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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Oder: Conan der Unberechenbare
Tobias O Meißner erzählt von einem Barbaren, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hat. Inspiriert von Robert E Howards Conan-Erzählungen schrieb Meißner dieses Buch, das eine Vielzahl an zusammenhängenden Kurzgeschichten enthält, die aber allesamt unabhängig voneinander gelesen werden können.
Langeweile kann in diesem...
Veröffentlicht am 5. Mai 2012 von Fee et Magnhor

versus
3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Sinnfreies Gemetzel mit einem Hauch Zynismus...
Barbarendämmerung...

Nun gut, wer den Namen Tobias O. Meißner kennt, weiß, dass das Buch ziemlich hart zur Sache gehen wird.

"Barbarendämmerung" bildet hierbei keine Ausnahme: über weite Teile ist es sehr kafkaesk, wirft ab und zu zynische Fragen über Gott und die Welt ein und gewürzt ist das Ganze mit...
Vor 23 Monaten von Siebenstreich veröffentlicht


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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Oder: Conan der Unberechenbare, 5. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Barbarendämmerung (Broschiert)
Tobias O Meißner erzählt von einem Barbaren, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hat. Inspiriert von Robert E Howards Conan-Erzählungen schrieb Meißner dieses Buch, das eine Vielzahl an zusammenhängenden Kurzgeschichten enthält, die aber allesamt unabhängig voneinander gelesen werden können.
Langeweile kann in diesem Fantasyroman kaum vorkommen, da die Erzählungen dafür sowohl inhaltlich als auch stilistisch viel zu vielseitig und abwechslungsreich sind.

Meist agiert der Barbar, der keinen Namen zu haben scheint, als Einzelkämpfer, doch dann ist er plötzlich Teil einer Horde,
mal steht er in einem Duell mit nichtmenschlichen Wesen, mal bekommt er es mit einer ganzen Schar an Gegnern zu tun,
er lässt sich einstellen als Türsteher und Rausschmeißer, als Dieb oder um Götter Demut zu lehren,
er folgt stets seiner Neugierde, sucht sich immer neuartige Herausforderungen,
er hält emotionale Regungen für Anzeichen von Schwäche und spricht niemals,
zu keiner Zeit ist auch nur im Geringsten zu erahnen, was er als nächstes tut,
und er ist der Überwinder,
kommt in seiner Wildheit einer Naturgewalt gleich.

Die Sprache im Buch ist durchweg erstklassig, da es Meißner immer wieder schafft, den Leser binnen weniger Sätze in die Geschichte eintauchen zu lassen. Er bedient sich an Analogien und Metaphern, sodass die Bilder im Kopf noch intensiver und lebendiger werden.
Hin und wieder gibt es zur Abwechslung einen Perspektivwechsel, dann schreibt Meißner in Versen und manches ist traumartig, symbolisch derart fließend ausgearbeitet, dass es den Leser mit der Frage zurück lässt, was denn nun real oder fiktiv war.
Alle Kapitel bieten sehr gute Unterhaltung, auch ohne darin einen tieferen Sinn sehen oder suchen zu wollen. Aber es wäre kein Werk von Tobias O Meißner, wenn da nicht noch mehr drin stecken würde, und so wird es an manchen Stellen im Buch auch sehr philosophisch (natürlich ohne dabei sprachlich abzuheben!).
Das Buch beginnt mit einem Zitat von keinem geringerem als Robert E Howard und bildet den Teppich des Romans.
Die vom Menschen künstlich erschaffene Zivilisation wird der Natürlichkeit entgegen gestellt. (Indirekt) hinterfragt wird zum Beispiel:
Was macht einen zivilisierten Menschen aus?
Was unterscheidet einen vermeintlich aufgeklärten Straftäter von einem Barbaren, der die von den Menschen erschaffen Gesetze nicht achtet?
Wie viel 'Krankheit' schlummert im kultivierten Menschen?
Gibt es von Zivilisierten ausgeübte Abnormitäten, die selbst für einen Barbaren jenseits der Erträglichkeit sind?

