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am 6. April 2014
In dem zweiten Roman von Charlotte Roche "Schoßgebete" geht es um Elisabeth, vor allem um ihr Familienleben, Sexualität und ihres Tragödie. In einer Therapie verarbeitet sie so ziemlich alles angefangen von der Familientragödie bis zu ihrem Sexleben.
Wer schon "Feuchtgebiete" mochte würde dieses Buch auch mögen. Charlotte Roche setzt sich wieder mal mit kontroversen Themen aus, spricht Sachen aus, die manch Menschen sich nie trauen würden zu denken, wie z.B. ein gemeinsamer als Ehe'paar Besuch einer Prostituierten.
Das Buch beschäftigt sich mit vielen Unsicherheiten einer Ehefrau und das mit viel Tiefgang, vor allem für verheiratete Frauen sehr empfehlenswert.
Jedoch empfand ich es stellenweise auch einwenig langweilig, war für mich keineswegs ein Grund das Buch weg zu legen. Dass der Roman nicht jedermanns Geschmack ist ist auch verständlich, vor allem nicht für konservative Menschen, die den Stock aus ihrem Hintern nicht rausziehen mögen.
PS: das unterhaltsamste aus diesem Buch waren die ersten Seiten - eine bis ins kleinste Detail beschriebener Sexakt zw. Elisabeth und ihrem Mann.
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am 23. April 2013
*ÜBER DIE AUTORIN*

Charlotte Roche, 1978 geboren, war Moderatorin u.a. für VIVA, 3sat und das ZDF und wurde mit dem Grimme-Preis sowie dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet. 2008 veröffentlichte sie ihren ersten Roman, »Feuchtgebiete«, der mit seiner radikalen Offenheit eine gesellschaftliche Debatte auslöste und zum erfolgreichsten Buch des Jahres avancierte. Charlotte Roche lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Köln

Quelle: amazon

*COVER*

Ein lila, ziemlich nichtssagendes Cover. Ich weiß nicht, ob es mich in der Buchhandlung angesprochen hätte.

*STORY*

Elisabeth, 33 Jahre, ist voller Ängste und deshalb bereits in Therapie. Sie hat auch ständig das Gefühl ihrem Mann nicht zu benügen und ihn nicht zu befriedigen. Um sich attraktiv zu machen, greift sie teilweise zu ungewöhnlichen Methoden.

*FAZIT*

Als ich das Buch gelesen hatte, dachte ich nur: Mein Gott, was war das denn? Ausführliche Sexpraktiken, die Beschreibung des Wurmbefalls, die Spezifierung des Orgasmuses, all dieses wird in dem Buch genau beschrieben. Der Schreibstil ist sehr direkt, platt, einfach gehalten, so dass man ohne große Anstrengung lesen kann.

Ich denke jedoch, weniger ist manchmal mehr.

Deshalb vergebe ich diesem Buch nur 3 Sterne.
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am 16. September 2011
Ich habe das erste Buch von Charlotte Roche nicht gelesen und hätte auch zu diesem nicht gegriffen, wenn es mir nicht geschenkt worden wäre. Natürlich hatte ich vorher über die Autorin etliches gehört und in den Feuilletons gelesen. Jetzt hat mich der Text aber doch überrascht. "Schoßgebete" ist in einer schlichten aber angemessenen Sprache geschrieben, die sich schnell wegliest - jedenfalls wenn man einmal die Beischlafszene am Anfang (Gähn, Fremdschäm) überstanden hat. Das Psychogramm der Hauptfigur Elizabeth ist differenziert, interessant und sehr nachvollziehbar beschrieben. Ich hatte weder Probleme damit noch Widerstände dagegen, mich in ihre Welt zu versetzen. Und auch die Sitzungen bei der Analytikerin als Aufbauprinzip und Vehikel zur Rückerinnerung haben ihren Zweck erfüllt. Dass das furchbare Ereignis des Verkehrsunfalls die Protagonistin nachhaltig traumatisiert hat, wird anschaulich, interessant und auch amüsant gezeigt. Es ist ebenso lehrreich wie unterhaltsam, diese Passagen zu lesen, das hätte ich nicht erwartet!
Für diesen Teil des Buches hätte Frau Roche von mir locker fünf Sterne bekommen.

