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4.0 von 5 Sternen Die Intelligenz organisiert die Welt ...
Nach seinem Renner "Wie wirklich ist die Wirklichkeit?" (1976) legte Paul Watzlawick fünf Jahre später nach und gab diesen Sammelband mit Aufsätzen verschiedener Autoren heraus, denen er zwei eigene und einen kommentierenden Epilog hinzufügte. Nach der ersten Frage, die am Inhalte des Buches gemessen besser "Wie wirklich oder trefflich ist je meine...
Vor 21 Monaten von Basileus Bibliophilos veröffentlicht

versus
13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Faszinierend, aber formal schwach
'Die erfundene Wirklichkeit' fasst Beiträge aus den Bereichen Biologie, Physik, Mathematik, Literatur, Psychologie und anderen Disziplinen zum nicht allzu klar definierten Gedankengebäude des Konstruktivismus zusammen.
Ausnahmslos alle enthalten überaus interessante Ideen und Ansätze. Auch wenn sich dem (nicht in dieser Richtung vorgebildeten)...
Veröffentlicht am 26. November 2010 von Hesse


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4.0 von 5 Sternen Die Intelligenz organisiert die Welt ..., 20. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Die erfundene Wirklichkeit: Wie wissen wir, was wir zu wissen glauben? (Taschenbuch)
Nach seinem Renner "Wie wirklich ist die Wirklichkeit?" (1976) legte Paul Watzlawick fünf Jahre später nach und gab diesen Sammelband mit Aufsätzen verschiedener Autoren heraus, denen er zwei eigene und einen kommentierenden Epilog hinzufügte. Nach der ersten Frage, die am Inhalte des Buches gemessen besser "Wie wirklich oder trefflich ist je meine Wirklichkeitsauffassung?" betitelt worden wäre, steht auch hier die Frage im Vordergrunde, wie die Wirklichkeitsdeutung oder -auffassung das Produkt eigener Prophezeiung, eigener Zurechtlegung, übernommener Ideologie und einseitiger oder voreingenommener Untersuchung wird. Der beste oder trefflichste Satz hierzu stammt von Jean Piaget: "L'intelligence (...) organise le monde en organisant elle-même" = "Die Intelligenz organisiert die Welt, indem sie sich organisiert". Dies lässt offen, woran die Intelligenz (was ist das genau?) sich derweil des Sich-Organisierens hält oder orientiert? Und inwieweit hier der Name 'Welt' (alias 'monde') das Selbe nenne wie das 'Sein' oder die 'Wirklichkeit', wird leider nicht diskutiert. Auch die Begrenztheit des Spektrums der Sinne und des Prüf- und Urteilsvermögens des Menschen (wie etwa in Thomas Metzingers "Der Ego-Tunnel", Berlin 2009, oder Manfred Spitzers "Lernen", Heidelberg 2006) werden hierbei nicht hinreichend thematisiert.
Das zeigt die Schwäche dieses dennoch durchaus spannenden und lesenswerten Buches: Obwohl das Erfinden der (erlebten) Wirklichkeit zweifellos ist und überzeugend dargestellt wird, bleibt die wissenschaftstheoretische Grundfrage unerörtert. Muss jede Wirklichkeitsdeutung die Annahme einer Wirklichkeit außerhalb aller Deutung in Gänze ausschließen? Ist der Gedanke einer Wirklichkeit an sich wirklich (!) nur die Folge unseres fehlerhaften Kausaldenkens? Und wie kommt es, dass der Mensch seine erlebte Wirklichheitsumgebung so lieb gewinnen kann wie ihm Heimat gewährende Waarheit, dass er weint, wenn er sie durch Naturkatastrophe, Flucht oder Vertreibung verliert? Wie ist eine Annäherung an das Seiende-an-sich möglich, wenn sie denn möglich ist?
Die spannenden Fragen bleiben; die Literatur hat noch ein weites unbegangenes Land vor sich.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Faszinierend, aber formal schwach, 26. November 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die erfundene Wirklichkeit: Wie wissen wir, was wir zu wissen glauben? (Taschenbuch)
'Die erfundene Wirklichkeit' fasst Beiträge aus den Bereichen Biologie, Physik, Mathematik, Literatur, Psychologie und anderen Disziplinen zum nicht allzu klar definierten Gedankengebäude des Konstruktivismus zusammen.
Ausnahmslos alle enthalten überaus interessante Ideen und Ansätze. Auch wenn sich dem (nicht in dieser Richtung vorgebildeten) Leser kein völlig klares Bild der Idee erschließt, ahnt man doch die weitreichenden Implikationen auf Natur- und Geistestwissenschaften.
Umso bedauerlicher dass die Form um einiges hinter dem Inhalt zurückbleibt.
Dies beginnt mit der etwas arg unstrukturierten Zusammenstellung. Alle Aspekte sind sicher interessant, aber völlig ohne Stringenz und roten Faden nebeneinander gestellt (der verbindende Kommentar von Watzlawick versöhnt etwas) ergibt sich kein klares Bild.
