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Kundenrezensionen

3,7 von 5 Sternen337
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am 29. Mai 2009
Das Buch? Aber in erster Linie die doch gar nicht so geringe Zahl an absoluten Negativrezensionen.

Was haben sie gemein - in erster Linie kritisieren jene Rezensenten die Sprache, die vermeintliche Banalität, mit der Lelord seinen Protagonisten die Suche nach dem Glück erleben lässt. Schließlich sei all das doch längt bekannt - und wer so mit mir als Leser spricht, würde mich nicht für voll nehmen.

Hm.

Ich möchte hier vehement widersprechen. Korrekt ist, dass sich dieses Buch durch eine einfache Sprache auszeichnet. Aber das geschieht ja nicht grundlos. Hector entdeckt die Welt neu, er findet das Geheimnis des Glücks - welches gar kein so großes Geheimnis ist. Und er macht dies, indem er die Welt wie ein Kind betrachtet. Vorurteilsfrei, frei von Gedanken, die den Blick auf das wesentliche vernebeln, etwas naiv - und stets offen, sich dem Leben zuzuwenden.

Als Leser dieses Buches sollte man bereit sein, sich darauf einzulassen. Und letztlich, ja, eine der klaren Botschaften, die der Leser entdecken kann - wenn er sich nur drauf einlässt - ist naheliegend und sollte dennoch erwähnt werden. Intelligenz, so schön sie in vielen Teilen des Lebens sein mag, ist kein Kriterium, welches Notwendig ist um glücklich zu sein oder zu werden. Nun ist Hector alles andere als dumm - aber die Sprache, die verwendet wird, ja, sie ist einfach. Sie ist zu verstehen. Ohne psychologisches oder soziologisches Vorwissen. Das Buch können auch Kinder verstehen - es spricht darüber hinaus das innere Kind an.

Ist das wirklich etwas negatives? Ganz offensichtlich empfinden einige Menschen so. Haben diese Menschen verlernt oder vergessen, ihr inneres Kind zu pflegen, die Bedürfnisse des inneren Kindes ernst zu nehmen? Haben diejenigen gar kein inneres Kind mehr, leben sie in einer Welt, in der nur das Wissen, nur die Intelligenz, nur die fachliche Kompetenz zählt? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass Lelord mich erreicht. Obwohl ich durchaus befähigt bin, auch kompexere Satzstrukturen zu entschlüsseln. Ich kann Hectors Reise genießen. Und dieses Buch empfehlen. Ist es eine Kunst, einfache Sachverhalte kompliziert auszudrücken? Für mich nicht. Für mich ist dieses Buch "Kunst".

Ich möchte jedenfalls Fracois Lelord für ein Kleinod der Erzählkunst danken. Machte mich das Lesen des Buches nun glücklich, so wie es Elke Heidenreich geschworen hat? Nein. GANZ so einfach ist es nun doch nicht. Aber diverse Gedanken konnte ich doch mitnehmen. Und, nun, der Rest liegt an mir. An jedem Leser. Diese Verantwortung kann ich nicht durch das bloße Lesen eines Buches übernehmen. Macht aber nix. Denn es geht mir immerhin recht gut. Und das ist doch auch was - mir jedenfalls genug, um die Höchstwertung zu vergeben.

*Nachtrag*
Ich habe hier - also bei Amazon - zwischenzeitlich die Behauptung gelesen, dieses Buch sei ein Lebenshilfebuch. Und es hätte demzufolge den Anspruch haben müssen, stets vorbildliche Lebensweisen der Protagonisten zu liefern, damit man, wenn man sich genauso verhält wie der Protagonist, im Leben vorankommen würde.