Leider hat das Ganze aber noch drei Pferdefüße.
Erstens: Die These des Romans ist ja, dass die geschilderte Zwangsneurotikerin sich nur beim Sex völlig frei fühlen kann. Hier lässt sie los, hier lässt sie die Sau raus. Behauptet Charlotte Roche. Da die Autorin uns ausführlich an diversen Intimitäten teilhaben lässt, ist es nicht schwer, den Wahrhheitsgehalt ihrer Behauptung zu überprüfen. Und was entdecken wir da? Loslassen sieht anders aus. Die Frau ist ein Kontrollfreak und das ändert sich auch im Bett nicht. Die Livestream-Protokolle, die uns der Roman liefert, sind der allerbeste Beweis dafür. Ekstase wird hier zwar vollmundig behauptet, aber nicht gelebt. Das Buch fängt sich in seiner eigenen Falle, die Ich-Erzählerin kontrolliert erzählend auch ihre Gedanken, Taten und Wünsche beim Sex.
Nur für die Werbetrommel war die (psychologisch ohnehin wacklige) Behauptung gut. Pardon, sehr gut.

Und der zweite Pferdefuß? Elisabeth empört sich über die Presse, vor allem die Bild Zeitung, die eine Hetzjagd auf die Leidtragenden nach dem Unfall veranstaltet hat. (Für alle, die es noch nicht wissen: Auf der Anreise zur Hochzeit der Protagonistin werden ihre drei Brüder bei einem Autounfall getötet. Dies ist auch Charlotte Roche widerfahren.) Die Autorin hat mit Hinweis auf den autobiografischen Gehalt des Romans jedes Gespräch mit Springer-Medien verweigert. Aber selbst möchte sie ganz gern Profit aus dem Familien-Drama ziehen.
Der Leser merk's und ist verstimmt.

Dritter Pferdefuß: So differenziert die Protagonistin auch gezeichnet ist, so eindimensional sind alle anderen Figuren ausgefallen. Das beste Beispiel dafür ist dieser angeblich so tolle Ehemann, der mit Attributen aus allen Klischeefallen ausgestattet ist, die sich denken lassen, dabei aber so überladen wurde, dass weniger als eine Karikatur heraugekommen ist. Der Typ ist alt, hässlich, reich, unglaublich verständnisvoll, sexgeil, wahnsinnig potent und darüber hinaus ein begnadeter Hausmann.