Apropos Erträglichkeit: Leser sollten einiges aushalten können, da dieses Buch selbstverständlich alles andere als gewaltfrei ist. Hier betreibt der Autor Katharsis, er bedient sich dem Schreiben, um ein Ventil zu haben für die Grausamkeit unserer Realität; und wenn ihm mal (morbide) Ideen ausgehen, erhält er sogar Anregung einer Kollegin mit dem Namen Jenny-Mai Nuyen!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Niveauvolles Meisterwerk, 17. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Barbarendämmerung (Broschiert)
KLAPPENTEXT:
Er entkommt seiner eigenen Hinrichtung und verwandelt sie in ein Blutbad. Er wird als Dieb angeheuert, obwohl er nicht weiß, worin der Unterschied zwischen wertvoll und wertlos besteht. Man lädt ihn ein, an einer Orgie teilzunehmen, und er nimmt teil, aber anders als gedacht. Jemand wird auf ihn aufmerksam, verfolgt ihn, berichtet über ihn, vermutet hinter seiner Geschichte ein aristokratisches Geheimnis. Weil der Barbar in dem, was er tut, eine melancholische Würde zu besitzen scheint. Er gerät in absolute Raserei, nur weil sich jemand ihm nähert, um ihm die Haare zu schneiden. Von einem Forscher wird er als Anschauungsmaterial für den perfekten Primitiven benutzt. Er soll als Söldner eine belagerte Festung gegen eine Übermacht verteidigen und desertiert schon am ersten Tag ...

AUTOR:
(Quelle: Piper)
Tobias O. Meißner, geboren 1967, studierte Kommunikations- und Theaterwissenschaften und lebt als freier Schriftsteller in Berlin. Seine Romane werden von der Kritik hoch gelobt. Meißner wurde von der Zeitschrift "Bücher" als einer der "10 wichtigsten Autoren von morgen" ausgezeichnet. Bei Piper liegen sein hochkarätiger Fantasy-Zyklus "Im Zeichen des Mammuts, die apokalyptischen Epen um "Die Dämonen" sowie die Romane "Die Soldaten" und "Barabarendämmerung" vor.

EIGENE MEINUNG:
Ich weiß gar nicht so genau, wie ich mit meiner Rezension beginnen soll. Wie ich mit meinen kleinen unscheinbaren Worten beschreiben soll, welch großartiges Werk Autor Tobias O. Meißner mit seiner grandiosen Schreibe erschaffen hat.
Protagonist des Buches ist der Barbar. Im Text einfach nur "er" genannt. Kein Name, keine Bezugspunkt, keine leicht einzusehende Identität. Er hat vor Nichts und Niemand Angst, scheint eine recht elementare und praktische Ansicht der Welt zu haben, ist brutal, gewalttätig, faszinierend und abstoßend zugleich. Er nimmt sich, was er haben möchte, ohne Rücksicht und ohne Gefühle. Niemand kann ihn stoppen...
"Barabarendämmerung" ist von unglaublich hoher Qualität, was mich so sehr begeistert hat, dass ich dieses Buch trotz des Inhalts, der mich eher zwiespältig zurücklässt, wie einen kleinen Schatz betrachte. Tobias O. Meißner schreibt nicht nur bildgewaltig, sondern schafft es den Leser im tiefsten Inneren zu treffen. Er gibt ihm immer wieder kleine Denkanstöße, doch letztendlich muss dieser sich seine eigenen Gedanken machen, sein eigenes Bild entwickeln. Er fordert den Leser regelrecht dazu heraus mit zu denken, was sicherlich dazu führt, dass weitere sehr unterschiedliche Gedankengänge entwickelt werden.
Obwohl der Roman nicht aus der Ich-Perspektive geschrieben ist, hat man das Gefühl, die Geschichte aus den Augen des Barbaren zu betrachten. Man bekommt eine Art psychologischen Einblick in seine Welt, hat das Gefühl ihn zu verstehen, seine Handlungen nachvollziehen zu können, um im nächsten Augenblick wieder geschockt zu sein von seiner Art und seinen Taten. Ich wusste nie, ob ich den Barbaren bewundernswert oder erschreckend fand. Damit kreiert Autor Tobias O. Meißner also einen Protagonisten, der irgendwie weder Held noch Antiheld ist, der fasziniert und dennoch so abstoßend ist in seiner Art, die eigentlich eher einem Tier als einem Menschen gleicht. Er spricht nicht, schnuppert an allem, um Dinge zu identifizieren und geht seinen Trieben nach, wie sie ihn gerade überkommen, ohne Rücksicht auf irgendwen oder irgendwas.
Der Barbar ist ein Protagonist, der mit keinem Charakter den ich kenne zu vergleichen ist. Ich habe schon öfter (Fantasy) Bücher gelesen, in denen es brutal und blutrünstig zu geht, doch keiner hatte bisher so eine Wirkung auf mich wie er. Ich war so gefesselt von seiner Art, von seiner Undurchschaubarkeit und der Tatsache, dass man nie genau weiß was als nächstes geschieht, dass ich das Buch am liebsten in einem Zug durch gelesen hätte, doch es war mir einfach nicht möglich. Der Roman ist nicht nur düster, sondern unglaublich bedrückend, denn der Autor dringt mit jedem Wort, jedem Satz und jeder Handlung tief in die Seele seines Lesers ...

