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Kundenrezensionen

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am 12. Dezember 2010
Das Buch war für mich wie alle Pollmer Bücher wieder interessant und auch lesenswert. Allerdings ist die Problematik bei Pollmer immer dieselbe: Einerseits leistet er einen großartigen beitrag zur Diskussion über Menschenwürde und über die "Behandlung" Übergewichtiger in unserer Gesellschaft, auf der anderen Seite lässt er Übergewichtige allein.
Leichtes Übergewicht, da hat Pollmer völlig recht, ist kein Grund für Diätwahn, aber stark Übergewichtige mit Leidensdruck schon allein durch Gelenkbeschwerden und dem Gefühl, dass die ganze Welt allmählich für sie zu "klein" und eng wird, finden hier keine Hilfe. Pollmer unterschlägt elegant alle Personen, die abgenommen haben und jetzt(egal ob superschlank oder weniger stark übergewichtig) ein menschenwürdigeres Leben führen.
Auch wenn Pollmer den Eindruck erweckt: Es ist nicht normal, nur Industriemenüs in sich hineinzustopfen, bis der Füllungszustand des Magens irgendwann einmal wieder "satt" funkt. Und die Körperhömöostase, auf die sich Pollmer so gern bezieht, kann mit einer Ernährungsumstellung, nicht Umkremplung oder rigiden Diät, durchaus auf ein anderes Niveau gebracht werden.
Ich hätte mir im ganzen Buch einen Satz gewünscht, der nicht den üblichen Glauben negiert, sondern eine Lösung anbietet, wie man den Ernährungswissenschaftlich beweisbar etwas tun kann, wenn sein Gewicht Ausmasse erreicht, die mit normaler "Konstitution" nicht mehr erklärbar sind.
Als vegetarisch lebende Ernährungs- und Gesundheitsberaterin mit Normalgewicht bin ich vielleicht Pollmers Kritikziel(also engstirnig, dickenfeindlich, und durch meine vegetarische Lebensweise verdecke ich meine Magersucht), allerdings vergisst Pollmer neben den gesundheitlichen Folgen auch die psychosozialen und die körperlichen Folgen (was nützt mir Pollmer, wenn ich nachts ohne Atemgerät nicht schlafen kann, weil mir mein eigenes Gewicht auf die Lunge drückt? Oder wegen meines Diabetes, den ich ohne mein Übergewicht nicht hätte, täglich Medikamente schlucken muss?)des Dickseins.
Pollmer hat Recht damit, eine neue Sicht auf Körpergewicht und Gesundheit zu werfen, auch hat er Recht in Bezug auf die Diskriminierung von stark Übergewichtigen. Jedoch eine blosse Kampfansage ohne wirklichen Gehalt, eine Negation ohne Gegenmodell zu bringen, das ist schwach und populistisch. Und so bleibt von diesem Buch nur ein schaler Nachgeschmack, weil es oberflächlich bleibt. Wer wirklich etwas über Ernährung und ihre Halb- und Unwahrheiten wissen will, sollte sich andere Bücher (durchaus auch mit Pollmer als Mitautor) wenden.
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am 6. Juni 2007
Ich habe mir Pollmers Buch geholt, da mich seine Aussagen bei einer Politik-Talkshow sehr angesprochen haben. Ich habe selbst Übergewicht und dieses ist bisher durch Diäten leider langfristig immer nur nach oben gegangen. Da ist es doch mehr als interessant zu erfahren, dass bisher noch bei keiner Diät bzw. Ernährungsprogramm (inkl. Sport) eine langfristige Gewichtsreduktion wissenschaftlich nachgewiesen werden konnte. Im Buch werden mehrfach Mediziner und Ernährungsexperten zitiert, die dieses erkannt haben und offen ihre Ratlosigkeit in Bezug auf Möglichkeiten der Gewichtsreduktion zugeben.

