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Kundenrezensionen

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am 30. Januar 2011
In "Nebelsturm" von Johan Theorin nimmt eine Handlung ihren Lauf, die ich zwar eher als eine Familiengeschichte beschreiben würde, statt eines Krimis, die aber den Leser genauso in seinen Bann zieht, wie ein Kriminalroman.

Joakim Westin und seine Familie kaufen ein altes Anwesen auf Öland, den Hof Aludden, um den sich zahlreiche Legenden und Geistergeschichten ranken. Viele Tote und Unglücksfälle hat dieser Hof schon gesehen und tatsächlich hat man als Leser das Gefühl, das etwas Unheimliches zwischen diesen Mauern lauert. So dauert es auch nicht lange bis ein Familienmitglied ertrunken am Strand gefunden wird. Livia, die Tochter der Familie soll es sein und Joakim Westin, der sich gerade in Stockholm aufgehalten hat, fährt wie betäubt nach Öland zurück zu seiner Frau und seinem Sohn, nur um festzustellen, das seine Tochter lebt und ein anderes Mitglied seiner Familie den Tod gefunden hat...

So nimmt eine Geschichte ihren Lauf, die von dem Autor wohl durchdacht und auf sehr spannende Art und Weise niedergeschrieben wurde. In Rückblenden läßt Johan Theorin die Entwicklung des Hofes und seiner Bewohner entstehen, zeigt die Todesfälle auf, die dieses Anwesen schon hinter sich hat und die immer ihren Anfang nahmen, wenn ein gefürchteter und berüchtigter "Nebelsturm" im Kommen war.
Geschickt verknüpft er die Gegenwart und Vergangenheit in dieser Geschichte und so erfährt der Leser auch, weshalb sich die Familie Westin genau für diesen Hof entschieden hat und wie er in Beziehung zu ihrem eigenen Leben steht.

Ich habe dieses Buch sehr genossen, denn für mich hat sich Johan Theorin noch einmal um einiges gesteigert. War sein erstes Buch schon so ansprechend, so ist dieses hier ein kleines Meisterwerk, das sehr gut ohne großes Blutvergießen
auskommt und durch seine kluge Handlung überzeugt.
Die mystischen Elemente in diesem Buch passen gut zu der Stimmung, in der sich Öland im Herbst und Winter präsentiert wenn die Menschen den Gewalten eines Nebelsturmes ausgesetzt sind.
Die Zusammenhänge des Todesfalles in der Familie Westin werden erst im Laufe der Zeit aufgedeckt, so das der Leser sich auf eine spannende Spurensuche freuen darf, in der wieder einmal nichts so ist wie es scheint...

Fazit: Ein Buch, geeignet für lange und kalte Nächte und allen Freunden einer intelligenten Handlung mit kriminalistischen Zügen.
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TOP 500 REZENSENTam 11. September 2009
Joakim Westin und seine Frau Katrine kaufen gern alte Objekte auf und renovieren sie nach ihren Vorstellungen. Scheinbar ist das der Grund, warum sie ihr behagliches Haus in Stockholm hinter sich lassen und zusammen mit ihren beiden Kindern auf den alten und abgewohnten Hof Aludden ziehen. Sehr bald entdeckt Katrine das dunkle Geheimnis des Hofes, doch bevor sie Joakim davon berichten kann, geschieht ein Unglück und es ist nicht das erste an diesem Ort, dessen Vergangenheit auf Schritt und Tritt zu spüren ist...

Schon die ersten Seiten dieses Buches nehmen einen derart gefangen, dass man nicht mehr aufhören mag, zu lesen. Die Geschichte ist so anschaulich geschrieben, so dicht und spannend, dass man die unheimliche Stimmung die über dem Ort und den Protagonisten liegt, fast mit Händen greifen kann. Das Buch als reinen Kriminalroman einzustufen, wäre allerdings unpassend, denn ein großer Teil der Handlung rankt sich um die düsteren Legenden der Vergangenheit des Hofes Aludden und die vielen mysteriösen Todesfälle, die es hier gab. Aber auch in der Gegenwart des Hofes dominiert das Unheimliche. Ob es Alpträume sind, Flüstern in den Wänden, oder diffuse Ahnungen der Gegenwart bestimmter Verstorbener - Theorin greift als Grundlage eine alte und bekannte Geistergeschichte auf, die immer wieder in alten Überlieferungen auftaucht und arbeitet sie in seine Handlung ein. Was ebenso gut banal und unglaubwürdig hätte wirken können, wird durch den Schreibstil des Autors zu etwas Besonderem und gibt dem Buch einen zusätzlichen Reiz.
Allerdings drängen die Geistergeschichten die eigentliche Handlung des Krimis ein wenig in den Hintergrund und könnten eventuell den einen oder anderen Krimifan etwas enttäuschen, der vielleicht in Erwartung eines "klassischen" Kriminalromans an das Buch herangeht. Mir hat diese Mischung aus Geistergeschichte, Familiengeschichte und Krimi jedoch sehr gut gefallen. Das liegt sicherlich an der Art des Autors, seine Geschichten zu erzählen, denn die latente Spannung, die permanent über allem liegt, die Ahnung, dass gleich in der nächsten Szene etwas Furchtbares geschehen wird, fesselt einen an dieses Buch.

