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am 30. Juli 2007
12 Universitätsprofessoren und -dozenten für Philosophie tun sich zusammen und schreiben ein Buch über die Simpsons. Das Resultat ist dabei dieses höchst unterhaltsame Büchlein geworden. Dabei betonen die Herausgeber im Vorwort, dass hier nicht versucht werden soll, die Serie als Quelle hochgeistiger Philosophie darzustellen, sondern zu zeigen, wie man mittels der Simpsons als Inspirationsquelle Philosophie betreiben kann, und diese für den Laien (wie mich) leicht lesbar darstellt. Das Vorhaben ist größtenteils ausgezeichnet gelungen, es muss jedoch angemerkt werden, dass dieses Buch nur für Fans geeignet ist.

Im ersten Teil des Buches wird jeder Charakter der Familie Simpson in einem Essay präsentiert. Zunächst wird der Frage auf den Grund gegangen, warum ein primitiver Urmensch wie Homer dennoch Sympathieträger der Serie sein kann, anhand von Lisa wird die Stellung der Intellektuellen in der (amerikanischen) Gesellschaft diskutiert, und die Skepsis, welche die gebildeten Eierköpfe dort hervorrufen.
Maggie bildet die Brücke zum Schweigen des Zen-Buddhismus und Wittgensteins Sprachphilosophie, Marge ist das Musterbeispiel für praktische Vernunft - hier wird auch u.a. der Unterschied zwischen ihrer Religiosität und jener von Ned Flanders herausgearbeitet. Schließlich (und dies der mühsamste Teil), wird noch versucht zu klären, inwiefern Gemeinsamkeiten zwischen Bart und Friedrich Nietzsche vorliegen (beide die 'bösen Buben' ihrer Zeit), und ob Bart die (Cartoon-)Verkörperung des sein Wesen und Charakter selbst entwickelnden Übermenschen ist, oder einfach nur ein desorientiertes, planloses Kind.

Die folgenden Teile widmen sich u.a. der Moral und Ethik in der verkommenen Stadt Springfield, und der Unfähigkeit des Monty Burns, wahres Glück zu empfinden.

Den Autoren gelingt hier ein herrliches Werk, wo eine gelungene Verwebung von Literatur- und Filmzitaten stattfindet - wo sonst findet man innerhalb zweier Textzeilen ernsthafte Referenzen auf Nietzsches 'Also sprach Zarathustra' und andererseits Homers rasende Autofahrt duch den Central Park in 'Homer und New York'.

Das Buch wurde bereits 2001 veröffentlicht, d.h. sämtliche Episoden auf die Bezug genommen wird, sind die älteren Klassiker - interessant, dass die deutsche Veröffentlichung ein paar Wochen vor Filmstart stattfindet. Ein klares Zeichen für den moralischen Verfall.

Ausgezeichnet mit dem Armin Tamzariak Literaturpreis und der Barney Gumble Duff Trophy. Vier Finger nach oben!
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Homer als Repräsentant der aristotelischen Ethik? Lisa als Verkörperung des gespaltenen Verhältnisses der Amerikaner zu ihren Intellektuellen? Marge als Vertreterin eines christlich angehauten Aristotelismus? Bart ein Übermensch im Sinne Nietzsches? Und Maggie schließlich auf den Spuren altchinesischer Philosophie? Eine ganze Generation von Menschen wächst seit nunmehr knapp 20 Jahren mit den Simpsons auf - und das weltweit. Dass die gelbe Familie mitnichten als anspruchslose Berieselung fürs Kinderprogramm taugt, bestreitet mittlerweile kaum jemand mehr. Teilweise bitterböse kommentieren die Simpsons tagespolitische Ereignisse und die amerikanisch-westliche Konsumkultur, ohne sich dabei auf einen bestimmten Standpunkt festnageln zu lassen. Die im Jahr 2000 erschienene Darstellung "Die Simpsons und die Philosophie" beschäftigt sich in insgesamt 11 Essays mit verschiedenen philosophisch-ethischen Fragestellungen rund um das Leben in der Kleinstadt Springfield. Das Buch ist unterteilt in drei Hauptabschnitte: Teil I: Die Figuren; Teil II: Ich hab nichts gemacht - Ethik und Die Simpsons; Teil III: Die Simpsons und die Philosophie.

