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Kundenrezensionen

4,3 von 5 Sternen66
4,3 von 5 Sternen
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am 1. Februar 2003
Es gibt wohl sehr viele Bücher, die ich als gut, sehr gut oder sogar exzellent empfinde, aber es gibt leider nur sehr wenige Bücher, bei denen sowohl Dankbarkeit als auch eine leise Melancholie zurückbleibt, wenn das Buch beendet ist. Dankbarkeit über den Tipp oder Zufall, der zur Lektüre dieses Buches geführt hat, Melancholie darüber, dass dieses Lesevergnügen vorbei ist. Das vorliegende Buch gehört in diese kleine aber feine Kategorie.
Das Buch spielt in dem kleinbürgerlichen Milieu einer holländischen Fischerstadt, beginnend Mitte der Fünfziger Jahre. Die Hauptperson ist ein Junge, hinter dessen Rücken ein Mord geschieht. Aufgrund der Tatsache, dass er meint, als einziger den Mörder gesehen zu haben, hat er Angst, ebenfalls ermordet zu werden. Diese Angst, das Heranwachsen des Jungen, die nur langsamen Fortschritte hin zu einer Lösung des Mordfalles und seine wachsende Liebe zur Musik begleiten den Leser über das ganze Buch.
Der Roman ist klar, schnörkellos und spannend geschrieben. Der Autor gewährt einen, so denke ich, doch recht objektiven Blick in des kleinbürgerliche Milieu Hollands in der Fünfzigern und Sechzigern. Ruhig und sachlich schreibt er über deren Nöte und Freuden, über die positiven wie negativen Eigenschaften, auch über den Hass auf die deutschen Besatzer und das spürbare Misstrauen gegenüber Neuem oder Fremden (auch Personen).
Diese Ruhe und diese Sachlichkeit verbunden mit der Schönheit seiner Sprache (Kompliment auch an den Übersetzer!) machen die Klasse dieses Romans aus. Von allen Büchern, zu denen ich bislang meine Kommentare, Beiträge in diesem Forum gegeben habe, ist es das erste, welchem ich gern sechs Sterne geben würde.
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am 18. Mai 1999
Maarten 't Hart schreibt einen ausgeklügelten Krimi, der aber gleichzeitig noch mehr sagen will. Es geht um den Komponisten Alexander Goudveyl, der auf seine Kindheit in der niederländischen Stadt Hoofd zurückblickt. Direkt hinter seinem Rücken wird (als er gerade Klavier spielt) ein Mord verübt. Die Hintergründe und Verflechtungen, die seine Nachforschungen ans Tageslicht bringen, reichen bis kurz vor die Einnahme der Niederlande durch Nazideutschland zurück. Eine Personenkonstellation, die es dem Leser nicht leicht macht, die Romanhandlung und -charaktere aufzuzählen und zu rekapitulieren, jedoch trotzdem nicht unübersichtlich wird, garantiert Spannung bis zur letzten Seite.
Die Tatsache, dass der Schluss zum Teil offen ist, hebt das Buch aus der Reihe der vielen "normalen" Krimis heraus. Außerdem bleibt die Frage, ob 't Hart nicht noch mehr sagen wollte, etwa, dass das übliche "Schwarz-weiß-Denken" bezüglich der Beteiligung oder Nicht-Beteiligung an den Verbrechen der Nazis in der Zeit von 1933 bis 1945 gründlich überdacht werden muss und auf die "Grauzonen" hingewiesen werden sollte (Menschen, die sich falsch verhalten haben, aber keine Kollaborateure waren) oder dass es Beteiligungen nicht nur in Deutschland, sondern auch in den Niederlanden und anderen Ländern gegeben hat (siehe "Das Leben ist schön", Kinofilm).
Selten habe ich ein Buch zweimal hintereinander verschlungen. Hinzu kommt die geniale Idee des Arche-Verlages noch einige Musikstücke, die erwähnt werden, zusammen mit Anmoderationen des Autors in deutsch, auf den Markt zu werfen.
