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Auf der Sonnenseite: Warum uns die Energiewende zu Gewinnern macht
Format: TaschenbuchÄndern
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20 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 28. Januar 2014
Warum uns die Energiewende zu Gewinnern macht - Nun, nach der Lektüre weiss ich warum die Energiewende niemals funktionieren kann.

Im Prinzip hätte Herr Alt schon nach dem letzten Satz des Vorwortes:"Wer daran Zweifelt, dass die Sonne uns genug Energie schenkt macht sich einfach lächerlich" , bereits aufhören können zu schreiben .

Dieses Motto wird mit ganz ganz viel Zahlen und Beispielen und Beispielchen wiederholt. Beispiel "30 Gigawatt Photovoltaik Leistung waren 2012 installiert " (S.19)- dass diese gigantische installierte Leistung jedoch 2012 nur 4,5% zur Stromproduktion beigetragen hat wird nirgends erwähnt.
Auf die Kosten wird sinngemäß nur insoweit eingegangen, dass dies ja sozusagen "gut angelegtes Geld sei" verglichen mit der fossilen oder atomaren Apokalypse.

Wer bei dieser Argumentation brav mit dem Kopf nickt, freut sich auch über 1000% mehr Wind-Strom in China, was für Franz Alt beweist, China ist auch auf dem guten Sonnenweg. Kein Wort über den rasanten Ausbau des Kohle Kraftwerkspark oder der 27 AKW s im Bau und 61 in der Planung. Nein wir erfahren da, dass China seine Atompläne überdenkt, in der Realität sieht man davon nichts. Nun, Herr Alt darf seine Argumente zusammenstellen wie er möchte, frei nach dem Motto:"Mach es wie die Sonnenuhr zähl die schönen Stunden nur".

Warum uns die Energiewende zu Gewinnern macht ist mit einer Zusammenstellung von Jubelmeldungen noch nicht erklärt. Stattdessen erfahren wir z.B. Seite 231:"Die ersten Landwirte in Deutschland und Italien bauen sieben Meter über Ihrer Ackerfläche Solaranlagen und Nutzen ihre Böden weiter für den Anbau von Lebensmitteln. eine zweistöckige Landwirtschaft wird bald keine Ausnahme mehr sein. Denken wir an die Produktion von Kerosin und Benzin aus Pflanzenabfällen".
Ok,so viel Vision war noch nie und daran krankt auch das ganze Buch.

Ein Namedropping von Dingen die denkbar, irgendwo ausprobiert wurden und schon seit 10 Jahren im Gespräch sind.
Zum Beispiel Speicher, kein Problem auf Seite 170-174: Batterien, Pumpspeicherkraftwerke, Power To Gas,.... Keine einzige Abschätzung des Wirkungsgrades und der entstehenden Verluste, keine Wort zu den Kosten.
Da wandelt einer argumentativ Kapitel für Kapitel durch blühende solare Landschaften unbehelligt von jeder Physik,Technik oder Ökonomie. Unterbrochen nur vom Exorzismus des Leibhaftigen in Form von Tschernobyl, Fukushima und Peak Oil.

Das mag vor 30 Jahren sexy gewesen sein, ein radikaler Gegenentwurf. Heute bei 20 Mrd EEG Umlage und erkennbaren Ökonomischen Verwerfungen ( Kapazitätsmarkt, Zusammenbruch des Börsenstrompreises, ...) ist das einfach Kinderkram.

Ab Seite 229 von den 266 Seiten hofft man endlich zu den versprochenen Antworten zu kommen " Franz Alt weist den Weg zur Energiewende" (Zitat Klappentext). "Das neue Ordnungsprinzip" endlich die Antwort auf die Frage warum die Energiewende uns zu Gewinnern macht.

