Kundenrezensionen

64
3,9 von 5 Sternen
Erstickt an euren Lügen: Eine Türkin in Deutschland erzählt
Format: TaschenbuchÄndern
Preis:9,99 €+Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

117 von 124 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 12. Mai 2008
Ich habe dieses Buch innerhalb eines Tages gelesen. Ich war schockiert und gleichzeitig sehr berührt darüber. Ich bin ebenfalls Türkin. Einige Teile dieses Buch hat mir mein eigenes Leben wiedergespiegelt. Ich habe die Chance in der Deutschen Kultur aufzuwachsen. Ob dies ein Fluch oder eine Segen ist, findet man nie heraus. Denn man bleibt immer zwischendrinnen stecken. Man kann sich nich frei entfalten, weil die Ehre ein wichtiger Bestandteil der Familie ist. Manchmal frage ich mich wieso es überhaupt soweit kommt. Leider ist dieses Buch dir Realität der Türkischen Kultur.
Wirklich traurig zu sehen, was für eine grausame Tradition es gibt.
Gerne würde ich auch darüber erzählen wie es mir ergeht....
44 KommentareWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
73 von 80 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 6. April 2010
Man braucht gute Nerven, um das Buch ganz zu lesen. Und den Vorsatz den Respekt vor den Türken zu behalten und dazu die Hoffnung darauf, dass eine Verallgemeinerung der Lebensgeschichte der Autorin nicht zutreffend wäre.
Wieder ein Buch der Abrechnung! Leider weitgehend authentisch, ist zu befürchten. Zumindest entsteht nirgendwo der Eindruck, dass sich da ein Autorenteam Klischees bedient hätte. Man hat auch schon zu viele einschlägige Schreckensmeldungen gehört. Es gibt auch in dieser Autobiographie kein gutes Ende.
Das Leben der Autorin war ein Albtraum. Ob es besser geworden ist, erfährt man nicht. Der Buchschluss lässt es offen.
Als Kind wurde sie bereits im Elternhaus misshandelt, zu den Verwandten in die Türkei geschickt. Dort wird sie nicht willkommen geheißen. "Ich will fliehen, aber wohin? Ich versuche, nicht zu weinen, aber die Tränen schießen mir in die Augen, ohne dass ich mich dagegen wehren kann. Ich fühle mich erniedrigt, vor so vielen Leuten. Ich fühle mich allein - wie in einer fremden Wohnung, in einem fremden Land. Ich weiß nicht ein noch aus. Mein Gott, wo bin ich gelandet? Denke ich zum ersten Mal. Ein Satz, den ich noch oft in meinem Leben wiederholen werde."
Lesen und Schreiben lernt sie nie richtig. Nur von der Großmutter erfährt sie so etwas wie Liebe. Später kommt noch ein Liebhaber dazu. Der erste Mann, der ihr Respekt erweist. Sie wird mehrfach vergewaltigt, darunter vom eigenen Ehemann vor der Hochzeitsnacht, für den sie sich aufbewahrt hatte. Der wurde ihr ebenso zugewiesen wie der zweite, der sie auch nur ausnutzt.
"Das ist die klassische Normalehe bei konservativen Türken: Im Idealfall ist die Braut nicht älter als fünfzehn, das Alter des Bräutigams spielt dagegen kein Rolle. Sie hat sich für ihn zu bewahren. Aber auch er zahlt seinen Preis: Er muss sie Zeit seines Lebens ernähren, denn auf ein eigenständiges, selbstbestimmtes Leben ist seine Frau nicht vorbereitet....Die Braut bleibt bis zur Hochzeit unberührt. Der Bräutigam stillt jedoch seine Lust bis zur Hochzeit mit "gebrauchten" Frauen. Mit einer, die einmal nicht stark genug war. Oder mit einer lebenslustigen Ehefrau, die ein Ventil für den Frust ihrer Zwangsehe sucht.""
Die Kinder werden ihr weggenommen, sie holt sie sich wieder zurück, immer auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Mann und dessen Familie. Man will sie gar ermorden.