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am 12. Februar 2002
Stellen sie sich vor, sie spielen gerade Klavier und hinter ihrem Rücken geschieht ein Mord. Sie drehen sich um und erkennen einen Mann, der auf sie eine Waffe richtet. Anstatt aufzuspringen, um etwa zu flüchten, bleiben sie sitzen und spielen einfach weiter.
Genauso verhält sich der 12-jährige Alexander aus dem Roman „Das Wüten der ganzen Welt“ von Maarten t'Hart. Seitdem leidet der Junge aus dem niederländischen Dorf Hoofd unter der Angst, als Zeuge ebenfalls umgebracht zu werden. So hält er es für am sinnvollsten, den Mörder selbst aufzuspüren, umso seinen Verfolgungswahn zu mindern.
Doch dies ist nicht der einzige Grund, was die besondere Entwicklung des Außenseiters ausmacht. Der Roman erzählt außerdem von den alltäglichen Erlebnissen und Erfahrungen, die ein Junge in dem Alter macht, wie z.B. die erste große Liebe oder die Isolierung zu den Eltern. Jedoch kommen auch eigenartige Dinge in dem Bestseller nicht zu kurz. Es geht auf der einen Seite um sexuelle Belästigungen und auf der anderen Seite um die Musik, die als Trost und Befriedigung für alles dient. Hierzu ist am Ende des Buches ein „Kleines Brevier zum Mit- und Nachhören“ angefügt. Es listet fast alle im Roman vorkommenden Klassikstücke auf.
Das Werk des bekannten niederländischen Autors ließe sich eigentlich als Kriminalroman definieren, dem der gewisse Höhepunkt fehlt und der etwas zu lang geraten ist. Doch Maarten t'Hart schafft es, durch Themen, die stark zum Nachdenken auffordern, den Roman zu etwas Besonderem zu machen. Die vom Inhalt her sehr unterschiedlichen Kapitel scheinen zunächst nichts miteinander zutun zu haben, und sind doch alle miteinander verknüpft. Durch diese faszinierende Logik und die Kunst des klaren, verständlichen Schreibstils hat es der Autor geschafft, die einzigartige Entwicklung eines Jungen bis hin zum Erwachsenden auf eine besondere Art u. Weise zu beschreiben. Um die Leselust noch etwas mehr zu reizen, hier eine kleine Kostprobe:
„Wie eigenartig, dass man in einem solchen sonnendurchglühten Augenblick denkt, das ganze Leben liege noch vor einem, während sich später herausstellt, dass ein solcher Moment das wahre Leben ist.“(Seite 267)
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am 2. September 2007
Wie bei allen Büchern von Maarten 't Hart gilt: Der Weg ist das Ziel. Leser die einen Krimi mit dem für diese Bücher inzwischen typischen Aufbau erwarten werden sicherlich enttäuscht. Dem unbefangenen Leser eröffnet Maarten 't Haart jedoch eine wundervoll poetische Sicht auf das Land seiner Jugend. Der Spaß am Erzählen von Geschichten und dem Beobachten seiner Mitmenschen stehen dabei immer im Vordergrund und vermitteln die Lebensfreude, die dem Autor zweifelsohne zu Eigen ist. Dies ist gerade dadurch ungemein fesselnd und unterhaltend, dass diese Form der Literatur durch die stereotype Massenware fast völlig verschwunden ist.
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Mein Fazit: Leicht zu lesen, aber nicht anspruchslos. Ein Buch für Menschen die Details wahrnehmen, ohne das Große aus dem Auge zu verlieren. Grandios.
