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38 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ökonomie erstmals erklärt
Die beiden Autoren Heinsohn/Steiger (H/S) versuchen in ihrem Buch, die ihrer Meinung nach unbeantwortete Frage zu klären, wie die Wirtschaft funktioniert. Sie behaupten, die zentralen Elemente unserer Wirtschaft seien bisher nicht verstanden (Eigentum, Zins, Geld). H/S entwickeln ihre Theorie in Auseinandersetzung mit den wichtigsten bisherigen ökonomischen...
Am 24. April 1999 veröffentlicht

versus
10 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ein Rätsel ist nur diese maßlose Theorie
Zu Heinsohn/Steiger: Eigentum, Zins und Geld, Ungelöste Rätsel der Wirtschaftswissenschaft

Dieses Buch ist maßlos. Im prätendierten Anspruch seiner Verfasser: erstmals sei erklärt und theoretisch fundiert, wie "unsere Wirtschaft" wirklich funktioniert, womit Wirtschaftstheorie und -politik auf ein "neues Fundament" gestellt seien. Und...
Veröffentlicht am 13. August 2011 von Rubesco


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38 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ökonomie erstmals erklärt, 24. April 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Eigentum, Zins und Geld (Gebundene Ausgabe)
Die beiden Autoren Heinsohn/Steiger (H/S) versuchen in ihrem Buch, die ihrer Meinung nach unbeantwortete Frage zu klären, wie die Wirtschaft funktioniert. Sie behaupten, die zentralen Elemente unserer Wirtschaft seien bisher nicht verstanden (Eigentum, Zins, Geld). H/S entwickeln ihre Theorie in Auseinandersetzung mit den wichtigsten bisherigen ökonomischen Theorien (Klassik, Neoklassik, Keynes,monetärer Keynesianismus) und zeigen dabei deren Zirkelschlüsse und fehlerhaften Vorausssetzungen auf. Dann wird von H/S am Ende eines jeden Kapitels ihre Theorie dargelegt. Das Buch ist sozusagen eine Zusammenfassung und abschließende Darstellung der Theorie von H/S, die ihre Ideen in früheren Aufsätzen bereits veröffentlicht haben. Die Theorie ist meiner Meinung nach richtig, da sie erstens in sich logisch ist und zweitensan der Realität gemessen werden kann. Besonders spannend ist die ca. 40-seitige Einleitung. Dort werden die verschiedenen Quellen erläutert, die zu diesen Erkenntissen geführt haben. Schier unglaublich sind dabei auch die neuen Einsichten in andere Wissensgebiete (z.B. Biologie, Soziologie), die hier fast nebenbei erläutert werden. Diese Erkenntisse werden auch diese Wissensgebiete umwälzen können. Fazit: Wer dieses Buch nicht gelesen hat, sollte über Wirtschaft nicht reden.
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8 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hervorragende VWL- und Marx-Kritik, 25. Juli 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Eigentum, Zins und Geld (Gebundene Ausgabe)
Heinsohn und Steiger beanspruchen, mit „Eigentum, Zins und Geld" erstmals eine Theorie vorzulegen, die erklärt, wie Wirtschaften wirklich funktioniert. Daß die gängigen, an den Hochschulen gelehrten volkswirtschaftlichen Theorien der Wirtschaft mit der Wirklichkeit wenig zu tun haben, halte ich für richtig; und auch die marxsche Ökonomie wurde vom Scheitern des Sozialismus praktisch dementiert.
Daß Heinsohn/Steiger jedoch ein sauber ausgearbeitetes Gegenmodell vorlegen würden, kann man nicht behaupten. Über weite Strecken sprunghafte Gedankenführung kennzeichnet das Buch, zentrale Begriffe werden nicht wirklich sauber definiert.
Die Stärken des Buches liegen darin, daß Heinsohn/Steiger nicht versuchen, eine für alle Zeiten und Gesellschaftsformen gültige Theorie zu entwerfen, sondern drei Gesellschaftsformen unterscheiden: auf verwandtschaftlicher Solidarität basierende Stammesgesellschaften, auf Autorität und Herrschaft basierende Befehlsgesellschaften (feudale Abgabenwirtschaften - hier ordnen H/S auch den Sozialismus ein) und auf Eigentum und Vertragsfreiheit beruhende Geldwirtschaften. Einen solchen kulturvergleichenden Ansatz halte ich für eine sinnvolle Wirtschaftstheorie für unverzichtbar.
Stark ist auch ihre Behandlung des Phänomens Eigentum: ihre schon von einigen Rechtshistorikern angedachte Anwendung der Unterscheidung von Eigentum und Besitz auf die Wirtschaftsgeschichte ermöglicht die Auflösung der üblichen Konfusion darüber, ob es Eigentum denn nun schon immer gegeben hat oder nicht. Antwort: Privatbesitz (private Nutzungs- und Verfügungsrechte) gab es schon immer, Eigentum, das immer mit Vermögenshaftung verbunden ist, gab es nur da und dann, wo es eine zivile Rechtsverfassung gab, die Gläubigern das Recht zur Zwangsvollstreckung einräumte.
Hinsichtlich des Geldes lassen sich die Autoren als Banking-Theoretiker einordnen, für die „Geld" immer eine Forderung/Verbindlichkeit darstellt. Viele Ökonomen wehren sich mit Händen und Füßen gegen einen solchen Ansatz - ohne überzeugende Argumente. Allerdings entwerfen H/S auf der Basis ihres aus mikroökonomischer Sicht überzeugenden Geldbegriffs kein überzeugendes Modell gesamtwirtschaftlicher Prozesse, was Mainstream-Ökonomen zu recht monieren.
Wer also wirklich herausfinden will, wie Wirtschaft funktioniert und schon begriffen hat, daß die gängigen Theorien dabei kaum weiterhelfen bzw. in Sackgassen führen, wird hier eine Fülle origineller Gedanken, Anregungen, wichtiger Beobachtungen und sinnvoller begrifflicher Unterscheidungen finden. Viele der hier vorgetragenen Gedanken werden in einem schlüssigen Erklärungsmodell der Wirtschaft, das diesen Namen wirklich verdient, ihren Platz finden.
Ihrem Anspruch, ein solches sauber ausgearbeitetes Modell mit diesem Buch schon vorzulegen, werden Heinsohn/Steiger aber nicht gerecht.
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10 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ein Rätsel ist nur diese maßlose Theorie, 13. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Eigentum, Zins und Geld (Gebundene Ausgabe)
Zu Heinsohn/Steiger: Eigentum, Zins und Geld, Ungelöste Rätsel der Wirtschaftswissenschaft

