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am 9. November 2014
Wie konnte es nur soweit kommen? Wie sind all die barbarischen Verfehlungen zu begreifen, so auch jene, bei denen selbst die Sprache zum Schweigen kommt? Gingen mit jener Kultur der Angst nicht Willkürterror gegen Unschuldige, moderne Scharlatanerie, unsittliche Pöbelherrschaft, pseudoreligiöser Führerkult, selbstherrliche Tyrannei, völkische Arroganz und bodenlos expansiver Größenwahn einher, der bis zum Genozid entrechteter Minderheiten, ja ganzer Volksgruppen führte?
Genau diese Fäden versucht Hannah Arendt in der ihr gründlichen und unvoreingenommenen Art zusammenzuknüpfen, damit das Unbegreifliche verstanden werden kann. Sie ist keine Datensammlerin, die in isolierter Form eine Geschichte oder ihre Bezüge hinterher konstruiert, oder dem Realen im Nachhinein die typischen Schemen einer konformen Geschichtsklitterung verpassen möchte. Nein, sie versteht es, ihre Unbefangenheit zu wahren, dadurch, dass sie selbst, in Manier einer Forschenden, verstehen will.

In diesem Bezugsrahmen der „Politischen Theorie“ sichtet sie die Ereignisse und ihre Vorgeschichten wissenschaftlich, denkt nach, entdeckt die Bezüge, setzt Bedeutungen, verknüpft Ursachen und Folgen logisch, frei von eigener Vormeinung, aber in Bezug auf das eigene Erfahren und Erleben, — weil sie als betroffene Zeitzeugin ein glaubwürdiges, konkretes Geschichtsverständnis mitbringt. Sie präsentiert uns in wohltuender Weise ihre fundierte Sachkenntnis und die Erschlossenheit ihres eigenen Verstehens. Damit muss sie allerdings weit ausholen, und mit 1024 Seiten ist die Abhandlung „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“ eine reichhaltige, aber zeitintensive Beschäftigung (ca. 1-2 Wochen Lesezeit, wenn man dran bleibt). Dafür jedoch ersetzt ihre Abhandlung wohl jeden Oberstufen-Geschichtsunterricht. — Nein, es ging wohl nicht kürzer. Denn kürzer wäre oberflächlicher gewesen, und der Sache nicht gerecht.
Mit dem Verlust aller Werte (Tugenden, Moral), Normen, Sitten und Eigentümlichkeiten wurde aus dem (irregeführten, entwurzelten) Menschen ein gefallener Mensch. Die Tyrannei beruhte auf den Säulen Rassismus, Ungleichheit (vor dem Recht), Gleichschaltung (isolierte, parzellierte, uninformierte Individuen), Imperialismus, Bürokratie, Romantik! (angeborene Genialität, Führerkult, Legendenbildung des Mobs), (Pseudo-)Wissenschaftsbesessenheit als Lebensgewissheitsversprechen, Propaganda (Verschwörungstheorien, Hintertreppengeheimnisse) und der Umkehrung aller Werte: nicht Verdienst oder Tüchtigkeit, sondern das faszinierend Abnormale, das Unmoralische, das hundsgemein Raffinierte, das unerklärlich Übermächtige, das Obskure (mit all seinen Widersprüchen) war der Trend, die Hetze, das Bewegte und Gehaltlose. Im Erfolg lag der höchste und einzige Sinn der Ideologie (wie der aller Ideologien), die Mittel dazu barbarisch; das eigene Urteilen und Denken lebensgefährlich. „Und so waren sie Monstren des Hochmuts im Erfolg — und Monstren der Bescheidenheit im Scheitern.“
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am 31. Oktober 2014
Ein grundlegendes Werk zum Verständnis des 20. Jahrhunderts. Wer sich mit Politik beschäftigt für den geht NIX an diesem Buch vorbei.
