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Kundenrezensionen

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am 18. April 2007
Hier hat ein Medizinerkollege ein wirklich brillantes Buch geschrieben! Neidlose Anerkennung! Das sehr verständlich geschriebene Buch zeigt, wie die Biologie des Menschen beeinflusst wird durch das, was ein Mensch erlebt und das, was sich in seinen zwischenmenschlichen Beziehungen ereignet. Das Buch bietet dem Leser einen neuen Zugang zum Verständnis verschiedener Erkrankungen, insbesondere zu depressiven Erkrankungen und zu Krankheiten, die Folge eines Traumas (z. B. von Gewalt, Verbrechen etc.) sind.

Doch warum können seelische Erlebnisse die Gesundheit des Körpers beeinflussen? "Gene sind keine Autisten", so der Autor dieses Buches, das mittlerweile als ein "Klassiker" gilt. Joachim Bauer war selbst jahrelang im Bereich der Genforschung aktiv und hat in anerkannten internationalen Zeitschriften publiziert, er weiß wovon er spricht. Jedes der rund 30.000 Gene hat zwei Arten von "Genschalter" (so die sehr verständliche und gute Bezeichnung durch Bauer), Fachleute bezeichnen die eine Art des Genschalters als "Promoter", die andere Art als "Enhancer" (Bauer erwähnt in seinem Buch beide Arten und weist darauf hin, daß sie unterschiedlich funktionieren. Entscheidend ist, dass Gene in ihrer Aktivität durch Umweltfaktoren gesteuert werden.

Zu den Verdiensten dieses Buches gehört, dass es die in der Medizin üblichen Übertreibungen über den Einfluss von (genetischen) Erbfaktoren mit Blick auf die Entstehung von Krankheiten korrigiert. Hunderte, ja tausende von Genen sollen an irgendwelchen Krankheiten beteiligt sein, das Meiste sind unbewiesene Hypothesen. So wurde behauptet, die Alzheimer-Krankeit sei überwiegend erblich. Falsch. Nur 2% der Kranken leiden an einer erblichen Form. Es wurde behauptet, Brustkrebs sei überwiegend erblich. Falsch. Weniger als 5% der an Brustkrebs erkrankten Frauen leiden an der erblichen Form der Erkrankung. Alleine diese Richtigstellungen machen die Lektüre dieses Buchs lohnend.

Joachim Bauer gehört zu den wenigen Medizinkollegen, die sowohl molekularbiologisch als auch als klinisch tätige Ärzte über Kompetenz verfügen. Wenige Bücher sind derart wichtig und verdienstvoll wie dieses! Dieses Buch ist ein Buch für alle, die mehr über die Zuammenhänge von Lebensstilen, Seele und medizinischer Gesundheit lernen wollen.
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am 30. Juli 2007
Was für ein spannendes Thema, das der Autor Prof. Dr. med. Joachim Bauer in diesem Buch darstellt, nämlich, daß die Gene nicht starr festgelegt sind und somit unser gesamtes Leben steuern, sondern daß wir selber unsere Gene regulieren können. Diese Genaktivierung unterliegt situativen Einflüssen und wird überwiegend nicht vererbt, d.h. bestimmte Erfahrungen, die wir machen, bilden im Organismus Reaktionsmuster aus und haben einen Einfluß darauf, wie die Regulation der Genaktivität sich in bestimmten Situationen verhält.

So werden gute zwischenmenschliche Beziehungen im Gehirn abgebildet und gespeichert und wirken sogar gegen seelischen und körperlichen Streß. Dort, wo sich die Quantität und Qualität zwischenmenschlicher Beziehungen vermindert, erhöht sich auch das Krankheitsrisiko, da seelische Vorgänge in biologische Signale umgewandelt werden, welche an der Regulation der Genaktivität mitwirken. Wie Gene auf Streß reagieren und das Streß auch das Gehirn so schädigen kann, daß Nervenzellen absterben, wird in Kapitel 4 genau erläutert. Bei Todesgefahr oder extremen seelischen Qualen z.B. reagiert das Gehirn mit schweren Gedächtnisstörungen und einer Verminderung der Hirnsubstanz (War Sailor Syndrome, Concentration Camp Syndrome).

