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Kundenrezensionen

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am 15. Januar 2012
Wer auf erotische Literatur steht, der sollte es einmal mit Nicholson Baker probieren. Im neuesten Roman des 1957 geborenen US-Amerikaners, "Haus der Löcher", geht es ausschließlich um Sex - und das auf eine fantasievolle Weise. Da werden Menschen durch verschiedene Löcher, zum Beispiel durch einen Strohhalm, ein Loch auf dem Golfplatz, oder auch einen Waschsalon-Trockner in eine Art Lust-Paradies befördert, in dem sie ihre sexuellen Sehnsüchte ausleben können.

An diesem Ort namens "Haus der Löcher", der von der großbusigen Lila geleitet wird, geht es surreal zu. So gibt es nicht nur Peniswaschanlagen oder einen Pornodekaeder, sondern auch die Möglichkeit, Körperteile mit anderen zu tauschen. Wer zum Beispiel nicht genug Geld für die Freuden des Etablissements hat, kann sich ersatzweise einer freiwilligen und vorübergehenden Kopfabtrennung unterziehen. Auch einen Arm kann man zeitweise abgeben.

So ungewöhnlich, fantasievoll und stellenweise durchaus erotisch das Ganze ist - nach knapp 320 Seiten wünscht man sich zur Abwechlung mal jemanden, der nicht gleich beim ersten Treffen die Hosen runterlässt. Das weitgehende Fehlen einer irgendwie gearteten Handlung wirkt sich letztlich störend aus. Es reicht eben nicht, - und das in einer stilistisch durchaus schlichten Art und Weise - eine erotische Begegenheit an die andere zu reihen, um ein gutes Buch zu verfassen.

Nicholson Baker selbst sieht sein Buch übrigens als "Comic-Sex-Roman". Und tatsächlich: Vielleicht wäre "Haus der Löcher" als Comic denkbar, als Roman jedoch funktioniert es nur bedingt.
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am 15. August 2014
ich habe das Buch eher als Parodie auf Erotikromane verstanden. Während alle 50 Shades gefeiert haben. habe ich mir Haus der Löcher gekauft. Das Buch ist schräg und sehr fantasievoll geschrieben. Der Autor scheint kein Freund von Wiederholungen zu sein, daher vermeidet er auch das Wort Penis mehr als einmal zu verwenden. Ich glaube ich habe mehr gelacht als bei jedem anderen Buch das ich bisher in den Fingern hatte.
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am 18. Juni 2012
Nach den teils grottigen Amazon-Kritiken wagte ich kaum, das Buch zu kaufen. Habe es nach einigen kurzen Blicken hinein im Laden heute dennoch getan und freu(!) mich seitdem Löcher in den Bauch! Bin zwar erst bei Kapitel 4, aber allein schon für die ersten 3 hat sich der Mut gelohnt! Ich finde die Phantasien wirklich wunderbar. Auch toll "ausbaubar" das Haus des Nicholson Baker durch Hinzufügen eigener Vorstellungen. Man fällt mittenrein in den Trubel, es geht gleich zur Sache. Die Kapitel sind kurz, die Überschriften bündig ("Ned wird beschnuppert", "Shandee lernt, wie man einen Penis wäscht" / da bin ich noch nicht! oder "Cardell kauft einen Gelroller" / muss ich auch noch drauf warten...)
Ob es sich wirklich um einen Roman handelt, kann ich noch nicht sagen. Aber dass nicht nur mir die Lektüre zumindest ein gutes Stück Lesespaß; verpasst, halte ich fast schon für gesichert - wenn man denn weiß;, worauf man sich ungefähr einlässt. Man kann einfach irgendwo aufschlagen ... "Auf einmal erhob sich aus dem Wasser ein gigantomaner, phallozentrischer, dödelförmiger Monsterschanz.".. (S. 170) Ok, man kann alles übertreiben, und einige Ausdrücke sind vielleicht nicht jedermanns oder -fraus Sache, mit einem "Dödel" möchte ich es auch nicht unbedingt zu tun haben. Aber zum Beispiel: ... Ach, am besten selbst fündig werden. Irgendwo wird schon die Stelle sein, die einen Lacher hervorlockt. Mindestens! Die Idee, das Buch von vorn bis hinten zu lesen, ist möglicherweise sogar noch die beste. Sonst entgeht einem nachher sowas wie die "Muschiwiege".. Ich kannte die bis heute nicht und muss sagen: Ich fühle mich bereichert!
Apropos: bin gespannt, wie das mit dem Arm weitergeht, der gleich am Anfang so lebhaft lose ins Spiel kommt. Ob Dave ihn irgendwann wiederbekommt und wenn ja, welchen Preis er dafür zu zahlen hat...
Ähnlichkeiten mit "Alice im Wunderland" sind wohl nicht rein zufällig. Doch während Alice gleich am Anfang kopfüber ins Kaninchenloch fällt und in ihrem schrägen Reich lauter ziemlich unkomische Sachen passieren und der Gang durch den Tunnel zunehmend düster erscheint, was einen wundern kann, da es sich doch um ein Kinderbuch handelt, blitzen die (Schlüssel?)Löcher des N. B. frech auf und erfüllen Erwachsenen-Wünsche. 1001 Idee für "Phallus in Pornland"... Stimmt, ich glaube, es ist ein Märchen.

