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Nein, den Nobelpreis hat er nie bekommen, auch wenn ihn Marcel Reich-Ranicki und viele andere gewichtige Personen aus der Welt der Literatur jahrelang als würdigen Anwärter empfohlen haben. Nun, diese Preisvergabe folgt seit Jahren tendenziell eher politischen Kriterien. Außer von Jahr zu Jahr noch ungläubiger mit dem Kopf zu schütteln, bleibt den bescheidenen Lesern bei der Nennung so mancher Preisträger da nichts übrig. Preise werden generell überbewertet, es ist stets viel Kalkül im Spiel, die sie entwerten. John Updikes Reputation schadet die verwehrte Ehrung nicht. Er, der Großmeister des literarischen Ehebruchs und der Verwandlung des Banalen in Literatur, hatte Dank seines herausragenden Talents bereits vor seinem Tod einen exklusiven Platz in der amerikanischen Literatur eingenommen. Er wird weit über die Vereinigten Staaten hinaus von einer treuen Anhängerschaft geschätzt und gelesen. Eine Biografie auf Deutsch, auch aus deutschem Blickwinkel, ist nun, da sein Lebensweg zu Ende ist, sehr zu begrüßen. Dieses Buch kam bereits rund zwei Jahre vor seinem Tod zustande. Ob es Updikes Zustimmung fand, ist schwer zu sagen. Es wirkt auf mich eher wie eine Hommage an seine Vorliebe für Kurzgeschichten und Essays, ungeachtet dessen, dass er viele Romane schrieb, die in diesem Buch ebenfalls stark thematisiert werden. In einer Biografie wünsche ich mir jedoch, dass vor allem der Mensch und nicht nur sein Schaffen portraitiert wird.

Zieht man den Platz für Absätze, Bilder, Nachweise und die interessant auf den Punkt gebrachten, ebenfalls knappen „Zeugnisse“ über Updikes Schaffen anderer Schriftsteller und Literaturschaffender ab, bleiben rund einhundert schmale Seiten für diesen bescheidenen, immens fleißigen und ganz großen amerikanischer Schriftsteller aus kleinen Verhältnissen. Die schimmern in seinen rund 50 Büchern immer wieder durch, wenn sie auch oft die bei Updike berühmt-berüchtigte amerikanische sinnsuchende Vorortsmittelklasse und ihre sexuellen Umtriebe zum Schauplatz haben. Auf diesen wenigen Seiten wird, durchaus lesenswert, aber wie bereits erwähnt, ohne vertiefenden Kontext zum Privatmann Updike, zwar das literarische Schaffen des Schriftstellers durchaus ambitioniert aufgefächert, aber dabei bleibt es eben ganz überwiegend. Fast könnte man hier den Eindruck bekommen, dass Updike nur im literarischen Kontext existiert hat, was schon in Anbetracht zweier Ehen, mehrerer Kinder, Enkelkinder und einiger Liebschaften, bei denen Updike nach eigenen Worten „stets die Oberhand behalten hat“ wenig wahrscheinlich ist, von seinen Kontakten zu vielen interessanten Zeitgenossen ganz abgesehen. Vielleicht wollte er auch nicht von Dritten beschrieben werden und hat alles, was er jemals von sich preisgeben wollte, in sein Werk einfließen lassen. Wenig ist das sicher nicht und vielleicht muss das dem ambitionierten Leser reichen. Hier geht es jedoch um das Buch von Volker Hage, und Tatsache ist, dass es für eine Biografie sehr dürr daherkommt und die Bezeichnung fast gar nicht verdient. Es ist offensichtlich, dass Updike bei den wenigen, geschäftsmäßig erscheinenden Begegnungen mit Volker Hage diesen höflich aber gehörig auf Abstand gehalten und kaum Privates preisgegeben hat. Auch zu seiner Familie und zum Freundeskreis scheint der Autor keinen Zugang gefunden zu haben, es gibt so gut wie keine Berichte über reflektierender Gespräche mit Menschen, die Updike nahestanden. Zudem lesen wir kaum Neues oder Vertiefendes, was man nicht auch aus zahlreichen Interviews mit Updike wissen könnte und keine Bilder, die nicht im Internet zu finden wären. Wir bekommen fast keine Ahnung, wie sich Updike als Ehemann, Vater, Großvater, Sohn oder Freund sah und wie diese Menschen ihn jenseits des Schriftstellers erlebten. Das alles wird kaum angerissen. Als Biografie kann ich dieses Buch demnach nicht empfehlen. Dennoch will ich kein komplett negatives Urteil fällen, weil ich diesen in einem angenehmen und routinierten Ton geschriebenen Exkurs zu Updikes Schaffen sehr interessant fand.

