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29 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Subtiler Vorschlagshammer
Falls die Handlung überhaupt eine Rolle spielt: es geht um die Ermittlungen des Privatdetektivs Markus Cheng, einem Wiener Chinesen, der nicht nur kein Chinesisch kann. Ansonsten nämlich auch nichts. Er sucht einen Mörder, der gern Post-its mit Nachrichten in diversen vorhandenen oder durch Schüsse verursachten Körperöffnungen...
Veröffentlicht am 20. August 2003 von Christian von Montfort

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Krimi mit Handicap. (Humor, 1b!),
CHENG ist, in Sachen österreichische Krimiliteratur eine exotische Mixtur. Dass hier ein Wiener Chinese namens Markus Cheng den Privatdetektiv gibt, ist natürlich a int'ressant's G'schichterl wert. Und zwar ein rabenschwarzes ..!

Dass das Buch über lange Zeit eine so teure Rarität war, ist mir ein wenig rätselhaft, denn Markus Chengs...
Veröffentlicht am 1. Februar 2007 von Apicula


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29 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Subtiler Vorschlagshammer, 20. August 2003
Von 
Christian von Montfort (Barcelona, Katalonien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Cheng (Taschenbuch)
Falls die Handlung überhaupt eine Rolle spielt: es geht um die Ermittlungen des Privatdetektivs Markus Cheng, einem Wiener Chinesen, der nicht nur kein Chinesisch kann. Ansonsten nämlich auch nichts. Er sucht einen Mörder, der gern Post-its mit Nachrichten in diversen vorhandenen oder durch Schüsse verursachten Körperöffnungen hinterlässt, doch Cheng ist einfach grottenschlecht. Seine seltenen Erfolge sind fast nur zufällig bedingt, und zuweilen muss ihn der Mörder schon persönlich anrufen, damit sich noch was tut. Das ist lustig, zu allem Überfluss verliert er mit andauernder Handlung zunehmend Körperteile und erinnert irgendwie an Monty Pythons "Ritter der Kokusnuss".
All das ist aber letztlich nur Rahmen für die wunderbar stichelige Analyse der Gesellschaft, die zwischen den Zeilen liegt. Meistens in Klammern oder Nebensätzen wie "Die letzten Kleriker kamen gerade aus den Bordellen, als Cheng sich aufmachte..." finden sich durchgehend subtile Seitenhiebe auf die Wiener Schickeria und Gesellschaft, die sich ohne weiteres auch auf Deutschlands Klüngel übertragen lassen. Seien es die diversen illustren Professoren, Bürgermeister, gelangweilten Ehefrauen, Hausmeister, Gemüsehändler oder - doch speziell österreichisch - arroganten Ski-Abfahrtsweltmeister. Kleine Exkursionen zum Mär von der Pressefreiheit oder den "Skandalaufdeckungsplanern der Politik" vervollständigen das Bild. Zwischendurch lässt sich Steinfest auch mal über die verdeckten Vorteile von Flugzeugabstürzen aus uvm.
Also nonstop lustig, sarkastisch, mit feiner Beobachtung von Land und Leuten geschrieben und Pflicht für alle, die nicht zum Lachen in den Keller müssen. Spielplatz ist Wien und diverse oberflächliche Schickeria-Parties. Gerade für diejenigen, die keine Krimis mögen und trotzdem mal einen lesen wollen, ist "Cheng" eine Versuchung wert!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dieses Buch macht süchtig!, 2. August 1999
Von Ein Kunde
Cheng - ein Roman, der zum sofortigen Verzehr geeignet ist, den seine Nebenwirkungen auf den Leser aber rezeptpflichtig machen. Daher folgende Warnhinweise zur sicheren Anwendung: Eigenschaften und Wirksamkeit: Cheng wirkt durch seine spannende Handlung, die Beschreibung der Wiener und ihres Gemütes sowie die nicht unmittelbar handlungsrelevanten Ausschweifungen des Autors. Besonders intensive Eindrücke hinterläßt der Roman bei Wienern, er ist aber auch im restlichen deutschsprachigen Raum zur Anwendung bestens geeignet. Art der Anwendung: Von der ersten bis zur letzten Seite aufmerksam lesen. Dieses Präparat ist nicht zum Querlesen geeignet. Gegenanzeigen: Nicht geeignet für Menschen, die regelmäßig in den Seitenblicken oder auf Adabei-Seiten auftreten oder sich dort gerne sehen würden. Nebenwirkungen: Bei der Verabreichung wurde des öfteren der unwiderstehliche Drang, lauthals loszulachen beobachtet. Auch kann es zu einem leichten Ansteigen der Körpertemperatur aufgrund des intensiven Lesevergnügens kommen. Dies ist allerdings kein Anlaß, die Behandlung abzubrechen. In seltenen Fällen wurden aber auch aggressive Reaktionen festgestellt, wobei dann dringend die Überprüfung auf bestehende Gegenanzeigen empfohlen wird. Wechselwirkungen: Andere Bücher sollten nicht gleichzeitig verabreicht werden, da es hierdurch zu einer Verwässerung der Wirksamkeit und zu einem Verlust der Lesefreude kommen kann. Gewöhnungseffekte: Achtung, dieses Buch kann bereits nach wenigen Seiten süchtig machen! Im Extremfall besteht auch der dringende Bedarf nach weiteren Büchern des Autors. Für Kinder und Politiker unerreichbar aufbewahren. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kein Krimi im klassischen Sinne, 12. Februar 2007
