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Kundenrezensionen

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am 29. Januar 2005
Nachdem ich Tolkien, Williams und Martin genießen durfte, stieß ich bei meiner Suche nach neuer Fantasy in Silverbergs Anthologie auf Le Guin`s Erdsee.
Nach über 900 Seiten und 4 Bänden stehe ich vor einer zwiespältigen Meinung:
Nicht zu Unrecht genießt Le Guin einen guten Ruf im Bereich der Fantasy, denn im Gegensatz zu vielen anderen Autoren schafft sie eine neue Welt, eine neue Art von Fantasy, die einen Leser in den Bann ziehen kann. Hier rollen keine Köpfe und es werden auch keine Arme abgehackt oder Körper durchbohrt; Will sagen, wer nach Massenschlachten giert, liegt bei Erdsee falsch. Le Guin schafft eine philosophische Welt in der es um den Menschen geht, um dessen Leben und Tod, dessen gute und schattige Seite. Gerade das heißt, dass ein jeder Mensch (auch Erzmagier) Schicksale und Verantwortung zu tragen hat, im Rahmen der vorgegebenen Regeln, Aufgaben übernehmen und sein "ICH" finden muss.
Neben dieser faszinierenden Welt, die einen immer wieder weiter lesen lässt, muss ich aber sagen, dass es Le Guin im Gegensatz zu Martin oder Williams (bei mir) nicht geschafft hat, ihre Charaktere lebhaft erscheinen zu lassen. Am stärksten beginnen noch Band 1 (Sperbers erste Jahre auf Rok) und Band 2 (Arhas Ausbildung), doch im Verlauf des Buches und mit zunehmendem Alter der Personen verlieren die Charaktere an Farbe bzw. bleiben unausgereift. Erst wieder am Ende des 4. Bandes, und dann ganz plötzlich bekommen die beiden Figuren wieder Leben eingehaucht. Die Figur Lebannen bleibt sowohl im dritten Band, als auch als König absolut blass und undifferenziert. Diese Problematik macht es dem Leser nicht gerade leicht die immer wieder auftretene Langatmigkeit und Langeweile zu überbrücken. Zu lang gezogen scheinen einige Stellen und zu kurz und selten sind die Höhepunkte der einzelnen Geschichten.
Diese Kritikpunkte lassen eigentlich darauf schließen, nur 3 Sterne zu vergeben. Allerdings habe ich schon zu der Fortsetzung "Rückkehr nach Erdsee" gegriffen - und die ersten 50 Seiten sind spitze! Man kann Le Guin trotz der Schwächen nicht weglegen, den sie hat eine, wenn auch neue Art von Fantasy - Faszination (bei mir) ausgelöst! Deshalb: 4 Sterne!
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am 21. Mai 2002
Wenn man es einmal wagt, die Erdseetetralogie objektiv mit dem überschätzten Herrn der Ringe zu vergleichen, wird man feststellen: Dieser Zyklus ist um Längen besser! Warum? nun, zum einen wird der Leser hier nicht mit den gängigen Gut-Böse Klischees bombardiert. Im ersten Teil des Zyklus flieht Ged vor dem Ergebnis seines eigenen Stolzes; er wird nicht angeleitet von einem ach-so-guten König, der nur einmal mit dem Schwert winkt, und schon ist alles wieder im Lot. Hier geht es zum einen um Selbstfindung, zum anderen darum, einen eigenen fatalen Fehler wieder gutzumachen. Der zweite Teil verwickelt uns in religiöse Machtspielchen, in Intrigen und finstere Gespinnste von Konservativismus, Fanatismus und durchaus erschütternder Naivität. Im Prinzip werden hier sämtliche Glaubens- und Tempelkulturen der bekannten Religionen einmal politisch und fern aller Lügen, ideologischer Überbauten und Romantik unter die Lupe genommen und im Rahmen einer spannenden Geschichte immer wieder in aggressive Denkanstöße gegossen. Der dritte Teil der Saga berichtet im Prinzip mehr oder weniger unterschwellig von Sektiererei, falschverstandenem Okkultismus und von der elementaren angst aller Lebenwesen vor dem Tode. hier indes taucht das Königsmotiv auf; aber dieser König ist kein großer Held, er ist mehr als eine sich erfüllende Prophezeiung; hier erleben wir, wie jemand vom Kind zum Erwachsenen heranreift, wie er mal schneller, mal langsamer auf ein Ziel zusteuert, das ihm selbst vollkommen unbekannt ist und erst kurz vor Ende der Geschichte einigermaßen deutlich zutage tritt. Hier erleben wir aber auch einen anderen Reifungsprozeß: die Entwicklung des Erzmagiers Ged hin zu einem - nun, einem Mann. Eine Enbtwicklung, die im vierten Teil der Saga schließlich bis zu ihrem logischen Schluß fortgeführt wird und alles vorher geschehene als Vorbereitung für allein dieses eine ERgebnis entlarvt.