Ich bitte jeden Leser dieser Rezension und somit jeden potentiellen Leser dieses Buches, sich von einer solchen Erwartungshaltung zu lösen. Hectors Reise will kein Lebenshilfebuch sein, sondern ein "Philosophisches Märchen". Und ganz bestimmt verhält sich Hector als handelnde Figur nicht immer - und ganz besonders in einem konkreten Fall - so, wie sich ein "moralischer" Mensch verhalten sollte. Sollte also irgendjemand dieses Buch lesen wollen und dabei erwarten, einen universellen Lebensführer zu erhalten, einen hehren, fehlerfreien Protagonisten und diesem nacheifern wollen : Dann kann mein Rat nur lauten : Finger weg. Denn dieses Buch ist kein Lebenshilfebuch, es will auch keins sein. Und selbst wenn man auf der Suche nach Lebenshilfe ist und sie in einem Buch zu finden hofft : Bitte beim Lesen immer bedenken, dass die Tatsache, dass eine handelnde und denkende Figur eines literarischen Werkes etwas auf eine bestimmte Weise bewertet, dass dies keineswegs bedeutet, man habe als Leser diese Meinung 1-1 zu übernehmen...
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am 12. Februar 2007
In der Tat kann es dumm ausgehen, wenn man seinen Bücherkauf einzig auf Grund einer einzelnen Rezensionen eines "berühmten" Kritikers tätigt. Da ist der amazon-Kunde besser dran: Er kann sich meist ein Bild aus mehreren, sich zum Teil durchaus widersprechenden Rezensionen machen. So auch im Falle des vorliegenden kleinen Büchleins.

Und es ist wahr, dass Lelord es Rezensenten mit seinem Hector nicht leicht macht, zu einem eindeutigen Urteil zu gelangen. Halten wir daher Pro und Contra fest:

Das Buch hat keinerlei "literarischen" Anspruch und kommt mit einem (Kinder-) Wortschatz von weniger 1000 Worten aus. Auch der Schreibstil erinnert uns nicht ganz zufällig in seiner Einfachheit an ein Kinderbuch.

Doch muss der Erfolg daran nicht scheitern, denken wir nur an den "Kleinen Prinzen" von St. Exupéry. Möglicherweise hat sich Lelord von eben diesem Autor leiten lassen?

Vordergründig erscheinen auch die inhaltlichen Aussagen des Buches "naiv". Doch wer zwischen den Zeilen liest entdeckt unschwer, dass genau das intendiert ist und uns Lelord die gesamte Geschichte mit ständigem Augenzwinkern erzählt. Und so will Lelord seine Leser vor allem unterhalten, weniger erbauen oder gar bei der eigenen Suche nach Glück unterstützen.

Hectors Suche nach dem Glück reiht sich somit ein in die seit einigen Jahren zu beobachtenden Erbauungs- und Durchhalteliteratur mit Titeln wie "Heute ist mein bester Tag" oder "Ich freue mich an jedem Tag". Je schlechter die äußeren Lebensbedingungen werden und je weniger Staat und Wirtschaft in der Lage sind, dem Bürger kollektiv Sinn oder Glück zu stiften, desto mehr macht dieser sich auf die individuelle Suche.

Dass man nach dem Lesen dieses Buches selber "glücklich" sei, wie Frau Heidenreich auf der Buchrückseite zitiert wird, ist reine (Verkaufs-) Psychologie, aber eben davon handelt ja dieses Buch.

Fazit: Ein amüsantes Büchlein, das man durchaus genießen kann, wenn man die Suche nach dem Glück - ganz im Sinne des Autors - eben nicht bierernst nimmt.
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am 3. Mai 2005
Lelord ist mit seinem Glücksbuch das Kunststück gelungen, vermeintlich komplexe psychologische Sachverhalte in eine Geschichte zu transformieren. Was in Sachbüchern in oft zu kompliziertem Psycholatein breit geschlagen wird, liest sich hier so leicht und verständlich wie ein Märchen - und dazu noch glaubhaft! Die Geschichte ist sehr einfach und in kindlicher Sprache geschrieben, weil die grössten Wahrheiten meistens sehr einfach zu finden sind und dies wohl auch eher Menschen gelingt, welche sich ihre Kindlichkeit beim Erwachsenwerden nicht verwachsen liessen.

