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53 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ...you see, we like our Nazis in uniforms.
Es ist nun schon eine Weile her, dass ich Hannah Arendts Bericht "Eichmann in Jerusalem" gelesen habe. Zwischen damals und heute liegt Quentin Tarantino's Meisterwerk "Inglourious Basterds", und dies will ich zum Einstieg in meine Rezension nutzen.
Ein Kernthema von "Ingourious Basterds" ist die Feststellung, dass man Nazis kaum erkennen kann, wenn sie keine...
Vor 23 Monaten von Stefan Bäcker-Schaub veröffentlicht

versus
14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Unglaublich schlecht redigiert
Ganz davon abgesehen, dass es sich um ein unbezahlbares Dokument handelt, dessen Einfluss auf die Bewertung der Shoa bis heute nachwirkt, kann diese Ausgabe (ebook piper für Kindle) überhaupt nicht empfohlen werden.
Gespickt mit bisweilen sogar sinnentstellenden Rechtschreibfehlern ist dieses Angebot einfach nur eine bodenlose Frechheit. Das ganze wirkt wie...
Vor 13 Monaten von dakret veröffentlicht


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53 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ...you see, we like our Nazis in uniforms., 14. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Eichmann in Jerusalem: Ein Bericht von der Banalität des Bösen (Taschenbuch)
Es ist nun schon eine Weile her, dass ich Hannah Arendts Bericht "Eichmann in Jerusalem" gelesen habe. Zwischen damals und heute liegt Quentin Tarantino's Meisterwerk "Inglourious Basterds", und dies will ich zum Einstieg in meine Rezension nutzen.
Ein Kernthema von "Ingourious Basterds" ist die Feststellung, dass man Nazis kaum erkennen kann, wenn sie keine Uniformen tragen. Genau das ist auch ein wichtiger Punkt für Hannah Arendt, denn auf Adolf Eichmann hätte im Adenauer-Deutschland ganz bestimmt eine solide Beamtenkarriere gewartet, wenn er sich nicht nach Südamerika abgesetzt hätte. Es ist faszinierend zu lesen, wie Arendt in gewohnter Klarheit den Eindruck beschreibt, den dieser Mann auf sie machte. Eichmann war für sie ein Hanswurst, und ähnlich wie Tarantino's Oberst Landa hätte man ihm den skrupellosen Massenmörder schlicht und einfach nicht zugetraut. Wo der von allabendlichen Kinderschreckspektakeln Marke "Hitlers linkes Auge - in Großaufnahme, unterlegt von schrillen Kreischtönen" vorgeprägte Leser einen furchteinflößenden Schlächter erwartet, findet sich ein Typ, wie man ihn auch heute noch in den unterschiedlichsten Varianten trifft und der für manche Kreise sogar eine Art Idealbild darstellt: nüchtern und strebsam, dienstbeflissen und engagiert.
Alles Weitere sollte man in diesem Buch nachlesen. Den 40 Seiten langen Eingangsmonolog von Hans Mommsen sollte man sich bis zum Ende aufheben und dann entscheiden, ob man sich diese trockenen Ausführungen wirklich geben möchte.
Hinzufügen möchte ich noch, dass auch Arendts Ausführungen zu den unterschiedlichen Abläufen des Holocausts in verschiedenen Regionen Europas eine echte Bereicherung sind. Hier arbeitet sie anschaulich heraus, dass es kein lineares "Schema F" gab, sondern dass das Verhalten der örtlichen Bevölkerung einen ganz erheblichen Einfluss darauf hatte, ob und wieviele Menschen abtransportiert wurden oder überlebten. Auch das widerspricht auf erfrischende Weise dem allgemeinen Einheitsbrei, den man ansonsten in der multimedialen Aufarbeitung des Holocausts serviert bekommt.
Ich habe nun schon einige Bücher von Hannah Arendt gelesen. "Eichmann in Jerusalem" fand ich von allen am besten. Es ist super geschrieben und bringt eine Fülle wichtiger Einsichten haargenau auf den Punkt. Ich kann es uneingeschränkt empfehlen.
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31 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Reue ist etwas für kleine Kinder" (97)., 27. März 2010
1960 gelang es dem israelischen Geheimdienst den nach Ende des Zweiten Weltkrieges nach Argentinien geflohenen Adolf Eichmann festzunehmen und nach Israel zu verschleppen. Dort wurde der Bürokrat, der maßgeblich an der Organisation der Shoa beteiligt war, vor Gericht gestellt, nach achtmonatiger Verhandlung zum Tode verurteilt und am 31. Mai 1962 durch Erhängen hingerichtet. Hannah Arendt verfolgte für den "New Yorker" den Prozess. Ihre Aufzeichnungen sprengten schon bald den Rahmen einer Zeitungsreportage und wurden 1964 in Buchform unter dem Titel "Eichmann in Jerusalem - Ein Bericht von der Banalität des Bösen" veröffentlicht.

