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206 von 241 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gut begründete Polemik
Letztes Jahr hatte ich gehört, Michael Schmidt-Salomon sei die Religionskritik zu langweilig geworden; er habe es satt, immer nur als Religionskritiker wahrgenommen zu werden, deshalb wolle er sich in Zukunft stärker der Dummheit zuwenden, die in anderen Bereichen der Gesellschaft grassiert, z.B. in Wirtschaft und Politik. Ich hatte daher zeitweise...
Veröffentlicht am 13. Februar 2012 von Matthias Krause

versus
56 von 72 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Interessanter Inhalt, schlechter Stil
Sicherlich - das Ziel, das Michael Schmidt Salomon mit diesem Werk verfolgt, ist durchaus begrüßenswert: Er möchte die Dummheit aus der Welt vertreiben und erreichen, dass der Mensch seiner Bezeichnung als homo sapiens tatsächlich gerecht werden kann.

Auch inhaltlich gibt es einige interessante Ansätze. Der Autor befasst sich mit...
Veröffentlicht am 2. Mai 2012 von karin1910


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206 von 241 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gut begründete Polemik, 13. Februar 2012
Von 
Matthias Krause (Singapore) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Keine Macht den Doofen!: Eine Streitschrift (Taschenbuch)
Letztes Jahr hatte ich gehört, Michael Schmidt-Salomon sei die Religionskritik zu langweilig geworden; er habe es satt, immer nur als Religionskritiker wahrgenommen zu werden, deshalb wolle er sich in Zukunft stärker der Dummheit zuwenden, die in anderen Bereichen der Gesellschaft grassiert, z.B. in Wirtschaft und Politik. Ich hatte daher zeitweise befürchtet, Deutschland würde einen seiner großartigsten Religionskritiker verlieren. Aber weit gefehlt: Wer die Religionskritik von "MSS" mag, kommt auch bei diesem Buch voll auf seine Kosten: 5,99 Euro (4,99 für das E-Book) für knapp 128 Seiten erscheinen mir angemessen, denn diese Seiten haben es wirklich in sich und waren für meinen Geschmack viel zu früh zu Ende, ich hätte gerne noch mehr gelesen.

Gläubige, die sich über Richard Dawkins' Wortschöpfung "Gotteswahn" (God Delusion) empören, sollten um dieses Buch einen großen Bogen machen! Während Dawkins mit seinem Begriff nämlich vor allem auf die Gottesvorstellung abzielt, etabliert Schmidt-Salomon in diesem Buch quasi "offiziell" und zitierfähig den Begriff des "Religioten" und zielt damit direkt auf die Träger des Gotteswahns ab, den er auch als "Hirnwurm" bezeichnet. Über die Bezeichnung "Hirnwurm" werden die Träger desselben zwar ebenfalls nicht erfreut sein, aber Schmidt-Salomon kommt hier das Verdienst zu, einen anschaulicheren und für die gesellschaftliche Diskussion damit besser geeigneten Begriff für Dawkins' abstrakte Wortschöpfung "Mem" gefunden zu haben. Ein "Mem" ist Dawkins zufolge eine Idee (z.B. eine bestimmte Gottesvorstellung), die sich selbst weiter verbreitet und sozusagen immer mehr Menschen "befällt" - was schlecht ist, wenn die mit dem Mem verbundene Vorstellung schädlich oder falsch ist.

Die obige Diagnose in Bezug auf Religion lässt sich Schmidt-Salomon zufolge auch auf andere Gesellschaftsbereiche übertragen: Wirtschaft und Politik widmet er eigene Kapitel, auch auf die Umweltschutzbewegung geht er ein.

Was den Begriff des "Religioten" - und Schmidt-Salomons analoge Wortschöpfungen "Politiot", "Ökonomiot" und "Ökologiot" - angeht, so halte ich es für wichtig, darauf hinzuweisen, dass diese - sozusagen im Gegensatz zu "Idiot" oder gar "Vollidiot" - zum Ausdruck bringen, das sich die so Charakterisierten nur in einer bestimmten Hinsicht idiotisch verhalten, ansonsten aber vollkommen normale Menschen sind, die in anderen Bereichen durchaus intellektuelle Höchstleistungen verbringen zu vermögen. (Francis Collins kommt einem in den Sinn: Unter Collins' Leitung wurde das menschliche Genom entschlüsselt; ausschlaggebend für seine Bekehrung zum Christentum waren aber nicht rationale Argumente, sondern der Anblick eines gefrorenen Wasserfalls, wie er selbst ausgerechnet in einem Buch mit dem Untertitel "A Scientist Presents Evidence for Belief" - "Ein Wissenschaftler präsentiert Belege für den Glauben" - berichtet.)