Übrigens! Das ist doch schon wieder typisch? Alle finden das Buch doof, aber die 4. Auflage innerhalb weniger Monate?! Vielleicht wirkt es durch die 6 lila Punkte auf Weiß vorn auf dem Schutzumschlag, die ja wohl auch Löcher sein sollen, und ein rosa Lesebändchen etwas weiblich. Trotz der etwas geisterhaften Hand.... Das soll mich nicht hindern, dem Autor noch zusätzliche 5 Rezensions-Punkte zu geben für die "volle Kanne Spaß" heute!
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VINE-PRODUKTTESTERam 3. Februar 2013
Entschuldigung aber soviel (subjektive) Ehrlichkeit muss sein. Ich lese gerne, ich lese viel, ich lese durchaus auch bunt gemischt, d.h. vom Sachbuch (Ideale, Worst Case, Reinhard Sprenger) bis hin zum etwas wirr anmutenden Tom Robbins (Buntspecht, Schicksalsjahre einer Tramperin) und ebenso auch gerne "Mainstream" (also die guten Bekannten von Grisham bis Follet oder Link und Co.). Auch habe ich Charles Bukowski in jungen Jahren gelesen oder "Traum vom Fliegen", aber so einer Geschichte, die uns Mr. Baker im "Haus der Löcher" auftischen will, kann mein halbwegs gesunder und munterer Geist nicht folgen. Mit Verlaub: ich habe selten so einen Schwachsinn gelesen. Man mag darüber streiten ob die Feuchtgebiete einer jungen Autorin Grenzen aufzeigen, man kann auch durchaus liberal und locker mit dem Thema Sex, Erotik und von mir aus auch Pornographie umgehen.

Wenn aber - wie in diesem Buch an jeder Stelle - nur eine wirre Konstruktion an Phantasien alles, aber schier alles möglich macht und dabei auch noch der Versuch einer Story vermittelt werden soll, dann verlassen mich meine Toleranzhormone, von denen (glaube ich zumindest) doch einige vorhanden sind.

Ein Beispiel? Die Geschichte beginnt damit, dass eine Frau in einem Steinbruch eine Hand findet und diese mit nach Hause nimmt. Selbstredend natürlich, dass diese Hand sprechen kann und logo, dass die Zimmergenossin von der Dame ihre erotischen Gedanken mit jener abgerissenen Hand prompt in die Tat umsetzt. Kurz darauf befinden Mann (und die beiden Frauen) sich auch im Haus der Löcher (wie immer sie dahin gekommen sind) und dann nimmt der Nonsens seinen Lauf. Das die Hand natürlich immer wieder mal gefüttert werden muss, mag verwirren, wird aber als Verdauungsvorgang beschrieben, daher muss sie auch gefüttert werden, klarer Fall. Die Hand ist natürlich im Haus der Löcher auch dabei (da kam sie schließlich her) und wartet auf die Zuordnung zu ihrem Besitzer und vorher werden noch alle möglichen Bewerber und Auswahlverfahren angeboten. Die Peniswaschanlage übernimmt die Reinigung und ansonsten gibt es allerlei was es "normal" nicht gibt, noch gegeben hat und niemals geben wird.

