Kundenrezensionen


40 Rezensionen
5 Sterne:
 (18)
4 Sterne:
 (8)
3 Sterne:
 (4)
2 Sterne:
 (4)
1 Sterne:
 (6)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


48 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dieses Buch ist anders und zeigt endlich mal auch Einblicke in das Leben des Menschen Merkel
Dieses Buch ist anders und zeigt endlich mal auch Einblicke in das Leben des
Menschen Merkel. Es ist vielschichtig und stellt die junge Merkel in
ihre Zeit. Während andere Biografien vor allem aktuelle Politik beleuchten
und dazu Theorien über Merkels Politikstil entwerfen, liefert dieses Buch
Fakten aus einer Zeit, über die wir in der...
Vor 16 Monaten von Sabina Bussmann veröffentlicht

versus
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Angela Merkel
Dieses Buch ist nicht reißerisch oder polemisierend, im Gegenteil , eher "lauwarm", aber das ist ja nicht schlecht, es werden Fakten aus Quellen aufgezeigt und eher selten wirklich kommentiert, und wenn sehr verhalten. Es ist auch keine Schwarzweissmalerei, ich konnte mich z. B. nicht entscheiden, ob ich A. M.s Vater bewundern oder verabscheuen sollte. Zumindest...
Vor 6 Monaten von Goldberry veröffentlicht


‹ Zurück | 1 2 3 4 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Angela Merkel, 22. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das erste Leben der Angela M. (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch ist nicht reißerisch oder polemisierend, im Gegenteil , eher "lauwarm", aber das ist ja nicht schlecht, es werden Fakten aus Quellen aufgezeigt und eher selten wirklich kommentiert, und wenn sehr verhalten. Es ist auch keine Schwarzweissmalerei, ich konnte mich z. B. nicht entscheiden, ob ich A. M.s Vater bewundern oder verabscheuen sollte. Zumindest blieb er seinen Überzeugungen treu, soweit ich das verstanden habe. A. M. als Mensch wird mir etwas näher gebracht, eigentlich sogar sympathischer (eigentlich bin ich kein Fan von ihr, und auch nicht ihrer Politik), aber gleichzeitig kann ich ihre Entwicklung nun noch weniger verstehen. Sie war immer fleissig, ehrgeizig und intelligent, aber auch angepasst an das System, liebte alles Russische (wohl nicht nur die Sprache, sondern auch die politische Lehre, besonders die Perestroika, Gorbatschow etc). Ihr Engagement als Jugendliche im System erscheint mir nicht erzwungen, oder auch nur, weil sie ihren Frieden haben wollte, und deshalb mitgemacht hat, weil "das eben so war" in der DDR, sondern durchaus von Überzeugung getragen. Kurz vor der Wende war sie immer noch, oder erst recht, überzeugt vom Sozialismus, wenn auch von einer "reformierten" Variante. Dieser plötzliche Schwenk kurz danach zu einem Bekenntnis der Marktwirtschaft (nun ja, eine richtig "freie" Marktwirtschaft haben wir ja sowieso nicht...) und des westlichen Systems und zu der CDU bleibt rätselhaft. Erschreckend finde ich auch die selbstverständliche Präsenz in der Politik von Leuten, die damals tief verstrickt waren in Stasi usw, die Vertuschungsaktionen von Schäuble bei de Maizière,usw. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die alle ihre Überzeugungen und Prägungen einfach so aufgegeben haben. Merkel selbst auch nicht. Kindheit und Jugend unter diesen Umständen muss prägend sein, und sie hat sich nie so deutlich ablehnend gegenuber dem sozialistischen System geäußert, dass man spüren konnte, dass sie es gehasst hat. Die andere Möglichkeit ist natürlich, dass sie keine echten Überzeugungen hat, und einfach opportunistisch und machtgierig ist. Letzteres ist auch keine schöne Vorstellung.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


