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Kundenrezensionen

15
4,5 von 5 Sternen
Fritz Bauer: oder Auschwitz vor Gericht
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19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 18. Oktober 2013
Fritz Bauer hat in seinem Leben so viel gemacht und erreicht, dass man sich als Leser dieser genau recherchierten Biografie fragt: Wie hat er das alles nur geschafft? Gleich nach dem Jurastudium lieferte der junge Fritz Bauer nach nur einem Jahr seine Doktorarbeit ab, die die Bestnote bekam. Und diese Arbeit entstand, während Bauer tagsüber als Referendar arbeitete. Seine Beförderung mit nur 28 Jahren zum Amtsrichter war erst der Anfang eines Lebens auf der Überholspur. Von den Nazis im KZ eingesperrt, konnte er später nach Dänemark und später Schweden fliehen und dort überleben.

Als Generalstaatsanwalt, vor allem in Frankfurt, ermöglichte Bauer später die Ergreifung von Eichmann in Argentinien, brachte er „Auschwitz vor Gericht“, schrieb Bücher, hielt Vorträge, setzte sich für die Abschaffung der Diskriminierung Homosexueller ein, usw. usf. Und das alles in einer jungen Bundesrepublik, in der in den 60-Jahren auf vielen Schlüsselpositionen noch Männer mit NS-Vergangenheit saßen. Vereinsamt und ausgebrannt starb Bauer mit nur 65 Jahren.

Das Buch beschreibt nicht nur eine faszinierende Biografie, sondern auch ein Stück Zeitgeschichte. Unsere heutigen Lebensumstände, so abgesichert und frei sie uns erscheinen mögen, fielen nicht vom Himmel. Fritz Bauer hat dazu mehr beigetragen, als den meisten von uns bisher bewusst war.

Es ist das Verdienst des noch jungen Autors, dies auf eine äußert spannende und sprachlich elegante Weise zu vermitteln. Hier kamen sein juristischer Hintergrund und seine journalistische Erfahrung besonders glücklich zum tragen. Dieses Buch finde ich bestens lesbar und kann seine Lektüre uneingeschränkt empfehlen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 3. Februar 2014
Ein faszinierendes Buch: deutsche Historie spannend und dabei aber authentisch am Beispiel der Lebensgeschichte eines engagierten Juristen geschrieben. Ronen Steinke bildet aus vielen kleinen Schnipseln aus unterschiedlichen Archiven und Quellen das Gesamtbild der vielschichtigen Persönlichkeit von Fritz Bauer ab. Dieser hat als Staatsanwalt die Auschwitz-Prozesse in Frankfurt initiiert. Dabei stieß er in den fünfziger und sechziger Jahren noch oft auf Widerstände, die eine Aufarbeitung der nationalsozialistischen Zeit behinderten. Bauer hat auch den Gedanken der Vorbeugung und Wiedereingliederung von Straffälligen in das Strafrecht eingebracht, das bisher eher von Vergeltung geprägt gewesen ist. „Kein Vernünftiger straft, weil gefehlt wurde, sondern damit nicht mehr gefehlt werde.“ Dieser Blickpunkt ist zukunftsweisend und hat sich heute durchgesetzt. Ein oft sehr ernster Inhalt, teilweise sehr unterhaltsam geschrieben, ergibt dies ein gut zu lesendes Buch, sicher auch für historisch bisher eher wenig interessierte Leser.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 31. Oktober 2013
Diese Biographie des jungen Journalisten und Juristen Ronen Steinke über das Leben des ehemaligen hessischen Generalstaatsanwaltes und Exil-Weggefährten von Willy Brandt, Fritz Bauer und dessen Rolle bei der schwierigen und von vielen politischen Widerständen bedrohten Vorbereitung und dann von großem medialen internationalem Interesse geprägten Frankfurter Auschwitz-Prozessen 1965 ist sehr gut geeignet, vor allem Leser, die diese Zeit nicht als politisch bewusste Erwachsene miterlebt haben, mit einer Periode der bundesrepublikanischen Geschichte bekannt zu machen, die im Rückblick gesehen einen zentralen Wendepunkt in der Nachkriegsgeschichte des Landes markiert.

