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20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geschichten aus dem Leben eines Schriftstellers.
Jonathan Franzen hat die wunderbare Gabe, in seinen Romanen und Schriften Herz und Verstand sprechen zu lassen!
So auch in seinem neuen Buch mit Essays, in denen er über menschliche Beziehungen, Selbsterkenntnis und Weisheit zu uns spricht.

Der erste Essay beginnt mit einer Rede vor Absolventen des Kenyon College im Mai 2011 mit Anregungen, das Leben...
Vor 23 Monaten von cl.borries veröffentlicht

versus
11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Auch nur ein Mensch...
Zunächst möchte ich vorausschicken, dass ich Jonathan Franzen für einen der brillantesten Romancier unserer Zeit halte. Seine Roman sind Meisterwerke, seine Formulierungen bestechen.

"Weiter weg" liest sich flüssig, oft geht es direkt oder indirekt um Literatur. Lesenswert und mir aus dem Herzen gesprochen fand ich vor allem "I just called...
Vor 21 Monaten von SisterDew veröffentlicht


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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Auch nur ein Mensch..., 27. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Weiter weg (Gebundene Ausgabe)
Zunächst möchte ich vorausschicken, dass ich Jonathan Franzen für einen der brillantesten Romancier unserer Zeit halte. Seine Roman sind Meisterwerke, seine Formulierungen bestechen.

"Weiter weg" liest sich flüssig, oft geht es direkt oder indirekt um Literatur. Lesenswert und mir aus dem Herzen gesprochen fand ich vor allem "I just called to say I love you", ein virtuoses Essay über die Tyrannei des Mobilfunks, das gelungen den Bogen über 9/11 spannt und in der bewegenden Trauer über den Verlust der Eltern endet. (Schon allein wegen dieser paar Seiten hat sich der Kauf des Buchs für mich gelohnt!)
Und dennoch haben mir etliche Aufsätze des Buchs nicht gefallen, - nicht, weil sie nicht gut geschrieben wären, sondern weil sie den Autoren in einem unvorteilhaften, bigotten Licht abbilden, das meinen Eindruck von dem Menschen hinter den Zeilen bislang widersprach. Nach Lektüre einiger Essays wirkte Jonathan Franzen auf mich wie ein Narziss und gutmütiger Blender. Gesegnet mit einem außergewöhnlichen Intellekt, fehlt ihm offensichtlich doch eine gewisse Selbstreflektion. Natürlich findet man in „Weiter weg“ jede Menge interessanter Gedanken, doch oft genug gelingt Franzen die Verknüpfung grundverschiedener Motiv nur holprig. Ich denke hier vor allem an den Titel-Text, in dem er seine Expedition auf eine unwirtliche Vulkaninsel mit der literarischen Aufarbeitung von Defoes Robinson Crusoe und der Trauer um seinen verstorbenen Freund David Foster Wallace zu verbinden versucht.

Richtig unangenehm fallen jedoch die Passagen auf, die den Autoren recht (selbst)unkritisch geradezu beiläufig „herauszurutschen“ scheinen. In dem Essay „Der leergefegte Himmel“ empört sich der Vogelkundler Jonathan Franzen zu Recht über die illegale Jagd auf Zugvögel verschiedener Mittelmeerstaaten. Er hat Malta, Zypern und Italien bereist und begegnete Naturfreunden, die sich gegen die grausamen Praktiken der Traditionalisten mutig entgegenstellen. Bei einer dieser Wanderungen kam es zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung mit Wilderern, die die Vogelschützer brutal verprügelten. Jonathan Franzen schlug sich dabei in die Büsche und beobachtete aus sicherer Distanz, wie mehrere Wildhüter verletzt wurden. Ich werfe dem Autoren nun nicht vor, Angst um seine Gesundheit gehabt und seinen Begleitern nicht geholfen zu haben. Nicht jeder ist zum Helden geboren, doch er beschreibt seine feige Flucht so selbstgefällig und unreflektiert, wie man es eigentlich von einem Intellektuellen nicht erwarten dürfte. Anschließend bedauert er zwar die Opfer, nicht aber seine fehlende Zivilcourage. Kein Wort verliert er über dieses Versagen, das seinen moralischen Ansprüchen nicht genügen kann, als sei jede andere Reaktion abwegig gewesen. Der Vogelfreund entrüstet sich statt dessen über das europäische Unvermögen, das millionenfache Abschlachten von Singvögeln zu verhindern (mit einem zornigen und - wie ich meine - deplazierten Seitenhieb, dass Europa, dieser vermeintliche Umwelt-Besserwisser, die USA und China bezüglich Kohlendioxid-Emissionen belehren würde), schließt den Artikel jedoch mit dem ungeheuerlichen Geständnis, selbst an einem Ambelopoulia (dem traditionellen, zypriotischen Gericht aus gebratenen Zugvögeln) teilgenommmen und - mehr oder weniger widerwillig - Mönchsgrasmücken und Drosselrohrsänger verspeist zu haben.

