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35 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen VERSTÖREND UND GENIAL
Durch Zufall habe ich den Film "Virgin Suicides" gesehen. Dieser ließ mich verstört und nachdenklich vor dem Fernseher zurück.
Und als im Abspann das Buch erwähnt wurde machte ich mich sofort auf, mir dieses zu besorgen, da ich mir mehr Antworten erhoffte...

Daraus wurde nichts. Das Buch verstört den Leser nämlich mindestens...

Veröffentlicht am 18. Februar 2006 von Daniela N.

versus
10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen surreal
Fünf 13 bis 17 Jahre alte Schwestern leben mit ihren bürgerlichen Eltern in einem kleinen Eigenheim in einer typischen amerikanischen Vorstadt. Die Mädchen üben eine besondere Faszination auf die Jungs in der Nachbarschaft aus, die natürlich die Mädchen genau beobachten und versuchen Verabredungen zu Stande zu bringen. Die Eltern der...
Vor 19 Monaten von Ben veröffentlicht


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35 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen VERSTÖREND UND GENIAL, 18. Februar 2006
Rezension bezieht sich auf: Die Selbstmord-Schwestern (Gebundene Ausgabe)
Durch Zufall habe ich den Film "Virgin Suicides" gesehen. Dieser ließ mich verstört und nachdenklich vor dem Fernseher zurück.
Und als im Abspann das Buch erwähnt wurde machte ich mich sofort auf, mir dieses zu besorgen, da ich mir mehr Antworten erhoffte...

Daraus wurde nichts. Das Buch verstört den Leser nämlich mindestens genauso:
Was geschah hinter den verschlossenen Türen und Fensterläden des Lisbon Hauses?
Was trieb sie letztendlich in den Tod und wie ist die Machtlosigkeit/Gleichgültigkeit der Eltern zu erklären?
Und immer mehr und mehr Fragen steigen aus den Abgründen dieses Buches hervor.

Aber letztendlich geht es nur um fünf Mädchen, deren Faszination auch nach ihrem Tod, vor allem für die beobachtenden Jungen der Nachbarschaft, ungebrochen bleibt.

Ich fand das Buch an keiner Stelle langatmig. Es hat eine sehr stimmige Erzählweise, welche den Leser tief in die Geschichte bringt, jedoch nie weit genug ins Lisbon Haus um mehr als nur ein hilfloser Beobachter zu sein.
Auch das "Ende", welches ja schon am Beginn preisgegeben wird, spornte mich nur noch mehr an, in diesem Buch dem Schicksal der Mädchen auf den Grund zu gehen und mit den Nachbarsjungen Stück für Stück die Vorkommnisse noch einmal zu durchleben.

"DIE LEERE EINES GESCHÖPFS, DAS EINE RASIERKLINGE AN SEIN HANDGELENK LEGTE UND SICH DIE ADERN ÖFFNETE,
DIE LEERE UND DIE INNERE STILLE, DAS KONNTEN WIR UNS NICHT VORSTELLEN."
(J.Eugenides - Die Selbstmord Schwestern)

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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Poetisch, fesselnd und verstörend, 7. Mai 2008
Von 
A. Wolf (Wiesbaden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Selbstmord-Schwestern (Taschenbuch)
Gerade mal zwei Romane sind es, die Jeffrey Eugenides (Jahrgang 1960) bislang veröffentlicht hat, gleichwohl zählt er bereits zu einer bedeutenden Größe der Gegenwartsliteratur. Durch seinen enorm erfolgreichen Roman "Middlesex" mit dem Pulitzer-Preis geehrt, darf der Amerikaner trotzdem voller Stolz auf seinen 1993 erschienen Erstlingsroman The Virgin Suicides" (dt. "die Selbstmord-Schwestern") blicken.

