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53 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Botschaft und das Handeln des historischen Jesus verständlich erklärt
Das gerade erschienene neue Buch von Hans Küng wird Lesern bekannt vorkommen, die nach dem Jahr 1974 eine der unzähligen Auflagen seines dicken Wälzers "Christ sein" gelesen haben. Für das vorliegende Buch hat er alle Kapitel aus seinem Standardwerk überarbeitet, die sich mit der Person und der Umwelt von Jesus von Nazareth befassen und sie in...
Veröffentlicht am 15. März 2012 von Winfried Stanzick

versus
28 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gute historische Darstellung, anschließend viel leeres Stroh
Das erste Drittel dieses 300 Seiten umfassenden Buches enthält eine brillante Darstellung des historischen und sozialen Kontextes, in dem Jesus gelebt und gewirkt hat. Sämtliche bekannten gesellschaftlich relevanten Gruppen werden eindrücklich geschildert und in ihrer historischen Bedeutung dargestellt: Die Sadduzäer als religiös-politisches...
Veröffentlicht am 25. April 2012 von Peter Samol


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53 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Botschaft und das Handeln des historischen Jesus verständlich erklärt, 15. März 2012
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Jesus (Gebundene Ausgabe)
Das gerade erschienene neue Buch von Hans Küng wird Lesern bekannt vorkommen, die nach dem Jahr 1974 eine der unzähligen Auflagen seines dicken Wälzers "Christ sein" gelesen haben. Für das vorliegende Buch hat er alle Kapitel aus seinem Standardwerk überarbeitet, die sich mit der Person und der Umwelt von Jesus von Nazareth befassen und sie in einem neuen, lesenswerten Buch zusammengestellt.

Sein Ziel ist dabei, nach vielen Jahrzehnten einer neuen Generation, die noch mehr als die Menschen des ausgehenden 20. Jahrhunderts sich von der Kirche abwenden, neu anzusprechen. "Gerade meine Kirchenkritik kommt, wie die so vieler Christen, aus dem Leiden an der Diskrepanz zwischen dem, was dieser geschichtliche Jesus war, verkündete, lebte, erkämpfte, erlitt, und dem, was heute die institutionelle Kirche mit ihrer Hierarchie repräsentiert. Diese Diskrepanz ist oft unerträglich groß geworden."

Als evangelischer Theologe möchte ich hinzufügen, dass dieser Befund zwar auf die katholische Kirche hin ausgesprochen ist, dass aber auch evangelische Christen den Zusammenhang zwischen der Botschaft des historischen Jesus von Nazareth und dem in ihren Kirchen verkündeten Jesus Christus und dem Handeln und der Praxis ihrer Kirchen oft nicht mehr herstellen können. Obwohl es da sehr deutliche Unterschiede gibt, wie der zum Protestantismus konvertierte Publizist Arnd Brummer 2011 in seinem erhellenden Buch "Unter Ketzern. Warum ich evangelisch bin" gezeigt hat.

Das vorliegende Buch will das Bild, das das Christentum von seinem Gründer hat, wieder zu Leuchten und zum Leben bringen. Es will die durch die Jahrhunderte lange Dogmatisierung verdeckte ursprüngliche Botschaft Jesu hervorheben. Auch mit diesem neuen Buch, das man durchaus als eine Antwort auf das große Werk Josef Ratzingers, "Jesus Christus" lesen kann, von dem bislang zwei Bände erschienen sind, und das den aus der Sicht Küng verkirchlichten, dogmatisierten Jesus beschreibt, will Küng einen neuen, befreiten Zugang schaffen zu der Person und den Handeln von Jesus. Dabei will er die unterschiedlichsten Zielgruppen ansprechen. Menschen, die an die Botschaft Jesu vom liebenden Vatergott glauben, die , die es nicht mehr können und die, die es gerne (wieder) können möchten.