"Ich habe nie einen Juden getötet, aber ich habe auch keinen Nicht-Juden getötet. Ich habe auch nie einen Befehl zum Töten eines Juden gegeben, auch keinen Befehl zum Tötet eines Nichtjuden, auch das habe ich nicht" (326). Das besondere am Eichmannprozess war es, dass zum ersten Mal ein Tätertypus vor Gericht stand, der von sich behauptete (wohl zu Recht), niemals einen Menschen mit eigener Hand getötet zu haben, niemals aus eigener Initiative Maßnahmen zur Ermordung von Menschen getroffen zu haben und immer nur das ausführende Organ Befehle höherer Instanzen gewesen zu sein. Doch ist es gerade dieses permanente Abweisen von Verantwortung verbunden mit der zentralen Funktion, die Eichmann in diesem gigantischen "Verwaltungsmassenmord" (58) innegehabt hat, was nach Arendt das Bösartige am Täter nach dem Typ ausmacht. Exemplarisch an Eichmann verdeutlicht sie, mit welcher Perfektion es den Nazis gelungen ist, ein moralisches Wertesystem zu schaffen, welches der instinktive Tötungshemmung eines Menschen zuwider läuft: "Im Dritten Reich hatte das Böse die Eigenschaft verloren, an der die meisten Menschen es erkennen - es trat nicht mehr als Versuchung an die Menschen heran. Viele Deutsche und viele Nazis [...] haben wohl die Versuchung gekannt, nicht zu morden, nicht zu rauben, ihre Nachbarn nicht in den Untergang ziehen zu lassen [...]. Aber sie hatten, weiß Gott, gelernt, mit ihren Neigungen fertigzuwerden und der Versuchung zu widerstehen" (249). Auf der Werteskala der Nazis wurde der absolute Gehorsam gegenüber Höhergestellten zum neuen kategorischen Imperativ des Systems, egal, welche Konsequenzen dieser Gehorsam mit sich brachte. "Böse" war es nun nicht mehr, Menschen zu töten. "Böse" war es, Befehlen nicht zu gehorchen, die massenhaftes Morden anordneten: "Seine Schuld war sein Gehorsam, und Gehorsam werde doch als Tugend gepriesen. Seine Tugend sei von den Regierenden missbraucht worden" (365). Eichmanns Rechtfertigung lässt sich nur verstehen, wenn man sich die Werteskala der Nazis verdeutlicht. Und genau darin liegt das banal-böse, worin zumindestens ein Schlüssel zum Verständnis des Nationalsozialismus liegt. Das Sich-aus-der-Verantwortung ziehen wurde mit Hinweis auf die neue Kardinaltugend so einfach gemacht. Doch diesen Punkt lässt Arendt zur moralischen Absolution Eichmanns nicht gelten und hält dagegen: "Das Verantwortlichkeitsausmaß wächst vielmehr im allgemeinen, je mehr man sich von demjenigen entfernt, die die Mordwaffe mit seinen Händen in Bewegung setzt" (364).

Fazit: Hannah Arendt wurde für ihr Buch heftig angefeindet. Zu kritisch sei ihr Umgang mit der Verantwortung jüdischer Organisationen bezüglich der Shoa während des Zweiten Weltkrieges, anmaßend ihre Frage, warum die Juden sich nicht mehr gegen ihre eigene Vernichtung gewehrt haben. Und auch die Widerständler des 20. Juli werden von Arendt heftig attackiert (vgl. S. 193). Doch ist es gerade der provokante und durchaus auch unwissenschaftliche Stil, der die Klasse von Arendts Büchern ausmacht. Somit bleibt "Eichmann in Jerusalem" bis heute eines der ganz wichtigen Bücher, wenn es darum geht, moralische und psychologische Grundlagen des Naziregimes zu offenbaren. Grundlegendere Überlegungen zum "Bösen" finden sich in Arendts hervorragender Vorlesungsreihe Über das Böse.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aufschrei und Anklage, 5. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Eichmann in Jerusalem: Ein Bericht von der Banalität des Bösen (Taschenbuch)
Der SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann organisierte als Leiter der Abteilung IV B 4 (Juden- und Räumungsangelegenheiten) des Reichssicherheitshauptamtes die Deportation und Vernichtung der europäischen Juden. Nach dem Sturz des NS-Regimes gelang es ihm, in Argentinien unterzutauchen. Dort wurde er vom israelischen Geheimdienst entdeckt und 1960 nach Israel entführt. Am 11. April 1961 begann sein Prozess vor dem Jerusalemer Bezirksgericht, am 15. Dezember wurde er zum Tode verurteilt.