Die Geschichte handelt von den Lisbon-Mädchen, Cecilia, Bonnie, Mary, Therese und Lux. Die zwischen 13 und 17 Jahre alten Schwestern leben in den 1970er Jahren im amerikanischen Kleinstadtmilieu. Doch von Aufbruchstimmung und Revolution ist in dem Detroiter Vorort nichts zu spüren, vielmehr herrscht eine Atmosphäre der Restriktion, Isolation und der Degeneration vor. Das ganze Elend beginnt ein mit Cecilia, der jüngsten der Schwestern, die sich die Pulsader aufschneidet, den Suizidversuch zunächst zwar überlebt, sich aber schließlich - aufgespießt am Hauszaun - in den Tod stürzt. Für die übrigen Mädchen beginnt eine Zeit der Überwachung und Isolation durch die Eltern, die nur ein einziges Mal noch durchbrochen wird, als sie ihren Töchtern die Teilnahme am Schulball gestatten. Alle kehren sie brav zurück nach Hause, nur Lux, die sich der ständigen Kontrolle und Überwachung mit einem sexuellen Kontakt zur Wehr gesetzt hatte, bricht das Gebot. Die Mädchen werden eingeschlossen und vegetieren von nun an bis zur finalen Katastrophe vor sich hin. Eine Ungezieferplage, der Streik der Totengräber, das sinnlos erscheinende Fällen der Ulmen - Eugenides verstärkt dieses Hinvegetieren und Verrotten mit einer wahren Endzeitkulisse, die er um das Haus der Lisbon-Mädchen aufgebaut hat.

Erzähler der Geschichte ist keine Person, sondern erneut ein Kollektiv, bestehend aus mehreren männlichen Nachbarn bzw. Mitschülern der Lisbon-Mädchen. Regelrecht manisch haben sie Fakten um die Mädchen herum gehortet, Fotographien, Tagebücher, Unterwäsche und dergleichen, doch selbst nach zahllosen Gesprächen mit anderen Beteiligten ergibt sich ihnen kein schlüssiges Bild. Auch nach etlichen Jahren müssen sie erkennen, dass das Puzzle für immer unvollendet bleiben wird. Durchsichtig wird hingegen ein Bild der herrschenden Moderne; die Medialisierung der Todesfälle zählt ebenso dazu wie der zynische und bisweilen egozentrische Unterton des Erzählerkollektivs selbst, der im Schluss des Romans kulminiert:

"It didn't matter in the end how old they had been, or that they were girls, but only that we had loved them, and that they hadn't heard us calling, still do not hear us, up there in the tree house, with our thinning hair and soft bellies, calling them out of those rooms where they went to be alone all time, alone in suicide, which is deeper than death, and where we will never the pieces to put them back together."

Eugenides hat mit diesem Roman etwas Außergewöhnliches geschaffen. Eine kraftvolle, mystische Geschichte, ja, ein modernes Märchen, das mit vielen Anspielungen auf die griechische Mythologie aufwartet. So ist zum Beispiel Moral einer der Schlüssel zum Roman. Wer Pluatrchs "Moralia" aufschlägt, der findet einen starken Bezugspunkt des Autors, wenn Plutarch von einer Selbstmord-Epidemie junger Mädchen erzählt. Mit der chorischen Stimme der Erzähler erhält das Ganze die Züge einer griechischen Tragödie.

Fazit: Eugenides ist mit seinem Erstlingsroman eine mitreißende, verstörende, traurig-schöne Geschichte gelungen, der es an starken Bildern und Metaphern nicht mangelt. Kongenial ist ein großes Wort - es ist aber durchaus angebracht für die Verfilmung des Romans, die sich ausgesprochen nahe an der Vorlage bewegt. Und wie sich die Ereignisse doch gleichen, denn eine zweite Karriere begann mit den "Virgin Suicides", nämlich die von Sophia Coppola ("Lost in Translation"), die den Stoff meisterhaft umsetzte und mit einer brillant aufgelegten Kirsten Dunst einen echten Volltreffer für Lux, der wohl faszinierendsten der Lisbon-Schwestern, landete.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen surreal, 10. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Selbstmord-Schwestern (Taschenbuch)
Fünf 13 bis 17 Jahre alte Schwestern leben mit ihren bürgerlichen Eltern in einem kleinen Eigenheim in einer typischen amerikanischen Vorstadt. Die Mädchen üben eine besondere Faszination auf die Jungs in der Nachbarschaft aus, die natürlich die Mädchen genau beobachten und versuchen Verabredungen zu Stande zu bringen. Die Eltern der Mädchen verhalten sich weitgehend typisch. Ihre Ehe ist nicht besonders gut, aber ohne die ganz großen Katastrophen wie Alkohol, Gewalt, Betrug oder Armut. Natürlich sorgen sich die Eltern um ihre Töchter was Anstand, Moral, Bildung u.s.w. betrifft. Eine der Schwestern nimmt sich dann aber das Leben und die Eltern reagieren mit Verleugnen (nur ein Unfall") und Isolation der ganzen Familie gegenüber der Nachbarschaft. Dies löst eine verhängnisvolle Kettenreaktion aus, an dessen Ende sich alle 4 Schwestern zeitgleich suizidieren.