Rezension bezieht sich auf: Cheng: Sein erster Fall (Markus-Cheng-Reihe, Band 1) (Taschenbuch)
Man muß sich schon im klaren darüber sein, daß Steinfest keine Krimis im herkömmlichen Sinne schreibt, dafür ist er viel zu sehr Literat. Aber was für einer. Die Welt des chinesisch-österreichischen Privatdetektivs Markus Cheng ist bereits in diesem ersten der Cheng-Fälle voll von skurrilen Personen (und Tieren!), daß es eine wahre Freude ist, sich diesen bizarren Kosmos zu erlesen. Oft mit Formulierungen, die treffender nicht sein könnten. Der eigentliche Kriminalfall ist dabei nur der Aufhänger für Chengs Betrachtungen der Welt, besonders der wienerischen, und seinen persönlichen Befindlichkeiten und Macken. Wer also einen "richtigen" Krimi mit Standardpersonal und handelsüblicher Dratmaturgie und Story lesen möchte, sollte sich lieber etwas anderes aussuchen. Aber für alle Freunde des Wiener Humors und eines etwas eloquenteren, individuellen Schreibstils und Erzählweise eine absolute Empfehlung. PS Für alle Cheng-Fans: Hier erfährt man endlich, wo der Arm geblieben ist.
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27 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Satirischer Wien-Krimi mit Austrochinesen, 12. Januar 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Cheng (Taschenbuch)
In seinem nunmehr dritten Wien-Roman benützt der Wiener Autor und Maler Heinrich Steinfest, der 1999 den Würth-Literatur-Preis der Tübinger Poetik-Dozentur für eine Kriminalkurzgeschichte erhalten hat, abermals das Sujet des Kriminalromans, um einer spitzen, skurrilen Satire den nötigen Nachdruck zu verleihen. Markus Cheng, Privatdetektiv und Wiener Chinese, der jedoch kein Wort Chinesisch spricht, wird mit einem Fall betraut, der ihn in höchste Kreise der Wiener Gesellschaft führt, wo es bei weitem nicht so fein zugeht, wie es der Name vermuten ließe. Wien erstickt inzwischen in einer Schneekatastrophe, die unglücklicherweise nicht den Untergang zur Folge hat. Chengs Klient wird ermordet und auch er selbst trägt Spuren davon, die ihn mit einer für einen Privatdetektiv nicht vorteilhaften Behinderung ausstatten. Er kommt einer gar nicht unüblichen Machenschaft von Prominenten und Politikern auf die Spur, die mit Toxinen für militärische Zwecke zu tun hat. Eine Dame mit sportlichen Fähigkeiten setzt aber dem Leben einiger in diesen Deal verwickelten Herren ein jähes Ende und verweist in kryptischer Form immer wieder auf den Namen St. Kilda. Cheng ist ein bitterböser Kriminalroman, der beträchtliche Portionen von Komik und Satire enthält. Seien es österreichische Machtstrukturen oder die Befindlichkeiten der Wiener Kulturgesellschaft, nichts ist vor Steinfests scharfzüngiger Feder sicher. Je tiefer sie in den Fortgang der kriminalistischen Handlung vordringen, desto deutlicher werden die Konturen eines aus dem Hintergrund hervortretenden Bildes einer doppelmoralischen Gesellschaft, die nur der exzellenten Pinselführung eines dem Realismus verpflichteten Künstlers entstammen können.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Chinese, der kein Chinesisch spricht, 20. März 2007
Von 
Amazon Kundenrezensionen "wolfgang_neubacher" (A - 5203 Köstendorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Cheng: Sein erster Fall (Markus-Cheng-Reihe, Band 1) (Taschenbuch)
All jene, die jedes Buch einem bestimmten Fach zuordnen wollen, werden mit diesem Roman ihre Probleme haben: Einerseits ist er ein Krimi - und andererseits doch kein Krimi; einerseits gibt es eine klare Handlung - und andererseits gleitet der Schluss fast schon ins Absurde ab (dieser Schluss erinnert irgendwie an den 4. Teil von Felix Mitterers "Piefke-Saga" - ganz offensichtlich kannte Steinfest diese Folge, die im ORF wegen der vielen Proteste nach ihrer Ausstrahlung praktisch nicht mehr gezeigt wird).

