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Kundenrezensionen

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am 1. Juni 2006
Thomas Finn hat mit "Der Funke des Chronos" einen Roman geschrieben, der nicht einfach einem Genre zuordenbar ist, da er Elemente des phantastischen und des historischen Romans wie auch Elemente des Krimis, des Thrillers und des Science Fiction in sich vereint. Genau diese Mischung ist es aber, die diesen Roman in seiner Ausgestaltung so interessant macht.

Tobias, ein Hamburger Student ohne Familie, erhält ein seltsames Weihnachtspaket, das ihn zu einer fremden Adresse führt. Dort überschlagen sich die Ereignisse und Tobias findet sich plötzlich im Hamburg des Jahres 1842 wieder - zu seinem Schrecken mitten im Tatgeschehen der Verbrechen eines Hamburger Serienmörders und einer Verschwörung. Schnell gerät er selbst unter Verdacht und versucht mit der Bürgerstochter Caroline und dem Dichter Heinrich Heine die Verbrechen zu klären. Kurz vor und während des Großen Brands spitzen sich die Ereignisse aber immer weiter zu...

Thomas Finn hat seinen Roman mit sehr interessanten Charakteren bestückt, wobei es insbesondere die Nebenfiguren sind, die in ihrer Ausgestaltung überzeugen. Da ist der vom Leben gebeutelte Polizeiaktuar Kettenburg, der in diesem Roman eine erstaunliche Entwicklung macht. Da ist der Nachwächter Borchert, ein echtes Original, der unfreiwillig das komische Element in der Geschichte darstellt. Da ist Salomon Heine, Onkel des Dichters Heinrich Heine, ein Charakter mit Ecken und Kanten und rauer Schale. Interessanterweise sind Thomas Finn die Nebenfiguren jedoch besser gelungen als die Hauptfiguren. Tobias, der Protagonist, ist ein intelligenter, agiler und gebildeter, im Waisenhaus aufgewachsener, junger Mann, der aufgrund seines Zukunftswissens deutliche Vorteile hat und der sich natürlich auch anachronistisch verhalten kann. Die weibliche Hauptfigur Caroline ist ein wenig modern geraten für die Biedermeierzeit. Leider ist der Dichter Heinrich Heine, obwohl er durchaus wesentlichen Anteil an der Handlung hat, eher farblos geraten.

Die eigentliche Hauptfigur des Romans ist aber nicht Tobias sondern die Kaufmannsstadt Hamburg um 1842. Thomas Finn beschreibt Hamburg so detailliert und liebevoll und lässt mit seinen nach intensiver Recherche entstandenen plastischen Beschreibungen das Hamburg vor dem Großen Brand, von dem heute noch nicht mal Teile besichtigt werden können, so vor unseren Augen entstehen, dass sein persönliches Interesse an der Stadt und dem Großen Brand nicht zu verleugnen ist. Dabei beleuchtet er nicht nur die Sonnenseiten wie Mode und Architektur sondern auch den Schmutz der Fleete und Straßen. Im Laufe des Romans zeigt er kontrastiv die Stadtwohnungen und Villen der Reichen, aber auch die damaligen Zustände im Gefängnis und das tragische Geschehen um den Großen Brand und dessen Opfer.

Die Handlung des Romans ist abwechslungsreich, enthält Zeitparadoxa und einige unerwartete Wendungen und ist im Grundsatz gut angelegt. Der Spannungsbogen wird vom Autor schön aufgebaut und die diversen Teilthemen des Romans sind sehr gut miteinander verwoben. Lediglich die Rettungsaktion der Bürgerstochter Caroline mit der Zeitreisemaschine wirkte auf mich etwas aufgesetzt. Dass der Autor ein wenig mit den Grundproblemen der phantastischen Elemente seines Romans zu kämpfen hat, wie z. B. dass sich die Charaktere aufgrund der Zeitebenen selbst begegnen, dass Gegenstände mehrfach erscheinen, wäre sicher auch anders lösbar gewesen, hat mich aber nicht gestört. Die Handlungsebene der Geheimbünde steht eher im Hintergrund, insofern wird der Lesegenuss auch nicht dadurch beeinträchtigt, dass diese Handlungsebene etwas vorhersehbar ist. Dezent bleibt die aufkeimende Beziehung zwischen Caroline und Tobias im Hintergrund, da sie nicht wesentlicher Gegenstand des Romans ist. Der Roman, bei dem das historische Element überwiegt, hätte meines Erachtens auch durchaus ohne die Zeitreise als historischer Krimi gestaltet werden können, da mit verbotenen Forschungen, Massenmorden und Geheimgesellschaften genug packende Themen enthalten sind.

