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am 24. März 2009
Nur um das gleich vorneweg zu nehmen: Ich bin überhaupt kein naturwissenschaftlich interessierter Mensch.
Aber ich lebe mit einem Mathematiker zusammen und so kam ich an Das Weltgeheimnis von Thomas de Padova.
Kepler, Galilei und die Vermessung des Himmels, so der Untertitel. Na gut für Geschichte kann ich mich schon begeistern.
Die ersten Seiten machen bereits klar, dass man auch völlig ohne spezifische Interessen auskommt. Man braucht einfach nur Freude an einer spannenden Geschichte.

Thomas de Padova erzählt zwei Lebensläufe, die eine Zeit des Umbruchs und der Entdeckungen widerspiegeln. Der Italiener Galileo Galilei und der Deutsche Johannes Kepler- beide revolutionieren die Wissenschaft und das Weltverständnis ihrer Zeit. Dabei haben Sie außer ihren Forschungsthemen kaum etwas gemein.
Während Galilei sich im aufgeschlossenen Padua um sein internationales Ansehen bemüht, muss Kepler im fernen Prag mit den Vorunruhen zum dreißig jährigen Krieg fertig werden.

Thomas de Padova nutzt den Briefwechsel um Unterschiede, aber auch Berührungspunkte zwischen den beiden großen Persönlichkeiten aufzuzeigen. Dabei bekommt der Leser einen außerordentlich spannenden Blick auf ein Europa im Umbruch zur Neuzeit.
Am Ende glänzt das Buch nochmals, und zwar mit einem kommentierten und nach Kapiteln geordnetem Literaturverzeichnis.

Ein außergewöhnliches Buch, das die Verbindung von Biographie, wissenschaftlichem Sachbuch und spannender Lektüre mühelos meistert.
Ohne Einschränkung zu empfehlen.

Laura Wilbert
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HALL OF FAMETOP 500 REZENSENTam 26. September 2009
Thomas de Padova greift in diesem Buch zwei äußerst interessante astronomische Entdeckungen auf, die die Wissenschaft revolutioniert haben. Vor genau 400 Jahren blickte Galileo Galilei in Italien durch ein Fernrohr zu den Sternen und Johannes Kepler erarbeitete in Prag seine Planetengesetze. Dass es einen (wenn auch nicht immer sehr regen) Briefwechsel zwischen diesen beiden sehr unähnlichen Zeitgenossen gegeben hat, wusste ich bislang nicht. Umso interssanter war es, de Padovas Ausführungen zu folgen. Der Physiker und Astronom berichtet hier äußerst spannend und überaus lebendig von einer Zeit der Umbrüche. Noch war die Welt (v.a. die Kirche) nicht so weit, naturwissenschaftliche Erkenntnisse als das zu akzeptieren, was sie zweifellos waren: Weltbewegend - im wahrsten Sinne des Wortes. Eine Verortung der Welt innerhalb des damals bekannten Kosmos konnte nur ganz besonderen Wissenschaftlern gelingen. Galilei, Sohn eines Musikers und von den Herrschenden begünstigt, hatte eine ganz andere Herangehensweise an die Astronomie als Kepler, der als Protestant nicht nur in seiner Heimat, sondern eigentlicht überall, wohin er kam, marginalisiert wurde. Sein Leben war geprägt von schweren Schicksalsschlägen, fast seine ganze Familie fiel entweder der Pest oder sogar der Inquisition (seine Mutter) zum Opfer. Der Leser wird in die Zeit vor dem 30-jährigen Krieg entführt - ausgerechnet nach Prag! Und doch benimmt sich Kepler manchmal wie ein junger Hund, fällt (im Briefwechsel) in seinem Ungestüm über Galilei her, der sich verschreckt zurückzieht. Über mehrere Jahre hinweg.