Markus Cheng ist Privatdetektiv mit viel Freizeit. Er kann aber nicht einmal chinesische Touristen durch Wien führen, da er kein Chinesisch kann(!) So muss er sich mit irgendwelchen Aufträgen irgendwie über Wasser halten. Das gelingt ihm mehr schlecht als recht, vor allem auch deswegen, weil ein Klient erschossen aufgefunden wird. Im Schussloch befindet sich ein Zettel mit der verhängnisvollen Botschaft "Forget St. Kilda".

Von nun an gehts nur mehr bergab...

Wie schon erwähnt, ist Steinfest nicht einzuordnen. In den Buchhandlungen liegt der Roman zwar meist bei den Krimis; man könnte ihn aber ruhig auch zur Belletristik geben. A propos Buchhandlungen: Die Romane von Steinfest haben ganz offensichtlich ihre "Geheimtip-Existenz" verlassen und sind in Richtung "breiteres Publikum" unterwegs.

"Cheng" ist ironisch, sarkastisch bis absurd. Nichts ist Steinfest - wie man so schön (daher)sagt - "heilig". Alles und alle werden "durch den Kakao gezogen": die Österreicher, die Polizei; ein ehemaliger Wiener Bürgermeister, der samt Frau bei einem Schneesturm in Wien verschwindet und nie mehr wieder auftaucht; diverse Politiker usw.

Für viele Lacher ist bei dieser Lektüre jedenfalls gesorgt - und man ist neugierig auf die weiteren Romane von Steinfest, die nach "Cheng" kamen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Krimi mit Handicap. (Humor, 1b!),, 1. Februar 2007
Von 
Apicula "Biene" (Apiculis) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (#1 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Cheng (Taschenbuch)
CHENG ist, in Sachen österreichische Krimiliteratur eine exotische Mixtur. Dass hier ein Wiener Chinese namens Markus Cheng den Privatdetektiv gibt, ist natürlich a int'ressant's G'schichterl wert. Und zwar ein rabenschwarzes ..!

Dass das Buch über lange Zeit eine so teure Rarität war, ist mir ein wenig rätselhaft, denn Markus Chengs (mittlerweile sogenannter) "erster Fall" ist so berauschend dann doch wieder nicht. Für Liebhaber österreichischer Krimis aber wohl Pflichtlektüre. Was nicht abwertend gemeint ist. Mittlerweile gibt es eine Neuauflage!

Nach und nach gerät Markus Cheng bei Ermittlungen immer tiefer in die ominöse Suche nach St.Kilda". Bis dahin passieren rätselhafte Sachen. Auch Morde. Aber vor allem betrifft der Fall schließlich ihn selbst... Das Ende ist leider das größte HANDICAP (Höhö, das versteht erst, wer's Buch kennt.) des Falls Cheng.

Ich fand es leider von der Handlung her so flach, dass mir niemals in den Sinn kam, ein weiteres Buch mit diesem Protagonisten zu lesen. So witzig ist Markus Cheng nicht. Nur die Schreibe des Autors, die gefällt! Darum interessieren mich weitere Bücher dieses Autors, denn Heinrich Steinfest hat eine ausgesprochen sympathische Art das Wesen der Österreicher a klaan wen'g auf'd Schauf'l z'nehma. Sehr feine kleine Spitzen gegen Politik, Kultur und Zeitgeist. Jäger, Sportler ...

Wer auf so was steht, wird zumindest großen Lese-Spass haben.

PS. Der Humor von H.Steinfest kann alleine darum nicht 1a sein, weil 1a nur der Brenner! Da fährt der Zug drüber. Also nicht mehr über den Wolf Haas seinen Brenner, so mein ich das jetzt nicht. Der ist ja schon längst dings ... Leider. :-(
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Zu wenig, 29. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Cheng: Sein erster Fall (Markus-Cheng-Reihe, Band 1) (Taschenbuch)
Heinrich Steinfest Roman um den chinesischstämmigen Detektiv in Wien erschien mir zuerst sehr reizvoll.

