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Kundenrezensionen

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Ich habe "Himmelsdiebe" von Peter Prange als Hörbuch gehört, was für mich sicherlich auch die bessere Variante war.
So richtig anfreunden konnte ich mich mit der Geschichte jedoch nicht.
Zu Anfang dachte ich noch einen leichten historisch geprägten Liebesroman vor mir zu haben. Die junge Laura Paddington lernt den exzentrischen Maler Harry Winter kennen. Harry stammt aus Deutschland, wurde aber von den Nationalsozialisten als entarteter Künstler eingestuft und hat daher dort Arbeitsverbot. Er lebt daher die meiste Zeit in Frankreich, wohin auch Laura mit ihm zieht. Doch der Krieg holt das Liebespaar ein und die "Windsbraut" Laura und "DADA" Harry müssen ihren Ort der Idylle verlassen. Gibt es trotzdem eine gemeinsame Zukunft für sie?

"Himmelsdiebe" beruht auf der abgewandelten Biographie des deutschen Malers Max Ernst, seiner Geliebten Leonora Carrington und der Kunstmäzenin Peggy Guggenheim.
Max Ernst war Mitbegründer der Kunstrichtung "Dadaismus" woran sich auch Harry Winters Alter Ego "DADA" im Buch anlehnt. Als Gegner der Nazis konnte er nicht in Deutschland leben und arbeiten, ein Aspekt des Naziregimes, dem ich bisher nicht sehr viel Aufmerksamkeit geschenkt habe. Diesen Teil der Geschichte fand ich jedoch sehr interessant. Womit ich mich jedoch so gar nicht anfreunden konnte, war die Entwicklung der Figur Laura Paddington. Ich weiß nicht, ob sie der echten Leonora Carrington sehr nahe kommt, ich wünsche es ihr jedoch nicht. Mir war das ganze zu weltfremd und eine Identifizierung mit den Figuren für mich überhaupt nicht möglich. Ab ca. der Hälfte des Hörbuchs war ich zudem vermehrt gelangweilt und wünschte mir das Ende schnell herbei.
Die Sprecher machen ihre Sache zwar sehr gut, insbesondere Nina Petri, die die Rolle der Laura spricht, doch das kann die Handlung leider auch nicht besser machen. Zudem haben mich einige Kleinigkeiten gestört, wie die Art von Peter Franke den Namen Laura" auszusprechen. Gegen Ende konnte man mir mit der Geschichte fast gar nichts mehr recht machen, weswegen ich dann einfach nur froh war, endlich durch zu sein.
Ich kann dem Hörbuch daher nur zwei Sterne geben, kann mir aber durchaus vorstellen, dass andere mit "Himmelsdiebe" besser zu recht kommen als ich.
Empfehlenswert ist dieses Buch sicherlich für alle, die auch die anderen Bücher von Peter Prange mögen, sowie jeden der die Kombination aus Liebesroman, historischem Roman und exzentrischer Künstlerbiographie mag.
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am 4. November 2010
... so möchte ich den Roman von Peter Prange charakterisieren. Gleich vorweg: Klar, die Story von der jungen Künstlerin, die sich in den viel älteren und arrivierten (dennoch armen) Künstler verliebt, ist nichts Neues. Nach den ersten Seiten dachte ich also, hmm, das wird wohl ein wenig schwerfällig. Ich wurde aber auf eine sehr angenehme Art und Weise positiv überrascht. Weniger faszinierten mich die historischen Hintergründe, als folgende drei Punkte: 1. Der Roman ist traumhaft. Prange lässt Realität und Traum, Gefühl, subjektives Erleben miteinander verschmelzen. Ich sehe hierin auch die größte Stärke des Romans. Diese Verschmelzung zweier Persönlichkeiten ist ungewöhnlich, der Autor treibt es fast zum Wahnsinn und vor allem - er schreibt es nacherlebbar. Selten habe ich eine derartige psychologische Feinsinnigkeit in einem Roman erlebt. 2. Der Roman ist empfindsam geschrieben. Unter Einbeziehung der Lebensumstände und moralischen Auffassung der Künstler und Künstlerinnen damaliger Zeit werden die kleinsten Facetten von Gefühl, Empfindung, Verletztheit aber auch Egoismus und Naivität geschildert und zu einer großen Farbpalette zusammen gerührt. Daher 3.: Der Roman ist malerisch. Prange hat sich nur zu offentichtlich mit dem Entstehungsprozess von Bildern auseinander gesetzt. Ich male selbst und kann Prange bei der Beschreibung von Inspiration und Schaffenskraft bestätigen. Beim Lesen des Romans malen Sie regelrecht mit, Sie spüren die Impulsivität und gefühlsgeleitete Konstruktion, wie die Malerinnen und Maler der damaligen Zeit ihre Bilder schufen (oder eben wir meinen, dass sie sie schufen).
Besonders anregend fand ich bei meinem Besuch des Baseler Kunstmuseums, ich hatte den Roman von Prange gerade gelesen, das Bild von Oskar Kokoschka mit dem Titel "Windsbraut" (von 1913), das recht unvermittelt vor mir auftauschte und so den Genuss des Romans noch einmal abrundete.
Viele Grüße
Stephan Peters
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am 22. Oktober 2010
Eine Liebes- und Künstlergeschichte. Vor dem historischen Hintergrund des Nationalsozialismus und der Verfemung entarteter Kunst und Verfolgung der Künstler, entwickelt Peter Prange die leidenschaftliche Beziehung zwischen Harry Winter und der jungen Laura Paddington. Harry Winter, ein bekannter Künstler der avantgardistischen Strömung, befindet sich in London als er auf die sowohl in der Kunst als auch der Liebe noch unerfahrene Kunststudentin Laura trifft. Sie begleitet ihn in sein selbst gewähltes Exil nach Frankreich und wird dort zu seiner Kunst- und Lebensgefährtin. Allen Warnungen zum Trotz erkennen die Beiden nicht die bedrohliche Lage. Selbst als Frankreich von Deutschland besetzt wird, und Harry die Auslieferung droht, fühlen sie sich in ihrer Naturidyll durch den Bann des DADA beschützt. Doch die Realität ereilt sie schnell. Harry wird in ein Lager deportiert, Laura bleibt hilflos zurück. Sie konstruiert sich in ihrer Abhängigkeit Harry eine Traumwelt, aus der sie erst nach langer Odyssee befreit wird. Die Liebe des Künstlerpaares scheint beendet. Im für die Nazis unerreichbaren New York treffen sie wieder aufeinander, Laura als Gattin eines Botschafters, Harry in Begleitung einer reichen amerikanischen Mäzenin.