FAZIT:
Tobias O. Meißner ist mit "Barbarendämmerung" nicht nur ein sehr brutales, sondern auch unglaublich düsteres und bedrückendes Meisterwerk gelungen, das seine Leser auf höchstem Niveau und psychologisch durchdacht zum Denken anregt und damit für mich eine ganz einzigartige Ebene der Fantasyliteratur betritt. Ich bin froh, dieses Buch gelesen zu haben!!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungene Hommage an Robert E. Howard, 16. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Barbarendämmerung (Broschiert)
"Barbarendämmerung" heißt der neueste Fantasyroman von Tobias O. Meißner. Allein schon der Titel lässt natürlich an Conan, den legendären Barbaren des Autors Robert E. Howard denken. Dass Meißner sein Buch als Hommage an Howard sieht, wird nicht nur durch ein einleitendes Zitat von Howard deutlich, auch die Form des Buches, die zwar lose zusammenhängend, aber doch auch kurzgeschichtenartig ist, erinnert an die Conan-Stories, von denen die allermeisten ja auch Kurzgeschichten sind. Schon relativ früh in Meißners Buch gibt es ein Kapitel, das eine sehr deutliche und gelungene Hommage an Howards "Der Turm des Elefanten" ist.
Überhaupt atmen die Kapitel von Meißner den Spirit von Conan und werden dem Barbaren des Altmeisters gerecht. Dennoch gibt es einen deutlichen Unterschied zu den späteren Conan-Autoren Lyon Sprague de Camp und Lin Carter, die einfach Howards Erbe plünderten und aus bestehenden Howard-Bausteinen neue Conan-Geschichten zusammensetzten:
Meißner lässt zwar immer wieder Reminiszenzen an Conan anklingen und sein namenloser Barbar könnte wie auch Conan ein Cimmerier - vielleicht ein entfernter Verwandter sein - aber er ist eben nicht Conan. Er ist ein eigener Charakter dem Meißner eigenes Leben einhaucht. Meißner hat also alles richtig gemacht: Er zollt Robert E. Howard den gebührenden Respekt, erschafft aber auch etwas Neues und Eigenständiges.

Dass die Sprache in dem Buch großartig ist, versteht sich bei Tobias O. Meißner von selbst. Die Geschichte ist abwechslungsreich und spannend. Die Conan-Geschichten von Howard zu kennen ist keine Voraussetzung für "Barbarendämmerung", erhöht aber den Lesegenuss sogar noch.