Dieses Buch ist maßlos. Im prätendierten Anspruch seiner Verfasser: erstmals sei erklärt und theoretisch fundiert, wie "unsere Wirtschaft" wirklich funktioniert, womit Wirtschaftstheorie und -politik auf ein "neues Fundament" gestellt seien. Und in seinem merkwürdig mit dem Anspruch kontrastierenden, enttäuschend dürftigen theoretischen Inhalt. Zweiteres könnte dazu verleiten, die Sache einfach auf sich beruhen zu lassen. Doch dieses Buch hat eine Gemeinde gefunden und die in ihm vertretene Theorie ist praktisch geworden. Und so ist es wie bei (fast) aller Ökonomie: diese Theorie richtet großen Schaden an, zuerst in den Köpfen und dann als Wirtschafts- und Sozialpolitik. Noch herrscht hier das neoliberale Zerstörungswerk (Deregulierung) vor, aber Heinsohn/Steiger wollen dem ja Konkurrenz machen und die Zwingherrschaft des Eigentums ihrer Prägung errichten. Eine dringend vor Gebrauch warnende Bedienungsanleitung für die in diesem Buch mit PR-Posaunen kaschierte Mogelei ist deshalb geboten.

Den Theorien, die Heinsohn/Steiger in diesem Buch vertreten und die sich unter dem Label "Eigentumsökonomik" zusammenfassen liegt der - hieraus ziehen Heinsohn/Steiger ihre ganze Glorie - Irr-Sinn zugrunde, die Geld-Vergesellschaftung, das "Funktionieren einer Geldwirtschaft", aus einem aus ihrem "Kontext" herausgerissenen Akt, der Kreditvergabe unter Eigentümern, linear-kausal erklären zu wollen. In der Denkbewegung selbst, die Heinsohn/Steiger zur Erfüllung dieses Programms vollziehen, wird jedoch deutlich, dass dies scheitern m u ß, weil ihr "Gegenstand" nicht in dieser Form gedacht werden kann, um zu seinem klaren Verständnis zu gelangen. Heinsohn/Steiger denken buchstäblich im Kreis, setzten immer wieder das, was sie abzuleiten vorgeben, je schon und stets voraus. Denn all das, was sie von außerhalb, mit dem Blick der selbstherrlichen Sozialingenieure auf die Gesellschaft als "Gegenstand", denken wollen, ist nur verständlich innerhalb des gesellschaftlichen Horizonts, diesen denkend durchschreitend. Heinsohn/Steiger teilen die perspektivische Sicht sämtlicher bisheriger Ökonomie auf ihren "Gegenstand" - und verfehlen ihn daher grandios (*).

Der Defekt dieser Theorie liegt bereits in der metaphysischen Grundannahme. Das Eigentum, wie Heinsohn/Steiger es denken, hat isoliert die phantastische Eigenschaft ("die Potenz"), "an sich" eine (vorerst) "immaterielle" Prämie zu tragen, die sich dann über Ver- bzw. Beleihungen dieses Eigentums wie eine "Seele" oder ein "Geist" im Zins "materialisieren", also wie aus bestimmten Religionen bekannte "Potenzen". offenbaren soll und worüber, weitere Transsubstantiationswunder eines nach dem anderen, dann demiurgisch die ganze kapitalistische Welt bzw. "Eigentumsökonomie" emergiert. So denken Heinsohn/Steiger, o h n e "methodologisch" zu wissen, was sie da wie denken; die substanzmetaphysisch-mirakulöse Art erklärt u.a. ihre starke Beliebtheit bei esoterischen Zirkeln (wozu neuzeitlich auch Managementakademien