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VINE-PRODUKTTESTERam 23. September 2009
Der amerikanische Autor Nicholson Baker beschäftigt sich in seinem neuesten Buch "Menschenrauch", das in deutscher Sprache wieder beim Rowohlt Verlag erschienen ist, mit der Weltgeschichte in der Zeit vor dem ersten Weltkrieg bis hin zum Silvestertag 1941, als der zweite Weltkrieg im vollen Gange war.
Mit offensichtlich schier überbordendem Fleiß hat Baker unzählige alte Quellen eruiert und studiert und ist insbesondere in Printmedien fündig geworden, wenn es um Statements und Berichte aus dieser Epoche weltweiter kriegerischer Auseinandersetzungen geht.
Nicholson Baker verleiht mit seinem flüssigen Stil sowohl Staatsmännern, Künstlern, Reportern und Berichterstattern ebenso wie ganz einfachen Menschen seine markante Stimme und setzt aus zahlreichen kleinen Puzzlesteinen das Gesamtbild einer Zeit zusammen, die nicht nur vielen die Illusion von einem friedlichen Zusammenleben der Völker sondern leider auch das Leben raubte. Judenverfolgungen, Bücherverbrennungen und Rüstungswahnsinn ohne Vaterlandsgefühl sind nur einige der länderübergreifenden Themen, die Nicholson Baker in sein Buch gepackt hat und die er mit geschliffenen Worten und fast unmerklich sowie ohne den demonstrativ erhobenen Zeigefinger geißelt.
Churchill, Stalin und Hitler, Minister, Politiker, Polizisten, Soldaten und Menschen aller Herren Länder kommen zu Wort oder sind Anlass für Berichte und Anekdoten, die schon für sich genommen oft aufrütteln, als Panorama dann aber regelrecht erschüttern.
Baker hält sich dabei geflissentlich an seine Beobachter- und Erzählerrolle und lässt die damalige Zeit für sich sprechen. Mit dieser wohltuenden Zurückhaltung gelingt es dem Autor auch und gerade, einen vehement vorangetriebene Spannungsbogen aufzubauen, der keinen loszulassen vermag und ein bedrückendes Abbild dieser längst vergangenen Zeit als Warnung für uns in unserem Hier und Heute entstehen lässt und mahnt, miteinander und nicht gegeneinander zu streben. Ein gewaltiges, ein wichtiges Buch!
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am 13. Februar 2014
Mit Nicholson Baker widmete sich 2009 ein bekannter Schriftsteller und Romancier dem Zweiten Weltkrieg und dem, aus seiner Sicht, Untergang der zivilisierten Welt. Zum ersten Mal von ihm gehört hatte ich 2004, als sein Roman “Checkpoint“ für Wirbel sorgte, weil darin über einen Mord an dem damaligen US-Präsidenten Bush ausführlich räsoniert wird. Aus seiner strikt pazifistischen Sicht nimmt er sich nunmehr dem Entstehen des Zweiten Weltkrieges an, beleuchtet aber nicht nur die Gräuel und Dummheiten der Nationalsozialisten, sondern stellt auch die USA, England und hier vor allem Churchill in ein ungünstiges Licht.

Denn “Menschenrauch“ ist eine chronologisch geordnete Collage, bestehend aus aberhunderten von Zeitungsartikeln, Tagebucheinträgen, Anekdoten, amtlichen Dokumenten, Auszüge aus Reden, Tischgespräche, usw. aus der Zeit vor und während des 2. Weltkrieges. Ein tausendäugiger Blick aus ständig sich ändernder Perspektive auf den sich anbahnenden Untergang der europäischen Zivilisation, vergleichbar am ehesten mit “Das Echolot“ von Walter Kempowski, nur eben mehr aus angelsächsischem Blickwinkel. Und selbst der größte WK2-Kenner wird hier noch neue Fakten und Aspekte finden. Auch wenn die Stimme des Autors dabei stumm bleibt, kann natürlich trotzdem kein streng objektives Werk dabei herauskommen. Etwa die sowjetische Sicht, bzw. Stalins Taten wurden mehr oder weniger ausgeblendet, ein großes Manko, selbst wenn ansonsten das Buch über 1000 Seiten dick geworden wäre, das hätte nicht fehlen dürfen. “Menschenrauch“ kann also nicht nur aus diesem Grund ein reguläres Historienwerk nicht ersetzten, wohl aber auf seine Art ergänzen. Wie gesagt, Baker scheint mir ein ehrlicher, konsequenter Pazifist im ghandischen Sinne und erinnert mich persönlich an die Lebenserinnerungen von Stefan Zweig, den er hin und wieder auch zitiert.
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am 4. August 2009
Was Nicholson Baker mit diesem bemerkenswerten Buch aufzeigt:

Für solche Unmenschlichkeiten, wie sie in jenen Jahren gedacht und getan wurden, kann niemals nur eine Seite verantwortlich sein. Es war eben nicht nur Deutschland mit diesem unseligen Hitler und seinen Anhängern, es waren auch die USA mit dem trickreichen Roosevelt, und es war ganz besonders England mit diesem Churchill und seinem abgrundtiefen Haß gegen die deutschen Hunnen, die die Welt zu diesem schrecklichen Krieg führten. 'Hitlerismus und Churchillismus sind im Grunde dasselbe', wird Mahatma Gandhi zitiert.

Für diese Mächtigen, pervers und machtgeil, wie sie geschildert werden, sind die eigenen Völker ebenso Spielmasse wie die Juden und die wegen der Blockaden Englands dem Hunger ausgesetzten neutralen Völker Frankreichs, Norwegens, Polens, um hier nur einige zu nennen.

Und so ganz nebenbei erfährt der Leser eine Reihe von Fakten, die so ganz anders klingen, als uns von den Medien oder im Geschichtsunterricht eingebleut wurden. Hier eine kleine Auswahl: Mit Luftangriffen auf die Zivilbevölkerung des Gegners begann Churchill, und nicht Hitler. Dem neutralen Norwegen ließ ebenfalls dieser Churchill die Seehäfen verminen, gegen geltendes Völkerrecht. Und auch vor Bombardements auf Städte in Frankreich und Belgien schreckten Engländer und Amerikaner ebensowenig zurück wie vor Planungen zum Einsatz von chemischen und biologischen Waffen.

Was Nicholson Baker allerdings nicht aufzeigt, ist die Antwort auf die Frage, wer denn diese Walze an Unmenschlichkeit in Bewegung setzte. Wer waren schlußendlich die eigentlichen, planenden Hintermänner und Finanziers, die die Völker der Welt gegeneinander hetzten, um damit am Ende ihren Profit zu machen? Daß die USA aus diesem Völkermorden als die Weltmacht hervorging, damit könnte wenigstens beantwortet werden, wo diese Finanziers zu Hause waren.
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am 9. Juni 2012
Nicolson Baker, der bisher wohl nur für Erotische Romane bekannt war, liefert hier eine "zeitgenössische Presseschau", die ihresgleichen sucht. Er demaskiert damit nicht nur bestimmte zentrale Figuren, wie Winston Churchill und F.D Roosevelt, des WK II sondern deutet damit gleichzeitig auch auf allgemeine "Hintergründe und Tendenzen" die wohl gerne im Verborgenen bleiben.
Er zitiert nicht nur Zeitungen sondern zieht auch Briefe und sonstige Schriftdokumente herbei, aus dem Schriftwechsel der o.g. Betroffenen.

Eine "Presseschau" die sich liest wie ein Krimi! - Sehr zu empfehlen!
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am 5. April 2009
Als ich im Dezember 1940 geboren wurde, konnte meine Mutter beinahe kein Taxi zum Krankenhaus finden, denn es war Fliegeralarm in Jena. Seit frühester Jugend und bis auf den heutigen Tag habe ich fast von nichts anderem gehört als von der Alleinschuld der Deutschen am zweiten Weltkrieg, von den Gräulen der Nationalsozialisten und davon, wie wir Deutschen allesamt von diesen Verbrechen gewußt und sie gebilligt hätten. Nicolson Baker zeichnet ein anderes, gerechteres Bild von den Vorgängen. Ich bin Herrn Baker sehr, sehr dankbar, daß er dieses Buch geschrieben hat. Der Titel ist schrecklich. Da Baker aber mehr im Abstrakten bleibt, liest sich das Buch nicht so gräßlich, wie man vom Titel her vermuten könnte.
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am 14. April 2013
Ich suchte das Buch schon sehr lange, weil ausführlich beschrieben wird was in der Welt los ist und wir kleinen Leute belogen und betrogen werden...nur zu empfehlen......wieder dank Amazone...
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