48 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dieses Buch ist anders und zeigt endlich mal auch Einblicke in das Leben des Menschen Merkel, 21. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Das erste Leben der Angela M. (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch ist anders und zeigt endlich mal auch Einblicke in das Leben des
Menschen Merkel. Es ist vielschichtig und stellt die junge Merkel in
ihre Zeit. Während andere Biografien vor allem aktuelle Politik beleuchten
und dazu Theorien über Merkels Politikstil entwerfen, liefert dieses Buch
Fakten aus einer Zeit, über die wir in der Tat wenig wissen. Man erfährt sehr viel
Neues über ihre Familie, vor allem ihren Vater, der wohl eine weitaus
bedeutendere Rolle im SED-Staat spielte als bislang bekannt war. Dabei
stützen sich die Autoren auf neue Stasi-Dokumente. Demnach war er offenbar
ganz nah dran am System. Außerdem legen die Autoren die Verbindung von einer
der SED-Diktatur dienenden Kirche offen, die dem Staat praktisch zu Kreuze
kroch.
Im besten Sinne investigativ und auf fast schon erschreckend aufklärerisch
zeichnet das Buch die Wendezeit. Den Autoren ist es gelungen, Merkels
unglaubliche Blitzkarriere in der Politik als das zu entlarven, was sie ist:
die gezielte Förderung durch bestimmte Gruppen. Nun endlich weiß ich, wer
diese Frau ist, die Deutschland regiert. Klar geworden ist mir das über die
Leute, die sie in die Politik gebracht und sie gefördert haben. Das wird
sehr gut beschrieben. Da wartet das Buch mit herausgeklagten Dokumenten auf,
die Gregor Gysi nicht nur als Vertrauensmann von Lothar de Maizière zeigen,
sondern als spiritus rector des CDU-Mannes an der Seite von Helmut Kohl.
Staunend habe ich gelesen, wie Wolfgang Schäuble ein Gutachten der
Stasi-Unterlagenbehörde frisierte, das Lothar de Maizière zweifelsfrei als
bedeutenden IM im Bereich der Kirche auswies. Durch seine Interpretation
sprach Schäuble de Maizière frei. Joachim Gauck, damals Chef der
Stasi-Unterlagenbehörde, feuerte die Gutachter auf Anweisung aus Bonn.
Dieses Buch deckt ein Beziehungsgeflecht auf, das bis heute hält:
Merkel-Schäuble- de Maizière-Gysi... Das gesamte Umfeld, das Merkel einst in
die Politik brachte, war entweder Stasi-IM oder stand im Verdacht, dem KGB
zuzuarbeiten.
Wer dieses Buch gelesen hat, hat keine Frage mehr, wer dieses Land regiert!
Absolut lesenswert.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sollte man kennen., 17. Dezember 2013
Von 
Happyx - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Das erste Leben der Angela M. (Gebundene Ausgabe)
Immer wieder freue ich mich, wie nett Angela Merkel mit den (bemitleidenswerten) Granden der Christlichen Parteien umspringt.

In diesem Buch erfährt man, warum sie das kann und wie sie die Mechanismen dafür gelernt hat.

Papa Kohl nahm sie unter seine Fittiche und unterschätzte sie wie alle vor und nach ihm.

Unprätentiös und unarrogant, keine Lifestylerin, so muss eine Kanzlerin des Volkes gestrickt sein.

Wer sich im roten Bereich durchwurstelt, kann dies locker auch im christlich Lobbyistischen.

Natürlich war AM nie eine Kommunistin ebenso wenig wie sie eine CDU-Frau ist. Fakt ist allerdings,
dass ihr Vater ein echter Sozialist war. Im Sinne der Bergpredigt.

Sie steht im Grunde über dem Rechts-Links-Klischee, sie moderiert aus dem Hintergrund, geschickt und mit Frauen-Hand. Ohne die unsägliche Notwendigkeit,
im Vordergrund stehen zu müssen.

Jeder sollte diese Hintergründe kennen, sie sind gut recherchiert, allerdings fehlt ihnen etwas ganz Entscheidendes: die echte, innere Frauen-Sicht. Die Perspektive der Autoren-Männer zielt zu sehr auf etwas zutiefst Männliches: Macht nämlich.

Alles rührt von der jungen Frau in der DDR her, die sich im Hintergrund bewegt, von dort alles beobachtet, sich um alles kümmert und heute wenig verwundert ist, dass man sie
Mutti nennt. Sie sieht es sogar als Ehrentitel.