Das nächste Kapitel erklärt, wie äußere Situationen vom Gehirn bewertet werden und aus welchem Grund Menschen völlig unterschiedlich auf Streß reagieren. Das darauffolgende Kapitel widmet sich den Synapsen (Nervenzellen) und das der Auf- und Umbau der Nervenzell-Verschaltungen im Gehirn abhängig davon ist, was wir im zwischenmenschlichen Bereich erleben.

Ein Kapitel widmet sich dem Thema Depression: Wie sie entsteht, was eine Depression ist und wie sich eine Depression verselbständigen kann und was der Grund dafür ist, daß einige Menschen für eine Depression anfällig sind und andere wiederum nicht und wie man sie behandeln sollte. Welche körperlichen Auswirkungen Streß und Depression haben und welche Verbindungen hier bestehen, liest sich außerordentlich spannend. Genauso wie das Kapitel der körperlichen Risiken von Streß und Depression, nämlich der Immunabwehr und dem Tumorrisiko. Sehr gut fand ich auch den Teil bezüglich der Behandlung mit Psychopharmaka und den Auswirkungen auf die Gene, nämlich das nicht nur prägende Ereignisse, sondern auch solche Substanzen im Gehirn Gene aktivieren können, die nachhaltige Spuren hinterlassen, was ebenso für Drogen (auch für THC = Haschisch) gilt. Auch sehr spannend in diesem Zusammenhang ist das Thema der Medikamentenunverträglichkeit und der richtigen Dosis.

Was hinter Schmerzerfahrungen ohne organischen Befund steht, nämlich das hier bei Auftreten eines häufigen Reizes sich nicht nur die Synapsen des Nervenzellen-Netzwerkes, sondern auch das Netzwerk an sich, vergrößern und sich somit diese Reize verselbständigen, wird erläutert. Weitere Themen sind: PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung) und die Narben in der Gehirnsubstanz", die durch ein Trauma ausgelöst werden; seelische und neurobiologische Folgen von Gewalt und Mißbrauch bei Kindern (Borderline-Störung, Dissoziation, wie Binge Eating); Körperliche Spuren bei Problemen am Arbeitsplatz (Burnout-Syndrom); Auswirkungen der Psychotherapie auf neurobiologische Strukturen, sowie eine Übersicht über die Wirkungsweise der Gene. Ein sehr spannendes und gut zu lesendes Buch, mit vielen neuen Einsichten. Unbedingt empfehlenswert!
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am 5. Juni 2006
Ein faszinierendes, anspruchsvolles, dabei aber gut zu lesendes Buch: Was der Koerper eines lebenden Organismus erlebt, hinterlaesst im Koerper Spuren. Der biologische Hintergrund: Gene steuern nicht nur, sie weden auch -und zwar hinsichtlich ihrer Aktivitaet- gesteuert. Signale, die der Koerper aus der Umwelt aufnimmt (das meiste laeuft dabei ueber das Gehirn), regulieren die Aktivitaet von Genen und veraendern den Koerper. Bauers Buch erklaert, was das fuer den Alltag bedeutet, warum Menschen nach Trauma-Erfahrungen krank werden koennen oder warum eine bestimmte Lebensgeschichte das Risiko fuer eine Depression erhoeht. Vor allem aber zeigt das Buch, welche Behandlungswege etwas taugen und wovor man sich besser schuetzen sollte. Nicht alles was die Medizin (bzw. die Psychiatrie) anbietet, ist offenbar gut. Ein wertvolles, serioeses, exzellentes Buch.
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am 30. September 2007
... ist dieses preiswerte Sachbuch zu den Themen Neurobiologie und Psychiatrie. Hier wird mit einigen überholten Feststellungen zur Genetik aufgeräumt, die bestimmte Krankheiten bisher als unausweichlich erschienen ließen. Auch finden ernsthaft Erkrankte nützliche Hinweise, die Ihnen bei ihrer Therapie viele Nebenwirkungen ersparen können.