Sprachlich ist "Der Funke des Chronos" flüssig, wenn auch eher schlicht geschrieben. Dass die Arbeiter und Mägde Hamburger Platt sprechen, Salomon Heine jiddisch spricht und die Kaufleute Hochdeutsch reden, habe ich als belebendes Element empfunden, obwohl dadurch der Lesefluss ein wenig gehemmt wird.

Der Piper Verlag hat das gebundene Buch mit Lesebändchen schön gestaltet und um zwei Karten von Hamburg 1842 und vom Großen Brand ergänzt. Alle Kapitel sind mit Überschriften versehen, sowie Ort, Datum und Zeit des Geschehens, so dass Wechsel in Ort und Zeit der Handlung dem Leser stets bewusst sind. Im Anhang findet der Leser ein Personenverzeichnis mit den historisch verbürgten Personen sowie ein Nachwort des Autors.

"Der Funke des Chronos" ist ein phantastischer Thriller, den ich guten Herzens allen Freunden historischer Romane aber auch spannender Unterhaltung empfehlen kann.
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am 29. September 2006
Das Buch "Der Funke des Chronos" ist absolut das beste, was ich seit langem gelesen habe. Es bietet für jeden was: historischer Krimi im Hamburg des 19. Jahrhundert, heitere Anekdoten mit den konfusen Familiensituationen des Polizeigehilfen Borchert, die langsam beginnende Liebe zwischen dem Protagonisten Tobias und einer jungen Dame und natürlich mittendrin dabei die Zeitmaschine à la H.G. Wells.

Um sich noch mehr auf das Hamburg der Biedermeierzeit einlassen zu können, spart der Autor auch nicht mit plattdeutsch sprechenden Personen der damaligen Zeit.

Ich kann das Buch nur jedem empfehlen, der historische Krimis mag, oder sich auch für das Thema Zeitreisen/Zeitparadoxon interessiert.
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am 16. September 2006
Historisch belegte Figuren auf Grund intensiver Recherchen verquickt mit einer rasanten fiktiven Geschichte im Stil von Dan Brown. Dabei sehr treffende Sprache und Wortwahl. Aber nicht die allzu brutalen Cliffhanger des Spitzensellers. Thomas Finn geht mit dem Leser rücksichtvoller um, ohne jedoch weniger spannend zu schreiben.

Sehr gut gefallen haben mir die präzise gezeichneten und absolut glaubwürdigen Charaktere.

Nicht nur Tobias, der Zeitreisende und Protagonist des Romans. Auch andere Hauptpersonen wie der intelligente, pflichbewusste Polizeiaktuar Kettenburg, der unsympathische, arrogante Arzt de Lagarde, ein gewisser Jochen Borchert, der als Nachtwächter und Polizeigehilfe nicht nur mit seiner zum Lächeln herausfordernden großen Familie beeindruckt.

Die beschriebenen Örtlichkeiten tauchen vor meinem Auge auf und ich kann mich hineinversetzen. Noch jetzt habe ich die Kleidung und manche Orte vor Augen.

Ein weitere Pluspunkt ist die genaue Einbettung der Geschichte in Ort und Zeit. Hamburger und Hamburgkenner werden sicher nicht wenige Plätze, Gebäude und Straßen wiedererkennen.