Die Figur des Markus Cheng hat durchaus etwas. Ein chinesischstämmiger Privatdetektiv der weder chinesisch kann noch eine Ahnung der chinesischen Kultur hat. Und auch der Kriminalfall um den Biologen Ran der von einer Frau bedroht wird mit Worten mit denen er nichts anfangen kann (remember St Kilda) beginnt spannend. Das wars dann aber auch schon...

Steinfests angeblich so skurriler Humor konnte mich nicht überzeugen. Der Kriminalfall auch nicht und selbst die kritischen Äußerungen über Wien waren nicht meins. Dabei habe ich 2 Jahre im tiefsten Wien, Ottakring, gelebt und teile die kritische Sicht von Steinfest auf unsere Hauptstadtbewohner. Steinfest hat mit einigen Aussagen durchaus Recht (aber das der 1. Bezirk hässlich sein soll ts ts).

Cheng ist durchaus eine interessante Persönlichkeit. Sie bleibt im Roman aber sehr farblos und meilenweit entfernt von einem cleveren Kriminalisten. Cheng stolpert eigentlich in die Erkenntnis und das ist nun doch zu sehr überzeichnet. Dabei sind die Zufälle so gewaltig konstruiert das man sich immer wieder an den Kopf greifen muss. Das steigert sich bis zum Schluß als er die Täter in einer chinesischen Metropole trifft. Na ja.
Auch die anderen Figuren sind wenig überzeugend. Da rächt sich eine Lesbe für den Tod ihrer Lebensgefährtin und kommt am Schluß mit einem Mann zusammen? Nur mal so als Beispiel.
Cheng selbst agiert sehr unlogisch. Am schlimmsten ist aber der Schluß wenn Cheng einer Reinigungstruppe beitritt und nach China geht. Cheng konnte mich nicht fesseln. Der Schmäh hier einen chinesischstämmigen Österreicher zu haben der kein kantonesisch kann wird überstrapaziert und ist wirklich nicht so orginell wie der Autor vermutet.

Der größte Blödsinn nebenbei ist das Steinfest dort eine linke Guerrila in Aktion sieht. In China??? na denn.

Der Kriminalfall überzeugt in keinster Weise. Die Wendung ist ganz nett hat aber wenig bis keine Spannung zu bieten. Als Kriminalbuch kann ich Cheng nicht empfehlen. Dabei wäre der Abschluss mit dem letzten Mord noch akzeptabel gewesen aber die Verfrachtung von Cheng und Story nach China nachdem alles klar war... na ja. Vom skurrilen Humor ganz zu schweigen - oder habe ich ihn verpasst, hätte ich über einen Kurt Waldheim Platz in China lachen sollen? Kurt Waldheim mein Gott...

Als Satire auf Wien? Eher, aber auch hier verfehlt der Autor den skurrilen Humor zu liefern den er ankündigt. Die philosophischen Gedankenwege überzeugen wenig. Sätze wie das ein Wiener in den Augen eines Wieners kein Nazi sein kann sind nun wirklich nicht provokant. Typen wie sie Steinfest beschreibt (Beispiel "Mussolini" mit Rottweiler) gibts in Wien wirklich, das ist keine Satire sondern Tatsachenbeschreibung. Steinfest lässt sich dann noch aus über Charity Ladies die sich einen Dreck um die Armut aber viel um ihr Ansehen kümmern. Aber auch hier greift der Vergleich zur NS Zeit nicht. Nicht das ich dem Autor groß widerspreche aber seine Ansichten sind teilweise überzogen und teilweise einfach nicht der Rede wert. Eine Ansammlung von Vorurteilen und Klischees, mal durchaus mit Wahrheitsgehalt, mal einfach nur polemisch oder auch totaler Schmarrn (die Überbetonung der Wichtigkeit eines Abfahrtweltmeisters ist blödsinnig und verfehlt das es in Österreich da nennenswerte Skandale gab- da hätte er auch durchaus den Ortlieb nennen können der dank seinem Prominenzstatus eine Vergewaltigung vertuschen konnte). Die Kritik an der österreichischen Gesellschaft hätte durchaus treffender sein können.

