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4,0 von 5 Sternen
Überflieger: Warum manche Menschen erfolgreich sind - und andere nicht
Format: TaschenbuchÄndern
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41 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 26. März 2009
Warum manche Menschen erfolgreich sind und andere nicht? (Untertitel)

Mit dieser Frage beschäftigt sich M. Gladwell. Und ich muss es gleich am Anfang sagen: Er tut es brillant und mit einem für die US-Amerikaner typischen Pragmatismus. Seine Thesen sind klar dargestellt und überzeugend (auch wenn einem kritischen europäischen Leser dieser Stil als leicht zu plakativ vorkommen mag...).
Es ist zweifelsohne kein Wissenschaftsbuch. Plakative Beispiele, kommunikative Sätze, dezente Wiederholungen: Das alles macht das Buch leicht verdaulich. Zugleich mangelt es nicht an Inhalten, die in meiner Einschätzung in der modernen Begabungsforschung bestätigt werden. Zugleich werden die Thesen im letzten Kapitel des Buches mit Quellenangaben belegt (womit auch alle wissenschaftlich orientierten Leser und Leserinnen zufrieden sein können).

Welche Thesen stellt Gladwell auf? Hier die möglichst kurze Zusammenfassung:
1. Der Matthäus-Effekt. Die Annahme, die Besten und die Klügsten setzen sich immer dank der besonderen Fähigkeiten durch, stimmt nicht. Selbst wenn eine besondere Fähigkeit vorhanden ist, muss sie in einer Gruppe von Menschen als herausragend wahrgenommen werden. Und hierfür sind nicht immer objektive sonder häufig relative Urteile ursächlich. Die These verdeutlicht der Autor mit dem Phänomen des "relativen Alters" bei der Auswahl der Eishockeyspieler in Canada: Die kleinen Talente sind alle in den ersten Monaten des Jahres geboren, was die Vermutung nahe legt, dass es hier zu einer Überschätzung der Fähigkeiten aufgrund des Entwicklungsalters kommt und folglich zu einer Einstufung, besonders talentiert zu sein. Die Jüngeren in der Gruppe können dadurch übersehen werden, da sie noch einige Monate weniger Übungsmöglichkeiten bekamen (was v.a. bei kleineren Kindern sehr viel bedeuten kann). Man kann sich leicht denken, dass diese Effekte auch in der Grundschule eine Rolle spielen können.
2. Die 10 000-Stunden Regel. Die "Naturtalente", die ohne Übung die Leistungsspitze erreichen gibt es nicht: Eine mehrjährige und stundenintensive Übung ist notwendig, um aus einem talentiertem Menschen einen Profi zu machen, der in der Lage ist, besondere Leistungen zu zeigen. Die Faustformel 10 000-Stunden zeigt, dass es hier wirklich um eine intensive Übungsphase geht. Gladwell führt hier allen bekannte Beispiele u.a. aus der Musik- (The Beatles) und Medienwelt (Bill Gates) vor, die dieses 'Naturgesetz' demonstrieren. Von der Sache besessen sein, ununterbrochen üben, Routine und Leichtigkeit erwerben: Das ist die Grundlage, auf der die genialen Erfolge dieser Menschen basieren! Aber: In dieser Regel ist noch eine weitere Botschaft versteckt: Diese intensive Übung war nur möglich, da die zweifelsohne talentierten Menschen eine CHANCE zu solcher Übung bekamen! Hier vermischen sich oft die Einwirkung des Umfelds, die epochalen Chancen (gesellschaftspolitische Veränderungen) mit einfachen Zufällen, die die Übungswege eröffnen: "Jeder Einzelne der Überflieger, die wir uns bislang angesehen haben, hatte das Glück, dass sich ihm außergewöhnliche Möglichkeiten eröffneten" (S. 53).
3. Der Schwellenwert der Intelligenzausprägung ist entscheidend. Für eine besonders talentierte (oder geniale) Leistung stellt die Intelligenz eine wichtige Voraussetzung dar (für die vertiefende Beschäftigung mit einem Thema muss ein Mensch einfach "klug genug sein"). Die höchste Ausprägung der Intelligenz ist nicht notwendig, alle Erfolge oder genialen Leistungen sind möglich auch bei überdurchschnittlicher Intelligenz. Ab diesem Schwellenwert sind weitere Faktoren notwendig, um erfolgreicher zu sein: Neben Kreativität führt Gladwell eindrucksvoll Beispiele auf, aus denen sich die sog. "praktische Intelligenz" als wichtige Voraussetzung für den Erfolg herausstellt. Ein Mensch mit hohen Potentialen muss wissen, wie er sich anderen Menschen mitteilen kann, muss die Chancen für sich oft aushandeln können und verstehen, wer wie angesprochen werden muss, damit eigene Erfolgschancen erhöht werden. Diese Kernkompetenz führt wiederum der Autor auf den - für die Mittelschicht typischen - familiären Erziehungsstil zurück. Mit anderen Worten: Durch die kindzentrierte Kommunikation und wertschätzende Begleitung zu Hause werden die Kinder darauf vorbereitet, sich als ein aktiver Partner im Lern- und Leistungsprozess zu sehen!
4. Die Überflieger sind Kinder einer Epoche. Gesellschaftliche Veränderungen führen dazu, dass bestimmte Talente gesucht werden. Die Menschen, die in der Zeit über günstige persönliche Voraussetzungen verfügen, können zu Überfliegern werden. Ein paar Jahre davor oder danach funktioniert es nicht mehr. Fazit: Es gibt keine zeit- und kulturunabhängige Begabung! Das beste Beispiel ist hier Bill Gates und sein enormer Softwareerfolg.

> Diese 4 Punkte nennt Gladwell "Akkumulation der Vorteile": Je mehr zutrifft, desto extremer die Überfliegerkarriere. In weiteren Punkten beschäftigt er sich mit dem kulturellen Erbe der Menschen und deren Auswirkung auf die persönliche Leistungsfähigkeit.

5. Die Überflieger sind (auch) Kinder einer Kultur. Persönliche Kommunikationsmuster, Umgang mit Hierarchie, Gruppenverhalten sind nur zum Teil von den persönlichen Eigenarten abhängig. Sie sind häufig eine unbewusste Komponente, die für aus einer mentalen Struktur einer Menschengruppe oder Nation hervorgeht. Hierfür beschreibt Gladwell sehr spannend einerseits die Analysen der Flugzeugabstürze und andererseits die Ergebnisse der kulturvergleichenden Forschung.
6. Persönliche Fähigkeiten entwickeln sich auf dem Hintergrund der Lebensbedingungen in einem Land. Persönliche Einstellung und v.a. die Ausdauer einer Aufgabe gegenüber entsteht in einem kulturellen Umfeld. Erfolg entsteht, wenn das Umfeld die Menschen erzieht, persönliche Bereitschaft und Hartnäckigkeit in der Auseinandersetzung mit einem Thema oder einer Aufgabe zu zeigen. Hierbei stellt Gladwelll eine brisante These auf, welche besagt, dass die Erfolge von Ländern wie Korea und Japan in Schulleistungsstudien (wie TIMSS) weniger auf die Kompetenzen selbst und mehr auf die Ausdauer und Sorgfalt bei der Bearbeitung der Testaufgaben zurück zu führen sind.
7. Erfolgreiche Bildung für die Unterschichtkinder heißt zeitintensives Lernen. Hier räumt Gladwell mit der nächsten, in seiner Einschätzung falschen, Vorstellung auf: Die Unterschichtkinder haben wenig Zugang zu Bildungsinhalten in der außerschulischen Zeit. Der Weg zum Erfolg für diese Gruppe führt weniger über ausgefeilte schulische Programme, Klassenstärken oder Ausstattung. Wichtiger ist die Verlängerung der Schul- und Lernzeit. Die aufgeführten Untersuchungen zum Abfall der Kompetenzen der Schüler aus der Unterschicht über die Ferienzeit sind hierbei ein starkes Beleg. 'Es ist kein Schulproblem sondern ein Freizeitproblem'.

Aus diesen Thesen macht Gladwell eine Schlussfolgerung, die sozialpolitisch ist und zugleich die sehr starke Botschaft des Buches ist: "Wenn wir eine bessere und gerechtere Welt wollen, dann müssen wir dieses System der glücklichen Zufälle (...) durch eine Gesellschaft ersetzen, die allen die gleichen Möglichkeiten eröffnet".

Ich kann das Buch nur empfehlen: Zum Nachdenken, zum Weiteforschen und einfach auch, um Spaß bei den spannenden Lebensgeschichten der Überflieger zu haben!!!
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56 von 65 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Erfolg hängt zu einem großen Teil von der kulturellen Prägung und zufälligen geschichtlichen Gegebenheiten ab. Wer das nicht weiß und noch immer daran glaubt, jeder sei der Schmied seines Glücks, wird an den Geschichten von Malcolm Gladwell Freude haben. Freuen dürfen sich aber auch alle, die dem Tellerwäschermythos schon lange vor diesem Buch abgeschworen haben. Denn sie können sich fortan auf Gladwell berufen, ohne sein Buch zwingend lesen zu müssen. Tun sie es trotzdem, werden sie erstaunt feststellen, dass tatsächlich nicht mehr drin steht, als der Klappentext bereits verrät. Da ich zu dieser Gruppe gehöre, wechselte ich den Blickwinkel und konzentrierte mich auf die Beweisführung und Nebenschauplätze.

Das Vorgehen des Autors erinnerte mich an einen dieser alten Hollywoodfilme, in denen ein Verteidiger auf scheinbar verlorenem Posten vor die Geschworenen tritt und sie mit seinem fulminanten Plädoyer noch auf seine Seite zieht. Das schafft er weder mit langweiligen Zahlenreihen noch mit rhetorischen Ausflügen in komplizierte Theorien. Nein, sein Rezept besteht lediglich aus Simplifizierungen, Emotionen und Geschichten. Und so geht auch Malcolm Gladwell vor. Er strickt einfachste Muster von Ursache und Wirkung, erzählt von Kindern, Reisbauern, Musikhelden, Einwanderern und Verwandten. Er zeichnet Bilder von italienischen Bauerndörfern, dramatischen Flugzeugabstürzen, schiesswütigen Familienoberhäuptern und kämpferischen Frauen. Es sagt dem Leser, was A ist und warum dies zwingend B ergeben muss. Und wo er Zweifel wittert, ruft er die Wissenschaft und Statistiken zur Hilfe. Immer damit rechnend, dass seine Leserschaft ohnehin nicht überprüft, ob die Rechnungen aufgehen. Allerdings macht er es kritischen Geistern auch nicht leicht, verzichtet er doch auf ein Literaturverzeichnis, in dem Werke Andersdenkender ebenfalls aufgeführt sind. Die zehn Seiten Anmerkungen dienen lediglich dazu, seiner Beweisführung einen wissenschaftlichen Anstrich zu geben.

Nachdem mich Gladwell als gewiefter Rhetoriker zwar überzeugte, aber von der Sache her nur mäßig begeisterte, verschob ich meinem Blickwinkel erneut. Diesmal richtete ich die Aufmerksamkeit auf Selbstrechtfertigung. Wollte der Autor mit seinem Buch seinen eigenen fantastischen Aufstieg erklären und legitimieren? Denn immerhin ergatterte sich Malcolm Gladwell innert wenigen Jahren einen Platz in den Top 100 der einflussreichsten Meinungsmacher Amerikas. Gehörte er früher einfach zum unermesslichen Heer arbeitsamer Journalisten, gilt er heute als Experte für alles, was die Welt bewegt. Von seinen Erfolgsrezepten mehr zu erfahren, schien mir auch deshalb legitim, weil "Tipping Point" ja den weltweiten Ruhm Gladwells einleitete. Ein Buch, in dem es genau um die Frage geht, welche Faktoren sich kumulieren müssen, damit aus einem kleinen Feuer ein Flächenbrand wird. Von Malcolm Gladwell zu hören, welche kleinen und großen Mosaiksteine ihn zum Überflieger gemacht haben, wäre ein Ereignis gewesen. Zwar spricht er ausführlich über seine Familie und seine jamaikanische Herkunft, aber damit hat es sich schon. Wen er wann unter welchen Umständen getroffen hat und welche Zufälle seiner Ansicht nach zum Tipping Point geführt haben, bleibt weiterhin im Dunkel. Schade. Und so kam ich nach der Lektüre der 264 Seiten zum gleichen Urteil wie ein Kritiker des Oberserver: Malcolm Gladwell ist ein intellektueller Opportunist, der eine Alltagserfahrung ins Zentrum seiner Überlegungen stellt, ein simples Muster von Ursache und Wirkung strickt und bei der Beweisführung auf die Kraft guter Geschichten baut.

Mein Fazit:
Das Thema Überflieger wäre die Gelegenheit gewesen, die Thesen von "Tipping Point" nochmals aufzunehmen und mit realen Beispielen aus dem Leben des Malcolm Gladwell zu belegen. Aber es scheint ganz so, dass der amerikanische Superstar einem Rezept treu bleiben wollte, das den Erfolg schon beinahe garantiert. Immerhin ist die Deutungsmacht von Malcolm Gladwell inzwischen so groß, dass auch Autoren eher Gehör finden, die differenzierter denken und genauer argumentieren. Und das ist mir vier Sterne wert.

Das Hörbuch:
Ein Sachbuch, das große Informationspakete in verdichteter Form vermittelt, eignet sich nur beschränkt für ein Hörbuch. Konzentriert sich ein Autor jedoch auf ein Thema und veranschaulicht es vor allem mit Geschichten, sind Hörbuchversionen eine echte Alternative zur Printfassung. Das zeigt einmal mehr dieses Campus-Hörbuch. Es dauert 123 Minuten, ist leicht gekürzt und dramaturgisch aufbereitet. Auf die musikalischen Zwischenstücke könnte ich allerdings verzichten. Nur wenn sie eigenständige Kunstwerke wie etwa bei der Tintenherz-Trilogie von Cornelia Funke sind, stören mich solche Bereicherungen nicht. Kurz: "Überflieger" ist ein Buch, dessen Inhalt man sich auch bestens auditiv aneignen kann.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 28. September 2012
Nach gängiger Meinung ist Erfolg eine Frage von Talent und Fleiss. Gladwell zeigt in "Überflieger", dass äussere Faktoren wie Zufall und ein günstiges Umfeld ebenfalls eine wichtige, wahrscheinlich sogar die entscheidende Rolle spielen. Verblüffend etwa das Beispiel der Eishockeyspieler in der kanadischen Liga, die überproportional häufig in einem der Monate Januar, Februar, März geboren sind. Minimale Startvorteile zu Beginn der Laufbahn gleichen sich nicht im Lauf der Zeit aus, sie werden statt dessen immer größer.

Malcolm Gladwell ist ein guter Geschichtenerzähler. Er malt alles durch Beispiele aus dem richtigen Leben aus, und es macht immer Spass, seine Bücher zu lesen. Ab und zu lässt Gladwell sich allerdings von der spannenden Geschichte wegtragen und kommt nicht auf den Punkt. Hinterher ist man als Leser ganz fasziniert von den Details, weiss aber nicht mehr, was der Autor eigentlich damit sagen wollte. Beispiel: Flugzeugabstürze bei Korean Airlines - ich fand es spannend, zu erfahren, worauf die Probleme zurückzuführen waren, wie man sie beseitigte und generell viel über die Ursachen von Flugzeugunglücken zu lernen. Mit dem Thema des Buches hat das aber meiner Meinung nach nur indirekt zu tun.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 12. Mai 2009
Das Buch ist spannend und interessant Ich habe bereits einige Bücher gelesen zu diesen Themen und war über den Ansatz überrascht und fand es spannend.
Das Buch beginnt stark! Aber es beginnt halt nur stark ab Mitte gen Ende verliert sich das Buch zu sehr. Statt die Theorie weiterzuverfolgen hat sich der Autor an Flugunfällen festgebissen und es war ermüdend. Schade, weil es zu langatmig wird und man sich fragt wann kommt er wieder zum punkt. Stellenweise erscheint es mir wie Wiederholungen um das Buch zu füllen. Ich hätte gern mehr für meine Kids mitgenommen deswegen hatte ich es gekauft. Zumindest habe cih neue ANsätze zum recherchieren gefunden.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 18. Januar 2013
Wer kennt nicht die vielen Tipps, um erfolgreich zu sein? - Darüber sind bereits hunderte von Büchern und Ratgebern erschienen. Malcolm Gladwell hat für seine Darstellung einen neuen Weg beschritten. Er sich beschränkt nicht auf die alten Rezepturen, in denen Ausdauer und Fleiß allein zur Erfolgsgrundlage hochstilisiert werden. Er bestätigt zwar diese Erkenntnis, denn das Sprichwort Übung macht den Meister" ist mit anderen Worten auch in seinen Ausführungen wieder zu finden. Aber für die von ihm identifizierten Überflieger" kommt noch einiges hinzu, dass andere Autoren so bisher nicht analysiert haben.

Zunächst die Chance" (S 19 ff.), die auch dem Talent zuteil werden muss. Ob die Chance z.B. im richtigen Geburtstermin innerhalb des Kalenderjahres oder innerhalb eines bestimmten Zeitraumes liegt, der für das spätere Ausleben des Talentes günstige Voraussetzungen bietet, beides belegt Gladwell mit eindrucksvollen Schilderungen über prominente Persönlichkeiten. Auch mit dem Vorurteil, höchste Intelligenz sei bereits eine wesentliche Voraussetzung für Erfolg, räumt er auf, denn es genügt bereits das Überschreiten einer bestimmten Schwelle, ähnlich wie ein erfolgreicher Basketballspieler nicht maximale Körpergröße, sondern nur eine gewisse Mindestgröße benötigt (S. 79). Die Erfolgsgrundlage der Überflieger" ist eher die so genannte praktische Intelligenz - das Wissen, wie man Ziele erreicht (S. 92). Dieses Wissen, gepaart mit einem gesunden Anspruchsdenken innerhalb der gesellschaftlichen Spielregeln (S. 98), angereichert mit der motivierenden Besessenheit von einer Idee, lässt Menschen strebsam und erfolgreich sein, so dass sie sich zu Überfliegern" entwickeln können.

Die zweite wichtige Erfolgskomponente ist nach Gladwell das Erbe"(S. 145 ff.), also die Kultur, Generation und Familiengeschichte, in deren Tradition der Nährboden des Erfolgs liegt. Der Autor nutzt ebenfalls die Schilderung von Lebensläufen und -zusammenhängen, um diesen Sachverhalt darzustellen. Ob allerdings das Beispiel, dass sich junge Leute je nach Abstammung von Nord- oder Südstaatlern der vereinigten Staaten von Amerika in Stresssituationen hormonell anders verhalten (S. 154 ff.), nicht doch reinen Unterhaltungswert hat, darf angemerkt werden. Interessant, um nicht zu sagen spannend" geschrieben ist bereits dieser Abschnitt des Buches ebenso, wie der folgende über Flugzeugabstürze. Deren Ursachen ermittelt Gladwell mit der Machtdistanz zwischen kulturell unterschiedlichen Piloten, Copiloten und Fluglotsen. Am Ende des Werkes kehrt der Autor zu den anfangs geschilderten Erfolgskriterien von Ausdauer und Umfang der Übungen zum Erwerb von Hochleistungsfähigkeiten einzelner Menschen zurück, die ihre Chancen nutzen. Seine Erkenntnis dennoch: Erfolg ist vielmehr ein Geschenk! (S. 235)

Der Wert des Buches liegt darin, eine andere Sicht mit zu beachten, wenn man Erfolg analysiert, zudem ist es in einem sehr ansprechenden Stil geschrieben, so dass zügiges Lesen leicht fällt und Freude macht.

Dr. Hans-Heinrich Reinhardt, Moderation-Unternehmerberatung-Training, Bad Hersfeld
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 18. März 2009
Gladwell ist ein Unterhaltungstalent. Seine Bücher lesen sich flüssig, es bedarf keiner großen wissenschaftlichen Studien um ihm auf seiner Reise folgen zu können. Seine Theorien wie z.B. "Menschen die um 1955 geboren wurde hatten die größten Chancen, mit Computer bzw. Programmierung zum Überflieger zu werden" oder "Menschen, die in einer demografischen Delle um 1930 geboren wurden, hatten die besten Ausbildungschancen" usw. sind durchwegs interessant und in gewisser Weise auch logisch. Andere Theorien wie jene der "Kultur der Ehre" oder jener, dass Chinesen die besseren Mathematiker sind - nun ja, die halte ich jetzt für latent überzeichnet, wenn auch unterhaltsam. Was mich definitiv gestört hat ist, dass er seinen EIGENEN Werdegang als den eines Überfliegers skizziert. Die Geschichte seiner Familie, die am Schluss beschrieben wird ist das Finale von vielen langen Familiengeschichten durch die man sich im Laufe des Buches gelesen hat - auch das muss man mögen. Es macht einen als "Normalo" irgendwie ärgerlich, wenn man liest: "Hättest du damals, dieses oder jenes getan und hättest du diese oder jene Chance genutzt, dann wärst du heute ein Überflieger". Und zuletzt bleibt eine Frage unbehandelt: Wie steht es um die Überflieger der Zukunft? - Diesen mutigen Blick nach vorne hätte ich mir vom Autor gewünscht. Fazit: das Buch wird jenen gefallen, die die ersten beiden Bücher gelesen haben und den Schreibstil kennen. Es wird auch jenen gefallen, die sich gerne mit Theorien aus dem Alltagsleben beschäftigen. Es ist in jedem Fall unterhaltsam, aber es gibt Besseres von Gladwell.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 19. Juli 2013
Das Buch zeigt auf, was Menschen erfolgreich machte. Es hat einen soziologischen Ansatz und beschreibt Wege, die auch in der Zukunft zu wirtschaftlichem Erfolg führen werden. Wem Erfolg wichtig ist und bereit ist, für seinen Erfolg etwas zu tun, der sollte das Buch lesen. Wer auf Erfolg warten möchte, ohne etwas zu tun - mag weiter warten. Ich erinnere mich an keinen hier beschriebenen Weg, bei dem Warten allein zu Erfolg führt.
Erfolg im Leben ist nach meiner Auffassung vielseitiger als die Perspektiven, die dieses Buch aufzeigt.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 18. Februar 2009
Wer schon immer mal wissen wollte, weshalb Bill Gates, Robert Oppenheimer oder reiche Advokaten so erfolgreich geworden sind, sollte dieses Buch lesen. Ein paar der möglichen Gründe sind zwar etwas ernüchternd, aber zeigen auf, dass es manchmal an "Kleinigkeiten" liegen kann. Ein paar Stichwörter mögen genügen: Ausdauer (die berühmten 10'000 Stunden), Geburtsglück und ein Umfeld, das solche Leistungen erst ermöglicht. Spannend fand ich auch die Untersuchungen zu Flugzeugunglücken sowie der Mathematikfähigkeit der Asiaten. Ein kleiner Wermutstropfen: Was es genau (!) ausmacht, dass jemand erfolgreicher ist als ein(e) andere(r), das wird auch nach der Lektüre nicht restlos geklärt...!
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am 21. Mai 2014
Ein sehr informatives Buch mit dem Ansatz, dass Übung den Meister macht. Menschen mit mehr Übung sind auch Menschen mit dem Potenzial, das andere als Talent bezeichnen. Sehr gute Beispiele und Vergleiche. Nach amerikanischer Manier wird man in jedem Kapitel sofort ins Geschehen geworfen. Am Ende wurde einiges etwas in die Länge gezogen, doch sonst eine lohnenswerte Investition.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. April 2009
Das Buch schildert anhand von Beispielen Faktoren des Erfolgs oder Misserfolgs. Intelligenz ist nur von begrenztem Wert in diesem Spiel, wenn auch nicht ganz ohne Nutzen. Ein gutes Lernumfeld, Förderung zum richtigen Zeitpunkt scheinen genauso wichtig wie gute Kommunikation und Wille zum Durchhalten. Damit erklärt der Autor Erfolge wie den von Bill Gates und asiatisches Mathematikkönnen.
Unterhaltend und anschaulich geschrieben, populäre Wissenschaft. Geeignet als Denkanstoss, auf keinen Fall eine vollständige Abhandlung über das Thema. Ein bedeutender Aspekt ist zwar beim Lesen ersichtlich aber doch mit keinem Satz erwähnt: die Rolle der Y-chromosoms beim Erfolg. Die meisten angeführten Beispiele sind männlich.
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