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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 2. Januar 2009
Dieses Buch lässt mich ein wenig zwiegespalten zurück. Einerseits bin ich ziemlich fasziniert von all den seltsamen Figuren, die mir bei der Lektüre begegneten, denn neben der Hauptfigur Edward Moon, die an sich schon recht schrullig ist, sind da noch sein Assistent, der milchsüchtige und unverwundbare Riese namens Schlafwandler, eine bärtige Hure, ein Albino, zwei Mörder in Schuluniformen, eine Wahrsagerin, ein Fliegenmensch und einige andere seltsame Erscheinungen, die durchs viktorianische London wandeln. Andererseits war mir die Story, der Kriminalfall, der sich als etwas viel größeres herausstellt, als Moon zuerst denkt, etwas zu langatmig und platt. Das Ende war ziemlich blutig und irgendwie auch kitschig. Das passt gar nicht zu der tollen Atmosphäre, die durch die kuriosen Gestalten und die schönen Beschreibungen des nebligen und schaurigen Londons entstanden ist. Irgendwie hätte ich mir da etwas mehr Magie und Geist gewünscht...

Trotzdem ist es auf jeden Fall ein ziemlich schräges Buch, düster und teils fast melancholisch erzählt der Autor seine seltsame Geschichte. Interessant ist auch sein Erzähler, der sich des Öfteren ziemlich kritisch über die Hauptfigur Moon äußert und den Leser immer wieder direkt anspricht. So richtig packen konnte er mich jedoch damit nicht, aber gefallen hat es mir dennoch. Es ist eine interessante Mischung aus Krimi, historischem Roman und Phantastik...
Sein zweites Buch "Das Königshaus der Monster" möchte ich jedenfalls gern lesen, schon weil die beiden Mörder in Schuluniform wieder mitspielen.
Mal sehen, ob der Autor sich steigern kann. Das würd ich mir wünschen, denn seine Charaktere und seine Art die Dinge zu beschreiben haben das gewisse Etwas... :-)
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 17. März 2009
Wenn der Mond schon im Namen steckt, sind die Albträume oft nicht weit. Dem Bühnenillusionisten und Hobbydetektiv Edward Moon begegnen sie in diesem Buch zuhauf. Dabei steht ihm ein seltsamer Partner zur Seite, der "Schlafwandler": ein stummer, haarloser, scheinbar unverwundbarer Riese mit Rechtschreibschwäche und Suchtverhalten nach Milch.

Das ist aber erst der Anfang an Skurrilitäten. Die beiden Helden - wenn man sie als solche sehen mag - machen sich auf den Weg, einen außergewöhnlichen Mordfall zu untersuchen und werden dabei in dunkle Verschwörungen und Gegenverschwörungen hineingezogen. Dabei kreuzen immer wieder absurde Charaktere ihren Weg: z.B. der Geheimagent Skimpole, ein Albino, oder der aus dem Zeitgefüge fallende Thomas Cribb, ein Sonderling, der sich nicht an die Vergangenheit, sondern an die Zukunft zu erinnern pflegt.

Autor Jonathan Barnes, seines Zeichens Oxford-Absolvent und Zeitungskolumnist, hat mit schlafwandlerischer Sicherheit einen Bestseller gelandet. Zur großen Klasse fehlt es dem Roman aber. Die Gründe:

1) Barnes reizt das Topos Kuriositäten und Monstrositäten zu sehr aus. Kaum eine Figur ist "normal". Selbst die Prostituierten tragen Bärte oder zwei Köpfe. Durch diese übertriebene Skurrilität schrammt das Buch hart am Geschmacklosen vorbei.

2) Der Roman fängt wortgewaltig und witzig an, hat aber im Mittelteil arge erzählerische Schwächen und Hänger, ehe er in den drei Schlusskapiteln wieder ganz ordentlich an Ironie bzw. Tempo zulegt. Manches, wie die Frage nach dem Wer oder Was in Bezug auf den Schlafwandler, kommt dabei zu kurz.