Dass Schmidt-Salomon die spezifischen Idiotien nicht so verbissen sieht, wie es vielleicht zunächst den Anschein hat, zeigt sich auch daran, dass er in den Anmerkungen darauf hinweist, dass er seine Meinung zur Gentechnik gegenüber früher geändert hat - und sich damit quasi selbst als "Ex-Ökologioten" outet. [S. 122, Anmerkung 81]

Problematisch - allerdings nicht dem Buch anzulasten - ist der Umstand, dass die spezifische Idiotie in den übrigen Bereichen nicht so einfach zu belegen ist wie bei der Religion (selbst Religiösen fällt es ja nicht schwer, zumindest die Idiotie der übrigen Glaubensrichtungen zu erkennen), und dass die Denkfehler in den Bereichen Wirtschaft, Politik und Ökologie noch nicht derart gründlich von anderen Autoren herausgearbeitet wurden, wie es bei der Religion der Fall ist - einfach, weil es sich hier um neuere Entwicklungen handelt. So hat ja z.B. erst die Finanzkrise seit einigen Jahren dazu geführt, dass bestehende wirtschaftspolitische "Dogmen" in größerem Umfang hinterfragt wurden. Ich hätte mir beim Lesen oft gewünscht, dass Schmidt-Salomon seine Kritik angesichts ihrer Schärfe noch gründlicher begründet, muss allerdings einräumen, dass z.B. schon der Bereich "Wirtschaft" selbst bei doppeltem oder dreifachem Buchumfang nicht wirklich gründlich hätte behandelt werden können. Insofern hat Schmidt-Salomon gut daran getan, sich kurz zu fassen.

Grund für die in den genannten Bereichen zu beobachtende Idiotie ist ein Phänomen, das Schmidt-Salomon als "Schwarmdummheit" bezeichnet (in Anlehnung an den Begriff der "Schwarmintelligenz"). Das Gegenmittel ist Schmidt-Salomon zufolge eine Bildung, die ihren Namen verdient.

Die gute Nachricht: Der "Aufstand der Narren des Widerstands gegen die Toren der Macht hat bereits begonnen" [S. 102]. Schmidt-Salomons "Aufruf zum Widerstand": "Entblödet euch!" (In Anspielung auf Stéphane Hessels Buch "Empört euch!")

Der polemische Ton von "Keine Macht den Doofen" ("Schwachsinn", "hirnrissig" etc.) entspringt wohl auch Schmidt-Salomons Überzeugung, dass Schwachsinn deutlich als solcher zu bezeichnen ist. Im Interview mit dem Humanistischen Pressedienst hpd sagte er, er habe sich "beim Schreiben dieses Buchs ganz bewusst keine Gedanken darüber gemacht, wie es bei den Lesern ankommen wird." - Wenn er darauf geachtet hätte, was andere Leute sagen, hätte er sich nämlich selbst schon wieder dem Mechanismus der Schwarmdummheit ausgesetzt.

Auf der Website zum Buch ([...]) gibt es ein Blog (mit Auszügen aus dem Buch) und eine "Dokumentationsstelle für globalen Wahnsinn".

Beim Lesen von "Keine Macht den Doofen" dachte ich mehrmals: Das ist ja interessant, aber davon habe ich noch nie etwas gehört! Die Erklärung dafür fand ich in den Anmerkungen am Ende des Buches: Bei den Quellen, auf die Schmidt-Salomon verweist, handelt es sich häufig um Bücher, die erst vor kurzem erschienen sind, nicht wenige davon 2011. Kein Wunder, dass die entsprechenden Thesen und Informationen noch nicht Allgemeingut sind. Wer also nach dem Lesen von "Keine Macht den Doofen" noch Zeit und Geld übrig hat (was bei 5,99 und 128 Seiten nicht abwegig ist), der findet in den Anmerkungen noch interessante Hinweise auf weitere Lektüre.

[Anmerkung: Dies ist die (im Wesentlichen um die Textauszüge) gekürzte Version einer Rezension, die ich auf meiner Website ([...]) veröffentlicht habe. Der Piper-Verlag hat mir dafür vorab ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.]
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64 von 75 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lektüre für den homo demens, falls er lesen kann/will...., 21. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Keine Macht den Doofen!: Eine Streitschrift (Taschenbuch)
Pflichtlektüre für den Homo sapiens!...äh...Homo demens.....!?