Pollmers Buch beinhaltet sowohl eine ernährungstechnische/medizinische als auch eine soziologische Komponente. Er nimmt Bezug auf den aktuellen Übergewichtsdiskurs und hinterfragt Kampagnen und Studien kritisch. Dabei kommt er nicht selten zu überraschenden Ergebnissen. Aus ernährungstechnischer Sicht erklärt er aktuelle Theorien und Studien zum Thema Übergewicht und Gesundheit und gibt so einen interessanten Einblick in die Materie. Seine Grundthesen könnte man wie folgt zusammenfassen: es gibt keine Übergewichtsepidemie. Das Gewicht einer Person hängt viel weniger von der Ernährung und dem Sportverhalten ab, als die "klassische" Medizin uns weißmachen will. Vielmehr spielen Genetik und Hormonsystem (Licht, Fernsehen, Distress) eine entscheidende Rolle. Profiteure des etablierten Systems sind Pharma-Unternehmen, Kliniken, Ärzte und oft auch die Politik (mit Anti-Übergewichts-Kampagnen kann man bestens von wirklichen Problem ablenken und so tun, als würde man etwas tun !).

Pollmers Aussagen sind immer wieder überraschend (und praktisch alle mit seriösen Studien belegt !) und durch den lockeren und häufig ironischen Stil (nein, das ist kein Zeichen für Überdruss seitens des Autors) auch ein wahres Lesevergnügen. Für mich eine klare Lese-Empfehlung !
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am 20. Juni 2007
Ich hab das Buch verschlungen, mich wieder köstlich und bissig amüsiert über Pollmers polemische Art. Wer das nicht mag, fühlt sich vielleicht persönlich angegriffen. Das tut mir leid. Es ist ja aber auch tatsächlich verunsichernd, wenn unumstößliches Allgemeingut plötzlich als falsch begründet wird. Man braucht also ein Mindestmaß an Selbstbewusstsein, das Buch und seine Inhalte anzunehmen, besonders, wenn man Kollegen und Freunden die neuen Einsichten erzählen will. Hilflos bleibt vielleicht auch der "Dicke" zurück, der dünner werden will, um den geradezu rassistischen Hetzkampagnen der letzten Zeit zu entgehen. Das auszuhalten muss gelernt werden: zu wissen, dass man für seine Körperfülle vielleicht gar nichts kann, aber von Medien, Nachbarn etc. als fauler Sack und Sündenbock leerer Kassen diffamiert zu werden.

Der besondere Wert des Buches ergibt sich für mich daraus, dass Pollmer zitiert! Das ist in populär formulierten Büchern nicht selbstverständlich! Wie es sich gehört, sind alle Aussagen durch ordentliche Quellenangaben nachprüfbar.

Kann sein, dass manche der Aussagen falsch sind. Das wird der Wissenschaft von Gegnern sehr gern vorgeworfen, um durch falsche Umkehrschlüsse die eigenen, unbewiesenen Behauptungen scheinbar zu stützen (Bachblüten, Homöopathie, etc.). Aber Wissenschaft behauptet ja nicht, immer Recht zu haben, sondern: Wissenschaft stellt Methoden bereit, die Richtigkeit von Aussagen zu prüfen.

Und an dieser Stelle hebt sich das Werk deutlich ab von demagogischer Propaganda oder esoterischen Unschärfen.

Dass die zum Teil komplexen Inhalte leicht verständlich, konkret und sachlich schlüssig dargestellt werden ist ein großes Verdienst Pollmers.