Arendt unterscheidet zwischen Diktaturen und totalitären Staaten. Sie sieht darin einen Unterschied!!! LESEN
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am 3. Mai 2003
Hannah ARENDT liefert in ihrem Erklärungsmodell totalitärer Herrschaft (1951 / New York / The Origins of Totalitarianism) sehr schnell nach Ende des zweiten Weltkrieges ein Konstrukt, mit dessen Hilfe das Verständnis der Zusammenhänge, bei aller Kritik und der Frage nach der Vergleichbarkeit der zugrunde liegenden Systeme, deutlich werden. Die Bedeutung des Terrors stellt sie nicht zuletzt durch ihr 1966 angefügtes neues Kapitel 'Ideologie und Terror' in den Vordergrund. Ist die Interpretation insgesamt auch einer Entwicklung unterworfen, so zeigt ARENDT heute nicht mehr zu diskutierende Tatbestände wie die Multiplikation innerhalb des Staatsapparates auf.
Die über Frankreich aus Deutschland emigrierte Jüdin stellt sowohl innerhalb des Nationalsozialismus als auch im Stalinismus den ideologisch motivierten totalitären Terror nicht allein als Mittel der Machtergreifung, sondern vielmehr als einzige Konsequenz der menschenunwürdigen Grundfiktion einer über allem anderen stehenden Elite.
Wenn Eric A. JOHNSON die Totalität der Bewegung in den Vordergrund stellt, da sie allumfassend ist und den Anspruch hat, alle zu betreffen, schließt er sich zwar auf den ersten Blick nicht zur Gänze ARENDT an, jedoch sieht auch sie in der Zusammenfassung der Masse zu einem einzigen Objekt durch den Druck des Terrors das Kernelement des totalitärer Herrschaft. Terror wird in ARENDTS Konstrukt von einem Mittel zur Machtergreifung zu einem Mittel der Herrschaftssicherung, das sich nicht auf den reinen Druck einer willkürlichen Vernichtung einzelner Elemente stützt, sondern im Zusammenhang einer Ideologie die Freiheit des Einzelnen total beschneidet. Der Raum zum Handeln zwischen den Individuen ist der zentrale Verlust, der den Menschen ihre Menschlichkeit nimmt und die Mitglieder der Bewegung ihre Pluralität entzieht und zu einem Singular der Masse macht.
Nicht nur der Totalitarismustheorien, sondern auch die Werke ARENDTS dokumentieren anschaulich den aktuellen Diskurs. Vielfach scheint die Auseinandersetzung mit der organisierten Schuld der Deutschten, der ‚Banalität des Bösen' oder der Freiheit im aktiven und spontanen Handel im Zuge des Eichmann Buches oder der ablehnenden Haltung während der Studentenbewegung erst heute die Diskussion zu beflügeln. Der humanistische Skeptizismus, die Interdisziplinarität und Unabgeschlossenheit passten lange nicht zu einem Idealismus und der Suche nach der objektiven Wahrheit. Dies mag ein Grund für die Renaisance der Totalitarismusforschung überhaupt und speziell der Auseinandersetzung ARENDTS sein.
Die Furore um Daniel Jonah GOLDHAGENS ‚Hitlers willige Vollstrecker', vielfach kritisiert wegen des Schlusses eines einzigartig deutschen „eliminatorischen Antisemitismus", zeigt doch, wie auch die hohen Besucherzahlen der ebenfalls umstrittene Wehrmachtsausstellung, den starken Wunsch nach weiterer Klärung der Umstände und der weiteren Verifizierung der Hauptverantwortung an den Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Als sich einig erscheinen Historiker und Wissenschaftler anderer Disziplinen, das Interesse wieder zurück zu einer globaleren Sichtweise zu lenken, um die Bedeutung des Konstrukts des Totalitarismus für gegenwärtige und zukünftige Entwicklungen hervorzuheben. Im Zusammenhang mit der Entmachtung des Kommunismus und dem resultierenden „zumindest vorläufigen Untergang einer Herrschaftsform [der totalitären], die bis dahin das 20. Jahrhundert entscheidend geprägt hatte", erwächst ein erneutes vergleichendes Forschungsmotiv. ARENDT kann dazu eine breite Basis liefern, nicht zuletzt weil viele Autoren sich ihrer Argumentation anschließen, ihr versuchen zu widersprechen oder sich zumindest auf ihr Hauptwerk als Grundlage einer politisch-philosophischen Debatte beziehen.