Für ein theologisches Buch ist "Jesus" sehr verständlich geschrieben und ist tatsächlich in der Lage, all den genannten unterschiedlichen Zielgruppen Anregungen und Zumutungen zu geben für eine erneute Beschäftigung mit einem Menschen, der der Menschensohn genannt wird, und der seit zwei Jahrtausenden die Gedanken und die Herzen der Menschen bewegt.
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63 von 72 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Jesus befreit zur Menschlichkeit, 17. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Jesus (Gebundene Ausgabe)
Hans Küng stellt Jesus von Nazareth als Menschen vor, der provozierte, indem er die letzte Entscheidung für Gott forderte, damit aber gerade für das Menschliche, für die Entfaltung des Einzelnen, für die Solidarisierung mit den Benachteiligten, für gesellschaftliche Veränderungen. Küng ist zwar kein Exeget oder Historiker, sondern behandelt die Fragen um Jesus als systematischer Theologe, doch ihn interessiert die geschichtliche Person, es geht um den Menschen Jesus. Folgen auch wir diesem Menschen, sagt Küng, dann hat das Konsequenzen für unsere Lebenspraxis, für die Einstellung zum Leben, für das Handeln, für den Sinn im Leiden, für die Humanisierung der Gesellschaft.
Küng bietet hier ausgewählte Abschnitte seines Buches "Christ sein". Vieles, was dort zu lesen ist, fehlt; alle Anmerkungen und Literaturhinweise sind gestrichen. Innerhalb dieser Abschnitte gibt es kleine Kürzungen im Text, auch ganze Reihen größerer Auslassungen, z.T. weitreichende Streichungen, doch kaum Veränderungen im Wortlaut. Neu ist, dass auf S. 45 Jesus kurz als Jude gewürdigt ist, dass auf S. 72 neuere Erkenntnisse zu Qumran verarbeitet sind, dass auf S. 264 - 268 anders und eingehend die Entstehung und der Sinn des Titels "Gottes Sohn" beschrieben ist, dass S. 278 - 280 eine eigene Kurzfassung der entsprechenden Ausführungen zur Kreuzesnachfolge und S. 282f ebenso eine zur Leidverarbeitung zu finden sind, und dass auf den Seiten 284 - 298 eine wichtige Hinzufügung gelesen werden kann, zu Jesus, der gerade als konkrete, geschichtliche Person maßgebend ist, zum christlichen Ethos und Weltethos, zum Licht Christi auch für Menschen anderen Glaubens und zu Christus als Grundmodell für das eigene Leben (der Schluss S. 298 - 300 stimmt wieder überein). Und natürlich das Vorwort (S.9 - 14) ist neu.
Küngs Ausführungen wirken oft plakativ. Doch sind zum Beispiel seine Erläuterungen zum Reich Gottes, zu der Mitte der Verkündigung Jesu, sehr lesenswert. Ziemlich einleuchtend wird die Frage beantwortet, warum Jesus hingerichtet wurde. Was Küng zu den Wundern und zur Auferstehung schreibt, kann in seiner ausgewogenen, menschenfreundlichen Art ausgesprochen hilfreich sein.
Küng will das Besondere, das Unterscheidende des Christlichen herausarbeiten. Deswegen vergleicht er immer wieder Jesus mit Gestalten aus anderen Religionen, mitunter polemisch. Diese anderen Religionen erscheinen dann leider etwas negativ. Das stört, und die Wiederholungen sind überflüssig.
Das handliche Buch kann schnell durchgelesen werden. Allerdings reizen einige Stellen zum eigenen Nachdenken. Bei manchen Einzelheiten möchte man sich anderswo gründlicher informieren. Küngs Jesusbuch regt jedenfalls an und ermutigt.
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28 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gute historische Darstellung, anschließend viel leeres Stroh, 25. April 2012
Von 
Peter Samol "sympathietraeger" (Herford, Nordrhein-Westfalen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Jesus (Gebundene Ausgabe)
Das erste Drittel dieses 300 Seiten umfassenden Buches enthält eine brillante Darstellung des historischen und sozialen Kontextes, in dem Jesus gelebt und gewirkt hat. Sämtliche bekannten gesellschaftlich relevanten Gruppen werden eindrücklich geschildert und in ihrer historischen Bedeutung dargestellt: Die Sadduzäer als religiös-politisches Establishment, die Pharisäer als Vertreter einer schmalen gesetzesfrommen Mittelschicht, die radikalen Zeloten und die weltabgewandten Essener (einschließlich der Untergruppe von Qumran sowie die Gemeinde um Johannes dem Täufer als Abspaltung). Ihre jeweilige Bedeutung, der heutige Kenntnisstand über sie und ihr weiteres historisches Schicksal werden sehr verständlich und zugleich gründlich erläutert. Diesen Teil des Buches kann man bedenkenlos empfehlen.

