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Kundenrezensionen

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am 11. September 2012
Um ehrlich zu sein weiß ich schon gar nicht mehr genau, warum ich mir "Weisser Schrecken" von Thomas Finn überhaupt bestellt habe. Aber egal ob auf Empfehlung hin oder als Impulsivkauf: Ich bereue dies im Nachhinein keineswegs.

Worum geht es? Im beschaulichen Perchtal bei Berchtesgaden steht einmal mehr die Weihnachtszeit an. Ein in dieser Region verbreiteter Brauch ist der "Krampuslauf", eine Art Umzug zum Nikolaustag, wo die Dorfjugendlichen sich als eben solche Krampusse (Eine Art Helferdämon, der unartige Kinder bestraft) verkleiden dürfen.
Für den 15-jährigen Andy und seine Clique stellt dies eine willkommene Abwechslung dar - sei es auch nur, um einigen unliebsamen Mitschülern eins auszuwischen. Doch nach merkwürdigen Botschaften, einem grausigen Leichenfund und dem äußerst seltsamen Verhalten der Elternschaft im Ort begreifen die Freunde schnell, dass in Perchtal bald etwas von unvorstellbarer Tragweite geschehen wird - und sie eine gewichtige Rolle in diesen Ereignissen spielen werden.

Thomas Finn nimmt sich auf fast 500 Seiten ordentlich Zeit, diese Geschichte zu erzählen. Er wechselt dabei zuweilen die Perspektiven: Der größte Teil des Buches dreht sich um die gruseligen Abenteuer der jugendlichen Freunde, aber parallel dürfen wir auch verfolgen, wie die erwachsen gewordene Clique 15 Jahre später ihren Blutschwur einlöst.
Hier komme ich dann auch zu einem viel genannten Kritikpunkt am Buch: Ja, das hört sich alles schon ziemlich wie Stephen Kings "ES" an. Und in der Tat: Die Parallelen im Inhalt als auch im Erzählstil sind einfach unverkennbar. Zum Glück für den Leser beschränkt sich Thomas Finn aber nicht einfach nur darauf, diese Geschichte nach Deutschland zu verlagern und nachzuerzählen. Er ergänzt das bewährte Gerüst durch viele eigene Ideen und einen gehörigen Schuß Lokalkolorit. Gerade für deutsche Leser ist der sorgfältig recherchierte Ausflug in's Brauchtum der Alpenregion immer wieder interessant. Überhaupt schafft der Schauplatz und Finns Schreibstil eine sprachliche Nähe, die man in Romanen aus dem anglo-amerikanischen Raum einfach selten findet. Mit vielen kleinen Details aus dem Alltag der vergangenen Zeit (Von DJ Bobo bis zum Super Nintendo) fühlt man sich authentisch erinnert.

Bewährte Idee, dazu einige neue Ideen, sorgfältig recherchiertes und authentisches Setting, angenehmer Schreibstil - Hat "Weisser Schrecken" wirklich alles richtig gemacht? Leider in meinen Augen nicht ganz. Um die Höchstwertung zu ziehen, fehlt mir in diesem Buch ein bißchen das Außergewöhnliche, ein Aspekt, der einen das Buch auch noch Jahre später in Erinnerung bleiben lassen wird. Aber leider trägt die Geschichte zuweilen doch etwas klischeehafte Züge mit Elementen aus der Standard-Grusel-Roman-Ecke. Darüber hinaus ist die Handlung für einen geübten Leser auch einen Tick zu vorhersehbar. Schlussendlich fehlt mir persönlich vielleicht eine pfiffige Wendung, eine große Überraschung, eine scharfsinnige Moral, etc.. Irgendwas, was das Buch "Ich bin etwas ganz besonderes" ausstrahlen ließe.