Männer erlebt sie mit zwei Ausnahmen nur als liebes- und lebensunfähige Gewalttäter. Sie bezichtigt alle Türken der Heuchelei - daher der Buchtitel - weil sie ihren Moralkodex nicht leben. Alle Männer haben eine Geliebte, alle Frauen einen Liebhaber. Die Enttäuschung über ihr eigenes Leben lässt sie diese Verallgemeinerung machen.
Über solche Aussagen kann man nur erschrecken. So wie über die einer jungen Türkin, die mir gegenüber einmal etwas ähnliches behauptete. Was bedenklich stimmt, ist dennoch die geschilderte Tradition der Zwangsehen und einer Männerherrschaft, die auf die Befindlichkeiten der Frauen keine Rücksicht nimmt. So erzieht man sich eine schwache Hälfte der Gesellschaft - die Männer, denen es nicht gelingt ihre Frauen zu ehren und zu lieben, und eine missbrauchte Hälfte - die Frauen, die nie zur Entfaltung ihrer Tugenden kommen, und stattdessen Trost anderswo suchen.
"Was kann man von einer Frau erwarten, die als Mädchen - kaum in der Pubertät - einen Mann aufgezwungen bekommt? Fast immer ohne wirkliches Kennenlernen, ohne jede Vorbereitung, ohne Aufklärung, ohne Hilfe? Und ist der öffentliche Akt in der Hochzeitsnacht...etwa keine Vergewaltigung - legalisiert, erpresst, toleriert, ignoriert? Und die Männer? Wie sollen sie Zärtlichkeit finden und geben, Zuwendung erfahren und teilen, die Liebe einer Frau gewinnen, die ihnen auf diesem Weg zugewiesen wird? Wie sollen sie den Zauber der Erotik, den tiefempfundenen Gleichklang in der Vereinigung erkennen, wenn sie nichts anderes gelernt haben, als pure Triebbefriedigung...Beide -Frau und Mann - werden um ihr Leben betrogen. Warum und wem sollten sie da treu sein?"
Sie selber ist es auch nicht. Verwunderlich? Die Autorin, vermutlich von einem "professionellen" Buchschreiber wortreich unterstützt, hie und da, weiß von was sie redet. Sie ist oft der Verzweiflung nahe und meist ratlos, weil sie von niemand Hilfe zu erwarten hat. Sie wird immer nur ausgebeutet und ausgenutzt:
"Was soll ich an meinem Leben ändern wollen? Und warum? Und mit welchem Ziel? Und vor allem: wie?...Warum soll ich einen Beruf vermissen, da ich niemals im Leben würde arbeiten müssen, weil mein Mann ja für mich sorgt? Wie soll ich denken, dass an diesem Leben etwas verkehrt sein könnte, in das ich hineingepresst wurde? Wie sollte ich widersprechen, wenn ausnahmslos jeder in meinem Umfeld der Meinung ist, es sei genauso richtig und von Gott gewollt? Woher soll ich den Mut zur Rebellion nehmen, wenn selbst Oma nicht anders denkt? Wohin soll ich fliehen, wenn ich mich durch ein solches Verhalten gegen alle stelle?"
Sie stellt diese Fragen an ihre türkischen Mitleidensgenossinnen gleichsam als Anklage gegen sie selber, denn:"Warum zementieren gerade Frauen unsere Unterdrückung? Woher nehmen sie die Feindseligkeit gegen jede, die den Versuch wagt, aus dem Ganzen auszubrechen? Ist es Angst vor der Brutalität der Männer? Angst, sich einzugestehen, dass ihr Leben systematisch von Kindheit an zerstört wurde? Angst, zuzugeben, dass ihnen die Kraft fehlt, daran jemals etwas zu ändern? Angst zu erkennen, dass sie längst kapituliert haben? Ist es Missgunst gegenüber einer, die sich nicht widerspruchslos in ihr Leben fügt? Ist es Neid, weil sie es schafft, sich Schritt für Schritt aus ihrer scheinbar unverrückbaren Situation zu befreien? Sehen sie deshalb in Frauen, die sich so verhalten wie ich, einen Feind? Sind deshalb die Großmütter und die Mütter die eigentlichen Wächter und Verwalter der Unterdrückung, die Männer nur die Nutznießer des Systems?"