Auch die Qualität der einzelnen Beiträge schwankt stark. Allen gemeinsam ist allerdings ein Hang zu unnötig komplexer Darstellung auch teils trivialer Sachverhalte. Zuweilen scheint sich der jeweilige Autor so sehr in seiner eigenen Eloquenz verheddert zu haben, dass das Wesentliche geradezu verschleiert wird. Als Beispiel sei der Beitrag von Gabriel Stolzenberg genannt, dem sich nur mit viel Mühe entnehmen lässt, worauf der Autor hinauswollte. Auch nach mehrmaligem genauem Lesen bin ich mir nicht sicher, ob sein eigentlich nicht allzu kompliziertes Beispiel aus der Mathematik, an dem er seine Gedankengänge entwickelt, diese auch wirklich stützt. Ich will es nicht in Abrede stellen, aber einer etwas eingehenderen Erläuterung seines Beispiels einige Seiten zu widmen statt es in einer kurzen Anmerkung abzuhandeln hätte der Verständlichkeit keinen Abbruch getan.
Auch scheint vieles nicht hinreichend abstrahiert und zu Ende gedacht.
So erwähnt Watzlawick in seinem Vorwort einen Versuch, in dessen Verlauf Studenten vermeintliche Gesetzmäßigkeiten in zufälligen Zahlenreihen entdeckten und führt dies als Beispiel einer Konstruktion an. Innerhalb des gegebenen Rahmens ist das Ergebnis wenig verblüffend, steckte die Konstruktion in diesem Fall doch bereits in der Aufgabenstellung. Bei längerer Fortsetzung des Versuchs hätten sich mit Sicherheit Zweifel an der Korrektheit der 'erkannten' Gesetzmäßigkeit eingestellt. Was hier zu überwinden war, war in erster Linie nicht ein genetisch aufgeprägter Hang zum Konstruieren, sondern das Vertrauen in die Person des Versuchsleiters und in das Wesen des Versuchs selbst.
Demselben Phänomen ist meiner Meinung nach auch die geschilderte Unfähigkeit von Ärzten geschuldet, mit vorgeblichen Symptomen in eine Nervenklinik eingelieferte gesunde Patienten zu entlarven. Wer fegt schon Symptome wie das Vernehmen von nicht existenten Stimmen einfach weg, wenn der vermeintliche Patient ein paar Tage beschwerdefrei zu sein scheint (damit sei nichts über die evtl. mangelhafte Qualität der Pflege ausgesagt, aber das ist in diesem Kontext nicht der springende Punkt).
Auch die nicht ganz unwesentliche Abgrenzung von radikalem Konstruktivismus und (dem doch sehr nahe liegenden) Solipsismus ist meiner Meinung nach nicht wirklich gelungen. Heinz von Foerster führt in seinem Beitrag die angenommene Existenz von autonomen Lebewesen als abgrenzende Eigenschaft an. Zum solipsistischen Standpunkt scheint sich für mich aber kein Widerspruch zu ergeben.
Postuliere ich die Existenz eines Gegenübers, mit dem auch eine Kommunikation möglich ist, bricht der radikale Ansatz eigentlich sofort zusammen. Können ein Gegenüber und ich unabhängig voneinander Aspekte der 'Wirklichkeit' auf die gleiche Weise erkennen, wie z.B. die Rundheit und Gelbheit eines Apfels, so liefert dies ein eindeutiges Indiz auf das Vorhandensein einer vom Beobachter unabhängigen Wirklichkeit. Unbestritten sei, dass die wahrgenommenen Aspekte dieser Wirklichkeit zweifellos unvollständig und interpretiert, und bis zu einem gewissen Grad auch konstruiert sind. Aber DASS eine Wirklichkeit existiert, die wenn auch unvollständig und verfälscht von beiden Beobachtern erfasst wird, scheint mir evident.
Nichtsdestotrotz eine faszinierende Lektüre, und hervorragend der Beitrag von Watzlawick selbst. Massives Manko allerdings die Form, daher nur 3 Sterne.
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4.0 von 5 Sternen Gut und schlecht?, 23. Oktober 2014
Von 
Klaus Roth (Wiesbaden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die erfundene Wirklichkeit: Wie wissen wir, was wir zu wissen glauben? (Taschenbuch)
Ich kann die kritischen Stimmen zum Buch sehr gut verstehen. Phasenweise wird tatsächlich relativ viel theoretischer Lärm um verhältnismäßig wenige und schlichte Gedankengänge gemacht. Jedoch macht das oftmals insofern Sinn, als ein Leser umgekehrt wenig mitnehmen würde, wenn zu viel Weisheit auf zu wenig Raum komprimiert würde. Mir wurde dies vor allem bewusst, als ich vor einigen Monaten "Schlüsselwerke zum Konstruktivismus" von Bernhard Pörksen las. Welches zentrale Werke zur Thematik zusammenzufassen versucht (vgl. bei Interesse meine dortige Rezension). Aber gerade durch die knappe und kurze Besprechung eines Gedankens bleibt dieser weniger haften, als wenn man den gleichen Gedanken mit vielen Worten umschreibt und zahlreichen Beispielen belegt.