Vielleicht bin ich konservativ, vielleicht fehlt mir die Grenzenlosigkeit meiner Phantasie, während dem Autor offenkundig mit selbiger der Gaul komplett durchgegangen ist: ich kann an diesem Buch weder schöne Erotik noch prickelnden Sex geschweige denn eine halbwegs nett zu lesende Geschichte finden - im Gegenteil, es ist eine Ansammlung von unreeller Perversion, die weder spannend noch (aus meiner ganz persönlichen Sicht) lesenswert sind. Daher hab ich das Buch enttäuscht nach etwa 60 Seiten zur Seite und ins hinterste Eck meines Schrankes gelegt.
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am 9. März 2012
Nicholson Baker schrieb in "Fermate" eine unglaublich tolle, schmutzige, anturnende Sexszene, die für mich zu den besten gehört, die ich je gelesen habe. Den Rest des Buches fand ich aber nicht so prickelnd, phasenweise sogar langweilig. Auch sein neuestes Werk kann mich nicht wirklich überzeugen. Wie schon gesagt wurde - es wirkt eher komisch als erotisch, und ich mag es lieber, wenn das Gewicht mehr auf Erotik liegt, wenn diese schon versprochen wird. Habe das Interview in "druckfrisch" mit dem Autor gesehen und deshalb das Buch gekauft und mir etwas mehr erwartet.
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Man sagt hinlänglich schon einmal Sex, Macht und Geld seien die wichtigsten Nebensachen des Lebens und bei diesem Autor ist Sex nicht nur die schönste Nebensache der Welt, sondern es ist scheinbar auch der Stoff der die Welt im Innersten zusammenhält. Bakers Romane "Vox" (1992) - Telefonsex, erotische phantasievolle Dialoge zwischen einem Mann und einer Frau - und "Die Fermate" (1994) waren nach Meinung namhafter Literaturkritiker schon Meisterwerke im Sinne literarisch anspruchsvoller Pornografie. In seinem neuen Roman "House of Holes", deutsch "Haus der Löcher", geht der Romancier und Essayist Nicholson Baker mit erotischen Eskapaden und pornografischen Phantasien noch einen gehörigen Schritt weiter. Man hätte in der deutschen Ausgabe den Untertitel "A Book of Raunch" nicht weglassen sollen, denn es ist tatsächlich "Ein Ekelbuch", ein in vielen Erzählsträngen anwiderndes, Abscheu erregendes Buch.

Eigentlich ist es in seiner Urform kein Roman, denn die thematisch miteinander verknüpften, zusammengehörigen Erzählkonstrukte haben eher den Charakter von Novellen. Dieses sprachlich eigentlich wenig anspruchvolle Buch präsentiert in seiner Handlung einen Garten der Lüste, in dem den Protagonisten mit allen erdenklichen, phantastischen, wenig glaubhaften, stark verzerrten oder vielmehr auch irrealen Spielvarianten jede Art von Lust erfüllt wird. Der Preis den die Probanten dafür bezahlen müssen ist erschreckend hoch. Die einen müssen das eine oder andere Geschlechtsteil dafür opfern, andere verlieren Gliedmaßen oder sogar den Kopf. Ob die stimulierte Ekstase auf den Leser überschwappt, wie es der Autor laut Interview gern haben möchte, mag dahingestellt sein. Wenn man die von der Pornografie ausgehende beabsichtigte Wirkung fokussiert, dann ist es vielleicht keine Pornografie, sondern eher humorvolle, mit Comicelementen garnierte Pornografie, denn es geht um alles Mögliche aber nicht um wirklich scharfen Sex. Baker präsentiert, wie ein Kritiker meint "ein Disneyland für Erwachsene", eine Art Fitnessclub in dem sexuelle Gemütlichkeit herrscht und in dem Männer viel bezahlen müssen und die Frauen alles umsonst bekommen. Es gibt da auch Verbote von denen man nicht wirklich weiß, ob man sie umgehen darf und man weiß nicht was dann alles Schreckliches geschieht. Ist es Pornografie, Kunst oder eine Mischung von beidem?