Insgesamt taucht der Leser tatsächlich in die Biedermeierzeit ein und begleitet die Personen bei ihren spannenden Handlungen.

Ein gut recherchiertes und logisch stimmiges Buch, das mit Begegnungen bekannter Persönlichkeiten nicht spart. Sicher auch eine Hommage an H.G. Wells, der mit „Die Zeitmaschine“ wohl das bekannteste Buch über Zeitreisen schrieb. Und das Ganze fesselnd präsentiert.

Ich habe das Buch zügig verschlungen und ich habe es wirklich genossen

Das empfehle ich auch anderen.
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am 9. Februar 2006
Dies ist meine erste Rezension, aber dieses Buch war es mir wert, mal das "Wagnis" einer eigenen Meinung einzugehen.
Ich mag historische Romane... ich mag Fantasyliteratur... ich mag Krimis... und wenn dann noch alles drei zusammenkommt, was kann es besseres geben. Vor allem, wenn dann dabei nicht so ein Wischi-Waschi-von-allem-etwas-und-doch-nichts-Richtiges rauskommt.
Als ich das Buch geschenkt bekam, war ich zuerst skeptisch: ich hatte vor Jahren den Klassiker "die Tore zu Anibus Reich" gelesen und befürchtete aufgrund des Klappentexts ein bemühtes Plagiat, wie es ja so viele 3./4./5. Aufgüsse ein und desselben Themas auf dem Markt gibt.
Doch vom ersten Satz an ("Die Knochen splitterten wie brüchiges Glas, als die Kutsche über den Katzenkadaver rollte.")wurde ich positiv überrascht. Tom Finn hat was ganz Eigenständiges aus dem Thema gemacht, so daß seine Geschichte so gar nichts mehr mit den "Toren" zu tun hat...weswegen nunmehr, nachdem ich das Buch nach nur 5 Tagen des "Verschlingens" durch habe, dieser Vergleich auch echt hinkt!
Ich wurde so richtig in das Buch hineingezogen durch Charaktere, deren Schicksal mich fesselte, durch Schilderungen des alten Hamburgs - die auch einen Nicht-Hamburger wie mich trotzdem immer tiefer in die Geschichte rund um den großen Brand von Hamburg zogen -, durch die wirklich spannende Detektivgeschichte und die immer wiederkehrenden Momente eines Gefühls von "Steine im Bauch", wenn der Horror kurz seine Fratze über die Schatten erhebt.... kurz gesagt, mir passierte das Beste, was einem Leser passieren kann: ich hatte Kopfkino vom Feinsten und mußte morgens bei der U-Bahnlektüre echt aufpassen, damit ich nicht mit schöner Regelmäßigkeit meine Aussteigestation verpaßte.
Also, wer Lust auf eine gut recherchierte, Horror-Fantasy-Detektiv-Historiengeschichte hat und bunte Bilder hinter den Pupillen sehen will, dem kann ich das Buch nur empfehlen!
P.S.: Außerdem war ich ganz glücklich, einen hervorragenden muttersprachlichen Roman dieser "Sparte" zu lesen, der in seiner Erzähldichte und seinem Spannungsbogen locker mit den englischsprachigen, weltweit verbreiteten Autoren Schritt hält. Denn so kann ich sämtliche Wortspiele, Andeutungen und Schilderungen genau so verstehen und empfinden, wie sie der Autor meinte - und nicht, wie sie ein Übersetzer interpretiert oder mein Englischlehrer mir lückenhaft beizubringen versuchte.
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am 28. November 2013
Leider bin ich mit falschen Erwartungen an das Buch herangegangen. Es handelt sich hier nicht um einen Wissenschaftsroman. Man habe eine wie auch immer geartete Maschine, einen Kristallstab, und fertig ist die Zeitmaschine. Wo sie herkommt und wie sie funktioniert, ist ja unwichtig. Soviel zur Voraussetzung für die Story.
Sicher ist die Grundidee mit dem historischen Hamburg reizvoll, zumal ich dort immer gern gewesen bin. Auch sind die Charaktere liebevoll geschildert. Die Dialoge sind angenehm flüssig und doch nicht billig.
Aber das Problem liegt für mich an der fehlenden Spannung. Wenn schon keinerlei wissenschaftlichen Angaben kommen, dann möchte ich wenigstens etwas Spannung haben. Doch die diversen Actionszenen und die Schilderung der Halunken und Mörder konnte mich einfach nicht packen. Ich habe mich meist gelangweilt.
Vielleicht meine Schuld, denn Zeitreiseroman heißt eben nicht gleich Zeitreisethriller. Eigentlich handelt es sich hier nur um einen historischen Kriminalfall für Jugendliche. Die Zeitreise spielt eine nur sehr untergeordnete Rolle.
Fazit: Vom Charme, von der Logik und von der Spannung eines H.G. Wells MEILENWEIT entfernt, oder sollte ich passenderweise sagen "Äonen". Die vielen 5-Sterne-Rezensionen sind mir ein Rätsel. Doch wenn man sie durchliest, erkennt man schnell, dass wieder einmal ein Redaktionsfake dahintersteckt.
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am 1. Juni 2015
Thomas Finn schafft es mit seinem Roman "Der Funke des Chronos" den Leser bei der Hand zu nehmen und in ein Hamburg zu Zeiten des großen Brandes zu begleiten. Man riecht förmlich den Gestank, hört das Pferdegetrappel - selten hat mich ein Buch so gepackt und mitgerissen. Gerade wenn man schonmal in Hamburg war, macht es Spaß, bekannte oder unbekannte Ecken wiederzuerkennen - und zu sehen, wie weit damals noch die Wege waren.

