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48 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der letzte Zeuge
Mit Rochus Misch, dem Telefonisten, Kurier und Leibwächter Adolf Hitlers, hat vielleicht der letzte Zeitzeuge aus dem direkten Umfeld Hitlers seine "Memoiren" vorgelegt. Das Buch ist durchaus interessant, man muss es aber natürlich als das verstehen was es ist: ein Bericht einer Person, die zwar im Machtzentrum des Deutschen Reiches arbeitete, aber von den...
Veröffentlicht am 27. Dezember 2009 von hep

versus
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Interessant.... aber...!
Das Buch ist interessant zu lesen jedoch ist dies ein subjektiver Bericht eines sehr engen Mitarbeiter von AH. Meiner persönlichen Meinung nach wird die Figur AH sehr sehr (zu) positiv beschrieben. Ob der Erzähler wirklich nicht von den Gräueltaten im 3. Reich gewusst hatte, wird wohl auf ewig unbestätigt bleiben.
Vor 5 Monaten von Markus veröffentlicht


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48 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der letzte Zeuge, 27. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Der letzte Zeuge: Ich war Hitlers Telefonist, Kurier und Leibwächter
Unter Mitarbeit von Sandra Zarrinbal und Burkhard Nachtigall (Taschenbuch)
Mit Rochus Misch, dem Telefonisten, Kurier und Leibwächter Adolf Hitlers, hat vielleicht der letzte Zeitzeuge aus dem direkten Umfeld Hitlers seine "Memoiren" vorgelegt. Das Buch ist durchaus interessant, man muss es aber natürlich als das verstehen was es ist: ein Bericht einer Person, die zwar im Machtzentrum des Deutschen Reiches arbeitete, aber von den Vorgängen aufgrund seiner Funktion nur indirekt und bruchstückhaft erfuhr. Obwohl seine Ausführungen zu diversen Ereignissen - insbesondere zum "Englandflug" von Rudolf Hess, dem Hitlerattentat 1944 und den letzten Tagen im Führerbunker - durchaus interessant sind, so lebt das Buch doch eher von seinen Erlebnissen im Tross von Hitler und seinen persönlichen Einschätzungen und Eindrücke von Personen wie Bormann, Goebbels, Fegelein, Eva Braun, etc. etc. und natürlich Adolf Hitler.

