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4.0 von 5 Sternen Gladwells Buch ist ein Überflieger!
Warum manche Menschen erfolgreich sind und andere nicht? (Untertitel)

Mit dieser Frage beschäftigt sich M. Gladwell. Und ich muss es gleich am Anfang sagen: Er tut es brillant und mit einem für die US-Amerikaner typischen Pragmatismus. Seine Thesen sind klar dargestellt und überzeugend (auch wenn einem kritischen europäischen Leser dieser...
Veröffentlicht am 26. März 2009 von Jan B

versus
202 von 215 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Alter Wein in neuen (hübschen) Schläuchen
Gladwell hat eine geniale Schreibe. Er schafft es, seine Inhalte in Form eines Krimis zu verkaufen. Da wird zuerst der Mord (das Phänomen) vorgestellt, dann erzählt er Geschichten, die den Leser nach und nach auf die Fährte bringen und dann kommt die Auflösung, auf die alle gewartet und die manche Leser schon geahnt haben. Psychologisch kaum besser...
Veröffentlicht am 19. April 2009 von Stefan Merath (Unternehmercoac...


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202 von 215 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Alter Wein in neuen (hübschen) Schläuchen, 19. April 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Gladwell hat eine geniale Schreibe. Er schafft es, seine Inhalte in Form eines Krimis zu verkaufen. Da wird zuerst der Mord (das Phänomen) vorgestellt, dann erzählt er Geschichten, die den Leser nach und nach auf die Fährte bringen und dann kommt die Auflösung, auf die alle gewartet und die manche Leser schon geahnt haben. Psychologisch kaum besser machbar.

Inhaltlich verabschiedet sich Gladwell von der Hypothese, dass jeder seines Glückes Schmied sei. Dass Erfolg nur von Talent und eigener Leistung abhängen würden. Um seine "neue" Hypothese, dass Erfolg vor allem von den gegebenen Chancen abhängen würde, zu stützen, führt er uns kreuz und quer durch die Weltgeschichte.

So führt er uns vor Augen, dass kanadische Profi-Eishockey-Spieler meist in den Monaten Januar bis März Geburtstag haben. Oder dass 14 der 75 reichsten Menschen, die jemals auf dieser Erde gelebt haben, um 1835 in den USA geboren wurden. Oder dass Bill Gates, Paul Allen, Steve Ballmer, Stev Jobs, Eric Schmidt (Google), Scott McNealy (Sun) usw. alle um das Jahr 1955 geboren wurden.

Seine Erklärung für diese verblüffenden Phänomene ist einfach: Der Stichtag bei den Eishockeyspielern ist der 1. Januar. Bei Kindern von 6 oder 7 Jahren ist es entscheidend, ob man 8 oder 10 Monate älter ist. Diese Kinder wirken einfach besser. Mit dem Ergebnis, dass sie dann auch mehr gefördert werden und eher in Auswahl-Ligen kommen. Und dort wiederum haben Sie Zeit, mehr zu üben.

Dabei bezieht er sich auf die (meiner Meinung nach viel zu wenig zur Kenntnis genommenen) Ergebnisse von K. Anders Ericsson, der nachwies, dass Talent keinerlei Aussagekraft für zukünftigen Erfolg hat - entscheidend ist allein die Anzahl der Übungsstunden. Und hier scheint eine "magische" Schwelle von 10.000 Stunden zu existieren. Ericsson untersuchte zum Beispiel Geiger der berliner HdK. Diese wurden in 3 Gruppen eingeteilt: Die zukünftigen Stars, die guten Violinisten und die zukünftigen Lehrer. Der einzig relevante Unterschied zwischen diesen 3 Gruppen war: die erste Gruppe hatte 10.000 Stunden geübt, die zweite Gruppe etwa 8.000 Stunden, die dritte Gruppe etwa 4.000 Stunden. Es gab in der ersten Gruppe nicht einen einzigen mit einem "Naturtalent", der weniger als 10.000 Stunden geübt hätte. Und es gab in der dritten Gruppe nicht einen einzigen, der mehr als 10.000 Stunden gerackert hätte und trotzdem schlecht geblieben war.

Worauf Gladwell nun abzielt, ist, dass es die Rahmenbedingungen sind, die es einem erlauben, 10.000 Stunden zu üben. Bill Gates hatte seit 1968 Computerzugang und deshalb den anderen Jugendlichen seines Alters etwas voraus. Oberschichtskinder werden auch in den Schulferien angehalten, etwas zu lernen und die statistisch feststellbaren Lernunterschiede zwischen Unterschicht und Oberschicht sind nicht in der Schulzeit zu verorten, sondern in der Ferienzeit. Usw.