Aber daran, dass ich mir so viel Mühe gebe zu schildern, wieso ich nicht die Höchstwertung vergebe, erkennt man schlussendlich auch, wie schwer es mir gefallen ist. "Weisser Schrecken" ist einfach ein gutes Buch. Es verströmt wohligen Grusel, ist solide wie fesselnd erzählt und erlaubt sich kaum Schwächen. Eine klare Kaufempfehlung kann ich für alle Horror(-thriller)-Leser, Freunde von Stephen King und insbesondere auch Fans von Literatur mit deutschsprachigem Szenario aussprechen. 4 von 5 Sternen!
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am 2. November 2010
Im Berchtesgadener Land liegt das Dörfchen Perchtal. Nikolaus steht vor der Tür, der Winter hat schon Einzug gehalten, Schnee und Eis lassen das Dorf in winterlicher Stille ruhen. Doch der Frieden trügt. Nicht nur, dass einige Familien düstere Geheimnisse hinter der soliden Fassade verbergen. Beim Eislaufen finden die fünf Freunde Andreas, Robert, Niklas, Elke und Miriam eine Leiche, eingefroren im dicken Eis des Sees. Das alleine wäre schon schrecklich genug, doch die Tote sieht auch noch haargenau so aus wie Elke und ihre Zwillingsschwester Miriam. Wie kann das sein? Auf der Suche nach des Rätsels Lösung stoßen die fünf auf noch viel düstere Geheimnisse. Eine uralte Macht bedroht das Dorf, die Erwachsenen scheinen etwas zu wissen, erzählen ihnen aber nichts. Geisterhafte Stimmen versuchen sie vor dem zu warnen, was kommen wird. Was seit Jahrhunderten immer wieder über das Dorf hereinzubrechen droht. Werden sie es aufhalten können?

Weißer Schrecken ist ein Mystery Thriller erster Klasse. Ich konnte mich kaum mehr von dem Buch lösen, klebte atemlos an den Seiten und versank ganz und gar in der Geschichte. So sehr, dass ich mich beim wieder auftauchen kurz wunderte, dass draußen gar kein Schnee liegt. Mit jedem neuen aufgedeckten Puzzlestück steigt die Spannung, wer auf wessen Seite steht, bleibt bis zum Schluss das größte Rätsel, neben der geheimnisvollen dunklen Macht.

Aber nicht nur die Spannung lässt einen das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Thomas Finn hat sich intensiv mit den verschiedensten Sagen und Legenden zum heiligen Nikolaus und seinem dunklen Begleiter Knecht Ruprecht, auch als Krampus bekannt, beschäftigt und sie in diesem Buch zu einer faszinierenden Geschichte verwoben. Uralte keltische Mythen werden ebenso erwähnt wie der Versuch der Kirche, die heidnischen Bräuche zu ihren Gunsten umzuwandeln. Der Leser lernt hier einiges über den Ursprung des Nikolaustages, den ich in Zukunft mit ganz anderen Augen betrachten werde.

Die gründliche Recherche fiel mir auch an vielen anderen Stellen auf. Ein Teil des Romans spielt 1994, zu der Zeit war ich nicht viel älter als die Protagonisten. An die meisten der hier erwähnten Filme, Bands und Spiele kann ich mich noch gut erinnern. Diese kleinen Rückblicke in die Vergangenheit sind ein kleines Schmankerl für alle, die 1994 ebenfalls gerade in den Jugendjahren steckten.

Weißer Schrecken war mein Lesehighlight für Oktober, die perfekte Lektüre für kalte und düstere Winterabende. Lasst euch vom Krampus in seinen Bann ziehen, folgt den Geistern in Eis und Schnee und genießt die Gänsehaut, während ihr gemütlich in der warmen Stube sitzt.
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am 12. Dezember 2011
Das Verhältnis zwischen dem heiligen St. Nikolaus, Knecht Ruprecht und Frau Perchta (auch bekannt unter dem Namen Frau Holle), spielt in diesem Roman eine existentielle Rolle. Schon die Namensähnlichkeit zwischen Frau Perchta und Knecht Ruprecht lässt eine Verbindung zwischen den beiden Figuren erahnen. Dafür spricht auch ihr belohnendes, bzw. bestrafendes Verhalten, sowie dass beide bevorzugt in den Wintermonaten auftreten.