Es sind jedoch sehr verschiedene Autoren zugange gewesen. Und so gibt es auch zwangsläufig schwierigere, fachbegrifflastigere Strecken und das genaue Gegenteil davon. Um ein persönliches Highlight für mich zu nennen, enthält das Buch etwa "Gesund in kranker Umgebung" von David L. Rosenhan. Der darin beschriebene (und als Rosenhan-Experiment bekannte) Versuch dreht sich um die Wahrnehmung von Fachleuten in der Psychiatrie. Es geht hier praktisch zu und wird auch mit völlig verständlichen Worten etwas beschrieben, was auch heute noch absolut von Relevanz ist. Denn so gerne man das auch (vor allem in der Fachwelt) wollte, sind auch Fachleute nicht vor Wahrnehmungsfehlern gewahrt. Da es sich eben auch nur um Menschen handelt.

Gerade in Bezug auf Psychiatrie glauben viele Menschen, es müsse sich um eine sehr exakte Wissenschaft handeln. Schließlich sei Psychiatrie ein Teilzweig der Medizin. Immerhin werden in der Psychiatrie EKG- und EEG-Messungen gemacht, Blut abgenommen und so weiter und so fort. Wodurch man (irrtümlich) glauben könnte, psychiatrische Diagnosen müssten auf einer besonders stabilen (da objektiven) Basis stehen. Das trifft jedoch nicht zu. Da weder Manien noch Depressionen oder Psychosen irgendwie mit Messgeräten oder anderen objektiven Methoden nachweisbar sind. Sondern allein im Auge des Betrachters liegen.

Genauso wie der (genannte) Beitrag Rosenhans haben auch alle anderen Ansätze bis heute insofern noch Bedeutung, als zeitlose Denkanstösse und Themen besprochen werden. Von vielen Fachleuten würde ich mir wünschen, dass sie sich auf die systemischen und konstruktivistischen Gedanken von Herrn Watzlawick zurückbesinnen würden. Wobei dies ein anderes Thema ist. Weil sich "Die erfundene Wirklichkeit" an eine breitere Leserschaft (als nur Fachkräfte) richtet und es zudem ein Sammelband aus verschiedenen Autoren ist. Und keine Watzlawickmonographie.