Helga Kurz
4.1.2013
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am 6. November 2008
In dieser erschreckend kurzen Biographie ,die schon fast mehr als Bibliographie mit Anekdoten daherkommt ist es Volker Hage nur bedingt gelungen John Updike adäquat darzustellen.
Oftmals hat er über Updikes Werke nicht viel mehr zu sagen als die Inhaltsangaben der zahlreichen Rowohlt Übersetzungen.
Und das ist bedauerlich,hatte ich mir von der ersten deutschen Updike
Biographie doch mehr erwartet.Auch das Leben des Autors kommt mir zu kurz und auch hier besticht Hage vor allem durch eins:kürze

Fazit:nicht immer ist weniger mehr!
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Volker Hage legt mit "John Updike. Eine Biographie" die erste deutsche Vita des großen Erzählers und gebildeten Essayisten vor.

"Wie reagiert ein weltberühmter amerikanischer Schriftsteller, wenn er im Flugzeug in der Reihe vor sich jemand sitzen sieht, der in einem seiner Bücher liest?" Man mag es kaum glauben, aber die Antwort auf obige Frage ist: Er freut sich "und lässt es sich nicht nehmen, dem Fremden ein Zeichen zu geben." So zumindest ist es Volker Hage passiert, einem der profiliertesten deutschen Literaturkritiker und einem Meister der Porträtkunst, der in vorliegendem Band John Updikes Weg aus ärmlichen Verhältnissen zum international gefeierten Schriftsteller, Kritiker und Essayisten zeichnet.

John Updike - dieser Name verknüpft sich vor allem mit seinen Romanen (Ehepaare, Landleben, Terrorist, Sucht mein Angesicht u. v. m.).
Mit Mitte Zwanzig hatte er beschlossen, jährlich ein Buch zu publizieren. Und dies ist ihm gelungen. Neben mehr als zwanzig Romanen hat er - für die meisten eher unbekannt - auch gut 200 Erzählungen veröffentlicht; hinzu kommen Kinderbücher, Gedicht- und Essaybände sowie ein Theaterstück. Und er publiziert immer noch.
Warum setzt er sich - mit mittlerweile 75 Jahren - nicht einfach zur Ruhe? "Angst vor Armut, ist allen Ernstes seine stehende Antwort."
Obwohl mittlerweile sehr wohlhabend, hat und kann er seine Wurzeln einfach nicht vergessen. Bis heute "hat er das Staunen darüber nicht verlernt, wie gut es ihm ergangen und mit seiner Karriere als Schriftsteller gelaufen ist, eine Erfolgsgeschichte, die er zum einen Teil auf Glück, zum anderen - zu Recht - auf seinen enormen Fleiß zurückführt."

Updike stammt aus bescheidenen Familienverhältnissen. Der Vater arbeitete auf unsicherer Basis als Lehrer, die Mutter war Verkäuferin. Mit einem Stipendium ging er 1950 an die Harvard Universität, mit dem Wunsch, ein Karikaturist zu werden. Doch irgendwann während der Studienjahre sei ihm klar geworden, "dass er tatsächlich eine Begabung zum Schreiben habe - und dass ich gescheiter war, als ich dachte."
Und diese Begabung ist in all seinen Werken zu spüren; Werke, die vor allem eines auszeichnet: Lebensnähe, Anschaulichkeit und "eine perfekte Ökonomie in der Dialog- und Handlungsführung." Er ist ein Meister der Zwischentöne, "ein souveräner Beherrscher der Alltagsrede."