Darum empfehle ich auch seine andern Bücher.
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am 13. April 2007
Es ist eigentlich kein Anti-Diät-Buch, meine ich, zeigt es doch letztendlich einen Weg, nicht!!! abnormal zuzunehmen.(auch sehr wichtig!) Falls Sie bereits doch recht "dick" geworden sind, haben Sie hier einige sehr ernstzunehmende Denkanstöße, warum!- Sie so zugenommen haben. Sollten Sie zudem noch zu den Menschen gehören, die frei und ohne Vorgaben (weiter-)denken können, wird dieses Buch, mit seinen ca. 300 Seiten, zu einem "Wälzer", dessen Seitenzahlen-Ende nur Ihr Intellekt oder Interesse bestimmt. Wenn Sie sich zutrauen, auch einmal kontroverse (bei einer Party z.B.)zu diskutieren, so ist in diesem Buch Zündstoff für einige Aha-Erlebnisse, oder-, betretenes Schweigen. Udo Pollmer schreibt angagiert, und-, für mich wichtig, bei den vielen, vielen Zitaten von Untersuchungen /Forschungsberichten, immer die Nennung der Quelle, woher er sein "Schlau" bezieht. (bei Interesse an Wahrheits-Kontrolle u. Genauerwissen-wollen) Das Buch ist absolut lesens- und empfehlenswert, für den Inhalt eigentlich zu billig. (Ein guter Lebens-(qualität)retter vielleicht, für kompromisslose Abnehmbesessene.)
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am 25. Mai 2013
Zahllose Ärzte, Wissenschaftler, Biologen und Ernährungsexperten können nicht irren - starkes Übergewicht entwickelt sich mehr und mehr zu einer weltweiten Bedrohung. Können sie nicht? Aber natürlich! Udo Pollmer sieht das alles ganz anders und ist im Besitz der allgemeingültigen Wahrheit, die er ebenso zornig wie selbstbewusst in seinem Buch "Esst endlich normal!" verbreiten will. Eigentlich ein löbliches Unterfangen, wenn man sieht, wie Diät- und Magerwahn um sich greifen. Aber was ist normal? Und wo kippt die Waage in die andere Richtung, nämlich in die eines gefährlichen Leugnens sämtlicher Probleme im Zusammenhang mit Übergewicht?

Beliebt macht man sich mit einer Rezension wie dieser vermutlich nicht, denn Udo Pollmers Thesen sind vermutlich genau das, was sehr viele lesen wollen. Und das Schlimme ist: Hier werden wichtige wahre Kernaussagen (jeder Mensch hat ein anderes Normalgewicht, Crash-Diäten sind absolut schädlich, das heutige Idealbild des Körpers entspricht keineswegs der Normalität) mit Übertreibungen und wild in den Raum gestellten Verallgemeinerungen vermischt. Nicht jeder Mensch ist gleich, da hat Herr Pollmer absolut Recht, und gefährliches Übergewicht hat absolut nichts mit dem zu tun, was heutzutage oft schon als übergewichtig definiert wird. Aber heißt das, dass die gesamte Bedrohung durch Adipositas ein einziger Mythos ist?

Beispiel Gewichtszunahme bei Kindern: Laut Pollmer gibt es keinerlei Studien, die eine solche überhaupt belegen. Dabei hat beispielsweise das Robert-Koch-Institut sehr wohl langfristige Studien zum steigenden Übergewicht bei Kindern und in der Gesamtbevölkerung durchgeführt, es gibt die IDEFICS-Studie und zahlreiche internationale Studien aus verschiedensten Ländern.
Als Scheinargument wird extrem oft die Magersucht ins Feld geführt - schaut, die Kinder werden nicht dick, sie werden magersüchtig! Unverständlich bleibt, wieso die eine Tatsache die andere widerlegen soll. Ja, es gibt immer mehr Magersüchtige, aber zum einen ist diese Krankheit typischerweise gerade dort vorherrschend, wo ein Überfluss an Nahrung und auch Übergewicht vorliegen. Zum anderen, und das ist für einen vermeintlichen Experten wirklich bitter, wird völlig unter den Tisch gekehrt, dass Magersucht keineswegs allein dem Wunsch entspringt, einem Schönheitsideal entsprechen zu wollen. Aber andere psychische Ursachen, genetische Faktoren und vielfältige Denkmuster hinter der Krankheit werden einfach unter den Tisch gekehrt. So macht Udo Pollmer exakt das, was er im Hinblick auf Übergewicht kritisiert - er vereinfacht bis ins Extrem und gibt den Medien die alleinige Schuld. Verbannt die retuschierten Bilder aus den Zeitschriften und dem Fernsehen, und Magersucht wird verschwinden! Das ist genauso falsch wie die Behauptung, dass Übergewicht allein von Disziplinlosigkeit und falschen Essgewohnheiten stammt, die er so vehement kritisiert.