Mutti könnte locker noch 2 Wahlperioden dran hängen, imho. Will sie aber nicht - 12 Jahre werden 2017 reichen, das sind
4 Menschenleben und man kann sie nur bewundern ob ihrer Disziplin.

Schon heute ist sie klug genug, ihre Nachfolgerin aufzubauen. Keiner der bisherigen Kanzler konnte dies. 2017 heißt unsere Bundeskanzlerin Ursula von der Leyen.

Jeder, der dies verstehen möchte, sollte dieses Buch lesen. Trotz der männlichen Sicht gut.

In jeder Gesellschaft, die mich oft auch mit CDU Freunden zusammenbringt, erziele ich verblüffte Gesichter, wenn ich aus diesem Buch erzähle. Meine Analyse, dass AM im Grunde die noch effizientere Guillaume der CDU ist, teilt nicht jeder, aber die Lacher bleiben oft im Halse stecken, wenn ich von der neuen deutschen Einheitspartei erzähle, deren Kanzlerin heute neu gewählt wurde. Nicht das Schlechteste, wenn die alten Schlachtrösser endlich lernen, die Probleme einfach anzupacken, statt sich nur aufzuplustern.

Wie Schmidt Schnauze möchte ich keine Politiker mit Visionen - diese haben uns alle ins Verderben geführt. Zu meiner Verblüffung vertraue ich Mutti: wer die DDR durchschifft hat, kann dies auch mit den freien Wirtschafts-Radikalen. Die Seismographen der Angela Merkel werden ihr signalisieren, wann und wie sie diese über den Jordan schickt.

Ob sie tatsächlich Verbindungen zu Springer, Burda und dem ganzen öden Geschreibsel hat, wage ich zu bezweifeln. Viel wahrscheinlicher ist, dass ihr diese ebenso zuwider sind wie sie die Stasi empfunden hat.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Einblicke in das System der DDR, 17. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Das erste Leben der Angela M. (Gebundene Ausgabe)
Das frühe Leben der Angela Merkel (also ihr Leben vor dem kometenhaften Aufstieg im wiedervereinten Deutschland) soll - laut Beschreibung der Autoren - in diesem Buch im zeithistorischen Rahmen dargestellt werden. Ich persönlich empfand die Schwerpunktsetzung eher umgekehrt: Das Buch gewährt umfassende Einblicke in das gesellschaftliche und politische System der DDR, wobei immer mal wieder ein Schlaglicht auf das Leben der Frau Merkel in diesem Kontext geworfen wird. Dies tut der Sache keinen Abbruch, sofern der Leser sich vorrangig über die Lebenswirklichkeit(en) in der ehemaligen DDR informieren möchte.

Einzig fragwürdig und ein wenig befremdlich stellt sich das Fazit der beiden Autoren im letzten Kapitel des Buches dar: Frau Merkel wird dort als waschechter "Wendehals" dargestellt, der sich aus purem Machtkalkül von der linientreuen SED-Anhängerin zur lupenreinen Demokratin wandelte. Das konnte ich persönlich aus dem vorher von den Autoren Geschriebenen und Recherchierten nicht ableiten:

Angela Merkels Vater ging kurz vor ihrer Geburt freiwillig in den sozialistischen Teil Deutschlands - somit kann man ihm eine gewisse Begeisterung für diese Gesellschaftsform vermutlich unterstellen. Dennoch habe ich den Eindruck, dass er immer ein frei denkender Mensch geblieben ist und diese Gesellschaft, für die er sich entschieden hatte, mit formen und verändern wollte - als mündiger Bürger, so schwer das unter den damaligen Gegebenheiten sicherlich war. Angela Merkels Mutter stammt aus Hamburg und die Familie mütterlicherseits blieb offenbar im Westen, was vermuten läßt, dass Frau Merkel über den Westen gut informiert war. Leider wird dem Leser über die politische Haltung der Mutter und dem möglicherweise vorhandene West-Einfluß der Familie mütterlicherseits so gut wie gar nichts vermittelt. Diese Information wäre zur besseren Einschätzung des Klimas, in welchem Frau Merkel aufgewachsen ist, sehr hilfreich gewesen.