Das beginnt schon mal so wie die Kapitel vorher auch mit einer Jubelmeldung. Sein Freund Scheer hat ausgerechnet, "dass man entlang der A7 auf 900 Kilometern 1250 Windräder von 5 MW aufstellen kann, könnte 2,2 % des Stromverbrauchs erzeugen".
Phantastisch, warum ist da bisher keiner drauf gekommen?
Rechnen wir mal nach, ein 5 MW Windrad alle 720 Meter. Das hat er mit Frau Merkel auch schon besprochen und die hat auch brav genickt und das toll gefunden, wenn:" Und als Investoren müssen wir dann die Menschen entlang der Autobahn gewinnen.Dann werden sie auch die Anlage akzeptieren"

Hier enthüllt Franz Alt das erste mal warum uns die Energiewende zu Gewinnern macht.
Investiert in Grüne Energie, bildet Genossenschaften und vertickt euren Solarstrom für 15-18 ct die kWh, und macht einen Reibach. Dumm dran ist nur wer nichts zu investieren hat.
Franz Alt lässt auch die Frage offen wer den Strom bezahlen soll, wenn wir alle Strom produzieren? Sind wir alle Energiemüller?

Energie als Allmende, als Commons ist toll(S. 232), noch so ein Prinzip von Ihm:"Es überwindet die grundlegenden Strukturen des Kapitalismus:den Markt,die Lohnarbeit,den Profit und die staatliche Intervention. Auch Sonne und Wind sind Gemeingüter, das macht sie für die alte Energiewirtschaft so gefährlich".
Hat da vielleicht jemand bei Marx klassenloser Gesellschaft plagiiert, wir überwinden die Strukturen des Kapitalismus mit.... Solarpanelen? Leider kein Hinweis wie der Zaubertrick so im Detail funktionieren soll, einfach indem wir freundlich in die Sonne grinsen kommt auch kein Strom in die Steckdose.

Aber gemach, zunächst sind da einmal die Bösen,das sind EON und RWE, die sind dafür Verantwortlich dass der Strom so teuer geworden ist, wo doch der Strompreis an der Strombörse im Keller ist.
Wie die Bösen das so im Detail gemacht haben erfahren wir auch, weil schwarz-Gelb die Subventionen für die Erneuerbaren gekürzt und gedeckelt hat. Wie das denn wirtschaftlich zusammenhängt? Sendepause!
Das verwundert doch sehr, da Sein Freund Hermann Scheer doch das EEG praktisch geschrieben hat.
Wenn einer uns haarklein erklären können sollte wie sich das EEG auf Markt und Kosten auswirkt, dann doch Franz Alt, stattdessen erfahren wir was für ein Erfolgsmodell das EEG ist und "dank dem Deutschen EGG bald alle Menschen dieser Welt Zugang zu preiswertem Solarstrom haben, den es weltweit im Überfluss gibt".
Dumm nur,dass wir davon nichts abkriegen.

Es ist ermüdend und traurig sich mit der Argumentation von Franz Alt auseinanderzusetzen.
"Wirtschaftliches Wachstum mit erneuerbaren Energien bedeutet Naturerhalt"S. 251. Ich habe Verwandtschaft in der Eifel, wenn ich bei denen vors Haus trete habe ich eine Skyline von Windrädern vor mir. Wenn das Naturerhalt sein soll und wir noch tausendfach mehr davon brauchen, dann stimmt was nicht. Aber das ist ja nur "windiger Protest" für Franz Alt.

Vollends absurd sind die ökonomischen Ansichten. Nach Alt gibt es eigentlich keinen teuren EEG Strom, weil die Wertschöpfung ja ganz lokal bei den Solarbaronen, Windmüllern, Genossenschaften , Stadtwerken und im Land bleibt. Die Dänen sind die glücklichsten Menschen, sie haben den meisten Windstrom ,den teuersten Strom in Europa und alles bleibt im Land. Dumm nur ,dass es Dänen gibt, die den teuren Strom kaufen MÜSSEN und daher kein Geld habe sich ANDERE Dinge zu kaufen. Es gilt auch hier der Satz aus der Finanzkrise, unser Geld ist nicht weg, es ist jetzt nur woanders.
Es ist absurd, dass Franz Alt auf die Gier der Energiekonzerne eindrischt, hat er doch selbst 1,3 Millionen zu EEG Rendite Gewinnern gemacht und er will dass es noch mehr werden. Woher das Geld kommen soll um immer mehr dieser Gewinner zu bezahlen?

Die Verrechnung der EEG Abgabe mit den Kosten für Primärenergie/Importe oder "Folgekosten" ist auch so ein müdes Argument. 20Mrd EEG zu 90Mrd Energieimporte. Nun für die 90 Mrd heizen wir ganz Deutschland und fahren umher, wogegen ich für 20 Mrd nur 25% des Stromes bekomme.
Interessanter wäre ein Vergleich der "Folgekosten" mit den Altmeierschen 1000 Mrd Euro für Speicher, Netze, Zubau Eneuerbare,... um die Ziele der Energiewende zu erreichen. aber da ist bei Franz Alt auch Sendepause.

Wie gesagt Ökonomie ist nicht sein Ding, wenn er Schumpeter zitiert mit der Schöperischen Zerstörung und dies auf die erneuerbare Energie bezieht. Das ist schon ein Schenkelklopfer, von Innovation und natürlicher Verdrängung der alten Energie durch die Erneuerbaren zu sprechen bei Einspeisevergütung, Einspeisevorrang und ZWANG des Kunden diese Energie zu beziehen und per Umlage zu bezahlen.

Wie auch immer, in jedem Absatz steckt mindestens ein Schmankerl wie :" Für die Energiewende gibt es keinen Masterplan, sie ist ein kollektiver Lernprozess".
Das hat der Ökonom Hans-Werner Sinn ähnlich ausgedrückt und "Energiewende ins Nichts" genannt.

In Summa ganz viel Emotion, Vision bei minimalem Realitätsbezug, daher ein Stern.

Im Grunde ein Buch,dass als Predigt an die Gläubigen gerichtet ist, auf zu den solaren Fleischtöpfen, dem nie verlöschenden Feuer.
Franz Alt liegt damit fadengerade auf der Linie seiner bisherigen Werke, d.h dieses Buch ist leider keine Antwort auf die Frage warum es denn so teuer wird, wo die Sonne doch keine Rechnung schickt und warum uns die Energiewende zu Gewinnern macht
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8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 5. Juni 2014
H. Alt ist und bleibt Ideologe. Das galt schon hinsichtlich seiner mehr als naiv anmutenden Ansichten zum Thema Frieden stiften.
(Motto: einfach auf Gewalt nicht mit Gewalt antworten und alles wird gut). Der ewige einfache Wahrheiten predigende Alt hat in Wirklichkeit von so ziemlich nichts eine Ahnung. Die Welt ist aber deutlich komplexer. Interessiert H. Alt aber nicht so lange die Leute mit Begeisterung seinen Bücherschrott kaufen.

Meine Güte ist die Welt naiv.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Ich habe die Lektüre des vorliegenden Buches als äußerst aufschlussreich erlebt. Durchaus spannend zu lesen, welche Funktionen und welch dominanten Einfluss Lobbyisten und Energiemultis in diesem Sektor haben. Wir gehören zur Nr. 1, wenn es um die Nutzung alternativer Energiequellen geht, sind aber dennoch von Atomstrom abhängig... Schlimm zu wissen und an dieser Stelle eben unglaubliuch spannend zu lesen, wo der Grund für dieses Dilemma liegt und wer uns in der Energiewende permanent bremst. Meine Empfehlung, gutes Buch!
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6 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 14. März 2013
Franz Alt. Auf der Sonnenseite.

Wir von der 68er Generation kennen Franz Alt noch als alten Haudegen und Atomkraftbefürworter. Der bekennende Christ hat 1967 über Konrad Adenauer promoviert - und seit 1963 - da war er 25 Jahre alt - ist er Mitglied der CDU, die er 1988 verlassen hat. Mit 50! So lange braucht ein vernünftiger Mensch?!
Wie auch immer:
Alt erlebt mit Tschernobyl sein Waterloo. Und seitdem nähert er sich konsequent der ökologischen Denkweise. Und gebraucht seinen Verstand (und den seiner Frau Bigi). Auf 270 Seiten fasst er in seinem neuen Buch usammen, was er schon immer, zumindest seit 30 Jahren vertritt: Start der Energiewende, Kraft von unten, Kraft der Sonne.
Franz Alt optimiert sich mit jedem Buch mehr. Dieses hier trägt zusammen, was die Welt vom Äußeren zusammenhält (die Sonne) und was wir Menschen daraus machen. Immerhin - wir haben angefangen. Das dokumentiert Alt in vielfältiger, überzeugender, atemberaubender Weise. Ein Mut- und Mitmach-Buch, gewidmet Angela Merkel (wegen ihrer Atomwende) und Hermann Scheer (wegen seiner Tatkraft und Umsicht).
Er nennt Namen und Organisationen - und zeigt, wie sie vorgehen bei dem Versuch, die alten Welten wiederherzustellen. Mit Dummheit und Götterglaube - und den Fritten für das Kind. Und er zeigt auf der anderen Seite detailliert und kompetent und verständlich, was möglich ist:
Die Energiewende. Jetzt. Sie hat schon lang begonnen. Und wir sind mittendrin. Und viel, viel erfolgreicher, als er selbst es für möglich gehalten hätte.
Mit zahlreichen Beispielen aus dem Alltag, den Franz und Bigi Alt fast täglich durchstreifen. Ihr Lernort ist die ganze Welt. Und den bereiten sie für uns auf.
Ein Buch, das jeder Bürgermeister allen seinen Gemeinderäten in die Hand drücken sollte. Und jeder Unternehmer allen seinen Mitarbeitern. Und jedes Kind und Enkelkind seinen Eltern und Großeltern. Auf geht's, ihr habt die Erde nur von uns geborgt. Schluss mit dem Irrsinn. Brüder, zur Sonne, zur Freiheit. So einfach ist das wirklich.
Und das wirklich Tolle an dem Buch. Ein Mann fährt seine Ernte ein. Er hat alles gesehen, weiß alles und hat vieles davon angestoßen. Er hat Freunde auf der ganzen Welt, die seine Ideen umsetzen, inspirieren, weiter tragen, gestärkt zurückbringen. Auf alle Fragen hat er erstaunlich gute Antworten: Speicher? - kein Problem: Smart Grid und vieles mehr: Wäsche wird gewaschen, Geschirr gespült, Nahrungsmittel (tief)gekühl, wenn die Sonne scheint und die Winde wehen, der Rest erfolgt über Pumpspeicher, Druckluftspeicher, Wasserstoffaufbereitung und E-Cars und E-Bikes: Die Kombination der Erneuerbaren. Wind, Solarstrom, Wasserkraft, Geothermie, Meer. Subsidiarität als Prinzip - und die Renaissance der Genossenschaften: solide, solidarisch, sexy. Die Lösung liegt in der Regionalität und der Mitverantwortung.
Franz Alt spricht am 28. April auf dem Zukunftsmarkt 2013 in Baden-Baden Steinbach.

Gute Nacht. Morgen ist ein neuer Tag. Und die Sonne scheint - zumindest über den Wolken.
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3 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 31. März 2013
Alt wendet sich mit seinem Buch nicht an die Regierenden, sondern an die Neugierigen, um sie zu aktivieren. Er zählt nicht nur Probleme auf, sondern berichtet von Erfolgsgeschichten der Energiewende.
Schon 2009 haben Wissenschaftler in der Scientific American eine Studie veröffentlicht, dass bis 2030 eine vollständige Umstellung auf regenerative Energien möglich ist. Noch haben wir die Chance, den Klimawandel auf zwei Grad zu begrenzen, ansonsten droht der Kollaps. Zu hoffen wider alle Hoffnung: das ist Alts Hoffnung.
Aus Alt prasseln nur so die Fakten, es sprudelt zum Thema: Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über.
Die Atomlobby hält er für eine Lügenbande: Sellafield, Tscheljabinsk, Harrisburg, Tschernobyl, Fukushima; alle 10000 Jahre sollte etwas passieren, alle 10 Jahre ist etwas passiert. Die Energiewende muss beschleunigt werden statt die AKWs teuer nachzurüsten.
1990 wurden noch 21,8 Milliarden Tonnen CO²-Treibhausgase emittiert, 2012 waren es bereits 33 Milliarden - sieht so die Zukunft aus? Die von Millionen Bürgern getragene Energieversorgung ist die Jahrhundertaufgabe, für die wir keine 100 Jahre Zeit haben. An Besuchen von Mustergroßanlagen lässt Alt uns teilhaben wie er immer bewusster das Ziel 100%-erneuerbar für möglich hält, er hämmert es uns richtig ein.
Städte wie Frankfurt verfolgen das Ziel, in 10 bis 30 Jahren auf 100% erneuerbare Energie mit Solaranlagen,Windrädern, Bioenergie, Geothermie, Pumpspeicherkraftwerken, Druckluftspeicherkraftwerken zu erreichen.
Eine weitere Speichermöglichkeit ist die Power-to-Gas-Technologie. Der erneuerbare Strom wird durch Elektrolyse in Wasserstoff und Methanisierung in Methan umgewandelt und dann bei Bedarf rückverstromt - zum Beispiel für Erdgasautos.
Deutschland hat mit natürlichen Speichern unter der Erdoberfläche, den Gaskavernen, große Speicherkapazitäten.
Windstrom aus dem Binnenland ist dabei preisgünstiger als der viel zu teure Offshore-Windstrom. Im Herbst 2012 drehen sich 22644 Windräder mit einer Gesamtleistung von 30016 Megawatt. Große Sechs-Megawatt-Anlagen können Strom für 17000 Menschen produzieren. 2020 kann in Deutschland 40 Prozent des Stroms über Windräder produziert werden.

Beim Biosprit sieht Alt die Schädlichkeit der "Vermaisung der Landschaft", dass Tropenwald für Sojaanbau abgeholzt wird und somit der Fleischproduktion als Tierfutter dient, hilft aber nicht weiter, wenn der Konflikt "Teller oder Tank" zum Konflikt "Trog oder Tank" abgetan wird. Da ist sein Zuruf an die Ökofundis "lernt zu differenzieren" erst die halbe Miete. Auf dem Wege vom Landwirt zum Energiewirt ist energieeffizienter "Schilfgras statt Raps", er fordert Schilfgras in den Tank! Wenn mit Grünabfällen Biogas oder Pellets erzeugt werden, soll sich seiner Meinung nach die Diskussion Teller oder Tank erübrigen.
Geothermie, Wasserkraft, Gezeiten- und Wellenkraftwerken sowie Strömungskraftwerken widmet Alt je einen eigenen Abschnitt.

Folgende Schritte für die Beschleunigung der Energiewende sind notwendig: Vorrang beim Einspeisen der Erneuerbaren (wie im EEG geregelt) und Planungssicherheit; Ausbauziele bis 2020 von jetzt 35 Prozent auf 50-60 Prozent; Abbau der zu teuren Offshore-Windpläne; keine Deckelung der Photovoltaik; Belastung beim Strom aller Wirtschaftszweige; finanzieller Anreiz für Stromspeicher; Förderung der Energieeffizienz bei Autos und Altbauten.
Die Zukunft wird erneuerbar oder wir haben keine, die Energiewende ist die Reformation des 21. Jahrhunderts.

Ein grundlegendes Buch für Erstinformation, aber auch weiterführend!
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2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 12. Juli 2013
Auf Franz Alt ist Verlass: Mit Altersmilde ist nicht zu rechnen, wenn er die gegenwärtige Politik der Bundesregierung zu den Erneuerbaren Energien kritisiert. Insgesamt ein Buch von ihm, das nicht immer auf dem neuesten Stand der wissenschaftlichen Diskussion ist, aber dennoch Mut macht, unser Energiesystem völlig neu auf die Beine zu stellen. Er bringt sehr viele Beispiele von erfolgreichen Kommunen, die bereits die Energiewende ein gutes Stück geschafft haben. "Jühnde" kann überall sein. Ich wünsche Franz Alt weiterhin viel Kraft bei seinen Vortragstätigkeiten rund um den Globus! Wenn man ihn mal live erlebt hat, spürt man den Power, der ihn antreibt. Diesen Power würde ich mir auch bei unseren Politikern wünschen.
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5 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 27. März 2013
Der grosse Abschied

Buchtipp von Harry Popow

Notruf an alle - das Feuer muß weg!! Das Feuer, das jahrtausendelang die Menschen erwärmt, ihnen Kraft und Energie gespendet hat. Das Feuer, das aus der in der Erde gespeisten Sonnenenergie wie Kohle und Gas herausgepresst, ausgeraubt und aufgebraucht wurde. Zu den fossilen Rohstoffen gesellten sich unglücklicherweise noch die atomaren. Und nun ist die Ozonschicht beschädigt, das Klima steht vor dem Kollaps - hauptsächlich durch Menschenhand verursacht - , die Rohstoffquellen sind am Versiegen. Schätzungen ergaben: Bei gleichbleibendem Verbrauch sind nur noch verfügbar: Uran 30 Jahre, Erdöl 40 Jahre, Erdgas 63 Jahre, Braun- und Steinkohle circa 180 Jahre.

Das Lösungswort heißt Energiewende. Franz Alt hat dazu ein hochinteressantes Buch mit dem Titel Auf der Sonnenseite. Warum uns die Energiewende zu Gewinnern macht" geschrieben. Er ist Journalist und langjähriger Berater von Konzernen und Regierungen, studierte Politikwissenschaft, Geschichte, Philosophie und Theologie, promovierte 1967. Von 1968 bis 2003 arbeitete er überwiegend beim Südwestfunk (SWF, heute: SWR), für den er 20 Jahre lang das ARD-Politmagazin Report moderierte.

Optimistisch bemerkt der Autor auf Seite 248: Wir müssen nicht länger nach Kohle, Gas, Öl und Uran in dunklen Löchern buddeln, wir können endlich das neue, große Lagerfeuer am Himmel anzapfen, nur dort gibt es die ewigen ŽFleischtöpfeŽ. Die Energieträger des alten Lagerfeuers gehen zur Neige, aber das solare Lagerfeuer - bestehend aus Sonnen-, Wind- und Wasserkraft, aus Bioenergie, Erdwärme und Wellenkraft - steht uns auch in Jahrmillionen noch zur Verfügung."

Franz Alt bezeichnet die Energiewende als Schlacht um die Sonne, als Kultur- und Zivilisationswende. Sie schickt uns kostenlos Energie - alle dreißig Minuten soviel, wie die Menschheit in einem Jahr konsumiert. Wenn wir nur 1,15 Prozent der Fläche Deutschlands zur Produktion von Solarstrom nutzen würden, (...) wären alle Elektrizitätsprobleme für immer gelöst", so der Autor. (S. 32)
Gehen wir also dem Morgenrot entgegen. Nie wieder Ressourcenprobleme? Nie wieder Kälte in den Wohnungen? Nie wieder hohe Stromkosten? Nie wieder Zwistigkeiten zwischen den Völkern? Nie wieder fossile-atomare Brennstoffe? Nie wieder Ängste vor dem Klimawandel? Franz Alt als Kenner der Materie stellt in seiner brisanten Analyse auf 268 Seiten nicht nur die Fakten einer bisherigen Vorreiterrolle Deutschlands vor, sondern entlarvt auch die Bremser, die Lobbysten der Energiepolitik, was, wie es im Klappentext heißt, auf wenig Gefallen stoßen wird.

Über 91 Prozent der Deutschen seien laut Umfragen von der notwendig raschen Umsetzung der Energiewende überzeugt. So sehe man auf Dächern zunehmend Photovoltaik-Anlagen (Solarzellen). Die Zielstellung aus dem Jahre 2000, bis 2012 12 Prozent Ökostrom zu nutzen, sei beispielsweise mit 25 Prozent überschritten worden. Der Autor kommentiert: Beachtlich ist, dass dieses Etappenziel gegen den politischen, publizistischen und wirtschaftlichen Mainstream erreicht wurde." (S. 33)

EU-weit war für das Jahr 2030 71.000 Megawatt Windstrom prognostiziert worden. Tatsächlich wurde dieses Ziel bereits 2009 erreicht, viermal so schnell wie vorausgesagt. Der Unterschätzung der erneuerbaren Energie - in diesem Fall von der Internationalen Energieagentur (IEA) in Paris -, stehe die Überschätzung der Ölpreisentwicklung gegenüber, so Franz Alt. Die gleiche Agentur ging nämlich davon aus, dass das Barrel Öl im Jahr 2030 etwa 30 Dollar kosten würde. Doch bereits 2008 kletterte der Ölpreis auf 147 Dollar, sank 2009 auf 40 Dollar, stieg aber 2012 wieder auf 110 Dollar. Er könne, so die Schätzungen, 2020 bei über 200 Dollar liegen. (S. 35) Fakt ist: Der Ökostrom behält zunehmend die Oberhand. Er ist die Zukunft.

Mit zahlreichen Beispielen belegt Franz Alt, dass mit dem Mix von Solarenergie, Wasserkraft, Windkraft, Chemie, Bioenergie, Geothermie und auch Meereswellen die Zukunft der Menschheit mit einer sauberen und nahezu kostenlosen Energie gesichert wäre. Sein geflügeltes Wort: Die Sonne schickt keine Rechnung.

Er weist auf die Gefahren hin, die bei einer Immer-Weiter-so-Philosophie" der Menschheit ins Haus stünden. Nicht nur die von Profitjägern hauptsächlich verursachte Klimakatastrophe, auch die Verknappung der Ressourcen würde zu Kriegen führen. Der Kollaps sei vorprogrammiert. Jeden Tag rotten wir durch Abholzung, industriebedingte Erosion, Raubbau an Bodenschätzen und Emissionen unwiederbringlich 150 Tier- und Pflanzenarten aus. Die Natur braucht 30.000 Jahre, um eine Spezies zu schaffen. Ohne Tiere und Pflanzen wird es auch keine Menschen geben können." (S. 68) Die Geschwindigkeit der ökonomischen und ökologischen Selbstzerstörung sei atemberaubend, schreibt der Autor auf Seite 70. Es sei keine Zeit zu verlieren, die Wende in der Energiepolitik herbeizuführen.

Unbarmherzig nimmt er deshalb auch die Bremser einer Kehrtwende aufs Korn. Er widerlegt die Lüge vom teuren Strom, die Politiker, die die Energiewende mit freundlicher Unterstützung von E.ON, RWE und Co" organisieren wollen, was aber scheitern muss. Den Großkonzernen geht es primär darum, einen Verlust ihrer Marktanteile zu verhindern. Die Energiewende ist für sie allenfalls drittrangig", meint Franz Alt. (S. 238) Ins Visier nimmt er u.a. das Projekt, riesige Überlandleitungen für den Stromtransport von der Nordsee nach Bayern und Baden-Württemberg verlegen zu wollen. Das sei Ausdruck alten Denkens in zentralisierten Strukturen (S. 48), denn der Süden habe genügend Wind, man müsse die Windräder nur höher bauen, meint Alt an anderer Stelle. Mehrmals gerät besonders der BRD-Wirtschaftsminister Philipp Rösler unter Wortbeschuss, der mit sogenannten Hermes-Bürgschaften Atomprojekte im Ausland unterstützt (S.65), der im Sinne der Atomlobby gegen die Solar-Einspeisevergütung gewettert hatte (S.106), der zudem den Photovoltaikstrom auszubremsen gewillt ist.(S. 141)

Keiner macht sich da was vor: Vier große Energiekonzerne bestimmen den Strommarkt in Deutschland. Sie rechnen jährlich mit steigenden Milliardengewinnen, denn sie geben die sinkenden Preise am Energiemarkt nicht an ihre Kunden weiter. Nicht zu leugnen ist auch dies: Seit 2007 sind die Verbraucherpreise beim Strom um mehr als ein Viertel, auf heute 26 Cent pro Kilowattstunde im Durchschnitt, gestiegen. Für die Großverbraucher aber sind sie seit dem Jahr 2008 um 22 Prozent gesunken. Gerechtigkeit sieht anders aus.

Einen Spagat vollführt der bekennende Christ und einstige CDU-Mitglied, wenn er an verschiedenen Stellen seines Buches den Raubtierkapitalismus, den neoliberalen Gier-Kaptalismus, das Missmanagement zentraler Ressourcen wie Wasser, Böden, Waldbestände und Fischgründe angreift (u.a. S. 71), gleichzeitig aber an Einsicht und Vernunft appeliert. So schreibt er in Bezug auf die neuen Energieträger von einem neuen Humanismus des 21. Jahrhunderts, von einer dadurch zu erreichenden besseren Welt, vom ewigen Frieden und vom Wohlstand für alle, der allein durch die Energiewende nun möglich werde. An dieser Stelle möchte wohl der Autor nicht so recht glauben, dass den Kapitalmächtigen mit Appellen an die Vernunft nicht beizukommen sei: auch wenn sie auch hierbei Gewinne erzielen - es bleibt beim Klassenkonflikt zwischen Besitzenden und Ausgebeuteten. Einige Seiten weiter allerdings mahnt er, dass das westliche Modell, das auf ewigen Wachstum und Ausbeutung der Naturressourcen setzt, niemals als weltweites Prinzip funktionieren kann." (S. 92)

Während Energieriesen schnelle Fortschritte hin zu erneuerbaren Energien ausbremsen, setzt Franz Alt auf das Volk, auf Genossenschaften, es gäbe immer mehr kleine Stromer, die eine Energie-Revolution von unten vorantreiben." (S. 37) So gab es im Herbst 2012 in Deutschland bereits 138 Regionen, die bis 2020/2030 oder 2050 bei der Stromgewinnung komplett erneuerbar und autonom sein wollen. (S.36/37). Und was soll das kosten? Der Autor meint: Die weltweite Energiewende kostet bis 2030 etwa 100 Billionen Dollar, ungefähr die Hälfte des Betrags, den wir ohne diese Wende allein für Brenstoffe, Kraftstoffe und Strom weltweit ausgeben müssten". (S. 39) Er setzt noch einen drauf: Seit 2004 wurde eine Kilowattstunde Solarstrom um 70 Prozent preiswerter, das Erdöl aber um 200 Prozent teurer.

Das Verdienst des Franz Alt: Dies Buch ist gut und spannend zu lesen. Die Diktion ist klar, nicht hochwissenschaftlich" verkorkst, sondern auch für Otto Normalverbraucher verkraftbar und lesenswert. Der hohe Anspruch des Autors besteht in seinem moralischen Anliegen, durchsetzt mit knallharten Fakten.

DER GROSSE ABSCHIED von dem alten energiespendenden Feuer und die Besinnung auf erneuerbare Energien - Franz Alt bezeichnet diese Wendezeit als Reformation des 21. Jahrhunderts. Der Abschied von den alten Feuern - er kommt ohne Größe nicht aus. Es braucht eine Zeit, die heute mehr denn je Riesen an Denkkraft, Leidenschaft und Charakter, an Vielseitigkeit und Gelehrsamkeit" braucht, wie Friedrich Engels in der Einleitung zur Dialektik der Natur" einst die Reformationszeit von 1517 bis 1648 charakterisierte. (Karl Marx/ Friedrich Engels - Werke. (Karl) Dietz Verlag, Berlin. Band 20. Berlin/DDR. 1962. »Dialektik der Natur«, S. 311-327.)

Erstveröffentlichung der Rezension in der Neuen Rheinischen Zeitung

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2 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. Dezember 2013
Ich habe das Buch im Urlaub in mich rein gefressen!
Wirklich sehr interessant. Wenn jeder so denkt oder sich zumindest nur einen Teil des Buches zu Herzen nimmt, so kommt jeder auf die Sonnenseite des Lebens.
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2 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 6. Oktober 2013
Klarer Sicht und treffende Ausführungen von Franz Alt. Jeder Politiker sollte dieses Buch gelesen haben und entsprechend für uns und unsere Kinder - und nicht nur für die 4 großen Stromkonzerne - handeln.
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2 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. Oktober 2013
Bei diesem Autor war ein gutes Buch zu erwarten und ich wurde nicht enttäuscht. Gerade Gegner der Energiewende sollten dieses Buch lesen und Ihre Argumente nochmals überprüfen bzw. gegenüberstellen.
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