An weiteren Beispielen zeigt Gladwell auch den Einfluss der Kultur und warum Chinesen besser in Mathematik sind und allgemein bessere Schulergebnisse haben: Das chinesische Zahlensystem ist logischer aufgebaut und sie arbeiten kulturell bedingt (Reisanbau ist im Vergleich zu Weizenanbau ganzjährig extrem arbeitsintensiv) mehr. Damit kommen sie wesentlich früher auf 10.000 Stunden Übung.

Der Punkt ist nun: So neu, wie Gladwell behauptet, ist das alles nicht. Die Chancen, die sich in bestimmten Bereichen bieten, spielen natürlich eine Rolle. Es gibt eine ganz simple Geschichte, die jeder BWL-Student im ersten Semester lernt: SWOT. Entscheidend ist hier das S und das O: Strengths und Oppertunities. Stärken und Chancen. Nur die größten Dummköpfe leugnen den Einfluss von Chancen. ABER: Ab einem gewissen Alter kann man sich die Chancen ganz bewusst suchen, die einem mit gegebenen Stärken die größten Möglichkeiten bieten. Das nennt man Strategie.

Und selbst beim Vater der meisten Erfolgsbücher: Napoleon Hills: "Denke nach und werde reich", wird vom Braintrust als einem der wichtigsten Erfolgsfaktoren gesprochen: Man muss sich das soziale Umfeld, das einen Erfolg erlaubt, eben selbst schaffen.

Gegen Ende des Buchs erzählt Gladwell von einer staatlichen Schule in der Bronx, die etwa 60 Prozent mehr Unterrichtszeit bietet als normale Schulen. Die Kinder stehen vor 6 morgens auf und gehen nach 11 abends ins Bett. Dazwischen lernen sie. Obwohl die Schüler aus benachteiligten Familien stammen, liegen sie, wenn sie die Schule verlassen, besonders in Mathematik deutlich über dem Durchschnitt. So weit so gut. Er hat damit bewiesen, was er beweisen wollte: Die Rahmenbedingungen machen den Erfolg.

ABER: Ganz am Rande erzählt er, wie eine Schülerin, die neu an der Schule war, versuchte, ihre Freundin zu überzeugen, auch auf diese Schule zu gehen. Die Antwort war: "Ach nö, da muss ich ja so viel lernen." Kann man nur sagen: Selbst schuld!

Zusammen gefasst: Indem er sich auf Ericsson bezieht, macht Gladwell wider Willen deutlich, dass der eigene Einsatz doch eine ganz wesentliche Rolle spielt. Zudem fehlt mir der wichtigste Aspekt: Seine Menschen und Beispiele wirken alle merkwürdig passiv. Da gab es Chancen und die Gewinner gerieten da durch Zufall hinein. Eines von vielen tausend Gegenbeispielen ist Arnold Schwarzenegger. Der ist einfach da hin gegangen, wo die Chancen für ihn größer waren als in Österreich: Nach Hollywood.

Was Gladwell hier anbietet, ist inhaltlich im Prinzip nicht viel anderes, als Mainstream-Gedankengut auf oppositionell und reißerisch getrimmt. George Bernhard Shaw hat dies einmal so charakterisiert: "Man gibt immer den Verhältnissen die Schuld für das, was man ist. Ich glaube nicht an die Verhältnisse. Diejenigen, die in der Welt vorankommen, gehen hin und suchen sich die Verhältnisse, die sie wollen, und wenn sie sie nicht finden können, schaffen sie sie selbst." Gladwell gibt den Verhältnissen die Schuld - das ist uralt.

Allerdings untermalt er das mit einigen spannenden Beispielen, die einem erlauben, Chancen noch differenzierter zu suchen und zu finden. Und darin liegt meiner Meinung nach der eigentliche Nutzen dieses Buchs.
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40 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gladwells Buch ist ein Überflieger!, 26. März 2009
Warum manche Menschen erfolgreich sind und andere nicht? (Untertitel)

Mit dieser Frage beschäftigt sich M. Gladwell. Und ich muss es gleich am Anfang sagen: Er tut es brillant und mit einem für die US-Amerikaner typischen Pragmatismus. Seine Thesen sind klar dargestellt und überzeugend (auch wenn einem kritischen europäischen Leser dieser Stil als leicht zu plakativ vorkommen mag...).
Es ist zweifelsohne kein Wissenschaftsbuch. Plakative Beispiele, kommunikative Sätze, dezente Wiederholungen: Das alles macht das Buch leicht verdaulich. Zugleich mangelt es nicht an Inhalten, die in meiner Einschätzung in der modernen Begabungsforschung bestätigt werden. Zugleich werden die Thesen im letzten Kapitel des Buches mit Quellenangaben belegt (womit auch alle wissenschaftlich orientierten Leser und Leserinnen zufrieden sein können).

