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5.0 von 5 Sternen Frohe Botschaft?, 8. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Christi Worte: Eine Phänomenologie der Sprache und Offenbarung (Taschenbuch)
Die Lektüre von 'Christi Worte" wirkt auf mich ' und bestimmt tut es das auch mit den meisten seiner Leser ' wie eine Wundertüte, wie ein Bündel von Überraschungen. Dabei müsste man als einer, der sich ein bisschen in der Bibel auskennt, auf diese Überraschungen eigentlich gefasst sein. Denn Jesus sagt ja nicht nur, wie das andere Propheten vor und nach ihm auch tun, dass er die Wahrheit sagt, nein, er sagt: 'Ich bin die Wahrheit' (Just dies ist übrigens der Titel eines anderen Buches, das derselbe Autor vor elf Jahren geschrieben hat). Jesus beansprucht damit nicht nur, 'eine göttliche Offenbarung weiterzugeben, nein, er behauptet schlichtweg, das Wort Gottes, dessen Offenbarung selbst zu sein' (S. 14). Und weil das so ist, gilt es, seine Worte ' anders als die Worte von anderen Menschen, die nur Wahres aussprechen und damit die Wahrheit verkünden wollen ' als die sich ereignende, als die lebendig-seiende und nicht etwa nur als eine verkündete Wahrheit zu lesen und zu verstehen.
Aber wie geht das: eine sich ereignende lebendige Wahrheit zu lesen und zu verstehen? ' Meines Wissens wird dieser gewagte Versuch in der Sprachanalyse hier zum ersten Mal unternommen. Gestellt werden Fragen wie: 'Wo spricht das Leben? Und wie?'. Die Antwort (und wir kennen sie ja schon von Saint-Exupery) auf die erste Frage lautet: 'Im Herzen' ('man hört nur mit dem Herzen gut`). Und wie? ' Die Antwort ist: 'In seiner unmittelbar pathischen Selbstoffenbarung' (S.131) . ' Und was heißt hier 'pathisch' und 'Selbstoffenbarung'? Ja, man muss sich schon einlesen in den Text dieses Buches, und ' das könnte für manche Leser eine Hürde sein ' viele Bedeutungen ergeben sich darin erst aus dem Zusam-menhang.
Ausgehend von der radikal phänomenologischen Unterscheidung des Erscheinens von 'Leben" und 'Welt" versteht Michel Henry Christi Botschaft an die Menschen ebenfalls in dieser Doppelheit: Er benutzt die welthaften Sprachstrukturen, um darin eine Umkehr des menschlichen Selbstverständnisses einzuleiten, insofern der 'Mensch" in seiner unzeitlichen Geburt (ein Begriff, der sich von Meister Eckhart herleitet) 'Sohn des Lebens" ist und kein bloßes 'In-der-Welt-sein". Der Autor geht davon aus, dass sich in der reinen Selbsterprobung des Lebens das Wesen Christi als des Erst-Lebendigen in Gott und des darin eben-falls gebürtigen Menschen entsprechen. Von daher gelangt er zu der Auffassung, dass Menschen auch un-mittelbar Christi Wort als 'Verbum Die' oder Logos in sich hören und verstehen können.
