
Das "Fest fürs Leben" - auch wenn der Titel etwas irreführend ist - kann man als eine Art Memoiren von E. H. bezeichnen. Es geht um seinen Zeit in Paris. Der 30-jährige Hemingway hat sich hier nach überstandenem 1. Weltkrieg wohlgefühlt. Er berichtet über seine Frau Hadley, über Pferderennen und schon damals praktizierten Doping,...
Vor 6 Monaten von Martino veröffentlicht


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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Wenn dieses Buch von mir wäre, hätte ich nichts mehr zu sagen", 17. September 2013
Just wow! Ich zähle dieses Buch zu den besten 10 der Welt! Dieses Buch strahlt eine Wärme aus und
ist so voller Zärtlichkeit, das man vor Glück fast weinen muss. Nie war Hemingway besser und
selten berührt ein Buch, das Herz oder die Seele oder wie ihr es auch nennen wollt, mehr als
dieses Meisterwerk. Die Sätze sind voller Klarheit und so wahr und doch so leicht, als wäre
das Schreiben etwas das einem locker von der Hand geht und nicht so mühsam erst erlernt werden
muss. Dies ist die höchste Kunst des Schreibens, zu beschreiben, wie man frühstücken geht, wie man in ein Café geht und seinen Mantel aufhängt und etwas bestellt und dabei den Leser sogleich
mitnimmt in eine Zeit und ein Zeitalter, welches wir nur vom Hören sagen kennen. Und Hem reisst
uns hier Seite für Seite rein in eine sagenhafte Welt. Und er macht das, so unglaublich gut,
dass es einem fast weh tut, weil es so schön ist. Schreibt er über Ezra Pound, will man sich gleich die "Cantos" reinziehen, auch wenn diese schwer erhältlich sind und einem wohl mehr
Mühe machen, als alles sonst auf der Welt. Aber Hem hast es drauf, dass man selbst John Dos Passos
liest, nur weil hier kurz beschrieben wird. Und dann die Stories mit Scott F. Fitzgerald, die hauen einem von den Socken. Und dann das Gleichnis vom Lotsenfischer, legendär. ...hätte Jesus damals die Worte gehabt, dies zu sagen...Und das die erste Zeit, die beste ist, muss uns nicht erst Hemingway sagen, aber wie er es sagt, das muss man erst mal können!
Dieses Buch ist ein Fest fürs Leben und "wäre es von mir, hätte ich nichts mehr zu sagen"!!!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein wahres fest, 19. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Paris, ein Fest fürs Leben: A Moveable Feast. Die Urfassung (Gebundene Ausgabe)
in vorbereitung auf meinen ersten parisbesuch, war ich eigentlich auf der suche nach einem reiseführer. mit diesem buch habe ich nicht nur eine reise durch paris machen können, sondern auch eine reise durch die zeit.
als wäre dies nicht genug, habe ich außerdem viel über das bewegende leben des ernest hemingway erfahren. ausgesprochen lesenswert!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Pariser Erinnerungen, 31. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das "Fest fürs Leben" - auch wenn der Titel etwas irreführend ist - kann man als eine Art Memoiren von E. H. bezeichnen. Es geht um seinen Zeit in Paris. Der 30-jährige Hemingway hat sich hier nach überstandenem 1. Weltkrieg wohlgefühlt. Er berichtet über seine Frau Hadley, über Pferderennen und schon damals praktizierten Doping, seine Begegnungen mit Gertrude Stein, Ezra Pound und mit verschiedenen anderen amerikanische Exilanten in den 20er Jahren in Paris, vor allem Dichter und Künstler. Hemingway war damals noch nicht bekannt und hatte auch nicht viel Geld. Im Winter blieb oft die Heizung kalt oder er hat auf eine Mahlzeit verzichtet. Aber da es vielen gleich ging und er trotzdem ab und zu etwas mehr Geld als erwartet einnahm, wenn seine Kurzgeschichten Gefallen bei seinem Verlag fanden, waren die wirtschaftlichen Einschränkungen nicht belastend. Gute Intellektuelle Gespräche mit Gleichgesinnten, die Liebe zu seiner Frau und Ferien in Österreich oder Spanien liessen das Positive überwiegen. Und im Gegensatz zu vielen anderen Dichtern, die er teilweise schonungslos demontiert, schafft er hier schliesslich den internationalen Durchbruch mit seinem ersten Roman Fiesta (The Sun also rises).

Das Buch besteht aus 19 in sich abgeschlossenen Episoden, die unterschiedliche Qualität haben. Einige sind kleine amüsante Kurzgeschichten wie zum Beispiel der gemeinsame Ausflug mit Scott Fitzgerald, andere beschreiben die damaligen Verhältnisse wie die Geschichte übers Skifahrern in Schruns. Und in einer anderen deutet er mit schlechtem Gewissen
die bevorstehende Trennung von Hadley an.