Prange entwickelt diese Liebesgeschichte vor historischer Kulisse in flottem, gut lesbarem Stil. Dem Leser eröffnen sich Einblicke in die Welt des DADA. Die gewählten Persönlichkeiten sind an die Biographie des Künstlerpaars Max Ernst und Leonora Carrington angelehnt. Doch werden die historischen Bezüge zu unbeschwert dargestellt, Terror und Not dieser Zeit bleiben fast völlig außen vor. Auch die Charaktere der Personen werden nicht besonders tief ergründet. Die psychische Krankheit Lauras wirkt seltsam konstruiert und stark verharmlost.

Als Unterhaltungsroman, der keine weiteren Fragen anstoßen möchte, scheint er akzeptabel. Die Hörbuchfassung ist gut gestaltet und gesprochen. Drei Stimmen lesen die Passagen der drei Hauptpersonen des Buches, Nina Petri, Peter Franke und Marlen Diekhoff. Peter Franke empfand ich mit seiner väterlich, sonoren Stimme etwas unpassend für die Rolle des selbstbewussten und arroganten Künstlers. Zudem hat es mich bei seiner Aussprache des Namens 'Laura' immer wieder durchzuckt und ich sah unweigerlich einen Papagei vor Augen.
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am 16. September 2010
Künstler sind häufig verrückt, provozieren gerne und wollen am liebsten überall leben, aber nicht auf dieser Welt. So erging es schon Leonora Carrington und Max Ernst. Künslter, welche im Alter weit außeinander waren, im Geiste jedoch ganz nahe.

