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32 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einsichten in eine vergangene Despotie: Ein bedrückendes Audio-Portrait
Am 12. September 1974 wurde der äthiopische Kaiser Haile Selassie durch einen revolutionären Militärrat unter der Führung des Offiziers Mengistu Haile Mariam abgesetzt. Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der Machtfülle des Kaisers, der zu keiner Reform des konservativ-aristokratischen Staatsaufbaues bereit war, und eine akute...
Veröffentlicht am 28. Januar 2008 von Dr. Matthias Korner

versus
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3.0 von 5 Sternen König der Könige
KAPUSCINSKI, Ryszard: "König der Könige. Eine Parabel der Macht", Zürich 2012
Der Autor ist ein polnischer Journalist, der das Leben des Königs von Äthiopien, Haile Selassie beschreibt. Er tut es, indem er seine eigenen Erlebnisse erzählt und ehemalige Mitarbeiter des Königs zu Wort kommen lässt. Diese Gegenüberstellung...
Veröffentlicht am 1. Juni 2012 von Johann Guenther


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32 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einsichten in eine vergangene Despotie: Ein bedrückendes Audio-Portrait, 28. Januar 2008
Von 
Dr. Matthias Korner "brundisium" (Ratingen, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Am 12. September 1974 wurde der äthiopische Kaiser Haile Selassie durch einen revolutionären Militärrat unter der Führung des Offiziers Mengistu Haile Mariam abgesetzt. Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der Machtfülle des Kaisers, der zu keiner Reform des konservativ-aristokratischen Staatsaufbaues bereit war, und eine akute Verschlechterung der Nahrungsmittelversorgung hatten zu Studentenunruhen und einem Militärputsch geführt. Die mehr als 30-jährige Alleinherrschaft des 1892 geborenen Negus war zu Ende. Haile Selassie hatte sich 1930 nach einem Putsch der christlich-orthodoxen Aristokratie gegen einen islamfreundlichen Konkurrenten zum Kaiser krönen lassen. Er führte von 1930 bis 1936 sowie - unterbrochen durch die Zeit italienischer Militärbesatzung - von 1941 bis 1974 in Äthiopien ein an den französischen Sonnenkönig erinnerndes Feudalregime, in dem sich alles um ihn drehte.

Der weltbekannte polnische Schriftsteller, Journalist und Historiker Ryszard Kapuscinski hat vier Jahre nach Haile Selassies Absetzung mit seinem Werk ,König der Könige` (so die wörtliche Übersetzung des amharischen ,Negus Negesti`) die kaiserliche Zeit wieder aufleben lassen. Er hat unter schwierigen Umständen und unter Gefahr für sein Leben frühere Diener, Beamte und Lakaien stundenlang befragt. In einer literarischen Collage aus Stimmen abgetauchter Untergebener des gestürzten Kaisers gewährt Kapuscinski intime Einblicke in Strukturen, Abläufe und Eigenheiten der kaiserlichen Herrschaft. Herausgekommen ist eine so bedrückende wie instruktive Studie der Architektur autoritärer Macht. Das ist auch komisch, wenn er schildert, daß das kaiserliche Schoßhündchen bei der morgendlichen Audienz die Schuhe der strammstehenden Minister bepinkelte, und der Kaiser statt seinen Hund aus dem Saal schaffen zu lassen, lieber einen Diener damit beschäftigte, Hundepisse von Ministerschuhen zu entfernen.

Im Jahre 2002 hat der Eichborn Verlag zusammen mit dem Hessischen Rundfunk Kapuscinskis Werk im Rahmen der von Hans Magnus Enzensberger herausgegebenen Reihe ,Die Andere Bibliothek im Ohr` in ein mitreißendes Hörspiel umgesetzt. Durch die große Anzahl von mehr als 30 Sprechern, die die verschiedenste Beamten Diener, Lakaien und Offiziere verkörpern, entsteht ein mehrstimmiges und vielschichtiges Bild des Herrscheralltages, das auch die kleinsten Facetten beleuchtet. Das Hör-Portrait zeichnet den im Ausland geschätzten Haile Selassie als einen im Inland so scharfsinnigen wie willkürlichen Herrscher, der bedenkenlos Unschuldige zum Tode verurteilte und in demselben Moment Schuldige mit Privilegien und Geldgeschenken belohnte. Das ist sehr professionell gemacht, sodaß sich der Hörer eine authentische Vorstellung der Regierungsabläufe und Methoden kaiserlicher Machterhaltung machen kann. Die pointierte - gelegentlich auch über überpointierte - musikalische Schlagzeuguntermalung verstärkt die Dramatik der geschilderten Ereignisse.

Fazit: Das aus 2 CDs bestehende Hörspiel mit einer Laufzeit von knapp zweieinhalb Stunden besticht durch seine authentischen Schilderungen. Es ist mehr als bedauerlich, daß dem am 23. Januar 2007 verstorbenen Meister der literarischen Reportage die Vollendung seiner 1978 mit ,König der Könige` begonnenen und 1982 mit Schah-in-Schah fortgesetzten geplanten Trilogie der Macht nicht mehr vergönnt war. Höchst empfehlenswert.
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28 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Superbuch über Macht und Politik, 29. Juni 2004
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Haile Selassie ist ein unglaublicher Führer der III. Welt. Er hält sich an der Macht, spielte jede Karte richtig und am Ende stürzt er doch. Kapudcinski spürt alte Hofdiener auf und läßt sie erzählen. Sie zeichnen ein Bild einer höfischen Gesellschaft, in der am Ende immer ein Mensch alles wußte, jeden manipulierte und sich aus jeder Schlinge rauszog: Haile Selassie. Die Art, wie die ehemaligen Diener den ex-Kaiser Äthiopiens beschreiben grenzt an Heiligenverehrung. Und in der Tat in Jamaika gilt er vielen Menschen als eine Art Gott. Das Buch konzentriert sich voll und ganz auf seine Regentschaft. Nur am Rande wird sein Leben nachgezeichnet.
Wer sich für Afrika, Politik und Macht interessiert, sollte dieses Buch unbedingt lesen.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mit menschenfreundlicher Ironie an einen byzantinischen Hof., 29. Dezember 2009
Von 
Kankin Gawain "Bis übermorgen dann..." (Eutopia) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: König der Könige: Eine Parabel der Macht (Taschenbuch)
Statt eine staubtrockene Reportage zu schreiben, lässt Kapuscinski die Großen und Kleinen des äthiopischen Hofes in kurzen fiktionalen, aber auf realen Interviews basierenden Berichten zu Wort kommen. Es wird deutlich, dass der Kaiser zwar alles zum Erhalt der Macht Notwendige tat bzw. unterließ, jedoch letztlich nicht den stürmischen Veränderungen des 20. Jahrhunderts standhalten konnte.
Anregend und spannungsreich wird unterdessen der überbordende Byzantinismus von Hofleben und Protokoll auf der einen und die bittere Armut der breiten Massen auf der anderen Seite geschildert - und dies wiederum in einem Volk, das Träger einer tausendjährigen (christlichen) Hochkultur ist und dennoch technologisch zu den rückschrittlichsten der Welt zählt. Lesenswert in Form gebracht wird dieser Inhalt schließlich durch die feinsinnige und menschenfreundliche Ironie, welche zu den großen Stärken des polnischen Autors zählt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tolle Zeitreise, 3. April 2011
Von 
Frank Scholl (Frankfurt Main) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: König der Könige: Eine Parabel der Macht (Taschenbuch)
Ein super Buch und eine Zeitreise ins Afrika der 30er- bis 60er Jahre. Empfehlenswert für alle, die sich für afrikanische (neuere) Geschichte interessieren, aber auch für alle Rastafarians, die mehr über das Seelenleben von His Imperial Majesty Haile Selassi-I erfahren wollen. Flüssig geschrieben wie ein Roman.
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5.0 von 5 Sternen immer aktuell, 22. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: König der Könige: Eine Parabel der Macht (Taschenbuch)
ein ganz tolles Buch, spannend zu lesen, es kommt daher wie ein Märchen, ist aber so aktuell wie es nur sein kann
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5.0 von 5 Sternen Macht als Selbstzweck, 17. April 2011
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: König der Könige: Eine Parabel der Macht (Taschenbuch)
Kapuscinski schildert die absolute Monarchie Haile Selassies aus der Sicht seiner Palastdiener. Die gedankliche und sprachliche Qualität der Äußerungen seiner Interviewpartner stellt alles in den Schatten, was man sonst aus dem Bereich der "oral history" kennt, und deutet auf erhebliche Nachbearbeitungen hin. Dies ist gewollt und es wäre wohl sinnlos, hinter der Parabel die historische Wahrheit zu suchen. Die Behauptung, hier habe einer das Wesen der Macht erkannt, greift eindeutig zu weit. Vielmehr zeigt Kapuscinski das Wesen einer erstarrten Macht, deren einziges Ziel die Machterhaltung ist, während das so beherrschte Volk völlig aus dem Blickfeld geraten ist. Der gesamte Hofstaat beschäftigt sich mit dem Konkurrenzkampf um persönliche Ehre, die gleich der Nähe zur Macht ist, während der Kaiser selbst ebenfalls damit zufrieden ist, dass sein Rang respektiert wird. Auch Korruption erscheint hier in einem anderen Licht: wer die Möglichkeit dazu hat, beweist damit seinen Status. Zu Sachentscheidungen ist ein solches Regime allerdings nicht fähig. Bizarr schließlich, wie dieser Kaiser gestürzt wird: selbstverstänfdlich "im Namen des Kaisers", womit sein Rang als der, von dem alle Entscheidungen ausgehen, hinreichend gewahrt wird.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der letzte Kaiser Äthiopiens, 27. November 2009
Von 
Mag Sarah Krampl "sarahkrampl" (Villach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: König der Könige: Eine Parabel der Macht (Taschenbuch)
Ryszard Kapuscinski (1932-2007) war ein polnischer Reporter und Schriftsteller. Nach und während dem Studium der Geschichte in Warschau war er Korrespondent in Asien, besonders in Java, China, Afrika und Lateinamerika. Er schrieb für mehrere politischen polnischen Zeitschriften. Insgesamt erhielt er 40 Preise und Ehrungen und ist einer der meist übersetzten polnischen Autoren.

Dieses Buch über den letzten äthiopischen Kaiser Haile Selassie, der in Äthiopien von 1930 bis 1974 regierte, spiegelt sowohl in Inhalt als auch in der Sprache die damalige Zeit wider. Der Roman ist so aufgebaut, dass mehrere Diener des Königs über ihr Leben am Königshof berichten. Am auffälligsten sind die Intrigen und Hierarchien zu nennen, die sich unter dem Regime von Selassie in Übermaß etablierten. Es herrschte am Königshof nur Falschheit und Hinterlistigkeit. Die äußere Fassade der Diener stimmte überhaupt nicht mit dem überein, was sie wirklich dachten und fühlten. Und dieser Selassie war praktisch der Hinterlistigste von allen, weil er vor allen anderen Menschen die Fassade "absolut unantastbar" zum Vorschein kommen ließ. Der König wechselte von Zeit zu Zeit seine intimsten Berater um eben nicht in die Verlegenheit zu kommen durchschaut zu werden bzw. angegriffen zu werden. Er nützte seine Macht aus um eben an der absoluten Macht zu bleiben. Das einzig positive an diesem König war seine Offenheit gegenüber Erneuerungen und Modernisierungen in seinem Land. Er war der erste König Afrikas, der Auslandsreisen unternahm und aus diesen Reisen mit konkreten Neuerungsplänen für Stadt und Kultur zurückkam. Dass in seiner Regierungszeit jedoch die Hungersnöte ausbrachen spricht nicht unbedingt für seine Güte gegenüber dem eigenen Volk.
In diesem Buch wird Haile Selassie als realitätsfremd beschrieben. Er kennt die meisten Nöte seines Volkes gar nicht und selbst wenn er sie kennen lernen würde wird ihm das von seinen Beratern verwehrt, weil diese ihrerseits Angst haben ihren Posten zu verlieren und nur dem König gefallen möchten. Das Volk will auch nur dem König gefallen weil die Erwartungen einer Besserung ihrer Lage so übermäßig groß sind, dass die meisten Menschen nur danach trachteten einen Blick des Königs zu erhaschen. Man stelle sich das einmal vor! Schon alleine ein flüchtiger Blick des Königs reichte aus, um dem Menschen Hoffnung auf Besserung ihrer misslichen Lage zu geben. Hoffnung, dass sie vielleicht irgendwann einmal einen Dienerposten im königlichen Hof erhalten würden. Interessant war zu erfahren, dass ein Diener nicht einfach nur Diener war, sondern es gab für jede einzelne Tätigkeit einen Diener: einen, der dem König die Schuhe putzte, einer der dem König das Bett richtete, einer der dem König die Türe öffnete usw. Jeder Diener hatte eine bestimmte Aufgabe und diese wurde zur Gänze ernst genommen und peinlich genau erfüllt.
Der Autor versucht auch mit der Sprache diese sich gänzlich von unserer europäischen Kultur unterscheidende Gesellschaft Äthiopiens wiederzugeben indem er einen eigenen, sehr kunstvoll herausgearbeiteten Schreibstil entwickelt. Es tritt eine große künstlerische Leistung Zutage, die dem Inhalt des Buches, den Ereignissen darin eine Art Ewigkeit verleihen. Beim Lesen kommt man sich vor wie in einem Traum, einer gänzlich anderen Welt.
Ein sehr schönes Buch.

Hier noch ein paar Textstellen:

Denn das Gesicht allein ist anonym; der Name allein eine Abstraktion. Man muss konkret werden und eine Gestalt annehmen, um sich abzuzeichnen.

Welchen Wert hat schon das Leben eines Menschen? Ein anderer Mensch existiert nur insofern, als er uns im Weg steht.

Sie haben sich daran gewöhnt, aus dem nichtigsten Grund die Pistole zu ziehen und zu schießen.
Zu töten.

Statt einer Sonne hätten fünfzig geleuchtet, und jeder hätte einem selbstgewählten Planeten seine Huldigung dargebracht. O nein, mein Freund, man darf die Menschen nie einer so verhängnisvollen Freiheit ausliefern. Es darf nur eine Sonne geben, so will es das Gesetz der Natur, und alle anderen Theorien sind verantwortungslose und gotteslästerliche Häresien.

Der Thron verleiht Würde, aber nur im Kontrast zu der ihn umgebenden Demut; erst die Demut der Untertanen gibt dem Thron seine Macht und seinen Sinn, ohne sie ist der Thronsessel nur ein Stück Dekoration, ein unbequemer Lehnstuhl mit abgewetztem Plüschbezug und ausgeleierten Sitzfedern.

Geld in einem armen Land und Geld in einem reichen Land, das sind zwei grundverschiedene Dinge. In einem reichen Land ist Geld nur ein Wertpaper, für das man auf dem Markt etwas kaufen kann. Sie sind einfach ein Käufer, sogar ein Millionär ist nur ein Käufer und sonst nichts. Aber in einem armen Land? In einem armen Land ist das Geld eine wunderbare, dichte, frische, mit ewigen Blüten besetzte Hecke, die Sie gegen alles abschirmt. Durch diese Hecke sehen Sie nicht die schreiende Armut, spüren Sie nicht den Gestank des Elends, hören Sie nicht die Stimmen aus den menschlichen Tiefen. Aber gleichzeitig wissen Sie, dass das alles existiert, und Sie sind stolz auf Ihre Hecke. Sie haben Geld, das bedeutet, Sie haben Flügel. Sie sind ein Paradiesvogel, den jeder bewundert.
Können Sie sich vorstellen, dass in Holland die Leute auf der Straße zusammenrennen, um einen reichen Holländer anzustarren? Oder in Schweden, oder in Australien? Aber bei uns ist das vorstellbar.

Es ist nämlich ungemein anstrengend, absolut jedermann zu verdächtigen, man braucht jemanden, dem man vertrauen kann, um sich bei ihm zu entspannen.

Wie aber hätten wir uns vor dem Verdacht retten können? Es gibt keine Befreiung von einem Verdacht. Jedes Benehmen, jede Handlung weckt neuen Verdacht und verstrickt uns immer tiefer. Wir beginnen uns zu rechtfertigen, aber was hilft das! Gleich fragt man, "Mein Sohn, warum rechtfertigst du dich? Du musst ein schlechtes Gewissen haben, möchtest vielleicht etwas verbergen, dass du dich so eifrig rechtfertigst." Oder wir sind aktiv und zeigen guten Willen - gleich heißt es: "Warum gibt er so an? Er möchte offenbar seine Niederträchtigkeit verbergen, seine schändliche Absicht; er überlegt, wie er uns auflauern könnte."

Tausende starben vor Hunger, und daneben gab es Geschäfte und Märkte voller Lebensmittel.

Hätte der Kaiser aber, um es von einer anderen Warte aus zu betrachten, jenem Wispern und Zagen sein Ohr geschenkt, das die Speisung der Hungrigen über die Errichtung der Staudämme stellen wollte, was hätte er schon gewonnen? Auch wenn die Hungrigen einmal satt sind, werden sie sterben, und sie werden keine Spur hinterlassen - weder von sich selbst noch vom Kaiser.

Die Apathie ist von Natur aus widerstandsfähig und bringt mit ihrem Gewicht jede Bewegung zum Stillstand, sie hält das gewöhnliche Volk in seinem Dämmerzustand.
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen König der Könige, 6. Mai 2007
Von 
Meknes (Klagenfurt, Österreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
König der Könige war nur einer der unzähligen Titel die sich Haile Selassie verliehen hat.
Kapuscinski zeichnet in Interviews mit verschiedenen Mitgliedern des Hofstaates (zB den kaiserlichen Polsterträger, den Lakai der dritten Tür usw) ein Bild des Kaisers, der Hofetikette und der Art der Machtausübung, das den Leser staunend zurückläßt.
Das ganze natürlich wieder in Kapusciniki's bekannt geschliffener Sprache in der Übersetzung von Martin Pollack.
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3.0 von 5 Sternen König der Könige, 1. Juni 2012
Von 
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Rezension bezieht sich auf: König der Könige: Eine Parabel der Macht (Taschenbuch)
KAPUSCINSKI, Ryszard: "König der Könige. Eine Parabel der Macht", Zürich 2012
Der Autor ist ein polnischer Journalist, der das Leben des Königs von Äthiopien, Haile Selassie beschreibt. Er tut es, indem er seine eigenen Erlebnisse erzählt und ehemalige Mitarbeiter des Königs zu Wort kommen lässt. Diese Gegenüberstellung von Zeitzeugen und historischem Bericht ist eine interessante Symbiose, die für den Leser einen hohen Wahrheitsgehalt darstellt.
Warum schreibt ein Pole über Äthiopien? In der kommunistischen Zeit studierten Äthiopier im befreundeten Polen und so gibt es einige polnisch sprechende Äthiopier.
Die aufgezeigten gesellschaftliche Situation und das Intrigenspiel um den König könnte in jeder anderen Kultur stattfinden.
Spezifisch sind aber doch Funktionen an diesem Königshof, wie etwa der "Polsterträger": "Und der Herr nahm auf dem Thron Platz, und in dem Augenblick, da er die Sitzfläche berührte, schob ich ihm ein Polster unter die Füße. Das musste blitzschnell geschehen, damit die Beine des ehrwürdigen Herrn nie in der Luft hingen." (Seite 41)
Ein anderer Angestellter war damit beschäftigt die Pisse des kaiserlichen Hündchens laufend aufzuwischen.
Typisch auch die Beschreibung, welche Auswirkungen eine königliche Auszeichnung bei den Menschen bewirkte: "Denn ein gewöhnlicher Kopf, der sich vorher natürlich und frei bewegt hatte, jederzeit bereit, sich zu drehen und zu wenden, zu nicken und zu neigen, unterlag jetzt, gesalbt mit der kaiserlichen Ernennung, einer verblüffenden Beschränkung: von nun an bewegte er sich nur mehr in zwei Richtungen - zum Boden hinunter in Anwesenheit des ehrwürdigen Herrn, und nach oben, in Anwesenheit der übrigen Menschen." (Seite 50)
Der König war ein einsamer Mensch, der immer Angst hatte vor einer Revolte. Niemandem traute er. Jede Rechnung wurde von ihm genehmigt: "Jede Ausgabe im Kaiserreich, die eine Summe von zehn Dollar überschritt, bedurfte seiner persönlichen Genehmigung..." (Seite 64)
Der Autor beschäftigt sich dann sehr ausführlich mit dem Untergang des Königs. Wie schrittweise seine Vertrauten verhaftet und eingesperrt werden. Bis nur mehr ein Kammerdiener übrig bleibt. Letztendlich komme auch der König in ein Gefängnis und der Diener wird heimgeschickt. Der König fühlt sich weiterhin als Herrscher und die Gefängniswärter behandeln ihn auch so. Er stirbt und glaubt immer noch König zu sein.
(Montafon, 13.05.2012)
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5.0 von 5 Sternen Wie funktioniert Hierarchie??? - So!!!, 29. Juli 2011
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Rezension bezieht sich auf: König der Könige: Eine Parabel der Macht (Taschenbuch)
Wenn Sie wissen wollen wie Hierarchie in Organisationen funktioniert, brauchen sie kein Lehrbuch, sondern lesen einfach dieses hier, dann wissen sie Bescheid!", so meine Prof'in im Studiengan Organisationsberatung.

Sie hatte recht. Ich habe das Buch schon zweimal privat weiter empfohlen und die Leser waren hin und weg.
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König der Könige: Eine Parabel der Macht
König der Könige: Eine Parabel der Macht von Ryszard Kapuscinski (Taschenbuch - 1. Juni 2009)
EUR 8,99
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