Fazit: wer gerne Kurzgeschichten liest und etwas über den Menschen Hemingway lernen möchte, ist hier richtig. Ob man diese nochmals überarbeitete Fassung von 2009 oder die ebenfalls posthum erschienene Ausgabe von 1964 wählt, wird den meisten Lesern einerlei sein. Insgesamt gesehen gibt es Spannenderes von ihm zu lesen als dieses Werk (zum Beispiel das phantastische "Der alte Mann und das Meer").
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der grosse Hemingway - Ein Fest zu lesen!, 4. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ist die Nase einmal im Buch, kann man es nicht mehr lassen. Ein Lesevergnügen der allerersten Güte. Die
Beschreibung des damaligen Paris, der Zeit an sich (grandiose 20er), die Künstler. Ein Hochgenuss!
Es gibt sie, diese Momente in denen man unbedingt in einer anderen Zeit gelebt haben möchte - und Hemingway
schafft es einen glauben zu lassen.... es können nur die 20er sein!
Vielleicht tatsächlich sein bestes Buch. Absolut lesenswert.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Paris mit Freunden, 29. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Paris, ein Fest fürs Leben: A Moveable Feast. Die Urfassung (Gebundene Ausgabe)
Die Kollegenschelte ist ihm beinahe peinlich: Gertrude Stein war immer abgedrehter geworden, Scott Fitzgerald trank und seine Frau wurde geisteskrank, Ezra Pound wurde Faschist, James Joyce blieb auf Distanz, aber alle waren sie Hemingways Freunde. Man konnte mit "Hem" wohl gut Freund werden. Doch war er kein einfacher Zeitgenosse. Auch Feinde treten auf. Aber sie bleiben namenlos, wenn auch wiedererkennbar. Obwohl im zeitlichen Abstand von dreißig Jahren aufgeschrieben, sind die Erinnerungen an das Leben in Paris warmherzig und erfrischend. Die Armut der Künstlerfamilie, der Ehrgeiz und der Wille, zu schreiben, die lebensrettende Buchhändlerin Sylvia Beach mit "Shakespeare & Co.", die Ober in den Cafes, die Wetten auf der Pferderennbahn, das Angeln in der Seine. Es sind Episoden und Schnurren aus einem Leben, das immer mittendrin stattfand, dort wo die Energie am dichtesten war. Diese Energie steckt dem Buch in den Seiten. Es in Paris zu lesen, steigert den Genuss.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Man müsste schreiben, wie Cézanne malt", 9. Juli 2011
Von 
kpoac - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Paris, ein Fest fürs Leben: A Moveable Feast. Die Urfassung (Gebundene Ausgabe)
"Zeichnen ist Weglassen, auch Erzählen ist Weglassen. Es ist ganz ungeheuerlich, wie er das macht. Er erzählt Details über Details. Wie man in eine Stadt kommt, sich ein Hotelzimmer nimmt, mit dem Portier ein paar Worte spricht, raufgeht, sich wäscht, ein frisches Hemd anzieht [...] - Details über Details, Weglassen aller Gefühle, es gibt keinen Autor: Und aus all dem steigt Traurigkeit auf, die Verlorenheit im Leben, unsere Ziellosigkeit, Ausgeliefertsein an das Schicksal. [...] Er zeichnet nur ein paar Striche, gerade die Striche, die notwendig sind für die Kontur. Das andere überlässt er seinen Lesern."

So schrieb Hans Fallada über den Stil von Ernest Hemingway (1899-1961) und dieser in seinen Erzählungen in und über Paris sagte: "Man müsste schreiben, wie Cézanne malt" und zeigt damit seinen Anspruch mit den leisen Strichen des Malens oder Schreibens eben jene Konturen für den Leser bereitzustellen, die nach Vollendung rufen.

Der Rezensent hat Paris in jungen Jahren oftmals und nun gerade wieder vor geraumer Zeit besucht. Die Stadt in Dir, wie Hemingway schreibt, ist in der Tat eine Liebe zu Details, den wunderbaren Orten und wenn man durch die unterschiedlichsten Gegenden geht, eben "ein Fest fürs Leben". Mit Hemingway sich hier auch auf die anekdotische Reise zu begeben, ist ein Genuss. Man erlebt spürbar seine Liebe für die Stadt, seine Liebe in der Stadt und lässt sich führen durch die Umgebung des von Kennern liebevoll genannten "Boul'Mich", durch St Germain, den Parks und zu den Menschen in diesem Arrondissement. Ob nun die gute Miss Stein doziert, die Cafes in den frühen Jahren heruntergekommen waren, Schreiblüste in den besseren Cafes zum Vergessen der Welt führten, ob in den Buchläden die gelesenen, gekauften Bücher Antrieb, Inspiration waren und zu dem die Treffen mit Kollegen zum anregenden Austausch wurden, alles steht in einer unnachahmlich schnörkellosen Sprache in diesem Buch, welches Hemingways Leidenschaft zur Schriftstellerei, zu Paris und zum Leben an sich trotz aller Gegensätze offen zeigt. Er schreibt wohltemperiert aus seiner Lebenslage in eine Lebensfreude hinein, die ihn zum glücklichen Menschen macht und er sich so dem Leser präsentiert. Paris, das war seine Zeit des Glücks.