Überhaupt, was Udo Pollmer vergisst, ist die Tatsache, dass "Diät" ja eigentlich Lebensweise bedeutet und deshalb nicht unbedingt Fettabsaugen, Fitnesswahn und Hungern nach sich ziehen sollte. Wieder wird hier mit der Klischeekeule um sich geschlagen, so wird jedem Menschen, der sich bewusst ernährt, eine Liebe zu Süßstoffen, exzessivem Sport und anderem angedichtet. Und über dünne Menschen spricht Pollmer ebenso hart, wie er es im Hinblick auf den "Rassismus" gegen Übergewichtige so verurteilt. Ernsthafte Besorgnis im Hinblick auf Gesundheitsschäden gibt es nicht, die Medizin ist vielmehr ausschließlich Marionette der Politik und Diätindustrie, gelenkt von einem subtilen Hass auf Übergewichtige und fehlgeleitet von veralteten Studien. Seriöse Forschung zu dem Thema? Undenkbar, denn die würden ja alle zu demselben Ergebnis kommen wie er! Dass beispielsweise zahlreiche Studien gesundheitliche Vorteile ausgewogener pflanzlicher Ernährung bestätigt haben, kommt in Herrn Pollmers Welt nicht vor. Da sind vermeintliche Nachteile von Butter und co. ausschließlich Ergebnis einer gezielten Marketingkampagne der Margarine-Industrie, und Vegetarier sind sowieso verkleidete Essgestörte. Wie war das nochmal mit den Beleidigungen?

Überhaupt wird jeder nachteilige Effekt von Übergewicht gefährlich heruntergespielt. Beispiel Diabetes Typ II, der laut Pollmer keine Folge von Adipositas ist. Stichworte wie Insulinresistenz, also der verminderten Wirksamkeit von Insulin durch zuviel Fettmasse im Körper, oder Adipokine, die ebenfalls die Empfindlichkeit für Insulin senken, scheinen für unseren Diätgegner nicht zu existieren oder werden als von der Ernährung unabhängig dargestellt. Laut Pollmer ist Diabetes nämlich keine ernährungsbedingte Krankheit. Dass es anhand einer Vielzahl von Studien als gesichtert gilt, dass ein Zusammenhang zwischen starkem Übergewicht und Diabetes Typ II besteht, wen kümmert's? Da enthält man den Lesern auch gerne vor, dass Gewichtsabnahme und regelmäßige Bewegung zur Besserung, teils sogar zum Rückgängig machen der Krankheit führen können. Und spätestens an diesem Punkt wird es verantwortungslos.

Dass in vielen Ländern wie etwa Kuwait ein Anstieg der Fettleibigkeit zu einem extremen Anstieg der Diabetes geführt hat, ist wohl auch nur Zufall. Ebenso wie in anderen Ländern (Mexiko, China, Indien etc.), in denen mit der erhöhten Verbreitung fettiger, hochverarbeiteter Speisen und billiger Softdrinks (etwa der Versorgung von Kindern in der Schule mit Coca Cola statt mit Wasser) zu einem sprunghaften Ansteigen der so genannten Zivilisationskrankheiten in der Verbindung mit dem starken Anstieg des Körpergewichts geführt hat. Da stecken wohl auch wieder Diätindustrie und Margarinefabrikanten dahinter. Dass auch die Lebensmittelindustrie, vor allem die Hersteller stark verarbeiteter Lebensmittel, eventuell Interesse an der Beeinflussung von Studien zum Thema Gewichtszunahme und des Einflusses der Nahrung darauf haben könnten, ignoriert Pollmer gekonnt. Genauso wie die vielen Studien, die eine ganz andere Sprache als die seine sprechen.

