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16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Trifft den Nagel auf den Kopf
Da ich selbst einige Jahre im Fernverkehr in ganz Europa unterwegs war, gottlob nicht bei solchen Verbrecherfirmen, kann ich nur bestätigen das der Termindruck, die Probleme mit der Kieberei, den Zöllnern usw. haargenau stimmen.
Doch leidergottes gibt es noch schlimmere Firmen, wie ehemaliger Karl Kral***** und sein Chefdisponent der nach dem Gefängnis...
Veröffentlicht am 28. April 2011 von tomtom

versus
30 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wenig hilfreich
Eins mal gleich vorweg: Ich sitze selbst seit 30 Jahren im internationalen Fernverkehr auf dem Bock und möchte bestimmt nichts schönreden. Mit Sicherheit liegt in unserem Job einiges im Argen und obwohl es damals mein Traumberuf gewesen ist, würde ich heute jedem Neueinsteiger davon abraten. Was mich an diesem Buch aber ganz gewaltig stört, ist die...
Veröffentlicht am 30. Juli 2011 von Guido Trumm


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16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Trifft den Nagel auf den Kopf, 28. April 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Da ich selbst einige Jahre im Fernverkehr in ganz Europa unterwegs war, gottlob nicht bei solchen Verbrecherfirmen, kann ich nur bestätigen das der Termindruck, die Probleme mit der Kieberei, den Zöllnern usw. haargenau stimmen.
Doch leidergottes gibt es noch schlimmere Firmen, wie ehemaliger Karl Kral***** und sein Chefdisponent der nach dem Gefängnis jetzt die Fa. Hisp*** gegründet hat, ... Insider wissen bescheid!
Wenn sich jemand über diese Branche informieren möchte, und auch die Wahrheit wissen möchte, dann ist er bei diesem Buch GENAU RICHTIG!!!
Und auch warum das Ganze so abläuft wie es eben ist, auch auf das wird in dem Buch eingegangen.
Denn begünstigen tun WIR das alle, die Konsumenten, nicht die Fahrer!
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24 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Knochenjob Fernfahrer, 26. April 2011
Von 
Mario Pf. (Oberösterreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)   
Schon mit 18 hat Jochen Dieckmann seine ersten Erfahrungen als Trucker gesammelt und als Fernfahrer damals noch exotische Destinationen wie die ehemaligen Ostblockländer besucht. Jahre später, nach einer Umschulung zum Journalisten und einigen Jahren beim Hessischen Rundfunk sollte die Rückkehr in seinen alten Beruf für ihn zum raschen Ausweg aus der Arbeitslosigkeit werden. Doch mit Überraschung musste Dieckmann feststellen dass sich selbst in den Jahrzehnten und trotz aller neuen Gesetze und Regulierungen sehr wenig an seinem einstigen Job geändert hatte, es ist ein Knochenjob geblieben. Gewissermaßen zum Abschluss dieses Lebensabschnitts hat Dieckmann nun seine Erfahrungen und Erkenntnisse in Buchform gebracht. "Geschlafen wird am Monatsende: Ich, mein Truck und der alltägliche Wahnsinn auf Europas Straßen" ist ein autobiografisches Logbuch von vier Fahrten Dieckmanns im Auftrag einer niederländischen Spedition und veranschaulicht sehr deutlich, dass das Leben der Könige der Landstraßen vor allem ein schweres ist. Geografisch reist Dieckmann dabei aus den Niederlanden bis nach Marokko, Wales, die Ukraine und sogar Istanbul.