Denn ohne diese Prozesse und ihre aufklärende Wirkung im Inland und ihre entspannende Botschaft im Ausland wäre die weitere Ostpolitik Egon Bahrs und Willy Brandts und danach auch die Große Koalition und die anschließenden erste sozialliberale Koalition nicht denkbar gewesen.

Ronen Steinke zeichnet kenntnisreich die bisher kaum bekannte Lebensgeschichte jenes Mannes nach, der die Deutschen mit ihrer Geschichte konfrontierte und dabei viel Widerstand und Häme erfuhr. Über die Widerstände aus seiner eigenen Zunft hat er gesagt: „Wenn ich mein Büro verlasse, betrete ich feindliches Ausland.“

Traurig ist sein verbittertes und einsames Lebensende. Deshalb ist es sehr zu begrüßen, dass mit diesem Buch eines jungen Juristen an das Leben und das unvergessliche Wirken von Fritz Bauer erinnert wird.
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. Oktober 2013
In seinem Buch "Fritz Bauer oder Auschwitz vor Gericht" schildert der Autor Ronen Steinke die verschiedenen Facetten der Figur und des Lebens von Fritz Bauer. Diese Biographie, die äußerst gründlich recherchiert wurde, wird in Form einer spannenden Lektüre dargestellt. Fritz Bauer, ein ehemaliger Jurist, der auf Grund seiner jüdischen Abstammung in ein KZ deportiert und mit zahlreichen Anfeindungen auch nach dem Krieg konfrontiert wurde, glaubte trotz des Unrechts, das ihm so oft zugefügt wurde, an die deutsche Rechtsprechung. Als Mensch und vor allem aber auch in seine Funktion als Jurist setzte er seine ganzen Kräfte dafür ein, einige Täter aus Auschwitz vors Gericht zu bringen. Hier liegt meiner Meinung nach die größte Leistung des Protagonisten. Die wunderbare Art der Erzählung im Buch macht den Leser sehr neugierig, sodass man immer weiter lesen möchte. Ich persönlich habe vorher noch nichts über die Person Fritz Bauer erfahren. Dank dieses Buchs lernte ich eine Person kennen, die einerseits sehr einsam und in einer gewissen Weise zu bedauern war, aber andererseits auch sehr konsequent ihren Idealen, trotz aller Schwierigkeiten, äußerst treu blieb . Je mehr man über Fritz Bauer erfährt, umso mehr kann man ihn bewundern. Dieses Buch bereichert das Wissen seiner Leser nicht "nur" in Bezug auf die Hauptfigur Fritz Bauer, sondern es ist auch eine sehr interessante Lektüre über die Geschichte Deutschlands und über die Geschichte der deutschen Justiz. Ich möchte das Buch jedem zum Lesen empfehlen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 1. Juni 2015
Diese gut geschriebene, recht anschauliche Biografie fuellt eine Luecke, nicht zuletzt, weil sie das private Leben darzustellen versucht. Das ist ein Verdienst.
Der Autor zeigt in welcher Familie Fritz Bauer und seine Schwester, zu der er fast immer engen Kontakt hatte, aufwuchsen.
Die Studienjahre in Tuebingen, Heidelberg und Muenchen werden geschildert.
Die Doktorarbeit von Bauer in Jura faellt durchaus wirtschaftsfreundlich aus. Seine Hinwendung zu einer sozialistischen Haltung, die er sein Leben lang einnehmen wird, erfolgt in Stuttgart, wo Kurt Schumacher als charismatischer SPD Vorsitzende klar antifaschistische Posititonen bezieht und keinen Antisemitismus duldet.
Wenige Monate nach Errichtung der NS Diktatur wird Bauer fuer einige Monate in ein KZ verschleppt. Ueber diese Zeit wird er spaeter fast total schweigen. Die naechste Station ist das Exil in Daenemark, wo ihm daenische Sozialisten helfen Fuss zu fassen. Die Schwester und ihr Mann sind schon vor Bauer nach Kopenhagen gekommen. Die Eltern folgen erst weitaus spaeter. Es faellt auf, dass der Autor das Datum des Eintritts in die SPD unerwaehnt laesst, auch welchen Gruppen genau sich Bauer in Daenemark anschloss.
Ein zweites Lesen zeigt doch erhebliche Schwaechen. So will der Autor Fritz Bauer partout auf seine juedische Identitaet festlegen. Er begreift nicht, dass fuer einen engagierten Sozialisten das Juedischsein nur ein Randaspekt bedeuten konnte. Darin kommt eine spezifische Borniertheit des Autors zum Ausdruck. Bei manchen Gelegenheit wird eine Froschperspektive eingenommen, um den Eindruck zu erwecken als sei der Autor dabei gewesen. Das ist dann vom Maennerbein Fritz Bauers die Rede und von seinen Socken. Das Unserioese, Klatschhafte breitet der Autor auch aus als es um die Trauerfeier nach dem ueberraschenden Tod von Fritz Bauer geht. Der Leser erfaehrt nicht wer denn teilgenommen hat, sondern bekommt ein Zitat von T. Varlan zu lesen, das eher einer Rauschfantasie entsprungen ist, als zu berichten.
Es ueberwiegt am Ende der Eindruck Effekthascherei und Borniertheit ueberlagerten die vielen interessanten Informationen. In Summe ist man mit der Biografie von Irmtrud Wojak wohl besser beraten.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 21. November 2014
Mit welcher Diskretion und Vorsicht Fritz Bauer während der Auschwitz-Prozesse im Hintergrund an den Strippen zog, lässt sich in der hervorragend recherchierten Biographie "Fritz Bauer oder Auschwitz vor Gericht" von Ronen Steinke nachlesen, die mit unerwartet vielen neuen Quellen aufwarten kann und sich zudem durch eine ebenso feinfühlige wie angenehm lesbare Sprache auszeichnet.

