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am 10. Februar 2007
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Es gibt ein deutsches Wort, welches in keiner anderen Sprache Verwendung findet: Besitzstandswahrung. Gemeint ist, dass einmal Erworbenes einen subjektiven Rechtsanspruch des Behaltens definiert, unabhängig von gesellschaftlichen Veränderungen. Dieses suggerieren Unternehmen ebenso wie der Staat bis zu einem Zeitpunkt, als die globale Wirklichkeit die gewünschte Regelmäßigkeit in Frage stellte. Unterstellt man hier eine deutsche Eigenart, dann liegt diese sicher in der Angst begründet, die aus erfahrener Willkür aus der Nazizeit ins Heute transportiert wurde.

Sabine Bode hat sich dieser Thematik bravourös angenommen. Sie unterstellt nicht einen wissenschaftlichen Anspruch, sondern nutzt in eleganter Weise die Methode der Erzählung und so werden Geschichten wirklicher Menschen zu einem fesselnden, aber auch bedrückenden Ereignis dieses Buches. Sie schafft es somit, auf Objektivität als das Maß der Dinge zu verzichten, wirkt damit niemals unseriös in der Darstellung und gewinnt durch subjektiv, persönliche Berichte den Schatten der Vergangenheit ins Heute zu übertragen. Einen Schatten, der genau diese Angst gebiert, die erstarrt wach hält und zu Verunsicherungen in der Politik wie im Leben beiträgt. Dieses Trauma wird solange präsent sein im Gefühl der Deutschen, wie in der Meinung im Ausland über die Deutschen, wie das Vergangene nicht tot, solange das Vergangene nicht einmal vergangen ist. Dieses Dauertrauma der lebendigen Vergangenheit wird durch das nicht enden wollende Schweigen erreicht, solange die Opfer der Leiden und Verluste nicht sprechen können, weil sie als Nation gleichzeitig die Täter waren.

Paul Ricoeur plädiert für eine Kultur des (Selbst) Verzeihens, die von einer Gedächtnisarbeit getragen wird, in der die Anerkennung der Erinnerungen der Anderen dem bloßen Wiederholen der Schuld ein Ende macht. So wäre Reden möglich ohne Angst vor der vergangenen Gegenwart oder noch gegenwärtigen Vergangenheit. Damit entwertet man sie nicht, sondern integriert sie erneut in den subjektiven Lebenskontext.
11 Kommentar|42 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. Dezember 2010
Ein Buch für die Mitte des Lebens?
Sabine Bodes Interviews und ihre Überlegungen dazu beruhen auf dem Erfahrungsschatz der heute mindestens 40-Jährigen und Älteren. In diesem Buch klingt auch der Versuch einer gesamtdeutschen Betrachtung an. Ihre Anregung zur Geschichtsbetrachtung anhand der eigenen Familiengeschichte kommt mir sehr entgegen. Persönliche, auch emotionale, Bezüge machen den eigenen und den Lebensweg der Vorfahren nachvollziehbar, führen zu einem reiferen Selbstverständnis. Für mich (Jg.1957)und in der DDR aufgewachsen, bieten ihre Informationen einen neuen menschlichen Blickwinkel auf Personen, die unsere gegenwärtige Politiklandschaft prägen, und bringt sie mir näher.
Ich hoffe, dass Frau Bodes Ausführungen eine breite Leserschaft finden und ihre Handlungsanregungen auf einen fruchtbaren Boden fallen.
15.12.10
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am 20. Oktober 2013
Es erschließen sich viele Fragen und Ungereimtheiten aus der eigenen Kindheit. Trauma und Folgen werden an die folgenden Generationen weitergereicht und so versteht sich vielleicht auch ein altes Bibelwort in dem es heißt "verflucht bis ins 5. Glied"
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am 16. Juli 2015
... anstatt in Besitzstandswahrung zu verharren.
" German Angst ist keine unheilbare Krankheit. Aber sie kann nur behandelt werden, wenn wir als Deutsche sie annehmen."
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am 8. November 2013
Es wird Zeit, sich mit der Vergangenheit und seinem unterdrücktem Schmerz zu beschäftigen. Dieses Buch ist vielleicht ein wichtiger erster Schritt.
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am 22. Dezember 2009
Sabine Bodes Stärke sind tiefe sehr persönliche Interviews mit Menschen auch berühmte Menschen. Sabine Bodes Thema sind die Folgen des zweiten Weltkrieges auf die Deutschen. Dieser kleine Band beschäftigt sich mit dessen Folgen auf uns in der Zeit der Globalisierung.

Sabine Bode hat eine klare und gut begründete politische Haltung. Andere Menschen haben eine andere ebenfalls gut begründete politische Haltung. Was nun notwendige Vorsorge, was nur Vorsorge aus Angst. Was Notwendiges in Angriff nehmen von Themen, was Vermeiden von in Angriff nehmen von Themen aus Angst ist, ist nicht nur eine psychologische, sondern auch eine politische Frage. Wenn man mit ihr in wesentlichen politischen Punkten nicht übereinstimmt, nervt das psychologisieren und es ist schwer sich auf die psychologische Sichtweise einzulassen. Dieses Problem entsteht durch die große politische Dimension des Ansatzes. Einfach nur politisch unverbindlich zu sehen wie sich das Schicksal auf die politische Haltung auswirkt wäre etwas zugänglicher.

Schade finde ich, dass die Interviews nur jeweils etwas kurz sind. Das Buch ist nach Themen nicht nach Interview Partner geordnet. Nur die Interviews sind einfach wunderbar.

'Die deutsche Krankheit - German Angst' ein lesenswertes Buch.
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am 15. Juni 2014
Habe das Buch noch nicht zu Ende gelesen. Es interessiert mich aber sehr, was ich bisher gelesen habe, war sehr aufschlußreich.
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am 2. Februar 2013
Ich begleite einen in der Entstehung befindlichen Dokumentarfilm mit dem Arbeitstitel "German Angst" dramaturgisch und mit einem Blog:

[...]

Sabine Bodes Buch war ein toller Start in die Recherche!
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am 2. Januar 2014
hat zwar meine erwartungen nicht ganz erfüllt, war aber trotzdem interessant zu lesen. also bereue ich es nicht, dieses buch gekauft zu haben
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