Ich möchte bei dieser Rezension auch etwas auf die heutigen Reaktionen zu diversen Zeitzeugenberichten eingehen (Skorzeny, Manstein, Below, etc.), die angeblich zu subjektiv seien und - als weiterführender Vorwurf - nichts aus der Geschichte gelernt hätten und ewig Gestrige seien. Oftmals hat man den Eindruck, dass diese Leute nur alleine eine komplette Distanzierung mit dem Nazi-Regime lesen wollen, der restliche Inhalt derartiger Literatur wird mit diesem Fokus oftmals mehr oder weniger gänzlich ausgeblendet, auch wenn er historisch gesehen vielleicht höchst interessant ist. Fakt ist, dass wenn man derartige Bücher in die Hand nimmt, überhaupt keine objektive Darstellung erwarten kann und darf. Das würde diesen Büchern auch garnicht gerecht werden. Churchills "Der Zweite Weltkrieg" ist auch nicht objektiv, aber dennoch ein großartiges Buch. Es geht darum, diese Bücher als historische Quellen zu verstehen, selbst wenn sie die Nazi-Herrschaft glorifizieren.
Misch tut dieses im übrigen nicht, er bleibt distanziert und man hat den Eindruck, dass er zwar mit sich im Reinen ist, mit einer persönlichen Aufarbeitung aber überfordert ist und rückblickend die Nazi-Zeit eher mit einem ungläubigen Schulterzucken quittiert. Das ist vollkommen in Ordnung.
Entsprechend greift auch Ralph Giordanos ebenso faires wie interessantes Vorwort etwas zu kurz: Sein Einteilung in "geschichtsrelevanter und nicht geschichtsrelevanter Hitler" wird weder der Person Hitler noch
der heutigen Geschichtsforschung gerecht. Denn gerade bei einer Person wie Hitler gibt es nichts, was nicht geschichtsrelevant wäre, und seien es Banalitäten aus seinem Privatleben.
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unschätzbar wertvolles Dokument eines Zeitzeugen in Hitlers unmittelbarer Nähe, 11. November 2011
Von 
Josephine Sterner "Bücher-Liebhaberin" (Hérimoncourt, Frankreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rochus Misch erzählt in dieser Autobiografie sein Leben - sein besonderes Leben. Er hat den Zweiten Weltkrieg miterlebt, jedoch nicht an der Front (außer einmal in Polen) wie viele andere, sondern die meiste Zeit in Anwesenheit Hitlers. Misch war sein Kurier, Telefonist und Leibwächter, er gehörte der SS in der Leibstandarte Hitlers an und zählte zum Führerbegleitkommando, das sich rund um die Uhr um die Anliegen und Aufträge Hitlers kümmerte. Das Einzigartige an diesem Buch ist die Tatsache, dass Misch als letzter Zeuge den Untergang des dritten Reichs bis zur letztmöglichen Sekunde im Führerbunker in Berlin miterlebte, bis Goebbels ihn entließ. Goebbels und seine Frau töteten sich (vermutlich) daraufhin gegenseitig und somit blieb nur Misch übrig, der uns Menschen heute einen Einblick in die private und intime Welt Hitlers gewährt. Misch überwand sich dieses Buch zu schreiben, da viele, vor allem junge Menschen ihn immer wieder kontaktieren und nach seiner Vergangenheit fragen. Misch war nie in der NSDAP, er hat seine Arbeit für Hitler lediglich gehorsam ausgeführt, vor allem da er auch einen Eid darauf schwören musste und andernfalls wenn er sich dagegen gesträubt hätte, sicherlich irgendetwas Schlimmes mit ihm passiert wäre. Liest man dieses Buch, so gewinnt man einen völlig anderen Eindruck über die Person Misch, denn nach der Lektüre kann man nicht mehr sagen: Alle Deutschen waren schlecht, alle Deutschen waren Nazis, alle waren Mörder. Misch widersetzte sich Hitler nicht und zwar aus Angst vor Konsequenzen, dies gibt er auch offenkundig hier zu. Er meisterte seine Arbeit gewissenhaft und ehrlich gegenüber Hitler, um ja nicht entlassen, bestraft oder bedroht zu werden. Misch war vielleicht ein Mitläufer, aber er konnte sich Hitler nicht mehr entziehen als er sich in seinen Kreisen aufhielt, denn dies hieße dann für ihn Hochverrat.

Misch spricht in diesem Buch nicht nur über seine Kindheit, Jugend und Zeit bei Hitler, sondern auch über seine spätere russische Kriegsgefangenschaft und die neun Jahre Gulag, die er miterleben musste. Er wurde von den Russen gefoltert, indem sein Kopf an Kacheln und Wand geschlagen wurde, indem man ihn in seinen eigenen Exkrementen wie ein Stück Vieh dahin vegetieren ließ und immer wieder verhörte, obwohl er nicht mehr sagen konnte als er wusste. Dieses Buch ist ein Stück Zeitdokument, das nachdenklich stimmt, fesselt und geschätzt werden sollte, erst einmal für den Mut und die Kraft, die Herr Misch in die Verfassung des Buchs in seinem hohen Alter steckte und dann für die Tatsache zu wissen, dass wenn es dieses Buch bzw. Herrn Misch nicht gäbe, man nie eine so detaillierte Schilderung von Hitler als Privatmensch im Bunker oder der Wolfsschanze durch jemand anderen hätte erwarten und die Filme Der Untergang (Einzel-DVD) und Operation Walküre - Das Stauffenberg Attentat nie in der Form wie sind hätten gedreht werden können, da Misch als bereitwilliger Mitwirker dieser beiden Filme fungierte.

~Bücher-Liebhaberin~
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41 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wichtiger Zeitzeuge, 12. August 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Buch ist die ergänzte und erweiterte Fassung eines Interviews ,das Rochus Misch einem Franzosen vor mehreren Jahren gab. Das Interview ist damals auch als französisches Buch erschienen. Die Erweiterungen lohnen aber auf jeden Fall den Kauf des Buches.Alllerdings weiss Rochus Misch sicher noch viel mehr über die damalige Zeit,wie seine Interviews in You Tube belegen.Hier hätte die Co- Autorin besser ihren nichtssagenden Epilog
weggelassen und lieber mehr Material von Herrn Misch untergebracht. Dass der Mann viel über Verratshandlungen im Führerhauptquartier weiss ,ist im Buch auch nur angeschnitten.Aus diesem Grund kann ich nur vier Sterne vergeben
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91 von 104 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Standardwerk der Zeitgeschichte, 7. Juli 2008
Keiner war näher dran als er, nicht an Hitler, sondern am Geschehen der damaligen Zeit.