Hector, ein Psychiater, erkennt resigniert, dass er seinen Patienten nicht zum Glück verhelfen kann. Also beschliesst er, dieses Glück, welchem scheinbar so schwer beizukommen ist, selbst zu suchen. Er bricht aus seiner stickigen Praxis aus und macht sich auf den Weg ins wirkliche Leben, dorthin, wo es von unglücklichen Seelen, denen eigentlich nichts fehlt, wimmelt. Auf seiner Reise macht er mannigfaltige Erfahrungen, und hält in seinem Notizbuch fest, was er als Glücksindikatoren zu erkennen denkt. Wer eine Anleitung zum Glücklichsein sucht, erhält hier eine köstlich leichte Kost serviert, statt die aus Psychoschmökern sattsam bekannten Phrasen. Hier werden nicht schulmeisterlich theoretische und weltfremde Richtlinien erteilt, welche sich ohnehin rasch im Labyrinth des Hirnschmalzes auflösen, sondern es wird anschaulich und einleuchtend ein praktikabler Weg zum Glücksbewusstsein aufgezeigt. Wer Hectors Glücksindikatoren beherzigt, dem werden sie das Glück auch näher bringen, so wie sie es für mich taten.
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am 14. November 2004
Ich habe das Buch an einem Nachmittag gelesen und mich dabei einfach wohlgefühlt. Wer komplizierte Erklärungen erwartet, wie man denn nun am besten glücklich wird,wer wortgewaltige Um- und Beschreibungen von Gefühlszuständen liebt,dem sei von diesem Buch abgeraten. Die größten Wahrheiten sind mitunter schlicht.
Man muß schon ein wenig den kindlichen Geist in sich wiederfinden, um sich auf die bewußt einfache Sprache des Francois Lelord einlassen zu können. Tut man das, wird man jedoch bestens unterhalten,und zwar ohne daß einem alle paar Minuten der moralische Zeigefinger vorgehalten wird. Große Gedanken in kleinen Worten. "Glück ist, wenn man der Meinung anderer Menschen nicht zuviel Gewicht beimißt." Daher mein Rat: Lesen und selbst urteilen.
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am 10. August 2014
Der 1953 geborene Psychiater François Lelord nahm sich irgendwann eine Auszeit von seinem Job und begann, die Welt zu bereisen. Angeregt durch diese Reisen, begann er, sich als Schriftsteller zu betätigen und schuf so die Figur des Psychiaters Hector, der sich nunmehr seit zehn Jahren und in bislang fünf Bänden auf die Suche nach verschiedenen Dingen macht (dem Glück, der Liebe, der Zeit usw.) oder sich die Welt zu erklären versucht. Hectors Suche nach dem Glück ist der erste Band dieser Reihe und wurde 2004 veröffentlicht. Lelord arbeitet mittlerweile wieder als Psychiater, und zwar in Hanoi und Ho Chi Minh Stadt. Er ist seit 2008 mit einer Vietnamesin verheiratet, mit der er jeweils halbjährlich in Paris und Bangkok lebt.

Hector ist Psychiater in Paris und eigentlich ganz zufrieden mit seinem Job und seinem Leben. Er hat viele Patienten, eine hübsche Freundin und könnte eigentlich glücklich sein. Doch je mehr Patienten sich bei ihm über ihr ach so schweres Leben und andauerndes Unglück beschweren, obwohl sie eigentlich alles haben, was man zum Glücklichsein braucht und Hector darüber hinaus erkennen muss, dass sich seine Beziehung latent im Alltagsstress verloren hat, umso mehr reift in Hector der Gedanke, eine Weltreise zu unternehmen und herauszufinden, was Glück eigentlich ist. Also schließt er seine Praxis für eine Weile und macht sich zuerst auf zu seinem Freund Édouard, der in China lebt. Als Hector dort die junge Chinesin Ying Li kennenlernt, bekommt er erste Eindrücke davon, was Glück, aber leider auch Unglück sein könnte. Nachdem Hector sich auch noch nach Afrika und Amerika begeben hat, um herauszufinden, was Glück ist, kehrt er noch einmal nach China zurück, um mit einem weisen Mönch über seine gewonnenen Erkenntnisse zu sprechen. Zurück in Paris hat sich Hectors Leben deutlich verändert und er glaubt, eine, wenn nicht sogar mehrere Antworten auf seine Frage gefunden zu haben.

