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108 von 113 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Animal laborans, homo faber, zoon politikon - eine Anthropologie des menschlichen Verhaltens
Im Wechsel von vita activa und vita contemplativa steckt das Glück des Lebens, mutmaßten die Altvorderen. Wie aber verhalten sich beide zueinander und vor allem: was sind ihre Bestandteile? Die klassische Antwort auf diese Frage gibt die politische Anthropologie der deutschjüdischen Philosophin Hannah Arendt in ihrem Buch "Vita activa oder vom...
Veröffentlicht am 20. Juni 2008 von euripides50

versus
2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Titel hat mich geködert
nach dem Film und der Biographie wollte ich gerne ins Original einsteigen. Vita activa hörte sich nach aktiven, prall vollem Leben an. Als Lektüre nebenbei in Zug und Bett nicht geeignet, da doch sehr anspruchsvoll und sehr theoretisch. Für eine vertiefende Betrachtung fehlt mir im Moment die Zeit, ich werde es aber später wieder hervor holen.
Vor 5 Monaten von S. Gründler veröffentlicht


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108 von 113 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Animal laborans, homo faber, zoon politikon - eine Anthropologie des menschlichen Verhaltens, 20. Juni 2008
Von 
euripides50 (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Vita activa oder Vom tätigen Leben (Taschenbuch)
Im Wechsel von vita activa und vita contemplativa steckt das Glück des Lebens, mutmaßten die Altvorderen. Wie aber verhalten sich beide zueinander und vor allem: was sind ihre Bestandteile? Die klassische Antwort auf diese Frage gibt die politische Anthropologie der deutschjüdischen Philosophin Hannah Arendt in ihrem Buch "Vita activa oder vom tätigen Leben".
Zunächst eine Überraschung, denn die Autorin ordnet im Unterschied zur landläufigen Meinung die vita contemplativa der vita activa eindeutig unter. Ihre These: Die vita activa ist die Seinsweise, in der sich der Mensch in der Welt behauptet und bewährt, nur auf ihre Grundlage kann es überhaupt eine vita contemplativa geben.
Wie verhält es sich aber nun mit der Vita activa im Einzelnen? "Mit dem Wort Vita Activa sollen im Folgenden drei Grundtätigkeiten zusammengefasst werden: Arbeiten; Herstellen und Handeln", erklärt die Autorin, wobei sie der Arbeit eindeutig den untersten Rang zuordnet. "Arbeiten" bedeutet die immer erneute Sicherstellung der lebenserhaltenden Prozesse, sie ist ein weltloser Zustand der "Mühe", die den Arbeitenden, den "animal laborans" zu den immer gleichen, "kreisenden" Verrichtungen zwingt. "Herstellen", die nächsthöhere Tätigkeit, ist das Werk des "homo faber, der sein Tun im "Modus der Absonderung" vollbringt. Herstellen als Prozess hat einen Anfang und ein Ende, der dann erreicht ist, wenn das fertige Produkt vorliegt. Herstellen folgt dem Zweck-Mittel-Denken und erschafft eine Dingwelt, in der sich der Mensch häuslich einrichten kann.
Wie aber steht es mit dem Handeln? "Das Handeln", schreibt Arendt "ist die einzige Tätigkeit der vita activa, die sich ohne Vermittlung von Materie, Material und Dingen direkt zwischen Menschen abspielt.". Sie ist die höchste Seinsform der Vita activa, weil sie sich in der Pluralität bzw. in der Öffentlichkeit abspielt, in der sich die Menschen im Medium der Freiheit und unter dem Risiko des Scheiterns als die erweisen, die sie sind.
Hannah Arendt wird in dem vorliegenden Buch und übrigens auch in ihren anderen Schriften nicht müde, dieses Handeln als die höchste Seinsform des Menschen zu feiern. Der erste "Erscheinungsraum" dieses Handelns war die klassische Polis in der Antike, in deren Öffentlichkeit Perikles und Ephialtes, Alkibiades und Sokrates vor aller Augen jeder für sich als "zoon politikon" agierten. Politik ist also nichts anderes als der Erscheinungsraum des Handelns unter den Bedingungen der Freiheit
Unnötig anzumerken, dass es eine so definierte politische Sphäre der Öffentlichkeit, in der freie Individuen unter dem Risiko des Scheitern die Chance der Freiheit ergreifen und "handeln" in der Moderne nicht mehr gibt. In der Epoche der Massendemokratien sind es nur die kurzen Startphasen der Revolutionen, in denen handelnde Menschen auftauchen und dem Rad der Geschichte eine neue Richtung geben. Das Faszinierende und zugleich Befremdliche an diesem Ansatz ist allerdings, dass es die Autorin nicht sonderlich zu interessieren scheint, in welche Richtung sich dieses Rad dann dreht, wenn nur hinreichend Gelegenheit besteht, für Menschen im Medium der Pluralität frei und öffentlich an diesem Rad zu drehen.