Mein erster Gedanke nach der kurzweiligen Lektüre des Buches war:
Das klingt alles so plausibel, das kann so nicht stimmen.
Man ist etwas geplättet, ob der wort-/gedankenreichen Offenheit.
Andererseits hat mir der Autor aus der 'Seele' gesprochen, die es dann ja doch ein bisschen zu geben scheint...
Die allgegenwärtigen Idiotien der Gegenwart an den Grundpfeilern der heutigen (Un-) Zivilisation zu belegen (Religion, Ökologie, Ökonomie, Politik) ist so gewagt wie notwendig.
MSS schafft es mit einer genial verständlichen Sprache (immerhin wird über kompliziertes Terrain berichtet), mit einem nie übertrieben wirkenden Witz, mit purem Realitätsbezug und mit intellektueller Redlichkeit, auch einen so skeptisch eingestellten Zeitgenossen wie mich zu überzeugen.
Wenn man sich vorstellt, dass hier einfache Wahrheiten über die Geschichte der Menschen und der Menschheit beschrieben werden, dann kann es einem frösteln...
Evolution, Finanzverbrechen, Medienverdummung in großem Maßstab, Religionsmanipulationen, Lobby-Egoismen, weltweit verbreitete egoistische Gleichgültigkeit, Machterhaltungsmechanismen oder eine neu bewertete Gen-Politik, Themen die auf der Tagesordnung von seriös und aufgeklärt denkenden Menschen stehen: in diesem Buch findet man Thesen zu einem notwendig-konstruktiven Diskurs. Fast schon denkt man, warum reflektieren nicht mehr denkende homines diese 'einfachen' Wahrheiten und ziehen ihre Konsequenzen daraus.
Da macht man sich dann doch differenziertere Gedanken über das, was einen alltäglich umgibt, von der großen Weltpolitik (mit satirisch-zynisch völlig berechtigten Charakterisierungen von z. B. dann komisch wirkenden Religionsführern und deren noch komischeren Botschaften..) bis hin zu Alltagsproblemen wie Kindergartenerziehung oder Essensfragen.
Und das Schlimmste an der Argumentation des Autors ist: sie ist nicht nur plausibel, sondern sie stimmt wohl auch noch. Keine leicht verdauliche, schon gar nicht optimistische Gegenwartsbetrachtung. Dennoch: Selten habe ich in letzter Zeit ein 'philosophisches' Buch mit so viel Vergnügen und mit so viel Nachdenklichkeit gelesen wie dieses."
Lehrer sollten dies Buch als Klassensatz bestellen! (;-)
Banga
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61 von 75 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schwarmdummheit, 16. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Keine Macht den Doofen!: Eine Streitschrift (Taschenbuch)
Zunächst war ich ja skeptisch: zu vulgär, zu populistisch, zu unsachlich? -- Absolute Entwarnung. Auch das zweite Buch, nach dem Manifest des evolutionären Humanismus, das ich von Schmidt-Salomon gelesen habe, überzeugt auf so ziemlich ganzer Linie. Ja, es ist polemisch geschrieben, aber der Stil ist gut und die ein oder andere Formulierung trifft den Nagel derart auf den Kopf, das man fast lachen möchte, wäre die Geschichte nicht doch so bitter ernst.

In einem Parforceritt gelingt es Schmidt-Salomon die beängstigen "Errungenschaften" des 'homo demens' in seinen vielfältigen Betätigungsfeldern auf den Punkt zu bringen. Die Religioten, Ökonomioten, Politioten, Ökologioten (zu denen der Autor selbst einmal gehörte...) und schließlich die Pädgagogioten treiben ihr furchtbares Spiel mit dem Planeten und sein oft nur mittelbar beteiligten Geschöpfen. die 'homines dementes' könnten in den wenigen Sekunden kosmologischer Zeitrechnung, die ihnen vermutlich nur zur Verfügung steht, all das zerstören, was im "Jahr" davor (> 13 Mrd. Jahre normaler Zeitrechnung) mühsam entstanden ist.