Lelords Stil erinnert ein wenig an den des großartigen Jonas Jonasson ("Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand"), eine Mischung aus (vermeintlicher) Naivität und spitzbübischem Hintersinn. Allerdings gelingt es Lelord bei weitem nicht so gut wie Jonasson, eine intelligente, wendungsreiche und witzige Geschichte zu erzählen, dafür fehlt es ihm offensichtlich dann doch an Talent. Dennoch kann man sich oft ein kleines Schmunzeln nicht verkneifen, wenn Lelord hier sehr Offensichtliches in fast märchenonkelariger Manier erzählt. Viele Dinge werden von Lelord nie direkt beim Namen genannt, sondern immer nur umschrieben (er sagt z. B. nie direkt, dass Hector in Paris arbeitet oder nach Amerika reist oder dass Hector Sex hat, beschreibt dies alles aber dennoch so eindeutig, dass man recht genau weiß, woran oder wo man ist), und das wird zu einem kleinen charmanten roten Faden innerhalb dieser nur 190seitigen Erzählung. Lelord vereinfacht die Dinge oder auch Zusammenhänge, und das macht er so gekonnt, dass man sich dem nur scheinbar naiven Erzählstil durchaus gewogen zeigt.

Da Lelord darüber hinaus aber nicht wirklich viel Spannendes zu erzählen hat, obwohl er seinen Protagonisten um die halbe Welt schickt, ist "Hectors Reise" dann manchmal doch etwas träge, belanglos oder langweilig. Lelord erzählt von vielen kleinen Begegnungen mit verschiedenen Menschen, die Hector unterwegs trifft und was er sich so für Gedanken macht, wenn er im Flugzeug sitzt oder alte Freunde wiedertrifft. So geht einem die recht betulich wirkende Erzählweise ab und an doch ein wenig auf die Nerven, weil sie Hector ungewollt manchmal als etwas trottelig dastehen lässt, obwohl er eigentlich ziemlich schlau ist.
Erst gen Ende wird "Hectors Reise" wieder interessant, nämlich dann, wenn Hector sich letzte Meinungen zum Thema Glück einholt und, nach seiner Rückkehr nach Paris, ein Resümee zieht. Das von Lelord gewollt glückliche Ende ist als solches klar zu erkennen und kommt natürlich noch mit einem kleinen Augenzwinkern daher.