Nun flanieren Sie mit Hemingway durch Paris, wenn Sie mögen, treten Sie ein in die Cafes, genießen Sie einen cafe au lait oder cafe creme, einen Wein, ob rot oder weiß. Gehen Sie zu Pferderennen, treffen Fitzgerald, Proud, Joyce mit dem Autor des Buches Der alte Mann und das Meer, dem Literaturnobelpreisträger von 1954. Freuen Sie sich auf einige schwarz-weiß Bilder alter Tage, relaxen Sie mit diesem Buch und träumen vom nächsten Paris Besuch, gönnen Sie sich dieses Fest fürs Leben, weil es in der Tat ein Fest für den Leser ist, dieses Buch, in Erinnerung des fünfzigsten Todestages gerade neu herausgegeben, mit bestem Druck und mit Lesebändchen.
~~
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Fest für den Leser, 14. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein großartiges Werk. Es beschreibt auf eine wunderbare Weise das Leben in Paris in den 20er Jahren. Wie Hemingway und andere Künstler der damaligen Zeit gelebt haben. Man erhält auch Einblicke in die Arbeit der Schriftsteller. Dies ist besonders interessant für Menschen, die sich vielleicht selbst mit dem Schreiben beschäftigen.

Hemingway weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich hierbei um frei erfundene Geschichten handelt. In dem Buch wird oft erwähnt wie arm er gewesen sei. Aber dennoch geht er täglich essen und trinken und verreist regelmäßig. Da die Heizkosten in Paris im Winter zu hoch sind, fährt er mit seiner Famile nach Österreich für ein halbes Jahr. Dort lernt er Skifahren, hat ein Kindermädchen und lässt es sich sonst auch gut gehen. Das passt einfach nicht zusammen. Er selbst weist in den Kommentaren auch darauf hin, dass er nie richtig arm gewesen ist. Also was soll das dann? Darüber konnte ich nur mehrfach die Stirn runzeln.

Ansonsten aber wirklich ein sehr gutes Buch.
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3.0 von 5 Sternen Zeiten des Aufbruchs, 1. November 2014
Von 
Helga Kurz "Helga Kurz" (Stuttgart) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Was für ein jubelnder Buchtitel, kein Wunder, dass er mir immer wieder durchs Gedächtnis schwirrt, obwohl ich das Buch, was ich mir jahrelang vorgenommen hatte, erst jetzt gelesen habe. Gefreut habe ich mich auf die Lektüre, aber nun bin ich etwas ernüchtert, der Erkenntnisgewinn war am Ende doch sehr überschaubar und der Inhalt zwar unterhaltsam, aber banaler als vieles, was Hemingway auch zu jener Zeit in Paris geschrieben hat. „Fiesta“ entstand in dieser Übergangszeit, wo er sich vom Auslandskorrespondenten zum Schriftsteller entwickelte. Gewarnt seien alle, die sich aus der Feder eines begabten (wenn auch kargen) Schreibers und Beschreibers vor allem einen besonderen Blickwinkel auf die Stadt an der Seine erhoffen. Paris mit seinen Parks, Cafés und Ateliers bleibt eine nicht nur aus heutiger Sicht märchenhaft preisgünstige, bohèmehafte Kulisse für Künstler, Schriftsteller, Intellektuelle (oder solche, die sich dafür halten) und diese Erinnerungen, die viele Jahre standesgemäß in einem Koffer im Ritz lagerten und posthum veröffentlicht wurden, bedienen diesbezüglich kaum mehr als nur allzu bekannte Klischees. Die magische Anziehungskraft der Stadt bestand mit Sicherheit auch darin, dass man mit einer Handvoll Dollars im krisengeschüttelten Europa ein anständiges Auskommen hatte und dass Alkohol ein selbstverständlicher Alltagsbegleiter war. Auch Hemingway, gezeichnet vom 1. Weltkrieg und nur vorläufig seinen Dämonen entronnen, war bereits auf seinem Weg zum Alkoholiker, wenn er auch noch nicht beim Schreiben trank, anders als sein Freund F. Scott Fitzgerald, der dem Alkohol schon erlegen war und sich überdies von einer psychisch gestörten Ehefrau auf der Nase herumtanzen ließ.