gehören). Das Eigentum ist jedoch kein "an sich", mit irgendwelcher "Potenz" ausgestattet (wie ein mit Marmelade gefüllter Pfannkuchen), sondern vielmehr ein prosaisches, fürchterlich banales Rechtsverhältnis, eine unter die Rechtsform subsumierte und rechtsförmig handelnd-reproduzierte soziale Relation. Durch die Abstraktion "Eigentum" wird ein Vermögen auf eine rechts- und geschäftsfähige (natürliche oder juristische) Person ausschließend eingegrenzt definiert. Die Person kann über die dem Eigentum zugrundeliegende Sache (ein Haus, ein Grundstück, Rechte...) frei nach ihren Zwecken verfügen und disponieren, so die Person mit dieser freien Verfügung und Disposition die übergeordnete Rechtsordnung und/oder Rechte anderer nicht beeinträchtigt. Eines Eigentum ist immer auch das Nicht-Eigentum aller anderen. Das Eigentum kann an andere Eigentümer kreditiert werden, es kann dem Eigentümer selbst für Beleihungen als Pfand fungieren. Dabei ist "basal" auf die als Eigentum ausschließend eingegrenzten Sachen selbst (z.B. Hypothekendarlehen, Heinsohn/Steigers wirtschaftspolitische Favorits), in höherer Ordnung auf die aus den Sachen erzielten Erträge (z.B. Annuitäten aus Hypotheken, ohne Rückgriffsmöglichkeit auf die "basale" Sicherheit) abgestellt (diese "abgeleiteten" Kredite kommen bei Heinsohn/Steiger jedoch nicht vor). Bei "basalen" Kreditgeschäften dient das Eigentum von seiten des Debitors zur Stellung von Vermögenssicherheiten, auf die von seiten des Kreditors zur Schuldentilgung im worst case des Ausfalls zwangsweise zurückgegriffen wird (in der Spekulation, verwertend etwas "flüssig" machen zu können). Denn bei jedem Kredit besteht, mit unterschiedlichem "Erwartungswert" des Eintritts, das Risiko, dass tatsächlich "money is to say goodbye". Bestenfalls ist die "Eigentumsprämie" also eine krude Vorstellung der in der alltäglichen Geschäftskreditpraxis bekannten "Risikoprämie", die den erhobenen Kreditzins wg. "mangelnder" oder "nicht ausreichender Sicherheiten" e r h ö h t. Zum Grund des Phänomens Zins selbst trägt diese spirituelle "Prämie" somit erklärend nichts bei, denn sie ist ein "on Top" (eine "Prämie" ist eben schon eine Zinsform). Und hier "materialisiert" sich auch nichts. Es sind einzig bestimmte Ansprüche und berechnende Erwartungen , die vermögende Geldsubjekte als Kreditgeber mit dem Nachdruck des Eigentumsrechts gegen ihre Kreditnehmer geltend machen (**).Die "Parametrisierungen" ihrer Berechnungen nehmen sie nicht robinsonesk "aus sich selbst", sondern aus dem "Horizont" einer reihum "renditestrukturierten wirtschaftlichen Welt". Es war nur für Heinsohn/Steiger eine Überraschung, daß ein durch-und-durch Finanzjongleur wie Keynes seine "Liquiditätsprämie" - vergleichend auf dem Hintergrund festverzinslicher Papiere definierte (also gerade nicht daraus, daß dem "Geld an sich" eine Prämie zukomme). Dem Finanzjongleur ist alles, was rentiert, Anlagemöglichkeit, und was nicht zu rentierlicher Anlage taugt - ist nicht.

