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145 von 152 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dieses Buch läßt mich fassungslos zurück.
"Der Tod eines depressiven Menschen ist niemals eine freie Entscheidung. Die Krankheit verengt die Wahrnehmung so sehr, dass der Leidende nicht mehr versteht, was es heißt zu sterben. Er glaubt es hieße nur, die Krankheit loszuwerden. (...) Robert Enke war am Dienstag, den 10. November 2009, acht Stunden in der Nähe von Empede umhergefahren. (...) Dann...
Veröffentlicht am 14. Oktober 2010 von W. Öschelbrunn

versus
18 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Depression - eher von außen gesehen
Ich hätte mir gewünscht zu erfahren, wie das Erleben von Depression von dem betroffenen Menschen beschrieben wird. Natürlich hat es eine Beschreibung dieses Erlebens gegeben, aber eher ein Blick von außen, da Robert Enke nicht mehr selbst zu Wort kommen kann. Insofern war meine Erwartung unrealistisch.
Dennoch gibt das Buch einen Eindruck...
Veröffentlicht am 11. November 2010 von FamGutknecht


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145 von 152 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dieses Buch läßt mich fassungslos zurück., 14. Oktober 2010
"Der Tod eines depressiven Menschen ist niemals eine freie Entscheidung. Die Krankheit verengt die Wahrnehmung so sehr, dass der Leidende nicht mehr versteht, was es heißt zu sterben. Er glaubt es hieße nur, die Krankheit loszuwerden. (...) Robert Enke war am Dienstag, den 10. November 2009, acht Stunden in der Nähe von Empede umhergefahren. (...) Dann fuhr er an Empede vorbei zum nächsten Bahnübergang in Eilvese. (...) Er wußte, dass um 18.15 Uhr der Regionalexpress aus Bremen ohne Halt durch Eilvese hindurchraste."

Ronald Reng schildert auf knapp über 400 Seiten das Leben und die Fußballkarriere von Robert Enke bis zu jenem verhängnisvollen regnerischen Tag vor einem Jahr. Enkes Familie, Freunde und Weggefährten kommen zu Wort und man merkt ihnen an, wie erleichtert sie waren, sich das Geschehene von der Seele reden zu können. Der Leser erfährt von ersten Angstzuständen des jugendlichen Zweitligatorhüters von Carl Zeiß Jena, vom Ausbrechen einer massiven klinischen Depression während der Zeit beim FC Barcelona, die Enkes Karriere bereits 2003 fast beendet hätte. Es folgte die mühsame, schrittweise Rückkehr in die Normalität eines Profisportlers und nach dem Comeback in der Bundesliga für Hannover 96 und für die deutsche Nationalmannschaft der nächste schwere private Rückschlag.

Die Schilderungen über die Monate während der zwei akuten depressiven Schübe 2003 und 2009 sind schockierend. Die Auszüge aus Robert Enkes "Depri-Ordner", Tagebuchaufzeichnungen eines zutiefst verzweifelten Menschen, haben mich seitenlang nur mit Gänsehaut weiterlesen lassen.

Trotz der Tragik dessen, was Ronald Reng zu schildern hat, schafft er es auch die glücklichen Zeiten im Leben Robert Enkes in Erinnerung zu rufen. So streut Reng eine Vielzahl wunderbar skurriler Begebenheiten aus der Welt des Fußballs ein. Dennoch ist "Robert Enke - Ein allzu kurzes Leben" natürlich kein Buch nur für Fußballfans. Einige Kapitel sind so packend geschrieben, dass ich mich daran erinnern mußte, dass es sich nicht um einen Roman handelt.

Es bleibt die Frage nach dem Warum. Reng führt die Frage, wie Enke zu retten gewesen wäre, nicht zu einer expliziten Antwort. Er nimmt die Familie und Freunde, die über Enkes Erkrankung Bescheid wußten und das jahrelange Versteckspiel erst ermöglicht haben, ausdrücklich in Schutz. Zurecht weist Reng darauf hin, dass auch die direkt betroffenen Familienangehörigen und Freunde mit Extremsituationen konfrontiert worden sind, die nachträgliche moralische Bewertungen vermeintlich unverantwortlichen Handelns nicht zulassen. Und doch wird deutlich, dass Reng genauso wie so viele andere, die diesem ganz besonderen Menschen die rettende Hand von Herzen gewünscht hätten, beim Schreiben fast daran verzweifelt ist, wie wenig es gebraucht hätte, um den 10. November 2009 zu verhindern.