Es ließe sich die Frage aufwerfen, ob das vielfach benutzte geflügelte Wort des ‚Jahrhunderts des Totalitarismus' für das 20. Jahrhundert wirklich zutrifft. Ist dies nicht nur die eine Seite der Medaille und vernachlässigt, dass es sich gleichzeitig um das Zeitalter der Demokratie handelt? Ein Jahrhundert der Unmenschlichkeit liegt hinter uns, aber auch bedeutende Veränderungen wie das Ende der kolonialen Imperien, aus denen nicht zuletzt viele unabhängige teilweise eben demokratische Staaten hervorgegangen sind. Leider kann aber die Zunahme des Anteils der Demokratien aller unabhängigen Staaten auf beachtliche 61% über zwei entscheidende Tatsachen nicht hinwegtäuschen: Zum einen sind nicht alle zumindest formell demokratisch organisiert und Unmenschlichkeit, Gewalt und Terror sind nicht das Monopol des Totalitarismus allein.
In jedem Fall wirken die aktuell zu beobachtenden Veränderungen und Zerwürfnisse der polystrukturellen Weltordnung, die quasi als Demokratie über nationale Grenzen hinweg in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts für ein mehr oder weniger von Frieden geprägtes Zeitalter verantwortlich war, beängstigend. Daraus erwächst der Wunsch nach der Perspektive eines Historikers, der sich am Ende des 21. Jahrhunderts mit den heutigen Entwicklungen auseinandersetzt, mag dieser auch ebenso unerfüllbar sein, wie der nach einer von Frieden und Freiheit dominierten Welt.
Trotzdem oder gerade deshalb möchte ich mich ARENDT anschließen und meine Hoffnung in die Hände einer weitsichtigen Politik legen:
Der Sinn des Politischen ist, dass Menschen in Freiheit, jenseits von Gewalt, Zwang und Herrschaft, miteinander verkehren, Gleiche unter Gleichen.
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am 20. März 2016
Man muss sich m.A. mindestens einmal im Leben auf eine Gedankenreise mit Hannah Arendt einlassen. Als Ausbildung zu einer Person die danach strebt, der Komplexität unserer Welt gerecht zu werden.
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am 22. September 2014
Das Buch ist in besten Zustand und wurde schnell geliefert. Ich bin sehr zufrieden mit dem Buch und empfehle es an alle die die Weltgeschichte besser verstehen moechten.
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am 23. März 2013
Hannah Arendt beschreibt sachlich und klar als Betroffene ohne Bewertungen abzugeben, was in der Vergangenheit
und damals zu dem Wahsinn der Judenverfolgung geführt hat.
Neid, Neid , Neid und die Unzulänglichkeit des Systems, welches sich das Kapital der Juden ohne Schuldgefühle einverlaibt hat. Ähnliches finden wir heute unter anderen Vorzeichen wieder vor.
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am 30. Oktober 2014
Da meine Taschenbuchausgabe von 1986 schon ziemlich zerlesen ist, wollte ich dieses Exemplar austauschen. Ich hatte damals 34,90 DM bezahlt, heute will Piper 25,99 € dafür!
Die englische Ausgabe kostet hier bei amazon.de nur 13,80 €, bei amazon.com gar nur 11,99 US$.
Wohl dem, der nicht auf Piper & Co. angewiesen ist.

Egal! Der erste Teil des Buches - Antisemitismus - ist immer noch aktuell. Die, die es bisher noch nicht gelesen haben, werden nach der Lektüre feststellen, daß die sogenannte "Antisemitismusforschung" nicht sehr weit über Arendt hinausgekommen ist.
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am 14. November 2013
Das Buch ist extrem schlecht, weil es zu viele Seiten und eine zu kleine Schrift hat, die Wortwahl ist aufgrund der vielen Fremdwörter unverständlich. Außerdem sind keine Bilder vorhanden. Insgesamt ein schlechtes Buch.
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