Ebensowenig, wie aus ihrer metaphysischen Prämie der Zins erklärt werden kann, gelingt es Heinsohn/Steiger, im Kredit bzw. aus Belastung von Eigentum d a s Geld zu erklären. Manche Kreditgeschäfte sind mit eigentumsbasierter "Kreditgeldschöpfung" verbunden, manche aber auch nicht. Daß eigentumsbasierter Kredit allein "wirkliches" oder "eigentliches" Geld sei bzw. generiere ist reine Definition ohne jegliche Begründung und blamiert sich an der künstlichen Distinktion zum "un-eigentlichen" Geld, dem "Rechengeld" (um was sonst als ein Mehr genau dieser "Recheneinheit" geht es beim Kreditieren ?). Zu diesem "Rechengeld" stellt sich nämlich sogleich die Frage des Woher und Wieso, also nach der "Geltung des Geldes". D a s ist jene Frage, die zu stellen ist, will man "wirklich" etwas "vom Gelde" als jener abstrakten qualitätslosen Einheit verstehen, in der und unter die die handelnden Geldsubjekte subsumiert in ihrem rechnenden Denken ihre Vergesellschaftung konstituieren und reproduzieren. Denn das genau, und nicht bestenfalls eine Geldform wie bei Heinsohn/Steiger, ist ja das "Geldrätsel". Hierüber "rätselt" die ernst zu nehmende Ökonomie seit Aristoteles (der bei Heinsohn/Steiger, die angeblich die wirtschaftliche Antike verstanden hätten, für ein paar banale Bemerkungen gut ist, geldanalytisch, anders als z.B. bei Marx, aber völlig blinder Fleck bleibt). Genau d a s wiederum passt aber grundsätzlich nicht in das verbohrte Heinsohn/Steigersche Welterschaffungsprogramm bzw. würde seinen intendierten Kausalnexus völlig implodieren lassen.***) Also wird die Frage von Heinsohn/Steiger schlicht ausgeblendet, auch um den Preis, dass sie ganz offenbar nicht in der Lage sind, irgendetwas Verständiges zu diesem "Rechnen in Geld", zu seiner Struktur, seinem Grund und insb., wie dies mit ihrem Dogma der eigentumsunterlegten Geldentstehung denn zusammenpassen soll, aussagen zu können außer ein präzises Max Webersches: "irgendwie". Das ist sicherlich bemerkenswert und sagt einiges über die Brüchigkeit des "neuen Fundaments", das Heinsohn/Steiger Wirtschaftstheorie und -politik "solide tragfähig" gelegt haben wollen. Denn immerhin handelt es sich dabei ja um die sine qua non G r u n d l a g e, damit überhaupt - sogar bereits in der Antike, wie Heinsohn/Steiger theoretisch völlig derangiert behaupten - soetwas wie die Fishersche Zinsformel aus dem Jahre 1930 (!) angewendet und Preise, Kreditbeträge, Vermögenswerte, die eigentumsbasierte Geldschöpfung etc. berechnet werden können, also auch Heinsohn/Steigersche Transaktionen zwischen Eigentümern d e n k m ö g l i c h sind. Aber dieser heillose Zirkel hat die Autoren schon vor 30 Jahren nicht von ihrer unsinnigen Erklärungsintention abbringen können. Sie reden einfach nur unendlich darüber hinweg und sind bis zum theoretischen Autismus kritikimmun. So wird Sektenfusel gebraut.