Welche Thesen stellt Gladwell auf? Hier die möglichst kurze Zusammenfassung:
1. Der Matthäus-Effekt. Die Annahme, die Besten und die Klügsten setzen sich immer dank der besonderen Fähigkeiten durch, stimmt nicht. Selbst wenn eine besondere Fähigkeit vorhanden ist, muss sie in einer Gruppe von Menschen als herausragend wahrgenommen werden. Und hierfür sind nicht immer objektive sonder häufig relative Urteile ursächlich. Die These verdeutlicht der Autor mit dem Phänomen des "relativen Alters" bei der Auswahl der Eishockeyspieler in Canada: Die kleinen Talente sind alle in den ersten Monaten des Jahres geboren, was die Vermutung nahe legt, dass es hier zu einer Überschätzung der Fähigkeiten aufgrund des Entwicklungsalters kommt und folglich zu einer Einstufung, besonders talentiert zu sein. Die Jüngeren in der Gruppe können dadurch übersehen werden, da sie noch einige Monate weniger Übungsmöglichkeiten bekamen (was v.a. bei kleineren Kindern sehr viel bedeuten kann). Man kann sich leicht denken, dass diese Effekte auch in der Grundschule eine Rolle spielen können.
2. Die 10 000-Stunden Regel. Die "Naturtalente", die ohne Übung die Leistungsspitze erreichen gibt es nicht: Eine mehrjährige und stundenintensive Übung ist notwendig, um aus einem talentiertem Menschen einen Profi zu machen, der in der Lage ist, besondere Leistungen zu zeigen. Die Faustformel 10 000-Stunden zeigt, dass es hier wirklich um eine intensive Übungsphase geht. Gladwell führt hier allen bekannte Beispiele u.a. aus der Musik- (The Beatles) und Medienwelt (Bill Gates) vor, die dieses 'Naturgesetz' demonstrieren. Von der Sache besessen sein, ununterbrochen üben, Routine und Leichtigkeit erwerben: Das ist die Grundlage, auf der die genialen Erfolge dieser Menschen basieren! Aber: In dieser Regel ist noch eine weitere Botschaft versteckt: Diese intensive Übung war nur möglich, da die zweifelsohne talentierten Menschen eine CHANCE zu solcher Übung bekamen! Hier vermischen sich oft die Einwirkung des Umfelds, die epochalen Chancen (gesellschaftspolitische Veränderungen) mit einfachen Zufällen, die die Übungswege eröffnen: "Jeder Einzelne der Überflieger, die wir uns bislang angesehen haben, hatte das Glück, dass sich ihm außergewöhnliche Möglichkeiten eröffneten" (S. 53).
3. Der Schwellenwert der Intelligenzausprägung ist entscheidend. Für eine besonders talentierte (oder geniale) Leistung stellt die Intelligenz eine wichtige Voraussetzung dar (für die vertiefende Beschäftigung mit einem Thema muss ein Mensch einfach "klug genug sein"). Die höchste Ausprägung der Intelligenz ist nicht notwendig, alle Erfolge oder genialen Leistungen sind möglich auch bei überdurchschnittlicher Intelligenz. Ab diesem Schwellenwert sind weitere Faktoren notwendig, um erfolgreicher zu sein: Neben Kreativität führt Gladwell eindrucksvoll Beispiele auf, aus denen sich die sog. "praktische Intelligenz" als wichtige Voraussetzung für den Erfolg herausstellt. Ein Mensch mit hohen Potentialen muss wissen, wie er sich anderen Menschen mitteilen kann, muss die Chancen für sich oft aushandeln können und verstehen, wer wie angesprochen werden muss, damit eigene Erfolgschancen erhöht werden. Diese Kernkompetenz führt wiederum der Autor auf den - für die Mittelschicht typischen - familiären Erziehungsstil zurück. Mit anderen Worten: Durch die kindzentrierte Kommunikation und wertschätzende Begleitung zu Hause werden die Kinder darauf vorbereitet, sich als ein aktiver Partner im Lern- und Leistungsprozess zu sehen!
4. Die Überflieger sind Kinder einer Epoche. Gesellschaftliche Veränderungen führen dazu, dass bestimmte Talente gesucht werden. Die Menschen, die in der Zeit über günstige persönliche Voraussetzungen verfügen, können zu Überfliegern werden. Ein paar Jahre davor oder danach funktioniert es nicht mehr. Fazit: Es gibt keine zeit- und kulturunabhängige Begabung! Das beste Beispiel ist hier Bill Gates und sein enormer Softwareerfolg.

> Diese 4 Punkte nennt Gladwell "Akkumulation der Vorteile": Je mehr zutrifft, desto extremer die Überfliegerkarriere. In weiteren Punkten beschäftigt er sich mit dem kulturellen Erbe der Menschen und deren Auswirkung auf die persönliche Leistungsfähigkeit.