Die Lektüre dieses Buches war mir ein großes Vergnügen. Man erfährt nicht nur viel über die Entwicklungen im Bereich der Astronomie (bzw. Naturwissenschaften allgemein), sondern auch über das Lebensgefühl in zwei unterschiedlichen Kulturkreisen (frühneuzeitliches Italien, Deutschland, Österreich zur Zeit der Gegenreformation). Man muss sich nicht unbedingt für Wissenschaftsgeschichte interessieren, um dieses Buch mit Genuss lesen zu können. Die Schilderung der beiden grundverschiedenen Charaktere (Kepler und Galilei) und vieler anderer Persönlichkeiten, die man vielleicht schon kennt (Tycho Brahe!) machen aus diesem Sachbuch eine spannende Erzählung, die man durchaus auch zur Unterhaltung lesen kann.

Im Jahr der Astronomie unbedingt noch lesen!
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am 7. April 2012
Als Galileo Galilei im Sommer 1609 sein selbstgebautes Fernrohr erstmalig an den Nachthimmel richtet, tut sich ihm nicht nur ein ganz neuer Blick auf das Universum auf, er ahnt auch sofort, dass ihm mit diesem Instrument der Schlüssel für eine profunde Neuerklärung der Welt in die Hand gegeben ist. Erste Erfolge stellen sich schnell ein: Galilei entdeckt vier Monde, die den Jupiter begleiten und die er nicht ohne Kalkül "Mediceische Gestirne" benennt. Um den Vorsprung als Forscher behaupten zu können, wirft er eilends seinen "Sternenboten" auf den Markt, denn schon damals herrscht in der Welt der Wissenschaft starke Konkurrenz. Um so wichtiger ist es Galilei, Fürsprecher für seine Beobachtungen und Schlussfolgerungen zu finden, weshalb er Johannes Kepler um eine Stellungnahme bittet. Der integre Mathematiker, der am Prager Hof unter seinen geistigen Möglichkeiten bleiben muss, erkennt sofort, dass aus Galileis Beobachtungen Grundsätze ableitbar sein könnten, die für alle Himmelskörper gelten und damit einheitliche Gesetze des Universums nahelegen. Kepler ist von Galileis Entdeckungen begeistert und sucht den weiteren Kontakt, um aktiv an der Begründung eines neuen Weltbildes mitwirken zu können. Der Italiener aber hält ihn hin...

Ausgehend vom Briefwechsel Kepler-Galilei hat Thomas de Padova in "Das Weltgeheimnis" eine packende Wissenschaftsgeschichte verfasst. Dabei macht er deutlich, wie stark die Abhängigkeit der Wissenschaftler von den Interessen der geldgebenden Monarchen war, wie spürbar sich der Einfluss der Kirche auf die Formulierung neuer Wahrheiten auswirkte und wie sich unser helio-zentrisches Weltbild nur in kleinen Schritten durchsetzen ließ. Interessant ist zum Beispiel zu lesen, dass auch Kepler und Galilei nicht nur das riskante Geschäft der Astrologie betrieben, sondern auch an die Wechselwirkung von Sternenstand und menschlicher Existenz glaubten. Der Autor skizziert in sachlicher Art die Lebensläufe zweier großer Naturwissenschaftler, die bei all ihren großen geistigen Leistungen als Menschen ihres Jahrhunderts verstanden werden müssen.

Gleichzeitig entdeckt der Leser hier auch zwei Forschungstypen: Während Galilei der Experimentator und Beobachter ist, entwickelt Kepler Gedankenmodelle, die er durch Beobachtungsdaten zu bestätigen sucht. Beide Wissenschaftsmethoden bedürfen einander und ergänzen sich in ihrer Kombination. Diese Einsicht war es, die Kepler zum Gedankenaustausch mit Galilei antrieb. De Padova zeigt jedoch, dass wir es hier auch mit zwei unterschiedlichen Charakteren zu tun haben. Während Kepler der wissenschaftlichen Idee zum Durchbruch verhelfen will und dabei keinerlei Eitelkeiten zulässt, ist Galilei auch ein gewiefter Taktiker, der stets den persönlichen Vorteil seiner wissenschaftlichen Forschung im Auge behält. Diese Haltungen werden dem Leser jedoch ohne moralische Beurteilung vermittelt, was die Lektüre besonders wertvoll macht.