Danke Frau Roche, drei minus, setzen.
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am 10. September 2011
"Das Buch fängt an mit einer Blaseszene" Charlotte Roch im Interview mit Markus Lanz auf ZDF.
"Feuchtgebiete" mit seinem grell-rosa Cover wurde über 2 Million mal verkauft und bei Amazon 1.743 mal rezensiert. Das Buch, was am 1.2.2008 für viele Skandale gesorgt hat, hat nun einen Nachfolger. Das dunkel lila "Schoßgebete".
Erzählt wird von Elizabeth, 33, einer Frau mit einem riesen Traumata und alltäglichen Sorgen. Im Klappentext entnimmt man folgende Inhaltsangabe:
"Am liebsten tagsüber und Fenster zu wegen der Nachbarn. So mag es Elizabeth. Ihr Mann macht die Heizdecken auf dem Bett an, dann kann's losgehen. Sie fährt sofort mit der Hand rein in Georgs XXL-Yogahose. Und ab hier betrügt sie ihre Männer hassende Mutter, die ihr beibringen wollte, dass Sex etwas Schlechtes sei. Hat aber nicht geklappt, Glück für Elizabeth, Glück für Georg. Aber Sex ist ja nicht alles, es gibt auch noch das Essenkochen für ihre Tochter Betty, und es gibt den Exmann, Bettys Vater. Keine geringe Rolle spielen auch ihre Ängste und ihre schrecklichen Eltern. Wobei diese Themen für Elizabeth seit dem Unfall immer zusammengehören. »Schoßgebete« erzählt von Ehe und Familie wie kein Roman zuvor. Radikal offen, selbstbewusst und voller grimmigem Humor ist es die Geschichte einer so unerschrockenen wie verletzlichen jungen Frau."
Nachdem ich "Feuchtgebiete" aufgrund meines Ekels nach den ersten zwei Kapiteln abbrechen musste, hat mich "Schoßgebete" positiv überrascht.
Zu Beginn des Buches hab ich mir noch ein zweites Buch zurecht gelegt, da es wie oben erwähnt mit besagter Blaseszene anfängt. Für mich war das wenig reizvoll und ehrlich gesagt, wäre es so weiter gegangen, hätte ich wenig gefallen an dem Buch gefunden. Da ich es jedoch gewonnen habe und mich somit auch eher verpflichtet fühle, eine Rezi zu schreiben und da ich zum anderen auch Neugierig war, habe ich weitergelesen.
Mir gefällt Charlotte Roches Art offen über alle möglichen Themen zu sprechen. Bei so manchen Dingen die Sie anspricht, habe ich mich zwischenzeitlich mit dem Charakter "verbunden" gefühlt. Dagegen stehen dann wieder andere extreme, mit denen ich gar nicht klar kam.
Das Buch ist, so wie Charlotte Roche selbst, sehr vielseitig.
Sie stellt Elizabeth alles andere als perfekt dar. Ein Mensch wie so manch anderer, denn jeder von uns hat sein Paket zu tragen, bei dem einen kleiner bei dem anderen größer.
Die Message die es mir vermittelt: "Jeder muss an sich arbeiten!" Man sollte bewusst Leben und wenn man etwas selbst nicht hinkriegt, kann man sich allerlei Hilfe holen.
Sollte dies in Form von Sachbüchern, Ratgebern oder einem Therapeuten sein. Schön auch, dass Sie hier die Frage anspricht, jedoch nicht beantwortet, wo der Unterschied zwischen einem Psychologen und Psychiater liegt, denn diesen glaube ich, kennen immer noch nicht alle.
Ein Buch was die Themen Kindererziehung, Traumata, Ernährung, Selbstliebe, Selbstverleugnung, Selbsttäuschung, Patchwork-Familien, Selbstlosigkeit, Zwischenmenschlichen Beziehungen, Selbstmord, Religion und Glauben, Partnerschaft und Ängsten anreißt.
Mir persönlich ist negativ aufgefallen, dass Charlotte Roch sich in späteren Kapiteln über schon geschriebenes immer wieder auslässt, immer wiederholt. Für mich war das auf Dauer eher anstrengend und hat auch das flüssige Lesen der 283 Seiten erschwert. Hierfür habe ich einen Stern abgezogen. Der zweite Abzug bezieht sich auf den Preis. 2 EUR teurer als das erste TASCHENBUCH und erheblich teurer als der übliche Preis für solche.
ACHTUNG SPOILER:
Zum Schluß überrascht mich Roche mit folgendem:
" Ich würde gerne, aber ich kann nicht. Ich weiß schon, was er will. Ich soll mich entscheiden für ihn, für das Leben, für das Kind, ich kann aber nicht, nicht ganz jedenfalls. Ich weine. Das ist auf Dauer ganz schön anstrengend: ein Bein im Leben, ein Bein im Grab, die ganze Zeit auf dem Sprung, ich kann mich nicht entscheiden, weder für das eine noch für das andere. Ich will deswegen nicht so stark lieben, dass es mir das Herz rausreißt, wenn jemand davongehen muss. Ich möchte nicht so viel investieren, dass ich nachher dran kaputtgehe, wenn der- oder diejenige dann weg ist. Alles mit angezogener Handbremse, immer in Lauerstellung, ich beobachte dich, Gevatter Tod."
Doch diesen tiefsinnigen Satz zerstört Sie meiner Meinung nach mit den darauf folgendem "Sexeinwurf" und dem unsinnigen Wort Klitorisgediddeldididdel!
Schade!
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TOP 500 REZENSENTam 10. August 2011
Im neuen Roman von Charlotte Roche, auf den sich alle stürzen, (selbst die, die es verurteilen) geht es natürlich um S*x, aber auch um die Verarbeitung eines Traumas, eines Verkehrsunglücks, um die innere Auseinandersetzung von Tod, um Familie, das eigene Kind und die Aufrechterhaltung einer Beziehung. Das Interessante daran ist für mich, wie ein Buch nicht für gut befunden werden kann, (oft reichen bereits nur Auszüge oder was andere Journalisten sagen) aber "trotzdem" gelesen wird. Da für mich das Niveau eher tief gehalten ist, ist das zumindest für mich erstaunlich. Ich weiss nicht, wie man ein Buch mit 280 Seiten angeblich in 2-3 Stunden liest, genauso wenig glaube ich der publizierten Auflagenzahl von 500'000 Stk., auch wenn dieses Buch in der Bestseller-Kategorie angesiedelt ist, ich brauchte dafür gute 12 Stunden!