Wussten Sie, dass es vier verschiedene genetisch bedingte Stoffwechseltypen gibt, die unterschiedlich stark dosierte Medikamente benötigen? Die empfohlenen Dosen vieler Wirkstoffe, die über die Leber abgebaut werden, können für einige von uns gefährlich hoch sein, für andere hingegen viel zu niedrig. Nur wer zufällig zum "normalen" Stoffwechseltyp gehört, kann insbesondere bei Psychopharmaka auf wirksame Medikation hoffen. Die anderen müssen entweder unter schweren Nebenwirkungen leiden und wieder andere werden verdächtigt, ihre Medizin nicht einzunehmen, weil ihr Körper die Wirkstoffe viel zu schnell abbaut, um die gewünschte Wirkung zu zeigen.

Auch wird in dem Buch einleuchtend der Zusammenhang so unterschiedlicher Krankheiten wie Diabetes, Depression und Herz-Kreislaufleiden festgestellt, sowie der Zusammenhang zwischen Stress, Immunabwehr und Tumorrisiko.

Vielen chronisch Schmerzgeplagten kann heute viel wirksamer geholfen werden als früher, weil das Schmerzgedächtnis nicht nur im Gehirn lokalisiert wurde.

Der Autor setzt sich dafür ein, die Psychotherapie als wirksame Hilfe bei Burnout-Syndrom und posttraumatischer Belastungsstörung einzusetzen. Die zwischenmenschlichen Beziehungen spielen nämlich eine wesentlich wichtigere Rolle als Auslöser bestimmter Krankheiten, als bisher angenommen wurde. Hier versöhnt Joachim Bauer Neurobiologie und Psychologie und zwar zum Wohl der Patienten.

Der Autor kennt sein Fachgebiet nicht nur von Medizinstudium und molekularbiologischer Forschung her, er ist auch praktisch an dem Universitätsklinikum Freiburg tätig, wo er lehrt und als Oberarzt in der Abteilung Psychosomatische Medizin tätig ist. Er hat ein ausgezeichnetes Sachbuch geschrieben, welches die oft komplexen Wechselwirkungen zwischen Gehirnzellen und ihren Botenstoffen allgemeinverständlich darlegt. Die Graphiken sind so einfach gestaltet, dass man sofort versteht, worum es geht. Fallbeispiele zu einigen Kapiteln lockern den Stoff auf und machen den praktischen Zusammenhang deutlich. Ein ausführliches Literaturverzeichnis am Ende des Buches gibt den interessierten Leser die Möglichkeit, einzelne Kapitel fachlich zu vertiefen. "Das Gedächtnis des Körpers" ist ein wertvolles Sachbuch, das in keiner Hausbibliothek fehlen sollte.
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am 27. Januar 2007
Herrn Bauer sei Dank, dass er ein so umfassendes und wichtiges Thema einer breiten, auch nicht medizinisch vorgebildeten Leserschaft zugänglich gemacht hat. Die Kritik einer anderen Rezension auf diesen Seiten, dass keine Lösungsansätze von Herrn Bauer geliefert würden, entbehrt jeder Logik. Letztere beweist nur, dass der Autor der RZ nicht begriffen hat, dass Körper und Geist individuell reagieren respektive jede Gleichmacherei der Krankheitsursache nicht gerecht werden kann. Herr Bauer verweist zu Recht auf eine Psychotherapie (oder alternative Herangehensweisen) und empfiehlt Medikamente als Notlösung bzw. erläutert notwendige Wachsamkeit und genauere Prüfung bei deren Vergabe wegen dauerhaft schädigenden Konsequenzen sog. Nebenwirkungen. Die Vorstellung des RZ`s, dass Herr Bauer allgemeingültige, pragmatische Lösungen zu psychischen, psychosomatischen respektive physiologischen Krankheiten anbieten solle, verhält sich m.E. kontraproduktiv zu seiner Seriosität. Abgesehen davon, zielte dieser Ratgeber nicht auf Lösung, sondern auf verständliche Aufklärung ab. Und dies ist Herrn Bauer in allen Punkten gelungen.