In der "Erdsee" wird man eher wenigen rollenden Köpfen begegnen. In "Erdsee" wird das Geschehen von den Namen bestimmt, die die Dinge und Menschen haben. Es gibt keinen überholten Militarismus, der Krieg wird nicht idealisiert, die Handlung bedient sich nicht vornehmlich aus Märchen- und Sagenklischees. Es existieren Drachen jenseits vom alten Smaug, die ebenso tückisch wie hilfreich, ebenso feindselig wie freundschaftlich sein können. Die Helden sind Persönlichkeiten, komplexe Wesen, denen eigene Gefühle und Ängste gestattet werden, die gleichzeitig Schwäche repräsentieren können. Hier ist psychologie im Spiel, nicht unkritisches Heldentum und eingebildete Ehre. Es gibt auch nicht dieses definierbare Gute und lokalisierbare Böse (freilich liegt es zu Tolkiens Zeiten im Osten); hier existieren nur unterschiedliche Interessen, sowie Ordnung und Chaos, Richtg und Falsch - wobei Helden und Autorin sich Zweifel erlauben; Zweifel an ihren Führern, an ihren Absichten und an ihren Mitteln. Das ganze ist eingebettet in eine komplexe Welt mit allerlei Völkern, allerlei Träumen und Traditionen und eine Vielzahl an Kultur. Ebenso ist Erdsee aber auch ein Reich einfacher Menschen, die zu (über-)leben versuchen und dabei gelegentlich auch das falsche tun.
Erdsee ist natürlich nicht der "Herr der Ringe". Tolkien hat uns ein relativ schlichtes Märchen hintelrassen, das in einer wissenschaftlich detailgenau erfaßten und protokollierten Welt spielt und dadurch ebenso ein Opus der Wissenschaft als auch der Phantasie ist. Der Herr der Ringe ist Mythologie, und das war es, was Tolkien erstrebte: Er wollte England eine Mythologie geben.
Ursula K.LeGuin indes hat uns ein Epos geschenkt, das das Wesen des Menschen in seinen Licht- und Schattenseiten zeigt, das Ideale liefert und vernichtet, das Politik- und Intrigenspiele ebenso zum Thema macht wie Personenkult, Überlebenswillen, Macht, Ohnmacht, Angst, Verzweifelung, Ehrgeiz, Kühnheit und Tod. Dabei kommt sie ohne Gemetzel aus. Es gibt keinen Sauron, von dem wir zwar wissen, daß er böse ist; für dessen Bosheit wir aber eigentlich nie eine nachvollziehbare Erklärung bekommen. Es gibt Helden, die nicht aufgrund verquerer Ehrvorstellungen und elementarter Obrigkeitsgläubigkeit handeln. Es gibtr einen König, der jedoch wesentlich demokratischer daherkommt als sämtliche europäischen Abgeordneten zusammen. Und es gibt Phantasie, die nicht dafür herhalten muß, Daseinsbegründung für Logik und Wissenschaft zu sein.
Ich liebe diese Reihe, habe sie weitaus mehr genossen als alle Geschichten von Mittelerde und bin ausgesprochen froh darüber, daß Ursula K. LeGuin zur Zeit damit beschäftigt ist, eine Fortsetzung zu schaffen.
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am 2. Oktober 2001
Mein Einstieg in die Fantasy Literatur begann mit dem Herrn der Ringe - beeindruckende Landschaften, epische Schlachten, gigantische Atmosphäre. HDR habe ich in der Folge dann gleich 2 Mal verschlungen, sowohl das englische Original als auch die dt. Übersetzung. Nun kann man den Erdsee Zyklus in keiner Weise mit dem Herrn der Ringe vergleichen (der für mich immer noch die Referenz in Sachen Fantasy ist). Erzählt wird hier die Geschichte von einem Zauberer und zwar von Kindesbeinen an bis ins hohe Alter. Man taucht in eine Welt ein die durch ein instabiles Machtgefüge zwischen Gut und Böse gekennzeichnet ist. Fantastisch die Magier: wortkarg, aber wenn nötig einen weisen Spruch auf der Lippe - natürlich auch ihr Umgang mit der Umwelt: Formgebung und Namenskunde sind nur einige der Fähigkeiten die sie ein ganzes Leben studieren. Wundersame Drachen, älter als alle anderen Geschöpfe, bedrohlich, klug und nahezu allwissend und mit einer Macht ausgestattet, die viele Magier übertrifft.........
Nicht nur die Sprache dieses Buches animiert zum Weiterlesen, auch die detaillierte Beschreibung seiner Figuren - ähnlich wie im HDR. Es ist mir auch oft passiert dass ich den Weg der Hauptperson auf der beigefügten Karte mitverfolgt habe - wie beim HDR! Fazit: Wer nur den Herrn der Ringe kennt ist vielleicht enttäuscht, allen anderen offeneneren Fantasy Anhängern ist dieses Buch wärmstens empfohlen.
Ich würde diesem Titel gerne "nur" 4 1/2 Sterne geben aber geht ja nicht, 4 wären definitiv zu wenig. Manchmal hat man das Gefühl als baue sich die Handlung etwas zu schleppend auf weshalb eine Spitzenbewertung unpassend wäre. - aber trotzdem 5 Sterne
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am 22. Februar 2007
Eigentlich würde ich für die Erdsee-Trilogie fünf Sterne vergeben da ich sie einfach toll finde, aber da in dieser Sammlung auch Band vier enthalten ist, von dem ich überhaupt nichts halte, werden es leider nur vier.