Autoren anspruchsvollerer Literatur könnten von solchen Auflagezahlen nur träumen. (Feuchtgebiete hat eine Gesamtauflage von 1,8Mio. erreicht.) Und in Anbetracht der bereits gemachten Klicks am Erscheinungstag auf diese Neuerscheinung, die übrigens schon vor Erscheinen auf Platz 1 bei amazon war, (welcher Titel schafft das schon?), vereint zumindest für mich diese Neuerscheinung, Anziehung und Abstossung im gleichen Atemzug. Eine ideale Mischung, was die Verkaufsattraktivität dieser Neuerscheinung auszeichnet.

Im Spiegel-Magazin online dieser Woche, spricht die Autorin davon, dass es krass sein muss, sonst entstehe für sie Langeweile. Nur ihrer Therapeutin, würde sie verdanken, dass Sie sich nicht das Leben genommen hätte. Und zu Beginn des Buches vernehmen wir: Dass es sich um eine wahre Begebenheit handelt, worum sich dieser Roman nun dreht. => Durch einen tragischen Verkehrsunfall im Jahr 2001, hat Charlotte Roche ihre drei Brüder verloren, ihre Mutter wurde damals schwer verletzt.

Die icherzählende Hauptprotagonistin Elisabeth Kiehl, 33 Jahre alt (genauso wie die Autorin), lebt in einer Patchwork-Familie. Sie lebt mit ihrer 7-jährigen Tochter Liza, mit dessen Erziehung sie sich teilweise überfordert fühlt. Ihr Partner und zweiter Ehemann, Georg ist fast fünfzig Jahre alt. Um die Beziehung zu halten, geht sie mit ihm zu Pr*stituierten ins P*ff, wo sie sich du dritt ausleben wollen. Dabei merkt sie immer mehr, dass ihr eigenes Bedürfnis fremd gehen zu wollen, immer mehr in ihr wächst.

In inneren Rückblenden, reflektiert sie den schlimmen Verkehrsunfall ihr eigenen Mutter, bei der ihre Geschwister ums Leben kamen, eine Traumaverarbeitung, wo die Gegenwärtigkeit des Todes, auch der eigenen Todessehnsucht zum Ausdruck kommt. Und zum Schluss, wird das Ganze noch mit weissen Würmern garniert, von denen die neue Patchworkfamilie befallen ist. Natürlich in der profanen, vulgären und t.T. auch ekelerregendem Vokabular, wie wir es von Charlotte Roche kennen, denn sonst wäre dieses Buch kein Roche-Roman. Dass bei all' dem die Hauptprotagonistin regelmässig zu einer Therapeutin geht, nimmt dem Roman die angestammte Naivität ein wenig, und bringt durchaus Elemente hinein, die eben nicht nur abgedreht sind in der eigenen ungezügelten Phantasiewelt, die der Hauptprotagonistin anheim fallen.