Danach wird die Lektüre aber äußerst mühselig. Zumindest für Nicht-Glaubende. Laut Umschlagtext wendet sich das Buch zwar nicht nur an "Glaubende" und "Gern-Glauben-Wollende", sondern auch an "Nicht-Glaubende" und "Nicht-Mehr-Glaubende". Aber das stimmt nicht wirklich. Nur wenn man glaubt, dass Jesus eine göttliche Botschaft verkündet und gelebt hat, machen die anschließenden Ausführungen und Deutungen einen Sinn. Wenn nicht, dann wird über zig Seiten schlichtweg leeres Stroh gedroschen. "Braucht man noch eigens hervorzuheben, dass das neue Leben des Menschen, weil es um (...) Gott selber geht, von vornherein eine Angelegenheit des GLAUBENS ist?" (S. 257) - das ist ein ganz typischer, ja geradezu zentraler Satz für diesen Teil des Buches. Es ist der Versuch eines neuzeitlichen Menschen, vom Glauben zu retten, was überhaupt noch zu retten ist. Dabei ist der Glaube selbst letztlich eine Willkürentscheidung. Küng liefert keinen auch nur ansatzweise überzeugenden Grund, der für sie sprechen würde.

Interessant ist für "Nicht-Glaubende" und "Nicht-Mehr-Glaubende" vielleicht noch Küngs sehr eigentümliche Auffassung von Jesu Auferstehung. Einerseits ist ohne Auferstehung das Ganze nichts wert und der Glaube wäre für die Katz. Aber andererseits lehnt Küng eine Auferstehung Jesu in das Diesseits ab. Keine Fortsetzung, auch keine Rückkehr in "dieses raumzeitliche Leben" (S. 253 f.). "Vielmehr Aufnahme in die letzte Wirklichkeit" (254) - sprich Auferstehung nur im Himmel (womit Auferstehung und Himmelfahrt zusammenfallen). Auch die Gottessohnschaft wird letztlich abgestritten: Sie besteht nach Küng einzig darin, dass Jesus in den Himmel aufgestiegen ist und dort als König eingesetzt wurde - gemäß der altorientalischen Königsideologie, die auch in Israel galt, wurden Könige im Moment ihrer Thronbesteigung als "Sohn Gottes eingesetzt" (265). Hier wurde also ein Mensch - eben Jesus - im Himmel zum Stellvertreter Gottes. Er war zuvor jedoch ein Mensch wie wir alle. Aus Sicht (nicht nur) der katholischen Kirche ist das pure Ketzerei. Und aus der Sicht eines "Nicht Glaubenden" immerhin ein ganz vergnügliches Glasperlenspiel.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Würde ich für diesen Jesus mein Leben geben?, 6. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Jesus (Gebundene Ausgabe)
Es liegt nahe, die Jesusbuecher von Hans Küng und Benedikt XVI zu vergleichen. Nun teile ich sicherlich mehr die Ansichten von Küng was vieles an der kirchlichen Situation angeht. Aber wenn ich mir nun beide Jesusbuecher ansehe...

Zum einen ist Küng's Buch nichts neues, es ist ein Auszug aus seinem Buch "Christ Sein". Es ist schon interessant, was er schreibt, aber es wird mir nicht unbedingt viel in Erinnerung bleiben. Und doch fehlt mir vieles, was ich ueber Jesus wissen wollte, in diesem Buch. Meine Frage vor allem -- ist das der Jesus fuer den Menschen lieber in den Tod gingen als ihn zu verleugnen? Ist da nicht die Spiritualitaet etwas verloren gegangen?

Im Vergleich Benedikt's Buch -- mir scheint dieses Buch nicht ganz so strukturiert in seiner Gesamtheit wie zB seine "Einfuehrung ins Christentum", eher Meditationen und weniger ein roter Faden in seine Gedankenfuehrung, aber bei Benedikt finde ich Textauslegung, faszinierende Zusammenhänge zwischen den Schriften, Symbolik die gerade den ersten Christen wichtig waren und viele interessante Informationen, die mir so noch nicht bewusst waren. Küng's Vorwurf den er in seinem Buch direkt ausspricht, Benedikt habe die historisch-kritische Methode nicht verinnerlicht, greift fuer mich irgendwie daneben. Es geht um spirituelle Wahrheiten, die vermittelt werden und ob es hinter der materiellen Wirklichkeit Bedeutung und Sinn gibt (Ratzinger fuehrt das in diesem Buch und auch in der "Einfuehrung in Christentum" aus), was mich an die Diskussion in der heutigen Biologie erinnert, die hinter den materiellen Fakten keinen Sinn und keine Bedeutung erkennen will. Was in der Physik interessanterweise anders scheint. Religion spricht und vermittelt in Bildern, die ganze Liturgie versucht das Geheimnisvolle in Bildern zu vermitteln, eben genau das, was man in Worten nicht vermitteln kann. Gerade letzteres scheint Kueng abzulehnen und da fehlt mir persoenlich dann die Spiritualitaet.