Die jüdische Philosophin und Publizistin Hannah Arendt emigrierte 1933 aus Deutschland, zunächst nach Frankreich, später in die USA. Sie berichtete für die amerikanische Zeitschrift The New Yorker vom Eichmann-Prozess. Ihre Artikelserie erschien 1963 unter dem Titel "Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen" und rief eine lange Debatte hervor. Denn Arendts Buch ist kein objektiver Prozessbericht. Es ist ein Versuch, zu verstehen, was zwischen 1933 und 1945 in dem Land geschah, in dem sie aufgewachsen war, und wie es geschehen konnte. Arendt scheut sich nicht, unangenehme Fragen zu stellen und darauf noch unangenehmere Antworten zu liefern, was sowohl in der BRD als auch in Israel vorwiegend auf Ablehnung stieß.

50 Jahre nach seinem Erscheinen hat sich die Kontroverse um das Buch beruhigt. Wie Hans Mommsen in einem einleitenden Essay zu dieser Ausgabe feststellt, hatte Arendt in einigen Punkten unrecht: "Eine Reihe von Feststellungen sind nicht hinreichend kritisch überprüft. Einige Schlußfolgerungen verraten eine begrenzte Kenntnis des Anfang der 60er Jahre zur Verfügung stehenden Materials." (S. 10) Für ein Geschichtsbuch ist Arendts Buch tatsächlich nicht sachlich genug, doch eben darin liegt seine Stärke. "Eichmann in Jerusalem" ist nicht der nüchterne Tatsachenbericht, den Arendt vielleicht schreiben wollte, sondern ein Aufschrei, ein Dokument persönlicher Erschütterung, und eine Streitschrift.

Über den Angeklagten stellt Arendt fest: "Trotz der Bemühungen des Staatsanwalts konnte jeder sehen, daß dieser Mann kein "Ungeheuer" war, aber es war in der Tat sehr schwierig, sich des Verdachts zu erwehren, daß man es mit einem Hanswurst zu tun hatte." (S. 132) In ihrem Buch führt Arendt daher nicht nur den Angeklagten vor, sondern auch das Gericht und den Staat Israel, die erwartet hatten, einen der Hauptentscheidungsträger des Völkermords vor Gericht zu stellen. Doch Eichmann war weder ein glühender Antisemit, noch ein Unmensch, noch hatte er viel Entscheidungsgewalt besessen. Er war ein völlig mittelmäßiger, beschränkter Mensch, der Befehle ausgeführt hatte. Deshalb war er in Arendts Augen noch lange nicht unschuldig und er hatte auch keine andere Strafe als die Todesstrafe verdient. Doch dem Gericht gelang es nicht, die Art und die besondere Schwere seiner Schuld festzustellen. Stattdessen wurde versucht, ihn des Mordes zu überführen. Als er keinen Mord zugab, wurde er der Lüge bezichtigt.

Arendt deckt eines der größten Probleme der Verfolgung und Bestrafung von NS-Tätern auf: Das System funktionierte, weil Männern wie Eichmann die Verantwortung abgenommen wurde. Doch wie geht man mit sogenannten "Schreibtischtätern" wie Eichmann um, die nie von eigener Hand einen Menschen töteten – und es wohl auch nie getan hätten? Weil auf diese Frage 50 Jahre nach dem Eichmann-Prozess noch keine befriedigenden Antworten gefunden wurde, bleibt Arendts Buch hochaktuell. Arendt beschäftigt sich jedoch nicht nur mit Eichmann, sondern mit grundlegenden moralischen Fragen. Wie konnte ein beispielloses Verbrechen wie der Holocaust in einem Land begangen werden, in dem Arendt selbst aufgewachsen war? Weshalb gab es so wenig Widerstand gegen das NS-Regime? Arendts scharfe Vorwürfe an die Deutschen, an die ihrer Meinung nach mit den Nazis kollaborierenden Judenräte und an die Attentäter um Stauffenberg wurden vielfach kritisiert, oft zu Recht. Andererseits sind aber viele ihrer Vorwürfe berechtigt, etwa was die Nachkriegsprozesse und deren überraschend milde Urteile angeht. Und ihr sehr persönlicher Versuch, die moralische Tragweite der NS-Verbrechen zu erfassen, ist bewegend und beunruhigend.