@ Herr Bauer, Sie haben meine Hochachtung. Eines der besten Bücher, dass ich seit langer Zeit in den Händen halten durfte!!!
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am 3. Juli 2008
Was für ein spannendes Thema, das der Autor Prof. Dr. med. Joachim Bauer in diesem Buch darstellt, nämlich, daß die Gene nicht starr festgelegt sind und somit unser gesamtes Leben steuern, sondern daß wir selber unsere Gene regulieren können. Diese Genaktivierung unterliegt situativen Einflüssen und wird überwiegend nicht vererbt, d.h. bestimmte Erfahrungen, die wir machen, bilden im Organismus Reaktionsmuster aus und haben einen Einfluß darauf, wie die Regulation der Genaktivität sich in bestimmten Situationen verhält.

So werden gute zwischenmenschliche Beziehungen im Gehirn abgebildet und gespeichert und wirken sogar gegen seelischen und körperlichen Streß. Dort, wo sich die Quantität und Qualität zwischenmenschlicher Beziehungen vermindert, erhöht sich auch das Krankheitsrisiko, da seelische Vorgänge in biologische Signale umgewandelt werden, welche an der Regulation der Genaktivität mitwirken. Wie Gene auf Streß reagieren und das Streß auch das Gehirn so schädigen kann, daß Nervenzellen absterben, wird in Kapitel 4 genau erläutert. Bei Todesgefahr oder extremen seelischen Qualen z.B. reagiert das Gehirn mit schweren Gedächtnisstörungen und einer Verminderung der Hirnsubstanz (War Sailor Syndrome, Concentration Camp Syndrome).

Das nächste Kapitel erklärt, wie äußere Situationen vom Gehirn bewertet werden und aus welchem Grund Menschen völlig unterschiedlich auf Streß reagieren. Das darauffolgende Kapitel widmet sich den Synapsen (Nervenzellen) und das der Auf- und Umbau der Nervenzell-Verschaltungen im Gehirn abhängig davon ist, was wir im zwischenmenschlichen Bereich erleben.

Ein Kapitel widmet sich dem Thema Depression: Wie sie entsteht, was eine Depression ist und wie sich eine Depression verselbständigen kann und was der Grund dafür ist, daß einige Menschen für eine Depression anfällig sind und andere wiederum nicht und wie man sie behandeln sollte. Welche körperlichen Auswirkungen Streß und Depression haben und welche Verbindungen hier bestehen, liest sich außerordentlich spannend. Genauso wie das Kapitel der körperlichen Risiken von Streß und Depression, nämlich der Immunabwehr und dem Tumorrisiko. Sehr gut fand ich auch den Teil bezüglich der Behandlung mit Psychopharmaka und den Auswirkungen auf die Gene, nämlich das nicht nur prägende Ereignisse, sondern auch solche Substanzen im Gehirn Gene aktivieren können, die nachhaltige Spuren hinterlassen, was ebenso für Drogen (auch für THC = Haschisch) gilt. Auch sehr spannend in diesem Zusammenhang ist das Thema der Medikamentenunverträglichkeit und der richtigen Dosis.

Was hinter Schmerzerfahrungen ohne organischen Befund steht, nämlich das hier bei Auftreten eines häufigen Reizes sich nicht nur die Synapsen des Nervenzellen-Netzwerkes, sondern auch das Netzwerk an sich, vergrößern und sich somit diese Reize verselbständigen, wird erläutert. Weitere Themen sind: PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung) und die Narben in der Gehirnsubstanz", die durch ein Trauma ausgelöst werden; seelische und neurobiologische Folgen von Gewalt und Mißbrauch bei Kindern (Borderline-Störung, Dissoziation, wie Binge Eating); Körperliche Spuren bei Problemen am Arbeitsplatz (Burnout-Syndrom); Auswirkungen der Psychotherapie auf neurobiologische Strukturen, sowie eine Übersicht über die Wirkungsweise der Gene. Ein sehr spannendes und gut zu lesendes Buch, mit vielen neuen Einsichten. Unbedingt empfehlenswert!
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am 18. April 2007
Lange Zeit waren Psychiatrie, Psychotherapie und Neurobiologie verschiedene, unvereinbare Welten. Der in Psychiatrie ausgebildete Neurowissenschaftler und Nobelpreisträger Eric R. Kandel, der die molekularen und zellbiologischen Grundlagen des Lernens erforscht hat, hat sich eindringlich für eine Kooperation der sich so fremden Wissensgebieten stark gemacht (beispielsweise in E. R. Kandel: "Psychiatrie, Psychoanalyse und die neue Biologie des Geistes"). Joachim Bauer, Professor an der Abteilung für Psychosomatische Medizin der Universitätsklinik Freiburg, zeigt in diesem Buch, wie weit die Kooperation inzwischen fortgeschritten und was an Wissen dazugekommen ist. Das Buch gibt einen Einblick in die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der verschiedenen Wissenschaften.