Dieckmann beginnt mit einer typischen Szene aus seinem Trucker-Alltag, im Niemandsland zwischen Ungarn und der Ukraine. Im EU-Raum wird es selten kontrolliert, doch die ukrainische Zollbehörde SMAP legt besonderen Wert darauf, dass die Reifenprofile von Vierzigtonnern wie Dieckmanns ein gleichmäßig abgenutztes Reifenprofil aufzuweisen haben. Dass darauf nicht zu achten zu Problemen führen kann hat Dieckmann seinen Chefs und Chefinnen in der Spedition zwar schon oft zu erläutern versucht, doch auf die Trucker hört man prinzipiell nicht und so sind Truck Fahrer wieder einmal gestrandet, denn in die Ukraine darf Dieckmann nicht einreisen und da er für die immer noch nicht in die Ukraine gelieferte Ware natürlich keine Einfuhrpapiere für Ungarn besitzt kann er auch nicht zurück. Eine chaotische Situation, in der dem Fernfahrer Dieckmann durch die GPS-Peilung seines Trucks von Seiten der Disponenten auch noch Druck gemacht wird, auch wenn er nichts tun kann. Man glaubt es nicht, doch genau solche Fahrten gehörten zu Dieckmanns Alltag und lassen den Trucker oft genug hinterfragen ob seine Vorgesetzten ihn nicht doch "nur" für blöd verkaufen oder genau das praktizierte als professionelle Planung verstehen.

Jenes Bild das Jochen Dieckmann vom Beruf des internationalen Fernfahrers zeichnet ist fern von aller Landstraßenromantik und erlaubt einen Einblick in eine Branche, in der mit krimineller Energie Gesetze umgangen werden und das obwohl die Gesetzeslage überraschend arbeitgeberfreundlich gestaltet ist. Als "Ausländer" in einem niederländischen Betrieb hat Dieckmann zudem noch mit einigen anderen Ressentiments seiner Chefinnen und Chefs in der Spedition zu kämpfen, die aber auch gegenüber seinen niederländischen Kollegen nur selten andere Töne anschlagen. In einem feindseligen Klima, in dem verspätete Lohnauszahlungen, Unregelmäßigkeiten in der Abrechnung und die Unterschlagung von Spesen, sowie simple Ausbeutung scheinbar gang und gäbe sind aber auch kein Wunder. Dass die Fahrer dafür gut verdienen würden erweist sich nach der Lektüre als ziemlich zynische Aussage, denn wie Dieckmann bezeugt sinken erstens die Fixlöhne und zweitens wird man oft genug um seine Spesen geprellt, mit denen man ohnehin vom Werkzeugkasten bis zu Bußgeldern und Bestechungsgeldern alles selbst bezahlen muss, das Unternehmen stellt nur das Fahrzeug und kann selbst in Fällen der Straffälligkeit oft genug die Schuld auf den Fahrer abwälzen. Stunden die man bei der Zollabfertigung oder dem Warten auf die Warenübernahme verbringt gelten übrigens gleich als Freizeit und werden natürlich nicht entlohnt, sondern nur wenn das Fahrzeug auch fährt.