Dass Jonathan Franzen nur bedingt als Umweltaktivist taugt, zeigt auch ein weiteres Essay dieses Buches, in dem er beschreibt, wie er kurzentschlossen nach China jettet, um Mißständen nachzugehen, die bereits wesentlich professioneller durch versierte NGOs recherchiert wurden. Diese Reisen nach Europa und Asien wirken eher wie die eines gelangweilten Gutmenschen. Der Autor vergeudete dabei viel Geld, Zeit und Kohlendioxid, kratzt oft nur an der Oberfläche des Problems, läßt sich von den Verantwortlichen um den Finger wickeln und leider fehlt ihm sogar die nötige Courage, all zu offensichtliche Bestechungsgeschenke abzulehnen.

In einem anderen Essay versucht er abstrakt den autobiographischen Einfluss eines Autors auf jedes neue Buch zu erklären, beteuert jedoch, dass in seinen Romanen kaum Autobiographisches zu finden sei. In „Die Korrekturen“ übernimmt eine Romanfigur allerdings ein gutartige Schrulle seines älteren Bruders. Lange hat er mit sich gerungen, ob er diese private Familienangelegenheit in seinem Buch verwenden darf. Meines Erạchtens sind solche Bedenken auch durchaus berechtigt, denn Freunde des Bruders, die diese Eigenart wiedererkennen, werden womöglich auch andere Besonderheiten der Romanfigur bei dem Bruder vermuten und suchen. Doch nicht ein klärendes Gespräch mit dem Bruder (das wohl erst nach Beendigung des Manuskripts stattgefunden hat) bewog Franzen zur Verwendung, sondern die Maßregelung einer angeblich klugen Freundin: „Glaubst du, das Leben deines Bruders dreht sich um dich? Glaubst du nicht, dass er ein erwachsenes Leben führt, voll von Themen, die wichtiger sind als du? Glaubst du, deine Macht ist so groß, dass etwas, was du in einem Roman schreibst, ihm schaden kann?“ Sie unterstellt ihm Narzissmus, stempelt aber gleichzeitig einen Freifahrtschein für seine Selbstverliebtheit ab. Möglicherweise hatte diese kluge Freundin damals seine schriftstellerische Genialität und die Bedeutung seines Romans nur noch nicht erkannt, denn spätestens mit dem großen Erfolg von "Die Korrekturen" besitzt der Autor fraglos Einfluß auf seine Familie und Umwelt. Und selbstverständlich weiß das auch der Narziss Franzen, wenn er heute mit seiner Unwichtigkeit kokettiert und sein literarisches Gewicht herunterspielt, - auch wenn er schließlich sinngemäß ergänzt, dass ein Schriftsteller halt tut, was ein Schriftsteller tun muss, um sich selbst treu zu bleiben, auch wenn er den Preis unter Umständen später im Privaten teuer zu bezahlen habe. Wie so oft in "Weiter weg" muss Liebe für diese Eitelkeit herhalten, denn solange er Persönliches mit Liebe ausdrückt, könne er gar keine Grenze überschreiten oder Gefühle verletzen.

Es ist nicht eine mangelnde Qualität der Texte, die mich zu dieser Rezension bewegt, sondern der neue Eindruck, den ich aus diesem Buch vom Autoren gewinne und der mir nicht so recht gefallen mag. Letztendlich machen diese unfreiwilligen, verräterischen Widersprüche aber einen privilegierten Intellektuellen einfach nur menschlich. Jedem Franzen-Roman (inklusive "Die Unruhezone") gäbe ich ohne zu zögern die Bestnote, - und diesen Essay-Band mit weniger als drei Sternen zu bewerten wäre unredlich, würde es doch dadurch auf das bedauerliche Niveau eines frühen Simon Beckett (z.B. „Tiere“) herabgezerrt, was „Weiter weg“ nun wirklich nicht verdient hätte.
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20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geschichten aus dem Leben eines Schriftstellers., 1. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Weiter weg (Gebundene Ausgabe)
Jonathan Franzen hat die wunderbare Gabe, in seinen Romanen und Schriften Herz und Verstand sprechen zu lassen!
So auch in seinem neuen Buch mit Essays, in denen er über menschliche Beziehungen, Selbsterkenntnis und Weisheit zu uns spricht.

