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Auf 2 Säulen beruht der Erfolg von Andrea Camilleri: Auf seinen Krimis mit Commissario Montalbano und aus seinen, ebenfalls in Sizilien angesiedelten, mehr oder weniger auf persönlichen und historischen Tatsachen beruhenden Romanen (zB "Jagdsaison"; "Die sizilianische Oper"...) Die letzteren Werke scheinen im deutschen Sprachraum weniger gut anzukommen als die Montalbano-Krimis. Zu Unrecht, wie ich meine; ich halte diese Romane sogar für Camilleris Meisterwerke.
So auch "Der Märtyrer im schwarzen Hemd": Sizilien nach dem 1. Weltkrieg; wir schreiben das Jahr 1921. Jeder kämpft gegen jeden; fast jeder (Mann) ist bewaffnet: "Faschisten gegen Kommunisten/Sozialisten" lautet die Devise.
3 Faschisten wollen einen kommunistischen Arbeiter verprügeln. Dabei löst sich ein Schuss, einer der 3 Faschisten stirbt daran. Nur: Die Kugel, die den Tod herbeiführte, stammt nicht aus der Pistole des Arbeiters. Wer ist nun der Mörder?
Nun beginnt ein entlarvendes Intrigenspiel, dem man nur staunend folgen kann und das letztlich hochpolitisch ist. All das ist (wieder) verbunden mit der Biografie des Autors.
Herausgekommen ist ein herrlicher, intelligenter, sehr - trotz des Mordes - humorvoller sizilianischer Roman, bei dem einem allerdings manchmal das Lachen in der Kehle steckenbleibt!
Leider nur 5 Sterne möglich!
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am 9. Februar 2009
Camilleri greift ein sehr sensibles und delikates Thema mit großer Meisterschaft auf: die Zeit des Faschismus in Italien. Die Story vom Tod eines Faschisten nach einer Schlägerei mit Kommunisten gibt die Rahmenhandlung für ein perfektes Gemälde der Zeit wischen 1920 und 1930. Camilleri stellt diese Periode der italienischen Geschichte in einer Collage bestehend aus kurzen Berichten, fiktiven Protokollen und Zeitungsartikeln dar. Das hohle Pathos der faschistischen Rhetorik, die Grußformeln der Zeit ("Mit römischem Gruß!"), der "cäsarische Blick" der Faschistenführer werden mit viel Ironie aufgezeichnet. Die Absurdität und der Größenwahn der Zeitgenossen Mussolinis gipfeln in einer Episode, in der dem Duce das Projekt einer sizilianischen Stadt namens "Mussolinia" vorgestellt wird. Als tröstlicher Höhepunkt des Romans erweist sich schließlich die Unbestechlichkeit eines sizilianischen Amtsrichters.

Dass Camilleri es gewagt hat, diese Zeit mit innerem Abstand und mit viel Spaß und Freude am Erzählen darzustellen, ist die Hauptleistung dieses Meisters der spannenden Erzählkunst.
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am 22. November 2009
Habe zwar bis jetzt vorwiegend die Camillerikrimi mit Commissario Montalbano gelesen, die ich durchwegs sehr geschätzt habe und bin erstmalig auf einen "politischen" Roman des Autors gekommen. In der Geschichte, die die typischen Vertuschungen nach einem Mordfall in einem diktatorischen Regime kritisch aufzeigt, tritt wieder der brillante Schreibstil des Autors zutage. Mithilfe von verschiedenen Ansätzen (Zeitungsartikeln, Polizeiprotokollen, etc..) wird das Mosaik um den Tod eines jungen Faschisten zusammengesetzt.
Gnade meiner späten Geburt habe ich diese Zeiten nicht erleben müssen, die - auch aufgrund solcher Romane - NIE WIEDER kommen dürfen.
In diesem Sinne viel Freude beim Lesen.
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am 26. Juni 2010
Sizilien 1921, eine Schlägerei läuft aus dem Ruder und einer der Beteiligten wird erschossen. Was wie eine Allerweltsgeschichte beginnt, entwickelt sich zu einem historischen Politthriller der Extraklasse. Und wenn ich sage "historisch", dann meine ich nicht diese Möchtegern-Historienromane, wo Geschichte nur schmückendes Beiwerk ist, sondern hier wird voll ins politische und gesellschaftliche Leben gegriffen, und das in einer zugleich kompetenten und amüsanten Weise, wie man es nur selten erlebt. Die mitunter schon satirische Sprache konterkariert teilweise die Handlung, denn angesichts der beschriebenen faschistischen Machtübernahme bleibt einem mitunter das Lachen im Halse stecken. Einfach herausragend.
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am 19. Juli 2009
Die Erzählung ist packend, die Figuren wirken so echt, und das sizillianische Temperament ist dauernd zu spüren. Verwirrend - ein echter Camilleri halt - ist wohl die Vielfalt der Namen.
Ansonsten für jeden Liebhaber der Werke Camilleris ein Muss.
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