Aber Steinke leistet noch viel mehr. Er zeichnet ein Leben nach, das durch Konsequenz, hohe moralische Werte, Hartnäckigkeit und Entschlossenheit gekennzeichnet war. Daneben begegnen wir in der Figur Bauer aber auch dem Bruch mit alten Ansichten (in späten Jahren verwirft er die Thesen seiner Doktorarbeit und zerreißt diese) und – am Ende seines Lebens – einer Niedergeschlagenheit und Müdigkeit – doch vor allem einem: Einsamkeit.

Der 1903 geborene Sohn jüdischer Eltern wächst mit seiner Schwester Margot in Süddeutschland auf, besucht das Gymnasium und schließt sich bereits zu Anfang des Jurastudiums einer liberalen und von Juden frequentierten Studentenverbindung an, in der er sogleich seine Redegewandtheit unter Beweis stellt. Es folgt eine zunächst gut anlaufende Karriere, doch 1933, mit der Machtübernahme der Nazis, ändert sich für Fritz Bauer alles. Er erlebt die Gleichschaltung der Justiz und wird aufgrund seiner Tätigkeit für die SPD, das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold sowie den Republikanischen Richterbund, zu dessen Mitgründern er zählte, selbst verhaftet; Bauer verbringt mehrere Monate im KZ Heuberg. 1936 gelingt zunächst die Flucht nach Dänemark, 1943 kann er sich in allerletzter Minute ins neutrale Schweden absetzen. Im Exil ist er nicht untätig, veröffentlicht in der fremden Sprache mehrere Bücher und Artikel und tauscht sich mit Willy Brandt und anderen Exil-Deutschen aus. Bauer ist Humanist und Atheist, er sieht sich selbst nicht mehr als Juden an, die metaphysischen Aspekte der Religion(en) sind ihm schon lange fremd geworden, sein Interesse gilt allerdings den Geschichten der Bibel und der Figur des Pazifisten Jesus, aus beidem wird er später Argumentationspotential schöpfen.