Alles in allem ein sehr gutes Buch, das ich jedem Fantasyfan empfehlen kann, der nicht allzu zart besaitet ist, denn eins ist klar: In dem Buch geht es mitunter barbarisch zu!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein intelligentes Fantasybuch mit Kurzgeschichten-Charakter, 21. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Barbarendämmerung (Broschiert)
Der Barbar spricht nicht. Er ist getrieben von seinen Instinkten und damit dem puren Willen zu Überleben. Er weiß nichts über Liebe oder Freundschaft und versteht noch weniger von Kunst. In einer vermeintlichen Zivilisation gilt er als "Anders". Etwas, das man begaffen und benutzen kann - und etwas, von dem ungeahnte Gefahr ausgeht. Und so ist der Barbar auch eine Hommage an Robert E. Howards "Conan", den man allerdings nicht kennen muss, um die Wirkung von "Barbarendämmerung" am eigenen Leib zu spüren.

Der episodenhafte Aufbau des Buches ist stark von einem Kurzgeschichtencharakter geprägt. Nur wenige Elemente der Kapitel basieren aufeiander, weshalb man diese auch fast voneinander unabhängig lesen kann. Tobias O. Meißners Sprachexperimente sind seinen Fans wohlbekannt und so finden sich hier übelkeiterregende, an Tarantino erinnernde Splattersequenzen neben Szenen voll von poetischer Kraft und Schönheit. Der Autor erschafft mit wenigen Zeilen lebendige Bilder im Kopf des Lesers und bringt diesen so nahe an das Geschehen, dass kaum eine Seite zwischen ihn und den Barbaren passen würde. Das Buch ist ein Sammelsurium an zitatefähigen Sätzen und eigentlich müsste man fast das ganze Buch abschreiben, wenn man alles Bemerkenswerte hervorheben wollte.

Robert E. Howards "Conan" kenne ich nicht - dafür allerdings Schwarzeneggers Interpretation des Conan. Doch zu diesem Thema hülle ich mich lieber in beredtes Schweigen, denn ich weiß, dass vor allem Männer diese Verfilmung lieben. Eine Verfilmung, für die Schwarzenegger 1983 übrigens für die "Goldene Himbeere" als "Schlechtester Darsteller" nominiert wurde. Dies nur am Rande. "Barbarendämmerung" ist ein intelligentes Buch, das den Leser immer wieder die Frage stellen lässt, wer der eigentliche Barbar ist. Was ist so zivilisiert an einer Welt, die Zwangsprostitution - nicht nur von jungen Frauen, sondern auch von Tieren - zulässt? Einer Welt, in der täglich Milliarden von Lebewesen - Menschen wie Tiere, egal ob jung oder alt - Todesqualen erdulden und elend verrecken. Oft nur aus dem Grund, die Lust anderer zu entfachen und zu befriedigen. Die Lust des Fleisches und die Lust nach Fleisch.

ZITAT: Und einmal hatte er unten vor versammeltem Hörsaal ein Schwein schlachten lassen. "In den Städten ist man diesen Anblick schon gar nicht mehr gewohnt", hatte er dabei mit lauter Stimme und ausgebreiteten Armen gerufen, während einigen der empfindlicheren Studenten übel wurde und sogar die Sinne schwanden, "aber so sieht es aus, so riecht es, so schreit es, und so wehrt es sich, was wir wohlschmeckende Wurst nennen!"

Und doch fehlt der moralisierende Zeigefinger. Vielmehr hält Meißner uns allen den Spiegel vor - wie er das immer in seinen Büchern zu tun pflegt. Die Wertung überlässt er anderen.

Der Barbar wirkte auf mich oft wie ein Kind, denn auch Kinder sind manchmal grausam, manchmal aber auch nicht. Und meistens folgen sie ihren Instinkten. In vielen Szenen kann man den Barbaren deshalb sogar eher mit einem Kind als mit einem Tier vergleichen. Kinder spielen oft mit der Grausamkeit, um herauszufinden, wie weit sie gehen können - sie sind unerfahren und müssen Dinge kennenlernen. Tiere sind grausam, wenn es um ihr Überleben geht. Und doch ist der Barbar oft auch wieder ein Tier, das einzig von seinem Instinkt geleitet scheint.