- Resümee -
Auf vier Touren quer durch Europa wird man von Jochen Dieckmann mitgenommen und schon dürfte sie für die meisten ihr Bild vom Job des internationalen Fernfahrers gravierend geändert haben. Nicht nur weil die Arbeitsbedingungen sich seit Jahrzehnten kaum geändert haben, sondern auch weil die von Dieckmann geschilderten Geschäftspraktiken der Spediteure weit verbreitet sind und die Trucker im Gegensatz zu ihren Arbeitgebern natürlich über keine schwergewichtige Lobby auf nationaler und europäischer Ebene verfügen. Dass die Branche Nachwuchsprobleme hat liegt also nicht nur am teurer und komplizierter werdenden Führerscheinsystem sondern auch der mangelnden Attraktivität und sprichwörtlich antisozialer Arbeitsbedingungen, denen es zu "verdanken" ist dass Trucker wie Dieckmann oft über Wochen wenn nicht Monate nicht einmal eine Nacht in ihren eigenen vier Wänden verbringen können. Dieckmann punktet weil er es versteht seine Geschichte als Fahrer sehr anschaulich und spannend zu erzählen. Es ist eine Europareise der gänzlich anderen Art, in der man die Realität moderner Just-in-time-Logistik vorgeführt bekommt.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Super Buch, absolut lesenswert, 17. April 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Tja, von wegen schönes Truckerleben. In dem Buch beschreibt der langjährige Trucker, Journalist und Autor den Beruf des LKW-Fernfahrers. Was sich für den Laien toll anhört und er gerne mit sowas wie "Urlaub" in Verbindung bringt, ist in Wahrheit harte Arbeit und mehr ein Albtraum. Ständige Gesetzesübertretungen gehören zum Alltag und werden, zumindest vom Arbeitgeber, als Kavaliersdelikt abgestempelt.
Aber nicht nur das, sondern auch die ewig langen Wartezeiten und Schikanierungen bei Grenz- und Fahrzeugkontrollen, die notwendige Bestechung von Kontrolleuren und ständige Gefahr des Ausgeraubt oder übers Ohr gehauen zu werdens gehören scheinbar zum Leben des Fernfahrers, so wie das Amen zum Gebet gehört.
Was weiters (vermutlich eher am Rande) belastet ist das Wissen darüber, dass viele Waren auf den ersten Blick total sinnlos herumgefahren werden. Viele Waren legen mehrere tausend Kilometer zurück, bis sie am Zielort angekommen sind. Man könnte, wenn man wöllte, und als Endkunde etwas nachdenken würde wahrscheinlich mehr als die Hälfte der Strecke sparen und damit einen wesentlichen Beitrag zum Umweltschutz leisten.
Aber der Autor hat zum Glück nicht nur Negatives zu berichten. Es gibt auch sehr schöne Momente in einem Truckerleben. Eigentlich nur Kleinigkeiten, die aber extrem wichtig sind, um neue Kraft für die nächsten Tage zu tanken. Das wovon ich rede sind zum Beispiel die Gastfreundlichkeit und Herzlichkeit von Kunden, speziell in ärmeren Ländern. Weiters lernt man die bereisten Länder, deren Menschen, Kultur, Sitten und Bräuche sehr gut kennen. Es gibt auch noch sehr viele weitere sehr schöne Geschichten, bei denen ich sehr gerührt war und die ich sehr lesenswert finde.

Ich finde dieses Buch sehr lesenswert, weil es einfach einen ausführlichen Einblick in den Beruf des Fernfahrers gibt und man sieht, wie sie sich den A.... aufreißen, um uns Endkunden mit Waren zu versorgen. Sie sind die wahren Helden der Konsumgesellschaft, werden aber meines Empfinden nach komplett vergessen.