Und irgendwie, dieses Geheimnisvolle und Heilige als Grundlage des Glaubens, das fehlt mir irgendwie bei dem Buch von Küng und finde es eher bei Benedikt.

Ein Gedanke schon auch: Kueng geht in seinem Buch in der Einfuehrung "auf Angriff" gegen Ratzinger's Sichtweise ("wer den dogmatisierten Jesus will lese Ratzinger, wer den urchristlichen will lese Kueng"). Und Ratzinger? "Es steht jedermann frei mir zu widersprechen .. ich bitte nur um den Vorschuss der Sympathie, ohne den es kein Verstehen gibt."

Das schöne an der katholischen Kirche jedoch: Es ist trotz allem Platz fuer einen Küng und einen Ratzinger. Von daher: Beide lesen -- mit jenem Vorschuss an Sympathie -- und sich selbst ein Urteil bilden.
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32 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen MENSCHLICH -- GLAUBHAFT -- AUTHENTISCH, 15. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Jesus (Gebundene Ausgabe)
Hans Küng gehört in seinem 85. Lebensjahr immer noch zu den herausragenden christlichen Theologen auf unserem Globus, der sich trotz aller beeindruckenden Intellektualität vom rigorosem und in die Irre führenden Dogmatismus von Papst Benedikt XVI. sehr klar distanziert. Gerade meine Kirchenkritik kommt wie die so vieler Christen aus dem Leiden an der Diskrepanz zwischen dem, was dieser geschichtliche Jesus war, verkündete, lebte, erkämpfte, erlitt und dem, was heute die institutionelle Kirche mit ihrer Hierarchie repräsentiert. Diese Diskrepanz ist oft unerträglich groß geworden. Jesus bei einem triumphalen Pontifikalamt im Petersdom? Oder im Gebet mit dem amerikanischen Kriegspräsidenten und Benedikt XVI. Im Weißen Haus in Washington?
Hans Küng hat sein berühmtes Buch "Christ sein" (1974) in eine kürzere und überarbeitete Fassung gebracht, in der man seine kosmopolitische und spirituelle Lebenserfahrung spürt. Joseph Ratzinger hat seinem Kollegen Küng den Ruf an die Universität Tübingen im Jahr 1966 zu verdanken. Als 1968 die Studentenunruhen begannen, flüchte der zu einem schwierigen Dialog unfähige Ratzinger auf den nächstmöglichen Lehrstuhl nach Regensburg. Küng schreibt im Vorwort zu seinem aktuellen "JESUS-Buch": "Ratzinger hat bei allem Lippenbekenntnis zur historisch-kritischen Methode deren für die Dogmatik unbequeme Ergebnisse ignoriert und mit Zitaten der Kirchenväter und aus der Liturgie geistreich überspielt. Sein Jesus-Bild 'von oben' hat er entscheidend vom Dogma der hellenistischen Konzilien des 4./5. Jahrhunderts und von der Theologie Augustins und Bonaventuras inspirieren lassen. Er präsentiert durchgehend ein stark vergöttlichtes Jesus-Bild, während ich den geschichtlichen Jesus und seinen dramatischen Grundkonflikt mit der religiösen Hierarchie und der pharisäischen Frömmigkeit herausarbeite ' mit allen Konsequenzen.
Es ist geradezu tragisch, dass führende Kirchenpersönlichkeiten aus dem Umkreis des Glaubensdiktators Joseph Ratzinger die Erkenntnisse von Hans Küng ignorieren, den manipulativen Dogmatismus fortsetzen und die dringend notwendige Ökumene verhindern. Im Vergleich zu den 2 Bänden über Jesus von Nazareth aus der Feder des deutschen Papstes (HERDER-Verlag 2007 und 2011) sind die Gedanken von Hans Küng eine seelsorgliche Bereicherung.