"Weißer Schrecken" ist ein fantastischer Thriller, fantastisch auf Fantasie bezogen, der perfekt in die weiße Jahreszeit passt, speziell natürlich in die Zeit zwischen dem vierten und dem sechsten Dezember. Und was wäre da besser, als mit Andy, Niklas, Robert, Elke und Miriam fünf Teenager-Figuren zu erschaffen, die durch einen grausigen Zufall - einem schrecklichen Kinderleichenfund - hinter ein dunkles Geheimnis kommen, dass bis in die Zeit vor Christus zurück geht, und seit dem die kleine Gemeinde Perchtal alle Jahre wieder bedroht. Thomas Finn hat eine Geschichte entwickelt, die es wohl in dieser Zusammensetzung bisher noch nicht gegeben hat - zumindest habe ich noch nichts Vergleichbares gelesen - in der das Schöne und Gute, immer auch mit dem Bösen einhergeht - bezogen auf den religiösen Bereich.

Die Geschichte ist sehr spannend und mitreißend geschrieben, und lebt natürlich von den grausigen Geschehnissen in-, und rund um Perchtal, die die 5 hautnah miterleben, bei denen sie zunächst unwissend und natürlich ungwollt die Hauptrolle spielen. Ein weiterer Punkt, der der Story unglaublich gut tut, ist das von Finn erzeugte kritische Verhältnis zwischen den Jugendlichen und den Erwachsenen, wobei hier die Erwachsenen ganz klar die Bösen sind, und er aufzeigt, welchen Einfluss und welch grausame Macht sie auf Kinder ausüben können.
Aufgrund der Tatsache, dass Kinder die Hauptfiguren bilden, geht einem die Story noch ein Stück näher und man spürt es irgendwie intensiver - man ist sensibeler. Die Figuren sind auch "das" echte Highlight in diesem Roman, denn schon innerhalb kürzester Zeit hat man sie lieb gewonnen. Thomas Finn hat ein Gespür dafür, wie er einem die Charaktere so Nahe bringt, um sich zu fühlen als sei man bei ihnen - bei ihnen in Pechtal, um die Story so hautnah mitzuerleben. Hinzu kommt eine Sprache - die halt absolut typisch für Jugendliche ist - mit der sich der Roman wie in einem Rutsch lesen lässt.

In vielleicht kleiner Minuspunkt ist das Verhalten der 5 Teenies, bei dem ich mir nicht so sicher bin, ob man im Alter von 15 Jahren so mutig und abgebrüht auf die doch phasenweise sehr heftigen Situationen reagiert.
Ein weiters Manko für einige Leser ist eventuell das zu ausgeprägte Beschreiben der ganzen Bräuche und Begebenheiten, die der Glauben an die göttlichen- und keltischen Figuren mit sich bringt. Leser, die sich nicht so mit der Materie auskennen, deren Glauben möglicherweise nicht so stark ausgeprägt ist, oder diejenigen, die schlicht weg einfach nicht interessiert sind, können sich aufgrund dessen vielleicht nach einer gewissen Zeit ausblenden, weil es einfach von den Informationen her zu viel wird.

Trotz allem aber bleibt die Spannung dauerhaft auf höchstem Niveau und geht zu keiner Zeit verloren. Weißer Schrecken ist auf jeden Fall ein sehr guter Thriller, der aber vielleicht seine ganz spezielle Wirkung auch wirklich nur zu Winterzeit entfalten kann.
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am 10. August 2013
Weißer Schrecken ist ein Buch, das wirkt, als wäre es genau für mich geschrieben. Ich mag Stephen King, X-Files, spiele gerne das Rollenspiel H.P. Lovecrafts Cthulhu, lese gerne Jugendbücher und liebe die Amblin-Filme von Stephen Spielberg.

Thomas Finn hat in Weißer Schrecken all diese Zutaten genommen und ein ausgefeiltes Menü für Feinschmecker zusammengestellt, das einerseits an die "gute, alte Zeit" erinnert und andererseits weit über die oben genannten Vorlagen hinausgeht. Weißer Schrecken ist zwar Homage, aber trotzdem originell und auch für sich selbst ein toller und vor allem spannender Roman.