Die ganze Geschichte ist skurril und surreal. Die Mädchen werden nicht als reale Persönlichkeiten beschrieben, sondern erscheinen mehr als aus der Ferne betrachtete Traumbilder. Auch die Kleinstadt erscheint surreal. Riesige Fliegenschwärme umlagern die einzelnen Häuser und kommen als zentimeterdicke Fliegenleichen auf den Fensterbrettern zum Liegen, so dass die Innenräume verdunkelt werden. Viele Personen haben eigenartige Vorahnungen, so dass Traum und Wirklichkeit ineinander verschwimmen. Persönliche Gefühle wie Mitleid oder Wut kann man für die Menschen nicht aufbringen, weil sie distanzierte Traumbilder sind.

Für mich ist bis zum Schluss unverständlich geblieben, was der Autor mit diesem Buch mitteilen möchte. Er nähert sich dem Thema Suizid weder psychologisch, noch gesellschaftskritisch. Er nähert sich dem Thema gar nicht, sondern beschreibt nur eine skurrile Selbstmordserie. Insofern blieb bei mir Ratlosigkeit zurück. Obwohl es gut geschrieben ist, weiß ich niemanden, dem ich ein solches Buch empfehlen kann.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Monolithische Selbstmord-Infektion, 6. Mai 2007
Von 
Esther (Graz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Selbstmord-Schwestern (Taschenbuch)
Fünf Schwestern zwischen 13 und 17 Jahren alt leben im Haus der Eltern in einer Straße eines Vorortes von Detroit - wie aus Andeutungen anzunehmen - Anfang der Siebziger. Was sie von anderen unterscheidet? Eine wie die andere sind sie wunderschöne und Geheimnis umwoben - nicht zu letzt durch den Selbstmord der jüngsten Cecilia, derem Beispiel sie schon ein Jahr später folgen sollen.

Die "Wir-Erzähler" in diesem Roman sind die Jungs aus der Nachbarschaft. Zwei Jahrzehnte nach jenem Jahr in dem nicht nur ein Haus zum Sterben verurteilt wurde, sondern die gesamte Straße ihr Leben aushauchte, berichten sie uns von Beweisstück Nr.1 bis Nr.97 aufgeteilt auf fünf Koffer, die tragische Geschichte der fünf Lisbon-Töchter. Wir werden nicht erfahren, was die Beweggründe waren, auch wird uns niemand in die Gefühlswelt von Töchtern und Eltern einweihen, allein vom Haus gegenüber dürfen wir der allgemeinen Beobachtung folgen. Wir wissen von der Verwahrlosung von Haus, Garten und ihren "Gefangenen" ohne jemals einen Blick hinein zu werfen.

Was mit gefällt: Die Erzählperspektive der Burschen, die zu Männern mit schütterem Haar und schlaffen Bäuchen geworden sind, von welcher Eugenides nicht ein einziges Mal abweicht und der herausfordernde Start!

Was mich bedrückt: Wie erwähnt, Eugenides lässt sich nicht einmal erweichen, die Perspektive des Hauses, der Schwestern und Eltern in den Vordergrund zu rücken, uns nicht einmal einen Hauch von Empfindungen der Lisbons spüren zu lassen und selbstverständlich die Tatsache vom Selbstmord aller fünf Schwestern.

Was mir weniger gefällt: Die zwischendurch doch langatmigen Passagen und die fürchterliche Übersetzung des Titels ins Deutsch!
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Sweet and souer für Liebhaber, 26. November 2004
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Selbstmord-Schwestern (Gebundene Ausgabe)
Auf Jeffrey Eugenides stiess ich durch das Hörbuch „Middlesex", das ich ohnehin allen Fans dieser Kunstgattung empfehle, läuft doch Ulrich Matthes zu Höchstform auf. Aber nun zu diesem neu aufgelegten Roman der besonderen Art, der an mir völlig vorbei ging, obwohl er offenbar von Sofia Coppola (Lost in Translation) einfühlsam verfilmt wurde.

Der Einstieg brauchte Überwindung. Das Wissen, dass ich nun Zeuge von fünf Selbstmorden werde, stimmte mich nicht gerade heiter. Fünf Mädchen, junge Frauen, verlorene Wesen, griechische Tragödie pur. Und das 1993. Wieso?