Der geneigte Leser / die geneigte Leserin ' vor allem wenn sie mystisch oder quäkerisch vorge-bildet sind ' könnten an dieser Stelle aufhorchen und darin die Botschaft wiedererkennen, dass sich das Göttliche nicht irgendwo draußen und außerhalb unserer Person, sondern mitten in uns und unserem Leben ereignet. Freilich wird diese Überzeugung in dem hier besprochenen Buch recht voraussetzungsvoll-philosophisch formuliert, und seine Lektüre macht zugegebenermaßen schon erheblich mehr Spaß, wenn man sich im der Philosophie im allgemeinen und dazu noch in der (Lebens-)Phänomenologie im besonderen ein bisschen auskennt. ' Und mir hat es zusätzlich noch geholfen, dass es der Übersetzer geschafft hat, hier einen weiteren wiederum sehr anspruchsvollen aber dementsprechend auch sehr lesenswerten Text des französischen Philosophen auf eine sehr gut lesbare Art und Weise in die deutsche Sprache zu übertragen.
Das Buch konfrontiert seine Leser mit einer unglaublichen Glaubens-Zumutung ' oder sollte ich sagen: mit einer radikalen Frohen Botschaft von einer Dichte und einer Wucht, wie sie zuvor vielleicht nur Meister Eckhard ausgesprochen hat. Diese Botschaft, wenn ich sie denn recht verstehe, läuft auf drei gleichzeitig gegebene Momente der Wahrheit hinaus, nämlich (1.) die Offenbarung des Göttlichen vollzieht sich in Jesu Person und Leben selbst; (2.) sie vollzieht sich in seinen Worten, die er für uns und für sich, aber auch über sich ausgesprochen hat und (3.): Sie ereignet sich in uns selbst, in unseren Herzen. Die Frohe Botschaft verwirklicht sich in uns, wenn wir still werden, dem Willen Gottes Raum geben, seinem Wort ('Verbum Dei') Gehör schenken, uns ihm hingeben und uns durch dieses Lassen von der Last unse-res Egoismus befreien (vgl. S. 149).
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen „Wort der Welt“ - „Wort des Lebens“, 20. April 2013
Von 
Mag Sarah Krampl "sarahkrampl" (Villach) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Christi Worte: Eine Phänomenologie der Sprache und Offenbarung (Taschenbuch)
Michel Henry schrieb dieses Buch am Ende seines Lebens, am Ende seiner philosophischen Reflexionen über das Leben, das er immer schon im Inneren des Menschen situierte. Die Kritik Henrys an den meisten Philosophen ist, dass sie nur das Äußere, die Objekte und die Objektivität betrachten und zu erklären versuchen, aber was gibt es wichtigeres als das Leben des Menschen? Und wo findet dieses Leben statt? Sicher nicht draußen, auch nicht in der toten Materie, sondern ausschließlich im Inneren findet dieses Leben statt. Mit dieser Schrift geht Henry noch ein Stück weiter und gelangt zur Erkenntnis, dass das Leben im Herzen stattfindet, das Herz ist der Sitz des Lebendigen und nur indem der Mensch sich dessen bewusst ist, gelangt er zum Leben, das er aber nicht selbst erschaffen hat, sondern vor ihm da war.
Dieses Buch beschäftigt sich jedoch nicht ausschließlich mit des Menschen Herz sondern hauptsächlich mit der Frage, wie der Mensch Christi Stimme hören kann und noch mehr, wie im Neuen Testament durch Christi Worte bewiesen wird, dass es sich bei Jesus um Gottes Sohn handelt. Was sagt Jesus über den Menschen und über sich selbst? Diesen Fragen widmet sich Henry in anschaulicher Weise. Aber auch mit der Frage nach dem Bösen, denn wenn das Böse seinen Sitz im Inneren des Menschen hat, im Herzen angesiedelt ist, dann bedeutet es, dass es uns unmöglich ist, ein gottgefälliges Leben zu führen. Die einzige Möglichkeit das Böse zu überwinden liegt in der Umkehrung:

„Denn wenn es um die Natur des Menschen geht, ist diese von einem Bösen gekennzeichnet, welches in seinem Herzen ist, weshalb Christus auch nicht dessen Besserung, sondern vielmehr seine Umwandlung fordert. Es geht hier um eine derart radikale Umkehr, dass diese eine Verwandlung der Natur im eigentlichen Sinne, eine Art Transsubstanziation bedeutet. Die neue Natur, welche die alte ersetzen soll, kann nur aus einer neuen Zeugung erwachsen, aus einer Wieder-Erzeugung im Sinne einer neuen Geburt.“

Wenn der Mensch sich bewusst wird, dass das Leben darin besteht, eine Beziehung mit Gott einzugehen und somit mit dem unendlich-absoluten und nicht mit dem vergänglich- endlichen Leben der Menschen, dann wird es für ihn erst möglich, mit anderen Menschen in eine richtige Beziehung zu treten, sie als Bruder und Schwester zu behandeln. Es geht im menschlichen miteinander dann nicht mehr um Prestige oder endliche Gegenseitigkeiten und Forderungen, sondern jeder trägt das Leben in sich, mehr als das, Gott wohnt in ihm.
Es gibt die äußere Welt – die endliche materielle Welt – darüber spricht man weltliche Worte, über die innere – unendliche, sich offenbarende Welt – spricht man lebendige Worte.
Das Leben ist nach Henry die Selbstoffenbarung des Menschen, nur wer sich selbst offenbart, und alles offenbart sich früher oder später selbst, ist lebendig, zeugt vom Leben. Wörter sind leere Hüllen, können leere Hüllen sein, denn sie werden erst lebendig, wenn der Körper und die Seele diese Worte auch mitempfinden. Leiden zum Beispiel spricht zu uns in seinem Leiden, wir leiden und deshalb gibt es dieses Wort auch, er wäre aber ohne Bedeutung und ohne Leben, wenn es ohne zu leiden ausgesprochen werden würde. Und so leben oft die Menschen, indem sie entleerte Begriffe benutzen, ohne sie am eigenen Leib zu empfinden. Gott, Jesus als Mensch und Gott offenbart sich aber nur dort, wo diese Worte nicht mehr leer bleiben, sondern wo der Mensch sich ihnen ausliefert und sich in dieser Auslieferung zur Umkehr bewegen lässt.
Henry geht zwar sehr oft und fast ausschließlich auf Worte ein, die in der Bibel stehen und lässt Gott als selbstverständlich erscheinen, das heißt er geht bei seinen Überlegungen davon aus, dass Gottes, Jesus, biblische Worte reell existieren und gründet darauf seine Interpretationen des Lebens. Selbst wenn Gott aber aus dem Spiel gelassen wird – und heutzutage ist es fast zu einer Notwendigkeit geworden, nachdem kaum jemand mit diesem Begriff etwas anfangen kann – muss man doch erkennen, dass das Leben und das Lebendige nichts mit der äußeren Welt zu tun hat, ich kann erst die äußere Welt mit meinem Herzen zum Leben erwecken, mit meinen Gefühlen und Empfindungen. Man stelle sich vor, der Mensch hätte keine Gefühle und Empfindungen, was würde er auf dieser Welt erreichen? Nichts, denn erst durch das Lebendige kann Schöpfung passieren. Und hier muss man aber einsehen, dass wir als lebendige Wesen, nur deshalb etwas Lebendiges schaffen können, weil wir bereits lebendig sind. Wer gab uns diese Lebendigkeit? Der Irrtum zu denken, der Mensch sei allmächtig, ist der Grund, warum das Böse in der Welt überhaupt besteht. Wenn er erkennen könnte, dass dieses Leben ihm gegeben wurde und er es sich nicht selbst gegeben hat, dann würde er womöglich sein Herz vom Bösen reinigen wollen um dieses Lebendige dann auch spüren zu können. Durch unsere Endlichkeit sind wir Menschen ohnmächtig gegenüber dem Leben, dem Wort des Lebens, wir können es als endliche Wesen nicht erkennen. Jesus wusste das und versuchte es uns durch diese zweifache Möglichkeit, seine Worte zu interpretieren – einerseits durch Worte der Welt, andererseits durch dieselben Worte des Lebens – als lebendig gewordener Menschengott verständlich zu machen. Wir sollten durch seine Worte das Leben nicht nur verstehen, sondern auch befähigt werden, es zu leben.