Die Schmidt-Salomens Analyse kommt systemisch daher und das ist der springende Punkt: Wiewohl der einzelne Mensch für sich genommen freundlich, mitfühlend und klug daher kommt, so gebricht es ihm jedoch spätestens in der Gruppe an allem, was mit Intelligenz in Verbindung zu bringen wäre. Das Modewort der "Schwarmintelligenz" wird hier mit Fug und Recht umgedeutet in die treffende Bezeichnung "Schwarmdummheit". Denn das Verheerende und paradoxe ist, dass vermutlich gerade aufgrund seiner individuellen Klugheit, das Kollektiv den Menschen so "dämlich" macht. Es ist einfach "zu verlockend" und vermutlich energetisch effizient, sich der debilen Masse anzupassen. Dabei ist es eben nie die Schuld eines Einzelnen, dennoch driftet das Kollektiv in Richtung des kleinsten gemeinsamen Nenners - in Richtung Blödheit.

Neben einigen Lösungsvorschlägen, wie beispielsweise Cradle-to-Cradle-Produktion, ist die Kernbotschaft: "Entblödet euch!" Dieses Ergebnis der Analysen ist umso wichtiger, als die Kollektivbildung als eine wesentliche, systemische Ursache identifiziert worden ist. Das wirft Fragen auf, denn in Zeiten des Internets und Multimedia, könnte die Technik eher mehr "Schwarmdummheit" erzeugen, als weniger.

Allen Neugierigen, die sicher sein wollen, den Weg vom 'homo demens' zum 'homo sapiens' erfolgreich zu beschreiten, sei dieses Buch als geistiges "Gelée Royale" empfohlen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein herrliches, intelligentes Buch, 1. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Michael Schmidt nimmt kein Blatt vor den Mund: Schonungslos und witzig deckt er die Dummheit der Politiker auf, den Wahnsinn unseres Wirtschaftssystems und ganz allgemein die Fehlüberlegungen unserer Gesellschaft. Ein Buch, das jeder gelesen haben sollte - das würde die Welt verändern. Wunderbar geschrieben, so dass man nicht mehr aufhören möchte mit Lesen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Womm- voll auf die 12!, 17. April 2014
Von 
Dirk Schroeter (Potsdam) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Keine Macht den Doofen!: Eine Streitschrift (Taschenbuch)
MSS erklärt, warum Einstein meinte "Die menschliche Dummheit und das Weltall sind unendlich" Wobei sich Einstein und offensichtlich MSS auch, beim Weltall nicht wirklich "sicher sind". Gibt es eigentlich Forschung zum Thema "Schwarmdummheit"? Da könnte ich nach vielen Jahren im öffentlichen Bereich intensiv mit Beispielen aushelfen. Deutschland zu Beginn des 21. Jhd. ist sicher ein sehr dankbares Forschungsfeld. "Schwarmdummheit" zum "Wort des Jahrtausends"!
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26 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Streitschrift vom Feinsten und zur rechten Zeit, 19. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Keine Macht den Doofen!: Eine Streitschrift (Taschenbuch)
So muss eine Streitschrift sein: kurz und knapp, polemisch, polarisierend und provozierend. Aber immer gut belegt, voll mit Querverweisen, Hintergrundwissen und stringenter Argumentation. Und ohne falsche Rücksichten. Klasse Format, super Idee, die ideale, intelligente Geschenkidee für (angehende) Humanisten.
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56 von 72 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Interessanter Inhalt, schlechter Stil, 2. Mai 2012
Von 
karin1910 - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Sicherlich - das Ziel, das Michael Schmidt Salomon mit diesem Werk verfolgt, ist durchaus begrüßenswert: Er möchte die Dummheit aus der Welt vertreiben und erreichen, dass der Mensch seiner Bezeichnung als homo sapiens tatsächlich gerecht werden kann.

Auch inhaltlich gibt es einige interessante Ansätze. Der Autor befasst sich mit diversen Faktoren, die er für die allgemeine Verblödung verantwortlich macht - von der Religion über Ökonomie (in diesem Kapitel findet sich beispielsweise eine erhellende Analyse des gegenwärtigen Wirtschaftssystems),Ökologie und Politik bis hin zum Bildungswesen
Auch wenn man nicht jedem Argument zustimmen muss, ist die Lektüre durchaus aufschlussreich.