Ist es der Kleinstadtmieff, dem die Mädchen nicht so Widerstand leisten konnten wie Marlon Brando oder James Dean? Die bigotten 70er Jahre? Sind es die gehemmten machoverseuchten Jungs, die vertrockneten Lehrer? Nicht aufgefangene Todessehnsucht pubertärer Wechseljahre? Oder stehen die Mädchen ganz einfach nur als lebendige Symbole für das Tödliche in uns? Oder sind es nur die Eltern, die man als Leser zur Hölle wünscht? Es sind alle und niemand.

Aber keine Angst, Eugenides macht keine dummen Ratespiele mit seinen Lesern oder badet sich in zynischer Melancholie. Wir wissen es bereits, der Mann hat Humor, der eine ganz merkwürdige Distanz schafft. So dass wir immer wieder in die Haltung kommen, die das Umfeld der Lisbon-Schwestern einnimmt: Interesse ja - Einmischen nein. Die Akteure im Buch sollen doch etwas tun. Und weil sie sich verweigern, für uns zu handeln, werden wir nervös. Ganz schön clever dieser Eugenides.

Und da gibt es einfach noch die Sprache. Der Mann kann einfach schreiben. Da hämmert er Seelenbilder aufs Papier, die das Buch in den Händern zittern lassen, verschnörkelte Klarsichtscheiben, Wortteppiche, die sich widerstandslos auf die eigenen langen Gänge meiner Erinnerungen legen lassen. Ich fühlte wie einer der Jungs, hatte ihre Ängste, Sehnsüchte, Feigheiten und Mutanfälle. Und die fünf Schwestern? Letztlich blieben mir ihre Seelen so verborgen, wie mir das Innere anderer Menschen, speziell der Frauen schon immer verborgen war. Knallharte Realismus zuckersüss und einlullend eingepackt. Werde mir auch die DVD noch besorgen.