Hier noch einige Textstellen aus dem Buch:

„Nichts, was von außen in den Menschen hinein kommt, kann ihn unrein machen, sondern was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein. Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen Gedanken. […] All dieses Böse kommt von innen und macht den Menschen unrein.“

Denn sich selbst zu empfinden, macht das Ureigenste des Lebens aus. Denn Leben im verbalen Sinne ist nichts anderes, als zu ertragen, was man ist, und sich dessen zu erfreuen, sich seiner selbst zu erfreuen. Das Herz – dieser uns in den Evangelien allenthalben begegnende Begriff – steht somit für die Wirklichkeit des Menschen als einer wesensmäßig affektiven Realität, die er in Wahrheit ist. Die Affektivität ist das Wesen des Lebens. Mit dem Begriff „Leben“ bezeichnet Jesus im Übrigen in allen von ihm überlieferten Aussagen die menschliche Wirklichkeit, unsere Wirklichkeit, unser Leben.

Das Verhältnis zwischen der Welt und unserem Leben offenbart sich dort als ein radikaler Gegensatz zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren. Die Welt ist das Reich des Sichtbaren, das Leben das Reich des Unsichtbaren.

… auf den entscheidenden Gegensatz zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren, zwischen dem Innen und dem Außen hin. Dieser Gegensatz durchzieht die gesamte Lehre Christi. Ähnlich ist der Gegensatz zwischen der im „Herzen“ angesiedelten Wirklichkeit und dem der Welt zugehörigen äußeren Erscheinen, worin die Möglichkeit der Heuchelei begründet liegt.

Denn wenn es um die Natur des Menschen geht, ist diese von einem Bösen gekennzeichnet, welches in seinem Herzen ist, weshalb Christus auch nicht dessen Besserung, sondern vielmehr seine Umwandlung fordert. Es geht hier um eine derart radikale Umkehr, dass diese eine Verwandlung der Natur im eigentlichen Sinne, eine Art Transsubstanziation bedeutet. Die neue Natur, welche die alte ersetzen soll, kann nur aus einer neuen Zeugung erwachsen, aus einer Wieder-Erzeugung im Sinne einer neuen Geburt.

„Das Wort ist eine Leermeinung“. Diese Unfähigkeit des Wortes, die Wirklichkeit des von ihm Bezeichneten hervorzubringen, ist der allgemeinste Charakter der Sprache, um die es hier geht. Zu sagen: „Ich habe einen hundert Euroschein in der Tasche“, muss nicht zwangläufig bedeuten, dass ich einen solchen schein tatsächlich besitze. Von solcher Art ist der Mangel der von den Menschen gesprochenen Sprache, die wir hier aus all den erinnerten Gründen als „Sprache der Welt“ bezeichnen.

Wenn Gott Leben ist, dann ist der Mensch – dieser Lebendige im Leben, das jeder von uns ist – ein „Gott wissender Mensch“, wie Meister Eckhart es formulieren wird.

Der Mensch wird hier auf zwei unterschiedliche Weisen verstanden, sowohl von der Idee der Schöpfung als auch von der Idee der Zeugung aus. Einerseits hat Gott die Welt als außerhalb von sich erschaffen – die Welt sowie alles, was sich in deren Außenheit zeigt, der Mensch inbegriffen. Dieser wird hierbei, wie es auch der zeitgenössische Objektivismus im Sinne des allgemeinen Verständnisses oder der Wissenschaft tut, als ein In-Welt-sein verstanden, von dem aus er erklärbar sein soll.
Wie sollte man allerdings nicht bemerken, dass sich über diese so selbstverständliche Interpretation noch eine ganz andere Interpretation lagert? Der Grundaussage der Genesis nach schuf Gott den Menschen nach seinem Bild und Ihm ähnlich (Gen 1,26). Daher ist die Substanz, aus der die menschliche Wirklichkeit besteht, die göttliche Substanz selbst: Weil Gott Leben ist, ist der Mensch ein Lebendiger.