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am 30. April 2010
Mit "Das Wüten der ganzen Welt" gelang Marten 't Hart der große Durchbruch. Sein Roman ist deutlich mehr als ein spannender Krimi, es ist darüber hinaus auch eine Liebeserklärung an die Musik. Gerade diesem Punkt wird man mit diesem Hörspiel gerecht, da hier wirklich ein besonderer Anteil, sowohl an der Geschichte selbst, als auch in der Darstellung der Musik gehört. Neben vielen klassischen Stücken von Bach, Händel, Scarlati und vielen anderen, ergänzt man um die Komposition von Peter Gotthardt "Das Wüten der ganzen Welt", die zum Hauptmotiv der Geschichte erkoren wird. Die Musik enthebt die Geschichte ein wenig der Handlungszeit. Sie beginnt im zweiten Weltkrieg und reicht bis in die Siebziger Jahre. Die Hauptfigur, Alexander Goudveyl, erzählt von seiner Kindheit, die mit einem Mord, dessen Zeuge er wird, ein einschneidendes Erlebnis erfährt, bis zu dessen Auflösung Jahrzehnte später.

Marten 't Hart gelingt es, den Hörer mehrfach in die Sicherheit zu wiegen, auf der richtigen Spur zu sein - im letzten Moment erweisen sich aber viele Verdachtsmomente als haltlos. Dabei nimmt die jeweilige Hinführung viel Raum ein - für den letzten Verdächtige braucht man nahezu das komplette letzte Drittel. Obwohl die Hauptfigur sehr zögerlich zu Werke geht, wird es dennoch zu keiner Minute langweilig - im Gegenteil: Das Hörspiel baut gerade durch diese behutsame Hinführung erhebliche Spannung auf.

Das Finale ist der krönende Abschluss dieses großartigen Hörspiels, die unglaubliche Auflösung ist wirklich außergewöhnlich gut gelungen und sorgt dafür, dass diese Geschichte sich - auch in Bezug auf den Krimi-Aspekt - sicherlich gut im Gedächtnis des Hörers festsetzen wird.

Die Inszenierung ist zu Anfang etwas gewöhnungsbedürftig. Die vielen Erzählereinschübe, die sich in die Dialoge drängen, lassen diese Produktion mehr an eine szenische Lesung erinnern. Man findet dann aber recht schnell in die Geschichte, da die Art der Darstellung gut zur rückblickenden Erzählweise passt.
Hinzu kommt, dass dieser weitreichende Part von Christian Brückner gesprochen wird, dem es gut gelingt, diese "wissende" Ebene zu spielen. Auch wenn er stimmlich deutlich älter wirkt, als es der Erzähler eigentlich ist, stört dies keineswegs die Glaubwürdigkeit.
Die Hauptfigur in den Spielszenen verkörpern Lukas Ahrem, als jüngerer und Mark Oliver Bögel als der erwachsene Alexander Goudveyl. Beide überzeugen in diesen Rollen. Daneben sind noch viele große Stimmen zu hören, die mit ihren sehr glaubwürdigen Einsätzen die gute Ensembleleistung abrunden.

"Das Wüten der ganzen Welt" ist eine gelungene Hörspielumsetzung des gleichnamigen Romans, die nicht nur einen spannenden Kriminalfall bietet, sondern auch eine wunderbare Geschichte über die Liebe zur Musik sehr hörenswert erzählt.
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TOP 1000 REZENSENTam 16. Mai 2009
Alexander, der Ich-Erzähler dieses Buches, erzählt rückblickend aus der Sicht als 50Jähriger seine Lebensgeschichte. Aufgewachsen in der niederländischen Provinz, als Sohn eines Lumpenhändlers ständig ermahnt und angehalten zum Sparen, gelingt es ihm trotz aller widrigen Umstände, seine stetig größer werdende Liebe zur Musik zu bewahren und auszuleben. Als er mit zwölf Jahren Zeuge eines Mordes wird, begleitet ihn die Angst vor dem Mörder die ganzen nächsten Jahre hindurch. Zuflucht und Trost findet er allein in der Musik, seine Ängste teilt er mit niemandem. Immer wieder erhält er zufällig und unbeabsichtigt Hinweise und Informationen über eventuelle Hintergründe und Motive dieser Tat, denen er versucht weiter nachzugehen. Und ohne dass es ihm allzu bewusst wird, wird durch diesen Mord dessen Zeuge er war und den sich daraus ergebenden Geschehnissen, sein weiteres Leben maßgeblich bestimmt.