Was mich allerdings stört, ist der Tonfall, in dem dieses Werk verfasst ist. Zugegeben - bei einem solchen Titel hätte ich eigentlich nichts anderes erwarten dürfen. Dennoch empfand ich es als ärgerlich, dass auf beinahe jeder Seite Begriffe wie "Idioten" oder "Deppen" verwendet werden. Das kontinuierliche Gebrauchen von Schimpfwörtern macht keinen Satz schöner und keine Aussage richtiger! Im Gegenteil: Die wahre Kunst bestünde darin, aufzuzeigen, dass jemand ein Idiot ist, ohne dabei das Wort Idiot verwenden zu müssen.
Durch das ständige Beleidigen des Gegners wird es dem Autor jedenfalls sicher nicht gelingen, irgendjemanden von seinen Ansichten zu überzeugen. Nur wer schon bisher seiner Meinung war, wird an diesem Buch seine Freude finden und für diesen Personenkreis ist es durchaus empfehlenswert.
Ich persönlich ziehe aber Werke vor, die zumindest den Eindruck einer sachlichen Auseinandersetzung erwecken.
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25 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was glaubt ihr, was hier los wäre..., 19. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Keine Macht den Doofen!: Eine Streitschrift (Taschenbuch)
...wenn mehr wüssten, was hier los ist. Der Autor Michael Schmidt-Salomon legt im schmalen Band in aller machbaren Kürze da, was die Leserinnen und Leser vielleicht schon immer geahnt haben, aber nie wirklich realisieren wollten. Auf gerade einmal 100 Seiten erinnert Schmidt-Salomon dabei an leider zu selten gesehene Tatsachen und liefert neue Argumente, den uns offenkundig umgebenden Irr-, Blöd- und Widersinn neu zu betrachten und nochmal zu bedenken. Er bleibt sich dem unerlässlichen Gebot der Aufklärung treu, Klartext zu sprechen. Der Philosoph Karl Popper formulierte da einst über die Verantwortung von Intellektuellen:

"Er hatte das Privileg und die Gelegenheit, zu studieren; dafür schuldet er es seinen Mitmenschen (oder 'der Gesellschaft'), die Ergebnisse seiner Studien in der einfachsten und klarsten und verständlichsten Form darzustellen. Das Schlimmste ' die Sünde gegen den heiligen Geist ' ist, wenn die Intellektuellen versuchen, sich ihren Mitmenschen gegenüber als große Propheten aufzuspielen und sie mit orakelnden Philosophien zu beeindrucken. Wer's nicht einfach und klar sagen kann, der soll schweigen und weiterarbeiten, bis er's klar sagen kann. ['] Was ich oben die Sünde gegen den heiligen Geist genannt habe ' die Anmaßung des dreiviertel Gebildeten ', das ist das Phrasendreschen, das Vorgeben einer Weisheit, die wir nicht besitzen. Das Kochrezept ist: Tautologien und Trivialitäten gewürzt mit paradoxem Unsinn. Ein anderes Kochrezept ist: Schreibe schwer verständlichen Schwulst und füge von Zeit zu Zeit Trivialitäten hinzu. Das schmeckt dem Leser, der geschmeichelt ist, in einem so 'tiefen' Buch Gedanken zu finden, die er selbst schon mal gedacht hat."