Ich will nicht zu viel vorweg nehmen - daher beende ich hier meine Rezension mit einer klaren Kaufempfehlung.
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am 13. November 2007
Der Hamburger Medizinstudent Tobias steckt kurz vor Weihnachten in einem Tief - wo soll er bloß die Festtage verbringen, da er keine Eltern mehr hat und vor kurzem von seiner Freundin sitzengelassen wurde?

Da erreicht ihn ein Päckchen mit einem merkwürdigen Gegenstand. Der beiliegende Brief führt ihn in eine Uhrmacherwerkstatt ... und von dort über 150 Jahre in die Vergangenheit, in den Mai 1842.

Er findet Zuflucht bei der Familie Lewald, deren Tochter Caroline er vor einem Kutschenüberfall gerettet hat, und erfährt, dass in Hamburg Angst und Schrecken herrscht, ausgelöst von einer rätselhaften Mordserie.

Doch auch bei den Lewalds geht es nicht sehr ruhig zu. Nachdem Tobias direkt bei seiner Ankunft in der Vergangenheit schon verfolgt wurde, findet er eines Nachts Eindringlinge im Haus vor, die ihm ans Leder wollen - und merkwürdige Masken tragen.

Tobias gerät nicht nur unfreiwillig ins Visier der Polizei, sondern auch auf die Spur einer gefährlichen Geheimverschwörung ... und wenig später steht halb Hamburg in Flammen ...

Ein sehr gelungener Mix aus Kriminalroman, Verschwörungsthriller und Zeitreisegeschichte. Das alte Hamburg wird vor dem inneren Auge des Lesers lebendig, heraufbeschworen durch anschauliche, atmosphärische Schilderungen, liebenswert-verschrobene Gestalten und eine gute Prise Lokalkolorit. Einige Personen, die im Dialekt sprechen, hörte man förmlich lebensecht reden.