Alles in allem ist "Hectors Reise" eine immer mal wieder vergnügliche, intelligente und kurzweilige Lektüre, die aber an ihrem manchmal etwas dümmlich wirkenden Unterton leidet. Da Lelord hiervon nicht durch eine wirklich wendungsreiche und interessante Story ablenken kann, zeigen sich bald erste Ermüdungserscheinungen des onkelhaften Erzählstils. Das Ganze wirkt einfach noch nicht sonderlich ausgereift, aber da Hector ja hier erst durch Lelord ins Leben gerufen wurde, mag es ja sein, dass Lelord dieses Manko in seinen Folgeromanen ausgebessert hat. Ich werde das nicht herausfinden, ich warte dann doch lieber auf Jonassons nächstes Buch, da dessen Werke für mich perfekte Unterhaltung gewährleisten. Dennoch habe ich ein bisschen was über das Glücklichsein gelernt, insofern gerne liberale drei von fünf Reisen, die einem definitiv das ein oder andere über Glück vermitteln können.
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am 18. März 2005
Ein Buch, das mit Kinderbuchsprache ein sehr erwachsenes Thema angeht. Hector kommt den Ursachen für Glück auf die Spur. Und dies auf ganz natürliche Art und Weise ohne Wissenschaft oder Mysterien. Eine Reise, die einem jeden von uns zu wünschen ist.
Auf den Schreibstil des Buches muss man sich einlassen. Interessant wäre zu erfahren, ob Kinder wirklich etwas damit anfangen können.
Ein Psychiater sieht, dass er Menschen, denen es eigentlich gut gehen müsste bei Ihrem Sehnen nach Glück nicht helfen kann. Er macht sich auf die Reise, im weisen China und anderen Orten das Glück zu erforschen. Er verliebt sich, wird entführt, sieht und fühlt Unglück und feiert.
Im Laufe seiner Reise notiert er 23 Lektionen, die jeweils mit einer erlebten Geschichte zusammenhängen.
Durch Gespräche mit einem chinesischen Mönch und einem amerikanischen Professor für subjektives Wohlbefinden stellt sich heraus, dass diese Erfahrungen gar nicht dumm sind, sondern tatsächlich die wichtigsten Faktoren für Glück darstellen.
Nach dieser Reise kehrt Hector wieder zurück in sein Leben als Psychiater und zu seiner Freundin Clara. Aber die Dinge haben sich verändert. Sein Beruf macht ihm mehr Freude, er kann auch denjenigen helfen, denen es eigentlich bereits gut gehen müsste. Lassen Sie sich überraschen, ob er auch sein privates Glück findet,...
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am 18. November 2015
Dem eigentlichen Titel 'Hectors Reise' nachgestellt ist der Zusatz: 'oder die Suche nach dem Glück' (im französischen Original: 'Le voyage d'Hector ou la recherche du bonheur'). Der studierte und als Psychiater arbeitende Protagonist namens 'Hector' ist mit sich und seinem Sein zunehmend unzufrieden. Den 'Grund' hierfür sieht er (wohl etwas oberflächlich) allein darin, dass er seine zahlreichen Patienten trotz seinem Wissen um Psycho­pharmaka und -therapie nicht glücklich machen könne. Wieso er die Frage auslässt, ob und, wenn ja, wieso er seinerseits glücklich sei, bleibt ungenannt. Er bemerkt lediglich, dass die jenigen unter seinen sich als 'unglücklich' erlebenden Patienten, die - nach Hectors Wertung - ohne eigentliches Unglück leiden, ihn mit ihrer Unzu­frieden­heit so ermüden, dass er sich fragt, ob sie vielleicht ansteckend seien.
Auf Anraten einer seiner Patientinnen (!) begibt er sich auf eine Weltreise, um zu ersehen, was die Leute global glücklich oder unglücklich machte und ob eine geheime Glücksformel zu finden sei. Und dies, obwohl er angeblich einen weiblichen Menschen namens 'Clara' liebe, der auch seiner­seits ihn liebe. Ja, wenn Liebe den liebenden Menschen nicht glücklich macht, was denn?
