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5.0 von 5 Sternen Ein spannendes Plädoyer für den Erhalt alter Bücher, 3. Oktober 2005
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Rezension bezieht sich auf: Der Eckenknick oder wie die Bibliotheken sich an den Büchern versündigen (Gebundene Ausgabe)
Nicholson Baker, Meister der kleinen („Rolltreppen im August") und der größeren („Norys Storys") literarischen Form hat mit seinem 2001 in Amerika und nun hierzulande erschienenen Buch „Der Eckenknick oder wie die Bibliotheken sich an den Büchern versündigen" ein flammendes Plädoyer für den Erhalt von Büchern in den Bibliotheken und gegen den Mikroverfilmungswahn mit anschließender Vernichtung der Bücher geschrieben. Nicholson Baker prangert in dem leidenschaftlich geschriebenen Werk die Vernichtungsmentalität mancher Bibliotheksfunktionäre an und im Laufe der spannenden Abhandlung führt er den Lesern ungemein plastisch vor Augen, was mit Büchern geschehen kann, die den eigentlich als Wächter von Schöngeist und Wissenschaft angetretenen Bibliotheken mangels Stellfläche im wahrsten Sinne des Wortes zu viel werden. Da werden Bücher aus ihrem Einband geschnitten und in einzelne Blätter zerlegt, um sie besser mikroverfilmen zu können. Die Mikrofilmkopien, die angeblich weit über das Lebensalter von Büchern hinausgehen, sind dermaßen verschwommen, stellenweise unleserlich oder gar unvollständig, dass sie nie und nimmer ein gleichwertiger Ersatz für das wunderbar in den Händen liegende Buch sein können. Die Unzulänglichkeit des Kopiervorganges und der Lesegeräte gepaart mit Dummheit, Unverstand und purer Frechheit bei einzelnen Bibliotheksmitarbeitern und Mikroverfilmungsfirmen haben bereits irreversible Schäden bei den Buch- und insbesondere Zeitungsbeständen amerikanischer Bibliotheken angerichtet. Baker beweist an vielen Beispielen, dass der eingeschlagene Weg falsch, die nachfolgende Vernichtung von Büchern unnötig und ein Erhalt ganz einfach gewesen wäre: mit der Anmietung von günstigen ausserstädtischen Lagerflächen, die nicht teurer als der unbrauchbare Mikroverfilmungswahn gekommen - wohl aber mit einem längeren Bücherleben einhergegangen wäre. In vielen Bibliotheken werden Ecken von Buchseiten mehrfach umgeknickt und mit dieser Methode über den Papierzustand und die Erhaltenswürdigkeit des Buches entschieden, eine fragwürdige Methode ohne jeglichen wissenschaftlichen Anspruch, wie Nicholson Baker zeigt. Und er beweist auch, dass das Gerede von dem zerfallenden (weil säurehaltigen) Papier nur vorgeschoben ist und eine Rettung der Bücher und nicht nur der gescheiterte Versuch der Rettung ihres Inhaltes ein lohnenswertes Unterfangen gewesen wäre. Papier ist natürlich im Laufe der Zeit und bei der in Bibliotheken nun einmal gegebenen Benutzung der Drucksachen anfällig, verurteilt zum absoluten Verfall ist es dennoch nicht. Wer Nicholson Baker mag, sollte sich dieses bei Rowohlt erschienene und liebevoll als „Pseudo-Bibliotheksexemplar" gestaltete und trotz des spürbaren (und berechtigten) Zorns sehr ehrliche Buch unbedingt zulegen um sich selbst ein Bild von der Sache machen zu können. Nicholson Baker übrigens sammelt jetzt alte Zeitungen und rettet so wenigstens etwas lebende und anschaubare Geschichte in spätere Zeiten hinüber.
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Der Eckenknick oder wie die Bibliotheken sich an den Büchern versündigen
Der Eckenknick oder wie die Bibliotheken sich an den Büchern versündigen von Nicholson Baker (Gebundene Ausgabe - 23. September 2005)
EUR 29,90
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