Die einzige Spielkameradin in der Kindheit war Fritz Bauers Schwester, im Studium erfährt Bauer Rückhalt unter seinen Verbindungsbrüdern. Die Länder, in denen er während des Exils lebt, bleiben ihm fremd, ebenso die Menschen dort. Die Scheinehe, geschlossen zum immerhin kurzzeitigen Schutz vor Verfolgung, bleibt beiderseits kühl. Die Familie der Schwester bleibt in Schweden. Und nach dem Krieg, zurück in Deutschland, zurück in der deutschen Justiz, wurde Bauer nach einigen Mühen (einige wenige Freunde aus der Zeit der ersten deutschen Republik trifft er im neuen Staat wieder) zunächst Generalstaatsanwalt in Braunschweig, anschließend in Frankfurt, wo er die Prozesse anstrengte, die als Auschwitz-Prozesse in die Geschichte eingehen sollten und das jahrelange Schweigen der deutschen Gesellschaft aufbrachen. Um sich nicht dem Verdacht auszusetzen, er führe lediglich einen privaten Rachefeldzug gegen das deutsche Volk, unterhielt Bauer keinerlei private Kontakte zu anderen Juden, er verkehrte lediglich beruflich mit Simon Wiesenthal und war auch mit Max Horkheimer und Theodor W. Adorno bekannt; letzterer organisierte die Beerdigung für den Freund, der sich selbst nicht als solchen betrachten wollte oder konnte. Persönliche Nähe ließ Fritz Bauer nur selten zu.

Das Wichtigste war ihm die Aufklärung der Jugend. Hier sah er Hoffnung, dass die nachkommende Generation aus dem Geschehenen lernen werde, dass sie eine andere Gesellschaft, eine Gesellschaft frei denkender Individuen errichten würden, die Nein sagen, wenn Unrecht geschieht: „Man hat völlig übersehen, dass es ehrenhaft ist, dass es Pflicht ist, auch in seinem eigenen Staat für das Recht zu sorgen. Deswegen ist es das A und O dieser Prozesse zu sagen: Ihr hättet Nein sagen müssen.“ Und so führte Fritz Bauer mit einem Kreis vor allem junger Männer rege Diskussionen politischer Natur, hielt Vorträge und ließ sich von Schülerzeitungsredakteuren interviewen, die später begeistert erklärten, dass der große Generalstaatsanwalt sich auf einer Ebene mit ihnen unterhalten und „jede noch so dumme Frage“ beantwortet habe.

Fritz Bauer starb kurz vor seinem 65. Geburtstag in seiner Wohnung in Frankfurt. Da sein plötzlicher Tod Mutmaßungen und Verschwörungstheorien Vorschub leistete, ordnete Bauers Stellvertreter Ulrich Krüger umgehend eine gerichtsmedizinische Untersuchung an. Das Ergebnis: Fremdeinwirkung ausgeschlossen. In Fritz Bauers einsamem Tod spiegelt sich die Tragik seines Lebens – er, der eloquente Redner, der Kämpfer für Moral und Gerechtigkeit, der Journalisten für sich und seine Sache zu gewinnen wusste, von vielen bewundert, von anderen gehasst, er war doch meistens allein. Die Arbeit, die stete Bereitschaft, der unermüdliche Kampf müssen auf Dauer nicht nur psychisch belastend gewesen sein. Alkohol- und Tabakkonsum mögen ihr übriges getan haben, dass das Herz Fritz Bauers aufhörte zu schlagen.