Jeder Leser muss sich darüber im Klaren sein, dass man hier keine sympathische Hauptfigur finden wird und auch eine lineare Handlung wird der eine oder andere vermissen. Der rote Faden ist hier rot. Blutrot. Der Barbar überschreitet immer wieder Grenzen. Doch nicht nur der Barbar, nein auch die sogenannten zivilisierten Bürger lassen oft jeden guten Geschmack missen. Immer wieder stellt man sich die Frage: Wer ist hier der Barbar? Der Gefangene, der das Leben wählt, oder die Henker und Zuschauer, die den Tod wählten? Wer missachtet wen? Der Barbar seinen Schmerz? Den nahenden Tod? Oder missachten andere den Barbaren und nutzen ihn einzig aus dem Grund, sich selbst Befriedigung zu verschaffen?

In "Barbarendämmerung" geht es jedoch nicht nur um das Blutrünstige in uns allen, sondern auch um die Frage, wie frei jeder von uns sein kann. Gibt es die absolute Freiheit? Oder leben wir alle in einer Illusion der Freiheit? Manche Kapitel erinnern gar an die Bücher des Marquis de Sade. Angefangen mit den Grausamkeiten, Sex mit Leichen und sonstigen Perversitäten, derbes Schwanz-Gerede bis hin zum Monolog eines "Nebendarstellers". Diese Gier nach Belustigung und Blut - oder Belustigung durch Blut. Mancher mag etwas Krankhaftes darin erkennen, doch waren die Menschen krank, die Gladiatorenkämpfe besucht haben? Oder die zusahen, wie Löwen in der Arena auf Sklaven geschickt wurden? Hat diese Art der Krankheit etwas mit dem Status der Zivilisation zu tun? Doch eigentlich gelten die damaligen Römer noch heute einer der Grundsteine unserer Zivilisation. Und wer ist hier in der Geschichte wirklich krank? Derjenige, der durch Liebe manipuliert und den "Geliebten" in den sicheren Tod schickt, oder der Geliebte, der sich manipulieren lässt und nicht darüber nachdenkt, dass es ihm gar nichts bringt, wenn er für seine Liebe stirbt?

Trotz allem muss ich leider sagen, dass bei mir dieses Mal der Meißner'sche Wow-Effekt ausblieb. Mir fehlte eine durchgehende Handlung und umso erstaunlicher ist es, dass es mir überhaupt nichts ausmachte, dass der Barbar während des ganzes Buches nicht unbedingt mit seinen rhetorischen Fähigkeiten zu glänzen vermochte. Es ist dieser Kurzgeschichtencharakter, für den ich mich selten erwärmen kann. Der Kopf sagt, dass Tobias O. Meißner hier mal wieder ein hervorragendes Buch abgeliefert hat, aber mein Herz sagt, dass ich andere seiner Bücher viel lieber mag.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mal wieder ein ganz anderer Meißner, 24. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Barbarendämmerung (Broschiert)
Barbarendämmerung ist ein typisches Meißner-Buch: Es ist einfach mal wieder etwas ganz Anderes, und vor allem nicht das, was man erwartet.
Wer sich hier vom Cover und vom Titel leiten lässt, der liegt total daneben. Es ist nämlich KEIN gewöhnliches Fantasybuch, mit imposanten Schlachten und phantastischen Völkern. Es geht nur um den einen Barbaren und um nichts anderes.
Der Barbar ist die zentrale Figur im Buch, deren Erlebnisse und Reisen in einem bestimmten Zeitrahmen seines Lebens beschrieben werden. Durch viele Perspektivwechsel, teilweise aus Sicht von Nebenfiguren beschrieben, wird der Charakter des Barbaren nach und nach entschlüsselt. Dies hat für mich die eigentliche Spannung des Buches ausgemacht. Die blutigen Kämpfe wurden so irgendwann zur Nebensache. Es gibt sie jedoch noch und nöcher, also Vorsicht bei empfindlichem Magen.
Sprachlich ist dieses Werk mal wieder eine Meisterleistung von Herrn Meißner, von dem ich in dieser Beziehung jedoch sowieso noch nie enttäuscht wurde. Die Kapitel des Buches haben fast Kurzgeschichtencharakter, da sie einzelne Szenen beschreiben, die jeweils neue Eigenschaften der Hauptfigur zum Vorschein bringen. Dabei werden aber auch immer wieder neue hochinteressante Nebencharaktere vorgestellt, von denen man nie genau sagen kann, ob sie nochmal später im Buch vorkommen werden.
Zu einem Vergleich mit den Conan-Büchern von Howard kann ich leider nichts aussagen, da ich die Conan-Bücher nicht kenne. Dafür kann ich versichern, dass das Buch auch ohne Conan-Kenntnisse lesenswert ist.