Aus dem Gelesenen schätze ich Frau Merkel als einen vorsichtige Menschen ein, der sein politisch-gesellschaftliches Umfeld eingehend beobachtet und hinterfragt, aber keine impulsiven Entscheidungen trifft, die sein persönliches Leben nachteilig beeinflussen könnten. Insofern sehe ich sie als einen Menschen, der in der gegebenen Realität des sozialistischen Deutschlands aufgewachsen ist und sich diesem System insoweit angepaßt hat, als es notwendig war, um sein persönliches und berufliches Fortkommen nicht zu behindern und sich größtmögliche Freiheiten im bestehenden System zu erarbeiten (z.B. Auslandsreisen etc.). Als sich Veränderungen in Polen und der Sowjetunion abzeichneten, hat sie diese interessiert und neugierig verfolgt, doch erst als mit der Wende sich die Möglichkeit bot, an der Gestaltung der Gesellschaft mitwirken zu können, ohne persönliche Repressalien befürchten zu müssen, ist sie aus der Deckung gekommen und hat sich - sicher auch beeinflußt durch die politisch partizipative Haltung ihres Vaters - in den politischen Prozess eingebracht.

Man kann das feige oder wenig revolutionär finden. Persönlich-menschlich finde ich es jedoch nachvollziehbar für einen eher vorsichtigen Menschentyp. Diese Entwicklung erscheint mir nicht als Bruch in Frau Merkels Leben oder als eine unvorhersehbare 180°-Wende, sondern als eine Weiterentwicklung, die erst die "Angstfreiheit" in einem demokratischen System möglich gemacht hat. Ich lese aus dem Buch heraus, dass weder Frau Merkel noch ihr Vater - trotz offensichtlicher Kontaktaufnahmen - für das Ministerium für Staatssicherheit gearbeitet haben. Sich solchen Anliegen zu entziehen, zeigt meines Erachtens eine sehr aufrechte Haltung. Dass die Tätigkeiten der Frau Merkel in der FDJ ihr für ihre spätere politische Karriere genützt haben werden, liegt nahe. Es ist aber wie bei vielen Menschen: manches, was man mal gemacht hat oder machen mußte, kann einem später nutzen.

Mein persönliches Fazit: Das Buch gibt interessante Einblicke und Denkanstöße, doch das Fazit der Autoren darf man getrost kritisch hinterfragen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


37 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Zeitgeist als oberste Maxime von Politik, weil dies Macht sichert?", 27. Mai 2013
Von 
Dr. R. Manthey - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 10 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das erste Leben der Angela M. (Gebundene Ausgabe)
"... Angela Merkel war in ihrem ersten Leben nicht fern von Politik. Sie war vielmehr von Jugend an durch ihren sozialistischen Vater politisch geprägt und von Schulzeiten an in die politischen Organisationen des SED-Staates eingebunden - und dies nicht als Mitläuferin, sondern als Funktionärin, ob in der Freien Deutschen Jugend oder in der Betriebsgewerkschaft." So fassen die Autoren dieses überaus lehrreichen Buches einen ihrer Hauptvorwürfe am Ende des Textes zusammen.

Leider haben sie das System der DDR nicht wirklich verstanden und leiten aus diesem Missverständnis einen nahezu lächerlichen Irrtum ab, indem sie sich nämlich zu der Behauptung versteigen, dass die heutige Bundeskanzlerin eine Reformkommunistin gewesen sei. Natürlich war sie das nie. Angela Merkel hat sich in der DDR nicht anders verhalten als heute: Sie passte sich auch damals aktiv dem vermeintlichen Zeitgeist an.

Die Stärke dieses sehr gut lesbaren Buches besteht ungeachtet dieser Fehlinterpretation in der sehr detaillierten und gut fundierten Schilderung von Merkels Verhalten bis zu ihrem Aufstieg zur Bundesministerin unter Kohl sowie der ungeschminkten Beschreibung und Analyse der chaotischen und von der Bevölkerung letztlich einfach überrannten sozialistischen Reformbewegung während der Agonie der DDR. In Wirklichkeit basierten diese Versuche, die Eigenständigkeit des zweiten deutschen Staates unter sozialistischen Vorzeichen zu erhalten, nur auf Teilen christlich-sozialistischer DDR-Eliten und dem Reformflügel in der SED.