Je weiter ich kam, je vollständiger sich die Puzzleteilchen der Handlung zu einem Gesamtbild fügten, umso weniger konnte ich das Buch aus der Hand legen. Eine Empfehlung!
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am 15. Juni 2011
Der Übergang von Originalität zu Nonsens ist fließend. In der Grauzone zwischen beidem bewegt sich Thomas Finns Abenteuerroman Der Funke des Chronos": Der Zeitreisende Tobias reist ins Hamburg des Jahres 1842, trifft dort ausgerechnet den großen deutschen Dichter Heinrich Heine und erlebt mit ihm vor der Kulisse des historischen Großen Brandes von Hamburg haarsträubende Abenteuer.
Der bekennende Hamburg-Fan Thomas Finn hat für diesen Roman jahrzehntelang recherchiert - man merkt's: Das Buch ist gespickt mit historischen Details aus der Hansestadt des 19. Jahrhunderts. Gelegentlich wirkt das etwas aufgesetzt und dem Handlungsfortgang der leidlich spannenden Geschichte nicht dienlich - so als habe der Autor unbedingt noch dieses und jenes unterbringen wollen, um dem Leser zu zeigen, wie gut er sich auskennt.
Nun, die Hamburger werden das anders sehen, und auch die Freunde des spannenden Unterhaltungsromans werden an dieser Mixtur aus historischem Roman und Science Fiction trotz einiger sprachlicher Holprigkeiten ihr Vergnügen haben.
Übrigens: Die Zeitmaschine sieht exakt so aus wie die von H.G. Wells in dessen mehrfach verfilmtem Roman Die Zeitmaschine" - eine Hommage an den englischen Autor, der sogar ganz am Ende des Buches selbst einen kurzen Auftritt hat.
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am 30. September 2013
INHALT

Als Tobias kurz vor Weihnachten ein Paket von einem Fremden erhält, so wie jedes Jahr, stellt sich das Leben des jungen Medizinstudenten auf einmal Kopf. In dem Paket befindet sich ein seltsamer Stab und eine Nachricht, in der ihm gesagt wird, er solle in ein Uhrengeschäft kommen und eine geheimnisvolle Apparatur benutzen. Zunächst sehr skeptisch nimmt Tobias diese Einladung an und sieht sich schneller als er denkt im Hamburg des 19. Jahrhunderts wieder. Genau genommen im Hamburg des Jahres 1842. Soll er tatsächlich in der Zeit gereist sein? Doch nicht nur die Tatsache, dass er die Zeitmaschine verloren hat, nein, er gerät in laufende Mordermittlungen und wird verdächtigt, ein brutaler Serienmröder zu sein. Als er schließlich in das Visier der Freimaurer gelangt und Hamburgs vernichtender Jahrhundertbrand bevorsteht, weiß Tobias, dass er alles versuchen muss, um das zu verhindern...

MEINE MEINUNG

Ich bin ja ein großer und bekennender Thomas Finn-Fan und war sehr erfreut, als ich herausfand, dass es einen Zeitreiseroman von dem Autor gibt, den ich noch nicht gelesen habe. Ohne groß auf den Inhalt zu achten, habe ich ihn dann gekauft und ich habe es beim Lesen kein Stück bereut.

Ich fand es beim Lesen mal wieder sehr angenehm, einen etwas "älteren" Protagonisten vor mir zu haben. Ich vermute mal, dass Tobias um die zweiundzwanzig oder dreiundzwanzig Jahre alt ist. Er studiert Medizin (auch wenn das im Buch meiner Meinung nach zu wenig Beachtung bekommen hat) und hat gerade eine zweijährige Beziehung hinter sich. Seine große Leidenschaft gilt dem Fechten, in dem er von dem Fechttrainer Gerresheimer persönlich unterrichtet wird, da er als Naturtalent gilt. Über Tobias weiß man zu Beginn recht wenig. Man erfährt lediglich, dass er eine Waise ist und keinerlei Erinnerung an seine frühe Kindheit besitzt. Dennoch schickt ihm jedes Jahr zu Weihnachten ein Fremder ein Paket mit Geschenken. Ich fand es ganz interessant, Tobias zu begleiten und mehr über seine Vergangenheit zu erfahren, die er in diesem Buch erforscht und kennen lernt.