Ohne Clara reist Hector hierhin, darhin, dorthin und findet lediglich vierundzwanzig Phantome des Glücks, die er alle schriftlich festhält: Vorstellungen, Denkmoden, Träume. So denken viele Menschen, das Glück liege in der Zukunft oder darin, (geld-)reicher und (ver­meint­lich!) 'mächtiger denn andere Men­schen zu sein. Wieder andere Menschen vermitteln Hector, Glück sei, wenn es der Familie an nichts mangele, und wenn man einer Be­schäft­ig­ung nachgehe, die man gern tue, oder Eigen­tümer eines Hauses und eines Gartens zu sein. Auch sei Glück in einem von schlechten Leuten regierten Lande schwieriger zu finden. Subtiler sind die Ansichten, das Glück liege in der Empfindung, anderen Menschen hilfreich zu sein (weswegen Hector ja vor seiner Reise sich als 'zunehmend un­zufrieden' empfand, näm­lich wegen seines Empfindens, seine Patienten nicht glücklich machen zu können) und in der, darfür geliebt zu werden, wie man ist. Aber all diese An­sichten und Einsichten sind nicht die gesuchte Glücksformel.
Ein chinesischer Mönch sagt Hector, es sei ein Irrtum zu glauben, Glück sei das Ziel. -
François Lelord (geboren 1953 in Paris) ist seinerseits studierter Arzt und Psychologe und begann zu reisen und zu schreiben, als er seinem Beruf nicht länger folgen wollte und seine Praxis geschlossen hatte. Später arbeitete er dennoch als Psychiater in Krankenhäusern in Hanoi und Ho-Tschi-Minh-Stadt und heiratete eine Vietnamesin. Dies geschah so ähnlich, wie bei Hector. Dessen Reise erzählt Lelord so, wie ein Märchen, ein wenig naiv, ein wenig hinter­gründig. Das körperliche Dasein eines Menschen auf Erden erachtet er als 'dessen Leben', als sei dies dessen wahrhaftiges Eigentum, und wenn dies vermeintliche 'Leben' nicht ge­lingt, dann sei dies ein 'richtiges Unglück', das also objektiv als ein Solches zu beurteilen sei. Dies als lediglich subjektive Wertung aufzufassen und darzulegen, kommt weder Lelord noch Hector in den Sinn. Nicht manche Arzte tragen Doktortitel, sondern sind in diesem Märchen alle­sammt Doktoren und können nach Lelord in echter Kinder- und Märchen­kausalität 'heilen', zumindest dann, wenn die Patienten ihre Pillen weisungsgemäß einnehmen. Und, wie in nahezu allen Märchen, wird von tausend und einer Figur geraten, unbedingt an viel Geld zu gelangen, um somit glück­lich zu werden und zu bleiben. Aber geistliches Glück etwa durch tiefe Musik oder spirituelle Meditation bleiben ungenannt und unerschlossen. Und auch die Liebe wird nicht im Großen, also: universal und spirituell empfohlen, sondern eher klein­geistig, bürgerlich, und zwar ausschließlich als solche 'Liebe' erachtet und nahegelegt, die eine allem Anderen abge­trennte, kleine Sonderliebe für sich ist: die hauptsächlich durch Ego bestimmte 'Liebe' zu und in einer Familie. Und so heiraten denn auch Hector und Clara am Ende einander, bekommen Kinder und leben glücklich bis ans Ende ihrer Tage. Hach, ja!
Trotzdem ist 'Hectors Reise' als wenn auch märchenartige Einführung in die große Frage nach dem Glück durchaus lesenswert. Aber wie beim Lesen eines jeden Märchens sollten nicht alle gelesenen Worte einfach geglaubt oder gar übernommen werden.
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am 30. Dezember 2010
Glück ist alles - das denken wir auf jeden Fall vom Leben. Es geht immer darum, möglichst glücklich zu werden: im Beruf, mit dem Partner, bei Freunden, in Sport, Familie und natürlich auch in Bezug auf sich selbst. Die wenigsten sind es jedoch - Glück ist nämlich eine sehr schwer greifbare und oft leider nur allzu kurzweilige Emotion.