Was bleibt ist das Gefühl auf 251 Seiten gelangweilt worden zu sein und lediglich 10 Seiten Lesevergnügen erhalten zu haben. Mir ist das zu wenig.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Steinfest? nie gehört..., 27. Oktober 2007
Von 
A. Christ (Wien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Cheng: Sein erster Fall (Markus-Cheng-Reihe, Band 1) (Taschenbuch)
... antwortete ich vor drei Wochen einem unserer Oberärzte, als wir uns über österreichische Schriftsteller Unterhielten. Neugierig aufgrund seiner Erzählungen über "Cheng" und "nervöse Fische" bestellte ich gleich mal. Und las in den letzten zwei Wochen 5 Bücher von Steinfest aus. Der Schreibstil dieses Mannes ist unvergleichbar. Zeitweise zwar etwas sperrig, aber das ist genau das, was ich mag. Ich wage sogar, Steinfest bis zu einem gewissen Grade mit Musil oder Kafka zu vergleichen. Nur eben viel unterhaltsamer.
Ich denke, jede(r), der/dem die deutsche Sprache am Herzen liegt und die/der auf Ausschweifungen a la Eco stehen, sind mit Steinfest's Büchern bestens bedient. Gäbe es zehn Sterne.... ich vergäbe sie...
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Herrlich schräg, 26. Dezember 2008
Von 
J. Renno "kajoo" (seit neustem Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Cheng: Sein erster Fall (Markus-Cheng-Reihe, Band 1) (Taschenbuch)
Dies war mein erstes Buch vom Autor und ich bin sehr positiv überrascht.Ein feines kleines Werk und ich werde auch die anderen folgen lassen. Der Autor ist spitzfindig und gesellschaftskritisch, sein Romanheld ein ganz besonders sturer Verlierer, die Geschichte keine klassische. Ich wundere mich ehrlich gesagt, das der Autor nicht verklagt wurde, bei Äusserungen wie derer, dass die Juden und die Nazis für die Wiener beides Strizzis seien von denen nur die einen zuerst zugeschlagen hätten. Es gibt viele solcher Sätze, bei denen einen das Lachen im Halse stecken bleibt, aber all das liest sich dennoch so herrlich subversiv, dass man unbedingt mehr will.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meister der Hypotaxe, 15. Dezember 2014
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Cheng: Sein erster Fall (Markus-Cheng-Reihe, Band 1) (Taschenbuch)
Heinrich Steinfest, den ich über seinen Roman »Der Allesforscher« kennenlernte, blickt in »Cheng« durch eine sarkastisch-schwarz gefärbte Brille auf die Gesellschaft, auf die Wiener Schickeria insbesondere, und dort auf den Klüngel, der das gesellschaftliche Leben unserer Tage diktiert: Politfuzzis, Geldsäcke, Kunstbanausen, Professoren, Würdenträger, Pfaffen, Spitzensportler und deren gelangweilte Gattinnen.

Um diesen Abschaum zu schmähen, lässt er seinen Protagonisten, einen Chinesen, der das Land der Mitte nie gesehen hat, kein Wort Mandarin spricht und ansonsten gebürtiger Österreicher ist, wie eine Comic-Figur durch die österreichische Landschaft taumeln.

Der erfolglose Detektiv Cheng wird von einem Mann beauftragt, der leider kurz darauf erschossen wird und einen Zettel mit einer unverständlichen Botschaft im Einschussloch hinterlässt. Offenbar steckt eine Frau hinter dem Mord, denn bald meldet sich eine weibliche Stimme bei Cheng, schickt ihm eine geheimnisvolle Katze mit einer mysteriösen Botschaft und kidnappt den Ermittler kurz darauf zu allem Überfluss. Der ist jedoch ein im Grundsatz humoriger Typ, und so nimmt es ihn nicht sonderlich mit, dass er die Entführung nur knapp überlebt, dafür einen Arm opfern muss und künftig humpelt. Für seine künftigen Fälle, denn Cheng ist Steinfests Serienheld, bleibt ihm deshalb nur noch sein rechter Arm. Dumm gelaufen!

All das hat wenig mit einem klassischen Kriminalroman zu tun, obwohl es natürlich vordergründig um irgendwelche Verbrechen geht und auch die Wiener Mordkommission bald auftritt, um ihre Unfähigkeit zu beweisen. Nein, es geht dem Autor in erster Linie darum, den Leser in gesellschaftliche Räume zu locken, in denen er in wundervoll gebauten Schachtelsätzen subtile Botschaften übermitteln kann. Und dies ist das sprachlich Großartige an dem Werk des Autors, der seine Geschichte ruhig und unaufgeregt erzählt, dabei aber im Kokon des Nebensatzes herrliche süßsaure Schweinereien verwebt, die die Lektüre zum Genuss machen. Steinfest präsentiert sich damit als der Meister der Hypotaxe, und seine herrlichen Schachtelkonstruktionen sowie der geschickt darin versteckte Schmäh sind der eigentliche Clou des Buches.
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Cheng: Sein erster Fall (Markus-Cheng-Reihe, Band 1)
Cheng: Sein erster Fall (Markus-Cheng-Reihe, Band 1) von Heinrich Steinfest (Taschenbuch - 1. Februar 2007)
EUR 8,99
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