5. Die Überflieger sind (auch) Kinder einer Kultur. Persönliche Kommunikationsmuster, Umgang mit Hierarchie, Gruppenverhalten sind nur zum Teil von den persönlichen Eigenarten abhängig. Sie sind häufig eine unbewusste Komponente, die für aus einer mentalen Struktur einer Menschengruppe oder Nation hervorgeht. Hierfür beschreibt Gladwell sehr spannend einerseits die Analysen der Flugzeugabstürze und andererseits die Ergebnisse der kulturvergleichenden Forschung.
6. Persönliche Fähigkeiten entwickeln sich auf dem Hintergrund der Lebensbedingungen in einem Land. Persönliche Einstellung und v.a. die Ausdauer einer Aufgabe gegenüber entsteht in einem kulturellen Umfeld. Erfolg entsteht, wenn das Umfeld die Menschen erzieht, persönliche Bereitschaft und Hartnäckigkeit in der Auseinandersetzung mit einem Thema oder einer Aufgabe zu zeigen. Hierbei stellt Gladwelll eine brisante These auf, welche besagt, dass die Erfolge von Ländern wie Korea und Japan in Schulleistungsstudien (wie TIMSS) weniger auf die Kompetenzen selbst und mehr auf die Ausdauer und Sorgfalt bei der Bearbeitung der Testaufgaben zurück zu führen sind.
7. Erfolgreiche Bildung für die Unterschichtkinder heißt zeitintensives Lernen. Hier räumt Gladwell mit der nächsten, in seiner Einschätzung falschen, Vorstellung auf: Die Unterschichtkinder haben wenig Zugang zu Bildungsinhalten in der außerschulischen Zeit. Der Weg zum Erfolg für diese Gruppe führt weniger über ausgefeilte schulische Programme, Klassenstärken oder Ausstattung. Wichtiger ist die Verlängerung der Schul- und Lernzeit. Die aufgeführten Untersuchungen zum Abfall der Kompetenzen der Schüler aus der Unterschicht über die Ferienzeit sind hierbei ein starkes Beleg. 'Es ist kein Schulproblem sondern ein Freizeitproblem'.

Aus diesen Thesen macht Gladwell eine Schlussfolgerung, die sozialpolitisch ist und zugleich die sehr starke Botschaft des Buches ist: "Wenn wir eine bessere und gerechtere Welt wollen, dann müssen wir dieses System der glücklichen Zufälle (...) durch eine Gesellschaft ersetzen, die allen die gleichen Möglichkeiten eröffnet".

Ich kann das Buch nur empfehlen: Zum Nachdenken, zum Weiteforschen und einfach auch, um Spaß bei den spannenden Lebensgeschichten der Überflieger zu haben!!!
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59 von 68 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fleiß, Disziplin, Ausdauer und ganz viel Malcolm Gladwell, 19. Januar 2009
Von 
Die Vorankündigung im aktuellen Katalog des Campus Verlages machte mich auf das neue Buch von Malcolm Gladwell sehr neugierig. Schon seine beiden letzten Bücher beeindruckten mich sehr, da es keiner so versteht, Nebensächlichkeiten ins Rampenlicht zu setzten und daraus verblüffende Schlüsse zu ziehen.

Überflieger und ihre wahre Geschichte zu erzählen, trifft den Geschmack der heutigen "Leistungsgesellschaft". Wer will sie nicht kennen, jene Rezepte mit denen Gates, Jobs und Kamprad ihre Spuren auf dieser Welt hinterließen. Gladwell erzählt diese Geschichte jedoch aus seinem ganz eigenen Blickwinkel.

Das Buch teilt sich in zwei Teile. 1. Chancen: In dem er die wahren Hintergründe so manch fantastischer Erfolgsgeschichte ganz genau unter die Lupe nimmt und 2. Erbe: In dem er unsere Kulturen und ihre tiefe Prägung auf das erfolgreiche Handeln überträgt.

So berichtet er, warum Eishockeyspieler im Januar geboren werden sollten oder die Beatles in Hamburg den Grundstein für ihren Welterfolg legten. Aus diesen verblüffenden Geschichten strickt Gladwell die wahre Geschichte der Überflieger, die nur all zu oft vom Mythos der Leistungseliten überdeckt wird. So überzeugt er den Leser, dass Talent nur bedingt auf unsere Gene oder den IQ zurückzuführen ist und Fleiß, Ausdauer und Disziplin nicht unbedingt zu Ruhm und Reichtum führen müssen.

Gladwell ist ein Mustererkenner, der sich nicht mit den Augenscheinlichkeiten zufrieden gibt. Er hat mich mit seinem neuen Buch wieder überzeugt. Stars aus Sport, Musik und Wirtschaft sind doch nur Menschen, die durch ihre Umwelt, ihre Möglichkeiten und ihre Kultur zu dem wurden, was wir heute leider auf den ersten Blick nicht mehr erkennen können.