Der erste Essay beginnt mit einer Rede vor Absolventen des Kenyon College im Mai 2011 mit Anregungen, das Leben aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten. Eine ähnliche Rede vor Absolventen des Colleges hat sein enger verstorbener Freund David Foster Wallace im Jahr 2005 unter dem Titel "Das hier ist Wasser" gehalten.

Franzens Essays handeln von der Liebe zu Eltern, Geschwistern, Freunden und zwischen Paaren. Er berichtet u.a.darüber, wie die neuen Techniken und seine Liebe zur Einsamkeit und Natur bei ihm ein heilloses Durcheinander ausgelöst haben. Geräte zur virtuellen Nutzung machen nach seiner Meinung süchtig und lassen das emotionale Wachstum veröden, ohne dass er sie deshalb ganz verteufeln würde. Selbstliebe und Selbsterkenntnis sind die eine Seite, die auf Technik beruhende Fremdheit und der Verlust des Ichs die andere.

Seine Worte und sein Fazit über Toleranz gegenüber den Mitmenschen zum Ende des ersten Artikels wirken tröstlich, einsichtig und human zugleich.

In einem weiteren Essay weiß er über Einsamkeit und Selbstfindung in der abgelegenen Natur zu berichten. Er nimmt harte äußere Bedingungen in Kauf, um nach Monaten, die er auf Lesereisen verbracht hat, eine Auszeit zu nehmen. Dabei erfreut ihn die Beobachtung der Vögel, die seiner ausgedehnten Liebe zu dem fliegenden Getier geschuldet ist. Das Leben von Robinson Crusoe, das er zur Lektüre dabei hat, veranlasst ihn, sein eigenes Leben im Kontext von Natur und Zivilisation zu überdenken.

In den weiteren Artikeln geht es um Freunde, Bücher, Naturschutz und zahlreiche andere Themen, die ihn immer wieder beschäftigen.
Mit wachem Geist und aufmerksamen Blicken durchleuchtet er sein eigenes Verhalten und das der anderen. Sicher kommt ihm dabei sein Wissen um die Kritische Theorie von Max Horkheimer und T.W. Adorno zugute.

Die Aufzeichnungen Jonathan Franzens erinnern an Selbstgespräche oder Dialoge, und man liest sie mit höchstem Interesse und persönlichem Gewinn. Sie sind witzig, geistreich, selbstkritisch, sarkastisch und auf jeden Fall immer wieder mitreißend. Es geht um die Natur, das Leben als Schriftsteller, die Einschätzung bestimmter Literaturgattungen, Freunde und um Beziehungen zwischen Menschen. Man versteht durch seine Schriften, was "Leben" heißt.

Was Jonathan Franzen von zahlreichen Schriftstellern zu erzählen weiß, den geschätzten und weniger geschätzten, macht zuweilen Schmunzeln und zeigt eine umfassende Kenntnis seiner literarischen Vorlieben. Franzens Bildung gekoppelt an seine Redegewandtheit machen die Aufsätze zu einer anregenden, nachdenkenswertes und für mich auch vergnüglichen Lektüre mit Wiedererkennungswert.

Eine Reihe von Übersetzern, deren Namen hier nicht alle aufgezählt werden können, haben an dem Buch mitgewirkt.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lesevergnügen auf höchstem Niveau..., 5. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Weiter weg (Kindle Edition)
... wie immer bei Jonathan Franzen. Noch mehr als seine Romane faszinierten mich seine Essays - begonnen hat alles mit den wunderbaren Essays aus "Anleitung zum Alleinsein". Egal, ob es um seinen Freund David Foster Wallace, den alles überwuchernden Handy-Wahnsinn, die Ausrottung von Singvögeln usw. geht, jede einzelne Geschichte fesselt bis zum letzten Wort und klingt lange nach. Unbedingt lesen!!!
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0 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Weiter weg, 9. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Weiter weg (Kindle Edition)
Vögel, Vögel und nochmal Vögel. Nicht auszuhalten. Bin von Jonathan Franzen besseres gewöhnt. Leider war ich zu langsam um dieses Buch wieder zurück zu geben.
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0 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Weiter weg, 11. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Weiter weg (Kindle Edition)
Weiter weg : Jonathan Franzen fand ich nur enttäuschend,Geld hinausgeschmissen. Habe mich sehr auf ein neues Buch von Franzen gefreut! Kann es nicht weiter empfehlen
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Weiter weg von Jonathan Franzen (Gebundene Ausgabe - 18. Januar 2013)
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