Schließlich: die Heinsohn/Steigerschen Definitionskünste um Besitz und Eigentum, mit denen sie meinen Fundamentales herausgefunden zu haben, sind ohne großen Erkenntniswert. So sie ein Urteil begründen sollen fällt an ihnen nur auf, dass sie eine Aneinanderreihung von dogmatischen Behauptungen sind und die daraus gezogenen Schlüsse" dementsprechend allesamt Tautologien (WENN der reale Sozialismus keine Heinsohn/Steigersche "Eigentumsökonomie" war, DANN fehlte ihm alles zu einer Heinsohn/Steigerschen "Eigentumsökonomie" usw. usf. In der Tat: WENN - DANN) Sollen damit gar ganze Gesellschaftsformationen in ihrer Besonderheit erklärt werden, sind dererlei dünne "Begriffsbildungen" nur beschämend einfältig, theoretisches Kleingeld für Weltformelsüchtige. Die Antike war kein moderner Kapitalismus auf halbem Weg, der reale Sozialismus kein mittelalterlicher Feudalismus und "unsere Wirtschaft" ist keine "Eigentumsökonomie", sondern das Eigentum ist nur eines mehrerer bedingt-bedingender, nicht je als schimärisches "Ding an sich" denkbarer ("tranzendental-immanent" wirkend u. dergl. schauderhafter Unfug) Momente einer über Geld bewirkten Vergesellschaftung, die Marx bürgerliche Gesellschaft, Sombart Kapitalismus nannte.

(*) Es war u.a. Sohn-Rethel in seiner Dissertation über Schumpeter, dem hierzu mit der Kritik der "Übertragungsmethode" Einiges Richtiges auffiel. Sohn-Rethel war aber in Bremen lediglich ritueller Gegenstand von devoten Feiern, nicht studierendem Nachdenken.

(**) Daß eine sehr unterschiedliche Eigentumsverteilung (abstrakte Vermögensverfügung) zu sehr unterschiedlicher "Partizipation" an den "Prämienwohltaten" des Eigentums führt und eine spezielle Sorte Eigentümer, die nur sich als Eigentum - "Human Capital" - betrachten und als Ware Arbeitsvermögen verkaufen dürfen, für die in der "Eigentumsökonomie" maßgebenden Eigentümer erpressbar oder vollständig von diesen abhängig sind gehört untrennbar mit zu "unserer Wirtschaft". Dies finden Heinsohn/Steiger in ihrer Begeisterung fürs Eigentum und seine Prämie aber ohnehin eher lässlich und haben das altbekannte Loblied auf unternehmerischen Wagemut "eigentumsökonomisch" verklärt. Ein paar an baufälliges Wohneigentum kreditversklavende Elendsverwaltungsmaßnahmen ist das höchst Originelle, was ihr "neues wirtschaftsplotisches Fundament" dazu erbringt, der Sache nach also nichts anderes als die us-amerikanischen sub-primes.

***) Sowenig die Sprache aus einer sprach-losen Situation "entstehen" (= abgeleitet) werden kann, sowenig auch das Geld aus einer geld-losen. Diese Verwandtschaft von Sprache und Geld hat alle gute Philosophie geahnt - wogegen es in der Ökonomie dagegen ziemlich gedankenfinster aussieht. Und bei Heinsohn/Steiger ist nicht einmal ein Lichtlein der Ahnung zu erkennen. Entgegen (insb. von ihnen verbreiteten) hartnäckigen Gerüchten: sie sind deshalb nicht einmal in der Lage, das "Tauschparagiggma" der Neoklassik ernsthaft zu kritisieren. Deren Denkform und damit Denkbewegung teilen sie nämlich. Ihre wesentlich aus Velikovskys naturkatastrophischen Phantasien genährten sozialhistorischen Bemäntelungen dieses Humbugs können nur begeisterte, aber unwissende Dilettanten beeindrucken.
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Eigentum, Zins und Geld
Eigentum, Zins und Geld von Otto Steiger (Gebundene Ausgabe - 1996)
Gebraucht & neu ab: EUR 29,47
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