Ich empfehle dieses Buch jedem, der an Zusammenhängen jenseits der einfachen Patentrezepte interessiert ist. Es ist kein Ratgeber, in dem der Leser einfache "Machs-nach-Rezepte" finden kann. Es ist eine tiefe Analyse rein zufälliger Situationen, aus den großes erwachsen kann, aber eben nicht muss.
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56 von 65 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wenn ein Überflieger über Überflieger schreibt, 30. Januar 2009
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Erfolg hängt zu einem großen Teil von der kulturellen Prägung und zufälligen geschichtlichen Gegebenheiten ab. Wer das nicht weiß und noch immer daran glaubt, jeder sei der Schmied seines Glücks, wird an den Geschichten von Malcolm Gladwell Freude haben. Freuen dürfen sich aber auch alle, die dem Tellerwäschermythos schon lange vor diesem Buch abgeschworen haben. Denn sie können sich fortan auf Gladwell berufen, ohne sein Buch zwingend lesen zu müssen. Tun sie es trotzdem, werden sie erstaunt feststellen, dass tatsächlich nicht mehr drin steht, als der Klappentext bereits verrät. Da ich zu dieser Gruppe gehöre, wechselte ich den Blickwinkel und konzentrierte mich auf die Beweisführung und Nebenschauplätze.

Das Vorgehen des Autors erinnerte mich an einen dieser alten Hollywoodfilme, in denen ein Verteidiger auf scheinbar verlorenem Posten vor die Geschworenen tritt und sie mit seinem fulminanten Plädoyer noch auf seine Seite zieht. Das schafft er weder mit langweiligen Zahlenreihen noch mit rhetorischen Ausflügen in komplizierte Theorien. Nein, sein Rezept besteht lediglich aus Simplifizierungen, Emotionen und Geschichten. Und so geht auch Malcolm Gladwell vor. Er strickt einfachste Muster von Ursache und Wirkung, erzählt von Kindern, Reisbauern, Musikhelden, Einwanderern und Verwandten. Er zeichnet Bilder von italienischen Bauerndörfern, dramatischen Flugzeugabstürzen, schiesswütigen Familienoberhäuptern und kämpferischen Frauen. Es sagt dem Leser, was A ist und warum dies zwingend B ergeben muss. Und wo er Zweifel wittert, ruft er die Wissenschaft und Statistiken zur Hilfe. Immer damit rechnend, dass seine Leserschaft ohnehin nicht überprüft, ob die Rechnungen aufgehen. Allerdings macht er es kritischen Geistern auch nicht leicht, verzichtet er doch auf ein Literaturverzeichnis, in dem Werke Andersdenkender ebenfalls aufgeführt sind. Die zehn Seiten Anmerkungen dienen lediglich dazu, seiner Beweisführung einen wissenschaftlichen Anstrich zu geben.

Nachdem mich Gladwell als gewiefter Rhetoriker zwar überzeugte, aber von der Sache her nur mäßig begeisterte, verschob ich meinem Blickwinkel erneut. Diesmal richtete ich die Aufmerksamkeit auf Selbstrechtfertigung. Wollte der Autor mit seinem Buch seinen eigenen fantastischen Aufstieg erklären und legitimieren? Denn immerhin ergatterte sich Malcolm Gladwell innert wenigen Jahren einen Platz in den Top 100 der einflussreichsten Meinungsmacher Amerikas. Gehörte er früher einfach zum unermesslichen Heer arbeitsamer Journalisten, gilt er heute als Experte für alles, was die Welt bewegt. Von seinen Erfolgsrezepten mehr zu erfahren, schien mir auch deshalb legitim, weil "Tipping Point" ja den weltweiten Ruhm Gladwells einleitete. Ein Buch, in dem es genau um die Frage geht, welche Faktoren sich kumulieren müssen, damit aus einem kleinen Feuer ein Flächenbrand wird. Von Malcolm Gladwell zu hören, welche kleinen und großen Mosaiksteine ihn zum Überflieger gemacht haben, wäre ein Ereignis gewesen. Zwar spricht er ausführlich über seine Familie und seine jamaikanische Herkunft, aber damit hat es sich schon. Wen er wann unter welchen Umständen getroffen hat und welche Zufälle seiner Ansicht nach zum Tipping Point geführt haben, bleibt weiterhin im Dunkel. Schade. Und so kam ich nach der Lektüre der 264 Seiten zum gleichen Urteil wie ein Kritiker des Oberserver: Malcolm Gladwell ist ein intellektueller Opportunist, der eine Alltagserfahrung ins Zentrum seiner Überlegungen stellt, ein simples Muster von Ursache und Wirkung strickt und bei der Beweisführung auf die Kraft guter Geschichten baut.