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33 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Lesenswert, 28. Februar 2004
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die Selbstmord-Schwestern (Gebundene Ausgabe)
Nachdem ich "Middelsex" mit großer Begeisterung gelesen habe, habe ich mir die "Virgin Suicides" gekauft.
Zunächst: es ist ganz anders als "Middelsex", es ist überhaupt nicht komisch, skurril oder bunt, es ist ein düsteres, tragisches Pubertätsdrama mit einer sehr dichten, beklemmenden Atmosphäre. Als erstes wird von einer Fliegenplage berichtet, die die Gegend jeden Frühsommer heimsucht, dann wird von einer Krankheit, die die Ulmen, die Alleebäume der Straße, befällt, erzählt. Dieser Krankheit fallen nach und nach alle Bäume zum Opfer, auch die, die noch nicht krank sind, aber in denen die Krankheit schon schlummern könnte, sie werden von einer städtischen Behörde gefällt. Ein See in der Nähe ist bedeckt von schleimigen Algen- so weit zu den Bildern in der Natur, die das Geschehen unter anderem illustrieren.
Die eigentliche Geschichte ist schnell erzählt: die Lisbon Familie hat fünf Töchter, die an der ganz kurzen Leine gehalten werden, sie dürfen keine Rockmusik hören, nicht ausgehen, nur formlose Kleider tragen etc. Zuerst stürzt sich die Jüngste aus dem Fenster und wird von einem Zaun aufgespießt, nachdem sie sich kurze Zeit vorher die Pulsadern aufgeschnitten hat, aber gerettet wurde. Danach dürfen die Mädchen nur einmal ausgehen, was aber eine Ausnahme bleibt, weil eine der Töchter viel zu spät nach Hause kommt. Die Mädchen gehen schließlich nicht mehr in die Schule, die Mutter geht nicht mehr aus dem Haus, das Haus verkommmt, verfällt immer mehr, fängt an zu riechen, schließlich geht auch der Vater, ein Lehrer, nicht mehr zur Arbeit. Die Lisbon Familie verlottert total, es geht unaufhaltsam bergab. Die Jungs der Nachbarschaft, von denen die Geschichte erzählt wird, versuchen, telefonisch Kontakt aufzunehmen, was in einer Nacht kulminiert, in der die Jungs die Mädchen retten und mit ihnen abhauen wollen, in der die vier Mädchen aber Selbstmord begehen.
Es wird nicht erklärt, warum die Mutter ihre Töchter so restriktiv behandelt, es wird nicht erklärt, warum die Töchter sich dagegen nicht auflehnen, es wird auch nicht erklärt, warum sie sich umbringen. Das Ganze wird getragen von einer sehr dichten, beklemmenden und bedrohlichen Atmosphäre, die wohl alles erklären soll, für mich aber zu wenig an Erklärung war.
Die pubertären Wirren, um die das Buch sich vornehmlich dreht, sind sehr gut beschrieben. Wie die Jungs die Mädchen anhimmeln, vor allem, weil sie so unerreichbar sind, und sie dann, als sie mit ihnen ausgehen, feststellen, daß sie gar nicht so hübsch und vor allem alle ganz verschieden sind, wie sie schließlich verzweifelt versuchen, mit ihnen Kontakt aufzunehmen und sich ganz in ihre Verliebtheit reinsteigern, jedes Zeichen der Mädchen ausführlichst interpretieren, das ist toll.
Alles in allem eine sehr lesenswerte, wenn auch nicht gerade aufmunternde oder erheiternde Lektüre, die allerdings nicht die Tiefe von "Middelsex" erreicht.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Sehr empfehlenswert!, 29. Januar 2006
Rezension bezieht sich auf: Die Selbstmord-Schwestern (Taschenbuch)
Nachdem ich schon von "Middlesex" von Jeffrey Eugenides furchtbar begeistert war, habe ich mir nun auch "Die Selbstmord- Schwestern" gekauft und gelesen, wobei ich die Thematik zunächst etwas befremdlich fand. Ich hätte nie gedacht, dass ein Buch über fünf Selbstmorde derart fesselnd sein kann.
Rückblickend wird die Geschichte der Lisbon Schwestern rekonstruiert aus Sicht der Jungen, die in ihrer Nachbarschaft lebten. Nachdem sich die jüngste Schwester das Leben genommen hat, geraten die übrigen Schwestern immer mehr ins Abseits, verschwinden quasi selbst mehr und mehr aus dem Leben. Die strenge Erziehung der Eltern tut ihr übriges, bis sich die Handlung im kollektiven Selbstmord der Schwestern gipfelt. Diese Tat prägt die meist passiv- hilflosen Beobachter für ihr Leben.
Ich konnte das Buch, nachdem ich es anfing zu lesen, nicht mehr weglegen, was mir schon lange nicht mehr passiert ist. Man versucht die Geschehnisse zu verstehen, aber die Frage nach dem "Warum" bleibt im Raum.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Großartige Lesung eines großartigen Romans, 18. Oktober 2004
Rezension bezieht sich auf: Die Selbstmord-Schwestern. 6 CDs (Audio CD)
Das Faszinierendste an den Lisbon-Mädchen war vielleicht, wie normal sie wirkten, als ihre Mutter sie nach dem Selbstmord der jüngsten Schwester das erste und einzige Mal ausgehen ließ. Zwanzig Jahre nachdem sie sich schließlich alle umgebracht hatten, schildern die damaligen Nachbarsjungs die Faszination und Ohnmacht, die von den Mädchen ausging. Ein großartiger, poetischer Roman, sehr einfühlsam gelesen von Stefan Benson.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen verwirrend realistisch, 1. September 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Selbstmord-Schwestern (Taschenbuch)