In ihrer einfachsten Form gebrauchen wir zahlreiche Bedeutungen, die dem Leben entstammen, so wenn wir sagen: „Ich habe Hunger“; „ich langweile mich“; „ich habe Angst“ usw. Aber unser Leben ist endlich und nicht in der Lage, sich selbst das Leben zu geben. Deswegen ist auch sein Wort endlich – nicht in der Lage, die Wirklichkeit dem zu verleihen, worüber es spricht. Wer sagt: „Ich bin, ich existiere, ich lebe“, hat sich nicht selbst in der wunderbaren Bedingung begründet, lebendig zu sein. Er musste vielmehr schon im Leben sein, um in der Lage zu sein, eine solche Aussage wie die gerade gemachte formulieren zu können. Daher müssen wir anerkennen, dass das Wort des Lebens in dem Maße, wie es sich um ein Leben wie das unsrige handelt, von der gleichen Ohnmacht sich selbst gegenüber gekennzeichnet ist, wie das Wort der Welt den Dingen gegenüber.

„Es gibt nichts Verborgenes, das nicht offenbar wird, und nichts Geheimes, das nicht bekannt wird und an den Tag kommt." (Luk 8, 17)

Wir dürfen nicht vergessen, wie das Geheimnis ans Licht kommt und wie seine Offenbarung stattfindet. Alle Eigenschaften einer solchen Offenbarung, nämlich die des absoluten Lebens in unserem endlichen leben, stammen aus dem absoluten Leben. Daher darf diese Offenbarung nicht als eine Objekterkenntnis, als ein Erscheinen verstanden werden, dessen Licht dasjenige der Welt wäre. Denn weil sich diese Offenbarung als Leben und somit im Leben ereignet, durchdringt sie in der Tat alle Modalitäten desselben – und insbesondere unser Handeln. Hat die Lehre Christi, indem sie die Maske der Heuchelei herunterriss, nicht gerade begründet, dass sich das Handeln in seinem wirklichen Vollzug dem Reich des Sichtbaren entzieht und sich im Verborgenen des Herzens entfaltet, wo nur Gott es sieht? „Zum Licht kommen“ heißt, dass dieses unsichtbare Licht die Herzen erleuchtet.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sprache und Leben, 4. Januar 2012
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Rezension bezieht sich auf: Christi Worte: Eine Phänomenologie der Sprache und Offenbarung (Taschenbuch)
"Christi Worte" bildet als letztes Werk Michel Henrys (1922-2002) zusammen mit "'Ich bin die Wahrheit'. Eine Philosophie des Christentums" (1997) sowie "Inkarnation. Eine Philosophie des Fleisches" (2002) eine Trilogie, die mit dieser Übersetzung jetzt vollständig im Deutschen vorliegt. Ausgehend von der radikal phänomenologischen Unterscheidung eines Erscheinens von "Leben" und "Welt" versteht Henry Christi Botschaft an die Menschen ebenfalls in dieser Doppelheit: Er benutzt die welthaften Sprachstrukturen, um darin eine Umkehr des menschlichen Selbstverständnisses einzuleiten, insofern der "Mensch" in seiner unzeitlichen Geburt "Sohn des Lebens" ist und kein bloßes "In-der-Welt-sein". Da sich in der reinen Selbsterprobung des Lebens das Wesen Christi als des Erst-Lebendigen in Gott und des darin ebenfalls gebürtigen Menschen entsprechen, kann dieser auch unmittelbar Christi Wort als Verbum Dei oder Logos in sich hören und verstehen. Henrys "postatheistische" Überlegungen dürften für das gegenwärtige und kommende Selbstverständnis des Christentums von unübersehbarer Relevanz sein. Vertiefend legt sich ein Vergleich mit der "Theologik" Hans Urs von Balthasars nahe.
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Christi Worte: Eine Phänomenologie der Sprache und Offenbarung
Christi Worte: Eine Phänomenologie der Sprache und Offenbarung von Michel Henry (Taschenbuch - 12. Januar 2010)
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