Dass diejenigen, die von Auschwitz nichts wussten und später nichts mehr davon wissen wollten, dann doch zumindest für einen Augenblick hinschauen mussten, ist der Hartnäckigkeit und der medienwirksamen Strategie Fritz Bauers, einem kleinen engagierten Kreis junger (und daher unbelasteter) Staatsanwälte sowie dem einen oder anderen Zufall geschuldet. Ronen Steinkes Biographie macht vertraut mit der Arbeitsweise Bauers sowie dem humanistischen Ideal, das er zeitlebens verfolgte. Vor allem aber schließt sie viele Lücken und bringt uns den Menschen Fritz Bauer näher.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 28. Oktober 2013
Wenn in den 20er Jahren mehr aufrechte Demokraten (gerade in der Justiz)vom Schlage eines Fritz Bauer gehabt hätten, wäre die Republik möglicherweise nicht so leicht an der braunen Pest zugrunde gegangen. Wenn nach dem Weltkrieg mehr aufrechte Demokraten die NS-Verbrechen aufgearbeitet hätten, wären noch mehr Nazis zur Verantworung gezogen worden. Die Autoin hat trotz der Textfülle ein sehr fundiertes und sehr lesenswertes (teilweise geradezu spannendes) Buch über den demokratischen Juristen Fritz Bauer geschrieben, der gegen große Widerstände der Nachkriegs-BRD ankämpfen musste und dies fatalistisch ohne große politische Unterstützung tat. Ob seine Gegner bei seinem mysteriösen Ende nachgeholfen haben, wird wohl nie geklärt werden. Solche Vorbilder sollten in den Schulbüchern auftauchen, aber unbequeme Geister haben es dorthin nur selten geschafft.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 22. April 2014
Es bleibt einem beinahe der Mund offen stehen vor Entsetzen, wenn man liest, mit welchen Widerständen Fritz Bauer es noch in den 60er-jahren aufnehmen musste, um „Auschwitz vor Gericht“ zu bringen. Längst überfällig, dass seine Geschichte berichtet wird; vielen war bestimmt nicht bewusst, welch großen Beitrag Bauer im Verborgenen dazu geleistet hat, dass es in vielen Fällen zumindest im Nachhinein eine gewisse Form von Gerechtigkeit geben konnte.
Bauers Hintergrund, Leben und Laufbahn sind gründlich recherchiert und gut aufgearbeitet. Gerade juristische Zusammenhänge werden verständlich erklärt. Manchmal hätte ich mir eine etwas weniger „journalistische Schreibe“ gewünscht, ein wenig mehr Anschaulichkeit und lebendige Schilderung der Zeit zwischen den Ereignissen, Bewertungen und Fakten.
Definitiv zu empfehlen für alle, die sich für Zeitgeschichte interessieren, und als Geschenk für alle, die es zu wenig tun.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 5. Oktober 2013
Das Buch ist ein Meisterwerk. Gute Recherche, keine falsche Schwerpunktsetzung. Fritz Bauer war das Beispiel für Stigmatisierung in der verlogenen Nachkriegszeit: Jude, Sozialist, Emigrant, aktiver Antifaschist im Amt und mutmaßlich schwul. Es fehlen nur Kleinigkeiten. Warum kam F.B. erst so spät aus der Emigration zurück? Wie kam er an die Stelle in Braunschweig? Warum hat das mit der Stelle als Generalstaatsanwalt in Berlin nicht geklappt? Wie kam er nach Frankfurt? Leider gar nicht erwähnt wird der aktivste Nebenklagevertreter im Auschwitzprozess, Friedrich Karl Kaul. An dieser Stelle fehlt was. Schließlich fehlen auch Fußnoten. Die anhängenden Informationen am Schluß der Arbeit sind leserunfreundlich.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 10. Januar 2014
Obwohl ich politisch sehr interessiert bin, sind mir viele Details der NS- Aufarbeitung nicht klar gewesen. Dieses Buch zeigt, weshalb dies so ist. Es müsste eigentlich Pflichtlektüre an allen weiterführenden Schulen sein. Auch heute gibt es viele die den Mund halten damit ihr eigenes materielles Dasein nicht leidet.
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