Je nachdem, mit welcher Haltung (!) wir dieses Buch lesen, werden wir es quotieren oder eben verurteilen. Ich persönlich finde es dann doch ein wenig zu einfach gestrickt, nur schlicht darüber zu wettern und diese Neuerscheinung als billig abzustempeln. Warum wird es dann gelesen, wenn eine 1* Sterne-Bewertung sowieso angesagt ist? Für mich hat dieses Buch ehrlich gesagt wenig, wenn überhaupt etwas mit Literatur zu tun. Doch Charlotte Roche spricht oft aus, was im Allgemeinen oft umgangen und verdrängt wird. Und vielleicht spiegelt sie ja uns auch unsere eigene vulgäre Seite, selbst wenn wir uns davor ekeln oder damit nichts zu tun haben wollen. Kann mir hier irgend jemand beantworten, warum diese für mich eher primitive und provozierende Art des Schreibens solche Massen von Lesern anzusprechen vermag? Und kaufen nicht ausgerechnet jene Leser, die an ihre eigenen Grenzen kommen und eine Befriedigung erfahren, jene Literatur als "schlecht" zu bewerten? Ich bin ganz sicher kein Befürworter dieser Autorin, und schon gar nicht von dieser Art "Geschreibsel", hinterfrage jedoch die Hintergründe ihres ungebrochenen Erfolgs, "Skandälchen" hin oder her.

Im Grunde lesen wir von einer innerlich angeschlagenen und völlig kaputten Hauptprotagonistin die richtig einen Knall hat, die mit dem Leben kämpft, neurotische Züge trägt und suizidale Gedanken mit sich trägt. Sie hasst ihr ganzes Leben, ausser ihren Mann, für den sie bereit ist sich aufzugeben. Im lustig-schmunzelnden Stil, angesichts der benachbarten Tragik und Aussichtslosigkeit. Elisabeth ist eine überzeugte Hardcore-Atheistin und glaubt höchstens an den Zufall! Spiessige Verhaltensweisen verursachen in ihr Brechreiz. Christen und Katholiken werden in andauerndem Bombardement mit Sarkasmus beschossen. In moderner Pop-Literatur finden wir dann so manche neue Wortkreationen, die ich persönlich gerne gelesen habe.

Eine Lektüre über Gott und die Welt, eine Selbstreflektion über das eigene Leben. Geschrieben mit einer Note des Depressiven, angesichts einer Abhängigkeit des eigenen Therapeuten. Eine junge und KAPUTTE Frau, die viele innere seelische Baustellen hat und mit der Zeitung auf Kriegsfuss steht. (C.R. hatte beim damaligen Verkehrsunglück die BILD-Zeitung verklagt).Eine Frau, die ein schlechtes Gewissen hat, weil sie lebt. Eine Autorin, dessen Phantasie keine Grenzen gesetzt sind, manche Passagen gar trancenähnlich daherkommen. Eine Schreiberin die schreibt wie sie redet, die Gedanken ins Absurde verkehrt und in heftiger Schreibweise ihren Leser konfrontiert. Sie scheint sich auch im Rotlichtmilieu informiert zu haben. Eine Literatur, die darauf angelegt ist, Reaktionen beim Leser auszulösen und dabei grössten Erfolg hat. Dass Offenlegen von Tabus und die detailierte Eingehensweise darauf, ist nur ein Mittel dazu. Ein Buch das sich bewusst in Extremen gehalten wähnt, weil das vielleicht gerade ankommt? Emotionen und Gefühle wird man hier vergeblich suchen. Auch wenn es belanglose Passagen gab, gelangweilt habe ich mich nie. Dafür erhält der Leser grenzenlose Phantasie-Ergüsse bis zum Abwinken. Mich würde es nicht wundern, wenn dieses Buch, den Erfolg ihres Vorgängers noch toppen würde, die Anzeichen sprechen dafür!