Und wehe dem "bios theoretikos", der mit dem Anspruch absoluten Wahrheit die politische Sphäre nach den Regeln der Zweck-Mittel-Logik gleichsam optimal "herstellen" will. Er wird die Erfahrung machen müssen, dass er aus der Sphäre der vita contemplativea in die Welt des Handelns hinausfällt, in der es keine absolute Wahrheit sondern nur das Wagnis des eigenen Handelns und immer auch die Möglichkeit des Scheiterns gibt.
Ich habe Hannah Arendts epochales Werk schon als Student und später immer aufs Neue mit zunehmendem Interesse gelesen und kann die Lektüre dieses in ganz besonderem Maße zeitgemäß-unzeitgemäßen Werkes nur jedermann empfehlen. Es besticht nicht nur durch eine schier unüberschaubare Vielzahl von Einzelstudien sondern es ermöglicht mit seinen kategorialen Grundbestimmungen des menschlichen Tätigseins ein ganz neues Verständnis der menschlichen Welt.
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hier ist Lesen = "Handeln"!, 21. Juni 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Vita activa oder Vom tätigen Leben (Taschenbuch)
Hannah Arendt zeichnet hier ein umfassendes Bild des tätigen Menschen. Dem aufmerksamen Leser wird eindrucksvoll der Unterschied zwischen arbeiten, herstellen und handeln vermittelt und das im Kontext verschiedener Epochen und Weltbilder. Die Annahme Gesellschaft sei etwas naturgegebenes fällt beim lesen genauso wie die Gewissheit Kapitalismus und Kommunismus seien etwas grundsätzlich gegenteiliges. Die altgriechische Polis wird aus Blickwinkel der Tätigkeit ebenso beleuchtet wie die heutige alleinige Sicht auf den "Animal Laborians", den arbeitenden Menschen, der zum Maßstab moderner Gesellschaften mutiert ist. Ob Ewigkeitsglaube oder die Lehren von Marx, alles stellt die außergewöhnliche Philosophin kritisch auf den Prüfstand. Wer auf der Suche danach ist was uns heutzutage bewegt und wie viele unserer Weltanschauungen entstehen konnten ist mit dem großen Werk von Hannah Arendt sicher auf einer der richtigen Spuren. Ein wenig stört den Nichtakademiker sicher die vielen Zitate in Altgriechisch oder sonstigen Fremdsprachen, wobei der Gesamtzusammenhang immer erkennbar bleibt. Für das mit vielen Fremdwörtern und intellektueller Schreibweise verfasste Buch bietet sich für den Einsteiger eine in gewissem Abstand gehaltene zweite Lesung auf jeden Fall an, dann wird das Werk sicher eine kleine Offenbarung bieten und man dazu neigen dem "Handeln" im Leben wieder mehr Raum zuzugestehen.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Weltentfremdung als Krise der Moderne, 13. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Vita activa oder Vom tätigen Leben (Taschenbuch)
Die Vita Activa gilt im Allgemeinen als das philosophische Hauptwerk Hannah Arendts, in dem sie im Anschluss an die griechische Philosophie, hier vor allem an die praktische Philosophie des Aristoteles, ihre Vorstellung von Politik darstellt. Viele namhafte Interpreten lesen dieses Buch aufgrund der radikalen Kritik an der (Massen-)gesellschaft als eine Verfallsgeschichte. Am Beginn stand die reine Erfahrung der Politik in der antiken Polis, am Ende bleibt nur der herrschende Konformismus, die Intimisierung der Öffentlichkeit und der Konsum und das angepasste Verhalten als einzige Tätigkeitsform. Arendts Frage ist einfach: Was tun wir eigentlich, wenn wir tätig sind? Diese Frage erhält ihren Sinn durch die Diagnose, dass der Arbeitsgesellschaft die Arbeit ausgehe und damit die einzige Tätigkeit auf die sich die Menschen noch verstehen. Ohne Arbeit, keine Freizeit, damit werden die Menschen in eine tiefe Sinnkrise gestoßen.