Den Traum in einer anderen Welt zu leben, will sich der deutsche Künstler Harry Winter verwirklichen. 1937 ist er in London unterwegs, um seine Kunst der englischen Gesellschaft zu präsentieren. Dort lernt er die junge Engländerin Laura Paddington kennen und lieben. Trotz ihres Alterunterschieds entbrennt eine Liebe in ihnen, die keine Grenzen kennt. Doch ihr Glück scheint zu zerbrechen. Harry muss das Land verlassen, da er als feindlicher Ausländer kein weiteres Aufenthaltsrecht hat. Er sucht Zuflucht in Paris, seiner zweiten Heimat. Laura folgt ihm und zusammen ziehen sie in eine kleines Haus mit einem Weinberg. Sie nennen es ihr Zauberhaus. Es lebt durch ihre Kunst, sie leben durch ihre Kunst. Laura und ihr großer Zauberer schaffen sich ihr Traumreich, in dem die Grenze zwischen Imagination und Realität fließend ist. Das Leben der beiden Liebenden erscheint perfekt, bis Harry abermals als feindlicher Ausländer das Land verlassen soll. Dank seiner Exfrau bekommt er jedoch einen französischen Pass, der ihn Vorerst weiteren Aufenthalt in Frankreich versichert. Doch der Frieden hält nicht lange. Kurze Zeit später wird er geholt und in ein Lager für Deutsche gesteckt. Harry wird von seiner Windsbraut Laura getrennt und gemeinsam hofft das Paar auf ein Wiedersehen.

Peter Prange beschreibt in seinem Roman "Himmelsdiebe" die Liebe zwischen zwei Künstlern, die zusammen ihr Lebenswerk schaffen. Sie leben und lieben gemeinsam und verwirklichen ihr Dasein in der Kunst. Das historische Vorbild für seine Figuren sind Leonora Carrington und Max Ernst. Es ist ein Roman, der die Geschichte der beiden Künstler widerspiegelt, aber nicht biografiert. Ergreifend schön und bewegend beschreibt Prange seine Figuren, ihre Gefühle und den historischen Hintergrund, sodass diese Zeit dem Leser klar und deutlich erscheint. Unter Drogen verlieren die Protagonisten die Fähigkeit zu unterscheiden was Realtität und was Imgination ist. Sie leben den Surrealismus, welcher sie von Grund auf prägt. Doch auch das, was sie verwirklichen, ist nicht perfekt. So bangt und hofft der Leser, ebenso wie Harry und Laura oder Max und Leonora, dass sie einander wiederfinden und ihren Weg gemeinsam zu Ende gehen.

Die Sprecher Marlen Diekhoff, Peter Frank und Nina Petri interpretieren die Szenen mit den Figuren in einer anmutenden Aussprache, welche ruhig und ausdrucksstark ist. Peter Frank inszeniert die Passagen mit Harry Winter, welcher einen melancholischen, ungläubigen, ironischen Ton in der Stimme hat. Laura Paddington wird von Nina Petri gesprochen. Einfühlsam, jung und frisch zaubert sie ein Bild der Protagonistin in den Kopf des Hörers. Marlen Diekhoff reprensentiert letztlich die Kunstagentin Debbi Jacobs, welche einen besonders arroganten Ton inne hat und im späteren Verlauf der Geschichte eine wichtige Rolle spielt.

Fazit: Ein wunderbar romantischer Roman, welcher ganz und gar nicht kitschig ist und den Hörer oder Leser die Kunstszene Anfang des 20. Jahrhunderts näher bringt. Als Hörspiel zum Buch, durch die Interpretationen der Sprecher, ein besonderer Genuss. Das perfekte Hörerlebnis für den Herbst.