Roland R. Ropers
Religionsphilosoph & Publizist
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26 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen voll mit Ballaststoffen, und letztlich doch leer, 16. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Jesus (Gebundene Ausgabe)
Es gibt Bücher, egal welchem Thema sie sich widmen, die so etwas wie "Seele" haben.

Ich hatte die Hoffnung, dies sei bei der Thematik irgendwo auch hier der Fall, wurde jedoch maßlos enttäuscht. Viel Theologie - wenig Essenz.

Das wär aber noch nicht das Schlimmste. Das größte Manko: es zieht sich endlos langweilig hin, ist gefüllt mit tonnenweise Ballast, weitschweifenden Ausführungen, endlos unnötig lang verschachtelten Sätze, die leider inhaltlich meist belanglos bleiben, viel Allgemeinposten über Gott und die Welt. Keine Neuigkeiten, keine Brillanz.

Ein weiterer Schwachpunkt, den ich immer wieder lächerlich finde:
Der Autor beginnt bereits am Anfang des Buches, ständig sich selbst und seine eigenen Bücher zu zitieren.

Bleibt für mich als Fazit: bis zum Ende eine ziemliche Anstrengung.

Der hohe Preis ist für mich hier keineswegs gerechfertigt.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Jesus war kein Mann des kirchlichen und gesellschaftlichen Establishments." (S.46), 16. März 2012
Von 
Dr. R. Manthey - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 10 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Jesus (Gebundene Ausgabe)
Was ist christlich? Mit dieser Frage beginnt das neue Buch von Hans Küng. Und es endet mit folgender Antwort: "In der Nachfolge Jesu Christi kann der Mensch in der Welt von heute wahrhaft menschlich leben, handeln, leiden und sterben; in Glück und Unglück, Leben und Tod gehalten von Gott und hilfreich den Menschen."

Für mich als Außenstehenden wäre das etwas dünn. Küng geht in seinem Text darauf allerdings näher ein. Er fordert, allein dem historischen Jesus zu folgen und nicht dem von der katholischen Kirche dogmatisierten. Und in der Tat kann man sich Jesus kaum in Rom thronend oder im Papamobil reisend vorstellen. Doch ganz so einfach scheint die Sache nicht zu sein. Beim näheren Hinsehen und beim Lesen von Küngs Text versteht man die Schwierigkeiten, in denen katholische Theologen stecken, wenn sie das römische Dogma verlassen oder verlassen wollen.

Jesus hat nichts hinterlassen. Heerscharen von Theologen interpretieren seit Jahrhunderten die Evangelien, die uns Botschaften Jesu vermitteln, die aber nicht von ihm, sondern von anderen niedergeschrieben wurden. Die Gleichnisse und Parabeln, die man im Neuen Testament findet, erweisen sich ohne Kenntnisse historischer Zusammenhänge als schwer verständlich. Ihre Interpretation wird von der Institution Kirche geliefert. Küng setzt seine dagegen. Es fällt jemandem, der mit der Sache weniger vertraut ist, allerdings sehr schwer, die Unterschiede zu entdecken. Das ist bedauerlich, da Küng sein Buch wohl auch als eine Antwort auf die Veröffentlichungen des gegenwärtigen Papstes sieht.

Das Buch beginnt mit einem Kapitel, das der Autor "Das Besondere des Christentums" nennt. Ist man nicht Katholik, dann muss man die Erhöhung der katholischen Lehre über andere Religionen oder Weisheitslehren, wie sie der Autor vornimmt, schon als etwas befremdlich empfinden, zumal Küng auch Irrtümern erlegen ist. Beispielsweise bei seiner Bewertung des Buddhismus.

Man sollte nicht unerwähnt lassen, dass dieses Buch zahlreiche überarbeitete Kapitel aus Küngs Buch "Christ sein" von 1974 enthält. Im zweiten Kapitel beschreibt der Autor dann, was der historische Jesus alles war und was nicht. An einer späteren Stelle liefert Küng folgende Zusammenfassung: "Für die Law-and-order-Leute erwies er sich als systemgefährdender Provokateur. Die aktivistischen Revolutionäre enttäuschte er durch seine gewaltlose Friedensliebe. Die passiv weltflüchtigen Asketen umgekehrt durch seine unbefangene Weltlichkeit. Den weltlich angepassten Frommen schließlich war er zu kompromisslos. Den Stillen im Land zu laut und den Lauten im Land zu leise, den Strengen zu mild und den Milden zu streng. Als offensichtlicher Außenseiter in einem lebensgefährlichen gesellschaftlichen Konflikt: im Widerspruch zu den herrschenden Verhältnissen und im Widerspruch zu denen, die ihnen widersprechen."