Auch wenn der Mord in gewisser Weise die einschneidende Handlung in diesem Buch ist, handelt sich dennoch nicht um einen Kriminalroman herkömmlicher Art. Zwar ist der Tod des Ortspolizisten Vroombout Dreh- und Angelpunkt des Romans, doch Mittelpunkt ist das eigene Erleben der Jugend, des Erwachsenwerdens der Hauptperson Alexander. Der Tonfall ist melancholisch, man spürt die Unsicherheit, die Angst vor dem großen Unbekannten, der ihn anstelle von Gott töten will. Und immer ist die Musik eine Art Rettungsanker, dies zieht sich durch das ganze Buch hindurch. Das Umfeld in Hoofd, der Kleinstadt, in der er lebte, die Enge, die Spießigkeit, die Einfalt - all das wird spöttisch, aber liebevoll beschrieben. Und dem Autor gelingt es zudem, auch komische Aspekte einfließen zu lassen. Beispielsweise die Beschreibung der Eltern, die am Ende des Krieges kostengünstig zwei Särge erstehen konnten und jetzt bedauern, dass sie nicht auch einen Kindersarg dazu bekamen. ,Dann hätte man ja schon mal einen parat.'
Ein wirklich durch und durch lesenswertes Buch: spannend, traurig, anrührend, komisch, manchmal auch philosophisch.
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am 22. Juni 2000
Spätestens bei dem Satz -"Wie eigenartig, daß man in einem solchen sonnendurchglühten Augenblick denkt, das ganze Leben liege noch vor einem, während sich später herausstellt, daß ein solcher Moment das wahre Leben ist."- wurde mir klar, daß ich mich beim Lesen eines kleinen literarischen Meisterwerkes befand. Anfangs tat ich mich etwas schwer, in die Schreibweise des Autors hineinzufinden, aber schon bald erfasste mich eine zunehmende Spannung, die Auflösung dieses künstlerischen Romans zu erfahren. Auch wenn es hier um die Aufklärung eine Mordes geht, sollte man nicht erwarten, einen üblichen Krimi zu lesen. Die schöne Sprache und die letztendlich schlüssige Konstruktion der Handlung versprechen einen ausgesprochenen Lesegenuß.
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VINE-PRODUKTTESTERam 25. August 2005
Im Jahr 1940 sollen sieben Flüchtlinge aus den Niederlanden nach England gebracht werden, aber das Schiff wird von den Deutschen abgefangen.
In den 50er Jahren wächst Alexander in einer niederländischen Kleinstadt als Sohn eines Lumpensammlers auf. Von den andern Kindern ausgegrenzt, zieht er sich in das Lagerhaus seines Vaters zurück, wo er ein altes Klavier entdeckt und sich selbst das Spielen beibringt. Eines Tages geschieht hinter seinem Rücken ein Mord. Alexander kann den vermeintlichen Mörder schemenhaft erkennen und wird von da ab von der Angst verfolgt, als Zeuge getötet zu werden.
Ein Buch in der besten Tradition der literarischen Krimis, in denen nicht Mördersuche oder Psychologie entscheidend sind, sondern die Geschichte, die Opfer, Täter und Aufklärer miteinander verbindet. Demzufolge steht das Verbrechen nicht im Zentrum der Geschichte, sondern ist ein Ereignis, das dem Protagonisten widerfährt, dessen Entwicklung dadurch massgeblich geprägt wird. In diesem Buch umso mehr, weil die Suche nach dem Mörder unbewusst die Suche nach der eigenen Identität ist. Aus dem vorangestellten Exodus-Vers hat der Autor den Roman komponiert, und auch die genannten Musikstücke sind nicht willkürlich oder zufällig eingesetzt, sondern spinnen in ihren Texten, bzw. ihrer musikalischen Aussage ungesagte Inhalte des Buches weiter.
Ebenso langsam wie Alexander kommt der Leser auf die Lösung, auch wenn er als Informationsvorsprung den Prolog kennt. Nach und nach wird aus der Ahnung Gewissheit; dennoch wird nichts lang erklärt oder breit ausgewalzt. Immer noch lässt der Autor Spielraum für die Phantasie des Lesers. Obwohl der Schluss eine Überraschung bereithält, auf die man selbst mit den wildesten Spekulationen nicht kommt.