Der Autor:
Peter Prange wurde 1955 geboren und promovierte mit einer Arbeit zum Thema Philosophie und Sittengeschichte der Aufklärung. Er ist vor allen Dingen durch seine historischen Romane bekannt. Seine Vorliebe für historische Geschehnisse und Personen lässt er auch in seinem neuen Roman "Himmelsdiebe" aufblühen. Mittlerweile ist er ein international gefeierter Autor.
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TOP 1000 REZENSENTam 30. September 2010
"Himmelsdiebe" ist eine außergewöhnliche Liebesgeschichte, wie sie tabuloser und kompromissloser nicht sein kann.

Laura Paddington, eine Kunststudentin aus behüteten Familienverhältnissen, lernt 1937 in London auf dessen Vernissage den viel älteren deutschen Maler Harry Winter kennen, in den sie sich unsterblich verliebt. Er ist ihr "Großer Zauberer", den sie sich erträumt hat und dem sie nach Frankreich folgen will. In Paris erlebt sie eine völlig neue Welt, die ausschweifende und frenetische Kunstszene, in die sie als "Windsbraut" eingeführt wird, die aber nicht von der Ideologie des Nationalsozialismus verschont bleibt. Da Harry's Bilder in Deutschland bald als "entartet" deklariert werden, flieht er, als der Zweite Weltkrieg ausbricht, mit Laura in ein abgeschiedenes Dorf in der Provence. Dort geben sie sich voll und ganz ihrer Kunst hin, schaffen sich ihr eigenes Paradies "sehen, malen und lieben". Doch die Wirklichkeit holt sie ein, Harry wird in ein Internierungslager gebracht. Die Trennung hat für beide weitreichende Folgen.

Auf beeindruckende und einfühlsame Art beschreibt Peter Prange in seinem Roman die hemmungslose Liebe zweier Menschen, die vor allem durch ihre gemeinsame Leidenschaft zur Kunst miteinander verbunden sind, indem sie einen Spagat zwischen Realität und Wahnsinn vollführen. Prange's Erzählweise ist sehr bildhaft, sein Sprachstil passend zur entsprechenden Atmosphäre, zum einen gefühlsbetont und schillernd, zum anderen derb und provokativ. Der Autor versteht es perfekt, die geschichtlichen Hintergründe in das Geschehen einzubauen, so dass ein vollständiges, in sich abgeschlossenes Werk entsteht.
Trotzdem ist es für mich schwer gewesen, verschiedene Handlungsschritte der Protagonisten nachzuvollziehen. An manchen Stellen habe ich mich Kopf schüttelnd gefragt, wie man nur so blauäugig und naiv sein kann. Harry's Persönlichkeit ist mir fremd geblieben, zu selbstsüchtig und egozentrisch habe ich ihn empfunden. Dahingegen haben mir die Phasen der Veränderung, die Laura durchläuft, gut gefallen. Obwohl es im Verlauf der Handlung einige Längen gibt, baut sich durchaus Neugier auf das Ende auf, das ich für schlüssig und konsequent halte.
Peter Prange betont in seinen Nachbemerkungen, dass es sich bei "Himmelsdiebe" um eine rein fiktive Erzählung handelt, dennoch sind offensichtliche Parallelen zum Leben und Wirken des deutschen Malers Max Ernst zu erkennen.

Wer sich auf die im wahrsten Sinne des Wortes phantastische Geschichte, die Liebe, Kunst, Geschichte, Vernunft und Irrsinn vereint, einlassen kann, der wird sicherlich begeistert sein. Mir ist dies nur zum Teil gelungen.
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Ich muss gestehen, das dies mein erstes Buch von dem Autor war. Aber ganz sicher nicht mein letztes.Peter Prange erzählt hier eine Geschichte voller Gefühl von Laura Paddington und Harry Winter. Ich habe mir richtig viel Zeit genommen für dieses Buch.