Bewährter Beobachter amerikanischer Verhältnisse und Veränderungen sowie literarischer Fachmann in Sachen Ehebruch und Verführung

Dabei lässt er in seinen Büchern immer eine gewisse Radikalität spüren ("Ich bin bereit, so gut es geht, im Wohnzimmer eines Fremden gute Manieren zu zeigen, doch unser Leseleben ist viel zu kurz, als daß ein Schriftsteller höflich sein dürfte."). Besonders die Personen, die ihm besonders nahe und lieb sind, führt er umso gnadenloser vor. Dies nennt er dann seine schäbige Seite.
Das Motiv des Ehebruchs mitsamt seinen Schuldgefühlen war stets ein zentrales Thema in seinen Romanen. Das wohl bekannteste und erfolgreichste Beispiel ist der 1968 in den USA erschienene Roman "Couples" (ein Jahr später in Deutschland unter dem Titel "Ehepaare" veröffentlicht). Diesem Buch verdankt Updike seinen Durchbruch, seine Berühmtheit ("John Updike gehört zu den wenigen Menschen, die durch eheliche Seitensprünge zum Millionär geworden sind") - und seinen Ruf als "Meister in der detaillierten Darstellung erotischer Szenen".

Ein hilfreiches Kompendium durch John Updikes umfangreiches Schaffen

Chronologisch breitet Hage das Leben Updikes vor dem Leser aus. Ein Hauptaugenmerk richtet sich auf seine Werke.
Dabei bedient er sich vieler Zitate aus den Büchern des Schriftstellers sowie etlicher Interviewausschnitte, die er zwischen 1985 und 2006 mit Updike führte. Jede Menge Fotos und eine nützliche Zeittafel, interessante Zeugnisse von SchriftstellerkollegInnen sowie eine Auswahlbibliografie im Anhang ergänzen die schön gestaltete Hardcoverausgabe (mit Lesebändchen).

Aber gerade die dadurch gewonnene Fülle an Fakten und Kommentaren machen das Buch zeitweise schwer lesbar. Hages eigener Beitrag beschränkt sich auf manchen Seiten darauf, Updike-Zitate miteinander zu verbinden. So gewinnt der leidenschaftliche Updike-Leser zwar durchaus einen tiefgründigen Einblick in das Schaffen des "begnadeten Menschendarstellers der Gegenwartsliteratur", aber seine Vita bleibt relativ oberflächlich und enthält nur wenige diskret gehaltene Einzelheiten und selten tiefgründige Einblicke in seine christlichen Grundüberzeugungen und politischen Ansichten.
Positiv hervorzuheben ist der gute, kompakte Überblick über Updikes Werk.
Die wichtigsten Romane werden inhaltlich vorgestellt und solide in die künstlerische wie persönliche Entwicklung des Schriftstellers eingeordnet.
Alles in allem: Ein hilfreiches Kompendium durch John Updikes umfangreiches Schaffen.

"Schreiben ist eine Ausflucht, eine Möglichkeit, das eigene Leben zu variieren. Vieles von dem, was man sich ausdenkt, könnte eines Tages passieren." (John Updike)

Recht hat er!
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am 13. August 2014
In 140 Textseiten das Leben eines 77 Jahre alt gewordenen, extrem produktiven Schriftstellers darzustellen und gleichzeitig Inhaltsangaben über zumindest seine wichtigsten Werke (man werfe einen Blick auf das nicht ganz vollständige Werksverzeichnis bei Wikipedia) zu geben, das kann nicht optimal gelingen. Meines Erachtens gehört selbstverständlich zu einer Updike-Biografie auch die Kurzbeschreibung der den jeweiligen amerikanischen Zeitgeist und die Lebensumstände so gut einfangenden Rabbit-Tetralogie, daneben natürlich auch Hinweise auf andere Werke (z.B. Couples) und Erzählungen. Natürlich hat Updike sich auch nur selten über privates und die nächsten Menschen seiner Umgebung geäußert und allzu viel ist öffentlich nicht bekannt. Aber genau hier hätte ich mir mehr erhofft und erwartet. So bleibt Updike als Mensch viel zu blass. Fazit: Brauchbar als allererste Einführung, zum tieferen Verständnis ungeeignet.
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