Als eine besondere Art des Reiseführers eignen sich diese Erinnerungsfragmente nicht, es sei denn, man möchte sich akribisch auf die Spuren des Schriftstellers begeben, die die Jahrzehnte, ja fast ein Jahrhundert, das seither vergangen ist, tief unter sich begraben haben. Sie eignen sich noch nicht einmal als literarischen Führer, denn um schriftstellerische Werke und ihre Reflektion geht es kaum. Es ist ja eine Binsenweisheit: Hemingways Paris gibt es nur noch in unserer Phantasie und es gab es auch schon lange nicht mehr, als er sich das Leben nahm. Ihm ging es nicht darum, eine Stadt zu porträtieren, sonder sein damaliges Leben, sein überschäumendes Lebensgefühl festzuhalten und vor allem die Begegnungen mit anderen Menschen, darunter mit vielen Schriftstellerinnen und Schriftstellern, teils seine Freunde, teils seine Feinde und alle Schattierungen dazwischen nebst Changierungen, die wie er durch die Bars und Cafés mäanderten. Er und seine Landsleute waren froh, einem ausgesprochen puritanischen Moralkodex und vor allem der Prohibition in der Heimat entronnen zu sein. Sich immer wieder dem inquisitorischen Blick Gertrude Steins auszusetzen, schien ihnen in champagnerfeuchten Zeiten für einige Zeit ein Leichtes zu sein. Man hielt sich nicht über Wasser, sondern über Wein, und wenn man nicht schrieb, stöberte man sich durch das Angebot der Bouquinisten und von Shakespeare & Company, flanierte durch die Stadt, ließ sich am Fluss entlangtreiben und wettete, wenn auch bescheiden, auf Pferde. Auch Landpartien galten als hübsche Abwechslung. Und wie gut und reichlich genoss man die legendäre französische Küche! Goldene Zeiten, die schwarzen Wolken eines weiteren fürchterlichen Krieges hatten sich noch nicht zusammengeballt. Der „böhmische Gefreite“ war bereits am Werk, aber noch nicht am Ziel. Hätte dieser fürchterliche Weltverderber und die verbrecherische Bagage um ihn herum doch nur einen Bruchteil der Lebenslust der Pariser Boheme empfunden, die Geschichte wäre vielleicht anders verlaufen.

Jung war er also, der spätere Nobelpreisträger, als er seine Eindrücke festhielt, ein frischer Ehemann und Vater, den Zwängen eines ausschließlich bürgerlichen Broterwerbs entflohen und in einer aufregenden Stadt, noch dazu in den „Roaring Twenties“, als angehender Schriftsteller lebend, den Journalismus weitgehend hinter sich lassend. „Fiesta“ entstand in dieser Zeit. Wenn es im Winter in der glanzvollen Steinwüste kalt und ungemütlich wurde, wich die kleine Familie nach Österreich aus, wo sie in heimeligen Hotels, die in heute sündhaft teuren Skiorten standen, auf leeren Hängen Ski fuhren und ein rustikaleres und noch günstigeres Auskommen hatte. Diese unbändige Lebenslust des reiselustigen Abenteurers, der Hemingway ja auch war, ist das Buch hindurch durchgängig spürbar. Das macht die Lektüre vergnüglich und dann doch empfehlenswert. Ein Meisterwerk allerdings hält man nicht in den Händen.

Helga Kurz
1. November 2014
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eintauchen in die Zeit der 20er Jahre, 25. März 2013
Hemingway lebte anfangs der 20er Jahre in Paris, noch arm und unbekannt. Er schreibt im Rückblick als älterer Mann über diese Jahre, die er als die schönsten seines Lebens beschreibt. Es ist ein Eintauchen in die 20er Jahre mit vielen Beschreibungen über Paris und die Künstler, die er dort traf. Als ich das Buch las, konnte ich sogar einzelne Stationen seiner Erlebnisse mittels google maps nachleben. Ein herrliches Buch zum Entspannen und Paris entdecken.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Hemmingway Paris Ein Fest fürs Leben, 14. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Hemmingway Paris ein Fest fürs Leben
Es ist sicherli h ein interessantes Buch über Hemmingway in seiner frühen Schaffensperiode und vor allem über die Personen im damaligen Paris. Ich fand es jedoch zweitweise langatmig, da die Aneinanderreihung von Tagebuchaufzeichnungen ohne zusammenhängenden Ablauf sich sehr oft wiederholt.
Paris Ein Fest fürs Leben
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Paris, ein Fest fürs Leben: A Moveable Feast. Die Urfassung
Paris, ein Fest fürs Leben: A Moveable Feast. Die Urfassung von Ernest Hemingway (Gebundene Ausgabe - 1. Juli 2011)
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