Inhalt:
Laura lernt den Maler Harry in London auf seiner Ausstellung kennen und die beiden verliebt sich sofort ineinander. Laura wird Harry's Muse und gleich darauf seine Geliebte. Die beiden ziehen zusammen nach Frankreich und leben ein glückliches Leben, voller Liebe und Leidenschaft zur Malerei. Doch das ändert sich rasch. Denn auch hier holt der Zweite Weltkrieg die beiden ein. Harry wird in ein Lager gebracht, denn er gilt als entarteter Künstler. In diesem Augenblick stürzt eine Welt in Laura zusammen. Sie verkraftet nur sehr schwer die Trennung zu Ihrem geliebten Harry.

Meine Meinung:
Ein tolles Buch mit unerwarteten Wendungen. Peter Prange hat seinen ganz eigenen Erzählstil und das macht aus diesem Roman was ganz besonderes. Diese fiktive Geschichte hat mich von der ersten Seite an bewegt und ich habe das Lesen mehr als genossen. Dies war für mich mal ein ganz anderes Lesevergnügen. Aber das habe ich mir schon gedacht, als ich die Leseprobe gelesen habe. Schön das ich nicht enttäuscht wurde.

Das Buch bekommt leider nur **** Sternchen, weil ich mit dem Ende nicht so ganz zufrieden bin.
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VINE-PRODUKTTESTERam 21. August 2010
Auch für seinen neusten Roman hat sich Peter Prange wieder einen Stoff ausgesucht, den das Leben geschrieben hat, denn bekanntermaßen schreibt das Leben die besten Geschichten, wenn auch nicht immer die bequemsten.
Völlig unvermittelt öffnet sich für den Leser der Vorhang zu einer Bühne, auf der der Autor das größte Theaterstück der Welt inszeniert: Die Geschichte einer Liebe, die bis an Selbstzerstörung und Wahnsinn grenzt, Genie, das nur sich selbst kennt und auf niemand anderen Rücksicht nimmt, Besessenheit, die die Protagonisten bis an die Grenzen ihrer selbst führt. Atemlos sitzt der Leser in der ersten Reihe und folgt den 9 Akten dieser Geschichte, die sich über einen Zeitraum von 18 Jahren erstreckt und den Leser quer über den halben Erdball führt. Es ist die Geschichte von Harry Winter, einem expressionistischen Maler und seiner Muse Laura, die sich bald aus seinem Schatten und dem Dasein als Muse befreit und eine ganz eigene Art der Kunst schafft. Der Weg in dieses eigene Leben ist für beide schwierig, kann doch der eine nicht loslassen, während sich der andere auf dem geflügelten Pferd liebend gerne in die Lüfte erheben würde. Es ist eine fordernde Liebe, deren machtvolle Existenz eine tagtägliche Gratwanderung, ein ständiges Ausbalancieren erfordert und deren Ausleben ein Maximum an Kraft erfordert. Zu viel Kraft vielleicht, den so sehr man als Leser den beiden Protagonisten diese allumfassende Liebe auch gönnt, so oft fragt man sich auch, ob eine so starke Liebe nicht auf Dauer zum Scheitern verurteilt ist. "Manche Dinge sind vollkommen, bevor sie vollendet sind". Diesen Satz spricht Laura in einer Situation, die sich um ein ganz bestimmtes Bild dreht, das sie beiden gemeinsam geschaffen haben. Dieser Satz ist aber auch Sinnbild für die Liebe der beiden Protagonisten, die - zumindest zeitweise - vollkommen war, ob sie nun vollendet wird oder nicht. Genau dieser Satz ist es auch, der den Leser am Ende mit einem weinenden und einem lachenden Auge auf die Geschichte dieser beiden Ausnahmekünstler zurückblicken lässt.