Für eine der wichtigsten Erkenntnisse Hannah Arendts halte ich die von den Nazis herbeigeführte "Totalität des moralischen Zusammenbruchs" (S. 219), durch die Verbrechen wie der Völkermord und Täter wie Eichmann erst möglich wurden: "Viele Deutsche und viele Nazis, wahrscheinlich die meisten, haben wohl die Versuchung gekannt, NICHT zu morden, NICHT zu rauben, ihre Nachbarn NICHT in den Untergang ziehen zu lassen (denn daß die Abtransportierung der Juden den Tod bedeutete, wußten sie natürlich, mögen auch viele die grauenhaften Einzelheiten nicht gekannt haben) und NICHT, indem sie Vorteile davon hatten, zu Komplicen all dieser Verbrechen zu werden. Aber sie hatten, weiß Gott, gelernt, mit ihren Neigungen fertigzuwerden und der Versuchung zu widerstehen." (S. 249)
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24 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Klassiker in Neuauflage, 3. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Eichmann in Jerusalem: Ein Bericht von der Banalität des Bösen (Taschenbuch)
Womit haben wir es hier zu tun ? In aller gebotenen Kürze: Unter den zahlreichen Prozessbeobachtern des Prozesses gegen Adolf Eichmann 1961 befand sich auch Hannah Arendt, die damals ihren Prozessbericht in mehreren Folgen im New Yorker veröffentlichte. 1964 entstand daraus ihr Buch über den Eichmann-Prozess. 1986 veröffentlichte der Historiker Hans Mommsen ein Essay, dass sich mit dem Eichmann-Prozess, Hannah Arendts Buch und der daraus anschliessenden Kontroverse auseinandersetzte und somit Bestandteil der erweiterten Taschenbuchausgabe im selben Jahr wurde. Die nunmehr aktuelle Auflage vom Oktober 2012 enthält zudem ein Nachwort Mommsens (bereits in der Auflage von 2011 enthalten), das den aktuellen Forschungsstand zum Eichmann-Prozess diskutiert. Zum Inhalt des Buches ist seit 1964 bereits alles gesagt worden, was wirklich gesagt werden muss. Hannah Arendts Buch ist immer noch unbestritten ein Klassiker der Zeitgeschichte, den es sich zu lesen lohnt. Dem Leser sei allerdings empfohlen, zunächst das einleitende Essay und danach das Nachwort zu lesen. Erst im Anschluss sollte man sich das eigentliche Buch vornehmen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aufklärung, 18. Juli 2014
Adolf Eichmann war als Leiter der Abteilung IV-B-4 des RSHA (Reichssicherheitshauptamt) der Hauptorganisator der „forcierten Aussiedlung“ und ab 1939 der Deportation von Juden in die Vernichtungsstätten. Für diese Verbrechen wurde ihm 1961 in Jerusalem der Prozess gemacht. Dieses Buch stellt einen Prozessbericht dar, verfasst von der politischen Journalistin und Philosophin Hannah Arendt.

Hannah Arendts Prozessbericht hat noch vor Erscheinen des Buches in Deutschland für weltweite Überraschung und auch Empörung gesorgt und eine vielschichtige Diskussion über Schuld und Gewissen in Gang gesetzt. Der Untertitel „Banalität des Bösen“ stellt eine Kernaussage des Buches dar und ist heute aus der Beschreibung des Lebenswerkes der H. Arndt nicht mehr wegzudenken. Mich hat das Buch in dreierlei Hinsicht komplett überrascht.
Zum einen war ich überrascht, dass es sich dem Verbrecher Adolf Eichmann um einen Menschen von ganz banalem Charakter handelt, der vielleicht etwas unterdurchschnittlich begabt und etwas überdurchschnittlich eitel war, aber im Wesentlichen doch mittelmäßig. Eichmann hatte den Realschulabschluss, trotz elterlicher Unterstützung, nicht geschafft, weil er eben „nicht der fleißigste Typ“ war, wie er von sich sagte. Sein geringer Bildungsgrad wurde vor Gericht offenbar, weil er Schwierigkeiten hatte richtig deutsch zu sprechen (Dativ/Akkusativ war schwierig, Syntax war ein Problem). Er hatte sich später als Handelsvertreter verdingt, war hier weitgehend zufrieden, aber leider wenig erfolgreich. Später trat er der SS bei und brachte es trotz kleinerer Disziplinlosigkeiten 1933 zum Unterscharführer. In dieser Zeit hat er auch 2 Bücher vollständig und ernsthaft gelesen (Theodor Herzl: Der Judenstaat; Adolf Böhm: Geschichte des Zionismus), die ihn vor sich selbst und seinen Vorgesetzten als „Judenexperten“ qualifizierten.