Jeder dieser Fragen scheint nur allzudeutlich ein Ja zur Antwort herauszuschreien. Aber gibt es einen Ausweg? Sie sieht keinen!
"Von kleinauf werden wir zu willenlosen, möglichst gut funktionierenden Weibchen erzogen, die auf die Symbiose mit einem Mann angewiesen sind. Ihm werden sie blind ausgeliefert. Ihm haben wir unsere Seele und unseren Körper zur Verfügung zu stellen. Kostenlos. Und natürlich auch unsere Arbeitskraft. Die Möglichkeit zum Widerstand, die Chance auszubrechen und zu fliehen, wird uns damit absichtlich vorenthalten. Ohne den Mann sind wir nichts. Sein Faustpfand ist das fehlende Wissen der ihm ausgelieferten Frau."
Ein ernüchterndes Buch, dem viel Verbreitung zu wünschen ist Es wurde nämlich geschrieben, um jene, die es betrifft, zum Nach- und Überdenken zu bewegen. Als Hochzeitsgeschenk für einen türkischen Mann sicher nicht geeignet.
Erschütternd ist das Schlussbekenntnis der Frau, die natürlich unter einem Anonym schreibt: "Was Liebe heißt, habe ich ein wenig gelernt. Ich fürchte, dass ich nie lernen werde, den Menschen zu vertrauen. Wer kann schon Vertrauen, Verständnis, Verzeihen und Mitgefühl lehren? Wer kann mein Gefühl der grenzenlosen Einsamkeit übertönen?
Noch etwas für Türken: Ama bir teselli var. Her yikici dalganin ardindan sakin sular gelir.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
72 von 80 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 29. Januar 2007
Immer wieder lese ich von ergreifenden Frauenschicksalen innerhalb und außerhalb Europas, und immer wieder bin ich auf's Neue betroffen von der seelischen und körperlichen Grausamkeit, die Frauen erdulden müssen, ohne sich wehren zu können. Die wenigsten Frauen schaffen es, aus dem Teufelskreis der, zum Teil völlig absurden, gesellschaftlichen Zwänge auszubrechen und sich ein frauenwürdiges Dasein zu schaffen. Incy schreibt völlig sachlich, in klaren Worten, und ohne Mitleid zu heischen von ihrem Leben in Deutschland und der Türkei, wobei sie in keinem der Länder als Mensch wahrgenommen wird, sondern bestenfalls ihre Jungfernschaft als Ware, um bei den anderen Familien respektiert werden zu können. Kaum eine Frau entkommt diesen Zwängen und die wenigsten lernen, sich selbst zu lieben, sich selbst zu respektieren und respektiert zu werden. In Deutschland ist sie Türkin, und in der Türkei Deutsche. Sie wird von Männern benutzt, von ihrer Familie ausgenutzt, gibt ihr Bestes, um anerkannt zu werden, und bleibt dennoch ausgestoßen, weil sie selbst nie ihren Platz in ihrem eigenen Leben findet. In Deutschland wohnt sie im Türkenghetto, und in der Türkei findet sie sich weder in der Stadt noch am Lande zurecht. Als Erwachsene will sie etwas lernen, weil sie weiß, dass hierzu der Schlüssel zum Beruf und damit zur Unabhängigkeit liegt, und um sich und ihre zwei kleinen Kinder zu ernähren. Sie schafft es, kleine Schritte zu machen (z.B. macht sie den Führerschein), wird aber dennoch zum zweiten Mal von ihrer Familie verheiratet und bleibt weiterhin unglücklich. Zweimal verliebt sie sich, kann aber kein einziges Mal mit dem Mann ihrer Wünsche eine Familie gründen. Nie kommt sie aus den gesellschaftlichen Zwängen heraus. Ich wünsche Incy Y. viel Kraft für ihr weiteres Leben.