Erdsee entführt den Leser gekonnt in eine andere Welt und garantiert ein paar angenehme Abende im Reich der Fantasie. Die einzelnen Bücher sind nicht sehr lang, wodurch sie auch nicht schwer zu lesen sind, trotz der leichten Längen (lange Segelfahrten).
Band 1-3 sind wundervolle Fantasie in einer untypischen Fantasywelt mit symphatischen Charakteren, mit denen man sofort mitfühlen kann und die man auf ihren Reisen gerne begleitet. Es ist etwas andere Fantasy als die Mehrheit des Genres, wodurch man es nicht gut vergleichen kann und auch nicht sollte. Entweder man mag es oder eben nicht. Ich für meinen Teil liebe es.

Das einzige Problem an diesem Sammelband ist der vierte Teil des Zyklus, "Tehanu". Dieser knüpft zwar dort an, wo Band drei aufgehört hat, wurde aber erst zwanzig Jahre danach geschrieben und ist eindeutig anders. Die Magie, welche die anderen Teile verströmen, ist hier vollkommen verloren gegangen, er ist langweilig und erniedrigend und unwürdig für die so liebgewonnenen Charaktere. Dazu hat er eine überagend feministische Philosophie, die nicht nach Erdsee gehört und die es vorher nie gab. Außerdem hat Band vier eine andere Übersetzerin, die ihre Sache nicht sehr gut macht. Die "Gangway" passt beispielsweise nicht zur Fantasy. Solche Ausdrücke stören gewaltig.