Rochus Misch, Telefonist, Leibwächter, Kurier. Das alles ist bekannt und steht ja auch
auf dem Buch. Viel interessanter finde ich allerdings den Rochus Misch als Zeitzeuge,
als Beobachter, als Mensch. Und den lernt man hier kennen. Wie ist er zu dem geworden,
was er war ? Was ist nach dem Krieg passiert ? Wie verlief sein Leben danach ?
All diese Fragen und viele andere beantwortet das Buch.

Wenn man liest bei welchen geschichtlichen Ereignissen Misch dabei war, welche Personen
er getroffen hat und deren Schicksal er beobachten konnte, kann man sich nicht vorstellen,
das es noch jemanden gegeben hat, der so viel Zeitgeschehen aus dieser Epoche miterleben
durfte oder musste. Er hat Hess kurz vor seinem Englandflug erlebt, Moussolini die Hand
geschüttelt, DAS entscheidenene Telefonat nach dem Hitlerattentat aus Berlin vermittelt,
was letztlich zum Scheitern des Putsches geführt hat, war dabei als man den toten Hitler
fand und seine Leiche aus dem Bunker trägt, wie Magda Goebbels Ihre Kinder aufs Sterben
vorbereitet und wird von Goebbels unmittelbar vor dessen Selbstmord, als Letzter am
02. Mail 1945 aus dem Bunker entlassen.
Das sind nur einige der Erlebnisse, die Misch als Beobachter schildert, sich nie in den
Vordergrund drängend. Sehr bewegend geschrieben sind auch die Passagen über seine Verhöre
und Folter durch den sowjetischen Geheimdienst und seine Zeit der Zwangsarbeit in den
verschiedensten Lagern.

Rochus Misch ist ein bescheidener Mensch. Das wird einem klar, wenn man seine
Entwicklung sieht. Man hat an keiner Stelle des Buches den Eindruck, das etwas
dazugedichtet oder weggelassen wird. Oft schreibt Misch "daran erinnere ich mich
nicht mehr so genau", "den Namen weiß ich nicht mehr" und "da bin ich mir nicht
sicher".

Einiges ist sicher, zumindest nach meinem Geschmack, etwas zu kurz gekommen, oder wird
nicht ausführlich genug beschrieben. z.B. Wie sind die von Misch gemachten Fotos
gerettet worden ? Das tut dem Wert des Buches und dem Informationsgehalt keinen
Abbruch.

Besonders erwähnens- und lesenswert sind noch das Vorwort von Ralph Giordano
und der Epilog von Sandra Zarrinbal (Co-Autorin). Beide schreiben völlig offen
und ehrlich Ihre Meinung zu dem Buch und zu seinem Entstehen ohne etwas zu
beschönigen oder zu verdammen.

Dieses Buch ist meiner Meinung nach ein sehr wichtiges Werk zur Zeitgeschichte, das jeder
der sich für unsere Vergangenheit interessiert gelesen haben sollte.
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interessant, sachliche Autobiographie - Mit zwei Mängeln, 25. Oktober 2010
Von 
Daniel Wagner (Offenburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Das Leben von Rochus Misch kann man nur als ungewöhnlich bezeichnen. Ungewöhnlich war vor allem die Zeit, in der er aufwuchs, die ihn als einfachen Jungen vom Land und talentierten Kunst- und Werbemaler zum persönlichen Personal Hitlers verschlug. Er meldete sich schon vor dem Krieg zur SS. Nicht etwa, weil er ein Nazi oder Judenhasser gewesen wäre, sondern weil er sich dadurch ganz simpel die Chance auf eine Beamtenkarriere versprach. Kurzum: Herr Misch war ein ganz normaler junger Mann, der die Umstände, in denen er aufwuchs nutzte, um sein Leben zu leben - Nazis sehen anders aus.
Absolut ungewöhnlich sind aber die Momente, deren er später Zeuge werden wird. Es packt einem ein Schauer, wenn er davon spricht, wie Hitler sich eine Wärmflasche für die Füße bringen lässt, weil ihm kalt ist. Er, der später ohne mit der Wimper zu zucken Hunderttausende erfrieren lässt. Oder wenn Hitler ganz kindlich mit dem Hund einer Angestellten spielt und ihn "kleiner Racker" nennt. Das Buch bietet Einblicke in den Mensch Hitler, wie es nur wenige können - ein Mensch, der über Tod nur ungern sprach, aber doch den Tod von Millionen befahl.