"Robert Enke - Ein allzu kurzes Leben": Ein bewegendes, großartiges Buch über einen Menschen, der unvergessen bleibt.
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35 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Selten hat mich ein Buch so gefesselt, 13. Dezember 2010
Dieses Buch hat mich dazu bewogen, meine erste Rezension zu schreiben...
Ich habe es gerade ausgelesen und jetzt große Mühe, mich davon wieder zu lösen.
Ganze Passagen habe ich meiner fußballinteressierten Familie vorgelesen. An manche Begebenheiten konnte ich mich noch erinnern.
Ich habe mitgelitten, mitgefiebert und später mitgetrauert.
Der Autor hat ein dickes Buch geschrieben, manche Szene akribisch und detailliert aufgedröselt, und trotzdem wird es nie langweilig oder geschwätzig.
Das Buch ist vieles und trotzdem ist es nicht überlastet. Es ist ein Buch für Menschen, die gerne Biographien lesen.
Es ist ein Buch für Menschen, die einmal hinter die Kulissen des Profifußballs schauen möchten.
Es ist ein Buch für Menschen, die erfahren und verstehen möchten, was im Kopf eines Depressiven vorgeht.
Es ist ein Buch über den Ausnahmetorhüter Robert Enke, der leider krank wurde, sich als Gefangener seiner Lebenssituation fühlte und keinen Ausweg mehr sah.

Ein großes Lob an den Autor, von dem ich schon den "Traumhüter" gelesen habe; ein Buch, welches ich genauso weiterempfehlen kann.
Herr Reng, Sie haben Robert Enke ein literarisches Denkmal gesetzt. Sie schaffen es zu erschließen, was im Kopf eines Fußballprofis bei Erfolg und Misserfolg vorgeht. Wir Zuschauer benehmen uns oft genug im Fußballstadion wie die Gladiatoren in der Arena und werfen die Spieler bei Misserfolgen verbal den Löwen vor.
Sie behandeln das Thema Depression mit großer Sensibilität und den Lesern unter uns, die wir uns mit dem Thema nicht so sehr beschäftigt haben, wird ein bisschen verständlicher, warum ein Kranker nur noch den Suizid als letzten Ausweg sieht.
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22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bewegend, aufregend, einfühlsam, aufrüttelnd !, 6. November 2010
Von 
Carsten Fischer (Kriftel, Hessen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Nicht das erste Buch von Ronnie Reng das ich gelesen habe, aber sicherlich sein "Ungewöhnlichstest".
Wie andere Rezensoren schon ausführen, hat man beim Lesen das Gefühl dass es sich um einen Roman handelt, wird aber durch Erinnerungen immer wieder "gemahnt" dass es leider die Realität ist, die hier beschrieben wird.
Man erfährt im Laufe des Buches, wie stark die (Jugend-)Liebe von Teresa und Robert Enke sein muss, um all die Schicksalsschläge und depressiven Phasen über die Jahre zu überstehen. Einfühlsam führt Ronald Reng in die Krankheit "Depression" ein und zeigt die Zusammenhänge auf die zum Auslöser werden. Aber er erklärt auch deutlich durch viele Beispiele warum Enke sich letztlich nicht outen konnte (wollte ?) und den Gewissenskonflikt in dem er bis zum Schluß stand. Ausserdem ist das Buch das, was Enke und Reng vor Jahren schon verabredet hatten: Ein Rückblick auf die sportliche Karriere von Robert Enke, die - trotz allem - alleine schon lesenswert ist.
Nicht alle Trainer, Spieler und Betreuer kommen dabei gut weg ohne dass Reng dabei andere bloßstellt oder sogar verantwortlich macht für das Geschehene. Auch hier hat es eher erklärenden Charakter wie die Reaktionen einiger Trainer und Spieler Enke und seinen Weg beeinflussen.