Damit schlägt Pollmer genau in die von ihm kritisierte Kerbe - dass es nämlich immer zwei Seiten der Medaille gibt. Und es ist eben nicht so, dass der Körper selbst am besten weiß, was gut für ihn ist, macht doch vor allem HFCS, der stark fructosehaltige Maissirup, ähnlich abhängig wie Heroin. Es ist eine trügerische Absolution, die Herr Pollmer Junk Food, Softdrinks, Burgern und co. erteilt, aber bequem ist's natürlich. Wozu auf die Ernährung achten, wenn das Gewicht ohnehin von der Natur vorgeschrieben ist? Dabei machen oft schon zehn Kilo eine Menge aus und können etwa den Unterschied zwischen zwei Miniskusrissen plus Operation in einem Jahr und einer völlig normalen Belastbarkeit bedeuten. Es geht ja gar nicht um die gertenschlanke Figur, aber dass ab einem bestimmten Gewicht Risiken bestehen, sollte nicht einfach komplett geleugnet werden. Nicht jeder hat das gleiche Idealgewicht, aber mit einer vernünftigen Lebensweise sein persönliches Normalgewicht zu erreichen ist möglich und absolut sinnvoll. Mit dem blinden, absoluten Leugnen dessen hat Udo Pollmer aus einem Buch, das eine gute und wichtige Aussage hätte haben können, das wohl schlechteste Schriftstück gemacht, das ich jemals gelesen habe.
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am 21. November 2007
die nun auch meine letzten Diät-Ambitionen ad acta gelegt hat. Pollmer erklärt gut nachvollziehbar, warum Diäten nicht funktionieren können. Viel wichtiger noch, er hinterfragt die Thesen, dass immer mehr Menschen zu dick seien und dass Übergewicht per se krank mache. Auch die üblichen Maßeinheiten von Übergewicht (BMI > 25) und deren Bedeutung halten seiner Kritik nicht stand. Er würdigt angeblich ungesunde Nahrungsmittel in ihrer Notwendigkeit auch für die Psyche und identifiziert Stress (u.a. durch Diäten und durch die Angst vorm Dicksein) als eine Ursache des Dickseins.