Peter Pranges beobachtender, schnörkelloser Schreibstil macht dieses Buch zu einem wunderbaren und kitschfreien Roman über die Liebe und das Leben, fängt Stimmungen und Gefühle dennoch intensiv ein und ermöglicht es dem Leser, einen ganz eigenen Blick in die Psyche der Protagonisten zu werfen. Der Autor weist zwar im Nachwort ausdrücklich daraufhin, keinen biografischen Roman geschrieben zu haben, sondern eine Mischung aus Sachverhalten und frei erfundenen Elementen, dennoch sind die biografischen Parallelen zu den von ihm verwendeten Vorbildern klar zu erkennen. Die Vorstellung, dass es diese Jahrhundertliebe vielleicht doch so gegeben haben könnte wie von Peter Prange geschildert, hat beim Lesen meine Fantasie beflügelt und mich, wie die Windsbraut, für einige Stunden beseelt davon getragen.
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am 4. Februar 2013
Ich schätze den Autor und habe mir das HB gekauft, obwohl mich das Thema nicht so sehr angesprochen hat. Bin kein Freund moderner Kunst und mit Dadaismus kann ich nichts anfangen. Allerdings waren die geschichtlichen Ereignisse wie immer gut recherchiert. Das Verhalten von Laura und Harry war mir ebenfalls fremder als fremd.Das hat allerdings mit der eigenen Persönlichkeit und nichts mit dem Roman zu tun. Ich bin eben kein Boheme. Die Zwischenkriegszeit war aber bekannterweise voll von (Künstler)persönlichkeiten die gegen den Strom schwammen und nicht genug Neues ausprobieren konnten (ein Aspekt der sich in der Geschichte wiederholt). Das kann man mögen, oder auch nicht. Dass moderne Kunst dann als entartet bezeichnet wurde war ein kleines Beispiel davon was in den grauenhaften folgenden Jahren, die eines der dunkelsten Kapitel der Geschichte sind, folgte. All dies findet sich in diesem Roman. Es ist keine leichte Lektüre und alle die negative Rezensionen schrieben wurden natürlich enttäuscht, das sie einen seichten Liebesroman erwarteten.
Mich, die wie schon erwähnt keine Freundin moderner Kunst bin, hat der Roman zu eigener Recherche inspiriert.
Da ein Vorrezensent schrieb, dass das Leben von Max Ernst und seiner Muse und eigenständigen Künstlerin Leonora Carrington, sowie Peggy Guggenheim als Inspiration zu diesem Roman diente, habe ich die Werke der Maler gegoogelt. Ergebnis: mit Max Ernst (Harry) kann ich weiterhin nichts anfangen. Aber die Bilder von Leonora Carrington (Laura) haben mich sehr angesprochen. Obwohl sie die Schülerin war, ist sie für mich letztendlich die Meisterin. Somit hat dieser Roman das Interesse geweckt mehr Information über den Hintergrund der Protagonisten/Zeit zu erfahren. Der Stil von Peter Prange und das ausgelöste Interesse verdienen daher mind. 4 Sterne!
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Dieser Roman mit historischem Hintergrund umfasst meines Erachtens so ziemlich alles, was einen guten Schmöker ausmacht : Liebe und Leidenschaft , Geschichte und die Schrecken des Krieges , Vernunft und Wahnsinn und nicht zuletzt das Thema Kunst . Kurz gesagt, er ist sehr vielschichtig und lässt sich meiner Ansicht nach nur schwer einem bestimmten Genre zuordnen. Historischer Roman oder Gesllschaftsroman ? Liebesgeschichte oder Familiengeschichte ? Kriegsroman oder doch eher Künstlerroman ? Das muss jeder für sich selbst entscheiden .

Die 20jährige Malerin Laura Paddington lernt 1937 in London den deutlich älteren und exzentrischen deutschen Künstler Harry Winter kennen. Er übt eine ungewöhnliche Anziehungskraft auf sie aus und sie weiß sofort, das ist ihr " großer Zauberer ". Eine scheinbar unmögliche Liebe beginnt. Gegen den Willen ihrer Eltern geht Laura mit Harry nach Frankreich. In Paris führen die zwei zunächst ein zum Teil recht ausschweifendes Leben. Die Beziehung zwischen diesem so ungleichen Paar gestaltet sich häufig als schwierig. Aber sie raufen sich immer wieder zusammen.