Wenn man Band vier allerdings nicht so ernst nimmt und stattdessen die anderen drei Bände betrachtet ist Erdsee ein kleines Meisterwerk, das zu faszinieren versteht. Dabei ist es nicht mit Tolkien oder anderen Zyklen zu vergleichen, aber es ist auf seine Weise etwas besonderes und anregendes. Obwohl es dort keinen Frieden gibt wirkt es friedlicher auf den Leser und ist in einem unschuldigeren, märchenhafteren Stil geschrieben als andere Fantasy. Gerade das macht Erdsees besonderen Charme aus. Es gibt keine großen Schlachten und das Blut fließt auch nicht in Strömen wie in vielen 08/15-Fantasybüchern. Trotzdem leidet die Spannung darunter nicht; es lädt gleichzeitig zum Träumen ein, und wer sich auf das Abenteuer Erdsee einlässt wird es nicht bereuen.
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am 24. September 2009
Aufgrund der Buchbeschreibung und vielen Rezensionen, habe ich mir mehr von diesem Buch, bzw. den vier Büchern erhofft.

Ich finde nicht, dass man Erdsee unbedingt gelesen haben muß. Da ich aber angefangen habe, wollte ich natürlich auch wissen, wie es weitergeht. Die Hauptfigur Ged fand ich auch sehr sympathisch, auch wenn ich mir gerade im ersten Teil mehr Hintergrundinformationen gewünscht hätte, was mit ihm passiert, bzw. was das denn alles zu bedeuten hat, viele Dinge wurden auch am Ende der jeweiligen abgeschlossenen Romane nicht aufgeklärt.

Die ersten drei Bände fand ich relativ langweilig, sie plätschern einfach so dahin, viel passiert eigentlich nicht. Spätestens zu Beginn des zweiten Bandes war mir klar, dass man nicht damit rechnen muß, dass irgendetwas Dramatisches passiert, ich hatte nicht die geringste Sorge, dass eine der Hauptpersonen vielleicht stirbt oder vielleicht irgendetwas schiefgehen könnte, das hat den Büchern doch recht viel von der Spannung genommen.

Ich fand gerade den vierten Band "Tehanu", den einige andere hier als überflüssig empfanden, am besten. Für mich war das der einzige spannende Teil, bei dem man nicht vorhersagen konnte, was mit den Hauptpersonen im Verlauf des Romanes passiert, und bei dem man auch mal besorgt war, dass vielleicht nicht alles gut ausgeht..

Vier Sterne vergebe ich trotzdem, weil ich die Ideen und Erdsee an sich doch ganz interessant fand (z.B. die Leute, die auf den Flössen leben und die Drachen), für die sympathischen Hauptfiguren und weil der letzte Band es geschafft hat, mich so sehr zu fesseln, dass ich die beiden Fortsetzungen lesen werde.

Von "Vermächtnis von Erdsee" und "Rückkehr nach Erdsee" erhoffe ich mir die Antworten auf meine Fragen, die vor allem "Tehanu" noch offen gelassen hat.
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am 16. Februar 2009
Über die ursprüngliche Trilogie aus den 60/70ern möchte ich hier nicht viele Worte verlieren. Es handelt sich hier um recht "konservative" Fantasy: Keine großen, pathostriefenden Heldentaten, keine Massenschlachten. Stattdessen kommen die Geschichten sehr nachdenklich und einfühlsam daher; sind sehr angenehm zu lesen und erzeugen (sofern man sich darauf enlassen kann) eine sehr eigenartige, teils düstere Stimmung. Ich habe nach und nach immer mehr Gefallen an Erdsee gefunden. Warum also nur 4 Sterne? Nun, die Crux ist der Sammelband an sich und das vierte Buch: Tehanu.

Diese letzte Geschichte im Buch unterscheidet sich schon recht herb von den anderen dreien. Wir erleben hier die Geschehnisse aus Sicht einer Frau, die vor Jahren einmal Ged kennenlernte; aus Sicht einer Person, die über keinerlei magische Kräfte oder Macht verfügt und ein sehr einfaches Leben führt. Zusammenstöße mit den "Mächtigen" sind nicht immer erfreulich, und man hält sich - soweit möglich - aus deren Angelegenheiten heraus. Man erhält mit dieser Geschichte eine weitere, bisher noch unbekannte (feminine - als hier nun die Rollen von Mann und Frau in der Gesellschaft betrachtet werden) Sicht auf die Erdsee und deren Mythologie. Aber der Blick lohnt sich! Der vierte Band hat eine ganz andere Färbung und erzeugt eine andere Grundstimmung. Man findet nun sogar leisen Humor. Die Andersartigkeit der vierten Geschichte mag sicher auch in deren zeitlichem Abstand zu der Originaltrilogie begründet sein.