Ich würde mich über eine Fortsetzung dieses Werkes sehr freuen!
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30 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wenig hilfreich, 30. Juli 2011
Von 
Guido Trumm (Raum Köln/Bonn) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Eins mal gleich vorweg: Ich sitze selbst seit 30 Jahren im internationalen Fernverkehr auf dem Bock und möchte bestimmt nichts schönreden. Mit Sicherheit liegt in unserem Job einiges im Argen und obwohl es damals mein Traumberuf gewesen ist, würde ich heute jedem Neueinsteiger davon abraten. Was mich an diesem Buch aber ganz gewaltig stört, ist die Tatsache, daß der Autor generell viel zu sehr pauschalisiert. Es soll ein Buch sein, um vor allem bei dem ganz normalen Autofahrer, der von diesem Job keine Ahnung hat, um etwas mehr Verständnis für uns Trucker zu werben. Leider ist aber das genaue Gegenteil der Fall. Sämtliche Vorurteile, Klischees und das allgemein vorhandene schlechte Image der Fernfahrer werden hier bestätigt und sogar noch zusätzlich ausgebaut, so daß gerade der nicht eingeweihte Normalbürger nur noch die Hände über dem Kopf zusammenschlägt und ausruft: "Ich hab's ja schon immer gewußt, aber diese Typen sind ja noch viel schlimmer!"
Leute, laßt Euch sagen: Sind wir nicht! Jedenfalls bei weitem nicht alle und das ist auch weiß Gott nicht die Regel, sondern eher die Ausnahme. Natürlich gibt es auch Kollegen, wo man sich mit Grausen abwendet und die auf Grund ihrer Ausdrucksweise und ihres Benehmens auf gut deutsch aus der untersten Schublade kommen, aber die gibt es in anderen Berufen mit Sicherheit auch, egal ob als Anstreicher, Drucker oder Beamter im Strafvollzug.
Ähnliches gilt in Bezug auf die Arbeitgeber. Keine Frage, es gibt solche Ausbeuter und Sklaventreiber (und nicht wenige) wie hier beschrieben, aber es gibt auch genügend vernünftige Firmen, bei denen man durchaus korrekt behandelt wird. Vor allem wird niemand dazu gezwungen, in einer solchen Bude zu arbeiten. Der Autor war ja wohl mehrere Jahre dort beschäftigt und ich habe mich immer wieder gefragt, warum er denn nicht einfach kündigt und für jemand anderen fährt, wenn dort alles so furchtbar ist.
In meinen 30 Jahren als Fernfahrer habe ich insgesamt bei sechs verschiedenen Firmen gearbeitet, und überall herrschte ein vernünftiger Umgangston, das Geld kam pünktlich (und nicht erst nach zwei oder gar fünf Monaten), man konnte mit dem Chef reden (auch bei privaten Problemen) und die Arbeitszeiten lagen meistens so, daß irgendwo auch noch eine Art Privatleben möglich war. Derzeit fahre ich einen Kühlzug, bei der Einstellung wurde vereinbart, daß ich jedes zweite Wochenende zu Hause bin, und daran wird sich bei der Planung in der Regel auch gehalten. Bei einem Konkurrenzunternehmen hier in der Region sieht es allerdings etwas anders aus. Die Fahrer kommen nur alles sechs Wochen nach Hause und das "freie Wochenende" besteht dann lediglich aus der Zeit von Samstagnachmittag bis Sonntagabend. Firmen, wie sie der Autor beschreibt, sind mir in meiner Karriere auch schon untergekommen, aber entweder habe ich da gleich nach dem Vorstellungsgespräch dankend abgelehnt, oder mir ansonsten spätestens nach der ersten Rückkehr auf den Hof die Papiere geben lassen.
Unterschwellig wird man auch nie so richtig den Eindruck los, daß sich der Autor vielleicht auf Grund seiner Bildung irgendwie für etwas Besseres hält. Wenn alle anderen Fahrer vor der Polizei warnen, macht er das gerade nicht, er geht nach Möglichkeit nicht in die üblichen Truck Stops, sondern in andere Lokale, auf der Fähre legt er Wert darauf, für einen Touristen statt einen Trucker gehalten zu werden usw.
Sehr schön und anschaulich sind in dem Buch die einzelnen Touren beschrieben und auch die Widrigkeiten, mit denen wir Fahrer dabei tagtäglich zu kämpfen haben. Man fühlt sich wirklich mittendrin im Geschehen, wozu auch die einzelnen Anekdoten beitragen, die den Alltag immer mal wieder etwas auflockern. Ebenfalls sehr lobenswert ist die Tatsache, daß der Autor unverblümt auf die Mißstände an den Rampen bei solchen Unternehmen wie DHL, Coca-Cola, C&A, JTI etc. hinweist. Diese Liste ließe sich noch mit BLG, Kaufland, Lidl usw. endlos fortsetzen. Generell gilt: Je größer die Firma, desto weniger zählt der einzelne Fahrer. Bei der MUH in Pronsfeld, wo trotz Zeitfenster Wartezeiten von mehreren Stunden die Regel sind, hieß es bei entsprechenden Beschwerden ganz einfach: "Wir haben genug osteuropäische Spediteure, denen sind die Standzeiten egal." Bei Procter & Gamble gibt es theoretisch ab einer bestimmten Wartezeit Standgeld. Das berechnet die Spedition aber nur ein einziges Mal, danach wird sie dort nie mehr einen Auftrag bekommen. Solche Kunden üben ihre Macht gnadenlos aus und wer nicht mitzieht, kann sehen, wo er bleibt.
Unter dem Strich ist es zwar ein interessantes und unterhaltsames Buch, aber trotz allem würde ich es nicht uneingeschränkt jemandem empfehlen, der nicht wenigstens etwas Grundwissen über unseren Beruf mitbringt.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hervorragendes Buch, 6. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Geschlafen wird am Monatsende: Ich, mein Truck und der alltägliche Wahnsinn auf Europas Straßen (Taschenbuch)
Selbst wenn man zugesteht, dass der Autor in einer besonders schlechten Firma gearbeitet hat, ist es durch die enorme Detailfülle der Tourberichte möglich, sich einen umfassenden Einblick in die Arbeitsbedingungen im internationalen Fernverkehr zu verschaffen. Jedem, der damit liebäugelt, sich selbst ans Steuer zu setzen, sei dieses Buch hochempfohlen.

