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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erzählungen aus dem Alltagsleben, 14. August 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Annette Pehnt ist eine Meisterin in der feinen Beobachtung dessen, was Menschen bewegt und umtreibt. Das hat sie schon in ihren früheren Romanen bewiesen. In dem Roman "Ich muss los" folgt sie den Spuren eines Sonderlings, und in dem Roman "Mobbing" konnte man die Zerstörung persönlichen Glücks erleben.

Auch in ihren neuesten Erzählungen geht es wieder um die kleinen Erlebnisse des Alltags. In der "Zugbegleiterin" etwa gibt es Streiflichter über Reisende und ihre Gewohnheiten; im "schwarzen Stein" erleben wir die Trauer zweier Geschwister um den Tod der Mutter. Mit den beobachteten Kleinigkeiten zeigt uns die Autorin bei dieser Gelegenheit, wie der Alltag auch das Sterben begleitet. Sie beschreibt Gedanken, die einem durch den Kopf gehen, Verrichtungen, die erledigt werden müssen und den Krankenhausalltag, in dem einem lakonisch die letzten Besitztümer der Sterbenden oder Toten übergeben werden. Damit werden Gefühle überlagert und der Schmerz wird überdeckt.

In einer weiteren Geschichte geht es um die Welt von Behinderter: skurril und nachsichtig erlebt die Autoren die Sonderbarkeiten, mit denen sich Behinderte ein wenig Glück herbeizaubern wollen. Oft scheitert dieses herbeigesehnte Glück an der Unnachgiebigkeit der Betreuer. Wie gut kann sich Annette Pehnt in ihre Figuren hineindenken und ihnen eine Stimme geben! Die kleine Untreue des vernachlässigten Ehemannes wird genauso thematisiert wie so viele Begebenheiten aus dem ganz gewöhnlichen Alltag der einfachen Leute. Annette Pehnt hat den durchdringenden Blick und besitzt die Fertigkeit der Sprache, allen Ereignissen eine Stimme zu geben. Auch als eBook ist das Buch zu empfehlen!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Von Frauen, die aus der Spur geraten, und Kindern in speziellen Lebenssituationen., 24. Januar 2014
Von 
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(TOP 50 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Man kann sich auch wortlos aneinander gewöhnen das muss gar nicht lange dauern: Erzählungen (Taschenbuch)
Insgesamt sechs Erzählungen befinden sich in dem vorliegenden Buch. Es beginnt mit drei Geschichten, die aus Sicht der jeweiligen Protagonistin geschrieben sind. Eine Zugbegleiterin, eine trauernde Tochter, eine Urlauberin in Singapur. Allen gemeinsam ist, dass ihr Leben aus der Spur gerät durch ein spezielles, in der Geschichte beschriebenes Ereignis. Wichtig ist in allen drei Geschichten das Bedürfnis nach einer Berührung. Wobei dieser zwischenmenschliche Kontakt immer mit einer anderen Frau stattfindet. Und danach ist nichts mehr wie zuvor.

Es folgen drei weitere Geschichten, in denen Kinder wesentliche Rollen spielen. Kinder, deren Mutter im Krankenhaus ist. Kinder mit Behinderungen, die versuchen den Alltag zu bewältigen, auf der Suche nach ein klein wenig Glück. Und ein ganz besonderer Junge. Zu schweigsam und ruhig. In sich gekehrt. Spät erst hat er angefangen zu sprechen. Auch diese drei Geschichten sind von Gemeinsamkeiten geprägt. Besonders auffallend ist auch hier jeweils eine überraschende Planabweichung, ein Ausbruch aus dem Alltag. Daneben sind in jeder dieser drei letzten Geschichten Außenseiter-Merkmale erkennbar. Manchmal sehr deutlich (Behinderungen/Autismus), manchmal nur andeutungsweise, zB wenn die vorübergehend mutterlose Tochter in der Mensa der Schule keine Bekannten oder Freunde hat, mit denen sie an einem Tisch sitzen will, und dann doch lieber nach Hause zum Essen geht, obwohl die Oma ersatzweise kocht.

Alle sechs Geschichten sind von präzisen Beschreibungen geprägt. Annette Pehnt hat ein unglaubliches Gespür für das Innenleben ihrer Figuren. Diese sind mitsamt ihren Besonderheiten sehr glaubhaft dargestellt. Fassbar, erfassbar. Das Wichtigste ist aber die liebevolle Darstellung. Wirklich beeindruckend. Und das ist auch der Grund, warum ich dieses Buch jedem Leser von Kurzgeschichten oder Erzählungen ans Herz lege. Ganz klar empfehlenswert!

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Die Geschichten, welche mir am besten gefallen haben, im Detail - S P O I L E R W A R N U N G -

Die Zugbegleiterin
Akkurat versieht sie ihren Dienst. Weiß um die Bedeutung eines korrekten Äusseren. Perfekt hat sie alles unter Kontrolle. Sie beobachtet die Fahrgäste, ordnet sie in Schubladen, freut sich, wenn ihre Intuition mal wieder richtig war. Bis sie auf das kleine Mädchen trifft, das alleine unterwegs ist von der Mutter zum Vater. Die Fassade bröckelt. Was folgt ist ein Kontrollverlust. Erst durch eine Berührung wird die Zugbegleiterin wieder ins Leben zurückgeholt. Und was sich ändert, werde ich natürlich nicht verraten.

Ein schwarzer Stein
Der schwarze Stein stammt von einer kleinen griechischen Insel. Ein Erinnerungsstück, das die Mutter fünfzig Jahre lang gehütet hat. Daheim lag er auf dem Nachttisch der Mutter. Im Krankenhaus war er auf dem Beistelltisch neben ihrem Bett. Und jetzt im Trauerzimmer fehlt er. Als der Sohn und die Tochter Abschied nehmen, fällt es der Ich-Erzählerin sofort auf. Beistand. Ob die Kinder geistlichen Beistand wollen? Beistand. Ja, sie brauchen Beistand, sie brauchen ihre Mutter. "... wer war eigentlich mein Beistand, und wer ist es jetzt ..." Aus jedem Satz spürt man den Schmerz, der diese Frau erfasst. Und dann der Moment in einem Café, als ihr eine andere Frau auffällt. Der Moment, als sie sich wünscht, diese andere Frau würde sie an der Schulter oder besser noch im Gesicht berühren. Allein die Erkenntnis dieses Wunsches führt schon zu einer Änderung ihrer Einstellung.

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Lesetipp für all diejenigen, denen diese Erzählungen gefallen haben:
Einzelgänger und Sonderlinge von Harald Heidemann
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Man kann sich auch wortlos aneinander gewöhnen das muss gar nicht lange dauern: Erzählungen
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