Arendt untersucht zunächst, wie es geschehen konnte, dass die Arbeit, die in der Antike noch verachtet wurde, einen solchen Aufstieg erlangt hat, sodass sich die Hierarchie der drei idealtypischen Tätigkeitsformen: Arbeiten, Herstellen, Handeln, vollkommen umkehrte. Arbeiten sei der Bereich der Auseinandersetzung mit der Natur, um die physische Reproduktion des Einzelnen und der Gattung zu erhalten. Sie steht im ewigen Kreislauf der Natur, also von Geburt und Tod, Wachsen und Vergehen. Das Arbeiten stellt keine Gebrauchsgegenstände, sondern nur Verbrauchsgegenstände her. Das Herstellen ist die Tätigkeit des Handwerkers. Er erstellt die gegenständliche Welt und die Gegenstände des täglichen Gebrauchs. Das Herstellen errichtet eine Welt, an der die Menschen Dauer und Stabilität erfahren, weil ihre Haltbarkeit das Leben überdauern kann, wenn die Menschen die Dinge pflegen. Um die Dinge herzustellen, muss die Natur geformt werden. Für Arendt ist deshalb das Herstellen prinzipiell gewalthaltig. Das Herstellen folgt einer Zweck-Mittel-Logik. Das Handeln ist eine unmittelbare Beziehung zwischen Menschen und für Arendt die Grundtätigkeit der Politik. Hierfür bedürfen die Menschen kein Material. Auch das Handeln stiftet eine Welt, nämlich eine Netz menschlicher Bezüge und Bedeutungen. Das menschliche Leben gewinnt erst einen Sinn, wenn wir die Welt besprechen, d.h. in dem wir uns Geschichten erzählen. Handeln und Sprechen gehen Hand in Hand. Das Handeln steht unter der einzigen Bedingung der Pluralität, das Menschen und nicht der Mensch die Welt bewohnt. Für das Arbeiten und das Herstellen ist die Anwesenheit anderer Menschen nicht notwendig. Gerade die Pluralität erzeugt aber die Aporien des Handelns, die in der Kontingenz, der Flüchtigkeit, der Grenzenlosigkeit und Unberechenbarkeit bestehen. Das Handeln hat zwar einen Anfang, aber kein Ende und es erzeugt anders als das Herstellen keine Ergebnisse und Güter. Arendt betont immer wieder, man wisse im Handeln nie was man tut und es komme meist anders, als man es intendiert habe. Allerdings tritt im Handeln der Mensch als Person in der Öffentlichkeit in Erscheinung und wird zu einem unverwechselbaren Individuum. Und nur im Handeln ereignet sich Freiheit. Der Sinn von Politik ist Freiheit. Die politische Philosophie seit Platon habe nun, um die Aporien des Handelns zu umgehen, das Handeln im Sinne des Herstellen beschrieben und praktiziert. Hierdurch wird das Handeln zu einer Angelegenheit von Befehl und Gehorsam und Gewalt zu einer legitimen Äußerungsform der Macht. Max Weber hat den Machtbegriff, den Arendt als unpolitisch kritisiert, im Sinne der vorherrschenden Lehre von der Politik definiert: Macht ist die Chance seinen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, ganz egal, worauf diese Chance beruht. Gewalt wird zur ultima ratio der Politik. Das ist das Verständnis der Politik gegen das sich Arendt wendet. Für sie entspringt Macht aus dem Miteinanderhandeln. Insofern besitzt niemand alleine Macht. Die Macht entspringt im Zwischenraum, der sich bildet, wenn Menschen miteinander handeln und sprechen.
Diese Gedanken werden in der Vita Activa entfaltet und es wird deutlich, dass die Beschäftigung mit diesem Buch unumgänglich ist, wenn man das Arendtsche Denken verstehen möchte. Für Arendt ist die Politik kein schmutziges Geschäft, sondern ihr Sinn besteht in der gemeinschaftlichen Sorge um die Welt und nur in ihr lebt die Freiheit. Gleichwohl kommt der Politik keine Notwendigkeit zu. In diesem Sinn kritisiert sie die aristotelische Rede vom zoon politikon. Es gibt für sie keine anthropologische Substanz des Politischen.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartiges Werk!, 28. März 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Vita activa oder Vom tätigen Leben (Taschenbuch)
Vita activa: Eloquent und geistreich - ein Muss für Soziologen, Politologen, Philosophen und generell Leute, die mitdenken wollen. Hannah Arendt gelingt es auf hervorragende Weise, die Situation der Gesellschaft mit der des Einzelnen in Zusammenhang zu bringen und wirft interessante und ungewohnte Fragen auf. Sehr gut geeignet für den Einstieg in die Politische Theorie.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannende Gedanken von einer spannenden Frau, 28. Juni 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Vita activa oder Vom tätigen Leben (Taschenbuch)
Hannah Arendt finde ich schon länger eine faszinierende Persönlichkeit. Dieses Werk ist nicht gerade einfach zu verstehen, es ist nichts, was man mal schnell an einem Abend durchlesen kann. Aber die Dichte und Qualität ihrer Philosophie lohnt die Mühe allemal.
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Titel hat mich geködert, 20. November 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Vita activa oder Vom tätigen Leben (Taschenbuch)
nach dem Film und der Biographie wollte ich gerne ins Original einsteigen. Vita activa hörte sich nach aktiven, prall vollem Leben an. Als Lektüre nebenbei in Zug und Bett nicht geeignet, da doch sehr anspruchsvoll und sehr theoretisch. Für eine vertiefende Betrachtung fehlt mir im Moment die Zeit, ich werde es aber später wieder hervor holen.
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0 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen gut, 9. Januar 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Vita activa oder Vom tätigen Leben (Taschenbuch)
alles, ok danke, ein Klassiker, liest sich sehr gut und flüssig; würde ich immer weiter empfehlen, auch für den Preis
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Vita activa oder Vom tätigen Leben
Vita activa oder Vom tätigen Leben von Hannah Arendt (Taschenbuch - 2007)
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