Die Originalität erreicht Thomas Finn durch seine saubere und umfangreiche Recherche. Nebenbei lernt man viel über keltische Mythen und die Verbindungen, die sie mit dem Christentum eingegangen sind, aber auch viel, viel mehr, als man über Sitten und Gebräuche der Vorweihnachtszeit je wissen wollte.

Der einzige etwas kritische Gedanke, der sich beim Lesen einschlich, ist für mich die Frage der Zielgruppe des Romans. Über weite Strecken ist Weißer Schrecken ein Jugendbuch im Stile der Drei Fragezeichen oder der Fünf Freunde. Dann gibt es Einschübe einer anderen Zeitebene, in der die Hauptfiguren als Erwachsene gezeigt werden. Mir persönlich hat das gut gefallen, ich bin aber auch kein jugendlicher Leser mehr. Ich hoffe jedenfalls, dass sich Jugendliche dadurch - und durch das 90er-Jahre-Setting des Romans - von der Lektüre von Weißer Schrecken abhalten lassen.

Ich habe die Figuren während der Lektüre sehr lieb gewonnen und mit ihnen mitgefiebert, so dass ich es ein bisschen schade finde, dass am Ende die Aussichten auf eine Fortsetzung, die sich noch vor dem Epilog angeboten hätte, zunichte gemacht werden. Schade, Weißer Schrecken II würde ganz weit oben auf meiner Wunschliste stehen.

Insgesamt ein Hammer-Buch, das ich nur empfehlen kann.
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am 28. Januar 2011
Die Freunde Andy, Robert, Niklas, Elke und Miriam leben im beschaulichen Dörfchen Perchtal im Berchtesgadener Land. Sie verstehen sich super, aber jeder von ihnen hat mit seinen Eltern ein eigenes Päckchen zu tragen. Am Tag vor Nikolaus findet Elke bei einem Eishockeyspiel eine Mädchenleiche im zugefrorenen See, die sie anzublicken scheint. Und noch etwas ist sonderbar: Die Tote sieht Elke und ihrer Zwillingsschwester Miriam zum Verwechseln ähnlich. Am 06. Dezember will Pfarrer Strobel mit den fünf Teenagern eine Nachtwanderung machen. Dies und der Leichenfund macht die Freunde misstrauisch und sie beginnen in der Dorfvergangenheit zu forschen. Sie fördern Erschütterndes zu Tage, was ihre eigene Vergangenheit betrifft und sie kommen einer uralten und unglaublich grausamen Macht auf die Spur, die alles um sie herum zu verschlingen droht! Bald ist alles so verworren, dass sie niemand mehr trauen können! Kann sie noch aufgehalten werden?

Mit Weisser Schrecken" legt Thomas Finn einen überaus spannenden und mitreissenden Mistery-Thriller vor, der einem eisige Schauer über den Rücken jagt und an die Seiten fesselt. Er verwebt die Legende um den heiligen Nikolaus und seinem schaurigen Knecht Ruprecht zu einem Roman, in dem fünf befreundete 15-Jährige versuchen, sich und ihren Heimatort vor einer großen Katastrophe zu bewahren. Die Legenden, Überlieferungen und Brauchtümer des alpinen Raumes spielen ebenso, wie unser keltisches Erbe eine große Rolle in diesem Buch. Während des Lesens fügte sich ein Puzzleteil passgenau in das Andere und so zeichnete sich eine überaus grausige Bedeutung des Nikolauses ab, was ich sehr interessant fand!

Der Schreibstil des Autors ist wunderbar flüssig zu lesen und durch lange, sowie kurze Sätze, schaffte Thomas Finn es, Spannung rasant aufzubauen und mich an den Buchseiten kleben zu lassen. Diese flogen nur so durch meine Finger und ich mochte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.