Was ich an älteren Büchern immer als extrem angenehm empfinde ist, dass man beim Lesen oftmals bemerkt, dass den Autoren vollkommen klar ist, dass sie ihrer Zeit und den meisten Zeitgenossen deutlich voraus sind. Dadurch wird eine Atmosphäre des Feuers und Euphorie für ein Thema spürbar. Was den Leser (wie eine begeisternde Rednerin) in den Bann zieht und die Aufmerksamkeit aufrecht erhält. Manche Autoren (wie Francisco Varela) nutzen in ihren Beiträgen zudem Bilder, was die Vermittlung der Gedanken erleichtert und den Text etwas auflockert.

Unterm Strich bleibt ein angenehmes Grundlagenwerk zum Konstruktivismus, dass hinlänglich Lesbarkeit und Aufbereitung manch aktuellere Publikation zum Thema Konstruktivismus mit Sicherheit toppt.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was soll ich sagen... Erste Sahne!, 6. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die erfundene Wirklichkeit: Wie wissen wir, was wir zu wissen glauben? (Taschenbuch)
Mit Watzlawick schreiben noch acht andere Autoren über unsere sehr individuellen Wirklichkeiten (im Rahmen des 'Konstruktivismus'), die wohl manches Mal recht unsanft mit anderen Realitäten kollidieren. Hoch interessant und umfassend erklärt.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schwere Kost, 19. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die erfundene Wirklichkeit: Wie wissen wir, was wir zu wissen glauben? (Taschenbuch)
Anders als andere Bücher von Watzlawick liest sich dieses hier ziemlich zäh - was möglicherweise daran liegt, dass die meisten Texte gar nicht von ihm sind. Mit anderen Watzlawick-Werken ist man besser aufgehoben.
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannend, erhellend, anregend, 2. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Die erfundene Wirklichkeit: Wie wissen wir, was wir zu wissen glauben? (Taschenbuch)
Paul Watzlawick führt hier unterschiedliche Autoren zusammen, deren Kernthema die Auseinandersetzung mit der "neuen Sicht der Wirklichkeit" ist, wie sie der Konstruktivismus für sich beansprucht. Heinz von Förster, Rupert Riedel, Ernst von Glasersfeld, Francisco Varela u.a.m. liefern die Grundlage dafür, nach dem Verlust der Dogmen wieder Boden unter die Füße zu bekommen.

Wir konstruieren zwar unsere Welt selbst, umfangreicher als je bewusst - die Möglichkeit, Wahrheit zu finden rückt damit weiter weg als je zuvor - aber die Grundlage auf der wir diese Konstruktionen betreiben wird zunehmend durchschaubar und somit neue Basis für die Wissenschaft vom Erkennen des Erkennens.

Watzlawick selbst ist dabei pointiert verbindender Moderator. Glänzend, solange er unpolitisch bleibt. Eine Fülle von Beispielen zu Kreisprozessen, von der selbsterfüllenden Prophezeiung bis zu alltäglichen Rückkopplungsprozessen, unterstreicht die Sichtweise des Konstruktivismus mit der Verstärkung des Fokus auf Zusammenhänge anstelle der einseitigen Wertschätzung der Systemelemente.

Eine Sichtweise übrigens, die wie von keinem anderen so wirksam vertreten wurde, wie vom Protagonisten des Vernetzten Denkens, Prof. Frederic Vester. Diesem gelang die Entwicklung eines Verfahrens, was es erlaubt, systembezogen die von Rupert Riedel dargestellte (und bedauerte) Spaltung des Weltbildes zu reduzieren.

Also: Als begleitende Literatur zu empfehlen sind die umfangreichen Schriften von Prof. Vester.

Insgesamt: Sehr empfehlenswert.

Detlef Mamrot
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Die erfundene Wirklichkeit: Wie wissen wir, was wir zu wissen glauben?
Die erfundene Wirklichkeit: Wie wissen wir, was wir zu wissen glauben? von Paul Watzlawick (Taschenbuch - 1. Juli 2006)
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