Es folgen zwei Kapitel über das Gottes- und das Menschenbild, so wie es Küng aus dem Neuen Testament interpretiert. Im nächsten Kapitel geht es um den Tod Jesu und danach um die Auferstehungsgeschichte. Ich möchte niemandem in seinem Glauben zu nahe treten. Doch je länger ich in diesem Buch gelesen habe, umso auffälliger traten die Schwierigkeiten zutage, vor denen selbst kritische Theologen wie Küng stehen.

Küng schreibt, dass die eigentliche christliche Bewegung erst relativ lange nach dem Tod Jesu entstand und ganz wesentlich mit der Auferstehungsgeschichte verbunden ist. In unserer Zeit, in der die Wissenschaftsgläubigkeit die Religion immer mehr verdrängt, wird es schwierig, die Auferstehung zu erklären. Küngs Deutungsversuche beweisen dies eindrucksvoll.

Sein Jesus-Bild sollte ihn doch aber mutiger machen. Jesus selbst hat sich nie an Dogmen oder Gesetze gehalten, wenn er sie als unangemessen oder nicht mehr zeitgemäß empfand. Das jedenfalls schreibt Küng. An einem anderen Beispiel wird der Konflikt noch deutlicher. Jesus war, so Küng, gegen die Aufhebung einer einmal geschlossenen Ehe, weil er durch eine Scheidung die Frau im Nachteil sah. Die Zeiten haben sich aber geändert. Warum sollte man also an "Gesetzen" festhalten, die nicht mehr den gesellschaftlichen Umständen entsprechen? Jesus hätte das nach der Küngschen Interpretation jedenfalls nicht getan.

An anderer Stelle verrenkt er sich beim Vater-Begriff im Zusammenhang mit Gott. Gott wäre geschlechtslos, schreibt er. Mit dem Ende der männlichen Interpretationsdominanz könnte Küng aber auch weibliche Priester in seiner Kirche fordern oder gegen das Eheverbot von katholischen Würdenträgern eintreten, was nicht nur dem modernen Leben entsprechen, sondern auch andere Probleme lösen würde, mit denen die katholische Kirche zu kämpfen hat. Davon habe ich jedoch in diesem Buch nichts gelesen.

Es wäre doch noch nicht einmal besonders mutig, den historischen Kontext der Bibel einzuräumen, der schließlich auf der Hand liegt, und daraus Schlussfolgerungen zu ziehen, anstatt die Texte zu dogmatisieren und so eine immer breitere Kluft zwischen der gesellschaftlichen Realität von heute und dem katholischen Dogma zu riskieren. Offenbar aber befürchten selbst Theologen wie Küng dann einen Dammbruch.

Bei aller Kritik habe ich aus der Systematik dieses Buches eine Menge gelernt. Ich möchte es nur ungern bewerten. Die Sterne gibt es für die Informationen, die dieser Text enthält.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hans Küng Jesus sehr empfehlenswert, 6. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Jesus (Gebundene Ausgabe)
ein sehr reifes buch. ehrlich und authentisch. von jemandem der nachgedacht hat und sich die mühe gemacht hat seine gedanken und sein profundes wissen mit seinen lesern zu teilen. klare statements regen zum eigenen weiterdenken an. außerdem merkt man es herrn küng an das er im metier des schreibens und verkündigens zu hause ist. angenehm professionell. fazit: sehr empfehlenswert.
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Warum musste Jesus sterben?, 7. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Jesus (Gebundene Ausgabe)
Papst Benedikt XVI. präsentiert in seinen beiden Jesus-Büchern ein stark vergöttlichtes Jesus-Bild, während Küng den geschichtlichen Jesus und seinen dramatischen Grundkonflikt mit der religiösen Hierarchie herausarbeitet.
Jesus gehörte nicht zum Establishment (Hohepriester, Älteste, Pharisäer, Sadduzäer). Seine Botschaft als Wanderprediger ist das nahe Reich Gottes, nicht die Zeit des Gerichts, sondern der Vergebung, Gerechtigkeit, Freiheit, Brüderlichkeit, Liebe. Jesus war aber weder Mann des Systems noch sozialpolitischer Revolutionär, sondern setzte eine Revolution der Gewaltlosigkeit in Gang. Er war kein asketischer Mönch, der in Abwendung von der Welt nach Vollkommenheit gestrebt hätte, seine Jüngerschaft trug keine klösterlichen Züge.
Jesus, die Urkirche, Apostel Paulus haben mit dem Kommen der Gottesherrschaft zu Lebzeiten, noch in ihrer Generation gerechnet. Dieser apokalyptische Horizont ist versunken, war zeitgebundene Weltanschauung. Jesus wollte aber nicht über das Ende belehren, sondern einen Aufruf erlassen für die Gegenwart angesichts des Endes.