Der Vorwurf, Merkel wäre in ihrer Jugend systemnah gewesen, kann Menschen, die dieses System erlebt haben, nur ein müdes Lächeln abringen. Das Unverständnis der Autoren macht sich bereits daran fest, dass sie die FDJ ständig als Parteijugend bezeichnen. In dieser Organisation waren bis auf einen Promillebereich alle Jugendlichen der DDR. Nur wer sich mit dem System freiwillig in einen Dauerkonflikt begeben wollte, verweigerte die Mitgliedschaft.

Da Merkel zuerst eine hervorragende Schülerin und später eine sehr gute Studentin war, wurde sie mit Sicherheit gefragt, ob sie nicht irgendeinen Posten im Rahmen ihrer Klasse oder ihrer Seminargruppe und später in ihrem Arbeitsbereich übernehmen würde. Das war üblich und diente der angestrebten Einbeziehung des talentierten Nachwuchses ins System. Und deshalb galt auch hier: Ablehnung führte zu Stress und war einer weiteren Karriere nicht dienlich. Daraus auf Systemnähe oder Aktivismus im Sinne der DDR-Oberen zu schließen, ist eher kurios als wirklichkeitsnah, denn ein solches Verhalten war keine Ausnahme, sondern die Regel.

Aber selbst wenn man dieses System nicht kennt oder begreift und in normale menschliche Reaktionen aus welchen Gründen auch immer zu viel hineininterpretiert, hätte man dennoch sehr wohl das Verhalten der heutigen Kanzlerin bei einigem Nachdenken durchschauen können. Dass die Autoren dazu offenbar nicht in der Lage waren, verwirrt, denn die ganz normale Erfahrung sollte einem doch sagen, dass eine im Alter sich offenbarende Eigenschaft eines Menschen doch wenigstens in Ansätzen bereits in der Jugend vorhanden gewesen sein muss. Diese einfache Logik hätte auch zu dem naheliegenden Schluss geführt, dass die junge Angela Kasner keineswegs im DDR-System verwurzelt war, sondern einfach nur das aus ihrer Sicht Beste aus ihrer Lage gemacht hatte.

Dass sie im Nachhinein ihre Interpretation ihres damaligen Verhaltens ihrer heutigen Erkenntnissituation anpasst, ist auch nachvollziehbar. Außerdem entgeht sie so mancher nun peinlichen Frage. Die Autoren stellen an verschiedenen Stellen solche Neuinterpretationen der Kanzlerin früheren Aussagen oder Schilderungen anderer gegenüber. Und sie ersparen es ihr auch nicht, andere Verhaltensweisen aus ihrem ehemaligen Umfeld ihrer eigenen entgegenzusetzen.

Abgesehen von den merkwürdigen grundsätzlichen Missverständnissen der Autoren kann dieses Buch ein echter Erkenntnisgewinn sein. Es zeigt beispielsweise nicht nur die krassen Fehleinschätzungen der Moskauer Führung unter Gorbatschow, sondern auch, dass die angeblichen Bürgerrechtler und sonstigen Gruppierungen, denen man heute oft den Hauptanteil am Zusammenbruch der DDR andichtet, das System der Bundesrepublik immer ablehnten und dabei wohl auch konsequent geblieben sind. In diesem Zusammenhang kann man aus diesem Buch auch viel über die sogenannte "Kirche im Sozialismus" lernen, zu deren geistigen Geburtshelfern Merkels Vater gehört, der einst in Kirchenkreisen als der "rote Kasner" bezeichnet wurde.

Angela Merkel verfügt nicht einmal über Ansätze irgendwelcher konservativen Wurzeln. Eher im Gegenteil. Deshalb verwundert es auch nicht, dass sie das konservative Fundament der CDU erfolgreich geschliffen hat. Beliebigkeit, Austauschbarkeit und Unberechenbarkeit stehen nun an dieser Stelle. Aus diesem Buch kann man auch lernen, warum das kein Zufall ist.

