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28 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Persönlichkeitsentwicklung durch 4 Generationen zurück, 15. Februar 2008
Von 
Rezension bezieht sich auf: Ein winziger Makel (Gebundene Ausgabe)
es werden vier Generationen beginnend mit einem sechsjährigen Jungen aus der heutigen Zeit über dessen Vater, die Großmutter und die Urgroßmutter in einem nur kurzen Ausschnitt ihres jeweiligen Lebens im etwa gleichen Alter dargestellt. Mit der Schilderung der jeweiligen Person werden auch das Leben zu der Zeit und der Zeitgeist vermittelt.
So fand ich den Jungen zu Beginn des Buches ziemlich nervig und unsympathisch. Sicherlich denkt ein Junge in dem Alter auch nicht so wie es ihm hier untergeschoben wird, weil ihm dazu einfach das Hintergrundwissen fehlt. Er ist altklug und wird sexualisiert. Dennoch wird trotz der extremen Überzeichnung ein Zeitgeist von der Schärfe einer Karikatur geliefert, der nach anfänglichem Einlesen sehr nachdenklich werden lässt.
Die sich anschließende Episode aus dem Leben des Vaters zeigt einen Jungen, der sich nach seiner Mutter sehnt, während sie nie Zeit für ihn hat. Sie ist die dominante Person in der Familie und sie ist ihrerseits auf der Suche nach ihrer Mutter und damit auch gleichzeitig nach sich selbst. Warum das so ist, wird in der Episode klar, in der es um die Großmutter/ Mutter des Vaters geht. Sie wirkt von allen Charakteren am zebrechlichsten und erregt so viel Mitgefühl, weil sie in dem ganzen Familiengeflecht am verlassensten scheint.
Die Urgroßmutter als Ausgangspunkt der Generationenfolge schafft es offenbar trotz des vordergründig schwierigsten Schicksals deutlich besser als ihre Tochter ihr Leben selbst zu bestimmen und sich eigenen Bedürfnissen entsprechend einzurichten.
Es wirkt so, als habe die Autorin sich mit ihr am ehesten identifizieren können.
In dem Buch werden Themen wie Lebensborn, Kinderverschleppung, Judenverfolgung, Religionskonflikte (nicht nur im Dritten Reich!), Tolleranz und die Suche nach eigenen Wurzeln in einer sich wie selbstverständlich ergebenden Mischung und Folge berührt ohne dabei überhand zu nehemen oder belehren zu wollen. Jeder kann sich mit einem der Charaktere mehr oder weniger identifizieren und sicherlich Erfahrungen aus der eigenen Familie nachspüren.
Ein sehr lesenswertes Buch, das ich jedem empfehlen kann, der sich fragt, wie sich aus einer Generation die nächste entwickeln konnte und was in der vorangegangenen Generation wohl dazu beigetragen haben könnte, dass die nächste so werden konnte.
Besonders eindrucksvoll ist dabei, was in den einzelnen Generationen offenbar wichtig ist und was den Alltag der jeweiligen Personen bestimmt.
Ich kann sehr gut verstehen, dass das Buch in Frankreich ein Nr.-1-Bestseller war!
Ich konnte das Buch kaum aus der hand legen, denn es liest sich sehr gut und flüssig.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für mich ein Buch ohne Makel, 3. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Ein winziger Makel (Taschenbuch)
Das Buch hat mich sehr schnell in seinen Bann geschlagen und ich habe es wirklich in kürzester Zeit gelesen. Am liebsten hätte ich es gleich noch mal gelesen, denn viele Details, die zunächst eher unwichtig oder unerklärlich erscheinen, erfahren erst im Laufe des Buches, das immer weiter in die Vergangenheit schreitet, ihre Bedeutung.

Jeder der (jeweils sechsjährigen) Figuren des Buches bzw. jeder Zeitperiode sind knappe hundert Seiten gewidmet, und doch hat man das Gefühl, diese viel zu früh zu verlassen, weil man nach mehr Informationen dürstet. Diese liegen jedoch in der Vergangenheit, in die die Autorin uns dann auch folgerichtig führt.

So erfährt der Leser in der ersten Episode (2004) mit dem kleinen verzogenen und egomanischen Sol vom Hass seines Vaters Randall auf Araber. Die Wurzel dafür erfahren wir erst in der Erzählung des sechsjährigen Randalls (1982). Sol bekommt mit, dass Großmutter Sadies (sie ist Historikerin) Obsession die "Arisierung" im dritten Reich ist. Woher Sadies Fixierung auf das Böse kommt, erfahren wir in ihrer Kindheitsgeschichte (1962). Sol bekommt außerdem einen Streit zwischen seiner in Deutschland aufgewachsenen Urgroßmutter Erra und ihrer Schwester um eine Puppe mit. Was es damit auf sich hat, wer "Janek" ist und wieso Erra zum Singen niemals Worte benutzt, wird erst in der letzten Episode mit der sechsjährigen Erra, klar (1945).
Jeder Schritt in die Vergangenheit bringt neue Einblicke, neue Erklärungen.