Ich empfehle die Barbarendämmerung all denjenigen, die etwas abseits der konventionellen Phantastik lesen wollen, aber trotzdem nicht auf spektakuläre Kämpfe und einen Hauch Magie verzichten wollen. Dabei sollte man offen für sowohl sprachliche als auch inhaltliche Extreme sein.
Wem dieses Extrem zuviel ist, dem kann ich nur die MAMMUT-Reihe von Tobias O. Meißner ans Herz legen. Dieser Zyklus ist für mich weiterhin unübertroffen und findet hoffentlich bald Fortsetzung.
Wem dieses Extrem gerade recht ist, darf sich auf HIOBS SPIEL 3 im Herbst diesen Jahres freuen.
Hauptsache Meißner-Bücher werden gelesen, es lohnt sich!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ungewöhnlich..., 28. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Barbarendämmerung (Broschiert)
Auf seiner Hinrichtung lernen wir ihn kennen. Er flieht, jedoch nicht ohne ein Blutbad zu hinterlassen. "Barbarendämmerung" - ein Roman in Kurzgeschichten über einen Helden, Feind, Opfer und Freiheitskämpfer in einer Person. Er lechzt nach Einsamkeit und dem Duft der Wildnis, er mordet, verteidigt, wird zum Gott und Gefangenem.

Ich kann keine Vergleiche ziehen, kenne weder andere Bücher des Autors noch Barbarenfiguren aus Literatur und Film. Da mir der Autor jedoch schon mehrfach empfohlen wurde, habe ich direkt zum neuen Roman von Tobias O.Meißner gegriffen. Ich hatte einen Fantasyroman mit Tiefgang erwartet und bekam Kurzgeschichten, die alle vom gleichen Protagonisten handeln. Ohne zusammenhängende Rahmenhandlung war es sehr gewöhnungsbedürftig. Das Gefühl, etwas zu vermissen, konnte ich während des Lesens nie ganz abschütteln, aber "Barbarendämmerung" überzeugte trotzdem.

Einmal darauf eingelassen, fiel mir der besondere Schreibstil auf. Meißner setzt kleine Wortspielereien und Wiederholungen gekonnt ein, die den Geschichten eine gewisse Würze verleihen. Der Barbar wirkt anfangs sehr unnahbar und fremd, da er sich nicht in Worten ausdrückt. Ich war oft versucht mich mehr an Nebendarsteller zu klammern, die jedoch nie länger als eine Geschichte blieben. Gegen Ende gelingen ein paar Zusammenhänge und die Abenteuer greifen ineinander über.

Natürlich ist der Barbar kein Schoßhündchen und seine Handlungen sind oft brutal. Doch Meißner zeigt eindeutig, dass nicht nur der Offensichtliche gern im Gemetzel badet, sondern auch die Umwelt kranke Köpfe beherbergt, die nur einen Schritt von der Hölle entfernt sind. Unweigerlich sieht man den Protagonisten mit anderen Augen.