Das Buch ist ein absolutes Muss für jeden, der die Simpsons kennt und zumindestens ein bisschen an philosophisch-kulturellen Fragestellungen interessiert ist. Höhepunkt der Darstellung ist der Beitrag "Ein Marxist in Springfield (Karl, nicht Graucho)" (173-198) von James M. Wallace. Hier beschäftigt sich der Autor mit der Frage, ob die Simpsons als eher subversiv oder systemkonform einzustufen sind. Dabei heißt es über das ideologiekritische Potential der Serie: "In der Tradition der Komödie hätte demnach [...] eine subversive Satire wie Die Simpsons das Ziel, Heuchelei, Angeberei, exzessiven Kommerz, unnötige Gewalt und andere Merkmale unserer modernen Gesellschaft bloßzustellen und gleichzeitig auf etwas Besseres zu verweisen. Marxistisch ausgedrückt hieße das, satirische Komödien wie Die Simpsons schaffen zeitweilig Distanz zu der herrschenden Ideologie des kapitalistischen Amerika" (179). Das wahrhaft Besondere und Einzigartige an der Serie sei jedoch ihre Pluralität an Interpretationsmöglichkeiten, die sie zu einer perfekten Projektionsfläche gestaltet und eine eindeutige Kategorisierung nicht zulässt. Diese Idee bringt David L.G. Arnold in seinem Beitrag "Und der Rest schreibt sich von selbst - Roland Barthes sieht Die Simpsons" (199-223) zum Ausdruck: "Die Handlung einer Episode von Denver Clan oder Der Prinz von Bel-Air führt uns [...] in eine vorhersehbare Richtung und kulminiert in einer zufrieden stellenden Lösung. Doch der schreibbare oder plurale Text der Simpsons widersteht dieser Konformität. Indem die Signifikanten in den Vordergrund und zugleich freudig von vorhersehbaren Signifikanten getrennt werden, lässt diese Sendung ein freieres, assoziatives Lesen zu und erhält dadurch eine tiefere satirische Kraft" (223).

Fazit: Informativ, ironisch und fesselnd wird in allen Essays deutlich, warum diese Sendung auch nach knapp 20 Jahren weiterhin ein absoluter Dauerbrenner in der westlichen Welt und darüber hinaus bleibt. Tagespolitische Ereignisse und grundlegende Konstanten unserer Kultur werden hier reproduziert, ironisiert und kritisiert. Die Darstellung bietet einen hervorragenden Zugang zu der philosophisch-kulturellen Dimension der Serie, so dass der Zuschauer sie in Zukunft mit noch mehr Gewinn anschauen kann. Es bleibt zu hoffen, dass das Buch irgendwann mal aktualisiert wird, da seit dem Jahr 2000 ja nicht gerade wenig in der Welt passiert ist und die Auswüchse der Bush-Ära auch in den Simpsons reichhaltig reflektiert worden sind.
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am 1. Februar 2008
Ist Homer Simpson nach den Morallehren des Aristoteles ein moralischer Mensch? Welchen Wert hat das Schweigen? Und wie kann man diesen Wert an der Person von Maggie Simpson klar machen? Praktische Vernunft, ganz im Kant'schen Sinne, kann man an Marge Simpson ablesen - und hätte Bart dem alten Nietzsche gefallen? Und nicht nur die Familie selbst steht im Mittelpunkt der philosophischen Betrachtungen. Es geht auch um Monty Burns und seine Moral", aber auch um die Serie an sich und die Frage, ob Die Simpsons" eine Satire ist und worauf ist sie aus ist?

Die einzelnen Essays sind durchaus anspruchsvoll, wenden sich aber prinzipiell schon an Leser, die keine größere Vorbildung haben. Allerdings ist die Form eines Hörbuches etwas schwieriger. Da muss man teilweise schon sehr genau zuhören, um die einzelnen gedanklichen Wendungen gut zu verstehen. Und ein bisschen Vorbildung schadet zumindest nicht, wenn die Gedankenkonstrukte komplizierter werden.
So ganz nah an den Simpsons sind die Essays nicht immer, oft muss einigermaßen weit ausgeholt werden, damit der betreffende Philosoph adäquat dargestellt werden kann. Wer also keinen Draht zur Philosophie hat, dem wird er hier auch nicht einfach so zufallen.
Wer die Serie nicht kennt, der hat natürlich auf der anderen Seite auch seine Probleme, denn die Charaktere und einige der klassischen Folgen - das Buch ist im Original von 2001 - sollte man schon kennen.
Die beiden Vorleser machen ihre Sache gut, auch wenn die Stimme von Bart Simpson immer ein bisschen danach ruft, ob nicht auch die eine oder andere Stimme mehr aus der Serie hier auftauchen könnte, oder, noch besser, ob nicht einfach Zitate aus der Serie im Originalton eingearbeitet werden könnten.

Die Zielgruppe des Hörbuchs sind philosophierende Simpsonsfans, davon wird es einige geben. Die müssen sich aber auch Zeit und Muße mitbringen und dürfen keine leichte Kost erwarten. Dann aber gibt es interessante philosophische Konzepte und ein gut gelesenes Hörbuch.
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am 23. Oktober 2007
Dieses Buch über die Simpsons ist wirklich außergewöhnlich. Genau wie die Zeichentrickserie spricht es sowohl Kinder als auch Erwachsene an und erweitert den Horizont des Lesers ohne jemals zu didaktisch zu werden. Informativ wie "Die Philosophische Hintertreppe", dabei aber viel unterhaltsamer, ist es ein Buch, dass man kapitelweise goutieren sollte. Wie ich in meinem Freundeskreis feststellen konnte, muss man kein eingefleischter Simpsons-Fan sein, um das Buch zu lieben. Sollte man aber zu den Menschen gehören, die wie ich schon seit mehreren Jahren jedes Ereignis in Springfield mitverfolgen, wird man feststellen, dass da jemand sehr sorgfältig und mit Liebe zum Detail recherchiert hat. Wirklich ein Genuss!
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am 8. Juli 2010
Dieses Buch schürt sehr leicht falsche Erwartungen. Deshalb sollte man vor dem Kauf einige Dinge beachten.

"Die Simpsons", werden in diesem Buch lediglich als Vehikel verwendet, um Philosophie als Ganzes, aber auch um einzelne philosophische Konzepte einem breiten Publikum schmackhaft zu machen. Es geht NICHT darum, etwaige Philosophien den Serien oder der Figuren herauszuarbeiten.

Als ich zum Buch griff, mußte ich schmunzeln aufgrund der Verbindung zwischen Philosphie und Zeichentrickserie. Ich liebe die Simpsons und ich bin offen für Philosophie. Aber was dann beim Lesen folgte, war eine totale Enttäuschung.

Statt den Witz und Charme der Serien aufzugreifen und hiermit den Simpsons-Fan das Thema Philosophie nahe zu bringen, verliert sich das Buch in staubtrockene, umständlich zu verstehende, akademische Ausführungen.

Hätte ich vorher von der Abwesenheit des Simpsons-typischen Witzes gewußt, hätte ich gleich zu akademischen Abhandlungen über Nietsche, Sokrates, Schopenhauer, Satré etc. greifen können. Ich glaube, dieses Buch ist ein Nischenprodukt für eine Nischengruppe und wird innerhalb der Simpsons-Anhängerschaft auch nur jene zufriedenstellen, die sich studien-, interessen- oder berufsbedingt mit Geistenwissenschaft beschäftigen.

Wer "geistreichen" Humor erwartet, sollte vor dem Kauf unbedingt ein paar Seiten querlesen. Nur um zu prüfen, ob das Schreibniveau den eigenen Erwartungen entspricht.
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am 30. Dezember 2009
Ich finde das Buch toll. Die schlechten Kritiken verstehe ich überhaupt nicht. Im Vorwort zum Buch steht eindeutig dass es nicht um die "Philosophie der Simpsons" geht sondern um "die Simpsons UND die Philosophie", das heisst es ist ein Buch über die Philosophie das immer wieder mit Beispielen aus den Simpsons untermauert wird. Ich finde es toll auch anspruchsvollere Gedanken zu lesen, und ab und zu durch ein heiteres "Simpsons"Gedankenspiel aufgelockert zu werden. Wer mehr Simpsons in dem Buch haben möchte, der schaut sich lieber gleich die Serie an - denn wie richtig angemerkt wurde - wer braucht schon den Humor der Simpsons erklärt - den versteht man auch so. Eine meiner Meinung nach sehr gut abgewogene Mischung von Philosophe und Simpsons.
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am 16. Dezember 2009
Den Autoren gelingt es ausgezeichnet die philosophisch-ethischen Fragen in Zusammenhang mit den Simpsons zu erörtern. Wenn man die Charaktere der serie halbwegs gut kennt, werden die einzeln diskutierten Eigenschaften auch sehr gut anhand des fiktiven praktischen Beispiels verständlich.

Für die Übersetzung gibt es leider einen Punkt Abzug. An vielen Stellen werden Dialoge zitiert, welche der Übersetzer offenbar direkt übersetzt hat, ohne auf die bereits existierende Variante in der synchronisierten Episode Rücksicht zu nehmen. Dies mindert den Lesespaß etwas.

Ebenfalls gilt es zu bedenken, dass das Buch, wie schon der Titel sagt sich um die Simpsons und die Philosophie dreht, man muss also beides mögen, um das Buch zu lieben.
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Die Lektüre dieser speziellen Einführung in philosophische Grundfragen erinnerte mich an einen Lehrer, der uns im Unterricht mit seinen anschaulichen Beispielen verblüffte, aber bei Prüfungsfragen plötzlich einen anderen Ton anschlug. Damit will ich Leser davor warnen, die Simpsons als Garant für einfache Verständlichkeit zu sehen. Homer, Marge, Burt, Lisa und wie sie alle heißen haben vor allem die Funktion, die Leser bei Bildern abzuholen, die sie bereits kennen. Dieses didaktische Konzept ist zwar gewitzt, wird aber oft überstrapaziert. Vor allem weil diese Comics- und Filmhelden so unglaublich widersprüchlich sind. Das ist natürlich von den Erfindern der Simpsons so gewollt, weil sie damit auf die Widersprüchlichkeit der modernen Zeit hinweisen wollen und aus dieser Figurenkonstellation auch dramaturgische Vorteil ziehen können. Für eingefleischte Simpsons-Fans sind die hergestellten Bezüge zu den vorgestellten Philosophen sicher klarer, weil jeweils auf die entsprechenden Episoden hingewiesen wird. Kann man jedoch diese Filmsequenzen nicht abrufen, schaffen die vielen Verweise eher Verwirrung als Klarheit.

Anspruchsvoller als erwartet finde ich die Lektüre auch, weil allzu viele philosophische Fragen behandelt werden, ohne dass klärende Klammern gesetzt oder ein roter Faden gesponnen wird. Mir hätte es gereicht, wenn die Familie nur als Projektionsfläche und Beispielsammlung für Fragen der Typen- und Tugendlehre sowie der Ethik gedient hätten. Herausgeber und Autoren überfordern ihre Leser, zumindest mich, wenn sie Dutzende von Philosophen aufmarschieren lassen und kreuz und quer durch die Jahrhunderte reisen.

Jeder Simpson-Kenner weiß natürlich, dass in Springfield keine Heiligen wohnen und die Familienmitglieder für ihre Verhaltensweisen auch bestraft werden dürfen. Doch bei einigen Autoren hatte ich fast das Gefühl, sie würden die Figuren missbrauchen, um allzu komplizierte Erklärungen zu kaschieren. Jedenfalls sprechen die Comicsfiguren oft klarer als ihre Interpreten.

Mein Fazit: Auch wenn dieses Philosophiebuch offenbar preisgekrönt ist, bin ich nicht ganz so begeistert wie die Jury. Zu viele Gedanken, zu viele Philosophen, zu viele Jahrhunderte werden oft sehr salopp mit den Geschichten verbunden, die wir nicht deshalb lieben, weil sie uns die Welt erklären sollen.
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am 24. April 2010
"Ist er?" dürfte wohl die erste Frage nach dieser Überschrift lauten. Die Riege amerikanischer Philosophen um Ass.-Prof. William Irwin argumentiert jedenfalls in diese Richtung. Das ist jedoch nicht mehr als ein Nebenstrang der Diskussion, die im Text geführt wird.
Eigentlich geht es darum, anhand der Serie "Die Simpsons" komplexe philosophische Themen leicht zu erklären und im Gegenzug eine kleine philosophische Deutung der Serie zu versuchen; was beides überraschend gut gelingt. Die Autoren jubeln darüber, wie der Cartoon Nietzsches Weltbild auf vollkommene Art verkörpert, daß die Bewohner von Springfield den Begriff "Heuchelei" besser verdeutlichen als jede theoretisch-philosophische Abhandlung und daß Homer Simpson - auf altgriechische Weise betrachtet - durchaus bewundernswerte Züge besitzt.
Sie wenden philosophische Konzepte mit einer Lust auf die erfolgreichste Familienserie aller Zeiten an, daß es ansteckend ist. Dabei verrennen sie sich nicht in trockenen Interpretationen, sondern bringen immer wieder Praxisbeispiele, Charakterisierungen und Serienzitate, um möglichst nah am Objekt ihrer Deutung zu bleiben.
Für Menschen, die die Serie mögen und mit Philosophie eher wenig am Hut haben, ist das Buch empfehlenswert, weil es anschaulich einige überraschende Erkenntnisse über die Figuren bereithält (Ich muß allerdings zugeben, daß die letzten beiden Kapitel selbst für jemanden, der solche Dinge im Studium bearbeitet hat, etwas schwieriger zu lesen sind... und für Laien dann vielleicht nicht so das Gelbe vom Ei...).
Für diejenigen Leser, die mehr Philosophen als Fans sind, bietet es Argumentationsbeispiele, die weniger theoretisch daherkommen als die meiste Lehrbuchphilosophie, und wer in "Die Simpsons und die Philosophie" hineinsieht, weil er die "Gelbe Gefahr" UND die "Freundschaft mit der Weisheit" zu gleichen Teilen schätzt, wird erst recht seinen Spaß haben.
Rundum schön gemacht, aufgrund überschaubarer Länge und guter Kapiteleinteilung auch mal für den kleinen Lesehunger zwischendurch zu empfehlen und in seiner Sprache nicht zu abgehoben (bis auf die erwähnten Ausnahmen). Lesern, deren Intellekt nicht über Homer Simpsons gedankliche Sphäre hinausgeht, muß ich allerdings abraten: Ganz so einfach ist es dann doch nicht zu lesen. Aber wer ist schon wie Homer?
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am 20. Januar 2010
Der Markt an Philosophie-Büchern wächst in den letzten Jahren. Warum das so ist, dafür gibt es verschiedene Erklärungen, aber der momentane Zeitgeist bringt es mit sich, dass sich auch der Ottonormalverbraucher hin und wieder nach ein wenig Weltweisheit sehnt - natürlich möchte er dabei wenn möglich auch noch unterhalten werden. Das erklärt zumindest den reißenden Absatz von Richard David Prechts Büchern, doch dieser konnte mich mit seinem seltsamen Mix aus allerlei Forschungsdisziplinen, der zwar viel versprach aber aufgrund fehlender Stringenz in der Ausführung dann eher zur Verwässerung des Inhalts führte und der von einem sprachlich wenig eleganten Ausdruck geprägt war, sich nebenbei nun nicht so ganz entscheiden konnte, ob es denn nun ernsthaft oder doch lieber populärwissenschaftlich bleiben sollte, nicht überzeugen. Daher fragt es sich nun, wie es denn hier im Reich unserer kleinen gelben Freunde um die Weltweisheit bestellt ist.

Was will dieses Buch überhaupt? Zunächst einmal möchte es eigentlich, so zumindest die Herausgeber, weder die Simpsons hochphilsophisch aufarbeiten, noch hochkomplexe philosophische Probleme an den Simpsons erklären. Letztlich tut es zwar beides in gewisser Weise dann doch, doch was hier zählt ist nicht die Ernsthaftigkeit einer akademischen Disziplin. Viel mehr sind alle Autoren, die an den unterschiedlichen Abschnitten des Buches beteiligt waren große Fans der Simpsons und bemühen sich darum, mit Philosophie und Artverwandtem ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Mit viel Humor und stets einem Augenzwinkern nähern sie sich mal den Simpsons auf philosophische Weise und mal einem philosophischen Thema mit Beispielen aus Springfield.
In den meisten Fällen gelingt das auch wirklich gut und man hat seine Freude an dieser Lektüre. Ich persönlich befand vor allem die Essays "Homer und Aristoteles" von Raja Halwani, "Lisa und der amerikanische Antiintellektualismus" von Aeon J. Skoble und "Also sprach Bart - Über Nietzsche und die Tugenden des Bösen" von Mark T. Conrad nicht nur als sehr gut geschrieben und äußerst amüsant, sondern auch lehrreich im Hinlick auf den philsophischen Gehalt, der freilich auf populärwissenschaftlicher Ebene bleibt. Lowlights sind dagegen "Die moralische Welt der Familie Simpson - Eine kantische Perspektive" von James Lawler und Kelly Dean Jolleys "Was Bart Denken nennt", in dem ein abenteuerlicher Spagat zwischen Bart Simpson und Martin Heidegger abenteuerlich in die Hose geht. Die übrigen Essays sind mehr oder minder lesenswert, es mag auch bei den Hoch- und Tiefpunkten geschmackliche Unterschiede geben.

Für wen lohnt sich das Buch? Eigentlich für jeden, der schon immer gern die Geschichten aus Springfield im Fernsehen gesehen hat und der Ansicht ist, dass hinter den Simspons mehr stecken kann, als banale Abendunterhaltung, aber auch gerade das sein dürfen und manchmal auch sein sollten. Der Leser sollte sich an den Dingen, die er versteht und an denen er Spaß hat freuen, aber auch den Mut haben, einen angefangenen Abschnitt auszulassen und sich dem nächsten zuzuwenden, falls man so gar nicht durchsteigt, worauf der Autor denn nun hinaus will.
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