Der Autor gibt sich wirklich viel Mühe, entwickelt ein unglaubliches Feuerwerk von den irrsinnigsten, perversen Einfällen wie beispielsweise vagabundierende Geschlechtsteile im Garten der Lüste (mehr sei hier nicht verraten), doch alles wird nur zu einer Art Befriedigungsorgie, denn etwas anderes kann Sexualität dann nicht sein, wenn die Beziehungsgeflechte nicht Teil eines gesellschaftlichen Kontextes sind. Es gibt tatsächlich keinen einzigen Beziehungskontext in diesem Roman. Man fragt sich bei der Lektüre dieses Romans mit Recht, ob Pornografie literarisch nur funktionieren kann, wenn sie in gesellschaftliche, metaphysische oder religiöse Kontexte eingebunden ist? Ist das apodiktisch oder hat Baker mit seiner konstruierten parallelen Sexwelt den Königsweg" für die pornografische Lite"atur entdeckt?

Die deutschen Kritiker lieben Nicholas Baker, ich kann mich dem nicht anschließen, wenn auch dieser Roman neben seinen obszönen Momenten einen gequälten humorvollen Unterton hat und sich streckenweise vielleicht eher wie eine Porno Satire lesen lässt, der es allerdings über weite Strecken an Einsicht und Erkenntnis fehlt. Meine nur sehr, sehr eingeschränkte Leseempfehlung.
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am 21. Juni 2014
irgendwie neuartig. Aber erotisch? Nicht wirklich.Es ist lustig, witzig und manchmal habe ich das Gefühl, der Autor nimmt den Sexwahn auf die Schippe, mehr aber auch nicht..
Gekauft habe ich es , weil Frau Schöneberger so ganz nebenbei sagte..."Haus der Löcher, -habe ich gelesen"
Kein Brüller.
Die beste Erotik Szene hat, meines Erachtens nach, eine Frau geschrieben.Die Amerikanerin Marilyn French in dem Buch "Women".
so etwas findet man selten
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am 9. September 2015
Dieses Buch habe ich mir auf Empfehlung von Dennis Scheck, dem Literaturpapst des DLF, gekauft...

Wenn diese Buch gute Literatur für Herr Scheck ist, dann weiss ich nun, wann ich ein Buch nicht kaufen werde, wenn er es empfiehlt! Langweilig, humorlos, absurd, unerotisch...

Nach 20 Seiten bin ich eingeschlafen...

Schade um das Geld, jeder billige Roman hat mehr Pep als dieses geisteskranke Machwerk...
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Schon oft ist es dem amerikanischen Autor Nicholson Baker gelungen, den aufmerksamen Lesern seine Sicht der Dinge im Kleinen und der Welt im Großen unverwechselbar nahezubringen.

Geschichten und Romane hat Nicholson Baker ebenso verfasst, wie populärwissenschaftliche Bücher und immer ist es seine eingängige und ziemlich unspektakuläre Art des Schreibens, die für eine aus sich heraus an Spannung gewinnende Literatur symptomatisch ist.

Sein neuer Roman Haus der Löcher" ist in diesem Kontext locker und leicht zu lesen und doch macht sich eine gewisse Unzufriedenheit breit, klitzeklein nur, aber eben vorhanden. Sind es die sexuellen Fantasien eines in die Jahre gekommenen Mannes oder möchte Baker auf einer Welle des Mainstreams mitschwimmen, die nicht in seinen Gewässern heranbraust?