Es ist schon überraschend, wieso dieser wenig begabte, mäßig disziplinierte, eitle aber nicht übertrieben ehrgeizige Mensch in den folgenden Jahren bis in eine so hohe Verwaltungsposition (und den Rang eines Obersturmbannführers der SS) hinaufpurzeln konnte. Dies ist nur durch ein zweites Phänomen zu erklären, dass der Prozess ebenfalls aufdeckte und mich vollkommen überraschte. Die deutsche Verwaltungsstruktur des Nationalsozialismus war voll von Typen wie Eichmann und war in sich mit so vielen Unzulänglichkeiten behaftet bis hin zu labyrinthischer Unordnung.
Diese beiden Aufdeckungen des Prozesses, nämlich dass die wohl größten Verbrechen der Menschheitsgeschichte von a) mittelmäßigen Durchschnittsbürgern mit einer b) stümperhaften Organisationsstruktur begangen wurden, hat tiefes Entsetzen bei den meisten Lesern der Prozessberichte ausgelöst, aber auch die wichtige Frage aufgeworfen: Wie war denn unter diesen Voraussetzungen ein Verbrechen von so gigantischem Ausmaß überhaupt möglich?. Genau diese Frage impliziert natürlich auch einen Schuldvorwurf , z.B. an die Opfer: Warum habt ihr keinen Widerstand gegen diese Dilettanten geleistet?, aber auch an Mitwisser: Wieso hat die Intelligenz (z.B. die Universitäten, die Professoren) die Diktatur der Spießbürger akzeptiert? Warum hat das stolze preußische Offizierskorps erst im Juli 1944 etwas gegen den militärisch ungebildeten Gefreiten unternommen, der sich als GRÖFAZ bezeichnete und ihnen vor die Nase setzte?
Auch diesen Fragen widmet sich Hannah Arendt sowohl in dem Prozessbericht (weil sie im Gerichtssaal gestellt wurden), als auch in dem Vorwort der Buchausgabe von 1961 erschienen bei Piper&Co, in dem sie sich vehement für Ihre Prozessberichte rechtfertigt. Die ganz schwierigen Fragen nach Schuld, Schuldbewusstsein, Schuldgefühl und Gewissen können natürlich nicht durch ein Vorwort oder einen Prozessbericht geklärt werden. Sie können aber Anstoß sein, sich damit zu befassen.
Zusammenfassend handelt es sich bei dem Buch, um einen absolut lesenswerten Prozessbericht in gekonnter und niemals langweiliger Sprache. Der Prozess und seine Berichterstattung waren ein Segen, weil sie zur Aufklärung der Verbrechen und der Verbrechenshintergründe soviel beigetragen haben und weil sie eine breite gesellschaftliche sowie wissenschaftliche Diskussion über Schuld, Gewissen und Verantwortung ausgelöst haben.
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eines der wichtigsten Bücher des 20. Jahrhunderts, 13. September 2008
In bestürzender und erschreckender Weise hat Adolf Eichmann Kants katagorischen Imperativ umgewertet und zur Rechtfertigung seiner "Pflichterfüllung" herangezogen. Aber konnte Kant sich in seiner Zeit den Massenmenschen der modernen Gesellschaft vorstellen? Der eigentliche Bruch ist nicht der Nationalsozialismus, sondern der moderne Massenmensch, der seiner persönlichen Verantwortung und Individualität enthoben, zum Verwaltungsmassenmörder werden kann. Das ist meines Erachtens die neue Banalität des Bösen und Eichmann als Person ist dabei austauschbar. Das macht dieses Buch so erschreckend aktuell und löst nicht wieder gut zu machende Bestürzung und Wut aus. Es ist das Bewußtwerden der eigenen Lage.