"Die Selbstmord-Schwestern" ist einer dieser Romane, in denen man die Hauptcharaktere nie ganz erfassen und verstehen kann und sich konstant fragt, was da eigentlich gerade passiert. Obwohl die Lisbons eine seltsame Familie sind, erscheinen sie doch nach außen hin harmlos. Und obwohl die Lisbon-Töchter zum Teil reichlich durchgeknallt sind, sind sie eigentlich auch nicht anders als jeder pubertierende weibliche Teenager sein könnte. Trotzdem entwickeln sich die Schwestern zu Selbstmörderinnen, und man fragt sich was da eigentlich hinter der harmlos-skurrilen Fassade des Vorstadtlebens lauert. Eugenides bietet keine einfachen Antworten, schafft es aber den Leser so in der Schwebe zwischen distanziertem Kopfschütteln und mitfühlender Umarmung zu halten, dass die Geschichte einen nie ganz los lässt. Sehr gelungen!
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18 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Kann man Lachen über die Qualen der Pubertät?, 15. Juni 2003
Von Ein Kunde
Wenn es jemanden gäbe, der sagen könnte, worum es in diesem Buch „eigentlich" geht, wäre es kein besonders interessantes Buch. Ich will also nicht behaupten, ich wüsste es.
Mir geht es anders als vielen Rezensentinnen und Rezensenten: Ich finde das Buch zum großen Teil sehr komisch, ja: lustig! So manches Mal habe ich bei der Lektüre laut prusten müssen. Warum?
Aus meiner Sicht ist der Roman von Eugenides ein Text über die verlorene Zeit der Jugend und Pubertät aus der Sicht einer Gruppe von Jungen aus einer amerikanischen Stadt, die viele Züge der Autostadt Detroit trägt. Diese Stadt hat in den letzten Jahrzehnten durch die Umwälzungen bei der Autoproduktion mehr und mehr Arbeitsplätze/Einwohner verloren. Für dieses Sterben einer Stadt gibt es viele Bilder (die Eintagsfliegen und der Tod der Schwestern sind hier besonders augenfällig).
Die männlichen Wir-Erzähler erinnern sich rückblickend mit dem tastenden Staunen 15-, 16-Jähriger an die fünf Lisbon-Schwestern, die für sie der Inbegriff der unheimlich-unbekannten Welt der Weiblichkeit waren. Durch ihre unerklärlichen Selbstmorde haben sie schließlich etwas ewig Rätselhaftes bekommen, das die Zeit überdauert, und dazu führt, dass sie ein Ar-senal von „Beweisstücken" ihrer Existenz und ihres Lebens gesammelt haben: „Wir waren inzwischen so gewachsen, daß wir uns kaum [in unser Baumhaus ...] zwängen konnten. [... Dort] hingen, mit rostigen Reißzwecken befestigt, fünf fleckige Fotos der Lisbon-Mädchen. Wir erinnerten uns nicht, sie aufgehängt zu haben, aber da waren sie: von Zeit und Wetter getrübt, so daß wir nur noch die phosphoreszierenden Konturen der Mädchenkörper ausma-chen konnten, jeder ein anderer leuchtender Buchstabe eines unbekannten Alphabets."
Die Schwestern wachsen in einer freudlos-puritanischen Familie auf. Die Nachbarn sind sich einig, dass die Eltern den Mädchen mehr Freiheiten lassen sollten. Gleichwohl werden sie aus Sicht der Zeit (frühe 70er-Jahre) nicht übermäßig drangsaliert: Sie dürfen keine figurbetonten Kleider tragen, sich nicht schminken und schließlich keine Rockmusik mehr hören - eine Kindheit, die sicher viele über sich ergehen lassen mussten. Komisch, dass die Schwestern niemals wirklich auszubrechen versuchen; sie sind schließlich nicht eingesperrt. Kaum einmal suchen sie den Kontakt zu anderen Mädchen (soweit die Erzähler das mitbekommen haben) und nur höchst verquer zu anderen Jungen.
Das Komische steckt nun in der Sprache und der Perspektive der Jungs-Erzähler. Das Lachen ist vielleicht vergleichbar mit dem, dass einen überkommt, wenn man Fotos von Eltern, Geschwistern oder sich selbst aus dieser Zeit sieht; das Erstaunen und die Beklemmung, dass das einmal (das eigene oder verwandte) Leben war.
Aber es gibt auch eine direktere Komik, wie z.B. in Sätzen wie diesen: „Das Bild war schon einige Zeit da, [...] denn Feuchtigkeit hatte die Glanzfolie der Oberfläche durchdrungen, so daß das Gesicht der Heiligen Jungfrau eine Spur gangränös [= brandig] wirkte. [...] Auf dem Kopf trug sie eine Imperial-Margarine-Krone [...], und wie immer trug die Heilige Mutter diesen seligen Gesichtsausdruck von jemandem, der regelmäßig Lithium nimmt."
Erst am Schluss des Romans verließ mich das Schmunzeln - hier drängt sich die Verzweiflung über das nicht gelebte Leben und das Sterben der Hoffnung auf Zukunft Bahn.
Insgesamt ein sehr lesenswertes Buch, das sogar noch gewinnt, wenn man es in einem Rutsch lesen kann!
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Die Selbstmord-Schwestern
Die Selbstmord-Schwestern von Jeffrey Eugenides (Gebundene Ausgabe - 19. März 2004)
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