Der Beginn hält sich nicht lange mit Erzählungen auf, stets ist der große Brand in Hamburg von 1842 ein Thema in dem Buch und wird schon anfangs erwähnt. Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erlebt. Einmal von Tobias und einmal von dem Polizeiaktuar Klettenberg, der im Jahr 1842 in Hamburg in den Serienmorden ermittelt. Die Szenen, die sich im vergangenen Hamburg abspielen beinhalten viel Platt und in einer Rezension auf Amazon wurde das stark kritisiert und als "unlesbar" bezeichnet. Ich gebe zu, ich war ein wenig skeptisch, ob es wirklich so anstrengend und schwierig sein würde, das Platt zu lesen, doch tatsächlich war es sehr einfach und ich konnte alles verstehen. Man brauchte für diese Sätze vielleicht ein klein wenig länger als gewöhnlich, aber es ist keinerlei Information verloren gegangen und alles konnte man sich ohne Probleme erschließen, auch als Nicht-Hamburgerin. Daher kann ich diese Aussage, das Buch sei wegen des geschriebenen Dialektes nicht lesbar, überhaupt nicht zustimmen. Lasst euch davon nicht abschrecken.

Das Buch entpuppt sich zu einem spannendem Katz-und-Maus-Spiel und auch die Zeit arbeitet gegen Tobias. Denn während er den wahren Serienmörder sucht, naht der Tag des großen Brandes und er muss sich vor der Polizei verstecken. Bei seinen Ermittlungen trifft er allerhand berühmte Persönlichkeiten aus der Zeit, wie zum Beispiel den Aalweber, William Lindley und Heinrich Heine, mit dem ihm sogar so etwas wie Freundschaft verbindet und der zu einem seiner wichtigsten Verbündeten wird. Aber neben den berühmten Männern trifft er auch eine junge Frau, Caroline Lewald, die ihn seine verlossene Liebe ganz schnell vergessen lässt. Doch da stellt sich die Frage, ob eine Liebe Zukunft hat, die in einer Zeit spielt, in die man nicht gehört?

Neben der spannenden Handlung besticht auch wieder der Schreibstil vom Autor Thomas Finn. Auch wenn ich selber noch nie in Hamburg war, so konnte ich mir anhand der anschaulichen und detaillierten Beschreibungen, die dennoch nie zu überladen sind, die Hansestadt bildlich sehr gut vorstellen und vor allem die Altstadt, die heute ja nicht mehr erhalten ist. Auch der Charakterausbau ist für einen Einzelband durchaus gelungen und ich musste lange raten, wer nun wie mit wem was zu tun hat. Besonders hervorheben möchte ich den "Uhlen" Borchert, der tiefstes Platt spricht, aber für die lustigsten Sprüche im ganzen Buch sorgt und mit seiner Art einfach unheimlich sympathisch ist. Er dient hier als sogenannter Side-Kick und meistert seine Aufgabe mit Bravour.

Mit der Zeit nimmt alles Formen an und als Leser hat man schon seine ersten Vermutungen, welche Auswirkungen Tobias' Reise in die Vergangenheit haben werden. Zwar entdeckt man beim Lesen den ein oder anderen Logikfehler (das bleibt bei Zeitreiseroman wohl einfach nicht aus), aber es ist nichts, was das Lesevergnügen in irgendeiner Art beeinträchtigen könnte. Ein bisschen Schade sind die Rechtschreib- und Tippfehler, so wird aus Justus auch einmal Julius und dergleichen. So etwas hätte dem Lektor/der Lektorin eigentlich auffallen müssen. Und ein wenig unlogisch ist vielleicht, dass Tobias sich recht schnell in der Vergangenheit zurecht findet und sogar die etwas hochgestochene Mundart sehr leicht übernimmt. Aber wenn man bedenkt, dass das Buch nur knapp 400 Seiten hat, da muss man eben auch Abstriche machen. Dennoch überwiegen in dem Buch ganz klar die positiven Aspekte und ganz besonders das Ende, das zu einem aufregendem Showdown wird, lässt alle Fans von Actionszenen auf ihre Kosten kommen. Zum Schluss werden noch einige offenen Fragen beantwortet - einiges hatte ich schon vermutet, anderes überraschte mich sehr. Besonders gut hat mir die Hommage an H. G. Wells gefallen, der ja den bekannten Klassiker Die Zeitmaschine geschrieben hat.