Dieses Buch ist uneingeschränkt zu empfehlen, nicht nur für alle, die sich für Geschichte der Wissenschaft und wissenschaftliche Geschichten interessieren. Dieses Buch ist auch ein hilfreicher Begleiter für jeden, der sich in Betrachtung des nächtlichen Sternenhimmels die ewigen Fragen der "Himmelsmechanik" stellt und mit diesem Buch einen perfekten Zugang zu den Ausgangsfragen der kosmischen Gesetze erlangt.
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am 4. Mai 2009
Die Weltgeschichte hat Anfang des 17. Jahrhunderts einen ihrer entscheidenden Wendepunkte. Zu dieser Überzeugung muss man kommen, wenn man Thomas de Padovas Buch "Weltgeheimnis" gelesen hat. Auch dem nicht naturwissenschaftlich orientierten Leser erschließt sich, welche Bedeutung die bahnbrechenden Entdeckungen der beiden Protagonisten des Buches, Kepler und Galilei, für die Forschung aber auch für das damals vorherrschende Weltbild und die Philosophie haben. Das wirklich beindruckende des Buches ist aber, wie die beiden über ihre Korrespondenz verbundenen Forschergeschichten in ihre jeweiligen Biographien und das politische und religiöse Weltgeschehen eingebettet werden. Sprachlich überzeugend zeichnet sich das Buch außerdem durch eine ausführliche Quellenangabe aus. Sehr zu empfehlen.
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am 8. Januar 2010
Dem Autor gelingt es, den interessierten Leser an das Buch zu fesseln. Er beschreibt auf faszinierende Art den Beginn einer neuen naturwissenschaftlichen Epoche. Der Wechsel zwischen den beiden Protagonisten jener Zeit, Galilei und Kepler, erhält die Spannung an der jeweiligen Wirkstätte und macht die Beziehung zwischen beiden deutlich. Einziger Nachteil sind die teilweisen Wiederholungen, die dadurch entstehen. Sie erhöhen allerdings die Merkfähigkeit. Insgesamt beschreibt der Autor die verschiedenen Aspekte der Zeit und Personen dieses faszinierenden Abschnitts der Wissenschaftsgeschichte: ihre Biographien, Talente und Grenzen, Entdeckungen, Philosophien, Korrespondenzen und politischen, historischen und religiösen Umstände. Ein rundum gelungenes Werk über diese spannende Zeit.
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am 14. Januar 2011
Die Darstellung der beiden Wissenschaftler Galilei und Kepler in ihrer Schaffenskraft und deren Ringen um Anerkennung und Begründung der modernen Himmelsphysik, ist Thomas de Padova im vollen Umfange gelungen.
Dieses Buch ist nicht nur spannend geschrieben und gibt nicht nur Einblick in die damaligen wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse in den jeweiligen Ländern, sondern beschreibt die beiden Wissenschaftler in ihren Bestrebungen und Ambitionen, Fortschritten und Rückschlägen in ihren Forschungsarbeiten sehr detailliert. Mein Interesse ist um ein weiteres mehr geweckt und ich werde diese Thematik weiterhin vertiefen.
De facto ein großartiges Buch zu zwei beachtenswerten, genialen Wissenschaftlern und Größen ihrer Zeit.
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am 26. Mai 2015
Dies ist mein erstes Buch des Autors, aber ganz sicher nicht mein Letztes: die Nachfolger 'Leibniz, Newton und die Erfindung der Zeit' (2013) und 'Allein gegen die Schwerkraft: Einstein' (2015) stehen schon fest auf meiner To-Do-Liste. Der in Berlin lebende Autor hat Physik und Astronomie studiert.

Zum Inhalt: Dieses Buch (Info an LovelyBooks: dies ist mehr als ein Sachbuch, es ist eine Doppel-Biografie!) beleuchtet das Leben der beiden Wissenschaftler Galileo Galilei (1564-1642) und Johannes Kepler (1571-1630): der Italiener in Pisa geboren und in Florenz lebend, Philosoph, Astronom, Mathematiker und Physiker; der Deutsche in Weil der Stadt geboren und in Prag lebend, Philosoph, Astronom, Mathematiker, Astrologe, und Theologe. Bei den detaillierten Biografien liegt der Fokus ganz klar auf den Briefkontakten zwischen 1609 und 1612 (obwohl der erste Briefwechsel bereits 1597 bzgl. Keplers Erstlingswerk „Weltgeheimnis“ erfolgte).

'Die bisher wenig beachtete Korrespondenz wirft auf beide Forscher ein neues Licht: Im Spiegel des jeweils anderen zeigen sich ihre Weitsicht und Engstirnigkeit, ihre gedankliche Stärke und Ignoranz.'

Meine Meinung: Diese Biografie habe ich regelrecht verschlungen. Ich habe mich zwar schon immer für Astronomie, Planeten und das Universum interessiert, aber ich bin überzeugt, dass mich dieses Buch auch ohne diese Interessen völlig in den Bann gezogen hätte. Es ist leicht verständlich geschrieben, selbst für Menschen wie mich, die mit Mathematik und Physik leider nicht viel anfangen können. Besonders gut gefiel mir dabei der Bezug zur heutigen Zeit, d.h. die Gedankenmodelle der Wissenschaftler werden dem Leser genau aufgezeigt, aber es wird auch immer nachgereicht, wie sich die Sachlage in Wirklichkeit verhält, also nach heutigem Erkenntnisstand.

Ein weiterer Grund für meine Begeisterung liegt wohl an dem psychologischen Aspekt: dem Gegenüberstellen der sehr konträren Charaktere der beiden Protagonisten und der sich daraus ergebenden unterschiedlichen Denkmodelle und Vorgehensweisen. Dabei musste ich v.a. bei Galilei staunen (über Kepler hatte ich bisher leider kein Vorwissen) und sehe ihn nun mit anderen Augen. Ich will hier nicht zu viel verraten, nur erwähnen, dass ich einfach bis jetzt zu sehr von legendären Sätzen wie „Und sie dreht sich doch“ geblendet war. Ich sah Galilei als jemanden, der sich gegen die Kirche auflehnte und ihr trotzte, dabei war er tiefgläubig und ihr ergeben.

Obwohl beide Anhänger des kopernikanischen Weltbilds (bei der sich die Planeten um die Sonne drehen = Heliozentrik) waren, unterschieden sich ihre Vorstellungen dennoch in Vielem: Kepler berechnete die Mars-Bahn als Ellipse ' 'Tatsächlich sind die Ellipsen Keplers viel revolutionärer für die Geschichte der Astronomie gewesen als die Heliozentrik des Kopernikus.' ', während Galilei weiter von den Kreisbahnen überzeugt war.

Kepler glaubte an die Sonne als treibende Kraft und an Anziehungskräfte zwischen Erde und Mond als Begründung für die Gezeiten, während Galilei Ebbe und Flut auf die Rotation der Erde zurückführte und versuchte, das Naturschauspiel als Beweis für die kopernikanische Weltsicht zu verwenden. Die Pointe dabei: gerade die Kirche bewahrte ihn vor einer Peinlichkeit, indem sie ihm verbot, seinen „Dialog über die beiden hauptsächlichen Weltsysteme“ mit „Dialog über Ebbe und Flut“ zu betiteln. Und dennoch war Galilei ein größerer Ruhm beschieden, obwohl Kepler mit seinen Ideen (Ellipsen, Anziehungskräfte) unserer Wirklichkeit eigentlich näher kam.

'Beide stehen für eine neue Weltsicht. Während Kepler sich Galilei genau deshalb so verbunden fühlt, betont dieser ausschließlich ihre Differenzen. Seinem Resümee zufolge liegen ihre Auffassungen so weit auseinander, dass sein eigener physikalischer Unterbau und Keplers Himmelsdach an keiner Stelle richtig zusammenpassen.'

Kepler war offen für neue Ideen und suchte den Austausch, während Galilei sich weigerte, andere Ideen anzunehmen oder darüber zu diskutieren, er wollte alle Erkenntnisse selbst gewinnen und dabei der Erste sein. Während Kepler kein Problem hatte, Fehler zuzugeben, verfiel Galilei in Schweigen.