Einziger Minuspunkt: Hinsichtlich der Auswirkungen von Nahrung auf die Psyche bzw. das Nervensystem (und die Neurotransmitterproduktion) lehnt sich Pollmer m.E. ein wenig zu weit aus dem Fenster. Überhaupt wird er manchmal ein bisschen einseitig euphorisch im Feiern dessen, was sonst als ungesund verdammt wird. Aber das sei den Bemühungen um ein Anti-Diät-Buch in einer Welt voller Diätratgeber geschuldet.
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am 29. Juli 2007
Udo Pollmer hat hier ein populärwissenschaftliches Buch vorgelegt, dass zum Nachdenken über herrschende Meinungen zum Thema Ernährung geradezu auffordert. Er entlarvt Meinungen als Meinungen, stellt Erkenntnisse mit den Quellen vor und erlaubt es dem Leser, sich zu vielen Fragen selbst eine Meinung zu bilden. Insbesondere die These, dass der menschliche Körper mit seinen über Millionen von Jahren entwickelten komplexen Funktionen heute nur zu Bruchteilen entschlüsselt ist und dass deshalb "einfache" Ursache-Wirkung-Zusammenhänge von komplexen Vorgängen im menschlichen Körper immer kritisch hinterfragt werden sollten, halte ich für sehr bedenkenswert.
Das Buch entlarvt, wie in der Gesellschaft aus wissenschaftlichen Studien durch Medien und Politik Meinungen formiert werden, die jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehren.
Trotz allem Bezug zu wissenschaftlichen Quellen ist das Buch flüssig zu lesen und einfach zu verstehen. Außerdem hat es durch die oft humorvolle, teilweise satirische Schreibweise durchaus einen hohen Unterhaltungswert.
Selbst wenn man über einzelne Thesen streiten kann, ist dies ein Buch, dass ich uneingeschränkt empfehlen kann und dass meiner von Vorstellung unterhaltsamer populärwissenschaftlicher Literatur entspricht.
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am 7. August 2007
Es wurde auch Zeit, dass auch mal jemand die andere Seite aufzeigt und mal darauf hinweist, dass nicht alle Dicken einfach nur selbst schuld sind, weil sie faule, undisziplinierte Fresssäcke sind, die den ganzen Tag auf der Couch rumliegen und Chip mit Schokolade mit einer großen Cola runterspülen und sich allenfalls mal erheben, um sich zum Auto zu schleppen, um zu dem "einfach guten" Restaurant um die Ecke zu fahren. Meiner Meinung nach sollte jeder das Buch lesen, der der ernsthaft denkt, Abnehmen sei einfach eine Frage der Disziplin.
Trotzdem befürchte ich, der Autor macht es sich ein wenig zu einfach, wenn er behauptet, Übergewicht sei unvermeidlich und harmlos. Denn trotz herrschendem (und tatsächlich gefährlichen) Schlankheitswahns gibt es durchaus Dicke, die einfach zu viel essen. Und ab einer gewissen Höhe ist Übergewicht auch nicht mehr gesundheitlich unbedenklich. Aber das wissen wir schließlich längst (besonders die, die es angeht) und es wurde Zeit, dass auch mal jemand dafür eintritt, dass in einem freien Land jeder das Recht haben sollte, die Form zu haben, mit der er sich wohlfühlt.
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am 19. April 2012
Wer bereits Bücher von Gunter Frank oder zu ähnlichen Themen gelesen hat, wird hier nicht sehr viel Neues finden. Dennoch fand ich es gut, dass Pollmer alles belegt, was er sagt. Mir persönlich hätte allerdings pro Sachverhalt ein Studienbeleg gereicht. Er beschreibt das ganze Buch hindurch sehr viele Studienergebnisse, um letztendlich immer wieder dieselben Aussagen zu belegen. Dadurch hatte ich das Gefühl, dass er sich fortwährend wiederholt und war hin und wieder geneigt, einfach vorzublättern (was ich aber nicht getan habe). Mir fehlten die praktischen Hinweise als Schlussfolgerung zu dem Geschriebenen (außer 2 Seiten ganz am Ende, die mir zu dürftig waren).
Dennoch empfehlenswerter als jeder Diätratgeber. Ich bin zwar nicht übergewichtig, habe dennoch im Laufe der Jahre schon einiges ausprobiert, um z.B. 2-5 "Winterkilos" loszuwerden. Das hat zwar immer geklappt, jedoch blieben Heißhungerattacken und Essensfrust nicht aus. Mit Diäten bin ich fertig, darin hat mich das Buch von Pollmer nur bestärkt und war daher eine Wohltat für die Seele!
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am 25. Mai 2009
Ich habe dieses Buch bestellt, nachdem ich die x-te von Prominenten vorgestellte Diät gesehen hatte und es endlich satt habe, mich als willenlos, disziplinlos oder einfach zu faul stigmatisieren zu lassen...
Ich hatte schon die zwei Lexika von Udo Pollmer ("Lexikon der populären Ernährungsirrtümer" und "Lexikon der Fitness-Irrtümer") gelesen und kam schon damals aus dem Staunen nicht mehr raus...Er belegt alles mit einer Unmenge von Studien (die meisten sind leider für mich als Normalsterbliche nicht einfach so ersichtlich aber manche wurden ins Netz gestellt und da kann man sich dann selber schlau machen) und da fragt man sich immer wieder: Bin ich ganz allein verrückt, fantasiere ich hier, erliege auch ich der guten und verständlichen Schreibweise von Udo Pollmer oder ist es tatsächlich eine große Verschwörung gegen Dicke und Alle-die-nicht-in-die-Norm-BMI-passen?
Wie auch immer, ich habe das Buch wieder einmal sehr genossen...Es ist sehr gut und unterhaltsam geschrieben und vielleicht bringt es ein paar Leute dazu sich von der Schlankheits-Dikdatur zu befreien...Ich versuche es, und dieses Buch hilft mir dabei.
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