Hannah Arendt stellt angesichts dieses neuen Phänomens trotzdem die Frage, wie man Verantwortung neu definieren kann und muss, damit man Täter wie Adolf Eichann überhaupt verurteilen kann. Es gelingt ihr meines Erachtens nicht immer überzeugend, aber überhaupt die Frage aufgeworfen zu haben und sich mit der eigenen Tiefe auseinanderzusetzen, macht dieses Buch für mich zu einem der wichtigsten des 20. Jahrhunderts. Dass ihr in der Beurteilung der Persönlichkeit Eichmanns wichtige Informationen wie das Sassen-Interview fehlten, ist für mich dabei zweitrangig. Aber ihn trotz dieser fehlenden Informationen zum Hanswurst herabzuqualifizieren, hilft m. E. nicht weiter, denn egal wie Eichmanns Persönlichkeit strukturiert war, zieht Hannah Arendt zu wenig in Betracht, dass Eichmann "nur" einen breiten Volkswillen exekutiert hat. Mann muss Menschen nicht erst vergasen, um ihnen Unrecht zu tun. Schon die systematische Enteignung und die Entziehung der wirtschaftlichen Existenzgrundlage waren Unrecht, aber das war breiten Schichten der Bevölkerung nicht nur in Deutschland und Österreich, sondern auch in den besetzten Gebieten insofern recht, als dadurch unliebsame Konkurrenten im wirtschaftlichen Existenzkampf aus dem Weg geräumt wurden. Das wird m. E. von Hannah Arendt zu wenig berücksichtigt. Ich denke, dass dieses der tiefere Grund war, dass Eichmann bei der Umsetzung des Befehls der Deportation in die Vernichtungslager zunächst zögerte. Er sah sich dort nicht mehr vom Volkswillen gedeckt. Aber schon der weit verbreitete Glaube in der Bevölkerung, die Juden würden "nur" in Arbeitslager nach dem Osten deportiert, läßt es nicht zu, die These von der Kollektivschuld so einfach vom Tisch zu wischen, wie Hannah Arendt es tut, denn wie gesagt, man muss Menschen nicht erst vergasen, um ihnen Unrecht zu tun.
Da wir Menschen aber aus welchen Gründen auch immer einen Schuldigen brauchen, rechnete selbst Adolf Eichmann damit, zum Tode verurteilt zu werden. Dass Eichmann bereit war, sich selbst öffentlich aufzuhängen, würde ich deshalb nicht nur als theatralische Geste sehen. Und doch bleibt Hannah Arendts Bericht von der Banalität des Bösen ein Meilenstein in der Auseinandersetzung mit unserer conditio humana.
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39 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eichmann auf der Spur, 28. Januar 2005
Zur Zeit des Eichmann-Prozesses war ich noch nicht geboren. Als Deutscher, der erst viele Jahre nach den Ereignissen geboren wurde, die in diesem Buch zur Sprache kommen, konnte ich es unter dem allgemeinen Aspekt lesen, wie und warum Menschen sich in Schuld verstricken. Vieles von Hannah Arendts genauen Analysen wird noch deutlicher, wenn man die Prozess-Dokumentation vorher im Fernsehen gesehen hat. Eichmann war ein sog. Schreibtischtäter. Er selbst hat nie direkt einen Menschen getötet. Er war auch kein Drahtzieher der Judenvernichtung. Er arbeitete in einer Verwaltungsmaschinerie, die das Verbrechen in Routinehandlungen verwandelte und er gehorchte Befehlen. Eichmann war nur mittelmäßig gebildet. Seine Motive lagen im beruflichen Ehrgeiz und bürokratischen Kadavergehorsam. Eine zunächst gescheiterte Existenz fand in der Tätigkeit für das Regime eine gewisse Befriedigung. Dort entwickelte er ein Talent fürs Organisieren und Verhandeln. Als Verantwortlicher für den Transport schickte er Millionen von Juden in den Tod. Persönlich hatte er nie das geringste gegen die Juden gehabt. Seine Erziehung war streng christlich. Wäre er in einem funktionierenden Rechtsstaat aufgewachsen, wäre er nicht als Krimineller in Erscheinung getreten. Die Versuche des Staatsanwalts, Eichmann zu dämonnisieren, ihn auf eine Stufe mit Stalin, Hitler und Dschingis Khan zu stellen, ihm wenigstens einen eigenhändigen Mord nachzuweisen, schlugen zwangsläufig fehl.
Eichmann wusste, dass die Einsatzgruppen den Tötungsbefehl bekommen hatten und er leugnete es nicht. Er tat immer sein Äußerstes für die „Endlösung". In seinem Schlussvortrag vor Gericht gab er zu, dass er unter dem ein oder anderen Vorwand aus der Sache hätte rauskokmmen können. „Ich habe aber nicht zu denen gehört, die das für zulässig hielten."
Worin bestand seine Schuld? Sie bestand in der Beihilfe zum Mord in Millionen von Fällen. Beihilfe zu einem monströs großen Verbrechen. Im Urteil heißt es: „Aber in diesem gigantischen und weitverzweigten Verbrechen ... an dem viele Personen in verschiedenen Befehlsstufen und in verschiedenen Tätigkeitsausmaßen teilgenommen haben ... ist es nicht zweckmäßig, die üblichen Begriffe des Anstifters und Gehilfen in Anwendung zu bringen. Die gegenständlichen Verbrechen sind ja Massenverbrechen, nicht nur, was die Zahl der Opfer anlangt, sondern auch in Bezug auf die Anzahl der Mittäter, so dass die Nähe oder Entfernung des einen oder des anderen dieser vielen Verbrecher zu dem Manne, der das Opfer tatsächlich tötet, überhaupt keinen Einfluss auf den Umfang der Verantwortlichkeit haben kann. Das Verantwortlichkeitsausmaß wächst vielmehr im allgemeinen, je mehr man sich von demjenigen Entfernt, der die Mordwaffe mit seinen Händen in Bewegung setzt."