Einen etwas leichteren Zugang zum Thema schafft Francois Lelord mit dem ersten Buch seiner Hector-Erzählungen, Hectors Reise: oder die Suche nach dem Glück. Im Roman ist Hector ein französischer Psychiater, der sich aufgrund der Leidensgeschichten seiner zahlreichen Patienten auf die Suche nach dem Glück begibt. Ihm ist wichtig, seinen Patienten, die immer über ihr Unglück klagen, zu helfen. Eine spannende Reise beginnt: auf dem Weg durch die ganze Welt lernt er verschiedene Formen von Glück kennen, bekommt die kleinen und großen Freuden mit und merkt anhand zahlreicher Erfahrungen, wie individuell und relativ Glück ist. Nichtsdestotrotz schafft es der oft leicht naive, aber dafür umso entwaffnender wirkende Suchende, eine Liste zu erstellen - eine Liste von Glückstipps, die gleichermaßen als Anleitung zum Glücklichwerden zu verstehen ist. Sie sorgt am Ende des Buches für viele Lacher und regt stark zum Nachdenken an: über Hectors Erlebnisse, aber auch über das eigene Leben.

Neben der absolut fesselnden und beeindruckenden Geschichte, die nicht sonderlich komplex oder schwer zu verstehen ist, dafür aber umso tiefer in die Seele eines Menschen blickt, ist vor allen Dingen der Schreibstil des Autors hervorzuheben. Francois Lelord schafft das, was vielen Autoren nur schwer gelingt: er schreibt mit einer unglaublichen Leichtigkeit, ohne dabei die Liebe zum Detail zu verlieren. Hector wirkt immer wunderbar neugierig, ganz so, als würde er immer mit den großen Augen eines Kindes durch die Welt gehen. Auch wenn er nie erwähnt,
wo er sich gerade befindet: durch geschicktes Erzählen und fast karikative Darstellungen weiß der Leser immer genau, auf welchem Fleck der Erde sich der Protagonist befindet.

Jeder, der dieses Buch in die Hand nimmt und voller Freude und Erwartung liest, wird auch die Folgebände, in denen Hector den Geheimnissen der Liebe und der Zeit auf der Spur ist, lieben.
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am 2. Februar 2010
Diesen Roman habe ich kürzlich ausgehört und weil ich diese CDs bemerkenswert finde, will ich auch darauf aufmerksam machen.
Und weil ich neugierig bin, wie die Meinung anderer Leute über das ist,was mich anspricht, hab ich mir mal die Rezensionen hier angesehen.
Grundsätzlich ist zu beobachten, dass sich die Lesergemeinde an diesem Buch scheidet, den von den bisher 208 eingestellten Rezensionen erhielten 78 fünf Sterne und 46 einen Stern, der Rest verteilt sich auf die Sterne dazwischen, mit einem Mehrgewicht auf positive Beurteilung.
Was zumeist bekrittelt wird, ist der einfache und unkomplizierte Schreibstil.

Einem Zuhörer kommt so ein Erzählstil sehr entgegen, abgesehen davon, dass er gewollte künstlerische Gestaltung ist. Einfach, aber nicht primitiv. Wie im Märchen ist die Welt stark vereinfacht und in der ihrer Komplexität reduziert, so dass der wohlgesinnte Leser sich ganze Passagen merken kann und die Aussage verinnerlichen.
Schlussendlich erhalten wir 23 Lektionen in Sachen Glück und Hektor, der Psychiater, der für uns diese Lektionen erlebt, hat eigentlich das Zeug zu einem modernen Simplizissimus.