So gesehen ist das Buch eine absolute und uneingeschränkte Empfehlung! Mit, wie im Titel schon erwähnt - zwei Ausnahmen. Nämlich das Vor- und das Nachwort. Im Vorwort schwingt sich Ralph Giordano auf, die Lebensgeschichte dieses Mannes zu analysieren. Er habe es genau gelesen und befinde, dass das Buch Hitler nicht verherrlicht und auch sonst keine Gefahr davon ausgehe - so zumindest habe ich es empfunden. Er gibt also sozusagen den ganzen dummen Menschen, die nicht selbst denken können und nicht wissen, ob sie ein Buch zu einem bösen Menschen machen kann - schließlich geht es um Hitler, sein Okay. Noch schlimmer: er erteilt Herrn Misch eine Absolution, um die er nicht gebeten hat. Typisches Ich-stehe-moralisch-weit-über-Dir-weil-ich-zufällig-auf-der-anderen-Seite-war-Getue eines Menschen, der es gewohnt ist, über andere Leute moralisch zu richten. Nicht falsch verstehen, ich schätze Herrn Giordano sehr und seine Bücher sind durchaus lesenswert, da er einen klaren Geist hat und wesentliches immer direkt und unmissverständlich anspricht, aber hier ist seine Moralkeule schwer zu ertragen.
Der Gipfel allerdings ist das Nachwort von Frau Zarrinbal, die mit half das Buch zu schreiben. Ihr Sitz auf dem hohen Ross ist mehr als verstörend, wie sie in jedem, der damals lebte einen Nazi sieht. Ein Denken in Grautönen ist der Dame wohl unbekannt. Der abstoßendste Absatz von ihr: "Wenn Misch Sätze sagt wie: "Die Goebbels-Kinder sind Opfer des dritten Reiches" - dann muss man sich erstmal sammeln." [..] Man ist versucht "dazwischenzufahren, weil man meint, das Gesagte kann so nicht stehen bleiben."
Welches Problem hat diese Frau mit dem Gesagten? Können Kinder von Schuldigen nicht Unschuldig sein? Oder liegt es daran, dass deutsche Kinder nicht Opfer des dritten Reiches sein können? Spätestens an dieser Stelle war es Zeit das Buch zuzuschlagen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen empfehlenswert, 24. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Der letzte Zeuge: Ich war Hitlers Telefonist, Kurier und Leibwächter
Unter Mitarbeit von Sandra Zarrinbal und Burkhard Nachtigall (Taschenbuch)
Dieses Buch hat mich, der das Ende des Zweiten Weltkrieges in Berlin vor allem durch die Filme „Der Untergang“ und „Anonyma - Eine Frau in Berlin“ kennt, beeindruckt. Nach den glaubwürdigen Erinnerungen von Rochus Misch schien es 1945 dort im Bunker doch ganz anders und wesentlich zivilisierter zugegangen zu sein, als der „Untergang“ vermittelt. So zeigen gerade die für erwähnenswert gehaltenen Eskapaden des Hermann Fegeleins in dessen Wohnung (S. 213 bis 216), dass es in der Reichskanzlei bis zuletzt anders war.