Ganz klar ist gegen sexuelle Wunscherfüllung nichts einzuwenden und diesem Thema hat sich das wunderbar gelegene Ferienressort mit angeschlossenem Vergnügungspark aus Nicholson Bakers Roman verschrieben. Wie man dort hingelangt, ist (leider) nicht ganz klar, auf jeden Fall nicht mit einem im Reisebüro zu lösenden Ticket. Wer es schafft in diesem Garten der Lüste zu landen, der hat für die nächste Zeit ausgesorgt. Viele äußerst schön anzuschauende dienstbare Geister bedienen die Peniswaschanlage, erfüllen alle Arten gestellter und nur geträumter Wünsche, sind behilflich, wo sie nur können und machen den Aufenthalt im Ferienressort so zum sexuellen Paradies auf Erden.

Oft gelingt es Baker die Waage zwischen anspruchsvoller Unterhaltung und derber Erotik gerade so auszutarieren, manchmal jedoch schlägt die Waage zu sehr nach einer Seite aus. Ob es die richtige oder die falsche Seite ist, mag jeder Leser für sich selbst entscheiden, die Lektüre zumindest lohnt sich auf jeden Fall.
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Eigentlich sind die Rezensionen bei Amazon das, was man in der Unternehmensberatung als "Crowdsourcing" bezeichnet. Dieser Begriff, nicht immer klar definiert, bedeutet so ungefähr, dass man Aufgabenstellungen und Probleme dadurch löst, dass sich im Internet viele Menschen ungeplant zusammen finden und dort eine Lösung gemeinsam oder in einem Wettbewerb miteinander produzieren, die den Lösungen traditioneller Unternehmen oder Institutionen (wie Universitäten) überlegen sein kann. Leider gibt es in der Praxis außerhalb der Wikipedia noch zu wenig überzeugende Beispiele für den Erfolg von Crowdsourcing. Doch mit den Rezensionen zu diesem Buch glaube ich eins gefunden zu haben.

Auf Amazon finden sich hier aktuell neun Rezensionen, und es ergibt sich ein klarer Schnitt von 2 Sternchen (von fünf). Die Argumente, die gegen dieses Buch sprechen, sind in der einzelnen Rezension angreifbar, aber in der Summe überzeugend. Schlicht langweilig ist es, den immer neuen Geschichten in diesem Buch zu folgen, weil sich die Motive der Erotik doch schlicht wiederholen und eine zusammenhängende Geschichte nicht wirklich erkennbar ist. Dass der Inhalt dieses Buches für eine Kurzgeschichte reichen könnte oder auch für einen Comic, sind kluge Gedanken, die ich nicht nur nachvollziehen kann, sondern denen ich nach dem Lesen der Hälfte des Buches nur ausdrücklich zustimmen möchte.

Doch wie groß ist der Widerspruch dieses Urteils dann doch zu dem Widerhall, den dieses Buch in der Presse gefunden hat. Der Spiegel, die FAZ, die Süddeutsche, die Zeit, also die besten Zeitungen dieses Landes schreiben mindestens wohlwollend über diesen Roman, mit durchaus schrägen Argumenten wie "Schlag in das Gesicht der Pornoindustrie" und so weiter. Teils wird auf das Vorbild "De Sade" und dessen eher deftigen Stil verwiesen, teils heißt es "Die US-amerikanischen Leser wurden in ihrer Prüderie sanft aufgerüttelt und massiert." Das alles ist so wirr, dass man sich fragen muss, ob die professionellen Rezensenten das Buch überhaupt gelesen haben. Wenn ja, scheint es dem Gehirn nicht gut getan zu haben.

Viel wurde in den letzten Jahren über die Konkurrenz zwischen den Bloggern und den ernsthaften Journalisten geschrieben. Das Lob dieses Romans - und möglicherweise auf der anderen Seite ein Verriss wie den über ein harmloses Buch wie "Imperium" von Kracht oder auch das ebenfalls recht kritiklose Loben von einem Pubertätserguss namens Axolotl Roadkill - lassen mich vermuten, dass der Stand der institutionellen Literaturkritik in Deutschland mittlerweile so schlecht geworden ist, dass es einer Plattform wie Amazon inzwischen einfach bedarf, um aus der Masse von Schund das gute herauszustellen und den Quatsch in den Löchern verschwinden zu lassen, in die er schon immer gehörte.
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