22 KommentareWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
27 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 15. Juli 2011
... nicht wie ich erwartet hatte ihr Vater, die Inci das Leben zur Hölle machte. Ihre ersten Lebensjahre verbrachte die Autorin bei ihrer Großmutter, abgeschoben in die Türkei. Es war eine harte Zeit. Sie und die anderen Kinder wurden von ihrem Onkel Halil verprügelt und als seine Tochter bei einem Unfall ums Leben kommt, ist es ihm nur wichtig eine Entschädigung zu erhalten. Sein totes Kind kümmert ihn nicht. Die Großmutter, die Inci wo sie nur kann in Schutz nimmt, ist für das Mädchen die wahre Mutter. Die Person, zu der sie schließlich nach Deutschland kommt, ist eine Fremde. Schon am ersten Tag wird sie vor den Augen von Gästen geschlagen, da sie sich nicht auf Anhieb in der Küche zurechtfindet. Die Mutter terrorisiert ihre Kinder auf unerträgliche Weise. Sie spinnt Intrigen und lügt, doch immer nur zu ihrem eigenen Vorteil. Sie zieht das Mädchen mit in ihre Affären hinein, läßt das Kind Briefe voll sexueller Fantasien vorlesen, da sie selber nicht lesen kann. Doch als Inci als Jugendliche zurück in die Türkei muß, dort an einen Mann verheiratet wird, der sie mit ihrer treulosen Mutter in einen Topf wirft und brutal behandelt, fängt die wahre Hölle erst an. Erst nach mehreren Ehen, Vergwaltigungen und harten Kämpfen um ihre Kinder wird sie nach Deutschland zurück geholt, nur um wieder einmal vor dem Nichts zu stehen.

Wäre Inci nicht eine so starke Frau, die immer wieder eine Möglichkeit findet wie es weitergeht, wäre das Buch nicht zu ertragen. Trotz all dem Schrecklichen, das man ihr antut, verteufelt sie die Leute nicht. Ihrer Meinung nach liegt der Fehler im System und nicht unbedingt bei den einzelnen Personen. Auch stellt sie heraus, daß in den türkischen Großstädten alles viel freier ist und auch die verschiedenen Leute, die ihr ins Besondere bei der Rettung ihrer Kinder immer wieder helfen, zeigen, daß bei weitem nicht alle Türken so schrecklich sind wie ihre Familie. Sie prangert den verlogenen Jungfrauenwahn an. Sobald eine Frau keine selbige mehr ist, meint anscheinend jeder Mann sich an ihr vergreifen zu dürfen. Des weiteren stellt sie deutlich heraus, daß das größte Hindernis einer türkischen Frau, die aus den vorgeschriebenen Bahnen ausbrechen will, der absichtlich herbeigeführte Mangel an Bildung ist. Ohne die Fähigkeit sich und ihre Kinder selbst zu ernähren, haben die meisten Frauen keine Chance zu fliehen und ein neues Leben anzufangen.
Mir gefiel sehr gut, daß das ganze kein völlständiger Roman ist, wie es oft bei Autobiographien ist. Es gibt immer wieder Stellen, bei denen die Autorin zugibt: An das, was danach geschah, erinnere ich mich nicht mehr. Es fällt mir immer schwer, jemandem seine Geschichte zu glauben, wenn in dem Buch Detials beschrieben stehen, an die sich ein normaler Mensch beim besten Willen Jahre später nicht erinnern wird.
Das Buch hat mich tief erschüttert und ich kann es kaum erwarten, das zweite Buch "Erzähl mir nix von Unterschicht" zu lesen.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
34 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
VINE-PRODUKTTESTERam 18. Februar 2007
Die Erzählung einer oft verdrängten Realität, wie sie sich überall um uns herum, Tag für Tag, abspielt.

So ist das Leben der Autorin vor allem von einem geprägt: Von Angst und Gewalt.

Von der Zeit als Kind, wo sich niemand für Sie interessiert (Mädchen sind unwichtig) bis hin zu der Zeit in ihrer Jugend, wo Sie durch Zwangsheirat in ein regelrechtes Gefängnis geworfen wird, wo Vergewaltigung, Gefangenschaft und Grausamkeit Alltag sind! Die kurzen Augenblicke von Ruhe die Sie schildert wirken im Kontrast dieser Dinge fast schon befreiend. Es sind schon Erfolge wenn Sie nicht geschlagen wird, und ein Tag ohne Vergewaltigung endet.