Nachdenklich stimmt einen das Schlußwort in dem Ronald Reng von dem Konflikt schreibt, den er beim Erarbeiten des Buches hatte. Den Konflikt zwischen dem Veröffentlichen von Tagebuch Informationen, die Enke als "Vorbereitung auf unser Buch" bezeichnet hat, die aber - nachvollziehbar - auch sicherlich nicht alle "öffentlichkeitswirksam" sind. Ich finde - ohne natürlich das Tagebuch zu kennen - ihm ist dieser Spagat recht gut gelungen. Auch das macht das Buch absolut empfehlens- und lesenswert.

Abschliessend wünscht man sich, dass auch dieses Buch - wie das "Öffentlichmachen" von Teresa Enke zuvor - dazu beiträgt, intern im Profifußball kleiner aber wichtige Änderungen zu bewirken. Es geht nicht darum, es Spielern zu ermöglichen sich zu "Outen" sondern darum Strukturen zu schaffen, die eine professionelle Betreuung ermöglichen. So "intern" wie man auch professionel Verletzungen behandelt oder Spieler ausbildet. Dieses Thema eignet sich auch ausserhalb des Profisports nicht für Öffentlichkeit, aber es much sichergestellt sein dass Spieler wie Robert Enke in der Zukunft die professionelle Hilfe bekommen, die ihre Situation verlangt.
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34 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vom Kampf gegen sich selbst..., 6. Dezember 2010
Da es heute ja quasi zum guten Ton gehört, über jeden halbwegs prominenten Menschen mindestens eine mehr oder minder interessante Biographie auf den Markt zu werfen, war ich - auch angesichts des sensiblen Themas - sehr skeptisch, was dieses Buch anbelangt. Nachdem ich dann in einzelnen Magazinen durchweg sehr positive Meinungen gelesen hatte, entschloss ich mich zum Kauf dieses Buches. Bereut habe ich es zu keinem Zeitpunkt.

Ein Buch, dass auf unglaublich einfühlsame Weise schildert, wie ein Mann, dem Millionen zujubeln und der objektiv fast alles erreicht hat, in seinem Inneren dennoch einen Kampf gegen sich selbst führt - und ihn letztlich auf grausame Art und Weise verliert. Nie hat man hier das Gefühl dieses Buch wäre zum Geldverdienen entstanden oder übereilt auf den Büchermarkt geworfen worden. Höhen und Tiefen in Robert Enkes Leben werden beleuchtet und so dem Leser vage verdeutlicht, wie sehr dieser - menschlich wie sprotlich großartige Mann - litt.

Auch wer von Fußball keine Ahung hat und mit der sportlichen Seite nichts anfangen kann, dem sei dieses Buch nahe gelegt. Persönliche Aufzeichnungen von Enke selbst geben diesem Buch eine persönliche Tiefe und Note, wie man sie sonst nur selten findet und beschreiben eine Krankheit, die leider erst nach seinem Tod in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt ist.

Ein großartiges Buch über einen großartigen Menschen.
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfühlsam und ehrlich geschrieben, 3. Januar 2011
Ich habe das Buch vor ein paar Tagen zu Ende gelesen... wie schon ein paar meiner "Vor-Rezensierer" geschrieben haben, ist dieses Buch tatsächlich keine leichte Kost. Der Autor Ronald Reng schafft es jedoch mit viel Fingerspitzengefühl das Leben von Robert Enke Stück für Stück offenzulegen: seine Anfänge als Torwart, die früh aufkeimenden Zweifel, ob das der richtige Job für ihn sei, die Begegnung und das gemeinsame Leben mit Teresa, die Zeit im Ausland, die Rückkehr nach Deutschland und seine ganz privaten Höhenflüge sowie Schicksalsschläge, die letztlich mit ein Auslöser dieser schlimmen Krankheit, der Depression, waren.