3) Die Mixtur an entlehnten Elementen ist zu überladen: Moon und der Schlafwandler erscheinen als paradoxes Zerrbild von Holmes und Watson, während der Dichter Samuel Coleridge zu einer Mischung aus Frankensteins Monster und ätzendem Alien gerät.

4) Die Schuluniform tragenden "Präfekten" Boon und Hawker liefern sich zwar höllisch gute Dialoge, sind aber leider eine Kopie von Neil Gaimans dämonischen Killern Mr Croup und Mr Vandemar. Überhaupt erinnern die Geschehnisse in den Tunneln unterhalb Londons sehr an Gaimans "Niemalsland", das schon von Christoph Marzi in "Lycidas" schamlos kopiert worden war.

Aber "Das Albtraumreich des Edward Moon" hat auch seine Stärken. So erfährt man unerwartet und auf amüsante Art und Weise am Ende des 17. von 20 Kapiteln, wer eigentlich der wortgewandte Erzähler ist, der schon in den allerersten Zeilen voranstellte: "Seien Sie gewarnt. Dieses Buch besitzt keinen wie auch immer gearteten literarischen Wert. Es ist ein grässliches, gewundenes, zweifelhaftes Konvolut von Unsinnigkeiten, bevölkert von wenig überzeugenden Charakteren, geschrieben in trockener, öder Prosa, des Öfteren lächerlich und gewollt bizarr."

Schön, dass Jonathan Barnes einen ausgeprägten Sinn für Selbstironie besitzt!
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 10. Mai 2008
Das Albtraumreich des Edward Moon" ist ein fantastischer, bizarrer und mysteriöser Roman, der im viktorianischen England spielt. Hauptplatz des Geschehens ist die Kloake London, in der sich all die widerwärtigen und elenden Gestalten der Geschichte tummeln. Schon die Hauptfigur, der Bühnenmagier Edward Moon, ist eine sehr absonderliche Gestalt, doch die nachfolgenden Charaktere der Geschichte übertreffen ihn um ein Vielfaches. Da ist der schweigsame Schlafwandler, der unverwundbar ist und eine Leidenschaft für Milch besitzt. Ein widerwärtiger fettgepolsteter Schwerverbrecher ist Edwards Informant. Am Ende der Geschichte tauchen zwei gefürchtete Mörder in Schuluniformen und mit jugendlichem Humor auf. Und dann ist da noch Mister Cribb, ein elend hässlicher Mann, der überzeugt davon ist, die Zukunft zu kennen und rückwärts durch die Zeit zu reisen.

All diese Figuren bilden die Basis dieses düsteren, seltsamen und bizarren Romans. Gemeinsam mit vielen kleinen Details vermischen sie sich zu einer packenden und schwermütigen Geschichte, die den Leser nicht loslässt. Fasziniert blättert man sich von Figur zu Figur und den wechselnden Schauplätzen, um endlich herauszufinden, wie sich alle Ereignisse auflösen. Das Ende ist entsprechend der Geschichte dann abermals verrückt und bizarr, doch hat sich der Leser im Laufe der Geschichte etwas besseres als dieses Blutbad versprochen.

Diesen Roman kann man nur schwerlich in ein Genre einreihen. Zwar spielt die Erzählung in der Vergangenheit, doch enthält sie so viele abenteuerliche Gestalten, dass man sie in den Bereich des Fantastischen einreihen muss.

Wer gelangweilt ist von trägen Kriminalromanen, Liebesgeschichten und lieblosen Abenteuererzählungen, der findet hier in diesem Roman ein düsteres, mysteriöses London, das sich eine Entdeckungsreise wert ist.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Erst einmal: Gut, dass ich in der Buchhandlung und nicht bei amazon auf das Buch gestoßen bin. Die Online-Rezensionen sind teilweise so negativ, dass ich dieses Werk vielleicht nicht gekauft und damit echt etwas verpasst hätte! Ich kann den Vorwurf, die Geschichte sei verwirrend und viele Dinge blieben offen, nicht ganz nachvollziehen. Gut, der Handlungsstrang ist nicht vorhersehbar - wie erfrischend! Nicht jedes Rätsel
wird beantwortet - ist doch auch im normalen Leben so!!!