Erschreckend, vor allem weil es so jeden Tag um uns herum passiert. Ohne das es wirklich wahrgenommen wird.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 9. August 2010
Sie darf die Liebe ihres Lebens nicht heiraten, weil ihre Eltern ihren Willen durch setzen wollen und schicken ihre Tochter auf direktem Weg in die Hölle!
Zuerst habe ich gedacht, daß sie vielleicht aus Rache dramatisiert, denn jemandem zu wünschen, daß er an seinen Lügen erstickt, ist schon ein harter Titel für ein Buch. Das hat mich zuerst ein wenig davon abgehalten, das Buch zu bestellen, weil ich dachte, daß dort eine verbitterte Frau schreibt, die ihren Haß nicht anders verarbeiten kann!
Nach einigen Seiten wurde bereits klar, daß dem Leser in diesem Buch die knallharte Wahrheit entgegen springt. Was für uns kaum vorstellbar ist, ist für leider viel zu viele Frauen grausamer Alltag.
Daß sie den Absprung geschafft hat und über so lange Zeit so hart gekämpft hat, ist sehr zu bewundern. Ich glaube, daß viele bereits nach einem Drittel dieser Leiden aufgegeben hätten. Ich wünsche ihr von Herzen alles Gute und daß es in Zukunft nicht mehr viele solcher Schicksale geben wird.
Man sollte das Buch gelesen haben, vor allem die Menschen, sie ihren Kindern Tagtäglich das Selbe antun, sollten dieses Buch lesen. Aber von denen würde wohl alles verleugnet und beschönigt werden. Ich bewundere den Mut von Inci, ihre eigene Herkunft so anzuprangern und mit der Wahrheit nicht hinter dem Berg zu halten. Bravo!
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 18. Oktober 2012
... nicht wie ich erwartet hatte ihr Vater, die Inci das Leben zur Hölle machte. Ihre ersten Lebensjahre verbrachte die Autorin bei ihrer Großmutter, abgeschoben in die Türkei. Es war eine harte Zeit. Sie und die anderen Kinder wurden von ihrem Onkel Halil verprügelt und als seine Tochter bei einem Unfall ums Leben kommt, ist es ihm nur wichtig eine Entschädigung zu erhalten. Sein totes Kind kümmert ihn nicht. Die Großmutter, die Inci wo sie nur kann in Schutz nimmt, ist für das Mädchen die wahre Mutter. Die Person, zu der sie schließlich nach Deutschland kommt, ist eine Fremde. Schon am ersten Tag wird sie vor den Augen von Gästen geschlagen, da sie sich nicht auf Anhieb in der Küche zurechtfindet. Die Mutter terrorisiert ihre Kinder auf unerträgliche Weise. Sie spinnt Intrigen und lügt, doch immer nur zu ihrem eigenen Vorteil. Sie zieht das Mädchen mit in ihre Affären hinein, läßt das Kind Briefe voll sexueller Fantasien vorlesen, da sie selber nicht lesen kann. Doch als Inci als Jugendliche zurück in die Türkei muß, dort an einen Mann verheiratet wird, der sie mit ihrer treulosen Mutter in einen Topf wirft und brutal behandelt, fängt die wahre Hölle erst an. Erst nach mehreren Ehen, Vergwaltigungen und harten Kämpfen um ihre Kinder wird sie nach Deutschland zurück geholt, nur um wieder einmal vor dem Nichts zu stehen.