Der Inhalt an sich ist so erschreckend wie faszinierend. Sizilien, Kiew, Wales, Marokko, Istanbul. klangvolle Namen für Fernwehgeplagte. Ernüchternd, wenn der Autor in Marokko 10 KM vom Strand entfernt auf Entladung warten muss, und daher von einem Strandspaziergang nur träumen kann.
Absolut erschreckend die Arbeitszeiten: von 8-10 Stunden und 5-Tage-Woche kann nur geträumt werden, der Autor ist so gut wie immer mit gefälschten Urlaubsscheinen unterwegs und den Takt bestimmt allein die gesetzlich vorgeschriebene Standzeit des Fahrzeugs zwischen zwei Arbeitstagen von entweder 9 oder 11 Stunden. Stundenlange Grenzabfertigungen, selbständige Entladearbeiten oder Wartezeiten bei Kunden werden wie selbstverständlich als Freizeit angesehen.

So dass der Beruf "Fernfahrer" keinesfalls ein Beruf, sondern eine Berufung ist. Denn das Leben auf der Strasse ist allumfänglich, der Fernfahrer erlebt eine Freizeit, wie der normale Arbeitnehmer sie kennt, nur vom Hörensagen.
Vermutlich würde, wenn man die realen Arbeitszeiten zusammenrechnen würde, also die Zeit, in der der Arbeitnehmer in irgendeiner Weise mit dem Transportauftrag beschäftigt ist (fahren, verzollen, warten, entladen, im Stau stehen) ein Stundenlohn auf Drittweltniveau als Ergebnis folgen.
Und dies vollkommen unberechtigt, denn der Fahrer fährt beileibe nicht nur, sondern muss täglich diverse technische und psychologische Tricks und Kniffe anwenden, um zwischen West- und Ost-, Nord- und Südeuropa allen Herausforderungen begegnen zu können.

Die Politik muss hier dringend tätig werden: wenn schon durch die Natur dieser Arbeit unvermeidbar sehr lange, unregelmässige Arbeitszeiten entstehen, müssen die Fahrer einen entsprechenden Freizeitausgleich erhalten, z.B. 14 Tage unterwegs, 7 Tage frei. Ansonsten wird hier weiterhin Wirtschaftswachstum mit brutalen Mitteln auf dem Rücken von Arbeitnehmern und der Verkehrssicherheit erzeugt.