Schicht für Schicht und überaus gekonnt entblättert die Autorin die Familiengeschichte, die über 4 Generationen reicht. Dabei schaffte sie es, mir jede Figur in der Ich-Perspektive (als Kind) nahe zu bringen, ohne dass ich dabei das Gefühl hatte, dass mir die Protagonisten zu sehr ans Herz wachsen. Man entwickelt jedoch zunehmend Verständnis für jeden einzelnen dieser Charaktere, je mehr man über ihr Schicksal in Erfahrung bringt.

Ein toll geschriebenes und aus meiner Sicht faszinierendes Buch, gut erzählt und mit vielen zeitpolitischen Hintergründen gespickt. Auf jeden Fall eines meiner neuen Lieblingsbücher!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Modern und zugleich altmodisch, 25. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Ein winziger Makel (Taschenbuch)
"Ein winziger Makel" ist ein sehr empfehlenswertes Buch. Es ist wie eine Sinfonie, sehr stimmig komponiert. Interessante Charaktere, packende Lebensgeschichten, wenn auch nur winzige Ausschnitte davon. Den roten Faden in dieser Generationengeschichte bildet die Beziehung jeder Figur, aus deren Sicht der Ausschnitt jeweils erzählt wird, zu seiner Mutter: zunächst der jüngste Familienspross Sol, deren Mutter ihm nichts abschlagen kann, ihn derart vergöttert, dass er selbst in Allmachtsfantasien schwelgt und in narzistischer Manier der Gewissheit seiner eigenen Genialität huldigt. Sein Vater Randall, der die Hauptfigur und den Ich-Erzähler der zweiten Geschichte darstellt, leidet unter seiner karrierebesessenen Mutter, die die Leiden jüdischer Kinder im und nach dem zweiten Weltkrieg mehr zu berühren scheinen als diejenigen ihres leibhaftigen Sohnes. Jeden Spaß scheint sie ihm verderben zu wollen, was seine Liebe zu ihr jedoch nicht beeinträchtigt. Die Geschichte eben dieser Mutter ist die dritte der insgesamt vier Geschichten. Statt bei ihrer Mutter wächst diese Figut bei den humorlosen, knöchernen Großeltern auf, die ihr zwar gute Manieren beibringen, ihr jedoch Zätlichkeit und Verständnis gänzlich verweigern. Wie ein Paradiesvogel erscheint dagegen hin und wieder ihre Mutter, die schillernde und berühmte Sängerin, die einen unsteten Lebenswandel führt, aber für jeden Spaß zu haben ist. Wie diese Mutter zu der geworden ist, die sie ist, erfährt der Leser in der letzten Geschichte, in der die Fäden gleichsam zusammenlaufen, in der sich die Andeutungen und offenen Fragen auflösen und die Erzählung sozusagen in der Vergangenheit ihr Ende nimmt.
Es ist ein ernstes Buch, bei dem man auch schmunzeln darf, ein Märchen, welches sich genau so zugetragen haben könnte, eine Generationensaga voller Dramen, aber auch voller glücklicher Momente, eine ebenso moderne wie altmodische Geschichte. Um mit Geschichten über das dunkelste Kapitel deutscher Vergangenheit keinen Widerwillen und Überdruss zu erregen, muss eine Autorin eine wunderbare Erzählerin sein. Nancy Huston ist es.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Makel, 22. Mai 2009
Rezension bezieht sich auf: Ein winziger Makel (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch ist wahrhaftig eine Symphonie des Bösen. Von Generation zu
Generation wird der Hass auf das jeweils Andere weitergetragen.
Zum Schluss bleiben Allmachtsphantasien und totale Gefühllosigkeit.
Das Buch ist spannend zu lesen und stimmt sehr nachdenklich!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen NS-Zeit: "Germanisierungsprogramm". Und heute? - Empfehlung. Ein sehr gelungener Roman., 18. November 2012
Von 
Marion Boysen "Rapsody" (Hessen, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ein winziger Makel (Taschenbuch)
Der Einstieg in diesen Roman ist Anfangs etwas irritierend, da aus den jeweils gewählten Lebensfragmenten des betroffenen Generations-Mitglieds nicht sogleich erkennbar ist, um was, außer einer gewissen Exzentrik, es eigentlich geht. Die Familiengeschichte wird, von Sol, dem altklugen Urenkel heute ausgehend, nach hinten aufgerollt, indem aus der Kindzeit-Perspektive und -Erfahrung eines betroffenen Familienmitglieds einer jeden Generation erzählt wird.

Eine interessante und sehr gelungene Herangehensweise.

Was, neben der ganzen individuellen Tragik der verschleppten Kinder, die als Jugendliche und junge Erwachsene im Nachhinein auch nicht mehr zurück zu ihren Wurzeln und eigentlichen Familien konnten, hoch interessant ist, ist die von der Autorin gesuchte Verdeutlichung der Auswirkungen solcher "Verpflanzungen" über Generationen hinweg.