Andreas, Andy, ist als Hauptprotagonist besonders gut charakterisiert und herausgearbeitet. Er und seine Freunde leiden schon die ganze Zeit unter dem merkwürdigen Verhalten ihrer Eltern. So ist Andy ganz alleine und auf sich gestellt in einem großen Haus, was ihn selbständiger werden ließ, als es für einen 15-Jährigen zu erwarten wäre. Auch Robert, Niklas und die Zwillingsmädchen sind mit den unterschiedlichsten Charaktereigenschaften ausgestattet. Alle haben ihre liebenswerten Eigenheiten oder auch ihre Seiten, die einen Teenager ausmachen.

Das Cover des 496 Seiten starken Taschenbuchs ist sehr gelungen gestaltet. In eisigem Blau gehalten, starrt uns ein frostiges Auge entgegen, während der Titel des Buches in rostroten Lettern aufgedruckt ist. Das Buch hätte mich in der Bücherhandlung von selbst angesprungen!

Weisser Schrecken" erhält von mir eine uneingeschränkte Leseempfehlung, denn so ein spannendes, interessantes und eisigkaltes Buch ist mir schon lange nicht mehr unter gekommen!
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am 11. Dezember 2010
Perchtal, eine kleine (fiktive) Ortschaft im Berchtesgadener Land bildet den Schauplatz für sich in einem regelmäßigen Zyklus wiederholende grausige Geschehnisse, die mit der Nikolaus-Legende sowie damit verbundenen uralten alpenländischen Traditionen in Zusammenhang zu stehen scheinen.
In diesem von pseudo-religiösen Wahn geprägten Umfeld wird die Geschichte einer kleinen Clique von fünf Jugendlichen erzählt, die von einem mysteriösen Zufall in den nächsten schlittern, bis schließlich die anfangs unfassbare Wahrheit unausweichlich erscheint.

Der Verweis des Verlages auf Stephen King wirkt trotz gewisser Parallelen fehl am Platz. Natürlich handelt es sich bei Thomas Finns Akteuren um klassische Außenseiter, deren Kindheit entweder durch Vernachlässigung oder das genau Gegenteil geprägt wurde, und die sich nun - ohne Hoffung auf jegliche Hilfe durch Erwachsene - einem scheinbar übermächtigen Gegner ausgesetzt sehen. Einige Gemeinsamkeiten zu "Es" oder "Stand by me" sind also bei den Charakteren vorhanden, ansonsten hat der Autor jedoch genug eigene, vor allem landesspezifische Ideen eingebracht, die einen solchen Vergleich unpassend wirken lassen.
Natürlich wirkt das Handeln der Protagonisten oftmals naiv, wodurch Teile des Buches etwas vorhersehbar wirken. Dennoch kann man die Geschichte kaum als reines Jugendbuch einstufen, denn dafür sind einige Passagen wiederum recht intensiv und erschreckend geraten.
Mir persönlich tendierte das Ende zu sehr in den übersinnlichen Bereich, was aber die wenigsten Leser stören dürfte.
"Weißer Schrecken" war für mich auf der Suche nach einer unterhaltsamen Urlaubslektüre ein reiner Zufallskauf, der Name Thomas Finn war mir bis dahin völlig unbekannt. Selbst bei mir als dem Fantasy-Genre eher abgeneigtem Leser hat er jedoch bleibenden Eindruck hinterlassen.
Genau das Richtige für dunkle, verschneite, kalte Frühwinterabende!
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am 3. Januar 2013
Ein wundervolles Buch, ganz nach meinem Geschmack: geheimnisvoll und atmosphärisch. Nicht zuletzt durch die jugendlichen Protagonisten, die in einem verschneiten Bergdorf einer unheimlichen Verschwörung auf die Spur kommen.
Allerdings geht es auch in dieser Geschichte nicht ohne die üblichen Mystery-Klischees, aber darüber und über den gelegentlich etwas unreifen Schreibstil kann man hinwegsehen, wenn man diese Art von Roman mag.
Ich mochte ihn so sehr, dass ich noch Tage danach die Figuren, den Ort und die ganze Romanwelt regelrecht vermisst habe.
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am 8. Oktober 2011
Das Buch Weisser Schrecken von Thomas Finn ist ein Thriller, der sich wirklich zu lesen lohnt. Es war mein erster Thriller, im Regelfall lese ich eher die Genren Surrealismus und Drama insbesondere Japanische Literatur.
Ich muss sagen, dass ich durch dieses Buch auf den geschmack gekommen bin und vor habe, weiter Thriller zu lesen insbesondere den Funken des Chronos von Thomas Finn.