Neu für mich waren auch die Hinweise, dass der Verfall Hitlers erst mit Einzug in den noch feuchten Bunker massiv zugenommen hat (S. 147); ein Ort, den auch den jungen Misch psychisch nicht kalt ließ. Immerhin konnte er wegen des „Dröhnen des Dieselaggregats“ Hitlers Todesschuss nicht hören. Neu für mich war ebenfalls, dass bei den täglichen Besprechungen konstant mitstenographiert wurde (S. 143), Hitlers Wutausbrüche sich doch erheblich in Grenzen hielten (S. 100, 143, 175) und zu den Besonderheiten von Speer es gehörte, den Diktator aufheitern zu können (156). Auch die Idee von Paulus, sich aus Stalingrad Richtung Kaukasus, statt in die Ukraine zurückziehen zu wollen, habe ich hier zum ersten Mal gelesen (S. 145); ein seltsam utopischer Gedanke. Daneben wirken beiläufige Neuigkeiten wie Hilters Lesebrillen, nächtliche Uhrzeitabfragen beim „Führer“, dessen Ersthund Muck und eine gegen Magenprobleme Haferschleim kochende halbjüdische Köchin (S. 162) geradezu erheiternd. Die sehr guten Fotografien sind ebenfalls äußerst bemerkenswert. Sie widerspiegeln durchaus eine gewisse Lockerheit auf dem Berghof; eine Atmosphäre, die es bei Stalin so nicht gegeben hat. Dazu hätte man auch gerne jenes erwähnte Foto von den mit Sekt anstoßenden deutschen Oberst und englischen Offizieren 1944 gesehen (S. 164). Dass Zivilisten in der Reichskanzlerei anriefen, als die Nachbarn vergewaltigt wurden, hat mich überrascht, noch mehr aber, dass Goebbels diese Telefonanrufe tatsächlich entgegengenommen hat (S. 210). Insgesamt kann man 290 des 335 Seiten langen Buches gut lesen, ob die Wahl auf die Autorin Zarrinbal aber so glücklich war, darf angezweifelt werden, so spricht sie auf S. 151 von einem überraschendem Vorstoß „russischer Artillerie“, gemeint waren natürlich Panzer, oder auch die 12tägige Folterschilderungen von Misch kann sie nicht interpretieren. Wenn eine siebenschwänzige Knute regelmäßig die Hoden trifft (S. 243), ist ein Mann danach impotent; eine Rache an der SS, für die nicht nur die Sowjets bekannt waren. Ihr Kommentar, „er hat gebüßt“ (S. 279), ist geradezu zynisch und menschenverachtend. Zuletzt bleibt noch der ewig erhobene Zeigefinger von Giordano, der sich aber zugleich weigert, mal einen Kommentar zu den Folterknechten auf S. 242 abzugeben.
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gutes Buch, was Einblick in den Kopf eines einfachen Mannes aus dem dritten Reich gibt., 15. Januar 2009
Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Nun ich habe das Buch gelesen und das innerhalb von 3 Tagen. Man kann sagen das ich es interessant fand. Es gibt doch heute kaum etwas was wir nicht über das dritte Reich wissen. Von daher fand ich es interessant in den Kopf eines Mannes zu gucken der Teil des dritten Reiches war. Und ich kann Herrn Misch total verstehen. Er war an der Seite von Adolf Hitler, nur müssen wir nicht denken das Hitler 24 Stunden am tag ein Monster war und das zeigte. Er wusste wie sein Umfeld aussehen sollte und wer sich dort aufhalten konnte. Herr Misch wäre nie auf die Idee eines Attentat gekommen und hätte nie eine Entscheidung seines "Chefs" kritisiert oder hinterfragt und genau deswegen war er in dem umfeld von Hitler. Und das er heute ein Buch schreibt und veröffentlich und seine Gedanken zum besten gibt ist doch vollig ok. Mir hat das Buch gefallen und wenn man sein Wissen vom heutigen Stand ausblendet und sich in die Rolle von Herrn Misch reinversetzt ist das ein gutes Buch. Es ist kein Geschichtsbuch und das sollte auch nicht so sein.