Ein menschliches Individuum lebt nicht für sich allein im luftleeren Raum. Neben physischen, körperlichen Merkmalen, werden immer auch Erfahrungen vererbt und nicht nur anerzogen. Und dabei spielen auch jene Erfahrungen der Vorfahren, einer Nation, eines Volkes, meines Erachtens, eine Rolle, die individuell vordergründig nicht so ohne weiteres erkennbar sind. Je rabiater und weiter entfernt von den eigentlichen, womöglich über Generationen, tief gewachsenen Wurzeln eine solche Verschleppung erfolgt, desto gravierender die sich forttragenden Irritationen und Verwirrtheiten.

NS-Zeit hin oder her. Was ist mit den heutigen "Kinderverschleppungen" aus dem asiatischen Raum, die aus angeblich humanen und für alle Beteiligten das Beste wollenden Gründen, mal mehr, mal weniger als legale Adoptionen geführt, erfolg(t)en? Was tut man diesen Kindern, die auch gerne im Säuglingsalter aus ihrem Kulturkreis gezerrt werden, an? Und den dann folgenden Generationen?

Wir Menschen sind immer noch sehr kurzsichtig und ignorant, oder?

Das Buch hat meine uneingeschränkte Empfehlung, gerade auch weil es etwas thematisiert, was über das rein Historische hinausgeht.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eindringlicher Roman mit systemischem Hintergrund, 31. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Ein winziger Makel (Taschenbuch)
Was für ein beeindruckendes Buch! Als ich es durchgelesen habe, habe ich es direkt noch einmal gelesen ' und dieses Mal von hinten nach vorne. Die Kinderperspektiven sind jeweils so eindrücklich beschrieben, dass sich einem die späteren Handlungen der dann Erwachsenen wie selbstverständlich erschließen. Unverständliche Reaktionen, schräge Verhaltensweisen, seltsame Rituale: wenn man um die Hintergründe weiß, so ist für mich eines der Resultate dieses eindringlichen Buches, kann man einen Menschen mit größerem Verständnis begegnen. Genau genommen ist dieser Roman eine gelungene belletristische Darstellung dessen, was in (nicht nach Hellinger orientierten) systemischen Aufstellungen oft deutlich wird: von Generation zu Generation werden Aufgaben, Wunden und Träume weitergereicht, einiges bewusst und sehr viel mehr unbewusst. Trotzdem ist dies kein psychologisch belehrender Roman, sondern eine spannende Familiengeschichte mit großartig gezeichneten Figuren. Empfehlenswert!
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4.0 von 5 Sternen Toll, 17. Mai 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ein winziger Makel (Taschenbuch)
Ungewöhnlicher Aufbau,es fängt bei jedem Kapitel eine neue Geschichte an, die natürlich alle zusammenhängen. Das fand ich besonders toll. Man taucht immer wieder in ein anderes zeitliches Geschehen ein. Gut gemacht, gut geschrieben, gute historisch korrekte Geschichte!
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5.0 von 5 Sternen Hervorragend, 7. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Ein winziger Makel (Taschenbuch)
Ein wunderbares Buch. Die Autorin hat den einzelnen Charakteren Leben eingehaucht. Ich war so neugierig, mehr über die einzelnen Personen zu erfahren, dass ich das Buch kaum aus der Hand gelegt habe. Sehr empfehlenswert.
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5.0 von 5 Sternen unbedingt lesen!, 27. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Ein winziger Makel (Taschenbuch)
Dieses Buch kann ich uneingeschränkt empfehlen.

Der Aufbau dieser Geschichte über 4 Generationen durch jeweils eine Episone in der Kindheit der Protagonisten ist sehr interessant und lässt sofort Mitgefühl und Identifikation entstehen. Das klappt sogar in der ersten Episode, deren Hauptfigur recht unrealistisch ist. In fast jeder Geschichte entsteht Ärger über die Versäumnisse der Eltern. Dieser relativiert sich jedoch in der folgenden Geschichte, wenn LeserIn diesen Elternteil selbst als Kind in einer schwierigen Lebensphase wahrnimmt.

Wie sich durch die unzusammenhängenden Geschichten nach und nach das Famliengeheimnis erschließt ist packend und berührend.
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6 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erbschuld, 17. Februar 2008
Rezension bezieht sich auf: Ein winziger Makel (Gebundene Ausgabe)
Das Buch erzählt über das Thema Erbschuld bzw. deren Verlauf in vier Generationen. Die Autorin neigt dazu die Personen gefühlsmäßig zu überzeichnen und stellt sie damit in bestimmte Ecken.
So wirkt das Buch am Anfang seltsam unmenschlich und Schablonenhaft.
Die im weiteren beschriebenen Szenen sind lesbar geschildert wenn auch in gewisser Weise Plakativ, verkörperung des bösen, durch Körpermale usw.
Sicherlich kein Werk im Sinne der großen Generationenschrifsteller wie Pearl S.Buck oder Louis Bromfield aber lesbar.
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Ein winziger Makel
Ein winziger Makel von Nancy Huston (Gebundene Ausgabe - 18. Januar 2008)
Gebraucht & neu ab: EUR 5,41
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