Die historischen Abläufe in dem Buch sind sehr gut recherchiert und ausgezeichnet dargestellt und auch wirklich interessant. Anfangs fiel es mir schwer dieses Buch zu lesen und mich an den Schreibstil zu gewöhnen. Doch ab ca. Seite 120 konnte ich dieses Buch einfach nicht mehr weglegen. Es ist zwar oft vorrauszusehen, was als nächstes passiert, allerdings ist es so spannend, dass es einen komplett in den Bann zieht. Besonders gut gefiehl mir auch, dass es in Deutschland spielt und die süddeutsche Kultur in all ihren Eigenarten wunderbar darstellt.

Ich muss auch zu geben, dass es für mich zu schwierig gewesen wäre, es in Winternächten zu lesen, das es doch sehr gruselig ist, und man leicht ängstlich wird. Ich kann dieses Buch wirklich nur jedem empfehlen, die Geschichte ist mit all ihren Details, Charakteren und historischen Hintergründen wunderbar. Nur leider (vor allem gegen Ende hin) ließen sich leider einige Tippfehler feststellen, die man aber aber leicht überliest.

Fazit: Das Buch ist sein geld wert. = Ausgezeichnet!
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am 23. Januar 2011
Im Prolog von "Weisser Schrecken" jagt der Nikolaus einen Engel durch den weißen Winterwald und bringt ihn mit einer Spritze zur Strecke. Was zunächst skurril wirkt, wird sich dem Leser erst zum Ende der Geschichte hin als Grausamkeit mit erschreckend zwingendem Motiv offenbaren.

Der Roman beginnt mit einem Interview von Andreas Meyenberg in einer Radio Live Show über seine Tätigkeit bei Ärzte ohne Grenzen. Doch dann ruft Niklas, ein Freund aus Kindertagen, an, und erinnert Andreas an Geschehnisse, die er lieber längst vergessen hätte.

Die Handlung springt zurück in den Dezember des Jahres 1994. In ihrem Mittelpunkt stehen die damals noch jugendlichen Freunde Andreas, Niklas, Robert, Elke und Miriam. Die Freunde verbindet ein unheimliches Geheimnis - und Familienverhältnisse, die getrost als zerrüttet bezeichnet werden können. Die Zwillinge Elke und Miriam leiden unter dem religiösen Wahn ihrer Eltern, die nicht davor zurückschrecken, ihre Töchter mit Erbsen unter den Knien den Rosenkranz beten zu lassen. Die Mutter von Grufti Robert gibt sich dem Suff hin, sein Vater hat längst das Weite gesucht. Andreas Mutter hat sich vor Jahren erschossen, sein Vater überhäuft ihn mit teuren Geschenken, nur Zeit für seinen Sohn hat er nie. Noch schlimmer hat es Niklas getroffen. Seine Mutter hat versucht, ihn als Kind mit einem Kopfkissen zu ersticken und versucht das wiedergutzumachen, in dem sie ihn mit Leckereien aus der eigenen Backstube mästet, was ihn zum Gespött von Konrad Toschlager und seiner Bande macht.

Dann häufen sich die merkwürdigen Ereignisse im beschaulichen Perchtal im Berchtesgardener Land. Geistererscheinungen, Wetterkapriolen und unheimliche Kinderstimmen, die Nikolauslieder singen. Ein vorläufiger Höhepunkt ist erreicht, als Elke unter dem Eis des Sees die Leiche eines Mädchens findet, das ihr wie aus dem Gesicht geschnitten ähnlich sieht. Schnell wird den Freunden klar, dass ihre Eltern und die Honoratioren des Dorfes ihnen etwas verheimlichen. Und so begeben sie sich auf eine spannende Recherche über die geschichtlichen Hintergründe von Krampuslauf, Nikolaus und Knecht Ruprecht. Dabei entdecken sie, dass in Perchtal alle sechzehn Jahre am 6. Dezember Kinder oder Jugendliche verschwinden. Und schon steht Nikolaus wieder vor der Tür...

Wer "Weisser Schrecken" liest, wird das Nikolausfest künftig mit anderen Augen sehen. Viel mehr, als der vom Verlag aufs Cover gedruckte Vergleich mit Stephen King, drängt sich mir allerdings ein Vergleich mit den "Drei ???" oder den "Fünf Freunden" auf - nur in der härteren Version für Erwachsene. Wer als Kind gerne solche Bücher gelesen hat und sich als Erwachsener für Mystery Serien à la "Akte X" begeistern konnte, wird bei "Weisser Schrecken" sicher auf seine Kosten kommen. Was zunächst haarsträubend erscheint, stellt sich im weiteren Leseverlauf als exzellent recherchierter History Thriller heraus. Dabei gelingt es Thomas Finn geschickt, Spannung aufzubauen und den Spannungsbogen über 490 Seiten zu halten.

Mir hat auch das Ende sehr gut gefallen. Gut- und Böse Schemata verschwimmen, wenn den Protagonisten die Ursache des "Weissen Schreckens" offenbar wird. Der Roman ist abgeschlossen und dennoch bleibt Raum zu spekulieren. Clever gemacht.

Gewünscht hätte ich dem Buch allerdings ein besseres Lektorat. Wie ich leider zum wiederholten Male bei einem Piper Fantasy Buch feststellen muss, ist dieses voller Tipp- und Setzfehler. Darüber hinaus hatte ich auch so meine Probleme mit Thomas Finns Sprache, die mir doch recht einfach erschien. Der Adjektivgebrauch war mir zu übertrieben und zu wenig abwechslungsreich, "lahm" konnte ich irgendwann genau so wenig mehr lesen wie "mit blubbernden Geräusch", von der unfreiwillig komischen Stilblüte einer "weiblichen Mädchenleiche" mal ganz zu schweigen. So etwas muss ein Lektor einfach rausstreichen.

Fazit: Vier Sterne für Story und Spannung, ein Stern Abzug für sprachliche Mängel, macht insgesamt drei Sterne von mir.
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am 17. Oktober 2014
Als Fan gediegener "Mystery" (dt. Genre-Bezeichnung) stieß ich bei Recherchen zum "Hans Muff" (rheinländische Bezeichnung des Knecht Ruprecht) auf Finns "Weißer Schrecken". Möglicherweise gehörte ich, von der Generation her, zu den letzten, die neben einem Nikolaus diese Gestalt, einen schwarzen, aufgerichteten "Panther", mit gespaltener Schlangenzunge, Jutesack und Rasselkette über der Schulter, kennen- und fürchten lernten. Bzgl. Kindererziehung fragte ich mich, in dogmatisch antiautoritären Zeiten: Gehören Furcht und Erschrecken, vielleicht auch der wohlige Schauer, nicht zu einer Kindheit dazu? Wirkt das Licht nicht heller, wenn es auch den Schatten, das Dunkle, Abgründige gibt? So landete ich schließlich, nach Lektüren über Perchten, Frau Holle und Co ... bei Thomas Finns "Weißer Schrecken". - Mag Stephen Kings "Es" auch den Maßstab für das Grausen in Form des Mystery-Thrillers gesetzt haben - ich kam zum Ergebnis: Thomas Finn erfüllt diesen Maßstab mit "Weißer Schrecken" absolut. Kein Abdriften in banalen Splatter oder kitschiges, infantiles Fantasy. Sondern: Mystery der düsterten Sorte, pur. Man spürt, dass Finn im Vorfeld seiner Niederschrift sehr gewissenhaft historisch und kulturell recherchiert haben muss.
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