P.S Und Herr Misch sagt auch nie das er nicht wusste das es KZ gibt. Er wusste das es sie gab, aber kannte sie nur als Arbeitslager. Und das galt auch für die restliche Welt, Die wussten erst was in KZ passierte als sie die KZ gefunden haben.
Also ich kann das Buch nur empfehlen.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lesenswert, 12. Juni 2009
Von 
PST "A Reader from Germany" (Eislingen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Fast emotionslos, aber mit vielen hochinteressanten Details geschmückt, erzählt Rochus Misch seine Lebensgeschichte, natürlich mit absolutem Schwerpunkt seine Zeit als Leibwächter Hitler's. Auch die Zeit in russischer Gefangenschaft und Folter wird ohne große Emotion geschildert.

Mir hat besonders gefallen, dass Herr Misch versucht seine Geschichte so zu erzählen, wie er sie damals empfunden hat, ohne das heutige Wissen um der unsäglichen Verbrechen der Nazis. So bekommt man -so meine ich- einen viel besseren Einblick in die damalige Zeit.

Der Stil ist flüssig, interessant und leicht lesbar.

Aus rein biologischen Gründen ist dies wohl das letzte Zeugnis eines Zeitzeugen. Ich empfehle die Lektüre.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Interessant.... aber...!, 11. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Der letzte Zeuge: Ich war Hitlers Telefonist, Kurier und Leibwächter
Unter Mitarbeit von Sandra Zarrinbal und Burkhard Nachtigall (Taschenbuch)
Das Buch ist interessant zu lesen jedoch ist dies ein subjektiver Bericht eines sehr engen Mitarbeiter von AH. Meiner persönlichen Meinung nach wird die Figur AH sehr sehr (zu) positiv beschrieben. Ob der Erzähler wirklich nicht von den Gräueltaten im 3. Reich gewusst hatte, wird wohl auf ewig unbestätigt bleiben.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unverfälscht, unverkitscht, ehrlich, 27. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der letzte Zeuge: Ich war Hitlers Telefonist, Kurier und Leibwächter
Unter Mitarbeit von Sandra Zarrinbal und Burkhard Nachtigall (Taschenbuch)
Viele stoßen sich an der mangelnden Distanz, die sie erwarten wenn es um so ein Thema geht.
Dieses Buch ist aber keine Rechtfertigung aus heutiger Sicht. Da hätte Herr Misch sicherlich ganz andere Töne angeschlagen, wenn er den Nationalsozialismus bewerten bzw. verurteilen sollte. Das wäre ein anderes Buch.

Dieser Buch schreibt Erinnerung auf, und dennoch gibt es ab und zu den Hinweis, warum dieses oder jenes geschehen konnte. Aber eben nur in einem begleitenden Satz. Das Buch widmet sich der Darstellung, wie es gewesen ist.
Diese Authentizität , wie es damals war, ist viel wert, dass jemand ungeniert niederschreibt, wie es für ihn damals war, und wo das Böse nicht so zu greifen ist.

Daher kann ich das Vorwort von R. Giordano nur teilweise nachvollziehen. Da erwartet jemand stellenweise von einem Menschen, der in diese damalige Gesellschaft hineingeraten ist, übermenschliches. Es ist bei Tradul Junge auch nicht anders gewesen. Junge Menschen fehlt die Erfahrung, um über den Dingen zu stehen. Man kann solcherlei Distanz von einem über 40jährigen wohl sicher erwarten, bei jemand der unter 30 ist sollte man etwas mehr Verständnis haben.

Auch die Biografie von Albert Speer hat mir die Augen geöffnet, dass dies Hineingeraten in den Sog des Grauens überraschend für viele Betroffenen war. Die Leute damals kamen aus einer autoritären 19.te Jahrhundert Gesellschaft, in der man damit schon aufwuchs Ja und Amen zu sagen, was den Sog der Zeit angeht. Ein Infragestellen von Entscheidungen, die von oben kamen, war ungewohnt. Heute ist es nicht anders, wenn alle etwas machen, geht man da mit, man will nicht in die Zange geraten. Nur heute sind wie in eine Zeit geboren, in der man nicht mehr so viel Druck von oben erfährt, was die eigene Positionierung angeht. Zum Beispiel fehlt die Strenge im Elternhaus und Schule. Heute gibt es mehr Differenz und Eigenständigkeit.

Und für diesen Zweck, dass man versteht, wie leicht es geht, in die Fänge dunkler Energien zu geraten, ist dieses Buch äusserst empfehlenswert. Natürlich wird auch viel über Hitler selbst gezeigt. Und da offenbart sich ein Bild, das uns manchmal anders erscheint, als man gemeinhin suggeriert bekommt. Denn es ist nicht so einfach mit dem "Bösen". Aufschlussreich wird es, wenn es um die Clique geht, die sich um Hitler scharte.
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