Apropos normales Leben: Davon ist im Roman nicht viel zu spüren. Ist ja auch so etwas wie ein viktorianischer Fantasyroman. Die Figuren sind dermaßen abgedreht, als wären sie direkt einem Tim Burton Film entsprungen! Ich bin sicher, er hätte seine wahre Freude an dem Buch: eine sehr düstere Mischung irgendwo zwischen Sherlock Holmes und Les Miserables angesiedelt. Sprachlich ist der Roman ein Genuss mit einem ironischen Unterton. Beispiel: "Honeyman war ein feister schwerfälliger Mensch, der andauernd schwitzte und dessen Hängebacken beim Gehen bebten und flatterten. Nur wenige Seiten trennen uns von seinem Tod. Also hängen Sie Ihr Herz bitte nicht an seine Person." Genial!

Einziger Schwachpunkt ist die Figur Edward Moon selbst. Neben den schillernden und skurrilen Nebenfiguren wirkt er blass und vom Typ her schlecht greifbar. Als gelangweilter, etwas in die Jahre gekommener Dandy überzeugt er genauso wenig wie als gewiefter Zauberkünstler. Der Charakter ist nicht gut gelungen. Das Gleiche gilt für den Schlafwandler. Auch so eine Figur, deren Sinn sich nicht wirklich erschließt. Dennoch bietet "Das Albtraumreich von Edward Moon" unvergessliche Bilder und jede Menge Überraschungsmomente. Und ich werde nicht müde, es zu wiederholen. Hier ist nichts vorhersehbar. Wie schön!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 29. September 2009
...ist dieses einzigartie Werk von Jonathan Barnes.

Im düsteren viktorianischen London geschehen geheimnisvolle Dinge. Menschen werden ermordet und es brodelt im Untergrund. Der alternde Magier und Detektiv Edward Moon nimmt sich der Sache an. Sein unverwundbarer, stummer Freund, der Schlafwandler, und so manch andere skurile Figur helfen ihm bei seinen Ermittlungen.
Soweit zur Handlung, die in den ersten zwei Dritteln eher als banale (manchmal brutale) Kriminalgeschichte angelegt ist. Das einzige was sie von anderen nüchternen Krimis unterscheidet, ist zum einen die Kulisse: Ein kleines geheimnisvolles Theater und das düstere London, das den Leser nicht gern hinter seine viktorianische Fassade blicken lässt. Zum anderen schafft es Barnes durch die Vielfalt seiner Figuren und deren Skurilität eine Atmosphäre zu erschaffen, die einen Weiterlesen lässt, auch wenn die Handlung mal wieder etwas langatmig ist. Das letzte Drittel der Handlung aber, unterscheidet die Geschichte eindeutig von anderen phantastischen Krimis, die ich kenne. Dazu gleich mehr.

Die Erwartungshaltung, die das Cover und der Titel beim Leser evtl. hervorrufen könnten, nämlich, dass Barnes hier eine Art viktorianischen Horro-Fantasy-Thriller geschrieben haben könnte, geht leider völlig ins Leere. Horror und auch Fantasy hat das Buch reichlich, sie sind hier aber nur Beiwerk, nicht der Hauptstrang der Geschichte. Inhaltlich bewegt sich das Buch, wie bereits erwähnt, auf der Ebene eines phantastischen Krimis. Wobei die Auflösung des Falles im Vordergrund steht und nicht die evtl. übersinnlichen Fähigkeiten oder die interessante Vergangenheit der Protagonisten. Die Action, die man dabei vielleicht erwarten könnte, kommt vielleicht etwas kurz, ist in diesem Werk aber auch nicht unbedingt nötig und hätte die Handlung nicht unbedingt vorangetrieben. Letztlich ist das letzte Drittel des Buches entscheidend. Denn hier driftet das Buch nicht völlig ins Phantastische ab, was man durchaus hätte erwarten können, sondern nimmt direkten literaturhistorischen Bezug auf die englische Romantik, insbesondere auf den Dichter Coleridge. Darüber habe ich mich riesig gefreut.