'Ein Wissenschaftler ist eine Mimose, wenn er selbst einen Fehler gemacht hat, und ein brüllender Löwe, wenn er bei anderen einen entdeckt.' (A. Einstein)

'Eine neue wissenschaftliche Wahrheit pflegt sich nicht in der Weise durchzusetzen, dass ihre Gegner überzeugt werden und sich als belehrt erklären, sondern dadurch, dass die Gegner allmählich aussterben und dass die heranwachsende Generation von vorneherein mit der Wahrheit vertraut gemacht ist.' (Max Planck)

Die Biografie enthält einige interessante Abbildungen und im Anhang drei Zeittafeln (zu den beiden Männern und eine zum Weltgeschehen), Bilder und einen ' wunderbar kommentierten! ' Literaturnachweis nach Kapiteln sortiert.

Fazit: Eine der besten Biografien, die ich bis jetzt gelesen habe! Ich kann sie jedem bedenkenlos empfehlen, unabhängig von Interessen und Vorwissen.
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am 20. Dezember 2011
Thomas de Padova hat schier unermessliches und schwer lesbares Quellenmaterial aufbereitet, wohl erstmals den zuvor kaum bekannten Briefwechsel der beiden grundverschiedenen Mathematiker mit verwendet.

Stilistisch ist das Buch bei aller Faktenfülle leicht verdaulich geschrieben, auch Quellenangaben zu Sekundärliteratur unterbrechen den Lesefluss nicht. Seine Sprache ist modern, immer wieder zieht de Padova auch Vergleiche mit unserer heutigen Wissenschaftskultur, Worte wie "Globalisierung", "Kommerzialisierung und Verwertung", Plagiatsvorwürfe und Prioritätenstreitigkeiten schlagen die Brücke ins 21. Jahrhndert.

Dazwischen stößt der Leser auf menschlich sehr einfühlsame Passagen, ohne dass das Buch ins Romanhafte hinübergleitet, Thomas de Padova bleibt nahe bei den Quellen, bettet die Fakten in die Lebenswirklichkeit jener Zeit ein, Halbsätze des Inhaltes "...damals ein normaler Vorgang..." helfen dem Leser bei der Einordnung.

Das Buch hat den Preis als "Wissenschaftsbuch des Jahres 2010", sicher zu Recht und ich wünsche, dass er dem Autor (Jg. 1965) Mut zu weiteren großen Buchveröffentlichungen macht!
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am 26. März 2014
Wertungen bekommt man wenig an die Hand, obgleich sie so auf der Hand liegen. Der Unterschied zwischen Kepler und Galilei könnte grundlegender gar nicht sein. Beide gläubig, ist der eine ein doppelt verkrachter Protestant und der andere Katholik. Aber der entscheidende Unterschied ist die moralische Haltung. Galilei zeigt sich vom Ehrgeiz zerfressen und unterzieht sich nicht der Mühe, etwas kompliziertere Zusammenhänge als das quadratisch von der Zeit abhängige Fallgesetz zu verstehen. Keplers großartige Gesetze der Planetenbewegung bleiben ihm ein Buch mit sieben Siegeln und tut sie als "Kindereien" ab. Alles setzt er daran, sich die Priorität an Entdeckungen zu sichern, die gar nicht unbedingt von ihm selbst stammen. Kepler dagegen ist dem Gedankenaustausch aufgeschlossen und spart nicht mit Lob für Galileis Arbeiten. Sein Talent sich religiös immer wieder zwischen die Stühle zu setzen erscheint tragisch und ruft Mitgefühl hervor. Allerdings hat er den Vorteil, dass sich bei ihm die weltanschaulichen Fragen nicht so zuspitzen, wohl weil man weit genug von Rom entfernt ist. Seinen Charakter würde man nur allzugern verstehen, der zwischen aufschäumender Begeisterung und Selbstzweifeln schwankt. Hätte das Buch mehr Konzept in dieser Hinsicht, hätten die Quellen gezielter ausgenutzt werden können.
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am 24. Oktober 2010
Je reisserischer ein Verlag ein Buch auf der Rückseite anpreist, desto vorsichtiger sollte man sein. Ein gutes Buch benötigt keine reisserischen Anpreisungen. So in diesem Fall:
Der Verlag beschränkt sich im Wesentlichen auf das Zitieren eines Journalisten: "... Ein wichtiges Buch".
Dem ist nichts hinzu zu fügen. Ausser: Lesen!
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