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Kundenrezensionen

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am 17. Oktober 2003
Ein Schwarm Regenbrachvögel fliegt an einem grauen Samstag in dem Moment vor Maartens Elternhaus vorbei, als drinnen Maarten die Hand seiner sterbenden Mutter hält. Seine Mutter war seine einzige Bezugsperson; nur sie liebte er in der Abgeschiedenheit der niederländischen Polderlandschaft, in der er mit einem stummen Vater, ohne Geschwister, ohne Spielkameraden und ohne Freunde aufwuchs. Von den Mitschülern und seiner ersten großen heimlichen Liebe Martha abgelehnt, bliebt Maarten Zeit seines Lebens isoliert und anderen Menschen gegenüber gehemmt. Obwohl beruflich schon früh sehr erfolgreich, kann er mit keiner Frau eine Beziehung eingehen. Seine Liebe gilt der Natur, den Tieren, den Wolken, der Sonne, dem Wind, der Musik, der Literatur, und ... Martha, die er auch zwölf Jahre nach dem Abitur noch verehrt, ohne ihr jedoch einmal nahe gekommen zu sein. Die Frage nach der persönlichen Akzeptanz seiner Einsamkeit stellt sich für Maarten immer drängender (sein Denken und Leben entwickelt sich zunehmend zu einem persönlichen Solipsismus), doch weder Marthas jüngere Schwester, noch die Biologin Adrienne, noch die Verlockungen der käuflichen Liebe lassen ihn über seinen Schatten springen. Maarten ist dem Irrsinn nahe. Erst eine Bergwanderung mit Adrienne und Professor Bitzius in den Schweizer Alpen bringt Klärung. Maarten rutscht beim Abstieg aus und entgeht knapp dem Tode. Dieser Realitätsschock bewirkt die Einsicht, den bisherigen Weg der Isolation als den persönlich richtigen zu akzeptieren. Maarten betrachtet seine innere Welt als wahrhaftiger als die Wirklichkeit und vermeidet so natürlich auch weitere Verwundungen seines Inneren: „Ich habe alles, was ich versäumt habe, in meiner Phantasie intensiv durchlebt, ohne dass in der Realität etwas passierte. ... Leben begreifen durch den Verzicht auf Leben. ... In diesem Moment bin ich mit mir selbst und der Welt im Einklang." Und als Maarten im Hotelzimmer vom Schock über seinen Absturz eingeholt wird, beruhigt ihn Marthas Traumbild und lässt ihn schlafen. -- Herausragend sind t'Harts Landschaftsbilder und die Rückblicke auf Maartens Kindheit und Schulzeit. Das Hauptthema der Isolation wird eindringlich behandelt und ist heute vielleicht aktueller als Anfang der 70er Jahre, als das Buch entstand. Manchmal wünscht man dem Hauptcharakter aber einfach nur ein wenig mehr Mut oder Schlagfertigkeit, um auch „zwischenmenschlich" erfolgreich zu sein. Maartens Einsicht und der Rückzug in sein Schneckenhaus erscheinen zwar hinreichend plausibel, wirken aber wie der „leichtere" Weg und irgendwie auch realitätsfern.
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am 25. Juni 2001
"Ein Schwarm Regenbrachvögel" ist die erschütternde Biographie des 30-jährigen Maarten, der mit der Welt nicht klar kommt. Nach außen hin ist er als Wissenschaftler sehr erfolgreich und sein Leben wirkt geordnet. In ihm selbst jodoch tun sich tiefe Abgründe auf. Unfähig zu lieben, einsam und voll ständiger Todesangst geht er durchs Leben. Er ist unfähig wirkliche Beziehungen zu anderen Menschen aufzunehmen, so jagt er z.B. mit 30 immer noch dem Phantom seiner Jugendliebe nach und ergeht sich in niemals erfüllten Träumen von ihr. Seine Gefühlebene ist die eines Kindes geblieben.
Der Roman deckt in Rückblicken die Ursachen für Maarten's Verhalten auf und erklärt somit nachvollziehbar, wie er zu dem geworden ist, was er ist. Das Buch hinterläßt zwar eine gewisse Traurigkeit, ist aber sehr fesselnd geschrieben und lesenswert.
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am 13. Oktober 2003
Erst im Nachwort erfuhr ich den Grund für den erstaunlichen Stil dieses Buches - es stammt schon aus den 70ern, spricht aber nach wie vor sämtliche lonesome cowboys bzw. Ruderer an - und das ist nicht böse gemeint! Die Geschichte eines unendlich alleine aufgewachsenen Kindes, das als Erwachsener die Einsamkeit nicht mehr loslassen kann trotz einer tiefen Sehnsucht nach anderen Menschen. Umfassende Natur- und Vogelbeobachtungen untermauern die Darstellung der Isolation. Elke Heidenreich würde sagen: LESEN!
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am 26. Juni 2001
Wer Maarten't Harts Bücher lieben gelernt hat, wird auch dieses Werk mögen. Für mich war es das letzte nach den Schwarzen Vögeln, Wüten der Welt und Netzflickerin und im Vergleich mit diesen wunderbaren Büchern fällt dieses Buch doch etwas zurück. Trotzdem ein eindrucksvolles Buch. Gewohnt scharf beobachtend und nüchtern - trotzdem voller Emotionen. Wieder wird das Gefühl erzeugt - man könne den Protagonisten voll verstehen in seinem Dilemma.
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am 7. März 2012
Die These, die besagt, dass jeder Autor nur EIN gutes Buch in seinem Leben schreibt, finde ich hier ganz stark bewiesen.