Dies ist wahrscheinlich der Punkt, weshalb das Buch hier oft schlechter bewertet wurde, als es ist. Es hat zu häufig die Erwartungen der Leser enttäuscht. Und bei mir wäre das beinahe auch geschehen. Die ersten zwei Drittel des Buches sind zu schwach, um dem Titel gerecht zu werden, auch wenn Barnes ein Figurenpanorama erschafft, dem es einfach nur Spaß macht zuzusehen. Aber spätestens dann kommt die Handlung wieder etwas zu kurz. Dass Barnes dann aber ein Thema der englischen Dichter der Romantik, die Pantisokratie, aufgreift und seinem Werk (beinahe) zu Grunde legt, hat es für mich mehr als grettet.

Dieser Umstand und die bereits erwähnte Figurenvielfalt und -gestaltung haben dem Buch vier Sterne beschert.

Sprachlich bewegt sich dieses Buch auf eher hohem Niveau. Barnes, der ohne Frage literarisch gebildet ist, versucht sich am Stil des 19. Jahrhunderts zu orientieren und schafft dies auch die meiste Zeit. Seine Sprache ist geschliffen und klar, oft ironisch und immer interessant ohne belehrend zu sein.

Schlecht an diesem Buch finde ich, dass häufig Fragen offen bleiben. Woher kommen diese Massenmörder, die sich als Schuljungen verkleiden und die Zeit scheinbar unbeschadet überdauern konnten. Oder: Woher kommt der Schlafwandler und woher hat er seine Fähigkeiten? USW. Hier könnte man beliebig viele Fragen anhängen. Also, wen es stört, dass Barnes Interessantes häufig nur erwähnt, um eine gewisse Atmosphäre aufzubauen, der wird hier genug Angriffsfläche finden. Zu Barnes Verteidigung: Für die Handlung sind diese Informationen nicht nötig und hätte er sie dennoch ausführlich behandelt, wäre das Buch gut und gerne 1000 Seiten dick geworden.

Was mir auch ein wenig gefehlt hat, war Spannung. Die Handlung bewegt sich mehr oder weniger immer auf der selben Ebene ohne wirklich auszubrechen, vom Ende abgesehen. Mich hat dieser Umstand nicht wirklich gestört, da ich die Literatur des 19. Jahrhunderts gewöhnt bin und hier die Spannung häufig mal um des Erzählens Willen auf der Strecke bleiben kann. Man weiß auch eine ganze Zeit lang nicht, in welche Richtung die Geschichte gelenkt werden soll.

Dies bringt mich zum nächsten und meiner Meinung nach größten Kritikpunkt: Der Leser sollte wohl idealerweise Engländer und, was besonders die Literatur der englischen Romantik betrifft, literarisch vorgebildet sein. Okay, zumindest sollte man mal etwas über die Bewegung des "Romaniticism" oder Coleridge gehört haben. Man versteht die Handlung zwar auch bestens ohne Vorkenntnisse, das Buch erhält dadurch aber eine unverhoffte Tiefe und besondere Qualität. Ohne diese hätte ich ihm auch nur drei Sterne gegeben!

Fazit: Das Buch hat mehr Potential, als man auf der ersten Blick vielleicht vermuten könnte, ist aber sicher nichts für Horror-Fans. Wer das alte England und seine Literatur des 19. Jahrhunderts liebt und dies mit phantastischen Figuren gemixt immernoch mag, der wird hier voll auf seine Kosten kommen.