Wäre Inci nicht eine so starke Frau, die immer wieder eine Möglichkeit findet wie es weitergeht, wäre das Buch nicht zu ertragen. Trotz all dem Schrecklichen, das man ihr antut, verteufelt sie die Leute nicht. Ihrer Meinung nach liegt der Fehler im System und nicht unbedingt bei den einzelnen Personen. Auch stellt sie heraus, daß in den türkischen Großstädten alles viel freier ist und auch die verschiedenen Leute, die ihr ins Besondere bei der Rettung ihrer Kinder immer wieder helfen, zeigen, daß bei weitem nicht alle Türken so schrecklich sind wie ihre Familie. Sie prangert den verlogenen Jungfrauenwahn an. Sobald eine Frau keine selbige mehr ist, meint anscheinend jeder Mann sich an ihr vergreifen zu dürfen. Des weiteren stellt sie deutlich heraus, daß das größte Hindernis einer türkischen Frau, die aus den vorgeschriebenen Bahnen ausbrechen will, der absichtlich herbeigeführte Mangel an Bildung ist. Ohne die Fähigkeit sich und ihre Kinder selbst zu ernähren, haben die meisten Frauen keine Chance zu fliehen und ein neues Leben anzufangen.
Mir gefiel sehr gut, daß das ganze kein völlständiger Roman ist, wie es oft bei Autobiographien ist. Es gibt immer wieder Stellen, bei denen die Autorin zugibt: An das, was danach geschah, erinnere ich mich nicht mehr. Es fällt mir immer schwer, jemandem seine Geschichte zu glauben, wenn in dem Buch Detials beschrieben stehen, an die sich ein normaler Mensch beim besten Willen Jahre später nicht erinnern wird.
Das Buch hat mich tief erschüttert und ich kann es kaum erwarten, das zweite Buch "Erzähl mir nix von Unterschicht" zu lesen.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 16. Januar 2007
Ein Buch, dass ich nicht mehr aus der Hand gelegt habe. Es erzählt uns relativ kurz und knapp die Geschichte einer Türkin, von der es sicher viele in Deutschland gibt. Sicher ist die Summe ihrer Erlebnisse einzigartig. Doch die Geschichte gewährt uns tiefe Einblicke in das Denken und Handeln dieser Menschen.

Mit seinen ca. 250 Seiten auch für Leser geeignet, die sich nicht an dicke Wälzer und Familienchroniken herantrauen. Ich selber lese zwar lieber dickere Bücher, doch in diesem ist mindestens so viel drin wie in manchen (Lebens-)Geschichten auf 600 Seiten.
11 KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 14. März 2014
Das erschütternde Lebensbild der Incy Y. hat mich sehr berührt.Es zeigt deutlich,wie wenig die Kultur und Lebensweise vieler
Migranten islamisch-türkischer Herkunft mit unserer Kultur vereinbar sind.Während bei uns die persönliche Freiheit und die
Eigenverantwortung des Indiviums an erster Stelle stehen,ist im Islam strengster Gehorsam und die Unterdrückung (besonders
der Frauen) in der Gemeinschaft vorrangig.Auch dieses Buch kann man nur empfehlen!
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
40 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Das vorliegende Buch bietet eine literarisch verarbeitete Lebenserfahrung von Inci Y. Dieser Lebensbericht stellt eine "dichte", hermeneutisch relevante Beschreibung einer Religion im normativer Alltagspraxis bzw. um die Legitimation interpersonaler Herrschaftsausübung durch Religion dar.
Es bietet an einem Einzelschicksal nachgezeichnet eine Innenansicht der türkischen Community, in der eine fundamentalistische Religionsauslegung und -ausübung sich mit archaischen "Ehr"begriffen und hohem sozialen Druck verbindet. Mag man das Buch auch nicht veralgemeinern, so zeigt es die bestehenden Probleme mehr als deutlich auf, die von der deutschen Gesellschaft im Namen von "Toleranz" gerne übersehen werden. Hier seien nur die sog. "Ehrenmorde" und "Zwangsheiraten" genannt.
Als Denkanstoss uneingeschränkt zu empfehlen
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
     
 
Kunden, die diesen Artikel angesehen haben, haben auch angesehen
Der Schleier der Angst
Der Schleier der Angst von Samia Shariff (Taschenbuch - 24. Juli 2010)
EUR 7,99

Sie haben mich verkauft: Eine wahre Geschichte
Sie haben mich verkauft: Eine wahre Geschichte von Oxana Kalemi (Taschenbuch - 14. Juli 2009)
EUR 7,99