Mein Fazit:
Das Thema Überflieger wäre die Gelegenheit gewesen, die Thesen von "Tipping Point" nochmals aufzunehmen und mit realen Beispielen aus dem Leben des Malcolm Gladwell zu belegen. Aber es scheint ganz so, dass der amerikanische Superstar einem Rezept treu bleiben wollte, das den Erfolg schon beinahe garantiert. Immerhin ist die Deutungsmacht von Malcolm Gladwell inzwischen so groß, dass auch Autoren eher Gehör finden, die differenzierter denken und genauer argumentieren. Und das ist mir vier Sterne wert.

Das Hörbuch:
Ein Sachbuch, das große Informationspakete in verdichteter Form vermittelt, eignet sich nur beschränkt für ein Hörbuch. Konzentriert sich ein Autor jedoch auf ein Thema und veranschaulicht es vor allem mit Geschichten, sind Hörbuchversionen eine echte Alternative zur Printfassung. Das zeigt einmal mehr dieses Campus-Hörbuch. Es dauert 123 Minuten, ist leicht gekürzt und dramaturgisch aufbereitet. Auf die musikalischen Zwischenstücke könnte ich allerdings verzichten. Nur wenn sie eigenständige Kunstwerke wie etwa bei der Tintenherz-Trilogie von Cornelia Funke sind, stören mich solche Bereicherungen nicht. Kurz: "Überflieger" ist ein Buch, dessen Inhalt man sich auch bestens auditiv aneignen kann.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auf der Suche nach Spitzenleistung, 22. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Überflieger: Warum manche Menschen erfolgreich sind - und andere nicht (Taschenbuch)
Gladwell geht in diesem Buch der Frage nach, was Menschen zu Überfliegern macht, d. h. zu Individuen, deren Leistung die des Durchschnitts der Bevölkerung weit überragt.

Die einfachste und naheliegendste Antwort auf diese Frage wäre: Die Einsteins werden geboren, das Talent liegt in ihren Genen. Gladwells Antwort dagegen lautet: 10.000 Stunden. Erst die Übung, das harte und kontinuierliche Training bringt Meister hervor. Als Beispiel führt er die Beatles an, die erst nach der mit unzähligen Auftritten verbundenen Hamburger Zeit zu dem wurden, was die Leute dann später kennenlernten.

Daneben spielt laut Gladwell auch der Zeitpunkt unserer Geburt eine bedeutsame Rolle. So war Bill Gates gerade in dem richtigen Alter, als er Microsoft gründete. Oder die kanadischen Eishockey-Spieler, die fast alle in den ersten drei Monaten eines Jahres geboren sind. Zufall? Nein, der Stichtag entscheidet darüber, ob wir zu Eishockey-Profis werden oder nicht!

Diese und ähnlich verblüffende Einsichten präsentiert Gladwell in seinem 250 Seiten umfassenden Buch und gibt damit zugleich die Anleitung, wie man einen Bestseller schreibt: Dinge sehen, die alle sehen, und denken, was sonst niemand denkt. Und dann das Ganze noch mund- bzw. lesergerecht aufbereiten und professionell vermarkten. Nun denn, wenn’s so einfach ist ...
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch für Trainer, 5. April 2011
Natürlich sind Bücher über Talent oder Faktoren, die Talent beeinflussen oder begünstigen gerade In. Dieses Buch von Malcom Gladwell hat mich aber trotzdem überzeugt, da er neben den normalen Themen, wie die 10.000 Stunden Regel oder dem Matthäus Effekt andere Faktoren hervorhebt und darstellt, die aussergewöhnliche Leistungen beeinflussen. Die äußeren Umstände sind nämlich häufig viel entscheidender, als das reine Training oder die Begabung eines Menschen.

Drei davon möchte ich kurz aufführen:

1. Erziehungsphilosophien der Eltern. Gladwell beschreibt die zwei einzigen Erziehungsstille, die es gibt und wie diese sich auf die Zukunft der Kinder auswirken. Dabei wird deutlich, wie wichtig das familiäre Umfeld und der Umgang der Eltern mit dem Kind sind.

2. Die Demografische Delle. Es gibt ideale Geburtsjahrgänge in der Geschichte der Menschheit, die aussergewöhnliche Leistungen begünstigen. Als Beispiel wird natürlich Bill Gates angeführt, der seine 10.000 Stunden Computer programmieren genau dann absolviert hatte, als die Computerrevolution began.