Für dieses Buch sollte ein Instant-Kamin gleich mitgeliefert werden. Dann sollte man noch für einen weichen Sessel und Schwarztee mit Milch sorgen und die Weichen sind gestellt, um in diesem herrlichen Werk zu versinken.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 18. März 2008
Manchmal genügt der erste Absatz eines Buches, um den zwingenden Wunsch entstehen zu lassen, dieses lesen zu müssen. Im Falle von Jonathan Barnes Debütroman "Das Albtraumreich des Edward Moon", Original unter dem Titel "The Somnambulist" veröffentlich, ist es dieser: "Seien Sie gewarnt. Dieses Buch besitzt keinen wie auch immer gearteten literarischen Wert. Es ist ein grässliches, gewundenes, zweifelhaftes Konvolut von Unsinnigkeiten, bevölkert von wenig überzeugenden Charakteren, geschrieben in trockener, öder Prosa, der öfteren lächerlich und gewollt bizarr. Es ist wohl überflüssig, hier anzumerken, dass Sie keiner Zeile Glauben schenken werden." Doch was erwartet den Leser mit diesem Roman? "Das Albtraumreich des Edward Moon" ist ein genreübergreifender Roman, eine gelungene kuriose und groteske Mixtur aus Krimi, Schauerroman, Fantasy und historischen Elementen.

London, 1901: Edward Moon, ein gutaussehender Bühnenzauberer, der seinem sechsten Lebensjahrzehnt entgegengeht, hat seine besten Bühnenjahre hinter sich. Seine Leidenschaft gilt dem Lösen verworrener Kriminalfälle. Auf der Bühne wie auch bei seinen Kriminalfällen unterstützt ihn sein Assistent, ein zwei Meter großer schlafwandelnder Gigant. Gemeinsam werden die beiden berufen, eine bizarre Mordserie aufzuklären. Die Ermittlungen führen Moon und den Schlafwandler in die Unterwelt des viktorianischen London: das Reich der Fliegenmenschen, Hellseher und Geheimbünde. Im Laufe der Untersuchungen wird Moon immer deutlicher, dass ganz London bedroht ist, jedoch er selbst im Zentrum der Gefahr steht...

Jonathan Barnes überzeugt in seinem Debüt mit phantasievollen, geistreichen und geisterhaften Charakteren und Geschöpfen. Sein Kabinett der Kuriositäten ist schaurig-komisch, manchmal poetisch, manchmal unheimlich. Mit dieser Mischung gelingt es ihm den Leser zu fesseln, obwohl das Ende des Romans leider gegenüber dem furiosen Beginn etwas abfällt. Die Sprache von Jonathan Barnes erinnert an die spitzen Federn von Wilde, Shaw und Dickens, der Aufbau des Kriminalfalls ist teils an Sir Arthur Conan Doyle und Edgar Allan Poe angelehnt. Atmosphärisch liegt der Roman Susanna Clarkes "Jonathan Strange und Mr. Norrell" nahe. Dennoch hat Jonathan Barnes Roman einen vollständig eigenen Charakter, eine eigene Handschrift.

Wenn Sie Spaß haben an ungewöhnlichen, kuriosen und grotesken Romanen gehen Sie mit Jonathan Barnes auf die äußerst vergnügliche Reise in "Das Albtraumreich des Edward Moon" - Sie werden es nicht bereuen. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf Jonathan Barnes nächsten Roman; wie ich gesehen habe, erschien im Februar 2008 die englische Ausgabe seines nächsten Werkes "The Domino Men".
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Die Handlung dieses Buches kann man getrost vergessen, denn sie ist reichlich verworren und kaum in allen Details nachzuvollziehen. Wichtig an Jonathan Barnes' Debütroman "Das Albtraumreich des Edward Moon" ist allein die Atmosphäre - und die ist für alle Leser richtig gut, die auf Nebel, verlassene U-Bahn-Schächte, unergründliche Hellseherinnen und schaurige Verliese stehen.

Zentrale Figuren sind der Varietézauberer Edward Moon und sein Gehilfe, der Schlafwandler. Im London des Jahres 1901 helfen die beiden der Polizei bei den Ermittlungen in zwei Mordfällen, bei denen die Opfer von einem seltsamen Fliegenmenschen, der Fassaden erklimmen kann, getötet wurden. Die beiden Hobbydetektive geraten schließlich auf die Spur einer Verschwörung, die die Zerstörung ganz Londons zum Ziel hat.