Brutale Kurzgeschichten mit Tiefgang und der Frage: Wer ist hier der Barbar?
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Tobias O. Meißner - Barbarendämmerung, 17. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Barbarendämmerung (Broschiert)
In Barbarendämmerung begleitet der Leser einen wahrhaft außergewöhnlichen Protagonisten. Er ist ein Barbar, spricht nicht, schließt keine Freundschaften, handelt für gewöhnlich instinktiv und für den ('zivilisierten') Leser oft nicht nachvollziehbar. Man lernt ihn im Angesicht des Todes kennen und begleitet ihn gemeinsam mit diesem ein Stück seines Weges. Denn der Tod ist ein allgegenwärtiger Begleiter in diesem Buch '

So außergewöhnlich wie sein Protagonist, so außergewöhnlich ist auch dieses Buch. Es ist in Geschichtenform geschrieben, die zwar einen aufeinanderfolgenden Zusammenhang haben, jedoch auch einzeln stehen können. Dabei spielt Meißner gekonnt mit der Sprache, von den Kapitelüberschriften, die Konsonanten und Vokale in Groß- und Kleinbuchstaben trennen, über Satzwiederholungen als Stilmittel, bis hin zu Charakteren, die nur in Versen sprechen, um nur einige zu nennen.

Die Hauptperson, der Barbar, wächst einem im Laufe der Geschichte irgendwie ans Herz. Obgleich er unvorstellbare Gewalt in die Geschichte bringt, das Blut in Strömen fließen lässt und oftmals irrational handelt, schafft es der Autor, dass man mit ihm fühlt. Obwohl ich mich bewusst von ihm distanzieren wollte, ist mir das nur teilweise und nur manchmal gelungen, denn allzuoft zeigt der Barbar Gefühlsregungen, die für den ('zivilisierten') Leser durchaus nachvollziehbar, ja nachfühlbar sind.

Gar nicht so versteckt kommt eine Kritik an der Menschheit zum Vorschein, die die Begriffe Barbarei und Zivilisation einander gegenüberstellt, in Frage stellt, und den Leser regelrecht dazu auffordert, seine eigene Auffassung der beiden Begriffen einmal unter die Lupe zu nehmen und zu hinterfragen.

Ein Buchtipp fernab der typischen Fantasy.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine dunkle, blutige Geschichte..., 3. Oktober 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Barbarendämmerung (Broschiert)
Er spricht nicht. Nie. Ein ganzes Buch lang nicht. Er handelt. Er kämpft. Er brandschatzt. Er metzelt. Er tötet. Ein ganzes Buch lang. Er wird angetrieben von seinen niederen Instinkten. Er kennt keine Regeln und keine Gesetze. Und er verfolgt ganz sicher keine höheren Ziele. Dafür schwimmt er im Blut. Ein ganzes Buch lang.
Ein atemberaubende Geschichte um einen dunklen Helden, wobei der Begriff Held schon wieder übertrieben scheint. Er ist kein Held. Er ist ein Krieger, ein Wilder, ein Barbar eben. Und er ist ganz sicher kein Conan, denn er ist ein Namenloser. Ein ganzes Buch lang.
Der Barbar steht immer im Mittelpunkt. Es ist seine Geschichte. Einfache und blutige Episoden über einen Teil seines Lebens. Gebunden an einen klar erkennbaren Handlungsstrang. Mehr als deutlich beschrieben, hervorragend ausformuliert und mit sprachlich gewaltigen Bildern versehen. Geschichten die dunkel, blutig, fesselnd, faszinierend und abstoßend zugleich sind.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Barbarendämmerung, 17. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Barbarendämmerung (Broschiert)
Meine Rezension zu "BARBARENDÄMMERUNG"