Diese "Streitschrift" verzichtet auf Schwulst und vermeidbare Trivialitäten. An ihr hätte Popper, selbst immer bewegt von den widersprüchlichen Verwirrungen der menschlichen Spezies, dementsprechend wohl seine echte Freude gefunden. Und wenn vielleicht Sprache und Wortwahl manch Philosophen im Elfenbeinturm mitunter gewöhnungsbedürftig erscheinen und "Alteingessenem" manch Idee auf den Magen schlagen dürften, so hat der Autor jedenfalls im popperschen Sinne lange genug weitergearbeitet - nicht zuletzt, um am Ende immer das laut zu sagen, was ist. Und sogar wenn man glaubte, sich mit dem allgegenwärtigen Blödsinn von sich und seinen Mitmenschen schon gut genug angefreundet zu haben, so kann das (durchaus verstörende) Büchlein noch einmal aufrütteln. Absolut lesens- und vor allem verschenkenswert! Eine bessere Investition in den eigenen Verstand und den der Liebsten lässt sich aktuell kaum finden, selbst wenn dieses Ergebnis schriftstellerischer Kochkunst nicht wenigen auf den Magen schlagen und anderen die Suppe versalzen könnte...
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24 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kraftvoll optimistisches Lesevergnügen, 26. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Keine Macht den Doofen!: Eine Streitschrift (Taschenbuch)
'Warum ich mich schäme, Mensch zu sein'. So die Überschrift des ersten Kapitels dieses neuesten Buches von Michael Schmidt-Salomon, der einmal der führende Atheist Deutschlands genannt worden ist. Gleichzeitig ist die Antwort auf diese Frage der überwiegende Inhalt des vorgelegten Textes. Der Autor beleuchtet zentrale Strukturen und Prozesse des menschlichen Lebens und kommt zu dem Schluss, das Homo demens, der irre, der wahnsinnige Mensch auf dem besten Weg ist, sein eigenes Grab zu schaufeln, dass wir arme Irre dabei sind, jeden auch nur greifbaren Ast abzusägen, auf dem wir noch sitzen.
Dass Schmidt-Salomon damit Recht hat, kann niemand bezweifeln, der über Sinne und ein funktionierendes Hirn verfügt. Jeder, der etwas anderes behauptet, lügt. Ist entweder völlig beknackt oder führt Übles im Schilde. Das ist nicht neu. Und es ist wahr.
Wir sind nicht nur umgeben von Religioten, Ökonomioten, Politioten und Ökologioten, allesamt erzogen von spinnerten Pädagogioten, wie es der Autor überzeugend darstellt, nein, wir sind es selbst. Wir sind Teil eines Schwarms völlig Wahnsinniger und damit selbst wahsinnig. Das klingt nur so lange witzig, wie wir die Folgen unseres Tuns ignorieren, und in diesem Bereich leistet der Mensch ja schon sehr lange Beachtliches.
Schmidt-Salomon führt uns, das ist die eine seiner Leistungen, diese welt- und allumfassende Idiotie in ihrer ganzen Tragweite vor Augen. Er zeigt auf, wie die Intelligenz und Verantwortlichkeit des einzelnen im Kollektiv, das unvermeidbar geworden ist, verschwindet und der Irrsinn siegt. Nach der Lektüre dieses Buches kann keiner mehr sagen, er habe nichts gewusst.
Wie in beinahe allen Büchern des Autors ist der Tonfall überwiegend aggressiv und polemisch, will aufrütteln, will verletzen und ist damit einer 'Streitschrift' würdig. Für einen, der, wie Volker Pispers sagen würde, ins Politische Kabarett gerne geht, um sich die geballte Gesellschaftskritik genauso folgenlos ins Gesicht klatschen zu lassen, wie in der Kirche, ist der Text zudem ein Lesevergnügen. Ich sage das als einer, der an dieser Art der Selbstkasteiung große Freude hat.
Besonders stark ist der Autor aber dann, wenn er seiner festen Überzeugung Ausdruck gibt, dass Homo demens sehr wohl Homo sapiens, Homo aestheticus, homo creator oder auch Homo ludens sein könnte. Wir können weise sein, an Ästhetik, dem Schaffen und dem Spielen interessiert. Weiter noch: Nur wir, nur der Mensch kann in einem Ausmaß Verantwortlichkeit fühlen, die über seine eigene Art hinausgeht. Wir können die Welt zu einer besseren Welt machen, für uns und für alle fühlenden Wesen. In Schmidt-Salomon haben alle, die diese Überzeugung teilen, die täglich Aufklärung in dieser Hinsicht leben, einen wortgewaltigen Fürsprecher gefunden.
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24 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Warum ich mich schäme, Mensch zu sein", 19. Februar 2012
Von 
Gerfried Pongratz (Osterwitz, Österreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Keine Macht den Doofen!: Eine Streitschrift (Taschenbuch)
Kleines Büchlein - großer Wurf, der - sehr mutig, ohne falsche Rücksichtnahmen - prägnant auf den Punkt bringt, woran unsere Spezies "Homo" (die die Bezeichnung "sapiens" wahrlich nicht verdient) krankt und wahrscheinlich auch zugrunde gehen wird (wobei der Autor die letztgenannte Einschätzung nur bedingt teilt und mit "Keine Macht den Doofen" zum Widerstand aufruft). Die in manchen Rezensionen geäußerte Kritik an Details der Darstellungen und Einschätzungen (z.B. im Bereich Ökonomie) mag stimmen (was der Autor selbst einräumt), ist aber Erbsenzählerei im Hinblick auf die richtigen/wichtigen Grundaussagen eines klugen - und emotionell engagierten - Zeitgenossen.
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Keine Macht den Doofen!: Eine Streitschrift von Michael Schmidt-Salomon (Taschenbuch - 13. Februar 2012)
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