Alles, was Marten t`Hart nach seinen Regenbrachvögeln geschrieben hat, ist mainstream. Selbst das "Wüten der ganzen Welt" kann sich in nichts an seinem Erstling messen.

"Ein Schwarm Regenbrachvögel" ist brilliant.
In diesem Roman, eine Erzählung eher, stimmt jeder Satz.
Die ungeheure Traurigkeit, die Lähmung des Protagonisten, des Ich-Erzählers, ist von Beginn an mit Händen zu greifen und kann den Leser nicht unberührt lassen.
Seine unbestechlich entlarvende Beschreibung der Menschen um ihn herum, die hoffnungslose Liebe zu einer Jugendfreundin, die den Erzähler in einer Depression gefangen hält, es fällt schwer zu glauben, dass Maarten t`Haart dies alles nicht selbst erlebt hat.

Die vielen Landschaftsschilderungen (das mag ich sonst nicht so sehr), die pietistische Familienatmosphäre, die Verrichtungen seines Berufs( er ist Biologe), ergänzen ganz hervorragend diese Beschreibung eines zurückgenommenen Lebens.

Ich entdeckte dieses Buch zufällig in den frühen achtziger Jahren bei den Remittenden in einem Kaufhaus. Den Autor kannte ich nicht; ich fand es spannend, einmal einen holländischen Schriftsteller zu lesen. Die Lektüre hatte mich damals überwältigt.
Ich wartete jahrelang auf das nächste Buch - dann kam "Das Wüten der ganzen Welt", sein Riesenerfolg, dann kamen in schneller Folge viele Werke. Doch kein Buch konnte dies unerhörte literarische Niveau jemals wieder erreichen.
"Die Regenbrachvögel" ist eines der besten Bücher der neueren Literatur.
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am 26. November 2008
Der literarisch-sprachliche Anspruch wird, wie immer bei Maarten't Hart, auch in diesem Buch in besonderer Weise befriedigt. Inhaltlich grenzt es schon an Selbstkasteiung, in Anbetracht des nicht enden wollenden, zermürbenden Gedankenwirrwarrs eines introvertierten, menschenscheuen Eigenbrödlers einerseits, der andererseits mit hohem Intellekt ausgestattet, weltweit anerkannte, wissenschaftliche Biologie-Vorträge hält. Viele der Szenen wirken dermaßen" an den Haaren herbeigezogen" dass man befremdet die Augen rollt und sich dem Ende entgegensehnt. Der aufmunternde Witz, auch zu traurigen Themen, den Maarten't Hart in seinen sonstigen Büchern beneidenswert beherrscht, fehlt in diesem Buch fast gänzlich. Damit vermisst man ein wichtiges Attribut, was Bücher so lesenswert macht: Die Fesselung, das nicht weg legen wollen. Fazit: Muss man sich nicht antun.
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