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am 6. September 2001
Maarten’t Hart: Das Wüten der ganzen Welt Maarten’t Hart, ein Name, den man kaum aussprechen kann, ein Autor, der in Deutschland wenig bekannt ist. Dabei ist der Niederländer (Jahrgang 1944) in seiner Heimat berühmt für seine spannenden und unterhaltsamen Bücher. Dort hat er den Ruf eines ‚großen Einzelgängers’, was sich auch in seinem Werk ‚das Wüten der ganzen Welt’ wiederspiegelt. Das Wüten der ganzen Welt ist die Geschichte des Jungen Alexanders, der in der Nachkriegszeit Hollands aufwächst und zum Erwachsenen heranreift. Dabei wird – retroperspektiv aus der Sicht eines Kindes – auch immer wieder die Rolle der kleinen Menschen in der Besatzungszeit angedeutet. Das Wüten der ganzen Welt ist damit zugleich ein Buch, das aus der teilweise naiven Sicht eines Kindes über die Vergangenheit der holländischen Bevölkerung, ihr Leben und ihre Überlebensstrategien berichtet. Dabei schimmert immer wieder die Stimme des Autors durch. Er beschreibt – in wenig beschönigender Art, doch ohne gehobenen Zeigefinger – die einfachen Leute, mit all ihren Vorurteilen und ihrer engstirnigen Lebenshaltung. Dies bleibt aber stets Hintergrund der Geschichte, als eine Art Auslöser der Ent- und Verwicklungen die sich für die Hauptperson ergeben.
Im Mittelpunkt des Buches steht eine etwas andere Kriminalgeschichte und die Liebe des Protagonisten zur Musik. Alexander ist ein normaler Junge, der die kleineren und größeren pubertären Nöte durchlebt. Bis er beobachtet, wie ein Mann neben ihm erschossen wird. Dabei erkennt er nur den Umriss und die Gestalt des Mörders, weiss aber nicht, wie er aussieht. Dieses Ereignis verfolgt ihn bis ins Erwachsenenalter. Zeit seines Lebens ist er auf der Suche nach Motiven und Beweisen um den Mörder zu finden, mit der steten Angst im Nacken, von diesem wieder erkannt und umgebracht zu werden. Schließlich kommt er einem Drama von Schuld und Verrat auf die Spur, das bis in die Zeit der deutschen Besetzung der Niederlande zurück reicht. Einzige Zuflucht und Ablenkung ist die Musik, die zu seinem Lebensinhalt wird.
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am 30. Mai 2012
Wenn Maarten't Hart von der Öl- und Teergeruch geschwängerten Luft des Hafenbeckens erzählt, kann der Leser es regelrecht riechen. Wenn wortgewaltige Konversationen unter den Romanfiguren stattfinden, fühlt man sich als Leser unter Ihnen. Wenn Maarten't Hart Kriegs- und Nachkriegserlebnisse (wie in vielen seiner Romane) aufarbeitet, dann sind die Moffen (die Deutschen) zwar immer wesentlicher Bestandteil seiner Erzählungen, jedoch geschieht dies nie anklagend, sondern eher wie ein unaufhaltsamer Bestandteil erlebter Geschichte. Das Buch als "Kriminalroman" zu titulieren, wie die Süddeutsche Zeitung im Klappentext, wird seinem Charakter nicht gerecht. Die Kriminalgeschichte schwingt mit, in einem Überschwall tiefgründiger Erzählungen niederländischer Kleinstadt-Begebenheiten, in denen, typisch für Maarten't Hart, Schwermut und Leichtherzigkeit dicht beieinander liegen. Dabei ist es die Selbstironie der handelnden Personen, ihre Art, spielerisch mit Alltagsproblemen (und Konfessionszugehörigkeiten) umzugehen, die fesseln und amüsieren zugleich. Hundert Gründe also, wie in diesem Fall geschehen, das Buch zweimal zu lesen.
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