Nach hochstehender moralischer Ansicht müsse auch in einem Staat, in dem das Unrecht Normalität ist, jeder Mensch aus sich heraus erkennen können, was Unrecht ist und wenn dadurch sein eigenes Leben nicht gefährdet ist, dürfe er daran nicht teilnehmen. Nach realistischerer Ansicht, kann man davon ausgehen, dass der Mensch sich in das jeweilige System hineinintegriert, in dem er lebt. Und wer vom jeweiligen System profitiert, sei es als Mitläufer, Profiteur oder Funktionselite, hat die Tendenz, den status quo aufrechtzuerhalten und das System nicht zu kritisieren.
Eichmann hat seine Verteidigungsstrategie, für all seine Handlungen einen plausiblen Grund parat zu haben, als handle es sich um die normalste Sache der Welt, bis zum Ende voll durchgezogen. Den Richter und die Verteidigung brachte er damit fast an den Rand der Verzweiflung. Die Verhandlung trug teilweise grotesque Züge. Gelegentlich bricht die Komik in das Grauen ein und bringt dann Geschichten hervor, an deren Wahrheit kaum zu zweifeln ist, deren makabere Lächerlichkeit aber alles übertrifft, was dem Surrealismus zu diesen Dingen hätte einfallen können.
Eichmann schrieb, dass ihn Gespräche über den Schulddruck der deutschen Jugend sehr beeindruckten. „dass ich, wenn es einen Akt der größten Sühne bezeigen würde, bereit bin, mich öffentlich selbst aufzuhängen ... Dieses Wollen ist ein ernstes Wollen meinerseits, denn so tue auch ich einiges, um diesen Schulddruck der deutschen Jugend wegzunehmen, die ja an sich nichts dafür kann, für das Geschehen oder für die Taten ihrer Väter..."
Hannah Arendt hat für solche und ähnlichen Äußerungen Eichmanns eine psychologische Erklärung. Erhebende Worte dienten ihm dazu, erhebende Gefühle zu erzeugen. Das waren Klischees, mit denen er sich tröstete. Eichmann hätte sich seiner Verhaftung in Argentinien durch Flucht entziehen können, als er feststellte, dass das Suchkommando ihn aufgespürt hatte. Er floh jedoch nicht. Er hat zu seiner Verhaftung nicht aktiv beigetragen, er hat sich ihr auch nicht entzogen. Man könnte sagen, er hat seinen Prozess, dessen Ausgang er voraussah, akzeptiert. Dies scheint typisch für ihn zu sein, wenn eine Entwicklung über ihn hereinzubrechen drohte, hat er es akzeptiert. So hat er gelebt, so ist er gestorben. „Adolf Eichmann ging ruhig und gefasst in den Tod. Er bat um eine Flasche Rotwein und trank die Hälfte davon aus."
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Bestätigung des Milgram und Stanford-Prison-Experiment, 25. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Eichmann in Jerusalem: Ein Bericht von der Banalität des Bösen (Taschenbuch)
Hannah Arendt dass ist eine feststehende Größe in der Sozialpsychologie sowie Philosophie. Neben Erich Fromm und Karl Jasper ist sie das größte was im 20 Jahrhundert "ein wenig" weiter gedacht hat. Sie berichtet über Adolf Eichmann und der "Banalität des Bösen". beim Prozess in Jerusalem. Dieser Prozess der vor allem die Rechtstaatlichkeit Israel auf verdeckteren Wirkebenen legitimieren sollte, war schon alleine durch die Entführung Adolf Eichmanns aus Argentinien durch den israelischen Geheimdienst eine fragwürdige Angelegenheit, da er die Autonomie Argentiniens unterwanderte. Viel wichtiger aber sind die Ausführungen Arendts während ihrer Prozessbeobachtung bzgl. dessen was sie als Begrifflichkeit der Banalität des Bösen maßgeblich prägte. Sie sah in Adolf Eichmann eben nicht diesen Total Bösewicht, sondern einen systemischen Befehlsempfänger der schlichtweg nicht in der Lage war zu denken sondern Befehle auf Basis des Verwaltungsrechts und Anweisungen der Vorgesetzten ausführte.
Daraus ergibt sich die Frage inwieweit der NAtionalSOzialismus der Herrenrassen Idiologie nicht durch das Verwaltungsrecht und die Alfred Rosenbergsche Idiologie vom NAtionalZIonismuss des auserwählten Volkes vereinnahmt wurde.