Alles in allem ein als Tourbericht gestaltetes, hervorragendes Enthüllungsbuch über skandalöse, von der Politik gedeckelte unmenschliche Arbeitsbedingungen. Die, hätte es vor 100 Jahren schon LKWs gegeben, damals genau so ausgesehen hätten wie heute: Ausbeutung pur.
Da ich mich für die Tätigkeit des Fernfahrers bisher selbst interessiert hatte, hat mir dieses Buch eine Fülle an Informationen und eine gute Entscheidungsgrundlage dafür gegeben, in diesen Bereich frühestens dann einzusteigen, wenn sich die Rahmenbedingungen deutlich verbessert haben. Denn die Faszination an diesem Job bleibt: nämlich jeden Tag in den unterschiedlichsten Ländern die anstehende Arbeit einigermassen selbstbestimmt, und manchmal auch kreativ, erledigen zu können. Etwas, von dem viele "reguläre" Arbeitnehmer nur träumen können.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr sehr wichtiges Buch!, 13. April 2011
Als Fahrer habe ich das Buch verschlungen und war hinterher maßlos wütend. Nicht auf den Autor, der unser Leben höchst realistisch beschreibt, sondern darüber, wie sehr wir uns selbst mit dieser Situation abgefunden haben. Man sollte das Buch an jeder einzelnen Ladestelle hinterlassen und jedem Warenannahmefeldwebel um die Ohren hauen.
Zwei Punkte möchte ich anmerken: Ich hätte mir ein Kapitel über die miese Rolle der Gewerkschaft verdi gewünscht, die einen ganzen Berufsstand nicht nur im Stich lässt, sondern ihm regelrecht in den Rücken fällt (Ich möchte daran erinnern, dass diese im Frühjahr 2010 ankündigte, sich im Herbst verstärkt um LKW-Fahrer zu kümmern, im Herbst jedoch lieber mit ein paar Bundesbankern, die nicht umziehen wollten, ein bisschen durch Frankfurt demonstrierte). Anstatt sich um die Belange der Arbeitnehmer zu kümmern, fordert sie (die Gewerkschaft!!!!) allen Ernstes ein generelles Überholverbot für LKW auf deutschen Autobahnen, also eine deutliche Verschlechterung von ohnehin schon schweren Arbeitsbedingungen!
Zum Zweiten gehören zum ständig geringerwerdenden Lohn auch ständig steigende Kosten für die Fahrer, nur damit sie ihren Beruf überhaupt ausüben können und dürfen. Fahrerkarte, Verlängerung des Führerscheins alle fünf Jahre, medizinische Untersuchungen, alles bezahlt der Fahrer selbst. Und die Kosten für die von der EU zwingend vorgeschriebenen Module der Fahrerfortbildung werden von vielen Firmen ebenfalls auf die Fahrer abgewälzt.
Ansonsten ein hervorragendes und sehr wichtiges Buch.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ... für alle Spediteure / Frachtführer und Fahrer, 6. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Buch ist der Hammer! Ich habe selber sehr lange in der Spedition gearbeitet - und weiß, dass die Fahrer oft die ärmsten sind ... aber dieses Buch ist ja wie ein Thriller ... schonungslos und auf den Punkt gebracht ... in der Branche muss sich etwas ändern ... also bitte LESEN!!!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sollte Pflichtlektüre für jeden sein, der den Wunsch hegt, Trucker zu werden, 17. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Und am besten gleich für jeden Autofahrer - vielleicht entwickelt sich da mal ein wenig mehr Verständnis.

Ich selber bin ja beruflich "Vorbelastet", hab meine Brötchen ca. 20 Jahre in dem Job verdient. Nahverkehr, Fernverkehr... bis auf Tanklaster eigentlich alles gefahren. Aufgehört habe ich, weil der Job auf gut deutsch schon immer ein "Mistjob" war, der aber früher wenigstens angemessen bezahlt wurde. Im Lauf der Zeit wurde der Job immer mistiger und die Bezahlung immer mieser. Dennoch habe ich beim lesen des Buches oftmals nur noch mit den Ohren geschlackert - wenn mir auch vieles mehr als bekannt vor kam und mir klar war, das sich die "Abwärtssprirale" auch nach meiner Zeit fortgesetzt hat - so extrem hatte ich mir Manches nicht vorstellen mögen. Wobei ich davon überzeugt bin, dass der Autor hier nicht übertreibt. Zugegeben: International fuhr ich fast Ausschließlich in Westeuropa rum, eine einzige Tour nach Prag allerdings reichte mir vollauf. Kann mir lebhaft vorstellen, wie das auf dem Balkan geworden wäre.