Obwohl die Autoren bei ihrer Interpretation des Merkelschen Verhaltens danebengegriffen haben, muss man ihnen unbedingt dafür danken, dass sie ein so detailliertes, faktenreiches, sachliches und gut lesbares Buch geschrieben haben, das wenigstens mir nun so einiges viel klarer erscheinen lässt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen So isse halt.., 8. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Leider ergaben sich keine neuen Erkenntnisse für mich. Die üblichen Schlagwörter in Zusammenhang mit Frau Merkel wie farb- und profillos, windschlüpfrig und geschickt im Umschiffen von Widerständen haben sich nur bestätigt...
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


23 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Das erste Leben der Angela M., 28. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Das erste Leben der Angela M. (Gebundene Ausgabe)
Eine sehr gute Frage ist, was man von der Lektüre von Ralf Georg Reuth und Günther Lachmanns Buch „Das erste Leben der Angela M.“ halten soll. Ein Werk, dem ein gewisser Hype vorausging und von dem man schnell nichts mehr hörte. Was erwartet der Leser? Eigentlich eine Art Biographie eben DER „Angela M.“ und IHRES Lebens vor Zeiten der Wende. Zu Anfang erhält man dann auch einige Informationen und Details, die man vielleicht noch nicht wusste: dass ihr Vater aus Hamburg freiwillig als Pfarrer in die damalige DDR übersiedelte, als kommunistenfreundlich galt und dass Angela Merkel stets zurückhaltend war, Merkel der Nachname ihres ersten Mannes ist, sie gerne Russisch lernte und sprach und außerdem in der FDJ eine zwar nicht überragende, aber doch aktive Rolle spielte. Von weiteren Details abgesehen bleibt es auch dabei. Interessanterweise schreiben die Autoren offen, selbst nicht mit der Bundeskanzlerin gesprochen zu haben und auch sonst greifen sie mit ihren Zitaten auf vorherige Biographien zurück- was man also über Angela M. erfährt, erfährt man aus zweiter Hand, es handelt sich bei allen Informationen also nicht um Neues, sondern aus Zitaten und Recherchen dessen, was man andernorts auch nachlesen könnte. Dies enttäuscht bzw. führt in die Irre, hat man als Leser eine Erwartungshaltung, die anders ist. Über weite Seiten und Kapitel hinweg geht es übrigens gar nicht um Frau Merkel, sondern eher um die Geschichte der DDR, die Rolle der evangelischen Kirche und die Geschehnisse vor und nach der Wende. Bisweilen vergisst man gänzlich, dass die Hauptprotagonistin des Buches eigentlich Angela Merkel sein soll, aber ihr Name erscheint noch nicht mal, geschweige denn irgendetwas, was mit ihrem- wie es der Titel verspricht- „ersten Leben“ direkt zu tun hat, sondern man hat das Gefühl, eine Art Geschichte der DDR zu lesen, bei der ab und zu schon einmal auf die Rolle der Kirche und die Rolle der Personen, denen Angela Merkel hier und da mal begegnet ist, eingegangen wird. Irgendwie könnte dieses Werk auch um ein paar grobe Angaben irgendeiner Person geschrieben sein, die damals in der DDR gelebt hat und um deren Lebensangaben letztlich nichts anderes als eine Geschichte des untergegangenen Staates geschrieben wird. Wenn es wirklich etwas „Dunkles“ im ersten Leben der Angela M. gegeben haben mag, dann kommt dies jedenfalls nicht wirklich durch, außer dass sie sicherlich auch ein Kind (oder Opfer oder Mitläufer, dies möge jeder selbst entscheiden) ihrer Zeit war- aber wie will man das beurteilen oder verurteilen, wenn man wie die beiden Autoren eben nicht in der DDR gelebt hat? Über „Mittäterschaft“ oder dem schlichten „Mitlaufen“, mal mehr oder weniger überzeugt, wurde und wird schon immer viel ge- und verurteilt, zu Recht oder zu Unrecht- in diesem Buch wird eigentlich weder das eine noch das andere konsequent durchgeführt, sicherlich war Angela Merkel als Jugendliche und Studentin auch in der FDJ aktiv, letztlich aber wohl weniger als IM oder Stasi-Mitarbeiterin, sondern schlichtweg als eine junge Frau, die im Arbeiter- und Bauernstaat lebte, wie Millionen andere auch, von denen sich die einen oder anderen eben mehr oder weniger im Staat engagierten oder mal auch nicht- wirklich Schockierendes oder Neues kommt dabei weniger heraus, so dass dieses Buch die grundlegende „Aufgabe“, nämlich ein Bild des ersten Lebens der Angela M. zu entwerfen, nur in Ansätzen umsetzt. Lesenswert, weil es schon einige interessante, wissenschaftliche Informationen zum Leben in der DDR gibt, vom reinen Thema aber dennoch eher verfehlt, weil die Person Angela Merkel nicht wirkliches Leitmotiv des Ganzen ist.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zahlen, Daten, Namen, 5. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Das erste Leben der Angela M. (Gebundene Ausgabe)
Auch den beiden Autoren muss mittlerweile der Kopf brummen: Sie haben
wohl monatelang in Archiven nach Dokumenten gesucht und tausende
Seiten gelesen. Sie haben Interviews mit Personen geführt, die Angela
Merkel in der DDR begleitet haben. Herausgekommen ist jetzt ein Buch,
das von Zahlen, Daten und Namen dominiert wird. Angesichts dieser
unglaublichen Fülle an Informationen ist es nicht immer leicht, den
Überblick zu behalten.