Ja Hannah Arendt erwähnte auch, dass erst das Haavara Abkommen die Dimensionen des Volkermordes an der jüdischen Bevölkerung durch den Holocaust explizit sowie auch exponential steigerte. Arendt nimmt Adolf Eichmann zu weiten Teilen in Schutz und sieht in Eichmann jenen Beamten der tagtäglich in einem fachistoidem Gedankenkonstrukt seiner Arbeit nachging und dabei überhaupt nicht merkte, wie sehr dieser Geistessamen in Ihm so geschickt wirkte, dass er gar kein Unrechtempfinden empfand, respektiver empfinden konnte. Niemals sprach sie von einem Showprozess aber sie umschrieb es in subtiler Art & Weise als einen solchen. Dies brachte Ihr sehr viel Feindschaft ein,weil man befürchtete es könnte begonnen werden das nachdem dahinter des nachdem dahinter zu hinterfragen. Arendt erkannte aber im eigentlichen Sinne nichts anderes als die späteren Erkentnisse des Milgram und Stanford Prison Experiments. Ein Deutschland dessen Verwaltungstruktur weiterhin unter Billigung der Siegermächte den faschistoiden Geistessamen in sich trägt der eben nicht befreit wurde hat eben heute ähnliche und artverwandte Dinge auf Lager die im besonderen gerne als Entsorgungsprogramm laufen.
Der § 63 StgB. ist dort wohl das bekannteste Beispiel. Wenn aber der § 63 StgB. gezielt von einer internationalen Hiram Abif Clique mit dem Beginn der Johannis Loge wissentlich instrumentalisiert wird und man weiß dass diese Rabulistiker mit unfassbarer Chuzpe levitische Tempelrituale der Kohanim in Form von Initiationen, Intonationen und Evokationen betreiben dann würde das gesamte Thema des Volkermordes zu einer contradictio in adjecto und der gute alte Nietzsche würde sich für diesen Begrifflichkeitsmißbrauch aus seinem Grabe erheben.
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26 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Zeit voraus ..., 18. Dezember 2003
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Hannah Arendt war auch mit diesem Werk wieder einmal ihrer Zeit voraus. Warum? - Als Prozeßberichterstatterin wurde sie von der amerikanischen Zeitschrift "The New Yorker" nach Jerusalem geschickt, um vom Prozeß gegen Eichmann zu berichten. Sie blieb nur einige Wochen, hatte aber Gelegenheit, über 3000 S. Prozeßmaterial und Aussagen zu lesen. Außerdem verfolgte Sie das damalige Tagesgeschehen aufmerksam. So kommt Sie zu einer erstaunlich objektiven Berichterstattung, mit sprachlicher Schärfe und oft auch Ironie, und sie war mit Ihren Schlußfolgerungen der historischen Forschung weit voraus. Etliches konnte erst Jahrzehnte später als "wahr" bewiesen werden, nachdem verschwundene oder verschlossene Dokumente eingesehen werden konnten. Kein Wunder, daß nach diesem Buch eine jahrelange Debatte über sie ausbrach (nicht über das Buch, das erstaunliche Objektivität beweist). Mein persönliches Fazit: In allen ihren Werken begeistert mich Hannah Arendts Fähigkeit, die Sprache elegant und scharf wie einen Degen zu führen. Und kein Buch über das 3. Reich hat mich derart sprachlos zurückgelassen wie dieses.
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Unglaublich schlecht redigiert, 21. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ganz davon abgesehen, dass es sich um ein unbezahlbares Dokument handelt, dessen Einfluss auf die Bewertung der Shoa bis heute nachwirkt, kann diese Ausgabe (ebook piper für Kindle) überhaupt nicht empfohlen werden.
Gespickt mit bisweilen sogar sinnentstellenden Rechtschreibfehlern ist dieses Angebot einfach nur eine bodenlose Frechheit. Das ganze wirkt wie eingescannt, dann durch eine mittelmäßige Worterkennung gejagt, und anschließend nur flüchtig Korrektur gelesen. Während die Zahl der Fehler sich in der ersten Hälfte des Buches noch in erträglichen Grenzen hält, werden die zum Ende hin zur ständigen Begleitung (gerne 2-3 pro Seite).
Damit wird dem Werk Hanna Arendts sicher gar kein Gefallen getan.
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Eichmann in Jerusalem: Ein Bericht von der Banalität des Bösen
Eichmann in Jerusalem: Ein Bericht von der Banalität des Bösen von Hannah Arendt (Taschenbuch - 1. Juli 2011)
EUR 12,99
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