Auch von der heutigen Unsitte der Autohöfe, Parkgebühren zu nehmen war mir bekannt, allerdings endet mein Wissensstand da bei 5,- €. Was auch schon frech genug war, denn wie der Autor ja schreibt: das geht auf die Kappe vom Fahrer, zahlt ihm Niemand zurück. Man stelle sich mal vor, im Pausenraum einer Firma oder gar an deren Toiletten wäre ein Drehkreuz mit Münzeinwurf... Man steht da ja nicht aus Spaß an der Freud.

Die Richtigkeit meiner damaligen Entscheidung, den Job an den Nagel zu hängen wurde mehr als bestätigt. Wobei der Ausstieg verdammt schwer ist, angefangen beim Zeitmangel für evtl. Bewerbungsgespräche bis hin zum Jobcenter, dass bei der verzweifelten Suche der Unternehmer nach - vor allem erfahrenen - Fahrern Morgenluft wittert, sobald sie den LKW-Führerschein sehen und einen nur noch da rein pressen wollen. Auf jeden Fall bin ich nun glücklicher Außendienstler, werde nächstes Jahr 50 womit ohne ärztliche Untersuchung (Und warum sollte ich die zahlen? Macht übrigens auch bei den 'Aktiven' so gut wie kein Arbeitgeber, genau wie Gefahrgutschein oder vorgeschriebene Fortbildung...) mein 2er eh den Bach runter geht. Und das ist gut so - bevor ich mich noch je einmal auf den Bock setzte (außer dem gemieteten 7,5-Tonner wenn ich mal umziehe) putze ich lieber die Toiletten im Obdachlosenasyl!

Perfekte Aufklärung für alle, die noch an "Truckerromantik" glauben....
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr tiefer und detaillierter Einblick - interessant erzählt, 2. September 2011
Das Buch liefert einen sehr tief gehenden Einblick in die internationale Transportbranche, der den Alltag in einem Speditionsunternehmen wohl sehr real wieder gibt. In Anbetracht der beschriebenen Umstände muss man sagen leider. Ich habe mir das Buch gekauft, da ich selbst zwar nicht fahre, aber dennoch durch Familienangehörige bereits sehr viele Erfahrungen in und um den LkW herum sammeln konnte. Das Buch bildet das harte Leben vieler Fahrer auf unseren Straßen detailliert ab, wenn auch etwas pauschal.

Die Geschichten sind spannend erzählt und man kann sich sehr gut in die Rolle des Fahrers hinein versetzen, fühlt sich durchweg als wäre man direkt dabei - alles sehr real. Ich zumindest konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen bis ich schließlich durch war. Das Buch stellt die heftigen Kontraste des Berufs sehr gut dar, das Arbeiten rund um die Uhr - ein echter Knochenjob, die Rücksichtslosigkeit bei Vorgesetzten und Behörden, der mangelnde Respekt bei Kunden, der teils unfassbar schlechte Ruf in der öffentlichkeit und auf der anderen Seite beispielsweise ferne Ziele, beindruckende Landschaften, die Gastfreundschaft und Freundlichkeit in der Fremde und manchmal auch ein kleiner Rest an Freiheit - oder zumindest die Illusion davon. Jeder Fernfahrer hat solche sachen wohl mindestens ansatzweise schon erlebt.

Auch wenn sich die Menschen in diesem Job tatsächlich häufig in einer knallharten und vor allem missachteten "Parallelwelt" bewegen muss man wissen, dass die Umstände mit Sicherheit nicht auf jede Firma mit LKW und jeden Fahrer zutreffen - auch nicht im internationalen Geschäft. Die Dinge haben sich teils gebessert, wenn auch lange nicht genug und in einigen Teilen des Transportgewerbes ist die Lage vermutlich nie so düster gewesen wie hier dargestellt. Das wird im Buch nicht hinreichend erwähnt, man bekommt teilweise den Eindruck JEDER Arbeitsplatz am LKW-Steuer entspricht genau diesen Bedingungen und JEDER LkW ist eine "rollende Zeitbombe". Das ist nicht ganz korrekt und vermittelt unerfahrenen Lesern vermutlich einen teiweise falschen Eindruck. Dafür muss ich einen Punkt abziehen.

Wie gesagt haben wohl dennoch die allermeisten Fernfahrer die meisten der geschilderten Vorkommnisse in ähnlicher Form selbst schon erlebt. Daher bekommt man hier einen echt guten, sehr realitätsnahen Eindruck aus diesem Beruf, der hoffentlich vielen Leuten zeigt, warum es wichtig ist den Menschen die rund um die Uhr für uns alle fahren einfach viel mehr Respekt entgegen zu bringen - immerhin Opfern sich dafür auf, dass alle nur erdenklichen Waren beinahe zu jeder Zeit an jedem Ort verfügbar sind. Denn in meinen Augen ist das größte Problem schlicht die fehlende Beachtung - die Ignoranz, die leider überall zu finden ist vom Firmeninhaber über Behörden, Straßenplaner, Verkehrsteilnehmer bis zum Kunden irgendwo im Laden.

(Ohne die Fahrer die jede Nacht mit ihren DHL-Wechselbrücken unterwegs sind könnte ich z.B. nicht jetzt bei Amazon dieses Buch bestellen und es morgen Mittag aus dem Briefkasten fischen...)
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Geschlafen wird am Monatsende, 31. Dezember 2011
Mit der von Herrn Dieckmann beschriebenen Firma in Holland darf man nicht gleich in Bausch und Bogen sämtliche Transportfirmen in einen Topf werfen. Es gibt selbstverständlich auch absolut korrekt handelnde Firmen denen daran gelegen ist das die Gesetze eingehalten werden und nicht wie beschrieben ewig geschummelt wird. Herr Dieckmann scheint auf alle Arbeitgeber einen Hass zu haben und empfindet sich selber als etwas besseres unter den Truckern, er vermeidet es mit anderen LKW-Fahrern kontakt zu haben, tarnt sich als Tourist, sucht sich andere Gaststätten und stellt den Zusammenhalt der Trucker untereinander z.B. durch warnen bei Kontrollen als blöd da, er hingegen fühlt sich als etwas besseres und läßt die Kollegen die Ihn ev. ein vorheriges Mal vor einer Kontrolle gewarnt haben gnadenlos in die Kontrolle rauschen. Für solche Kollegen gibt es unter den LKW Fahrern eine ganz bestimmte Bezeichnung die ich hier nicht niederschreiben möchte die aber alle aus der Branche kennen.
Auch stößt es sauer auf das Herr Dieckmann quasi komunistenhaft alle Arbeitgeber schlecht macht.Man muß sich doch fragen warum Herr Diekmann sich nicht selbststänig gemacht hat und somit alles besser machen könnte. Sicherlich sind die Zustände in manchen Fabriken im Ausland nicht mit denen in Deutschland zu vergleichen aber viele dieser Mitarbeiter vor Ort hätten anderweitig überhaupt kein Einkommen um Ihre Familien zu ernähren, die einmalig gute Absicherung von Menschen ohne Arbeit wie in Deutschland ist nun mal nicht weltweit finanzierbar.
Die Erlebnisse unterwegs sind aber anschaulich und spannend geschildert so daß einen das Buch, trotz der negativen Beinflußungen durch den Autor, in Bann hält und man es sehr gut lesen kann. Spannendes Buch mit etwas schlechtem Beigeschmack.
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