Schließlich flüchten sie nach Sainte-Odile, ein kleines idyllisches Dorf. Der Krieg hat sie eingeholt, denn Harry's Kunst wurde als entartet deklariert. In diesem abgelegenen Ort schaffen sie sich ihr eigenes kleines Stück Himmel und verdrängen zunächst die Kriegsereignisse. Doch schließlich werden sie von der Realität eingeholt. Harry wird verhaftet und interniert.

So weit zum Inhalt des Buches. Ich möchte nicht zuviel verraten.

Die Geschichte hat mich von Anfang an in ihren Bann gezogen. Dadurch, dass so häufig etwas Unerwartetes geschieht, bleibt sie bis zum Schluss auf ihre Art spannend und interessant. Die bildhafte Erzählung ist sehr einfühlsam und fängt die unterschiedlichen Stimmungen glaubhaft ein. Man nimmt sehr intensiv am Leben der beiden Protagonisten teil. Man lacht , aber man leidet auch mit ihnen. Auch die Beschreibungen aus der Kunstszene sind sehr anschaulich. Und obwohl es sich um einen rein fiktiven Roman handelt, hat man häufig den Eindruck, dass vielleicht doch ein Körnchen Wahrheit dabei ist. Vielleicht liegt dies auch an den offensichtlich existierenden Parallelen zu " realen " Künstlern.

Ein wirklich ansprechender , gut unterhaltender, intelligenter Roman.
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VINE-PRODUKTTESTERam 4. Februar 2011
Immer, wenn ich einen schwachen Moment habe, egal ob bei Amazon oder meinen Wanderbüchern, bestelle ich mir Historische Romane. Dabei ist es nicht mein Lieblingsgenre und oft muss ich mich quälen, damit ich die Bücher zu Ende lese.

So also kam 'Himmelsdiebe' zu mir. Ich sträubte mich tagelang, aber dann wurde es zu meinem: 'Ich -lese -es- morgens- in- der -Küche -Buch!'

'Himmelsdiebe' allein der Titel hat es mir angetan und ich wünschte mir eine Geschichte die mich fesselte, aber nicht langweilte. Ich bekam diese hier:

Harry Winter ist exzentrisch und Maler. Er inszeniert sich und sein Leben ohne Achtung vor Tabus und Frauen. Viele hat er schon gehabt und ohne mit der Wimper zu zucken, macht er am Tag der Vernissage mit der nächsten Schluss.

Genau an diesem Abend sieht Laura ihn. Laura ein schüchternes, Äpfel malendes Mädchen, dass in ihm den 'großen Zauberer' aus ihren Träumen erkennt. Es ist Liebe, eine Liebe, die die beiden in dunkle Gewässer stürzt, in lichte, liebevolle Momente und in den Ruin''.

Dieses Pärchen war wirklich erstaunlich. Man spürte die Liebe, aber auch den Hass zwischen den beiden. Zwei Künstler, der eine lebt nur, die andere will es lernen. Es war faszinierend mit anzusehen, wie die beiden von einander lernten und miteinander litten.

In einer turbulenten Zeit des 2. Weltkriegs laufen sie weg und kommen wieder. Versteckten sich vor Liebhabern, Gläubigern und Ex-Müttern. Sie streben zueinander und stoßen sich wie zwei Magnete auch manchmal ab.

Hört sich gut an , ist auch so! Außer ein paar Kleinigkeiten, die es mir doch schwer gemacht haben, dem Roman zu folgen. Wahnsinnig viele Figuren tauchen auf und auch wieder ab. Muss ich sie mir merken? Kommen sie noch einmal wieder? Manchmal war ich schlicht mit den Namen überfordert oder mit den Geheimnissen, die zum Teil nicht aufgeklärt werden. Doch vielleicht liegt es auch mir, dass ich die Andeutungen einfach nicht verstanden habe.

Alles in allem ein solider, historischer Roman mit Figuren zum Mögen und Hassen für jeden.

Vier von fünf Bewertungsbüchern, da wie oben erwähnt für mich einige Mängel zu finden waren.
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