Mein Fazit: Ich mag Bücher, in denen schlechtes Wetter eine Rolle spielt - vielleicht, weil ich mich dann an meinem Leseplatz in der Wärme und mit meinem Buch in der Hand doppelt wohl fühle. Dieses Buch, eine warme Decke und ein heißer Tee - was will man mehr an einem langen Winterabend?
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am 16. September 2009
Neulich las ich, dass die deutschen Leser von schwedischen Krimis Schnee mögen. Viel Schnee. Und dass es in Deutschland Tipps im Internet gibt über Schwedenkrimis mit ganz viel Schnee. Für diese Schneeliebhaber ist Johan Theorins "Nebelsturm" ein Muss, denn hier schneit es, dass einem vom Lesen schon kalt wird. Es fehlen eigentlich nur die hungrigen Wölfe. Auch die Rückblicke in die Vergangenheit sind verschneit. In Theorins erstem Buch "Öland" war es der Nebel, der die Landschaft versteckte, hier ist es der winterliche mit Sand gemischte Schneesturm. Man glaubt beim Lesen gar nicht, dass die Insel Öland im Sommer ein Ferienparadies ist, auch für viele Deutsche.
Die Protagonisten im "Nebelsturm" Katrine und Joakim Westin ziehen mit ihren beiden Kindern aus der Großstadt Stockholm nach Öland, wo sie ein altes Haus kaufen und renovieren wollen. Das Haus ist voll Vergangenheit, die sich den neuen Bewohnern bemerkbar macht.
Der Kommissar ist diesmal eine Polizistin, nicht wie in schwedischen Krimis üblich, einsam und mit Alkoholproblemen, nur Liebeskummer plagen Tilda Davidsson. Die junge Polizistin stammt von der Insel und verbringt ihre Freizeit mit der Befragung von Gerlof Davidsson über seinem Bruder Ragnar, der ihr Großvater war. Wie in "Öland" spielt Gerlof auch bei der Aufklärung des Todesfalles in "Nebelsturm" eine wichtige Rolle. Der Hof ist nämlich nicht das, was er scheint und die heile Familie Westin auch nicht so heil, wie man zuerst denkt.
Theorin ist mit seinem zweiten Buch wieder eine stimmungsgeladene Geschichte gelungen. Die Auflösung erscheint nach den Ausflügen in die menschliche Seele und den Begegnungen mit dem Jenseits zwar etwas profan. Trotzdem ist auch "Nebelsturm" unbedingt zu empfehlen. Vor dem Lesen: Dick anziehen und Tee kochen.
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am 29. Dezember 2009
"Nebelsturm" sollte man unbedingt nach "Öland" lesen, da der Roman noch eine deutliche Steigerung zum ohnehin tollen Erstlingswerk von Johan Theorin darstellt.

Beide Werke tragen die Handschrift des Autors:

- eine unglaublich dichte Atmosphäre, die einem ständig einen Schauer über den Rücken jagt; insb. "Nebelsturm" hat einen hohen Gruselfaktor

- eine gradlinige Story, bei der sich ein Puzzlestückchen nach dem anderen offenbart, und überflüssige Nebenschauplätze weggelassen wurden

- dies geschieht mit Hilfe regelmäßiger kurzer Rückblicke in die Vergangenheit, die aber kurz sind, und die Spannung nur noch weiter erhöhen - als eine Art Parallelhandlung (so gewinnt die Geschichte an Tiefe)

- alles läuft auf einen grandiosen Showdown hinaus, der sich perfekt für eine Verfilmung als Thriller eignet

- die endgültige und überraschende Auflöung erfolgt erst mit der letzten Seite

- die Personen haben z.T. mehr Tiefgang als in "herkömmlichen Krimis", insbesondere steht das Thema Bewältigung von Verlust und Trauer im Vordergrund

- die Natur und das Leben auf Öland sind authentisch beschrieben; am besten liest man die Bücher jetzt zur kalten Jahreszeit...