Das Bild eines äußerst sensiblen, feinfühligen und wertebewussten Menschen entsteht. Jemand, der seinen ganz eigenen Stil leben wollte, von seinen Fans, Kollegen und den Trainern als authentisch wahrgenommen und geschätzt werden wollte... es jedoch nicht geschafft hat, sich gedanklich von den eigenen -vermeintlichen- Niederlagen, dem raubeinigen Gehabe im "Fußballdschungel", der eigenen Angst vor dem Versagen zu distanzieren.

Früh hatte er instinktiv erkannt, dass der eingeschlagene Weg im Profifußball ihm dauerhaft nicht gut tut. Eine Alternative sah er nicht. Genau das wurde ihm zum Verhängnis.

Das Buch verdeutlicht auch, welche Stärke Teresa Enke gehabt haben muss/ hat. Der beschriebene Umgang der beiden miteinander ist bemerkenswert. Ich wünsche ihr weiterhin viel Kraft.

Generell wünsche ich mir, dass dieses Buch dazu beiträgt, wieder menschlicher miteinander umzugehen. Empathie vor Eigennutz zu setzen... einen Gang kleiner schalten... ehrliche Beachtung, Zuhören und Mitfühlen wieder an erste Stelle setzen. Jeder Mensch lebt davon.
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19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vergiss nicht diese Tage!, 27. Oktober 2010
Mir war klar, ich würde weinen..
Eine Lebensgeschichte, die noch lange nach Beenden des Buches wirkt. Aufwühlt. Nachdenklich stimmt.
Und dabei erzählt Ronald Reng eher sachlich und nüchtern. Nicht dramatisch. Dies ist kein verklärender Nachruf, der die verstorbene Person auf ein Podest stellt.
Es war mir ein großes Anliegen, Robert Enkes Geschichte zu lesen, da mir selbst Depressionen kein Fremdwort sind.
Robbi mit dem kaputten Kopp.
Verstörend auch das Foto, auf dem Robert Enke seine Tochter Lara im Stadion auf dem Arm hält. Da dachte ich mir: Vorbei. Dieses Bild dokumentiert nur noch die Vergangenheit. Zwei Menschen, viel zu früh gestorben. Was bleibt letztendlich vom Leben?
Beim Lesen fühlte ich mich wie in einer Art Zwischenwelt. Man taucht ab in die Lebensgeschichte eines anderen Menschen, vergisst dabei sein eigenes Leben, den belanglosen Alltag, die Banalitäten.
In welcher Zwickmühle muss sich Robert Enke befunden haben? Outen und gleichzeitig den Fußball verlieren? Oder schweigen und unter nicht zumutbaren Belastungen einfach weiter machen wie bisher?

Ich denke nicht, dass dieses Buch Enttabuisierung von Depressivität bewirkt. Aber es wird ein weiterer Meilenstein sein. Auf dem Weg dorthin..
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23 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Aber unser Leben wird davon bestimmt..., 7. November 2010
... welche Menschen wir zu welchem Zeitpunkt treffen."

Fußball? Eigentlich nicht mein Ding, außer es ist gerade Sommermärchen, und dann werden wir ja alle zu kleinen Bundestrainern.
An der Robert-Enke-Biografie konnte ich trotzdem nicht vorbeigehen. Was läßt jemanden, der für so viele Menschen Vorbild und Idol ist, derartig verzweifeln, daß er nicht mehr leben will?

Ronald Reng schildert Robert Enkes Weg aus dem beschaulichen Jena in die immer weitere Welt des Profi-Fußballs. Vieles von dem, was Enke erlebt, ist gar nicht so ungewöhnlich, wenn auch im Profi-Fußball ein paar Nummern größer als im wahren Leben: Die Furcht vor dem Umzug in eine fremde große Stadt - Der Leistungsdruck am ersten Arbeitstag - Der Vorgesetzte, mit dem man partout nicht zurechtkommt.

Die große Stärke des Buches liegt darin, daß Ronald Reng Enkes Gefühlswelt ganz genau nachzeichnen und nachvollziehbar machen kann, denn als Freund der Familie standen ihm neben vielen Gesprächspartnern Robert Enkes persönliche Aufzeichnungen zur Verfügung. Gleichzeitig baut er aber auch immer wieder eine unerwartete Spannung auf, indem er die Perspektive wechselt, etwa wenn er ein für Enke traumatisches Fußballspiel aus der Sicht des gegnerischen Stürmers - des Helden des Abends - erzählt. Abgerundet wird die Biografie durch viele Fotos, die oft mehr sagen als tausend Worte.