Fazit: Eine harte und beizeiten auch schwerverdauliche Lektüre, nach dem Lesen fühlt man sich müde, erschlagen und erschöpft, ein Nachhall begleitet einen noch ein paar Tage, man blickt zurück auf einen brachialen Monstermonolog, durchdrungen von andauernder und unerbittlicher Selbstreflektion und Schonungslosigkeit, die heftiger und krasser nicht sein könnte. Eine Autorin, die sich darin versteht ihre Leserschaft aufzuge*ilen. Charlotte Roche konfrontiert uns hier mit voller pathologischer Wucht und schockierender Ehrlichkeit, die an der Grenze des Zumutbaren mäandert und aufblüht, wenn sie bei ihren Lesern, weit über ihre Schamgrenzen hinaus, alles übertreten kann, war nur irgendwie möglich ist.

Bewertung: 2,5 Sterne. Ich habe lange damit gerungen, bin mir bewusst, dass 3* für das Empfundene eine dennoch hohe Bewertung ist. Letztendlich hat die Verlusterfahrung ihrer Familiengeschichte, der Tod ihrer Brüder durch den Verkehrsunfall zu dieser relativ hohen Bewertung geführt. Dieser Teil des Buches, war im Grunde das Einzige was mich wirklich interessiert und ein wenig berührt hat. Der Rest des Buch entspricht einer 1*bis 2*-Bewertung. Empfehlen kann ich dieses Buch trotzalledem nicht. Wenn man sich ein Video-Interview bspw. mit Harald Schmidt vor ca. 10 Jahren ansieht, sieht man, welch kaputte Persönlichkeit C.R. damals war.
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am 16. August 2012
Es ist mir teilweise zu Psycho, bzw. kommt Elizabeth Kiehl im Buch sehr unsympathisch rüber. Im Buch, das mag zwar blöd klingen, fehlt mir manchmal das Gefühl. Es ist ziemlich hart geschrieben, ich meine damit nicht den Sex, aber mir fehlt das Gefühl im Leben von Elizabeth Kiehl. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass sie in den vielen Jahren der Therapie zwar einiges gelernt und mitgenommen hat, doch im Endeffekt denkt sie immer wieder über ihren eigenen Tod nach. Sie will sich damit sozusagen selbst bestrafen, weil sie immer wieder daran denkt, Schuld an dem Unfall zu haben, weil ihre Mutter extra wegen des Hochzeitskleides mit dem Auto gefahren ist, während sie im "sicheren" Flugzeug saß. Das Erlebnis ihrer drei Brüder ist sehr schlimm, von daher kommt immer wieder das Bild rüber, als ob sie immer noch verdrängt. Allein schon, dass sie das Verhältnis zu ihrer Mutter gebrochen hat, konnte ich nicht ganz nachvollziehen, denn für die Mutter, ist es wohl auch mit das Schlimmste, drei Kinder zu verlieren. Auch wenn die Mutter in der Kindheit sehr viele Fehler gemacht hat, sollte man manchmal doch in die Zukunft blicken und einfach versuchen besser zu leben. Ach, ich könnte noch weiter schreiben, aber es ist ja nur ein Buch, was aber auch viel Wahrheit hat, da Charlotte Roche, ja das erlebt hat. Sie hat am Tag ihrere Hochzeit, ihre drei Brüder verloren. Wenn sie das Thema im Buch somit verarbeiten wollte, ist es ihr nicht immer gelungen, ich finde auf eine unsympathische Weise. Mir hat der rote Faden gefehlt, am Ende dachte ich: "Aha", das war es jetzt, oder wie? Es hätte mir mehr gefallen, wenn Elizabeth Kiehl sich im Buch dafür entschieden hätte zu leben, ohne den Tod immer vor Augen zu haben und ein bisschen mehr Herz.
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am 29. Dezember 2014
Zu Anfang fand ich es super, dann schwächte es während der Story ab. Wirkte fast so, als sei der Autorin zum Ende hin nicht mehr wirklich was eingefallen. Wobei ich finde, dass man die Geschichte noch hätte ausschmücken können. Diese fand ich nämlich im Grunde sehr gut.
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am 26. Juli 2012
Was soll man dazu sagen...mir fällt nur ein..das Buch ist ziemlich:

crazy
traurig
lustig
dreckig
gestört
porno
sensibel
normal
nicht normal
psycho
alltag
versaut
ernüchternd
erschreckend
schockierend
anders
...
aber, liest sich ganz gut, locker flüssig. Ich mag ihre direkte Art zu schreiben. Nichts verschönt, nichts geheuchelt, so wies ist halt, ohne Schnörkel. Ich steh drauf. Die Geschichte die sie in dem Buch erzählt ist allerdings teils schon derb und hat viel negativen Nachgeschmack.
3 Sterne von mir!! Kann man lesen, muss man nicht.
Nach Feuchtgebiete zwar eine "Steigerung" aber ich würde mir was NORMALERES an Thematik wünschen, mit etwas weniger Drama und etwas mehr Witz.
Hoffe dennoch sie schreibt weiter - bin ein Fan von "anderen" Büchern :-)
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am 6. April 2013
Zwar für mein Empfinden besser als das ekelhafte Buch "Feuchtgebiete", aber immer noch etwas abstoßend... Immerhin ist die Handlung glaubwürdig und in Teilen auch fesselnd...
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am 22. Februar 2012
Nach dem ersten Drittel wollte ich das Buch eigentlich weglegen. Nach dem zweiten Drittel war ich ob der geschilderten Tragödie geschockt und bewegt. Und nachdem ich nun ganz durch bin, hat sich wieder Ernüchterung breit gemacht. Woran liegt das? Im Mittelteil des Romans verarbeitet Roche ihr eigenes Schicksal, das ihr am Vortag ihrer Hochzeit drei Brüder und fast die Mutter genommen hat. Roche schildert diese Geschehnisse genau so direkt und heftig, wie sie wohl auch auf sie eingeprasselt sind und schafft es durch die knappe, manchmal nicht alles sagen könnende Sprache, vor allem die Hilflosigkeit in so einem Moment erschütternd zu beschreiben. Roche und ihr Alter Ego sind danach gezeichnet, und ständiges Sinnieren über den Tod und immerwährende Depressionen sind die Folge. Diesen Teil des Buches fand ich gut, wenn auch sehr deprimierend und herunterziehend.

Den Rest des "Romans" fand ich trivial bis banal. Warum ich Roman in Anführungszeichen setze? Vor allem deshalb, weil sich Roches Werk einfach durch das totale Fehlen einer Metaebene auszeichnet. Die Protagonistin versucht, sich mit Sex abzulenken und am Leben zu erhalten und schildert ansonsten ihr recht ereignisloses Leben und hat zumindest mich mit Allgemeinplätzen à la "Lange kauen ist gesund", "Dicke Autos sind doof weil umweltschädlich" oder "Wenn's beim Sex nicht mehr klappt, hält auch die Liebe nicht" enorm zu langweilen. Was die Schilderung von Sex angeht, weiß ich ehrlich gesagt nicht, warum bei Charlotte Roche immer so ein Hype gemacht wird - da haben andere Schriftsteller (wenn auch eher Männer) schon viel ärger in die Tasten gehauen. Die Romanheldin zieht sich Pornos rein, hat Analsex und geht mit ihrem Mann in den Puff. So what? Da ist jede arte-Doku ja schon härter.

Drei Sterne gerade noch deswegen, weil Roche recht gut und ehrlich beobachten kann und man bei den Sexszenen aufgrund der Offenheit der Sprache manchmal schmunzeln muss. Alles in allem hätte ich es aber passender gefunden, wenn Roche einfach ein autobiographisches Werk geschrieben hätte. Den das fiktive Drumherum ist arg platt und auch stilistisch wenig mitreißend. Wenn Roche zeigen wollte, dass das Leben banal ist und es eigentlich nur den Tod gibt, den wir mit Sex zumindest aus unseren Gedanken vertreiben können, dann hat sie das einigermaßen geschafft. Ein über die ganze Länge mitreißender Roman ist ihr damit aber nicht gelungen.
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