Die Wunder Jesu sind keine historischen, medizinischen oder psychologischen Protokolle, sondern unbekümmerte volkstümliche Erzählungen. Die Heilungen sind Aufruf zum Glauben, die Heilungsgeschichten des Neuen Testaments Glaubensgeschichten.
Gottes Wille ist das Wohl des Menschen: die Freude, der Friede, das Heil, das letzte große Glück. Die Sache Gottes ist nicht das Gesetz, sondern der Mensch. Der Mensch ist das Maß auch des Gottesdienstes.
Jesus, selber arm, steht auf der Seite der Armen. Ihrer aller Anwalt ist er auch der moralisch Armen, der Sünder, religiös Ausgestoßenen, Diskriminierten, Deklassierten.

Die Grenze zwischen historischem Bericht und theologischer Reflexion, zwischen vorösterlichem Wort und nachösterlicher Erkenntnis ist schwer zu ziehen. Nach Ostern hat man das Messiasbekenntnis in die Darstellung der Jesusgeschichte eingetragen.
Warum musste Jesus sterben? Jesus begründet eigenmächtig in Wort und Tat Gottes Willen (das Wohl des Menschen) und identifiziert sich mit Gottes Sache (die Sache des Menschen). Er galt bei seinen Gegnern als Irrlehrer, Lügenprophet, Gotteslästerer. Jesu gewaltsames Ende lag in der Logik seiner Verkündigung und seines Verhaltens. Die religiöse Anklage war wahr, die politische (Revolutionär) falsch. Er starb in Gottverlassenheit einen allzu frühen, alles abbrechenden, total entwürdigenden Tod.
Auch die Ostergeschichten sind weniger historische als theologische Dokumente, Glaubenszeugnisse. Paulus schreibt von "Erscheinungen", "Offenbarungen" des Auferweckten - wohl Visionen und Auditionen. Historisch feststellbar sind der Tod Jesu und dann wieder der Osterglaube, die Auferweckung und der Auferweckte lassen sich mit historischer Methode nicht objektivieren. Es ist nicht nichts geschehen, aber was geschehen ist, sprengt die Grenzen der Historie.
Bultmann Formulierung "Jesus ist auferstanden ins Kerygma (Verkündigung) hinein" ist missverständlich, Jesus wird verkündigt weil er lebt.
Der Gekreuzigte lebt für immer bei Gott - als Verpflichtung und Hoffnung für uns. Auferweckung ist Sterben in Gott hinein.

Küng zeichnet ein Jesusbild mit Kritik an Strömungen, Verhaltensweisen, Ideen und Menschen der 2000 Jahre Christentum und versucht dabei unhistorische Aktualisierungen zu vermeiden. Trotzdem ist manchmal offensichtlich die Katholische Kirche Kritikpunkt.
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8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Beschreibung Jesu wie er wohl wirklich war, 14. April 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Jesus (Gebundene Ausgabe)
Dies ist eine Darstellung über das Wenige, was wir von Jesus wissen: Ohne kirchliche Legenden und Falschinterpretationen. Küngs Schweizerdeutsch ist zwar manchmal gewöhnungsbedürftig, er konnte mir jedoch vieles erläutern, was ich bisher nicht verstanden oder für eine mögliche Interpretation gehalten hatte. Nachdem ich das Buch gelesen und noch einmal innehielt, wurde mir klar, dass Jesus nicht diese Kirchen wollte, mit denen wir uns heute bescheiden müssen.
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Jesus von Hans Küng (Gebundene Ausgabe - 12. März 2012)
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