FAZIT

Trotz kleinerer Schwächen in der Zeitreise-Logik handelt es sich hierbei um einen tollen Zeitreise-Roman, der mich von der ersten Seite bis zu letzten fesseln konnte. Tobias ist ein sympathischer Charakter und ich habe ihn gerne auf seiner Reise begleitet. Auch die anderen Charaktere mochte ich und ich hatte viel Freude beim Lesen. Der Schreibstil von Thomas Finn half mir sehr, mich in die Geschichte einzufinden und einen spannenden Krimi im Hamburg des 19. Jahrhunderts zu erleben. Ich vergebe abschließend vier Sterne!
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TOP 500 REZENSENTam 5. Dezember 2014
ich beziehe mich in meiner Rezension auf das Hörbuch, das von Oliver Rohrbeck grandios gelesen wurde.

Eines vorweg, ich liebe Zeitreise Geschichten wenn sie halbwegs "logisch" sind, und historische Romane, wenn sie gut recherchiert wurden.

Anfangs war ich ein bisschen skeptisch ob dieser Genre Mix glaubhaft funktionieren könnte, aber Finn hat mich eines Besseren belehrt.

Eingelullt von der wunderbaren Stimme Rohrbecks und der gekonnten Erzählweise Finns, begab ich mich auf eine Zeitreise in die Vergangenheit, die nicht nur äußerst spannend, sondern zudem auch noch ( meistens) nachvollziehbar war.

Gemeinsam mit dem Protagonisten Tobias, einem Waisenjungen aus dem 21 Jahrhundert, dem wesentliche Teile seiner Erinnerung fehlen, wird der Zuhörer in das Jahr 1842 katapultiert. Das geschah zwar eher zufällig, wird aber am Ende des Buches erklärt.
Gestrandet in der Vergangenheit, findet er sich in mitten einer grausamen Mordserie wieder, die ganz Hamburg erschüttert. Noch weiß er nicht, wie eng sein Schicksal damit zusammenhängt. Zunächst versucht er lediglich in einer ihm fremden Welt zu überleben und wieder nach Hause zurück zu kommen. Aber was einst geschehen ist, lässt sich nicht mehr ändern und so nimmt die Geschichte ihren Lauf.
In Heinrich Heine findet er einen Verbündeten, der mit ihm versucht, das Rätsel zu lösen.

Ich fand es einfach nur genial, wie gekonnt Finn in diesem Roman Fiktion und tatsächliche Ereignisse verbindet - klar, es gibt auch Logiklöcher, vor allem zum Ende hin und betreffend die Paradoxa, wenn er sich selbst begegnet. Aber ich muss gestehen, dass es mich nicht gestört hat. Wenn man sich auf die Geschichte einlässt, dann ist sie in sich selbst stringent und das ist doch das, was schlussendlich zählt. :-)

Um ehrlich zu sein weiß ich nicht, wie mir die Geschichte als Buch gefallen hätte. Vor allem was das Plattdeutsche betrifft, das Rohrbeck für mich als nicht Kennerin der Sprache, wunderbar vorgetragen hat. Hätte ich es lesen müssen, weiß ich nicht, ob ich es verstanden hätte :-). Dennoch war es für diese Zeit und die Person, die es gesprochen hatte, mehr als nur passend und trug viel zur Authentizität bei.

Ich kann das Hörbuch nur wärmstens empfehlen und auch wenn das eine oder andere vielleicht nicht völlig logisch ist, überwiegt die spannende Geschichte allemal.
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