Mein Problem mit dem vierten Band liegt allerdings nicht in seiner Andersartigkeit begründet. Das Problem ist die Übersetzung. Hilde Linnert, die Übersetzerin des vierten Buches, hat hier eine denkbar schlechte Arbeit abgeliefert. Die Qualität der Übersetzung ist recht durchwachsen und die schlechteren Abschnitte müssen sich Attribute wie "unmotiviert" und "holprig" gefallen lassen. Offenbar hat sie sich nicht die Mühe gemacht, sich mit den anderen drei Büchern zu beschäftigen. Warum sonst ist immer wieder die Rede vom "Obersten Magier" statt vom "Erzmagier"? Am schlimmsten aber wiegen Ausdrücke wie "Gangway", "Schlampe" und "lässig" mit denen sie nun die Erdsee "bereichert". Dies und nicht wenige Rechtschreibfehler (die allerdings gleichmäßig über den kompletten Sammelband verteilt sind) schwächen die märchenhafte Stimmung der Geschichte teils erheblich. Unter diesen Umständen kann ich nur auf die englische Originalfassung verweisen (wo sich letztendlich auch die englischen Namen einiger Protagonisten besser in die Erzählung einfügen, als dies bei einer deutschen Übersetzung der Fall ist).
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am 5. Oktober 2010
Ich kann diesen Band, in dem alle 4 Teile der Erdsee-Chronik zusammengefasst sind, nur empfehlen.

Alle 4 Teile haben ihren eigenen Charme und sind sehr einfühlsam geschrieben. Setzen sie sich doch mit unseren tiefverwurzelten Ängsten und Schwächen auseinander aber auch mit dem Schlüssel, wie diese überwunden werden können (und zwar ohne übertriebene Action oder Phatos).

Doch Teil 4 gefiel mir am Besten. Hauptakteure sind diesmal nicht mächtige Magier und mutige Prinzen oder das "Böse-an-sich" in verschiedenen Formen, sondern ein mishandeltes, geschändetes und aufs tiefste verletzte und entstellte kleine Mädchen in deren Innern eine so urmächtige Kraft steckt, eine häßliche (stinkende) und merkwürdige alte Hexe, die ein weiches Herz hat und dem Kind versucht, die Freude zurückzugeben, eine von ihren Wurzeln mächtige Tenar, die es vorzieht, ein eher bescheidenes und halbwegs normales Leben zu führen, obwohl sie hätte Großes vollbringen können. Alle drei werden von ihren Mitmenschen und Gegnern regelmäßig unterschätzt, weil diese über den äußeren Schein nicht hinwegsehen können.