- der Fall wird weniger durch Polizeiarbeit gelöst, sondern eher mit Hilfe des alten Gerlof, der eine Konstante in beiden Büchern ist (macht auch ein bißchen den Reiz aus)

- wenn jemand einen Unfall hat, bin ich ab sofort skeptisch...

Ich musste das Buch fast ohne Unterbrechung lesen, so sehr hat es mich in seinen Bann gezogen. Dafür gibt es fünf Sterne von mir.
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am 23. November 2009
Wer einen Krimi oder gar einen atemraubenden Thriller erwartet, liegt bei Johan Theorins Nebelsturm völlig daneben. Wie schon in seinem Debut Öland erzählt er unaufgeregt Geschichten, transportiert den Charme, die Ödnis, die Dunkelheit seines Eilandes Öland mit einfacher, klarer Sprache zum Leser.
Für Freunde skandinavischer Literatur ein absoluter Lesegenuss. Solange man nicht mit der Erwartung liest: "Jetzt muss aber mal etwas passieren!" Es passiert nicht so viel. Natürlich ist das Buch auch ein Krimi, aber seine -übrigens unerwartet schlüssige - Aufklärung steht nicht im Mittelpunkt der Erzählung. Es geht Menschen und deren Schicksale. Es geht um Joakim Westin und seine Familie. Es geht um einen alten Hof und zwei Leuchttürme. Es geht um die Menschen, die in den letzten Jahrhunderten auf dem Hof im Norden der Insel ihr Leben gelassen haben.
Wer sich mit Muße und einer Kanne Tee an das Lesen dieses Buches begibt, wird vieles entdecken können. Nur Spannung kommt auf den ersten 350 Seiten des 450-Seiten-Werkes selten auf. Und wo Kriminalroman draufsteht, solle auch Kriminalroman drin sein. Nur für den Etikettenschwindel einen Stern Abzug, ansonsten ein voll überzeugendes Werk.
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am 18. April 2010
Nachdem ich bereits den ersten Krimi Theorins, "Öland", verschlungen und die Fortsetzung der Tetralogie sehnsüchtig erwartet habe, wurde ich auch mit selbiger - im Großen und Ganzen - nicht enttäuscht.

Der Autor setzt die geografischen Eigenheiten Ölands und die dementsprechend düsteren Legenden um diesen Flecken Erde auch in "Nebelsturm" gekonnt um und zieht den Leser über weite Teile seines Romans in den Bann der Handlung.

Leider überschlägt sich die Handlung auf den letzten 20 Seiten enorm, so dass dem Leser immer wieder neue Brocken vorgeworfen werden. Hätte Theorin diese auf die letzten 100 Seiten verteilt, wäre es verdauerlicher gewesen.

Das eigentliche Verbrechen wird dann ganz plötzlich auf den letzten beiden Seiten aufgeklärt, wodurch das Ende - leider - etwas aufgesetzt und an den Haaren herbeigezogen wirkt. Und dabei hilft Theorin auch nicht das Mystische der Handlung weiter.

Fazit: Wer den ersten Teil der Öland-Reihe gelesen hat, darf getrost zu "Nebelsturm" greifen, aber sollte, wie so häufig bei Fortsetzungen, nicht zu viel erwarten. Ungeachtet dieser Tatsache freue ich mich schon auf den dritten Roman.
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TOP 100 REZENSENTam 14. September 2009
Falscher Name, falsche Todesnachricht, falsche Antworten - der erste Arbeitstag der jungen Polizistin Tilda auf der Insel Öland beginnt wenig vielversprechend. Aber wenigstens gibt es da noch Gerlof, ihren Grossonkel, der letzte lebende Verwandte, der ihr bei der Spurensuche in der Familiengeschichte helfen kann. Den Lesern ist Gerlof noch aus dem ersten Band des Jahreszeiten-Quartetts Öland bekannt. Dort half er seiner Tochter Julia die Geschehnisse der Vergangenheit zu entschlüsseln. Auch in diesem Band ist er wieder aktiv beteiligt, liefert einen wichtigen Beitrag. Mir scheint, Theorin baut Gerlof zu einer zentralen Figur in seiner Serie aus.