Der Delinquent war außergewöhnlich groß- Sein Körper starrte vor Schmutz, wies aber beeindruckend modellierte Muskeln und auch etliche Narben auf. Man konnte sein Gesicht nicht sehen, aber sein nur mit einem Schurz aus grobem Leinen bekleideter Leib schien jung zu sein, höchstens Mitte zwanzig.
Das ist die erste Beschreibung unseres Protagonisten, welche wir in Tobias O. Meissners neuestem Werk zu lesen bekommen. DER Barbar wird zu seinem Hinrichtungsplatz geführt, wo ihm der Tod durch Köpfung droht, nachdem er vier Männer erschlagen hat. Doch es ist er selbst, der den Ort, an dem er Sterben sollte (und der Welt damit sicherlich einen großen Gefallen getan hätte) in ein Blutbad verwandelt. Denn wer sich dem Barbaren entgegenstellt, muss unweigerlich sterben...
Er mordet, er brandschatzt, er vergewaltigt, er säuft, er frisst und er hurt, dass ist sein einziger Daseinszweck. Er nimmt sich das, was er will, kennt kein Gesetz und keine Regel an. Er ist die ultimative Kampfmaschine. Er hält Sprechen für ein Zeichen der Schwäche, verachtet die Zivilisation und sucht nach immer größeren Herausforderungen.
Trotzdem ist Tobias Buch keine reine Schlachterorgie, auch wenn der Actiongehalt weitaus höher ist als bei "Die Soldaten" oder den "Im Zeichen des Mammuts"-Büchern. Die einzelnen Kurzgeschichten, welche jedoch chronolgisch miteinander verbunden sind und in denen man sich auch über wiederkehrende Figuren freuen darf erzählen alle eine eigene, gut ausgearbeitete Story mit anderer Grundidee. Die Questen, welche der Autor deinem "Helden" auferlegt sind im seltensten Fall reines Abschlachten. Ein wichtiger Aspekt des Buches wird bereits in dem Zitat von Robert E. Howard zu Beginn des Romans deutlich. Wer sind die eigentlichen Barbaren? Vor allem in dem (natürlich extremen) Kapitel FReSSeN wird das deutlich.

Das "BARBARENDÄMMERUNG" ein außergewöhnliches Buch ist merkt man im Übrigen bereits bei der Überschrift des ersten Kapitels. Die Konsonanten sind im Gegensatz zu den Vokalen groß geschrieben. Wie in jedem seiner Bücher versucht Tobias auch diesmal wieder neue Ideen zu verwenden. Außergewöhnliche Schilderungen wie: "Der Mond steckte fest in einem Morast aus Wolken" etc. habe ich bislang bei keinem anderem Schriftsteller zu lesen bekommen. (wobei ich zum größten Teil im phantastischen Bereich ansässig bin)

Insgesamt kann man sagen, dass es sich bei BARBARENDÄMMERUNG wieder mal um einen rundum gelungenen, erfrischend zu lesenden Roman handelt. Lediglich zwei der Kapitel sagten mir weniger zu, aber so etwas ist wohl bei jeder Anthologie der Fall. Sowohl alteingesessene Meissner-Fans, als auch Freunde actionlastiger Fantasy dürfen beherzt zugreifen.
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5.0 von 5 Sternen Außergewöhnlich, anspruchsvoll, 16. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Barbarendämmerung (Broschiert)
Dieser Roman hat mich absolut überrascht. Jedes Kapitel ist ein neues Abenteuer, der Held ist ein Barbar der niemals (!) spricht und dafür oft genug die Fäuste, bzw. die Klinge sprechen lässt. Langeweile kommt hier nicht auf einer Seite auf. Die Sprache ist kraftvoll und poetisch, ohne in zu lange Beschreibungen auszuschweifen. Wer viel Fantasy liest und mal was abseits der ausgelutschten Klischees von jugendlichen Helden und Kämpfen gegen das Böse braucht, wird hier auf seine Kosten kommen. Haut rein!
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Barbarendämmerung
Barbarendämmerung von Tobias O. Meißner (Broschiert - 16. April 2012)
Gebraucht & neu ab: EUR 5,47
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