Wenn Teil 1 bis 3 eher aktiver Natur sind (gute und böse Magier, Helden und Schurken beeinflussen mit ihren Entscheidungen das Weltgeschehen) so zeigt der 4. Teil eher die passive Seite der Geschichte; zeigt was mit denjenigen passiert, die zuhause bleiben, die aber unter den Entscheidungen der "Großen" auch zu Leiden haben, ihnen zum Teil hilflos ausgeliefert sind und nun mit den negativen und positiven Konsequenzen leben müssen. Hier geht es zwischenmenschlicher zu als in den Teilen 1 bis 3 und ist insofern für mich am interessantesten gewesen.
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am 22. Dezember 2004
Der Erdsee-Zyklus ist, meiner Meinung einer der komplettesten und besten Fantasy-Zyklen aller Zeiten. Er braucht keine Vergleiche zu Tolkien, McCaffrey u.a. zu scheuen - im Gegenteil. Die Autorin zeichnet ihre Charaktere mit unvergleichlicher Sorgfalt und charakterlicher Vielschichtigkeit. Besonders interessant ist die auch die lange Zeitspanne zwischen den einzelnen Büchern. Das erste noch stark an ein typisches, "simpel" geschriebenes Fantasy-Buch erinnernde Band, fügt sich mit den nächsten, teilweise sehr viel später entstandenen Teilen zu einem poetischen, philosophisch sehr interessanten Gesamtwerk zusammen.
Zum Inhalt sei nur soviel gesagt: Wir begleiten den Zauberer Ged durch sein Leben (vom entdecken seiner magischen Fähigkeiten durch seine Tante, über seine Ausbildung zum Zauberer, seinen jugedlichen Leichtsinn und Selbstüberschätzung bis zum weisen, gereiften Mann). Und ja es gibt Verließe, Drachen und jede Menge Magie.
In allen Büchern geht es um Macht (die jedes einzelnen, die der Religion, des Königs, die Machtverhältnisse zwischen Mann und Frau). Diese Verbindung aus schlüssiger, großartiger Fantasy und philosophischen, kritischen Gedanken macht dieses Buch absolut lesenswert.
Fabelhaft!
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am 2. Juni 2001
Als ich mit der Lektüre dieser Romanreihe begann, erwartete ich einen Fantasy-Roman, wie so viele andere auch. Aber Erdsee ist weit mehr als das. LeGuin nutzt den archaisch-spirituellen Rahmen jener Welt, um eine philosophische Weltsicht zu beschreiben welche man in den Grundzügen mit der C. G. Jungs vergleichen kann, und die stark an bhuddistische Lehren angelehnt scheint. Sicher sind in der modernen Fantasyliteratur immer wieder (pseudo-)philosophische Allegorien zu entdecken, die aber meist genauso Plump daherkommen, wie das klischeehafte Szenario. Doch LeGuin versteht es mit ihrer eher nüchternden Sprache - und das ist auch der Aspekt an Fantasyliteratur, den ich persönlich so reizvol finde - Bilder im Geiste des Lesers heraufzubeschwören, die ihre unenedliche Faszination aus den Tiefen des eigenen, archetypischen Unterbewusstseins ziehen (Also Fantasy im eigentlichen Sinne!) Eine vergelichbare spirituelle Tiefe erzielen neben LeGuin nur wenige andere Autoren des Genres, wie Tolkien oder Bradley.
Wer allerdings reine Unterhaltungsliteratur allá "Hack & Slay"-Fantasy erwartet, der wird mit Erdsee sicherlich nicht sonderlich viel Anfangen können, denn LeGuin umschreibt nicht viel, sondern versteht es, dem eigenen Unterbewusstsein den Schlüssel dafür zu liefern.
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am 19. August 2004
Da "Der Herr der Ringe" derzeit das Maß aller Dinge zu sein scheint, zumindest bezüglich Fantasy-Literatur, will ich zur Verdeutlichung auch diesen Vergleich ziehen, obwohl es mir eigentlich widerstrebt. Denn "Erdsee" ist ein ganz eigenes Epos mit eigenen Merkmalen und einer sehr besonderen eigenen Sprache.
Kritiker stellen beide Romanzyklen auf eine Stufe. Das kann ich weitgehend unterstreichen. Allerdings ist "Erdsee" noch etwas anspruchsvoller, noch weniger volkstümlich als HdR. Ich habe erst beim zweiten Lesen wirklich Zugang gefunden zu der Welt der Erdsee und der Gedankenwelt der Hauptperson. Erst beim dritten Mal stellte sich dann so richtig der Lesegenuss ein.
"Erdsee" ist nichts zum gierig runterlesen und schon gar kein seichter Actionthriller. Für den anspruchsvollen Fantasyleser, der gern auch mal innehält und über eine Beschreibung staunt oder einer lebendig geschilderten Situation nachsinnt, der es aber auch erträgt, dass der Schmerz manchmal sehr tief geht, ist "Erdsee" eine echte Herausforderung und ein literarisches Geschenk.
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