"Das Albtraumreich des Edward Moon" wird bevölkert von allerlei skurrilen, manchmal sogar grotesken Gestalten. Das fängt schon beim Detektivgehilfen, dem stummen "Schlafwandler", an. Ein Mensch kann er nicht sein, denn er lässt sich allabendlich auf Edward Moons Zaubererbühne von mehreren Schwertern durchbohren, ohne dass ihm diese Behandlung etwas ausmachen oder ein Tropfen Blut fließen würde. Ein Zeitreisender, dessen genaue Funktion im Rahmen der Geschichte nie ganz klar wird, und ein Dichter, der unter Zuhilfenahme von einigen menschlichen Ersatzteilen in einem Flüssigkeiten-Tank wieder zum Leben erweckt wird, sind weitere Beispiele.

Fazit: Wer einen leicht altmodischen Gothic-Grusel im Stile Frankensteins mag, wird von diesem Buch sicherlich nicht enttäuscht sein und über die Schwächen im Handlungsaufbau hinwegsehen können.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 17. Januar 2010
Zugegeben ist dieses Buch, für einen Unterhaltungsroman, ziemlich passabel geschrieben. Auch bekommt man auf den ersten Seiten einen gut geschilderten Eindruck des viktorianischen Londons. Danach geht es aber schnell Berg ab. Eine skurille Figur folgt auf die Andere, eine noch übertriebener als die Andere. Die Haupfiguren sind mehr als platt, und auch wenn der Autor zwecks Fortsetzung noch nicht alle Geheimnisse von Magier/Detektiv Edward Moon offenlegt, hat man eigentlich keine Lust, diese auch noch zu lesen.
Die Handlung ist eine Mischung aus Fantasy und Kriminalroman und überzeugt wenig. Spannung will kaum aufkommen und auf die Lösung kommt man schon 200 Seiten vorher.
2 Sterne gibt es, weil man wenigstens ein paar mal schmunzeln kann und es auf diesem Gebiet noch viel schlechtere Bücher gibt. Das Albtraumreich des Edward Moon
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 29. Januar 2010
Ich habe mich von dem skurrilen Einband und dem interessanten Klappentext überreden lassen, mir dieses Buch selbst zu Weihnachten zu schenken. An sich passen Story und Schreibstil auch zusammen,jedoch finde ich es teilweise sehr anstrengend zu lesen. Barnes hat in keinem Fall einen modernen Schreibstil, sondern passt sich der zeit, in der das Buch spielt, an. Um es abends zum Enstpannen zu lesen, ist es mir definitv zu anstrengend. Dadurch will bei mir auch nicht wirklich Spannung aufkommen. Zudem ist die Story etwas verwirrend und undurchsichtig. Vieles wird bewusst im Unklaren gelassen.

Aber ich finde es einen mutigen Versuch, mal einen anderen Krimi zu schreiben. Es ist ja auch ein Debut, vielleicht lernt Barnes ja und machts beim nächsten Mal besser.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 23. Juni 2008
Guter Stil, wirre Geschichte.
Jonathan Barnes ist zweifellos ein hervorragender Schreiber, der ebenso hervorragende Charaktere schaffen kann. Leider hat mir seine Geschichte überhaupt nicht behagt, sie wirkte unfertig, bizarr, leblos, andauernd werden allerlei Sichtweisen der verschiedensten Personen aufgezeigt, die zwar manchmal erhellend, oft genug aber lästig sind und mich eher ratlos zurück ließen. Im Ganzen verheißen Auftakt, Aufbau und Andeutungen mehr, als am Ende rauskommt. Im Radio wurde das Buch mit den Werken von Moers verglichen und das ist - was seinen Inhalt angeht - fast eine Beleidigung. Kurz: Fünf Punkte für den Stil und die vielen guten stilistischen Ideen, zwei für die Geschichte, macht dreiundeinenhalben. Abgerundet drei.
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