Für den Leser ist dieses Buch ein Wechselbad der Gefühle, denn das bekannte Ende bleibt natürlich die ganze Zeit über im Hinterkopf. Man leidet mit Robert Enke im Fußballtor, man weint mit ihm um seine Tochter, man lächelt gerührt über das Gedicht, das er seiner Frau zum Geburtstag schreibt. Man bangt mit seiner Familie und seinen Freunden, die sich bis zum letzten Tag aufgeopfert haben, um ihn aus der Spirale zu befreien, aus der er schließlich keinen Ausweg mehr wußte. Und man denkt noch lange darüber nach, was ein unbedachtes Wort, eine gedankenlose Geste im falschen Moment in einem Mitmenschen anrichten kann.

Man muß kein Fußball-Fan sein, um von diesem Buch beeindruckt zu sein. Eine einfühlsame, respektvolle, rundum gelungene Annäherung an einen besonderen Menschen.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungener Mix aus Biografie und Hintergrund, 4. November 2010
"Robert Enke - Ein allzu kurzes Leben" ist ein sehr schön geschriebenes Buch von Ronald Reng.

Aber was heißt eigentlich "sehr schön geschrieben", v.a. mit dem Hintergrund, dass es von einer reellen Tragik anhand des Beispiels Robert Enke handelt? Sehr schön geschrieben heißt nicht, dass es unbedingt Laune macht, dieses Buch zu lesen. Aber es fesselt. Reng wählt sorgfältig Passagen und Anekdoten aus den Tagebüchern Enkes aus, lässt auch Freunde, Bekannte, Familienangehörige und Mitspieler zu Wort. Ich selber wusste nie viel über Robert Enke bis zu seiner "Flucht aus dem Dunkel - nicht Freitod oder Selbstmord" wie wohl die meisten, die dieses Buch lesen (werden). Dabei geht es natürlich vorrangig um die Person Enkes, die Hintergründe seiner Depressionen, seine Vergangenheit und zu einem nicht kleinen Teil auch um die Krankheit Depression selbst - wie erschreckend schnell und banal es zu einem Ausbruch kommen kann und wie schwer es ist, Entscheidungen für oder gegen eine Therapie oder überhaupt Entscheidungen in solch einer Situation zu treffen.

Deshalb eignet sich dieses Buch auch für alle, die sich über dieses weitenteils unbekannte "Phänomen" Depression informieren möchten ohne einen trockenen Schinken lesen zu müssen. Auch wenn man nie ein Riesenfan oder Befürworter von Robert Enke war, wird einem in diesem Buch ziemlich schnell klar, was für ein sympathisch-sensibler Mensch er gewesen sein muss und dass in der Macho-Welt Fußball dafür wohl leider weder Platz noch Verständnis zu erwarten ist.

Werden sich viele unmittelbar nach seinem Tod doch ähnlich wie ich gefragt haben, wie man als gut verdienender, objektiv erfolgreicher Mensch so etwas tun kann, so wird einem durch dieses Buch die Tat und das Drumherum erst richtig bewusst und auch zum Teil verständlich.

Als ehemaliger Torwart kann man sich nicht nur einmal in den Gefühlen Enkes in für Torhüter typische Situationen wiederfinden. Unglaublich, dass dieser Mensch so lange diesem Druck des Nichtversagendürfens standgehalten hat, der wohl um einiges höher gewesen sein dürfte als der, den man in der Kreisliga verspürt - auch wenn es im Grunde die gleichen Ängste sind.

Fazit: Ein rundherum empfehlbares Buch für jeden einzelnen.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine ungewöhnliche und gefühlvolle Fußballer-Biografie, 14. Juli 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Robert Enke: Ein allzu kurzes Leben (Taschenbuch)
Dieses Buch sollte eigentlich eine Autobiographie gewesen sein, nun war es aber nicht so. Robert Enke sah endlich nur einen Ausweg aus seine Depressionen; Selbstmord. Ronald Rengs Biographie lässt der Leser wirklich nah an Robert und Teresa Enkes Leben kommen, als er Enkes Lebensgeschichte erzählt.

Ich kannte die Existenz des Buches nicht, bis ich einen kurzen Teil in dem schwedisches Fußballmagazin Offside las. Die wenige seiten waren genug, um mein Interesse an Robert Enkes Lebensschicksal zu wecken. Nachdem ich das ganzes Buch gelesen hat, bin ich nicht enttäuscht. Ich finde es schwierig etwas auszudenken, das Ronald Reng anders machen könnte, um ein besseres Buch zu schreiben. Es ist deutlich das der Schriftsteller sich wirklich angestrengt hat, um ein würdiges Porträt von sein Freund zu präsentieren.

Hier folgen zwei Aspekte des Buches, die mich beeindruckt hat:

- Die Offenheit. Es war notwendig für Teresa Enke sich zu öffnen, um dieses Buch zu existieren. Alle schafft es nicht, von die Tode seines Manns und seiner Tochter zu erzählen.

- Die Krankheit. Nach seine erste Depression nennt Robert sein depressives Selbst 'der verrückte Robbi'; es ist wirklich nicht dieselbe Person. Dieses Buch beiträgt vielleicht, das Verständnis für die Krankheit zu verbessern.

Deutsch ist nicht meine Muttersprache, aber hoffentlich sind es nicht zu viele Sprachschnitzer in dem Text!
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81 von 94 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vergiss nicht diese Tage, 30. September 2010
Von 
Falk Müller - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)   
In dem Tagebuch, das Robert Enke während seiner Depression führte, steht auf der letzten Seite ein einziger Satz in riesigen Buchstaben: "Vergiss nicht diese Tage." Gemeint sind die Tage, in denen er an sich selbst zweifelte, niedergeschlagen war. Und obwohl er es als Warnung an sich selbst schrieb, wirkt es heute wie eine Mahnung an uns alle. Denn Ronald Reng schildert in seinem Buch, dass Depression keine Krankheit ist, die plötzlich ausbricht. Sondern ein Prozess, der schleichend beginnt und irgendwann die Kontrolle über einen Menschen erlangt.

Wann setzte dieser Prozess bei Robert Enke ein? Auf jeden Fall Jahre vor seinem Freitod. So wird im Buch zum Beispiel erwähnt, wie er sich als 18-jähriger seinen ersten Fehler als Profitorwart so zu Herzen nahm, dass er eine Woche nicht in die Schule ging. Oder etwa, wie er sich bei seinem früheren Klub Mönchengladbach so nutzlos fühlte, dass er ein Trainingslager schwänzte. Natürlich lässt all dies noch keinen späteren Freitod erahnen. Es zeigt aber schon einen anderen Robert Enke, als man ihn sonst kannte - eben nicht nur freundlich lächelnd, scheinbar voller Lebensmut, sondern auch mit Phasen der Selbstzweifel, der Niedergeschlagenheit.

Das Buch ist aber keinesfalls eine mit journalistischer Distanz geschriebene Abhandlung zum Thema Depression. Denn der Autor war ja ein enger Freund Enkes. Für ihn ist es eher ein persönliches Erinnerungsbuch, dass den Freund, den Menschen Robert Enke zeigen soll. Und so sprach er mit Ehefrau Theresa, traf Freunde von Robert, durfte sein Tagebuch lesen, ja selbst seine Gedichte, von deren Existenz er vorher gar nichts ahnte.

Daraus ist ein bewegendes Buch entstanden. Der Autor maßt sich nicht an, Robert Enke vollständig zu kennen, oder gar seinen Freitod erklären zu können. Er zeigt den Menschen Robert Enke, wie wir ihn wahrgenommen haben und in Erinnerung behalten sollten: warmherzig, sensibel, auch im Sinne von verletzlich.
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Robert Enke: Ein allzu kurzes Leben
Robert Enke: Ein allzu kurzes Leben von Ronald Reng (Taschenbuch - 1. November 2011)
EUR 9,99
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