Der rote Faden dieses Buches ist dabei nicht Angela Merkel, geborene
Kasner. Wichtiger ist wohl die detaillierte Beschreibung jener DDR, in
der sie aufwuchs. All die Einschränkungen, ihre Sonderstellung, die
Stasi. In weiterer Folge der Kampf der alten Männer rund um Honecker
gegen Gorbatschow's Glasnost und Perestroika. Und, natürlich, die
vielseitigen Verwicklung der heutigen Bundeskanzlerin darin.

Wie meint Angela Merkel doch selbst so treffend: „Man weiß … über 35
Jahre meines Lebens kaum etwas.“ Nach der Lektüre dieses Buches weiß
man zweifelsohne mehr.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


27 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lange nötig, 18. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Das erste Leben der Angela M. (Gebundene Ausgabe)
Ich muss sagen, ich war erschüttert, als ich das Buch zu Ende gelesen hatte. Die Passagen über die Herkunft Angela Merkels, über die Rolle ihres Vaters im SED Staat, werfen ein völlig neues Licht auf die Bundeskanzlerin, die übrigens in allen Unterorganisationen der SED (FDJ,FDGB und DSF) Funktionärin war. Aber das Schlimmste ist, wer ihr zu ihrer frühen politischen Karriere verholfen hat: Ein Stasi-Mitarbeiter namens Wolfgang Schnur und ein Lothar de Maizière, der ebenfalls viele Jahre für die Stasi gearbeitet haben soll. Letzterer ließ sich auch noch während der Wende von Gregor Gysi politisch beraten. Das geht aus einem der vielen brisanten Dokumente des Buches hervor. Und ausgerechnet Schäuble hat nach der Wende versucht, diese Verstrickungen zu vertuschen. Dies wollte ich nicht glauben, doch die Unterlagen belegen es. Sie wurden, so schreiben die Autoren, auf der Grundlage des Informationsfreiheitsgesetzes herausgeklagt.
Fazit: Das Buch lässt einen in einen Abgrund schauen. Jetzt weiß ich, warum es um das Werk so ein Geschreie gegeben hat und ich weiß auch, warum es nichts taugen darf. Fünf Sterne! Unbedingt!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht voreingenommen?, 15. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das erste Leben der Angela M. (Gebundene Ausgabe)
Bin nicht mit der ganzen Darstellung einverstanden. Man muß den Hintergrund des Elternhauses, die Jugend und den übermächtigen Einfluß des Staates auch Frau Merkel zugestehen. Wer hätte sich nicht angepaßt, wenn er nicht untergehen wollte. Kann man ihr etwas Anderes nachweisen oder auch nur vorwerfen? Ich bin übrigens KEIN Merkel Fan.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 2 3 4 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Das erste Leben der Angela M.
Das erste Leben der Angela M. von Günther Lachmann (Gebundene Ausgabe - 14. Mai 2013)
EUR 19,99
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen