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Kundenrezensionen

4,2 von 5 Sternen56
4,2 von 5 Sternen
Format: TaschenbuchÄndern
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am 16. Dezember 2012
Rom, 1032. Der 12-jährige Teofilo hat seine Zukunft genau vor Augen: Er liebt Chiara, er will sie heiraten und mit ihr ein glückliches, beschauliches Leben führen. Doch dann kommt alles anders. Teofilos Onkel, Papst Johannes XIX. stirbt und Teofilos Familie setzt alle Hebel in Bewegung, um die päpstliche Macht in der Familie Tusculum zu halten. Sie drängen das Kind in das Amt des Kirchenoberhaupts und als Benedikt IX. wird Teofilo der jüngste Papst aller Zeiten - und seine große Liebe Chiara für ihn unerreichbar.
Benedikt wird zum Spielball von Kirchenleuten und Adel, er versinkt in einem Strudel aus Intrigen, Machthunger und Geldgier und zerbricht im Laufe der Zeit unter der ihm aufgebürdeten Last. Aus ihm wird ein grausamer Herrscher. Hunger, Elend und Krieg sind die Folgen, das römische Volk leidet.

Schon der Einstieg zu dieser spannend erzählten Geschichte ist Peter Prange ausgezeichnet gelungen. Im Prolog steht die Seligsprechung von Benedikt IX. zur Diskussion und mit Hilfe alter Akten soll geprüft werden, ob die Vorraussetzungen hierfür gegeben sind.
Im Handlungsverlauf zeichnet Peter Prange Teofilos Leben interessant und fesselnd nach und webt um dessen Entwicklung eine ergreifende Liebesgeschichte. Das Zusammenspiel der historischen und fiktiven Figuren ist hervorragend ausgearbeitet und durchweg glaubhaft. Man ist als Leser ständig mitten im Geschehen und lebt und leidet mit Teofilo und Chiara.
Trotz der ganzen Wirren in und um Rom habe ich in dieser Geschichte nicht einmal den Faden verloren. Das stetige Hin- und Her um den amtierenden Papst, das ewige Gerangel um Geld und Macht und auch das Auf- und Ab in der Beziehung zwischen Benedikt und Chiara wird von Peter Prange verständlich und mit wunderbarer Klarheit erzählt.
Der Autor verschafft dem Leser ein interessantes Bild des mittelalterlichen Roms und sorgt gleichzeitig für spannende Lesesunden und gute Unterhaltung.
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am 22. Januar 2014
Leider ist der Stoff des Buches nicht ganz im Einklang mit den Historikern. Die Meinungen über Benedikt IX. gehen nicht ganz konform mit dem Roman. Vor dem Hintergrund der schriftstellerischen Freiheit, die ein Roman ausmacht, ist das Buch nur bedingt lesenswert. Streckenweise flacht die Handlung etwas ab und wirkt zu weilen eher langweilig. Aber wer mit der Materie und den religiösen Gepflogenheiten vertraut ist, dürfte sich über diese Durststrecken hinweg setzten und den Inhalt interessant finden. So ist es mir ergangen.
Tatsache ist, das Theophylakt von Tusculom, so sein bürgerlicher Name, mit ca. 12 Jahren von seinem Vater, unter Bestechung anderer römischer Adeliger, auf den Papstthron gesetzt wurde. Sein Vater Alberico, hat dafür sein ganzes Vermögen geopfert. Inwieweit der junge Papst, wie im Buch beschrieben, dermaßen manipuliert wurde, von den Kardinälen, seinem Kanzler Petrus da Silva, den römischen Grafen und dem Volk, das ihn nie wollte und nicht zu Letzt von seiner eigenen Familie, die Macht und Einfluss über alles setzte, ist leider nur bruchstückhaft überliefert. Da setzt der Roman von Peter Prange an und spinnt daraus eine Geschichte, die sich sicher nahtlos in die damalige Zeit einfügt. Richtig ist sicherlich, dass ein Kind von 12 Jahren, hinsichtlich des mächtigen Einflusses der Kardinäle und Bischöfe die ihn umgaben, nichts entgegen zusetzten hat. Man nahm ihn nicht ernst, noch schlimmer, man übersah ihn einfach. So oder so ähnlich wird das Pontifikat Benedikt IX. sicherlich begonnen haben. Wieweit sich im Verlauf seiner Amtszeit, die sich ja 2mal wiederholte, seine Stellung innerhalb der Kirche veränderte, ist nicht genau geklärt. Es könnte sich genau so zugetragen haben, wie der Autor es beschreibt. Denn auch dieser Papst war nur ein Kind seiner Zeit,
Fazit ist, das 620 Seiten dieses broschierten Taschenbuches etwas mehr Spannung und Dichte benötigt hätten. Ich habe von gleichen Autor schon ganz andere historische Romane gelesen.
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am 4. Januar 2013
Da wo Peter drauf steht ist auch Peter drin. Wer Peter einmal gelesen hat will mehr! Wir befinden uns im 11. Jhd. Durch die schöne Sprache und die lebendigen, bildhaften Beschreibungen befindet man sich mitten unter den Akteuren des Buches, fühlt, schmeckt, riecht, erlebt. Die ersten 100 Seiten sind etwas mühsam, jedoch notwendig, um die Figuren kennen zu lernen. Danach geht es Schlag auf Schlag. Spannung und Action pur mit historischem Beleg. Man kann und will das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Wem Die Tore zur Welt" gefallen haben, wird dieses Buch lieben. Auch wer kein Fan historischer Romane ist, wird trotzdem bestens bedient.
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am 15. Dezember 2012
Der Roman "Der Kinderpapst" von Peter Prange ist eine interessante Theorie über das Leben des Papstes Benedikt IX., der zum ersten Mal mit 12 Jahren auf den Papstthron gesetzt wurde. Dies war im Jahr 1032. Er war der jüngste Papst aller Zeiten und Spielball seiner Familie und der Kirche. Doch diese Last wog schwer auf seinen Schultern, musste er doch auf seine einzige Liebe Chiara verzichten. Zwischen den Machenschaften seiner Familie und der Politik in Rom wurde Teofilo zu einem grausamen Stellvertreter Christus, Hungersnot, Armut, Krieg - mit seinem Kanzler Petrus da Silva, der immer im Namen der Kirche handelte, wurde er als Papst verjagt und kämpfte sich zurück auf den Papstthron. Doch auch Chiara, seine große Liebe, schafft es nicht, von ihm loszukommen und so kreuzen sich ihre Wege immer wieder.
Das Buch ist spannend und flüssig geschrieben, es ist keine historische Abhandlung, auch weil über diese Zeit nur sehr wenige Fakten bekannt sind. Auf den letzten Seiten findet man "Dichtung und Wahrheit", wo man sich darüber informieren kann, was aus der Fantasie des Autors entsprungen ist und was tatsächlich bewiesen ist.
Ein historischer Roman mit dem Thema Kirchengeschichte, der aber niemals langweilig wird und interessante Einblicke in das damalige Denken der Kirche gewährt.
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VINE-PRODUKTTESTERam 19. November 2012
Format: Gebundene AusgabeVine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Ach ja... der Titel und die Beschreibung hörten sich wirklich spannend an, deswegen habe ich zugegriffen. Für mich hat sich das Buch jedoch als Fehlgriff erwiesen. Von Anfang an waren mir die Personen viel zu schwarz-weiß beschrieben. Man wusste sofort, wer sich wie entwickelt. Der arme Bub, der zum Papst gepresst wurde, weil er immer brav auf die Mama und den Eremiten hörte; der neidische große Bruder der immer im Schatten steht; die total unglaubwürdige Lovestory (sry, aber wie glaubwürdig ist es, dass sich Kinder schon in diesem Alter unsterblich verlieben?); die bösen Intriganten, die den Jungen nur für ihre Zwecke ausnutzen wollen... es gab soviel, an dem ich mich gestossen habe. Das Buch war für mich eine Anhäufung von Kitsch... gutgeschriebener Kitsch zugegeben, aber das hat es nur geringfügig besser gemacht. Weit weg von historischen Meilensteinen wie der Medicus oder die Romane von Rebecca Gable. Ich hab es irgendwann aufgegeben und das Buch nicht zu Ende gelesen; es hat mich nicht gefesselt, ich habe es bis zur Aufgabe immer mehr mit Widerwillen gelesen. Leider konnte es mich nicht so begeistern wie meine Mitrezensenten.
33 Kommentare14 von 17 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Im Rahmen der Vorbereitung einer möglichen 'Seligsprechung' recherchiert ein Vatikanmitarbeiter das Leben des Teofilo di Tuscolo, der im zarten Alter von 12 Jahren gegen seinen Willen zum Papst Benedikt IX. ernannt wurde. Dafür musste er dem Mädchen Chiara di Sasso, dem er die ewige Treue geschworen hat, den Rücken kehren. Doch die beiden Liebenden verlieren sich nie wirklich aus den Augen. Während im Namen Benedikts schreckliche Verbrechen begangen werden und er auch selber Gott mit Füßen tritt, wird Chiara früh verheiratet und wendet sich nach dem Tod ihres Gatten gänzlich der Wohlfahrt zu. Doch, wie gesagt, ihre Lebenswege kreuzen sich beständig und die geschworene Liebe lastet wie ein Fluch auf ihnen....

Benedikt der IX. ist eine historische Person. Vor fast 1000 Jahren war er der jüngst Papst, der je den Thron bestiegen hat. Das Drama dieser aufgezwungenen Bürde zog sich wohl durch sein ganzes Leben. Auch weitere im Roman verarbeitete Daten basieren auf einem geschichtlichen Hintergrund. Ob dies jedoch auch auf die 'große Liebe' zwischen Teofilo und Chiara zutrifft, darf heftig bezweifelt werden. Der Roman propagiert eine recht moderne, romantische Auffassung von 'Liebe'. Darüber hinaus kann auch bezweifelt werden, dass Kinder vor der Pubertät sich überhaupt 'ewige Liebe' schwören können. Auf dieser Auffassung ist jedoch die komplette Geschichte aufgebaut; phasenweise hören sich dann manche Passagen auch wie aus einem billigen Liebesroman an. So wirkt dann letztendlich die Begründung für die mögliche Seligsprechung Benedikt des IX. überaus fadenscheinig. Es gibt noch weitere Stellen, bei denen die Handlung – meines Erachtens - nicht gerade durch Glaubwürdigkeit glänzt.

Ich habe mir also das Hörbuch zu Gemüte geführt. Tobias Kluckert holt etwas heraus aus der Vorlage. Das Buch hätte ich sicherlich nicht zu Ende gelesen. Einige Mal dachte ich, ich hätte aus Versehen eine bereits gehört CD wieder eingelegt, bis ich merkte, dass es Wiederholungen sind, die dem Handlungsverlauf zusätzlich ein Gefühl von unnötigen Längen verleihen.

8 CDs mit ca. 10 Stunden. Es handelt sich dennoch um eine gekürzte Lesung!

Fazit: Inhalt 2 Sterne, plus 1 für die Umsetzung von Tobias Kluckert
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Format: Gebundene AusgabeVine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Im Jahr 1981 tagt eine päpstliche Kongregation für Selig und Heiligsprechungen in einem Verwaltungsgebäude des apostolisches Palastes. Der namenlose Ich-Erzähler nimmt an dieser Kongregation teil und berichtet über den Streit, ob Papst Benedikt IX. tatsächlich ein Wunder gewirkt hat und er deswegen selig zu sprechen sei.

Während der Debatte fällt dem Ich-Erzähler die undankbare Aufgabe zu, sich in alte Unterlagen und Akten einzulesen und dem Sachverhalt auf den Grund zu gehen.

Rom, 1021. Nur mit viel Mühe und dem Tode näher als dem Leben bringt Ermilina einen Sohn zur Welt - Teofilo Tuskulum. Jahre später wird Teofilo immer noch als der Auserwählte betrachtet und als vierter Sohn von seinem Vater auf den Papstthron gesetzt. Dabei verfolgte der 12jährige ganz andere Ziele. Hat er sich doch in die schöne Chiara verliebt, die seine Liebe nicht nur erwidert, sondern ihn auch heiraten will. Doch das Ansinnen seines Vaters macht ihnen einen Strich durch die Rechnung. Und so besteigt Teofilo als Benedikt IX. den Papstthron, als jüngster Papst der Geschichte.

Doch Benedikt wird zum Spielball zwischen den Geistlichen, dem Adel und der Politik. Er versinkt regelrecht im Strudel aus Intrigen, Neid, Habgier und Laster. Das Volk hungert, das Land wird mit Kriegen überzogen und als Sündenbock steht Benedikt an erster Stelle. Wird er es schaffen, das alles hinter sich zu lassen und die Erlösung zu finden, nach der er strebt?

Der Prolog mit dem Ich-Erzähler führt den Leser sacht an die Geschichte heran. Sobald man im Rom des 11. Jahrhunderts angekommen ist, lässt den Leser die Geschichte nicht mehr los. Als unbeteiligter Zuschauer begleitet der Leser hauptsächlich Teofilo und Chiara, kennt ihre Ängste und Nöte und kann sich gut in die beiden Protagonisten einfühlen.

Peter Prange schafft es, den Leser sehr schnell an das Buch zu fesseln und ihn dabei Teil haben zu lassen am Leben zweier Menschen, die eigentlich nichts anderes wollten, als miteinander ihr Leben zu verbringen und glücklich zu sein.

Vieles ist in dieser Zeit unklar und verworren. Der Autor baut aber eine in sich schlüssige Geschichte auf, bei der geschickt fiktive wie historisch belegbare Figuren und Ereignisse miteinander verwebt.

Auch wenn man eine längere Lesepause macht, kommt sofort wieder in diese Geschichte rein. Sie ist zwar verworren, doch als Leser wird man vom Autor an die Hand genommen und durch die Geschichte geführt. Man merkt gar nicht, wie die Seiten verfliegen und ehe man es sich versieht, sitzt man wieder im Arbeitszimmer des Ich-Erzählers und sucht gemeinsam mit ihm eine Antwort auf die Frage: Hat Papst Benedikt IX. nun ein Wunder gewirkt oder nicht?

Der Ich-Erzähler bildet hier den Rahmen des Buches. Er leitet die Geschichte ein und er beendet diese auch. Dabei gibt er am Ende noch einen kleinen Abriss, wie es mit Teofilo und Chiara wohl weiter gegangen ist.

Ein Nachwort des Autors mit Hinweisen zur Dichtung und Wahrheit rundet das Buch ab. Ein Lesebändchen und das Dankeswort ergänzt den positiven Eindruck des Buches.

Ich hätte mir noch einen Glossar gewünscht. Nicht jeder ist der lateinischen Sprache mächtig und da viele lateinische Begriffe oder Sätze im Buch vorkommen, wäre eine Übersetzung sicherlich angebracht gewesen. Auch weiß nicht unbedingt jeder, was ein Papst alles anziehen muss, wie die Dinge aussehen und sich nennen.

Fazit:
Eine sehr brisante Geschichte gut verpackt, spannend und informativ erzählt. Für mich eine Empfehlung für Liebhaber historischer Bücher.
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TOP 500 REZENSENTam 9. Februar 2013
Rom im Jahre 1032. Gegen seinen Willen wird der junge Teofilo di Tusculo auf den Papstthron erhoben und wird damit nicht nur zum jüngsten Stellvertreter Christi, sondern auch zum Spielball einiger hochrangiger römischer Familien. Bald schon muss er seine Liebe zu Chiara di Sasso aufgeben, um den Geschäften des Papstes nachzugehen. Eine Zerreißprobe, die bald schon ihren Tribut fordert und Teofilo immer mehr zum mörderischen Gesellen werden lässt, der bald nur noch von einem getrieben ist: seinem Hass....

Die Beschreibung des Buches hörte sich für mich unglaublich spannend an und da historische Romane schon seit Jahren ganz oben auf meiner Leseliste stehen, war schnell klar, dass ich mir auch dieses nicht entgehen lassen wollte.
Insgesamt war das Buch schnell gelesen, jedoch hinterlässt es bei mir gemischte Gefühle.

Zwar bot das Buch eine gut durchdachte Geschichte, die zusätzlich durch historische Fakten gestützt wurde, die mich jedoch nicht so richtig fesseln konnte. Zwar gab es einige gute Spannungsmomente, insgesamt hätte es für mich aber gerne mehr sein dürfen. Warum die Spannung nicht so recht aufkommen wollte? Das lag wohl daran, dass relativ schnell klar war, wie sich die Figuren entwickeln würden.
Da ist einmal der junge Teofilo, der gegen seinen Willen auf den Papstthron gesetzt wird und mehr seiner Mutter, als seinem eigenen Willen gehorcht. Dieser entwickelt sich, natürlich, im Verlauf der Geschichte zum unausstehlichen Monster, dessen man sich entledigen will. Weiterhin ist da der ältere Bruder, ein Aufreißer, der nur eines möchte - die alleinige Nummer eins der Familie zu sein. Als sein Bruder jedoch das höchste Amt antritt, wird der Ältere zum Neider und seinem größten Widersacher. Und zuletzt ist da Chiara, die große Liebe Teofilos, die natürlich einen anderen Mann heiratet, obwohl ihr Herz sich doch auch nach Teofilo sehnt. Und auch bei ihr ist die Rolle vorhersehbar. Nach unendlichen Entbehrungen wird sie zum Retter Teofilos und versucht seiner schwarzen Seele endlich wieder Frieden zu geben.

Hinzu kommen die doch recht einfach gehaltenen Dialoge der Figuren, die keine allzu große Tiefe bieten und trotz historischen Kerns die Geschichte immer ein wenig oberflächlich erscheinen lassen.

Fazit: Die Geschichte verspricht zu Beginn Spannung und viele schöne Lesestunden. Mich konnte das Buch jedoch nicht völlig überzeugen. Zwar zählt der Roman für mich zu einem gut lesbaren, bewegt sich aber für mich im Mittelfeld. Hier fehlte mir ein bisschen die Spannung. Gerade was die monströsen Taten des Papstes angeht. Die wurden zwar am Rand erwähnt, jedoch immer von der vordergründigen Geschichte um Teofilo und Chiara verdrängt. Hinzu kam der Eindruck, dass die Figuren bereits zu Beginn in eine Rolle gepresst wurden, aus der sie im Verlaufe des Buches auch nicht wieder herauskamen.

Insgesamt nicht schlecht, aber auch kein überragendes Buch, das ich total verschlungen habe. Deshalb 3 Sterne.
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Format: Gebundene AusgabeVine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Man schreibt das Jahr 1032. In Rom bestimmen die einflussreichsten Familien über die Papstwahl und nachdem der Tuskulaner Johannes XIX. stirbt, setzt Alberico di Tusculo alles daran, seinen jüngsten Sohn auf den Stuhl Petri zu setzen. Was ihm mithilfe von Bestechung der Wählerschaft und des römischen Adels auch gelingt und Teofilo daraufhin mit gerade einmal 12 Jahren zum jüngsten Papst gewählt wird. Als Benedikt IX. sitzt der Junge jedoch ungewollt auf dem Papstthron, ist er doch nur ein Spielball der Mächtigen in Rom, die durch seine Wahl hoffen, ihre eigenen Interessen ungestört weiter verfolgen zu können. Zudem muss er zwangsläufig auf seine große Liebe Chiara verzichten, worüber er kaum hinwegkommt. Um seine Gefühle zu betäuben stürzt sich der junge Papst anfangs in wissenschaftliche Forschungen, doch diese reichen bald nicht mehr aus und so versucht er mit einem immer ausschweifenderem Leben Chiara zu vergessen. Dies bedeutet aber auch immer höhere Abgaben für die römische Bevölkerung. Bald herrscht in Rom eine Hungernot, Diebstähle, Morde und Vergewaltigungen nehmen zu, wogegen Benedikt IX. nichts unternimmt. Bei seinem Thronjubiläum erhebt sich das römische Volk gegen ihn und Benedikt IX. wird das erste Mal als Papst abgewählt und aus Rom vertrieben. Doch mithilfe seiner einflussreichen Familie holt er sich insgesamt zweimal das Papstamt zurück, allerdings nicht wegen der Macht, sondern einzig und allein der Liebe wegen.

Die überlieferten Angaben zum Geburtsjahr von Benedikt IX. liegen weit auseinander (zwischen einem Alter von 10 Jahren bis 30 Jahren) und somit kann nicht genau festgelegt werden, wie alt er wirklich bei seiner Thronbesteigung war. Peter Prange orientiert sich bei seinem Roman an den Publikationen von Benedikt XVI. und nimmt das Geburtsjahr um 1021 als Grundlage, sodass Teofilo di Tusculo (Theophylakt III. von Tusculum) im Roman bei seiner Erhebung zum Papst gerade einmal 12 Jahre alt ist.

Ein verschüchterter, todunglücklicher Junge, dem seine neugewonnene Macht und die ältlichen Kardinale verunsichern und der zudem daran zu verzweifeln droht, seine große Liebe Chiara niemals heiraten zu können. Mit den Jahren nimmt seine Sehnsucht nach Chiara eher noch zu und völlig hemmungslos sucht er Vergessen im Alkohol und dem Hurenhaus. Immer ausschweifender werden seine Gelüste, seine Gier nach Geld wird grenzenlos und das römische Volk muss hierfür bitter büßen. Im Jahr 1044 lehnen sich die Römer gegen ihren Papst auf und vertreiben Benedikt IX. aus der Stadt. Doch seine Liebe zu Chiara bleibt ihm weiterhin verwehrt, denn die entsetzlichen Taten, die während seiner Amtszeit in seinem Namen und oftmals ohne sein Wissen in Rom geschehen sind, haben Chiara zutiefst verletzt. Zudem ist die junge Frau mittlerweile selbst verheiratet, doch ihre Ehe ist nicht glücklich. Zwar hat sie einen liebevollen Ehemann und für die Taten von Benedikt IX. hat sie nur Verachtung übrig, dennoch kann Chiara ihre große Liebe nicht vergessen und geht daran fast zu Grunde.

Zwar ist die fiktive Liebesgeschichte zwischen Chiara und Teofilo Grundlage und Tenor des Buches und gewissermaßen erklärt Peter Prange hierdurch auch die Benedikt IX. nachgesagte grausame Herrschaft, doch ist diese nicht der einzige Schwerpunkt des Romans. Ausführlich und anschaulich erzählt der Autor zudem die politischen Intrigen, die sich damals um den Stuhl Petri gerankt haben. Mehrere mächtige Familien schacherten sich die besten Ämter zu und hier ganz vorne mit dabei das Geschlecht der Tuskulaner. Für sie bedeutete Benedikt IX. nur, dass sie die Macht über Rom inne haben und sein Pontifikat ist dazu gedacht, diese Macht nach Gutdünken auszuspielen und zu verteilen.

Das Leben von Benedikt IX. beschreibt der Autor durchweg sehr fesselnd, bildhaft und unterhaltsam. Mühelos gelingt es ihm, einen in die Geschichte eintauchen zu lassen und an dem bewegenden und traurigen Schicksal von Teofilo di Tusculo teilhaben zu lassen. Durch die vielen politischen Machenschaften bleibt die Geschichte immer sehr abwechslungsreich und oftmals auch richtiggehend spannend. Zudem erzählt Peter Prange die doch recht komplizierten Verwicklungen, Intrigen und Manipulationen der Katholischen Kirche und des römischen Adels verständlich und jederzeit nachvollziehbar. Einzig die stellenweise doch etwas sehr vor Ergriffenheit und Pathos triefende Liebe zwischen Benedikt IX. und Chiara störte mich ein wenig.

Die Charaktere sind komplex beschrieben und werden durchweg hervorragend dargestellt. Im Focus steht natürlich zwangsläufig Teofilo, der jedoch als Einziger ein wenig unnahbar, nicht so recht greifbar bleibt. Ganz anders dagegen wieder die fiktive Figur der Chiara. Der damaligen Zeit entsprechend sehr gottesfürchtig, leidet sie extrem unter der verbotenen Liebe zu Teofilo, besonders seit sie mit Domenico verheiratet ist, der sie auf Händen trägt. Weitere wichtige Charaktere sind Teofilos Mutter, welche mit die Fäden im Hintergrund zieht, ihren Sohn abgöttisch liebt und fest davon überzeugt ist, dass ihr jüngster Sohn von Gott auserwählt wurde, auf den Stuhl Petri erhoben zu werden. Umso mehr ist ihr seine Liebe zu der selbstbewussten, eigenwilligen Chiara ein Dorn im Auge.

Ein ebenfalls etwas schwer einzuschätzender Charakter ist die des Kanzlers Petrus da Silva, der einer derjenigen ist, der Teofilo auf den Papstthron setzt. Den eindeutig böswilligsten und grausamsten Part in der Geschichte hat Teofilos Bruder Gregorio inne. Als ältester Sohn ist dieser davon überzeugt, dass der Papstthron ihm zustehen würde, zudem hat er bis zum Tod seines dominanten, gewalttätigen Vaters unter dessen strenger Führung gelitten und fühlt sich von seiner Mutter im Stich gelassen, die Teofilo ihm vorzieht. Entsprechend groß ist sein Neid auf seinen jüngsten Bruder.

Fazit: Peter Prange ist ein opulenter, praller Roman über das Leben von Benedikt IX. gelungen, bei dem der Autor geschickt historische Fakten und mit fiktiven Geschehnissen verknüpft, auch wenn in die Liebesgeschichte zwischen Chiara und Benedikt IX. manchmal etwas zu viel Pathos hineingelegt wird.
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TOP 500 REZENSENTam 13. Oktober 2012
Format: Gebundene AusgabeVine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Über Papst Benedikt IX ist relativ wenig bekannt.
Schon bei seinem Geburtsjahr gehen die Ansichten der Historiker weit auseinander und nehmen die Zeit zwischen 1012 und 1021 an.
Was das Alter des "Kinderpapstes" bei seinem Amtsantritt angeht, schwanken die Schätzungen sogar zwischen 10 und 30 Jahren.
Auch über seinen Charakter und sein Wirken gibt es weit auseinandergehende Quellen, so wird er einerseits gerade in seinen jungen Jahren als besonnener Vermittler mit diplomatischem Geschick geschildert, andererseits ist es eine Tatsache, daß sein Pontifikat später vor allem von Blutvergießen und Kriegen geprägt war.
Als gesichert gilt, daß Benedikt, eigentlich Teophylakt von Tusculum, Neffe seines Vorgängers auf dem Papstthron, drei Pontifikate innehatte, von denen die Legitimität des letzten umstritten ist, und das höchste Amt der katholischen Kirche an einen seiner Taufpaten verkaufte.
Als weniger gesichert gilt die Vermutung, daß Benedikt sich seines Papstamtes zu entledigen versuchte, um zu heiraten und erst, nachdem es nicht zu der Eheschließung kam, seine Entscheidung, sein Amt aufzugeben, überdachte.
Gerade diese ungesicherte Vermutung macht Peter Prange zum Dreh- und Angelpunkt seines Romanes und zeichnet Benedikt als zerrissenen Menschen, der im Kindesalter durch Intrigen gegen seinen Willen auf den Papstthron gebracht wurde, die Liebe seines Lebens dafür aufgeben musste und sich allmählich zu einem Tyrannen entwickelte, der letztendlich jedoch sein Leben lang immer nur - vergeblich - auf der Suche war, der Suche nach Gott, vor allem aber der Suche nach Liebe, deren Erfüllung ihm fast zeitlebens versagt blieb.

Für historische Puristen mag die Tatsache, daß historisch gesicherte Erkenntnisse in "Der Kinderpapst" mit Spekulationen und einer weitgehend fiktiven Liebesgeschichte angereichert werden, ein gewisses Problem darstellen, aber schließlich ist "Der Kinderpapst" keine wissenschaftliche Abhandlung, sondern ein Roman, und wer einem solchen eine gewisse künstlerische Freiheit zuzugestehen bereit ist, der kann hier in ein ebenso fesselndes wie bewegendes, dazu offenbar hervorragend recherchiertes und wort- und stimmungsgewaltiges Historienabenteuer abtauchen.
Durch den Aufbau des Romanes, der uns Benedikts Leben chronologisch bereits vom Kindesalter an mitverfolgen lässt, bleibt der Hauptprotagonist trotz all seiner Greueltaten immer in erster Linie ein selber zutiefst einsamer Mensch, dem man Mitleid und sogar eine gewisse Sympathie entgegenbringen kann, wenngleich seine Taten zum Teil wirklich verabscheuenswürdig sind.
Peter Prange schreibt hier wie auch in seinen anderen mir bekannten Romanen flüssig und fesselnd, so daß die immerhin 600 Seiten mir überraschend kurz vorkamen.
Ich muss dazu sagen, daß Mittelalter und Kirche normalerweise nicht unbedingt zu meinen bevorzugten Buchthemen gehören, aber "Der Kinderpapst" hat mich sowohl inhaltlich als auch stilistisch wirklich fasziniert und ich kann den Roman nur wärmstens weiterempfehlen.

Kleiner Tip, da ich nicht zu denjenigen gehöre, die zunächst im Ende eines Buches schmökern, habe ich tatsächlich erst ganz am Schluss bemerkt, daß der Roman einen kleinen Anhang "Dichtung und Wahrheit" enthält; ich empfehle, diesen Anhang vor dem Roman zu lesen, um bereits während des Lesens einen besseren Überblick über die historischen Begebenheiten und Hintergründe zu haben.
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