3. Das kulturelle Erbe. Dies fand ich einen der interessantesten Ansätze für die Talentforschung, den ich in all den Talentbüchern gelesen habe. Das kulturelle Erbe beeinflusst uns so stark, dass wir heute noch danach handeln, obwohl oder trotzdem es schon einige tausend Jahre alt ist. Als Beispiel führt Gladwell die Reisbauern in Japan und anderen asiatischen Ländern an, die schon immer ca. 3000 Stunden/ Jahr auf ihren Feldern arbeiten mussten und diese mit höchster Qualität und Präzision bewirtschaften mussten, um zu überleben bzw. überhaupt etwas zu essen zu haben. Dieses Erbe ist in dem Sprichwort "Wer an 360 Tagen im Jahr vor Sonnenaufgang aufsteht, kann gar nicht anders, als seine Familie reich zu machen" zusammengefasst. Dieses Erbe führt zusammengefasst dazu, dass asiatische Kinder sich wesentlich länger konzentriert mit einer Aufgabe beschäftigen und damit natürlich in vielen Bereichen der 10.000 Stunden Regel deutlich näher kommen.
In westlich geprägten Ländern, die seit jeher eine konventionelle Felderwirtschaft führten ist dieses Erbe deutlich anders ausgeprägt.

Aus meiner Sicht ein unheimlich dichtes Buch, dass sich wie gesagt, nicht nur mit den normalen Talentansätzen beschäftigt, sondern deutlich darüber hinaus schaut und den Blick auf viele andere entscheidene Einflüsse fordert und zulässt. Vieles, was Gladwell beschreibt ist erschreckend einfach und öffnet einem die Augen für die heutige teilweise völlig unzureichende Bildungspolitik oder Sportförderung.Überflieger: Warum manche Menschen erfolgreich sind - und andere nicht
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Gut genug" + 10.000 Stunden + gute Rahmenbedingungen = Überflieger, 1. April 2010
Von 
Christian Bleis (Hannover, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Gladwell ist ein begnadeter Erzähler, der in jedem seiner bisher drei Bücher (Tipping Point, Blink, Überflieger) eine Grundhypothese erhebt und sie mit vielen wunderbaren, zum Teil skurrilen Geschichten und Lebensläufen garniert. Auch greift er auf die schier unbegrenzten Erhebungen/Statistiken von zumeist amerikanischen Wissenschaftlern zurück, die seine Behauptungen bekräftigen. Seine Bücher lesen sich in eins runter und sind sehr eingängig und "logisch" geschrieben.

In "Überflieger" geht es u.a. um die Hypothese, dass die Rahmenbedingungen einen entscheidenden Einfluss haben, ob jemand zum Überflieger wird oder nicht. (Sehr schön u.a. an Bill Gates dargestellt). Gladwell behauptet nicht, dass es allein an den Rahmenbedingungen liegt, doch sollte man ihnen bewusst Beachtung schenken.

Mit diesem Gedankengang möchte Gladwell Abstand nehmen von den "geborenen Genies". Die gibt es seines Erachtens nicht wirklich. Es gibt Menschen mit Begabungen, die "gut genug" sind, um etwas ganz Besonderes zu erreichen. Der Rest ist abhängig von einerseits den Rahmenbedingungen, auf die man in jungen Jahren eher keinen Einfluss haben/nehmen kann. Im Erwachsenenalter jedoch sehr wohl. Und andererseits Ausdauer, Fleiß und die Liebe zu dem, was man macht.

Kurz zusammen gefasst: Wenn man

1. von der Begabung her "gut genug" ist (z.B. bei Denkleistungen einen IQ von über 115 mitbringt, was ca. 40 % der Bevölkerung haben),

2. günstige Rahmenbedingungen vorfindet oder sich sucht und

3. wirkliche Hingabe mit Fleiß und Ausdauer (mindestens 10.000 Stunden Übung bzw. Kenntnis) kombiniert,

kann jeder ein Überflieger in dem von ihm ausgesuchten Feld werden.