Die Tote, Katrine Westin, hatte zusammen mit ihrem Mann Joakim den Åludden-Hof, welcher einst aus Schiffstrümmern erbaut wurde, im Nordosten Ölands gekauft. Die beiden haben zwei kleine Kinder, ein Mädchen namens Livia und einen Jungen. Ein Unfall, so scheint es, sicher kein Selbstmord, denn dazu hatte die junge Frau doch wohl keinen Grund. Da sich nur ihre Spuren im Sandstrand finden, wird ein Mord ausgeschlossen. Niemand ausser Joakim weiß, dass Katrine schon einmal vor langer Zeit mit ihrer Mutter, einer bekannten Künstlerin, auf dem Hof lebte. Parallel dazu wird von einer Einbruchserie erzählt. Erst sind es nur leerstehende Sommerhäuser von Menschen, die auf dem Festland wohnen, später auch eine Kirche, ein Pfarrhaus. Die Brutalität nimmt zu, ein Mann wird niedergeschlagen.

Genauso wie im ersten Band steigert sich auch hier die Spannung langsam. Die winterliche Atmosphäre auf der Insel wird sehr glaubhaft dargestellt. Düster und einsam, mystisch ... die Geschehnisse der Vergangenheit scheinen nicht zu ruhen. Insbesondere Joakim und seine kleine Tochter Livia ziehen paranormale Erscheinungen geradezu an. Wieso hört Joakim Stimmen, Schritte, wo doch offensichtlich niemand ist? Woher kommen die Träume von Livia? Und warum reagiert der ehemalige Nachbar aus Stockholm, welcher bei ihnen übernachtet, ebenfalls so sensibel, dass er überstürzt den Hof verlässt? Was verbirgt sich in Scheune? Welche Geheimnisse hat der Åludden-Hof?

Die drei Handlungsstränge - Tilda's Vergangenheitsrecherche, die Einbruchserie, das Leben auf dem Åludden-Hof - werden langsam ausgebaut bis zum lebensgefährlichen Show-down im Nebelsturm. Dieser ist ein Wetterphänomen, welches ausschließlich auf Öland vorkommt. Ein äußerst kräftiger Sturm aus Eis, Schnee und Nebel. Es werden aber nicht nur heutige und vergangene Verbrechen aufgeklärt, auch Geschehnisse, die fast vergessen sind, erfahren eine neue Bedeutung, zwischenmenschliche Beziehungen spielen eine wichtige Rolle, sowohl in der Familie als auch zwischen Liebenden. Spektakulär!

Fazit: auch der zweite Band überzeugt durch einen brillanten Aufbau, einen gekonnt geführten Spannungsbogen und einen atemberaubenden Show-down. Die Personen sind glaubhaft dargestellt, die winterliche Atmosphäre ist stimmungsvoll. Perfekt! Ich freue mich schon auf die nächsten zwei Bände aus dem Jahreszeitenquartett!
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am 7. September 2011
Dieser Krimi von Johan Theorin ist meiner Meinung nach ein kleines Meisterwerk. Die Verbindung zwischen schwedischen Gruselsagen und einem Kriminalfall ist einzigartig. Und wirklich äußerst spannend. Auch dass kein Kommissar mit psychischer Störung die Hauptfigur ist, gefällt mir sehr gut. Die Geschichte wird im Wechsel verschiedener Perspektiven geschildert. Die Charaktere sind dabei durchweg interessant und glaubwürdig. Das Erzähltempo passt sich den eisigen Temperaturen von Öland im Winter an. Der Fall entwickelt sich zwar langsam, aber die stetige Spannung erlaubt das. Dabei ist das Buch kein bisschen reißerisch oder bluttriefend. Ich hätte das am Anfang nicht gedacht, aber das Buch hat mich nachhaltig begeistert! Sehr empfehlenswert!
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am 3. Februar 2011
Als Joakim Westin den alten Hof Aludden auf Öland kauft, kümmert er sich nicht um die Greuelmärchen, die man sich auf der Insel über diesen Ort zuflüstert. Erst ein rätselhafter Todesfall in seiner eigenen Familie bringt die Handlung ins Rollen. Viele Rückblenden sorgen dafür, dass man als Leser nach und nach in die Geheimnisse des Ortes und der Familiengeschichte eingeweiht wird. Der titelgebende "Nebelsturm" ist jedes mal Auslöser einer solchen Katastrophe - und hier kommt die stärkste Waffe Johan Theorins ins Spiel: seine vorzügliche Sprache. Mit mächtigen Bildern, sinnlichen Sätzen und einem ausgesprochen ausgeprägten Gespür für Szenen und Orte schafft es der Autor auch in diesem Buch, seine Story fesselnd zu verpacken. Wobei man ganz klar sagen muss, dass "Nebelsturm" weniger ein Krimi als ein sprachlich und inhaltlich perfekt gemachter Familienroman mit einer starken Spannungskurve ist.
Aber wer so etwas mag, der kommt hier hundertprozentig auf seine Kosten!
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VINE-PRODUKTTESTERam 18. September 2009
Joakim Westin und seine Frau Katrine haben sich einen Traum erfüllt und sich einen heruntergewirtschafteten Gutshof auf der schwedischen Insel Öland gekauft, den sie von Grund auf sanieren wollen. Kurz nachdem sie mit ihrem beiden Kindern Livia und Gabriel eingezogen sind, passiert ein furchtbares Unglück. Joakim steht nun vor der Aufgabe, sein Leben wieder in den Griff bekommen zu müssen, damit das Familienleben wieder einen geregelten Gang nehmen kann. Bald darauf macht er im Schuppen des Anwesens eine Entdeckung, die ihm keine Ruhe mehr lässt. Was hat es mit den Namen an der Wand auf sich und welches Geheimnis hat seine Frau vor ihm gehabt?