1. Vergleiche anzustellen ist ein gutes Mittel, sich sein Glück zu vermiesen.
2. Glück kommt oft überraschend.
3. Viele Leute sehen ihr Glück nur in der Zukunft.
4. Viele Leute denken, dass Glück bedeutet, reicher oder mächtiger zu sein.
5. Manchmal bedeutet Glück, etwas nicht zu begreifen.
6. Glück, das ist eine gute Wanderung inmitten schöner unbekannter Berge.
7. Es ist ein Irrtum zu glauben, Glück wäre das Ziel.
8. Glück ist mit den Menschen zusammen zu sein, die man liebt. (Unglück ist, von den Menschen, die man liebt, getrennt zu sein.)
9. Glück ist, wenn es der Familie an nichts mangelt.
10. Glück ist, wenn man eine Beschäftigung hat, die man liebt.
11. Glück ist, wenn man ein Haus und einen Garten hat.
12. Glück ist schwieriger in einem Land, das von schlechten Leuten regiert wird.
13. Glück ist, wenn man spürt, dass man den anderen nützlich ist.
14. Glück ist, wenn man dafür geliebt wird, wie man eben ist. Anmerkung: Zu einem lächelnden Kind ist man freundlicher (sehr wichtig).
15. Glück ist, wenn man sich rundum lebendig fühlt.
16. Glück ist, wenn man richtig feiert. Frage: Ist Glück vielleicht einfach eine chemische Reaktion im Gehirn?
17. Glück ist, wenn man an das Glück der Leute denkt, die man liebt.
18. Glück wäre, wenn man mehrere Frauen lieben könnte.
19. Sonne und Meer sind ein Glück für alle Menschen.
20. Glück ist eine Sichtweise auf die Dinge
21. Rivalität ist ein schlimmes Gift für das Glück
22. Frauen achten mehr auf das Glück der anderen als Männer
23. Bedeutet Glück, dass man sich um das Glück der anderen kümmert?

Als Sprecher für dieses Hörbuch hätte man keine bessere Besetzung als Edgar M. Böhlke finden können.
Hier stimmt alles, kein Wunder, schließlich ist der Mann nicht nur Schauspieler für Film, Fernsehen und Theater, er war auch bis 2005 Professor für Schauspiel an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main, beherrscht also sein Hand' ähh, Mundwerk vortrefflich, kann sich in Text einlesen und setzt die Akzente auch nur da, wo sie hingehören.
Von ihm Hektors Reise erzählt zu bekommen, ist ein wunderbares Hörerlebnis, dass auch Neugier auf die anderen Erkenntnisse von Hektor macht, denn es gibt noch mehr Hektor-Romane die er gesprochen hat, die ich aber noch nicht zu hören bekam, aber das ist nur noch eine Frage der Zeit.

Die CD bekommt von mir fünf Sterne!
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am 1. Januar 2008
Ich habe das nette kleine Taschenbuch mit der niedlichen Zeichnung auf dem Cover (Mann versucht Marienkäfer zu fangen) geschenkt bekommen, unter seltsamen Umständen. Ich wollt ihn nur geliehen haben, bekam ihn aber mit den Worten "Den kannste behalten, das ist großer Mist, ich hab 4 mal angefangen das zu lesen, aber bin nie weiter gekommen als die ersten Seiten".
Ich habe mich von Seite 1 an gefragt, wo der Mist stecken soll?!
Ok, vielleicht mag nicht jeder den Stil, denn es ist eine etwas "dümmlich" anmutende Sprache. Anstatt "Sex" wird dort von "Dinge, die Verliebte so tun" geredet, und auch der Satzbau ist absolut schlicht gestrickt.
Aber grade das macht es absolut liebenswürdig, leicht, beschwingt, man denkt man ist wieder Kind. Denn, man gebe es einfach mal zu: Wann haben sich Erwachsene das letzte mal gefragt, was Glück eigentlich ist? Das ist den Kinder eher vorbehalten, die noch aus den absoluten Kleinigkeiten das größte Glück ziehen können. Erwachsene haben dies meist verlernt, und müssen erst scharf nachdenken, ob sie glücklich sind, und was sie glücklich macht. Genau solche Erwachsene lernt Hector auch auf seiner Reise kennen. Aber auch Menschen, die noch lachen können, die sich über Kleinigkeiten freuen.
Er lernt auch, dass Menschen aus unterschiedlichen Ländern unterschiedlich über das Glück denken.
Und zum Schluss weiss er sogar, wo in seinem Kopf das Glück zuhause ist, ganz wissenschaftlich betrachtet.

Ein wunderbarer Roman, der sich ganz leicht und locker lesen lässt.
Anschliessend fällt einem das Leben ein bischen leichter.

Wirklich gelungen. Es hat mich in schweren Stunden durchaus aufgebaut.
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