Ein sehr ideenreicher, überzeugend schreibender Autor mit einer sehr einnehmenden Feder. Sehr empfehlenswert!
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31 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gladwell erweist sich erneut als Meister origineller Perspektiven!, 26. Januar 2009
Von 
Prof Dr Olaf-Axel Burow "oaburow" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
An Gladwell scheiden sich die Geister: Als einen "forschen Parasiten" bezeichnet ihn Katja Gelinsky in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, einer der Wissenschaft in bunten Geschichten erzähle und damit Millionen Bücher verkaufe, aber seine Methoden seien umstritten. Und in der Tat: Gladwell scheut nicht vor Zuspitzungen und (manchmal) vereinfachenden Thesen zurück: Erfolg, so die Kernthese, seines neuen Buches, sei weniger auf einen überragenden IQ oder eigene Leistungen zurückzuführen, sondern sei das Ergebnis des Umstandes, dass jemand aufgrund seiner sozialen Herkunft und der Geburt zur richtigen Zeit am richtigen Ort über außergewöhnliche Chancen verfügt habe. Ohne Zweifel: Da ist was dran. In meinen Buch "Die Individualisierungsfalle. Kreativität gibt es nur im Plural (1999, Klett-Cotta) habe ich bereits darau fhingewiesen, dass überragender Erfolg das Ergebnis spezifischer Konstellationen ist, die ich als "Kreative Felder" bezeichnet habe. Gladwell bringt nun eine Vielzahl von Beispielen, die diese These weiter belegen. Legte ich den Schwerpunkt allerdings auf das Zusammenspiel kreativer Paare und Gruppen, hebt er den Einfluss spezifischer gesellschaftlicher Konstellationen hervor: Weniger überragende Begabung, sondern ein familiärer Hintergrund, in dem auf "konzertierte Kultivierung" Wert gelegt werde, also gezielte Förderung sei entscheidend. Und warum schneiden Unterschichtkinder so schlecht in der Schule ab? Sie nützen anders als Kinder aus der Mittel- und Oberschicht die Schulferien zu wenig zur Bildung. Naja, vielleicht ein wenig überzeichnet. Aber allen feinsinnigen Kritikern sei gesagt: Macht es erstmal besser" Gladwell ist ein genialer Verdichter und origineller Querdenker, dem es gelingt, Wissen leserfreundlich zu vermitteln und verblüffende Perspektiven zu öffnen. Dass er bisweilen vereinfacht - geschenkt! So kurzweilig und informativ bekommt man Wissenschaft selten geboten. Und außerdem: Ein wenig selber denken, hat noch niemandem geschadet!
Prof.Dr. Olaf-Axel Burow Universität Kassel
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schön zu lesen, 22. April 2009
Hallo, das Buch ist rhetorisch sehr schön zu lesen und hat mir und meiner Frau Spaß gemacht zum lesen. Inhaltlich habe ich nicht den Eindruck, das (wie andere hier) er ein "Erfolgsrezept" verkauft. Er sagt klar, das viele Erfolgreiche nur deshalb erfolgreich wurden, weil sie gerade zum richtigen Zeitpunkt geboren wurden, nicht in eine Wirtschaftskrise auf dem Arbeitsmarkt kamen etc, sprich Versagen muss nichts Indiviuelles haben (siehe unsere aktuelle Krise mit Kurzarbeit und hochgebildeten Hochschulabgängern ohne Job). Ausserdem räumt er mit manchen Vorurteien auf, z.b. Hochintelligenz als Karrieregarantie, was gerade viele Eltern glauben. Aber gleichzeitig verharrt er nicht in einer Schicksalsgläubigkeit, sondern zeigt auf, wie Karrieren gelingen können, wie z.B. Kinder gefördert werden können. Als Pädagoge und Vater finde ich es wichtig, das immer wieder Wege gezeigt werden, wie der Nachwuchs die Chance bekommt erfolgeicher zu werden, auch wenn es nur eine Chance und keine Garantie ist.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erfolg in einem anderen Licht, 28. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Überflieger: Warum manche Menschen erfolgreich sind - und andere nicht (Taschenbuch)
Nach gängiger Meinung ist Erfolg eine Frage von Talent und Fleiss. Gladwell zeigt in "Überflieger", dass äussere Faktoren wie Zufall und ein günstiges Umfeld ebenfalls eine wichtige, wahrscheinlich sogar die entscheidende Rolle spielen. Verblüffend etwa das Beispiel der Eishockeyspieler in der kanadischen Liga, die überproportional häufig in einem der Monate Januar, Februar, März geboren sind. Minimale Startvorteile zu Beginn der Laufbahn gleichen sich nicht im Lauf der Zeit aus, sie werden statt dessen immer größer.

Malcolm Gladwell ist ein guter Geschichtenerzähler. Er malt alles durch Beispiele aus dem richtigen Leben aus, und es macht immer Spass, seine Bücher zu lesen. Ab und zu lässt Gladwell sich allerdings von der spannenden Geschichte wegtragen und kommt nicht auf den Punkt. Hinterher ist man als Leser ganz fasziniert von den Details, weiss aber nicht mehr, was der Autor eigentlich damit sagen wollte. Beispiel: Flugzeugabstürze bei Korean Airlines - ich fand es spannend, zu erfahren, worauf die Probleme zurückzuführen waren, wie man sie beseitigte und generell viel über die Ursachen von Flugzeugunglücken zu lernen. Mit dem Thema des Buches hat das aber meiner Meinung nach nur indirekt zu tun.
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Überflieger: Warum manche Menschen erfolgreich sind - und andere nicht
Überflieger: Warum manche Menschen erfolgreich sind - und andere nicht von Malcolm Gladwell (Taschenbuch - 1. Oktober 2010)
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