Johan Theorin beginnt sein zweites Buch aus der Öland-Reihe mit einem Rückblick auf das Jahr 1846 und die Ereignisse rund um den Bau des Hofes Aludden sowie der dazu gehörigen beiden Leuchttürme. Düster ist dieses erste Kapitel und man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass der Hof auf dem Unglück Anderer aufgebaut wurde. Der Leser ahnt, dass das auch für die kommenden Generationen von Bewohnern nicht ohne Folgen sein wird. Der Rückblick auf das Jahr 1846 ist nicht der einzige Schwenk in die Vergangenheit. So widmet Theorin jedem einzelnen Namen auf der Wand ein eigenes Kapitel, eine eigene Geschichte, die sich mit den Ereignissen in der Gegenwart abwechselt. Die Geschichte der ehemaligen Bewohner des Hofes ist lebendig und in so manch kalten Winternacht ist der Schleier zwischen den Welten nur dünn. Theorin spielt hier geschickt mit den Ängsten des Lesers. Man ahnt oft nur, bekommt nichts Konkretes in der Hand und doch ist die eigentümliche Stimmung, die über dem Hof hängt, beim Lesen ständig spürbar. Sensiblen Gemütern würde ich die Lektüre dieses Buches nicht unbedingt in den Abend- oder Nachtstunden empfehlen, denn Theorin hat in diesem Buch Motive aus der in vielen Ländern bekannten Sage der "Geistermesse" verarbeitet.

Der eigentliche Kriminalfall, denn es gibt auch diesem Buch einen, bleibt lange vage. Theorin legt keine falschen Fährten. Er legt gar keine Fährten. Und doch plätschert die Geschichte nicht vor sich hin, sondern nimmt langsam aber beständig an Fahrt auf um am Ende in einem fulminanten Showdown inmitten eines Nebelsturms, der die Insel einschließt und von der Zivilisation trennt, zu enden. Aber halt - hier endet nicht der Kriminalfall sondern der zweite Handlungsstrang, den Theorin mit in die Handlung um die Familie Westin eingeflochten hat, denn ganz nebenbei machen noch Einbrecher die Insel unsicher. Die eigentliche Lösung um den vermeintlichen Unglücksfall ist unspektakulär und endet eigentlich ziemlich offen. Aber das hat mich im Prinzip gar nicht gestört, denn auch Nebelsturm ist erst in zweiter Linie Krimi. Im erster Linie ist auch dieses Buch wieder tiefenpsychologische Studie von Menschen, deren Handlungen und den daraus resultierenden Folgen.

Theorin malt mit seiner Art des Erzählens Bilder von Öland, in diesem Fall von Öland im Herbst und im Winter. Das ist so plastisch, dass man beim Lesen den Nebel sehen und fühlen kann, die Wellen am Strand rauschen hört und beim Lesen ganz melancholisch wird. Spätestens mit diesem zweiten Roman bin ich Theorin restlos verfallen. Ich bin auf die zwei noch folgenden Büchern wirklich gespannt und hoffe, dass er mich auch damit wieder in den Bann dieser fast schon unwirklich anmutenden Insel zieht.
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