Unser Verhalten, unser Fühlen, unser seelisches Befinden hängt einerseits von unserer erblichen Grundausstattung ab, andererseits reagieren unsere Gene auf das, was aus der Umwelt auf uns einwirkt (das sind hier die Beziehungen zu anderen Menschen). Fehlende Beziehungen, beispielsweise, können zum Verlust von Nervenzellen und dem Abbau von Verbindungen zwischen den Nervenzellen führen. Auf diese Weise können schwere seelische Störungen auftreten.

Neue Erkenntnisse haben in besonderem Maß die bildgebenden Verfahren gebracht, mit denen man etwa seit den neunziger Jahren die Aktivität von Gehirnarealen messen kann. Sie gaben den ersten Hinweis darauf, dass Psychotherapie die biologischen Strukturen des Gehirns beeinflussen kann. Das ist wichtig, da man nun in der Lage ist, die biologische Wirkung von Psychotherapie und Psychopharmaka besser einschätzen und auf die Voraussetzungen und Bedürfnisse des Patienten individuell abstimmen kann (zusammen mit anderen medizinischen Parametern, wie Medikamentenverträglichkeit, deren Prüfung der Autor nachdrücklich einfordert).

Joachim Bauer erläutert die Reaktion von Genen auf zwischenmenschliche Beziehungen wie Stress, und wie damit Depressionen und die Anfälligkeit für Infektionen zusammenhängen. Weitere Themen sind Herzerkrankungen, Tumorrisiko, die Vergiftung von Patienten mit zu hoher Dosierung von Psychopharmaka, Schmerzgedächtnis, posttraumatische Belastungsstörung, seelische und neurologische Folgen von Gewalt und Missbrauch bei Kindern, Borderline-Störungen. Er beschreibt die Auswirkungen von Psychotherapie auf Hirnstrukturen und warnt vor Überinterpretation von Messwerten: Entscheidend ist letztlich nicht der Messwert, sondern das subjektive Empfinden des Patienten und seine Lebenserwartung.

Strauchelnd durch Nachbars (Wissenschafts-)Garten.

Das letzte Kapitel, das über die Funktion der Gene, schwächelt leider etwas. Es gibt nicht etwa nur 35.000 Proteine in unseren Zellen (das ist die Anzahl der Gene; genauer: es sind derzeit 23.000 bekannt), sondern um die 500.000 (siehe beispielsweise Konrad Kunsch: "Der Mensch in Zahlen"); eigentlich noch viel mehr, wenn man die Modifikationen berücksichtigt. Und so wird es dann auch bei den Folgerungen problematisch. Erberkrankungen seien außerordentlich selten, nur ein bis zwei Prozent aller menschlichen Erkrankungen durch eine genetische Mutation bedingt. Nun, fast 2.000 Gene sind bekannt, die Krankheiten verursachen (das sind immerhin acht Prozent der Gene). Außerdem wirken die meisten Gene zusammen mit anderen und mutierte Gene können eine Prädisposition für Erkrankungen ergeben. Hier scheint mir der genetische Faktor etwas unterschätzt zu sein. Und was die Struktur von Genen betrifft: Promoter und Enhancer sind nicht das gleiche und funktionieren auch nicht gleich. Ich empfehle, diese Dinge woanders nachzulesen.

Aber wenn man von diesem Wildern in Nachbars Garten absieht, ist Joachim Bauer doch ein sehr verständliches, interessantes und wichtiges Buch gelungen. Wir sehen, dass das was wir empfinden, die Beziehungen zu anderen Menschen, unsere Lebensstile, biologische Spuren in unserem Gehirn hinterlässt. Sie sind messbar. Dies sollte jenen zu denken geben, die meinen, psychotherapeutische Erfolge ließen sich nicht mit Methoden bestätigen, die die "evidenzbasierte Medizin" verlangt. Die Hoffnung ist, dass wir diese Erkenntnisse für bessere - auf den Menschen individuell zugeschnittene - Therapieansätze nützen.

Eindrucksvoll. Lesenswert.
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am 30. Januar 2004
Ein kurzweilig zu lesendes und verständliches Buch darüber, wie zwischenmenschliche Beziehungen Einfluss auf die biologischen Abläufe des Körpers nehmen. Kein Hokuspokus, sondern moderne Neurobiologie für den Alltagsgebrauch. Mit Infos über (Beziehungs-) Stress, Burnout, Depression. Besonders eindrucksvoll: Die Folgen von Schmerz und Gewalt. Alles was erlebt wird hinterlässt im Körper Spuren ("Das Gedächtnis des Körpers"). Sehr interessant, was über die neurobiologischen Effekte von Medienkonsum zu lesen ist. Auch beobachtete Gewaltmodelle (in den Medien, in der Familie) hinterlassen in den Gehirnen der Kinder Spuren. Ein äusserst spannend zu lesendes Buch, kurzweilig, und stellenweise sogar amüsant.
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am 20. August 2007
Joachim Bauer ist für mich einer der Autoren, der sehr anschaulich wissenschaftlich komplizierte Materie darstellen kann. Für viele Krankheiten, wie Depressionen, Brustkrebs und sonstige Krankheiten in unserer heutigen Zeit, sind nicht nur aktive Gene zuständig, die unveränderbar vererbt sind.Gene können auch durch bestimmte Schalter sowohl angestellt als auch abgestellt werden. Für mich bedeutet es, daß es durch Änderung der Lebensweise durchaus möglich ist, angeblich genetisch bedingte Krankheiten, zu beeinflussen oder sogar zu heilen. Speziell für Krebskranke bedeutet es, daß es eine Krebspersönlichkeit an sich warscheinlich nicht gibt. Weiterhin wird z.B. die Ursache des Bournout -Syndroms bei Lehrern beschrieben. Das Buch habe ich verschlungen, weil soviele interessante Krankheiten unserer Zeit beschrieben werden, die durch Änderung des Lebensstiles beeinflusst werden können. Für alle Buecherfans, die nicht nur in den Tag hineinleben, ein sehr zu empfehlendes Buch
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am 28. Juli 2013
Der Autor legt in diesem Buch auf überzeugende Weise dar, dass der alte Streit darüber, ob Gene oder Umwelt die entscheidenden Faktoren im menschlichen Leben sind, weitgehend überholt ist. Denn Gene wirken nicht einfach von selbst, sie sind keine "Autisten", sondern werden erst durch bestimmte äußere Signale in ihrer Wirkung reguliert, d.h. aktiviert oder abgeschaltet. Ein bemerkenswertes Detail in diesem Zusammenhang ist der Umstand, dass "die DNS-Sequenz, also der 'Text' der etwa 35 000 menschlichen Gene, bei allen Menschen untereinander zu 99,9 Prozent (!) identisch ist" (232).

Die Art, wie das Zusammenleben der Menschen gestaltet wird sowie ganz grundsätzlich der menschliche Umgang miteinander spielen eine überaus wichtige Rolle für die psychische und physische Gesundheit des Menschen. Der Autor erläutert diese grundlegende Erkenntnis anhand zahlreicher Beispiele und schildert, wie bestimmte Umweltfaktoren (z.B. Stress) zu entsprechenden Krankheitsbildern führen können.
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